Lifestream » web

Animation: Mediale Zukunft

Drüben bei Netzpolitik habe ich folgendes Video mit dem Titel Trillions gefunden. Eine kurze Vorabversion einer längeren Webvideo-Doku zu Computern und dem Netz.

Trillions from MAYAnMAYA on Vimeo.

 Verwandte Artikel

Dummes Fernsehen, smartes Web! (3) Video: World Wide Web in Plain English (1) Online ist tot - … in 30 Jahren (0) Zack die Bohne, Fernsehen tot (5) YouTube vs. Soapbox = Google vs. Microsoft (0)

December 17 2009, 10:51am

Medien: Das Web frisst Zeit und Raum

Immer dann, wenn ich eine Zeitung in die Hand bekomme, überfliege ich die mühsam neu gestalteten, aber immer selben Agenturnews, die ich ein oder zwei Tage zuvor im Netz schon gelesen habe. Dann suche ich den Teil, der eigentlich eine Zeitung ausmachen sollte und finde in deutschen Zeitungen zumeist wenig Erbauliches. Früher habe ich jede Zugfahrt genossen, weil ich die Zeit hatte, anspruchsvolle und tiefschürfende Texte in den Zeitschriften zu lesen. Leider waren sie damals immer zu kurz, weil jeder Verleger unbedingt general interest adressieren wollte. Seither lese ich nur noch die “DU” aus der Schweiz und untersuche die andere Blätter, wenn sie irgendwo rumliegen oder ich mich auf dem Flughafen frei bedienen kann. Es hat sich eine Menge verändert.

Zeit verschwindet Brauchte es früher Stunden, eine große Wochenzeitung durchzuarbeiten, bin ich heute schon nach einer Stunde ratlos und frage mich, wer da adressiert werden soll. Viele Wissenschaftler machen sich über das Phänomen her, dass die Medien unsere Zeit einteilen. Früher waren es Tagesrhythmen oder eher halbe Tage, da es noch die Abendzeitung gab. Dann kam das Radio mit seinen Stundenzyklen. Mittlerweile sind auf einigen Sendern alle 15 Minuten Nachrichten zu hören. Über Twitter geht es noch schneller. Die Zeitscheiben werden immer dünner.

Denker der alten Schule sehen darin eine Verflachung der Information. Der gemeine Bedenkenträger hat aber angesichts seiner Rationalisierungen der Angst vor dem Neuen (das Web) eines nicht bedacht: Seit dem Radio hat sich wenig geändert hinsichtlich der Geschwindigkeit. Es hat sich aber eine Menge geändert hinsichtlich der Verbreitung der Publikationsmittel und noch mehr hat sich geändert hinsichtlich der Möglichkeiten der Webnutzer, ihre Souveränität zu realisieren, um verschiedenste Quellen zu finden, die oftmals nur einen Klick weit auseinander liegen. Das Gegenlesen, oder auch das 6-Augen-Prinzip findet nunmehr beim Leser statt. Wenn man viele Quellen zu einem Thema liest, wird offenbar, was hinter der journalistischen Arbeit steckt. Es ist nicht immer die Recherchetiefe oder gar die Archivgröße sondern das Ausdeuten der vorhandenen “Fakten”. Der Genius eben, der im Verknüpfen und Neudenken alter Hüte liegt. Der klassische Anspruch, einfach möglichst viele Fakten darzustellen und so Objektivität zu simulieren, ist in der postmodernen Welt entlarvt als inflationäre Sinnproduktion eines Archivars, der auf seinen gewaltigen Schlagwortkatalog zeigt und wie der seelige Luhmann glaubt, mit diesem riesigen Kasten das Rauschen der Welt zu ordnen.

Die Zeit verläuft nicht in linearen Bahnen und sie läßt sich auch nicht in Kästchen aufbewahren. Wieviel Menschen haben noch heute das pappa-ante-portas Syndrom und suchen verzweifelt den Kulturteil der Ausgabe vom 27.08.2001? Es wird Zeit diese Art des Journalismus zu bezeichnen als das was es ist, eine zwanghafte Institution, die versucht der Kontingenz der Welt eine heile Ordnung überzustülpen, die mit den Waffen des Archivs, dem exegetischen Quellenstudium und der scholastischen Umgangsform des Glaubenkönnens durch profundes Wissen ins heilige Land des Edelmuts reiten will.

Die Zeit verläuft jedoch wie eine Spirale in zwei Bewegungen gleichzeitig, einerseits in einer Kreisbewegung und gleichzeitig schreitet sie in Z-Richtung voran. Das bedeutet, dass wir zwar immer wieder Ähnliches erleben, aber jeweils auf einem unterschiedlichen Niveau. Chronos und Kairos gelten immer nur zusammen.

Unser physischer Raum wird weniger Wer seine Plattensammmlung damals sukzessive in eine CD-Sammlung verwandelte, hatte es einfach beim Umzug. Keine elend schweren Kartons mehr. Keine besonderen Regalkonstruktionen, die das enorme Gewicht der Musiksammlung überhaupt aufnehmen konnten. Wer heutzutage seine CD-Sammlung auf eine externe Terabytefestplatte bannt (nimm zur Sicherheit lieber zwei!), der gewinnt Raum. Man hat mehr Platz. Man sieht endlich wieder die Wand im Wohnzimmer. Und wenn dann noch die Bücher verschwinden, können die Umzugsunternehmen gleich mit einem Bulli anreisen…

Wer weiß, eines Tages gibt es auch digitale Möbel. Und man kann sie bei jedem Umzug einfach verlustfrei zippen und in eine Tüte stecken. Die digitale Revolution findet nicht bei den Redaktionen statt sondern im Wohnzimmer und im Handy der Leute. Warum gibt es die Zeitung noch nicht als tägliches “Hörbuch” fürs Handy, wo ich mir jederzeit im Stau oder im Zug alles vorlesen lassen kann und per Sprachsteuerung durch die Rubriken navigiere? Wie dumm muss man eigentlich sein, um nicht zu verstehen, dass man das meiste Geld mit Bequemlichkeit verdient. Nicht wenige Menschen kaufen ein MacBook wegen der schönen Präsentationen mit Keynote, die aussehen, als hätte die extra eine Werbeagentur gemacht. Und man kann Manager aus jedem Level damit blenden. Wenn ich etwas bequem, einfach und wirklich schön mache, kann ich damit Unsummen verdienen. Allerdings müsste man das hohe Ross verlassen und mit dem Zepter der Aufklärung in das Museum für prähistorische Medienwissenschaften einreiten.

Wer den Menschen mehr freien Raum im Wohnzimmer, unter dem Arm, in der Handtasche und in der Aktentasche schenkt, der gewinnt den Kunden.

Komplexitätsreduktion besteht nicht darin, einfach die Welt der vielfältigen logischen Zusammenhänge auf einzelne formallogische Axiome zu beschneiden. Das ist das Geschäft der Dummheit, die nicht mit polylogischen Verhältnissen umzugehen gelernt hat und einfach das Altbekannte herbeisehnt. Es geht darum, einfach mehrere Ebenen zu erfassen, ihre Relationen zueinander möglichst umfangreich zu verstehen und dann erst zu priorisieren, was optimiert und angepasst werden soll und wie. Im cluetrain manifesto wurde vor 11 Jahren beschrieben, wie der Markt heute funktioniert. Einige Anbieter haben die Dekade genutzt und ihre Hausaufgaben gemacht. Andere werden einfach langsam dahinsiechen. Dass sie das unter großem Wehklagen tun, ist ihre Sache. Der Alte Preuße würde sagen: Sterbe wie ein Mann!

Ach ja, eine sehr gut Zusammenstellung, wie man mit Online-Formaten Geld verdienen kann bzw. wie Online Geschäftsmodelle funktionieren können, gibt es hier beim jepblog. Bildnachweis: Svadilfari

 Verwandte Artikel

Video: World Wide Web in Plain English (1) Google startet: Google Web Elements (0) Die Mobilisierung der Wissensarbeit (4) Blind im Web: Selbsthilfe 2.0 (0) Blind im Web: Ein Hürdenlauf (2)

September 14 2009, 9:00am

Blind im Web: Ein Hürdenlauf

Relaunch ist ein beliebtes Wort im Web. Kündigt ein Onlineshop, ein Nachrichtenportal oder ein soziales Netzwerk einen Relaunch an, hält sich meine Begeisterung meist in Grenzen. Stattdessen frage ich mich, ob ich die Seite zukünftig noch werde nutzen können. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist das Bewegen im Netz nicht Surfen, sondern ein Hürdenlauf. Denn schließlich muss der Screenreader die Website so umsetzen, dass sie mit Vergrößerungssoftware, Braillezeile oder Sprachausgabe gelesen werden kann. Wenn die Standards der Barrierefreiheit - englisch: Accessibility - nicht eingehalten sind, kommt nur noch Kauderwelsch aus den Lautsprechern. Während sich Behörden-Websites aufgrund rechtlicher Vorgaben zunehmend an die Standards halten, sind es oft ambitionierte Flash-Seiten, interaktive Angebote, aber auch viele Blogger, die keine strukturierenden Überschriften oder aussagekräftigen Alternativtexte bei Bildern verwenden. Ein Beispiel: ein sehender Surfer sieht den neusten Fotoschnappschuss. Ich höre meine Sprachausgabe sagen: „flickr-photo { border: none; } .flickr-yourcomment { } .flickr-frame { text-align: center; padding: 3px; } .flickr-caption { font-size: 0.8em; margin-top: 0px; }”. Ein kurzer ergänzender Satz wie “Gunnar isst Schnitzel” oder “Karla tanzt Tango” würde schon reichen, um Surfern mit einer Sehbehinderung den Weballtag zu erleichtern und Seiten für sie übersichtlicher zu gestalten. Gerade im Beruf ist Accessibility gefragt. Karsten Warnke ist Koordinator im Projekt „barrierefrei informieren und kommunizieren“ (BIK). „In jedem Beruf, in dem Internetrecherche erforderlich ist, erhöhen sich die Beschäftigungs-Chancen für Blinde und Sehbehinderte“, sagt Warnke, „Oftmals gibt es dann allerdings wieder Einschränkungen bei nicht webbasierten Anwendungen.“ Die größten Webhürden sieht Warnke Überall da, wo statt Text Grafik benutzt wird und wo auf Internetseiten dynamische Informationen erzeugt werden, ohne Screenreader zu unterstützen. BIK bietet Arbeitgebern Beratung und Unterstützung an, um Intranet und Webanwendungen barrierefrei zu gestalten. Warnke: „Basis der Angebote ist der BITV-Test. Er wird prozessbegleitend für die Qualitätssicherung eingesetzt. Es sollen etwa 15 Partner-Unternehmen bzw. öffentliche Verwaltungen als “Leuchttürme” gewonnen werden.“ Hoffentlich strahlen die Leuchttürme weit. BIldnachweis: User heraklit auf Flickr.com

 Verwandte Artikel

Blind im Web: Selbsthilfe 2.0 (0) Video: World Wide Web in Plain English (1) Topliste: Neue mobile Navigationsgeräte (1) Topliste: Bandblogs (3) TechCrunch50: Die wichtigsten Updates auf einen Blick per Aggregator (1)

July 8 2009, 8:55am

Blind im Web: Selbsthilfe 2.0

In einer kleinen Serie stellt Heiko Kunert vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg das blinde Netz vor. In Teil 1 der Reihe Blind im Web ging es “Ein Stück Normalität“, in Teil um “Blogs als Chance“. Im dritten Teil schreibt er über erste Schritte der Blinden- und Sehbehindertenvereine im Web 2.0. „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ Diese Frage stellen wir den neuen Mitgliedern des Blinden- und Sehbehindertenvereins. Häufig lautet die Antwort: „Über das Internet.“ Meist haben Angehörige online nach Hilfe-Angeboten gesucht, die der Großmutter mit Diabetes oder dem Vater mit grünem Star das Leben erleichtern. Bei Google wird nach Lupen, nach Informationen über Augen-Erkrankungen oder Beratungsangeboten gesucht. Die gemeinnützigen und unabhängigen Selbsthilfe-Organisationen sollten daher anstreben, im Suchmaschinen-Ranking vor kommerziellen Anbietern aufzutauchen. Der wichtigste Schlüssel hierzu ist informativer Content. So hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) eine Sonderseite zur altersabhängigen Makula-Degeneration (AMD) online gestellt. Die AMD ist die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung bei Menschen über 50. Broschüren werden barrierefrei zum Download angeboten. Der DBSV bietet seine Neuigkeiten nicht nur als Newsletter, sondern auch im RSS-Abo an. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund informiert täglich per E-Mail. Als Sprecher des Hamburger Vereins nutze ich mit großem Gewinn Twitter [ http://twitter.com/HeikoKunert ], um mich auszutauschen. Gerade für die Öffentlichkeitsarbeit bieten soziale Netzwerke, blogs und Microblogs gewaltige Chancen. Blinden- und Sehbehindertenvereine erreichen hier neue Zielgruppen. Entweder suchen Journalisten oder PR-Agenturen nach neuen Themen. Oder ich komme zufällig mit Menschen ins virtuelle Gespräch, die vorher noch nie über Blindheit und Sehbehinderung nachgedacht haben. Jede dieser Kontakte lohnt sich. Leider haben viele Blinden- und Sehbehindertenvereine Twitter, Xing, Facebook und Blogs noch nicht für sich entdeckt. Vielen kleinen Organisationen fehlt es an Personal und an finanziellen Mitteln. Dennoch: am Web 2.0 kommen die Vereine dauerhaft nicht vorbei, wenn sie zukünftig Ansprechpartner Nr. 1 für Menschen mit Augenerkrankung sein wollen. Foto: Michael Maier. Über den Autor Heiko Kunert (32) ist Sprecher des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg. Er ist mit sieben Jahren durch einen Tumor erblindet. In seinem Blind-PR-Blog schreibt er über seine Arbeit als blinder PR’ler und das ganz normale Leben in Hamburg. Im dritten Teil seiner Blogpiloten-Reihe berichtet er über das Web 2.0 in der Arbeit von Blinden- und Sehbehindertenvereinen.

 Verwandte Artikel

Blind im Web: Blogs als Chance (2) Video: World Wide Web in Plain English (1) Technorati’s State of the Blogosphere ist zurück (1) Google startet: Google Web Elements (0) Corporate Blogging für Einsteiger #2: Womit bloggen? (1)

June 19 2009, 10:25am

Google startet: Google Web Elements

Frisch aus den Google-Labs: Google-Web-Elements. Jetzt kann jeder Webmaster derzeit bis zu acht verschiedene Gagdets auf der eigenen Seite einbinden. Dazu gehören: Yoututbe, News, Calendar, Maps, Spreadsheets, Chat, Custom Search und Presentations.

[via blogh]

 Verwandte Artikel

YouTube: Von Hui zu Pfui?! (2) YouTube unter Beschuss (1) YouTube führt gesponsorte Videos ein (0) Vom Ego-Surfing zu “Goolge-Me” The Movie (1) Video: World Wide Web in Plain English (1)

May 28 2009, 4:56pm

Video: World Wide Web in Plain English

Das aktuelle Video der Commoncraft-Show erklärt in einfachem Englisch, was es mit dem World Wide Web auf sich hat. Es ist immer wieder toll zu sehen, mit welchen Ideen die Jungs komplexe Sachverhalte in kleine verständliche Videos packen. Und nun, enjoy the Commoncraft Show.

   Verwandte Artikel

Twitter einfach erklärt (1) CommonCraft: Podcasting in Plain English (1) CommonCraft: Computer Hardware in Plain English (0) CommonCraft Show: Suchstrategien im Web in einfachem Englisch (1) CommonCraft Show: Fishing Scams in plain English (0)

April 15 2009, 10:38am

Videocollage: The Machine is Us/ing us!

Michael Wesch ist Anthropologe an der Kansas State University und hat mit der Videocollage “The Machine is Us/ing us!” sehr schön veranschaulicht, was sich durch die neuen Kommunikations- und Darstellungsformen im Web für uns und unser Mediennutzungsverhalten geändert hat. Dabei ist inbesondere die Machart des Videos inspierend.

Ein Interview mit Michael Wesch gibt es hier.

January 8 2009, 7:47am

Seite 1 2