Lifestream » wikileaks

Julian Assange: erneute Auslieferung-Verhandlungen!

Der Kampf Julian Assanges gegen eine Auslieferung ist nun nach einigen vorher-gegangenen Instanzen in eine neue Runde gegangen. Es hängt viel davon ab, wie die Richter des Londoner High Court urteilen werden. Eine Auslieferung nach Schweden, könnte auch eine Überstellung an die USA durch Schweden zur Folge haben.

Am 1. Dezember 2010 hat die internationale Verbrechensbekämpfungs-organisation Interpol, die sogenannte “Red Notice” gegen Julian Assange erlassen. Die “Red Notice” ist das schärfste Mittel Interpols, dass zur Fahndung eingesetzt werden kann und veranlasste alle 188 Mitgliedsstaaten Interpols bei der Festnahme mitzuwirken. Der internationale Haftbefehl, der auf die angebliche Vergewaltigung zweier Schwedinnen durch Julian beruht, übte einen zu hohen Druck auf ihn aus und somit stellte er sich am 7. Dezember 2010 der Poliziei in London. Nachdem Julian eine Woche in Untersuchungshaft im Wandesworth-Gefängnis saß, entschied ein Londoner Gericht ihn auf Kaution und der Einhaltung einiger Auflagen freizulassen. Zu den Auflagen zählte u.a. Hausarrest und das Tragen einer elektronischen Fußfessel. Julian Assange, der die Vorwürfe als unhaltbar und als Komplott gegen sich und Wikileaks empfindet, kämpft seitdem gegen eine Auslieferung nach Schweden. Im Februar 2011 entschied das Londoner Magistrates’ Court sich zur Auslieferung, wogegen Julian erneut in Berufung ging. Die Fortsetzung des Verfahrens wurde nun am 12.07.2011 wieder eingeleitet. Er beruft sich heute hauptsächlich darauf, dass er in Schweden keinen fairen Prozess mehr zu erwarten habe. “Die Öffentlichkeit in Schweden ist voreingenommen, da der schwedische Premier und Justizminister mich öffentlich verurteilt haben.” sagte Julian Assange neulich in einer Diskussionsrunde. Er befürchtet zudem dass die schwedische Regierung ihn an die USA überstellen würde, wo weitere Anklagen auf Julian warten. Am 16. Juni 2011 hat Assange das Video “191 Days Without Charge” auf Vimeo hochgeladen, um auf seine Situation – 191 Tage Hausarrest und das obwohl bis dato keine Anklage in Schweden vorliegt – aufmerksam zu machen. Seit dem 09.07.2011 gibt es jetzt auch einen Youtube Channel von Wikileaks über den zukünftig Videobotschaften an Abonnenten gesendet werden sollen.

July 12 2011, 1:15pm

Videotipp: Whats does it cost to change the world?

Ein gelungener Spot mit dem WikiLeaks auf sich und seine Gegenspieler aufmerksam machen will. MasterCard ist eines von fünf Unternehmen, das aufgrund von polititschen Druckes, Wikileaks in wirtschaftliche Bedrängnis bringen wollen. Das Video gibts nach dem Click!

July 4 2011, 12:00pm

Videotipp: Haiti documents show US influence

Wikileaks Dokumente zeigen unter welchen Einfluss der von Krisen erfasste Inselstaat Haiti tatsächlich steht. Aus den Akten ergibt sich, dass die USA mit aller Mühe versuchen die politische und wirtschaftliche Kontrolle über den Inselstaat zu erlangen. Dieser Al Jazeera Beitrag gibt Auskunft über die Geschehnisse! Das Video gibts nach dem Klick!

June 15 2011, 12:00pm

His name is Bradley

Seit dem 26. Mai 2010 sitzt Bradley Manning ohne Prozess als angebliche WikiLeaks-Quelle in Gefangenschaft. Neun Monate davon hat er unter Einzelhaft-Bedingungen verbracht, die von Beobachtern als folterartig bezeichnet wurden. Die deutsche Unterstützer-Demo am Samstag fand an einem symbolträchtigen Tag statt, dem 50-jähriges Jubiläum von Amnesty International. Ein Blick auf einen unwürdigen Krimi mit drei ungleichen Beteiligten: Bradley Manning, Barack Obama und Julian Assange.

„Who the fuck is Bradley Manning?“ Diese Frage wird sich Präsident Obama zähneknirschend einige Male gestellt haben. Wegen ihm hat der Friedensnobelpreis-Träger unter anderem eine öffentliche Rüge von Amnesty International bekommen, einen besorgten Brief des Menschenrechtsausschuss des deutschen Bundestags erhalten, und nicht zuletzt fand am Samstag eine kleine Manning-Unterstützer-Demo in Berlin statt – der Stadt, in der er vor seiner Wahl noch als demokratischer Heilsbringer gefeiert wurde.

Manning, um auf die fiktive Frage zurückzukommen, ist dieser freundliche, introvertierte, junge US-Soldat, der aufgrund eines Chat-Protokolls verdächtigt wird, die verzweifelt gesuchte WikiLeaks-Quelle beim US-Militär zu sein. Bis heute gab es noch keinen Prozess. Bekannt sind seit März aber die voraussichtlichen Anklagepunkte, darunter „Aiding the enemy“, wofür die Militär-Staatsanwaltschaft lebenslängliche Haft fordern wird.

Was infolge dessen mit dem jungen Mann passierte, ließ auch vormals überzeugte Obama-Anhänger von ihrem Glauben abfallen. Mehr als neun Monate lang befand sich Manning in Isolationshaft. Er durfte keinen Sport machen, wenn er es versuchte, wurde er von Wärtern daran gehindert. Eine Stunde am Tag wurde ihm statt dessen erlaubt, in einem leeren Raum im Kreis zu gehen.

David House, der Organisator des US-Support-Networks hat Manning einige Male besucht und konnte verfolgen, wie der sich unter dem Einfluss der Einzelhaft veränderte: „Als ich mit ihm geredet habe, war es kaum möglich, eine soziale Beziehung zu ihm aufzubauen. Er war sehr schläfrig, so als ob er permanent versucht, wach zu bleiben. Auch körperlich hat er sich stark verändert. Aus einem jungen, gesunden Mann ist eine schwaches Wesen mit grauer Haut und riesigen Augenringen geworden.“

Zur Einzelhaft kam die seltsame Anordnung, dass er nackt schlafen und jeden Morgen unbekleidet vor seinen Wärtern antreten musste. Als Argument wurde angeführt, dass er suizidgefährdet sei und sich auch mit Boxershorts selbst verletzen könnte. Dem widersprachen drei Militär-Psychiater, die keine Selbstmordneigung feststellen konnten, doch das wurde von der Gefängnisleitung ignoriert.

Mit dieser Mischung aus Einzelhaft und sexueller Demütigung wolle das US-Militär ihn dazu bringen, ein falsches oder echtes Geständnis abzulegen, so dass sie rechtlich gegen den WikiLeaks-Gründer Julian Assange vorgehen können. So interpretiert es House, der im April in Berlin war, um auf dem taz-Medienkongress über den Fall Manning zu sprechen, danach stand er für Gespräche bereit.

House gehört zur Gruppe der jungen, linken US-Amerikaner, deren anfängliche Begeisterung über Obama in Enttäuschung umgeschlagen ist. Obamas Rolle im Fall Manning sieht er so:

„Schwer zu sagen, was tatsächlich in Baracks Kopf vorgeht. Definitiv weiß er, was los ist. Ich meine, ich habe ihn 2008 gewählt. Aber seitdem hat er einige Gesetze erlassen, die sich klar gegen die Menschenrechte richten. Davon abgesehen werden gerade sechs Whistleblower strafrechtlich verfolgt, das ist mehr als bei allen anderen Präsidenten in der Geschichte der USA zusammen. Es fällt mir schwer, das zu sagen, aber ich fürchte, es ist wahr: die amerikanische Öffentlichkeit wurde in großem Maßstab von Barack Obama getäuscht. Ich glaube noch nicht einmal, dass er jemals wirklich progressiv war. Er war nur ein äußert talentierter Redner.“

Die „rituelle sexuelle Demütigung“ sei ein offensiv homophobes Spiel mit Mannings Ängsten und negativen Erfahrungen gewesen. Es war bekannt, dass Manning ein schwieriges Verhältnis zu seiner Familie gehabt hatte. Als er sich vor seinem Vater als schwul geoutete hatte, flog er raus. Das Militär war anfangs für ihn eine Art neues Zuhause.

Am 20. April wurde Manning in ein anderes Gefängnis verlegt, dessen Haft-Bedingungen laut Anwalt als menschenwürdig zu bezeichnen sind: in der Zelle gibt es ein Fenster mit Tageslicht, er muss nicht mehr unbekleidet schlafen, und er hat Kontakt mit anderen Gefangenen. Dass diese rechtsstaatliche Selbstverständlichkeit von Manning-Unterstützern als großer Erfolg bejubelt wurde, zeigt die absurde Situation, in die sich Obama hinein manövriert hat – sei es, dass seine Rolle aus aktivem Eingreifen oder bloßem Dulden bestand.

Die Behandlung Bradley Mannings sollte und soll wohl vor allem zeigen, was potenzielle Whistleblower erwartet, Rechtstaat hin oder her. Doch der Schuss ging nach hinten los. Julian Assange ist aufgrund seines anstehenden Prozesses als Sympathieträger verblasst, doch durch die ungerechtfertigte Behandlung von Bradley Manning, hat WikiLeaks und das Thema Whistleblowing ein neues, frisches Gesicht bekommen – und das unabhängig von der Frage, ob er die Quelle war oder nicht.

Foto: Bradleymanning.org Grafik: Bradleymanning.org, Autor: Ted Rall

May 30 2011, 9:45am

Was Medien bei Wikileaks-Depeschen falsch machten

Im RT-Interview erklärt Julian Assange, was Facebook mit Geheimdiensten zu tun hat und was New York Times und Guardian beim Veröffentlichen der Wikileaks-Kabel so alles falsch gemacht hatte und was es zu seinem Fall Neues zu sagen gibt:

May 3 2011, 12:00pm

Interview: Was wikileaks mal wollte…

Daniel Domscheit-Berg, formerly known as Daniel Schmitt hatte uns Anfang letztes Jahr ein Interview in seiner alten Funktion bei wikileaks gegeben und einiges dazu erzählt, was wikileaks wie machen wolle, was nun offenbar bei seinem neuen Projekt openleaks realisiert werden soll.

January 11 2011, 11:11am

„Leaky World“: Diskursives Videospiel

Vor ein paar Tagen stieß ich bei rebelart auf einen kurzen Beitrag über das neue Onlinegame von Molleindustria: „Leaky World“, eine spielbare Version von Julian Assanges 2006er Essay „Conspiracy as Governance“, der seine Theorie der Verschwörung ausformulierte.

Hintergrund: Von Culture Jamming und Molleindustria Molleindustria ist der Name eines italienischen Künstlerkollektivs, das das Videospiel als Medium subversiver Kunst etablieren möchte – „radikale Spiele für unterhaltsame Menschen“, wie Gründer Paolo Pedercini im Interview einmal mitteilte. Anders als die spaßlastigen Spiele des Mainstream-Entertainments versuchen die Macher, mit ihren kleinen Flash-Spielen zu kritischem Hinterfragen von Zuständen und Glaubenssätzen anzuregen – na gut, Spaß machen sollen die Games natürlich trotzdem. Da werden mit einem Copyleft-Cursor Ideen in die Köpfe von Menschen geschubst, bevor sie von der Copyright-Maschine aufgefressen werden. In einem anderen Spiel muss ein Fabrikarbeiter in bester Tamagochi-Manier durch seinen Tag aus Arbeiten, Fernsehen und Schlafen bugsiert werden. Oder ein möglichst echt wirkender Orgasmus vorgespielt werden. Stilistisch einordnen lässt sich das Vorgehen in der Tradition des Culture Jamming, die versucht, durch Rekombination von Symbolen und Medien neue Bedeutungen zu schaffen. Leaky World: Spielprinzip und theoretischer Unterbau Das neue Werk „Leaky World“, realisiert innerhalb von zehn Tagen, ist Molleindustrias Beitrag zum Projekt „WikiLeaks Stories“, ins Leben gerufen von den Machern des Gaming-Blogs Gnome’s Lair. Es basiert auf dem Essay „Conspiracy as Governance“, 2006 von Julian Assange verfasst – seine Theorie der Verschwörung (nicht Verschwörungstheorie). Darin geht Assange davon aus, dass es zwischen Gruppierungen unterschiedlich starke Verbindungen gibt, die sich auf einer Karte einzeichnen lassen. Es gehe demnach nicht nur um die reine Anzahl von Verschwörern, sondern um deren Verbindungen – die Summe der gewichteten Verbindungen bezeichnet er als „total conspirational power“. Und so besteht das Spielprinzip vor allen Dingen daraus, zwischen den einzelnen Punkten auf der Karte möglichst vielfältige Verkettungen herzustellen, bis die „total conspirational power“ das Maximum erreicht hat. Bild: Screenshot aus „Leaky World“: Während aus dem Iran Informationen leaken, steigt der Wasserspiegel bedrohlich an – eine Gefahr für das eigene Verschwörungslevel (oben rechts). Doch hier kommt WikiLeaks ins Spiel: Je mehr Verkettungen zu einem Punkt auf der Karte bestehen – je mehr Leute also von einer Verschwörung wissen, umso größer ist die Gefahr, dass Informationen nach draußen leaken. Das Spiel zeigt das mittels weißer Punkte, aus denen nach und nach Informationen nach unten tropfen – schön visualisiert übrigens mit Leaks des entsprechenden Ortes, die man per Klick erreichen kann. Und so nähert sich von unten stetig der Wissenswasserspiegel – erreicht er eine kritische Masse, hat man verloren. Einziger Ausweg: Verbindungen wieder kappen, die leakenden Stellen isolieren (spieltechnisch realisiert mit der Leertaste). Was natürlich auch bedeutet, dass die „total conspirational power“ wieder sinkt und man sich von seinem Ziel entfernt. Und so sitzt man ein paar Minuten vor der Kiste und tüftelt daran, wie man einerseits genügend Verbindungen schaffen kann, um die „total conspirational power“ hoch genug zu halten, andererseits aber nicht zu viele Leaks zu riskieren. Diskurs im Videospiel? Interessant an der Geschichte außerdem: Die Molleindustria-Macher setzen Assanges Theorie einige kritische Anmerkungen entgegen:

Er gehe davon aus, dass sich Widerstand gegen ungerechte Strukturen formiere, sobald diese Strukturen offengelegt seien. Dabei ignoriere er jedoch die Tatsache, dass Menschen in repressiven Gesellschaften sich Ausreden einreden können, um mit ihnen umzugehen. Zudem stelle sich die Frage nach alternativen Strukturen. Assanges Ansatz sei zu technologiezentristisch: Obwohl Informationen eine wichtige Rolle spielen, sind sie nicht die einzigen Faktoren, die Macht zusammenhalten. Seine Vorstellung von autoritärer Macht sei zu abstrakt – er würde zu wenig bedenken, dass es sowohl intern als auch zwischen Staaten Spannungen und Interessenkonflikte gebe.

Diese Ansätze haben nun nicht Einzug ins Spiel gefunden – schließlich geht es um eine spielerische Umsetzung von Assanges Ansatz. Dabei wäre eine Umsetzung der Kritikpunkte in Variationen es Spielprinzips ein spannender Weg hin zu einem diskursiven Videospiel.

January 5 2011, 10:38am

Xmas-Interview : David Frost meets Julian Assange

See and hear for yourself how and why Julian Assange is engaged in disclosing information (22.12.2010): embed src="http://www.youtube.com/v/U6mcSXge4Qo?fs=1&hl=de_DE&rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="500" height="290">

December 23 2010, 2:56pm

Der Öffentlichkeit verpflichtet

Gestern habe ich beim Presserat eine Beschwerde über die Zeitschrift „Der Spiegel“ eingereicht. Dabei geht es darum, dass „Der Spiegel“ in enger Kooperation mit Wikileaks über die Depeschen des US-Außenministeriums berichtet. Im Fall der Irakakten fand ich das noch nachvollziehbar. In diesem Fall jedoch finde ich das Vorgehen problematisch. Es ist die schiere Masse an Information, die das „Cablegate“ so besonders und so schwierig macht: Noch nie hat ein Whistleblower so viele als vertraulich eingestuften Dokumente an die Öffentlichkeit weitergegeben. Noch nie wurde eine staatliche Organisation mit einer so schwerwiegenden und so offenkundigen IT-Sicherheitslücke konfrontiert. Noch nie hat eine Whistleblower-Plattform so viele Dokumente bearbeiten müssen – und wurde mit derart harten Sanktionen bedroht. Noch nie mussten Redaktionen mit einer solchen Masse vertraulich umgehen können und sich dabei abstimmen. Die Masse verlangt ganz klar einen neuen Umgang mit den Informationen – von allen Beteiligten… Bislang scheint der Erfolg der gewählten Methode Recht zu geben. Wikileaks macht seit zwei Wochen permanent Schlagzeilen. Doch nach dem ersten Veröffentlichungsschwung werden nun täglich so wenige Depeschen veröffentlicht, dass bislang erst 0,5 Prozent des Gesamtkonvoluts veröffentlicht wurde. Dass die geleakten Dokumente nun nur von einer Handvoll von Redaktionen voraussichtlich über Monate hinweg ausgewertet werden soll, scheint wenig angemessen zu sein. Dadurch können nämlich Journalisten und Politikwissenschaftler ihre speziellen Fragestellungen nicht verfolgen, die neue Bezüge, neue Themen jenseits des Masseninteresses erschließen könnten. Sie sind hingegen in ihrer Recherche immer an die Vorauswahl von Wikileaks bzw. den Redaktionen gebunden. Vermutlich war diese Vorgehensweise die Konsequenz aus den Afghanistan-Dokumenten, als kritisiert wurde, dass Informanten nur unzureichend geschützt wurden sowie aus der Irak-Datenbank, die bei Journalisten wenig Anklang fand. Die „lessons learned“ aus den Cablegate sollte jedoch sein, dass keine Exklusivvereinbarungen über einen derart langen Zeitraum mit einer Handvoll Redaktionen getroffen werden sollten. „Al Jazeera“ etwa hätte sicherlich kompetente Journalisten für die Themen des Nahen und Mittleren Ostens, doch auch sie sind von einer Auswertung ausgeschlossen. Im Prinzip will Wikileaks Öffentlichkeit herstellen, doch das sollte Wikileaks ähnlich wie John Young mit seiner Website Cryptome für alle tun. Ein guter Kompromiss hätte darin bestehen können, die besten Geschichten in ein, zwei Veröffentlichungen zu bringen, um dann alle Dokumente sukzessive rasch frei zugeben. Das hätte vermutlich zwar die Vorbereitungszeit um einige Monate verlängert, da man die Dokumente ja hinsichtlich der Hinweise auf Informanten hätte bereinigen müssen. Damit hätten der Spiegel und die anderen beteiligten Redaktionen aber gegenüber allen eine – hinsichtlich des Informantenschutzes und vermutlich auch hinsichtlich eines strafbaren Landesverrats – vertretbare Transparenz hergestellt. Letztlich sind Journalisten nämlich der Öffentlichkeit verpflichtet – und einem Optimum an Transparenz.

December 14 2010, 9:27am

Wikileaks 2.1: P2P-Journalismus

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hatte sich in den letzten Jahren im Kreis von Medienjournalisten und Webexperten eine Diskussion um die Vierte Gewalt im Staat verselbstständigt. In einer frühen Phasen entwickelten sich einige Fachblogs zu Quellen aus denen sich seriöse Journalisten gerne und fast immer ohne Angabe von Quellen bedienten. Als die Leserschaft diese Aktionen bemerkte, schwenkte die Wertung gegenüber Blogs um. Die Reichweitenbeschaffer alias Leser, die Verlage an ihre Anzeigenkunden verkaufen, schauten nun immer öfter selber nach, was fefes blog, Don Alphonso, netzpolitik.org oder Bildblog sich ausdachten oder recherchierten bzw. zugetragen bekamen. Das war schmerzlich, weil die Verlage eine Deutungshoheit beanspruchen, die sie mit dem Begriff Qualitätsjournalismus gegenüber diesen Emporkömmlingen abgrenzen wollten und wollen. Das größte Problem waren die Diskussionen im Web rund um Artikel, die nicht selten lawinenartig neue Artikel auslösten. Neben der Deutungshoheit verloren die klassischen Medien also auch noch ihre Funktion des Agendasettings, die sie gekonnt im Umgang mit Politikern und PR-Agenturen einzusetzen gewöhnt sind. Einige Verlage haben sich schon verdächtig nahe an die PR-Ausbildung herangerobbt wie die FAZ mit dem FAZ Institut beweist oder arbeiten auf halbseidenen Wegen mit Detektiven, um Fakten, Fakten und Fakten zu schaffen, wo vorher keine waren oder die Privatsphäre einen Schirm aufspannte. Der Begriff Qualitätsjournalismus ist also eher ein Potemkinsches Dorf hinter dem man gegenüber Politikern einen enormen Aufwand (trotz radikaler Entlassungen) als Medienapparat im Dienste der Demokratie verkaufen kann. Im Grunde geht es dabei um ein Ringen nach Subventionen, oder präziser einem Beamtenstatus für alles, was man selbst so qualifiziert. Was nicht Qualitätsjournalismus ist (und das definieren immer die Verlagsvertreter!) – zum Beispiel die Blogger und selbsternannten Journalisten im Web – muss nicht staatlich geschützt werden, weil es keine zwölfstöckigen Denkmäler für die Vierte Gewalt erbaut und außerdem auch noch die hoheitliche Aufgabe der Qualitätsjournalisten vermissen lässt: Man entwertet diese Onlineschreiberlinge mit dem Hinweis darauf, dass sie nicht Agenturmeldungen filtern und umschreiben, dass sie kein Fact-Checking betreiben (wie viele deutsche Verlage auch) und dass sie ja immer nur Meinungen verbreiten… Und dann kam wikileaks. Weiterlesen beim Click auf MEHR…

Vor einigen Jahren war es der Anlass für viele Leser überhaupt  die Existenz des Begriffs whistleblower zur Kenntnis zu nehmen. Es gab also noch eine andere Welt als die Agenturen. Investigativer Journalismus kann ohne sie gar nicht existieren. Anders als viele glaubten, haben die Mitarbeiter von “Report” oder “Monitor” gar nicht wie der selige Wallraff falsche Bärte angeklebt und recherchierten als verdeckte P-Männer und -Frauen (V-Mann=Verfassungsschutz-Mann und P-Mann=Presse-Mann). Und nun kommen so ein paar Irre Hacker daher (wer kennt den Unterschied zwischen Hacker und Cracker?) und ermöglichen whistleblowern das Publizieren ihrer heimlich entwendeten Dokumente über die Scheinheiligkeit von Politikern, multinationalen Konzernen und die bösartigen Greueltaten zu denen Menschen Menschen treiben. Und nun? Jetzt überschlagen sich plötzlich alle in der Ansicht, dass ein neues Zeitalter angefangen hätte? Die Masse der Daten, die ins Web gekippt werden sollen nun über den Grad der Freiheit der Menschen entscheiden. Wie immer glauben die Adepten aus dem Lager der Webexperten, dass Quantität (Speicherplatz, Bandbreite, Userzahlen etc) über Freiheit, Erfolg und Demokratie entscheiden. Sie sind damit sehr nahe an den klassischen Verlagen: Reichweite=Leserschaft=Relevanz für Demokratie. Und in der anschließenden Diskussion purzeln die Begriffe nur so durcheinander. Sind Verleger (Veröffentlicher) wie wikileaks nicht eigentlich die neuen Journalisten? Sind Staaten wie die USA oder Frankreich, die Schwächere schon immer gern via Währungsfonds und Weltbank drangsaliert haben und mit economic hitman Weltgeschichte schreiben, sind solche Staaten eigentlich genauso schlimm wie China, die so ein Verhalten ganz offen und schroff zeigen? Nun die Antworten liegen im WIE. Denn es gibt große Unterschiede, nicht nur wenn man ins Detail guckt. Anders als es Reporter ohne Grenzen mit ihrem Vergleich zwischen USA und China Glauben machen wollen, sind die USA ein Land mit weitgehender bürgerlicher Freiheit und sehr pingelig, wenn es um ihre nationale Souveränität geht. China ist in allem mit einer extremen Art von Kontrollzwang. Aber Details interessieren viele gar nicht, die mal wieder den Teufel am Werk sehen? Es ist verständlich, wenn sie Assange in Schutz nehmen wollen, obwohl ich nicht weiß, ob er wirklich die Lichtgestalt ist, die man aus ihm gemacht hat und an die er jetzt offenbar sogar selber glaubt. Eigentlich wäre es schlau aus den Daten und Informationen Erkenntnisse zu gewinnen. Aber das setzt Wissen voraus und nicht jedes Urteil ist Ausdruck oder Folge von Wissen. Wissen entsteht nur auf dem Hintergrund dessen, was jeder schon vorher kannte. Angesichts so eines Datentsunamis wie bei wikileaks liest jeder – auch und gerade die Qualitätsjournalisten -  nur das heraus, was ihm oder ihr als fehlendes Puzzle zum vorhandenen Hintergrundwissen passend erscheint. Es macht also Sinn, das alte Modell des Filesharings namens peer-to-peer heraus zuholen. Ein Peer ist eine Bekannter oder Freund. In den Peer-to-Peer oder P2P-Netzwerken sind Daten immer auf allen angeschlossenen Rechnern gemeinsam gespeichert. Keiner weiß wo eine Datei wirklich liegt und wie oft ihre Kopie bei anderen vorhanden ist. Wie sollten dieses Modell für wikileaks nutzen um dieses tolle Werkzeug nicht in persönlichen Ränkespielen Einzelner zu trivialisieren. Ich kenne Assange nicht, aber das Werkzeug wikileaks sollte aus seinen Händen genommen werden, um ihn und uns zu entlasten. Wie? Es gibt ein tolle Projekt namens dot-p2p dazu, dass wir alle unterstützen sollten: URLs, die auf .p2p enden werden in dieser P2P-Cloud von uns allen gehostet und können nicht mehr von einzelnen Providern abgeschaltet werden. Dies ist erst der Anfang der wahren Diskussion um Netzneutralität, denn es geht um den Ort der Daten: Sie müssen da sein, wo auch das Wissen ist – bei uns allen.

ers

December 10 2010, 10:04am

Operation Payback

In the wake of this week’s arrest of Julian Assange, irate “hacktivists” have taken to attacking the websites of a number of businesses that have frozen or terminated Wikileaks accounts. This week, the websites of MasterCard and Visa have both gone down to denial of service attacks. The group that purports to be behind the attacks, “Operation Payback,” isn’t new: they’re a group of Anonymous users who have previously mobilized over The Pirate Bay, ACTA, and other perceived affronts to free speech on the internet. Here, their promotional video gives a little explanation of their background. See the video after the click.

December 9 2010, 12:27pm

Wikileaks rap

You’ve got to hand it to Wikileaks: if nothing else, they’ve managed to stay pretty constantly at the top of the news cycle for what seems like months now. This video, a Wikileaks rap song targeting everybody from Bill O’Reilly and Donald Rumsfeld to Julian Assange himself, was made before the Cablegate release—a simpler time, evidenced by Assange’s cameo in the video. Watch the video after the click.

December 7 2010, 12:00pm

Wikibeast

Es dürfte inzwischen jedem mehr oder minder eifrigen Nachrichtenrezipienten nicht entgangen sein, dass das aktuelle Schreckgespenst der US-amerikanischen Aussen- und Informationspolitik einen prominenten Namen trägt: WIKILEAKS. Den einen mag die Plattform als gekonnte Umsetzung des Robin Hood‘schen Prinzips der strategischen Umverteilung machtrelevanter Werkzeuge (früher: Besitz, jetzt: Information) erscheinen. Für die anderen ist es schlicht ein erschreckend unreflektiertes, politisch kurzsichtiges Portal, dass jedem ernstzunehmenden Versuch von investigativem Journalismus die Schamesröte ins Gesicht treiben muss. Seit Tagen nun rauscht Wikileaks also im Dokumentengewand durch die Schlossruine der US-Diplomatie. Und offenbart der Weltöffentlichkeit, was hinter dem aussenpolitischem Verhandlungsgeschick der United States of America tatsächlich verborgen liegt: nämlich dass der nette Onkel USA in seiner politischen Gesamtheit ein hinterhältiger Heuchler ist. Aha…

Die Liste der hehren Ziele, die Wikileaks mit seiner Veröffentlichungsplattform zu verfolgen sucht, liest sich wie ein rebellisches Flugblatt in einer medienzensierten Realität: Die Publikation delikater Informationen von „ethischer, politischer und historischer Bedeutung“ soll den geneigten Leser aus seiner real-politischen Unmündigkeit und Unwissenheit befreien. Oh ha. Dass dies mehr als heiter werden kann, sieht man am aktuellen informationspolitischen Supergau der US-Regierung, kurz „Cablegate“. Und wie das so ist, wenn man den Wald vor lauter Depeschen nicht mehr sehen kann, wird eine der dringlichsten Frage in diesem Zusammenhang immer noch nicht laut und beharrlich genug gestellt: Die Frage nach den zu befürchtenden Konsequenzen für das globalpolitisch unabdingbare Konzept der Diplomatie. Denn konsequenterweise hat Wikileaks nicht nur dem US-Regierungs-Onkel die Hosen runtergezogen, sondern in einem Rutsch auch noch das Notwendigste der Diplomatie gleich mit in die Tonne getreten: die Möglichkeit, durch Verhandlungsgeschick und der Zurückhaltung persönlichen Werturteile und Wesenseinschätzungen delikate Gleichgewichtsverhältnisse aufrechtzuerhalten. Genützt haben die Veröffentlichungen in der öffentlichen Diskussion vor allem einem: Hui-Buh respektive Wikileaks. Denn das Netzwerk um Julian Assange, dessen zweifelhafter Lebenswandel hier nicht zur Debatte steht, hat sich vom medialen „Emporkömmling mit unklarem Antrieb“ zu einem ernstzunehmenden Politikgespenst gemausert. Denn fest steht: die „durch Wikileaks geöffnete Material-Fundgrube (…) wirft Licht auf die Art und Weise, wie innerhalb und zwischen politischen Organisationen und Institutionen kommuniziert worden ist.“ Es bleiben allerdings begründete Zweifel, ob es tatsächlich diese kritische Ausleuchtung politischer Hinterzimmer ist, die Wikileaks im Sinn hat. Denn sowohl die Art der Aufbereitung, als auch die Ankündigung, die delikaten Dokumente schrittweise zu veröffentlichen, sprechen eher für einen öffentlichkeitswirksam zelebrierten Akt des Tratschens, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen. Und derer bleibt es abzuwarten. Sorgenvoll.

December 3 2010, 10:02am

Interview: Der Mann, der bei wikileaks Daniel Schmitt war

Markus von netzpolitik.org hat Daniel Schmitt (Domscheit-Berg) interviewt. Sehr hörenswert. Man erfährt viel über seine Motive und die Situation des Projekts sowie die Situation der whistleblower in Deutschland. Wäre auch eine Diskussion für die Verfechter des Qualitätsjournalismus. Bitte hier klicken!

October 1 2010, 12:42pm

Video: Wikileaks-Daten zu Afghanistan

Eine schöne Visualisierung der Wikileaks-Daten von Afghanistan hat Mike Dewar erstellt:

Visualisation of Activity in Afghanistan using the Wikileaks data from Mike Dewar on Vimeo.

August 20 2010, 12:03pm

Panel: Zukunft des Journalismus

1 Stunde und 10 Minuten Video des Panels zum Themenfeld Zukunft des Journalismus mit Birgitta Jonsdottir, Julian Assange, Lowell Bergman, Charles Lewis, Gavin MacFadyen und Jonathan Weber – also die crème de la crème rund um das Thema Moderner Journalismus, Pressefreiheit, Island als journalistischer Freihafen und investigativer Journalismus.

June 9 2010, 12:05pm

Wikileaks Finanzloch gestopft

UPDATE: Offenbar ist die Whistleblower-Seite wikileaks vorerst gerettet: Achieved min. funraising goal. ($200k/600k); we’re back fighting for another year, even if we have to eat rice to do it. verkündete das Projekt via Twitter.

Finanzielle Engpässe sind ja seit geraumer Zeit bekannt, seit Anfang des Jahres werden offensiv Spenden gesammelt, der aktive Betrieb der Seite ging offline – und dabei wird es erst einmal noch bleiben. $200,000 braucht die Seite nach eigenen Angaben, um die technischen Kosten zu decken. Um permanent weiterarbeiten zu können, also nicht nur fünf Mitarbeiter zu bezahlen sondern auch die vielen, die sich ehrenamtlich engagieren, werden insgesamt $600,000 benötigt. Auf der Wikileaks-Seite heisst es außerdem: We have received hundreds of thousands of pages from corrupt banks, the US detainee system, the Iraq war, China, the UN and many others that we do not currently have the resources to release. You can change that and by doing so, change the world. Even $10 will pay to put one of these reports into another ten thousand hands and $1000, a million. .

Diverse – nicht deutsche – Zeitungen setzen sich für den Erhalt von Wikileaks ein, wie das Wired Magazine berichtet: The Guardian and The Spectator are among the titles that have run editorials urging people to donate to keep the website running after it was crippled by its own running costs. Auch viele andere Blogs rufen natürlich dazu auf, Wikileaks jetzt zu unterstützen.

In den vergangenen Tagen hatte es in Deutschland Probleme mit Wikileaks Spendenkonto bei Paypal gegeben, wie die taz berichtete: Dem Non-Profit-Archiv für Dokumente, Wikileaks, wurde am Samstag das Konto beim Online-Bezahlsystems Paypal gesperrt. Im Zuge einer Spendenaktion, die den Fortbestand des Projekts finanziell für das kommende Geschäftsjahr sichern soll, ist über zwei Tage lang kein Geldtransfer über das Konto möglich gewesen. Am Montag verkündete Paypal Deutschland auf Nachfrage der taz, dass die Sperre am Nachmittag aufgehoben wurde. [...]

Die Folgen der Sperre für Wikileaks sind am Montag noch nicht absehbar: „Die Sperrung des Kontos am Samstag kam vollkommen unerwartet, und mitten in unserem Fundingdrive. Piratebay hatte gerade einige Stunden vorher auf ihrer Homepage begonnen, zu Spenden für uns aufzurufen.“ so der deutsche Wikileaks-Mitarbeiter Daniel Schmitt. Über ihn und Wikileaks hat die Zeit übrigens einen wirklich guten Artikel veröffentlicht. Ein sehenswertes TV-Stück hat auch die BBC zu wikileaks gemacht:

Redaktion: Eure Spende ist also dringend erbeten unter diesem Link (nach unten scrollen)…

February 5 2010, 10:30am

Sicherer Daten-Hafen Island?

Jede Krise eine Chance: Die Whistleblower-Seite wikileaks.org hat eine Idee für Island. Und die geht so: Wegen der Finanzkrise ist das Land so gut wie pleite. Viel Grund zum Jammern — oder aber Grund genug, mal etwas Neues auszuprobieren, dachten sich die Macher von wikileaks - und schlugen vor, in Island einen Datenfreihafen zu schaffen. Also ein Äquivalent zu dem, was die Schweiz für die Finanzmärkte darstellt. Das alles erläuterte wikileaks-Mitarbeiter Daniel Schmitt auf dem Chaos Computer Club-Kongress 26C3 in Berlin. Netzpolitik.org erklärt, das Prinzip:

Warum nicht die besten Gesetze aus verschiedenen Staaten zusammen mixen und eine neue gesetzliche Grundlage für ein digitales Island schaffen? Aus Belgien könnte man Gesetze zum Schutz von Journalisten nehmen, aus Schweden die bewährten Gesetze, die Provider nicht für Inhalte verantwortlich machen und aus den USA den ersten Verfassungsgrundsatz, der die Meinungsfreiheit schützt. Diese Normen würden gute Vorlagen bieten und wären in der Praxis schon erprobt. Alles zusammen schüfe einen Rahmen, der Transparenz und Informationsfreiheit verbindet. Die reichhaltigen lokalen Energie-Ressourcen böten dazu die die Möglichkeit, einen solchen Datenfreihafen, der viele Rechenzentren braucht, auch noch ökologisch zu betreiben. Mittlerweile arbeiten Juristen an einer Gesetzesvorlage, die schon Ende Januar präsentiert werden soll. Die Idee, Island zu einem weltweiten “data haven” zu machen, ist nicht neu, auch die dortige Regierung hat entsprechende Überlegungen bereits angestellt. Das politische Klima könnte nun dafür sorgen, dass sie Realität wird, wie Wikileaks optimistisch analysiert. Zumindest aber sollte es genutzt werden, finden die Macher. Hintergrund: Wikileaks hatte im Sommer jede Menge Dokumente veröffentlicht, die zeigen, wer für die Krise in dem 300.000 Einwohner kleinen Land zuständig war. Auf heise.de steht weiter: “Schon am 26. Januar wird laut Schmitt ein entsprechender Gesetzesentwurf ins isländische Parlament eingebracht. Sollte er durchkommen, “hätten wir den ersten sicheren Hafen” für Whistleblower. “Unsere Stimmen könnten dann nicht mehr unterdrückt werden.” Als er und Assange das Vorhaben erstmals in einer TV-Talkshow auf der Insel als zukunftsträchtiges Geschäftsmodell ins Gespräch gebracht hätten, seien sie tags darauf mit Anfragen für Radio- und Zeitungsinterviews überschüttet worden. Generell böte Island gute Bedingungen für Data-Center, da viele erneuerbare Energien anzapfbar seien, die Kühlung von Servern kein Problem darstelle und die Einwohner viel Wert auf die Unabhängigkeit ihres Eilands legten.” So weit die gute Nachricht. Die schlechte: Aus finanziellen Gründen pausiert wikileaks bis zum 6.Januar, wie der ORF berichtet. Auf ihrer Startseite ruft wikileaks darum zu Spenden auf.

 Verwandte Artikel

Causa Wikileaks - Die Blogpiloten Leseliste (1)

December 30 2009, 12:00pm

Causa Wikileaks - Die Blogpiloten Leseliste

Beim Inhaber der Domain wikileaks.de wurde ine Hausdurchsuchung durchgeführt. Wikileaks ist eine weltweite Vereinigung von Transparency-Gruppen und Journalisten, die sich gegen Unterdrückung und für Meinungsfreiheit weltweit einsetzen. Die Tatsache, dass der Betreiber der deutschen Domain in das Fadenkreuz der Ermittlungsbehörden gerückt ist beschäftigt die Blogosphäre. Hintergründe und Meinungen haben wir für euch in der folgenden Link- und Leseliste zusammengestellt.

Svens Blog: Hausdurchsuchung bei Wikileaks.de: “Und da man sich offenbar unglaublich hilflos fühlt, und vor dem Internet sowieso Angst hat, bestraft man dann lieber mündige deutsche Bürger, die sich mit dem Thema befassen” G33KY^2: Hausdurchsuchung bei Wikileaks: “Dresden und Jena? Da soll nochmal einer sagen dass unterdrückende Regime immer weit entfernt sind.. wir sitzen offensichtlich selbst in einem.” Reizzentrum: Es gibt etwas, dass in Deutschland strafbarer ist als Kinderporno: Offenheit: “Was aber beschäftigt die Staatsanwaltschaften und die Ermittlungsbehörden? Na, DAS ist ganz einfach: Es werden DIE Bürger durchsucht, die sich selbst Aufklärung und Transparenz auf die Fahne geschrieben haben.” gulli: Wikileaks: Domain-Besitzer durchsucht: “Bezüglich des Ablaufs der Durchsuchungen gab es offenbar einige Ungereimtheiten und Versäumnisse der Polizei.” Netzpolitik-Podcast 071: Wikileaks : netzpolitik.org: Der Podcast ist ein englischsprachiges Interview mit Julien Assange von Wikileaks FreiheIT-Blog: Immer Ärger um Wikileaks: “Wieso wurde, angesichts der doch mehr als schwammigen Begründung der Durchsuchung, vom zuständigen Richter überhaupt Grünes Licht gegeben?” Fefes Blog - Wikileaks: “Warum können die eigentlich eine Hausdurchsuchung beim Besitzer von wikileaks.de machen, aber nicht bei den Betreibern der Kinderpornoserver?!”

 Verwandte Artikel

Lesetipps für Sonntag, den 1. März (0) Lesetipps für den 27. Februar (0) Lesetipps für den 18. März (0) Lesetipps für den 12. März: Amoklauf und die Medien (1) Lesetipps für die Tage 3. März bis 9. März (0)

March 25 2009, 11:17am

Seite 1