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Best Viral 2011: Facebook im Kleid von Excel

Wer schon immer mal das beste Viral des Jahres 2011 sehen wollte, es kommt von Diesel, der Klamottenfirma, die schon in den 80ern Kult war. Excellbook ermöglicht es, im Büro den besten Eindruck (Arbeiten an Exceltabellen) zu verbreiten und trotzdem die ganze Zeit auf Facebook zu surfen. Das Video liefert eine kleine Rahmenhandlung rund um die Vorstellung des Tools. Runterladen könnt Ihr das geniale Programm für PC und Mac übrigens hier: http://www.bestupidatwork.com/

(Dank an @kaipiranha)

June 17 2011, 12:45pm

Facebook Werbung von 1958

Kaum zu glauben:

Quelle: http://skytumbling.tumblr.com

June 15 2011, 11:51am

Video: Das Frauenbild in der Werbung

Manche Modells wünschen sich, sie wären wirklich so schön, wie sie in der Werbung erscheinen. Leider richten sich viele weibliche Mitmenschen nach diesen digitalen Idealen und erleben seltsame Auswirkungen der Gefallsucht…

via @annalist

June 10 2011, 9:32am

VIDEOTIPP: Sixt: The Beast

Die Limousine Barack Obamas gehört sicher zu den bestgeschütztesten Autos der Welt. Diesen Wagen zu stoppen und fahrtungtauglich zu machen ist eigentlich fast unmöglich. Aber tatsächlich nur “fast”. Sixt hat diesen lustigen Moment in deren neuen Werbespot verarbeitet. Viel Spass beim Gucken! Das Video gibts nach dem Klick!

June 6 2011, 12:00pm

Steve Jobs & die Echokammer der Hörensagens

Zu den erfolgreichsten Innovatoren, die diese Widerstände außer Kraft setzen, zählt Apple-Chef Steve Jobs. Wenn er über Arbeit oder Freizeit nachdenkt, ändert sich unser Leben. Der i-Kosmos bewirkt einen anderen Umgang mit Informationen, Medien und Unterhaltung, so die Kuratoren der Apple-Ausstellung im Frankfurter Museum für angewandte Kunst: iPod, iPhone und iPad bilden eine Trias, die den Verständnis- und Erfahrungshorizont der entsprechenden Produktgattungen verändert hat. Es gehe um neue, vernetzte Nutzungen, um bisher so nicht gekannte Symbiosen von Hard- und Software und um ein geradezu kultisches Verhältnis zu Geräten der Unterhaltungselektronik…

Nachvollziehbar ist daher die Position von Konsumforschern: Sie sehen in Apple weniger einen Technologielieferanten als vielmehr einen Erlebnisprovider. Steve Jobs ist allerdings kein Erfinder, sondern eher ein begnadeter Nachahmer und Kombinatoriker. Ein Großteil der Macintosh-Technologie ist nicht im eignen Hause erfunden worden, so der ehemalige Apple-Vorstandschef John Sculley. Die Bedienoberfläche des Mac war dem Palo Alto Research Center (PARC) von Xerox zu verdanken. Teile der Oberfläche wurden wiederum nicht von Xerox, sondern von einem Wissenschaftler namens Doug Englebart erfunden. „Apple ist ein Meister des Zusammenfügens und spart sich seine Kreativität für die neuartige Kombination bestehender Technologien auf“, schreibt Oded Shenkar, Leiter der Abteilung Global Business Management bei der Ford Motor Company, in seinem Opus „Copycats“ (Redline Verlag). Die wahren Fähigkeiten des Steve Jobs-Konzerns liegen darin, eigene Ideen mit externen Technologien zusammenzufügen und die Ergebnisse in eine elegante Software und ein unverwechselbares Design zu verpacken. Apple beherrscht wie kaum eine andere Organisation die Inszenierung und Integration von Technologien ohne jede Scheu davor, Ideen von außen zu nutzen und sie mit den eigenen Kniffen zu veredeln. Steve Jobs ist zudem ein Meister der Klugheitslehre, wie sie im 17. Jahrhundert vom Jesuiten Baltasar Gracián zu Papier gebracht wurde. Es sei ein sehr schwieriges Unterfangen, jederzeit „die Erwartung rege zu halten“, denn „die glänzendste Tat kündige noch glänzendere an“, führt Gracián in seinem Opus „Handorakel und Kunst der Weltklugheit“ aus. Man sollte seine wahren Absichten nicht allzu deutlich preisgeben. „Wer mit offenen Karten spielt, läuft Gefahr, zu verlieren“, bemerkt der spanische Geistliche. Das Gegenteil sei besser: Manchmal müsse man „Luftstreiche“ tun, also praktisch mit dem Schwert in die Luft schlagen, um den Gegner zu verwirren und die eigenen Absichten nicht deutlich werden zu lassen. Gleichzeitig erlauben solche „Luftstreiche“ oder Probierballons das Ausprobieren einer bestimmten Position, die zu Diskussion gestellt wird, ohne gleich als die eigene Meinung gelten zu müssen. Es erfordert ein hohes Maß an Geschicklichkeit, hinreichend Spannung aufzubauen und die anderen „über sein Verhalten in Ungewissheit“ zu halten. „Der Kluge lasse zu, dass man ihn kenne, aber nicht, dass man ihn ergründe“, schreibt Gracián im Handorakel (Nr. 3). Der Handlungsvorschlag setzt allerdings eine hohe Begabung voraus. Denn wichtig sei es, „bei allen Dingen stets etwas in Reserve“ zu haben. Nur dadurch sichert man seine Bedeutsamkeit. Die Kunst des Gerüchts wird im Internet zum Prinzip, meint Hans-Joachim Neubauer in seiner Abhandlung „Fama – Eine Geschichte des Gerüchts“ (Matthes & Seitz-Verlag).  Die Nachricht nährt das Gerücht, und das Gerücht nährt die Nachricht. „Die so genannten Nachrichtenkanäle senden möglichst unmittelbar, steigern die Spannung mit Live-Schaltungen, bewerten, dramatisieren und taktieren im Minutentakt. Nachrichten werden überhöht, Pressekonferenzen geraten zum Spektakel – ein sich selbst infizierender Kreislauf der Wichtigtuerei ist entstanden“, führt Neubauer aus. Besonders in der grenzenlos vernetzten Welt der automatisierten Nachrichtenspiegel und Informations-Ströme gelte das Gesetz der Popularität. In der Blogosphäre sei Qualität ein qualitativer Faktor. „Nicht mehr die Nachricht von den Fakten ist die Information, sondern die Nachricht vom Erfolg einer Nachricht“, erläutert Buchautor Neubauer. Das Urbild des Cyberspace stamme aber nicht aus dem 20. Jahrhundert, sondern sei schon 2000 Jahre alt. Was Ovid über das Haus der Fama schreibt, liest sich wie eine Vision unserer digitalen Gegenwart. Auch das Internet sei überall; wie Famas Haus hat es „tausend Zugänge“ und „unzählige Luken“, „bei Nacht und bei Tage steht es offen, ist ganz aus klingendem Erz, und das Ganze tönt, gibt wieder die Stimmen und, was es hört, wiederholt es“, weiß Ovid. „Alles, wo es geschehe, wie weit es entfernt sei, von dort erspäht man es; ein jeder Laut dringt hin zum Hohl seiner Ohren.“ Und schließlich „schwirren und schweifen, mit Wahrem vermengt, des Gerüchtes tausend Erfindungen und verbreiten wirres Gerede“. Was stimmt, könne niemand sagen, aber mitsprechen könne jeder. Die Echokammer des Hörensagens beherrscht in der Welt der Kommunikationstechnologien keiner besser als Steve Jobs. Daran werden die Imitatoren des Apple-Imitationsimperiums gemessen. Photo: Gunnar Sohn Dies ist ein Crosspost.

April 11 2011, 10:30am

Hitparade: 10 Viral-Videos April

Staraufgebot bei der Viral-Parade im März: Beckham für adidas, Riverdance in Sidney und Obama auf dem Einhorn Was waren die Videos mit den meisten Shares im März? Welche Virals habt ihr selbst gepostet, welche kennt ihr noch nicht? Wir stellen euch ab sofort jeden Monat die Clips vor, die weltweit am meisten in Sozialen Netzwerken und Blogs gepostet wurden. Ist euer Liebling nicht dabei, dann hinterlasst uns einen Kommentar mit euren Favoriten des Monats. Hier die Top Ten im März: 1. Auch in diesem Monat fährt der Volkswagen Superbowl-Werbespot der Konkurrenz wieder davon: Allein im März weltweit über 64.000 Mal geshared und deshalb Platz eins.

  1. Vorsicht Catcontent! Ein etwas verrückter Clip von Kaubonbonhersteller Skittles ist diesen Monat steil mit über 43.000 Shares auf Platz zwei eingestiegen. Für alle, die ihn noch nicht kennen: Fingerchen auf den Bildschirm und touch the rainbow!

  2. Staraufgebot bei adidas: David Beckham, Katy Perry, Lionel Messi, B.o.B. und viele andere sorgen für Gänsehaut im aufwendig produzierten „adidas is all in – 120 Edition“-Spot. Über 30.000 Shares und damit auf Platz drei.

Nach dem Click geht es weiter… 4. Von drei auf vier gefallen in diesem Monat: Ken Blocks mit seinem legendären Gymkhana. 28,569 Shares.

  1. Auch 2011 nicht tot zu kriegen: Flashmobs. Angeleiert von der Irischen Fremdenverkehrszentrale steppte sich die Riverdance-Crew spontan durch Sydneys Central Station. Irland wollte der Welt „Happy St. Patricks Day“ wünschen. Doch irgendwie nett. 28,404 Shares.

  2. Neuseeland war bis jetzt noch nicht für ausgeprägten Humor bekannt. Das wird sich mit diesem Air New Zealand-Clip natürlich schlagartig ändern. In „Mile-high madness“ werden Flugsicherheitsmaßnahmen von Aerobic-Guru Richard Simmons vorgeführt – 80s Outfit inklusive. 28,055 Shares.

  3. Auch diesen Monat fährt Danny MacAskill wieder mit seinem Fahrrad nach Hause. Mit 27,382 Shares ist der Bike-Trial-Profi in diesem Monat um einen Platz von sechs auf sieben gefallen.

  4. Vier Plätze ging es für Evians Roller Babies bergab. Trotzdem halten sie sich mit 25,130 Shares immer noch hartnäckig in den Top Ten.

  5. Wieder Ken Blocks diesmal mit Gymkhana TWO mit 21,046 Shares auf Platz neun.

  6. 12,895 Shares für Barack Obamas Wahlwerbespot 2012. Bei den ganzen Lobeshymnen bleiben keine Fragen mehr offen, außer natürlich wieso Obama im Abspann auf einem Einhorn reitet. Mysteriös.

Unser persönliches Highlight im März: Christian Tramitz als durchgeknallter Wiener Regisseur in Peugeots „Fliegt der iOn über’s Haus?“

Quelle: http://viralvideochart.unrulymedia.com

April 7 2011, 9:45am

Hitparade der Viral-Videos zum Super-Bowl

Was waren die Videos mit den meisten Shares im Februar? Welche Virals habt ihr selbst gepostet, welche kennt ihr noch nicht? Wir stellen euch nun häufiger Clips vor, die weltweit am meisten in Sozialen Netzwerken und Blogs gepostet wurden. Diesmal war der Anlass der Super-Bowl in den USA, sozusagen das Endspiel im UEFA-Cup. Ist euer Liebling nicht dabei, dann hinterlasst uns einen Kommentar mit euren Favoriten des Monats. Hier die Top Ten im Februar.

Auf keinen Fall fehlen darf im Februar natürlich der Volkswagen Werbespot zum Superbowl. Über 800.000 Mal geshared und deshalb ganz deutlich auf Platz eins.

Speaking of the Super Bowl: Zwei Minuten Lobgesang auf Detroit inklusive emotionale Ansprache und jeder Menge aufgeladener Bilder. Das ganze gipfelt in Eminem vor dem Gospel-Chor. Eine typisch-pathetisch amerikanische Inszenierung. Trotzdem: Gut gemacht und mit 63.856 Shares auf Platz zwei.

Ken Blocks begeistert nun schon seit über einem halben Jahr mit seinem Gymkhana http://de.wikipedia.org/wiki/Gymkhana Freunde der Motorsportgeschicklichkeit. 51.086 Shares.

Sie sind schon so alt, dass sie fast schon wieder Retro sind. Evians Roller Babies halten sich mit 49.300 Shares auch im Februar wacker auf Platz vier. http://www.youtube.com/watch?v=XQcVllWpwGs

Der Franzose MC Eklips begeistert mit einer vier minütigen Beat Box-Einlage seine Fans und kommt auf 43,763 Shares. http://www.youtube.com/watch?v=g0_2vmkTmf0

Ein Schotte fährt mit seinem Fahrrad nach Hause. Hört sich furchtbar an, wenn es dabei nicht um Stuntman und Bike-Trial-Profi Danny MacAskill ginge. http://www.youtube.com/watch?v=Cj6ho1-G6tw

Schwarzer Käfer rast durch den Wald. Herzallerliebst: die irritierten Heuschrecken beim Nahkampf. http://www.youtube.com/watch?v=8ulbjaKmKG0

Der Clip mit der wortlosen Indischen Nationalhymne ruft die 1,2 Milliarden Menschen des Subkontinents dazu auf, sich nicht von den 20 unterschiedlichen Sprachen in ihrer Einheit entzweien zu lassen. Über 29.000 Menschen zeigen ihre Zustimmung und teilen den Clip. http://www.youtube.com/watch?v=Kk02qPlnS2E

Kleiner Racker zeigt Muttis Superbowl-Date wer hier der Hirsch am Platz ist. Mit 28,132 Shares hält sich der Spot vom Amerikanischen Football-Finale 2010 auf Platz neun. http://www.youtube.com/watch?v=4rsEnwKrsvc

Wieder Ken Block mit einem weiteren Gymkhana (siehe Platz drei). 25,162 Shares. http://www.youtube.com/watch?v=HQ7R_buZPSo

Unser persönlicher Brüller des Monats: Die streitsüchtigen Franzosen in ihrer Version von „Das Imperium schlägt zurück“ http://www.youtube.com/watch?v=ojJUzv88Els

Quelle: http://viralvideochart.unrulymedia.com

March 3 2011, 9:50am

Social Media Marketing stirbt?

Seit einem Jahr ist jeder Werbetreibende, Agenturinhaber, Marketingverantwortliche mit dem Unvermeidlichen konfrontiert. Andere haben es schon 2008 irgendwo mal gelesen: Social Media und Marketing haben irgendwie irgendwas miteinander zu tun. Sollten es zumindest, wenn man die Konferenzen und Expertenbeiträge in Stadt und Land näher betrachtet. Amerika, ja Amerika, da geht es ganz nach vorn. Die sind ja schon so viel weiter, hört man den Senior Berater der 2007 gegründeten Social-Media-Agentur XYZ tönen. Und in der Tat: Die Amerikaner sind tatsächlich weiter. 90% der Nutzer von Sozialen Netzwerken verlassen die Fanseiten, tweets und andere wohlfeile Social Media Marketing Wunderwaffen laut einer Studie… Am schlimmsten trifft es die E-Mails, mehr als 90% haben sich aus dem Empfang von Firmenmails aka Newsletter ausgetragen, 77% der Nutzer werden nicht mehr so schnell wie früher E-Mail Accounts an Firmen weitergeben um an Informationen zu kommen. Und mehr als 50% der Facebook-Nutzer haben mitbekommen, dass der like-button zu einem unrühmlichen Werbeschalter verkommt. Bleibt noch zu erwähnen, das mehr als 70% der Befragten Leute bei Facebook sehr empfindlich geworden sind, welche Firma und Produkte sie in Zukunft “liken” werden. Wenn wir also annehmen, dass USA den Trend setzt, dann wäre es sicher nicht ganz unpassend, auch hierzulande davon auszugehen, dass Social Media eher etwas von Menschen für Menschen ist. Sozial heißt ja auch “gegenseitig”. Angebot und Nachfrage ist übrigens nicht Teil der Welt sozialen Verhaltens, wird nennen dies Ökonomie. Sonst müssten Prostituierte ein Studium als Sozialarbeiterin nachweisen. Das klingt zunächst nicht dumm. Die Kehrseite bedeutet aber, das nicht Gehorsam und Profilneurose über Führungspositionen entscheiden sondern die Mitarbeiter ihre Führungskräfte wählen. Siehste, so gesehen sind die Firmen noch meilenweit von “sozial” entfernt, ergo auch das Marketing.

February 16 2011, 9:30am

Der Leser: Kundenansprache im Web

Kaum zu glauben: Seit einigen Jahren häufen sich die Ratgeber für Marketing- und PR-Fachleute über die Kommunikation ohne Massenmedium. Sie nennen das neue Dingsbums Social Media. Als wären nicht Massen im Web vertreten. Wenn überhaupt irgendwas Massenmedium ist, dann das Web. Eines hat sich allerdings kolossal verändert: Man unterbricht nicht mehr die eigentliche Botschaft, um mal eben Produkte in schönen Landschaften zu zeigen bzw. an schönen Models. Man versucht nicht mehr die Zeit der Zuschauer und Leser totzuschlagen, indem man verfilmte Groschenromane sendet oder 1001 Profile über Industriekapitäne XY als journalistischen Inhalt zu verhökern. Einige Sender und Verlage tun das noch. Wahrscheinlich ist das mittelfristig auch ganz sinnvoll, weil die heute 60jährigen so etwas erwarten. Und sie sind ein große Gruppe, also schnell noch melken. Der ganze Rest ist Nische. Den jeder Mensch ist ein Haufen Nischeninteressen. Deswegen mussten wir früher immer soviel Blättern und Zappen. Das eigentümliche Charakteristikum dessen, was wir Massenmedium nennen, war, dass eine Handvoll Menschen, die sich heute gern als Experten oder Gatekeeper bezeichnen, darüber entschieden, was in den Äther geschickt oder gedruckt wurde. Das wurde dann an die Massen gepusht. Heutzutage aber suchen sich Konsumenten aka Leser Informationen über das zusammen, was sie käuflich erwerben wollen. Dazu rudern sie über den See der Informationen. Pull. Manchmal haben sie passende Sachen an der Angel. Andere Konsumenten könnten den Damen und Herren Marketing- und PR-Profis zeigen, was da sinnvoll ist. Man müsste einfach nur mal die Rezensionen in den Bewertungsportalen lesen. Da wird jedem sofort klar, welche Bewertung sinnvoll und zielführend für eine Kaufentscheidung ist und welche nicht…

Aber Marketingmenschen unterscheiden sich von PR-Leuten dadurch, dass sie der Überzeugung anheim gefallen sind, dass der Kauf emotional gesteuert wird. Das mag in der Mehrzahl der Fälle stimmen, denn das Gefühl ist genauso wie der Verstand einfach nur eine Einrichtung im Menschen, die Urteile fällt. Aber auch und gerade diese emotionalen “Ausfälle” brauchen vor der Vernunft der Freunde, Ehepartner und auch der eigenen triftige Gründe für einen Kauf. Wer die nicht liefert, weil er noch im Schlaraffenland der psychologischen Kriegsführung im Marketing aus den 70ern und 80ern geprägt wurde, der kann nach hause gehen. Man kann die Menschen verführen – auf den ersten und auf den zweiten Blick. Aber viele leben so lange, dass sie auch einen dritten und vierten Blick tätigen. Jeder kennt das von der Partnerwahl. Man mag die One-Night-Stands, Exfreunde und -freundinnen. Aber in der Rückschau merkt man doch, was einem gefehlt hatte. Die persönliche Ansprache, die Bindung, die Nähe. Jemand kann noch so hübsch sein, noch so tolle Muskeln haben: Nach einiger Zeit stellt sich heraus, wer er oder sie ist im Zusammenleben. Genau diese Information liefern die Kundenrezensionen von der Art: “War total begeistert beim Auspacken. Nach mehrmaligem Gebrauch ging X kaputt und y wackelete bedenklich. Zusammenfassend muss ich sagen, dass es toll aussieht in der Küche, aber nach einer Woche habe ich mir wieder eine Z von der Firma Klupatra gekauft. Also: Nur kaufen und Ansehen, nicht benutzen. Keine Kaufempfehlung”. Kundenansprache beginnt also in der Produktentwicklung. Wenn man dann noch im Web erklären kann, warum das Ding mehr nützt, mehr Neid hervorrufen wird oder einfach das alte Dingsbums ersetzt durch bessere Nutzbarkeit etc. der wird auch mehr verkaufen. Das gilt übrigens auch für die Leute, die früher Massenmedien gemacht hatten und heute Legionen von Beratern bezahlen um ihnen das Web zu erklären. Es macht keinen Sinn auf Lobbyveranstaltungen der Menschheit einzureden, dass man unersetzbar ist und das die gefälligst dafür zahlen müssen. Man muss einen klaren Nutzen darstellen können. Wenn man dann noch ein einigermaßen zuverlässiges, leicht zu bedienendes Etwas verkauft, das schick aussieht, dann heißt man Apple und hat Erfolg. Es ist keine Zauberei. Es ist das Einnehmen der Kundenperspektive in Wort, Schrift, Bild und Produktenwicklung. Das geht im Fernsehen ein bißchen, in der Zeitung einigermaßen, im Radio schon ganz gut und im Web viel besser – aber glaubt ja nicht, das wäre das Ende der Fahnenstange.

January 28 2011, 9:55am

Video: Urban Bowling

September 7 2010, 12:00pm

iAds laufen ganz langsam an

Im Juli hat der neue Medien-/Werbung-/Plattform-/Kanalanbieter und Distributor Apple ein eigene Werbeplattform für das mobile web gestartet namens iAd. 17 Firmen haben sich bereit erklärt, vom Start weg mitzumachen. Einige haben sich zunächst zurück gehalten wegen der Ferienzeit, sodass eigentlich nur Unilever und Nissan im Moment über aktuelle reale Erfahrungen berichten können. Walt Disney, J.C. Penney und Citigroup haben vor wenigen Wochen erst begonnen loszulegen. Aber die Gründe für den schleppenden Start liegen laut Wall Street Journal etwas tiefer. Denn Apple begibt sich nicht nur im App Store verdächtig geheimnisvoll in die Position eines allwissenden Zensors, auch bei iAds fummeln die Mannen um Steve Jobs bereits auf der kreativen Ebene der Werbeproduktion kräftig mit, was nicht immer und jeder Agentur bzw. deren Kunden gut schmecken dürfte. Und so dauert die gesamte Produktion nun deutlich länger. Insider sprechen von einer Verlängerung auf 8-10 Wochen von der Konzeption bis zurfinalen iAd-Werbung. Abgesehen von den nicht abreißenden Diskussionen um die Zulassung von Apps im Apple App Store wird auch hier klar, was passiert, wenn jemand mit Kontrollzwang eine erfolgreiche Firma leitet: … Es gibt eben auf jeder Ebene sehr viel Kontrolle und den Endkunden vermittelt man das als Handlung zum Fördern von Sicherheit. Durch die aktuellen Probleme rund um Adobes PDF-Format und die AIR-Plattform und seine plattformübergreifende Anfälligkeit, wird der extreme Kontrollbedarf in Richtung Endkunden mit Sicherheitsbedürfnissen gut zu kommunizieren sein. Ob die Werbewelt ähnlich platten Argumentationen verfällt, bleibt fraglich. Ob Chanel seine iAd-Ambitionen wegen dieser Einmischungen aufgegeben hat, bleibt offen. Es könnte auch gut sein, dass die Franzosen auf Googles AdMob oder Millenial Media warten, um dort auf den mobile-ad Zug aufzuspringen. Ob es sich lohnen kann, mindestens ein Million Dollar auszugeben (dass ist das Startkapital um in den iAd Club aufgenommen zu werden), um eine Werbung zu platzieren, wo man durch Schütteln die Farbe des neuen Nissan Elektroautos ändern kann, wird die Zukunft zeigen. Das Zielen auf eine bestimmte Konsumentengruppe klappt auf jeden Fall, denn wer ein iPhone oder iPad besitzt, fühlt sich am Puls der Zeit und wird besonders offen sein für das futuristische Versprechen, dass Technologie das Leben lebenswerter macht. Wir sind gespannt, wie lange das anhält und welchen Preis Kunden und Firmen dafür zahlen. Das Armageddon wird eine weltweit kommunizierte metergroße Sicherheitslücke sein, die iPhones oder Macs kontrolliert oder gar zum Abstürzen bringt. An dem Tag wird die Apple Aktie um mehr als 30% fallen…

August 16 2010, 10:52am

Brille auf: Kunst statt Werbung

Was für eine Vorstellung: Ein persönlicher Ad-Blocker für die Innenstadt! Eine Vision, die die Macher von „The Advertiser“ wahr werden lassen: Sie scannen Plakate und Logos von Calvin Klein bis Budweiser ein, blenden die Werbung dort aus und ersetzen sie mit Kunstinstallationen. Natürlich nicht wirklich, sondern nur für den Nutzer ihrer Ferngläser, Kunst auf Werbeflächen einblenden.

Julian Oliver ist einer der Initiatoren des Projekts. “Die Stadt ist ein Raum der verdichteten Reize”, sagt er. Er wolle sich nicht damit zufrieden geben, dass die Bewohner Städte nur Lesen und nicht schreibend neu gestalten können – anders als Unternehmen, die sich optische Beeinflussung ihrer Städte mit Geld erkaufen können. Bürgern hingegen bleibt der Zugang verweigert. Darum setzte er und seine Mitstreiter sich daran, Computern das Widererkennen von Werbeflächen beizubringen.

So werden teils Werbemotive gehackt, indem aus „Dunkin’ Donuts“ „Fucking Donuts“ wird – oder aber es werden kontextfreie Animationen oder Frisurenhelme auf die ursprüngliche Werbung projeziert. Und es gibt ein magenta-farbenes Plakat der „The Artvertiser“-Gruppe, in der sie in schönster MoMa-Optik für „your art here“ werben.

Für Olivers Mitstreiter Damian Stewart bedeutet das Projekt auch noch etwas anderes – nämlich Hirnfrieden. Forschung hat ergeben, dass die Hirnaktivität beim Konsum einer Google-Seite wesentlich aktiver ist als beim Lesen eines Buches – weil ständig neue Entscheidungen getroffen, neue Reize auftauchen. Das sei nicht gut für das Hirn, ziehe zu viel Energie, sagt XY – eine andere Begründung dafür, Werbung zu blocken, eine Art Hirnurlaub also.

Die Arbeit der „Artvertisers“ war Teil der Camera Obscura-Ausstellung zur Transmediale zu sehen – und darüber hinaus auf theartvertiser.com.

Foto: screenshot theartvertiser.com

February 8 2010, 12:50pm

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