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Oops! Social Media Fail Compilation 2010

Der Jahresrückblick mit Sandra Maischberger steht schon in den Fernsehzeitungen. Spekulatius und Lebkuchen hängen uns schon seit Ende August aus den Ohren raus. Aber ein kleines Dorf unbeugsamer Social Media Experten wartet noch auf sein Lametta: Was war der schlimmste Fauxpas in Sachen Social Media in diesem Jahr? Wer hatte bei twitter die engste Verbindung zum hastag #fail? Die Deutsche Bahn und die Süddeutsche Zeitung haben es getan, WeTab Geschäftsführer Helmut Hoffer, und Konstantin Neven Dumont auch. Die Rede ist von gekauften Blogbeiträgen und gefakten Kommentaren im Web. Seit Social Media immer mehr zur Unternehmenssache wird, häufen sich auch die Meldungen über Fakes und anonyme Beschimpfungen im Web 2.0. Jüngstes Beispiel: Der Fall „Konstantingate“. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier beschuldigte den Verlagserben Konstantin Neven Dumont, unter einem Pseudonym in seinem Blog unflätige und kritische Kommentare hinterlassen zu haben. Konstantingate ist sicher ein Anwärter auf den Skandal des Jahres. Oder war es diese tolle Sache von vodafone? Eine Social Media Pressekonferenz voller Sprechblasen ohne eigentlichen nachrichtlichen Wert? Das Armageddon jeder PR-Agentur plus TV-Spot on heavy rotation? Kann sich keiner mehr erinnern? Tja. [war übrigens 2009, danke Robin] Doch jetzt seid erst einmal ihr dran, die Leser von netzpiloten.de. Was war für euch persönlich der größte Fehlschlag in der Blogosphäre bzw. im Social Media Land? Welcher Skandal hat euch besonders beschäftigt oder aufgeregt? Hier habt ihr die Möglichkeit euren persönlichen Blog-Skandal 2010 einzustellen: Schreibt uns einfach in das Kommentarfeld unter diesem Beitrag, warum genau dieser Case euch am meisten beschäftigt hat und aus welchem Grund er aus eurer Sicht der Supergau 2010 war. Die zehn schlimmsten Cases werden anschließend von unserem Redaktions-Team vorgestellt und über ein Online-Voting zur Abstimmung durch die Leser freigegeben. Wir sind gespannt, welcher der SocialMedia-Skandal 2010 wird!

November 8 2010, 12:01pm

Social Media Fail Compilation 2010

Der Jahresrückblick mit Sandra Maischberger steht schon in den Fernsehzeitungen. Spekulatius und Lebkuchen hängen uns schon seit Ende August aus den Ohren raus. Aber ein kleines Dorf unbeugsamer Social Media Experten wartet noch auf sein Lametta: Was war der schlimmste Fauxpas in Sachen Social Media in diesem Jahr? Wer hatte bei twitter die engste Verbindung zum hastag #fail? Die Deutsche Bahn und die Süddeutsche Zeitung haben es getan, WeTab Geschäftsführer Helmut Hoffer, und Konstantin Neven Dumont auch. Die Rede ist von gekauften Blogbeiträgen und gefakten Kommentaren im Web. Seit Social Media immer mehr zur Unternehmenssache wird, häufen sich auch die Meldungen über Fakes und anonyme Beschimpfungen im Web 2.0. Jüngstes Beispiel: Der Fall „Konstantingate“. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier beschuldigte den Verlagserben Konstantin Neven Dumont, unter einem Pseudonym in seinem Blog unflätige und kritische Kommentare hinterlassen zu haben. Konstantingate ist sicher ein Anwärter auf den Skandal des Jahres. Oder war es diese tolle Sache von vodafone? Eine Social Media Pressekonferenz voller Sprechblasen ohne eigentlichen nachrichtlichen Wert? Das Armageddon jeder PR-Agentur plus TV-Spot on heavy rotation? Kann sich keiner mehr erinnern? Tja. Doch jetzt seid erst einmal ihr dran, die Leser von netzpiloten.de. Was war für euch persönlich der größte Fehlschlag in der Blogosphäre bzw. im Social Media Land? Welcher Skandal hat euch besonders beschäftigt oder aufgeregt? Hier habt ihr die Möglichkeit euren persönlichen Blog-Skandal 2010 einzustellen: Schreibt uns einfach in das Kommentarfeld unter diesem Beitrag, warum genau dieser Case euch am meisten beschäftigt hat und aus welchem Grund er aus eurer Sicht der Supergau 2010 war. Die zehn schlimmsten Cases werden anschließend von unserem Redaktions-Team vorgestellt und über ein Online-Voting zur Abstimmung durch die Leser freigegeben. Wir sind gespannt, welcher der SocialMedia-Skandal 2010 wird!

November 5 2010, 10:21am

Sergey Brin on Google Buzz

February 12 2010, 9:51pm

Selbstenthauptung eines Verlages

Im besten Wissen um die eigene Enthauptung à la Acéphale, gibt sich der Ullstein-Verlag kämpferisch und presst kopflos sein skandalisiertes Buch an die Spitze der Buchcharts. Die Folge ist, dass man sich mittlerweile wohl schämen muss, in die Listen des Spiegel oder die amazon-Bestseller-Liste aufgenommen zu werden. Aber, wenn Du denkst, es geht nicht schlimmer, kommt daher ein Kinderzimmer:

February 12 2010, 1:23pm

Datenschutz vs. Google buzz #2

Das Google mit seiner automatisierten, öffentlichen Followerliste bei buzz kein besonders glückliches Händchen bewiesen hat, dürfte heute hinlänglich bekannt sein. Noch immer gibt es keine opt-in Funktion für neue Benutzer sondern nur ein umständliches Opt-Out, wenn man einmal “drinnen” ist – wie Google in seinem GMail-Blog ausführlich erklärt. Die Kollegen von techcrunch haben aber eine bestehende Lücke entdeckt, die peinlicherweise genau diejenigen E-Mail-accounts veröffentlichen könnte, die die meisten eigentlich als geschützte Kanäle nur wenigen mitteilen. Und das geht so:

Von twitter haben die Googlianer dankenswerterweise das @ als Präfix für den Empfänger übernommen. buzz sucht dann, wenn man das @-Zeichen eintippt automatisch aus der Liste der Kontakte und Chatpartner den zu den folgenden Buchstaben passenden Bekannten raus. Das ist soweit harmlos, wenn man die öffentlichen Kontakte auswählt. Wenn aber einer darunter ist dessen private E-Mail in der eigenen Liste gelandet ist, kann es schnell passieren, dass man statt des bei ihm öffentlichen Gmail-Accounts einfach die peter@domain.de als Zugangskanal auswählt. Dann habe ich aber gegenüber all meinen Followern diesen E-Mail-Account öffentlich gemacht. Wenn mir also einer folgt, der nicht so ganz mein Freund ist sondern nur eine Marketing-Firma und dieser Peter ist zufällig Geschäftsführer eines großen Konzerns, dann haben sie direkt seine persönliche Mail-Adresse und können ihn mindestens zuspammen…

Google findet das Ganze nicht so schlimm, weil techcrunch in dem Problem ja nur Fälle beschreibt, wenn man nicht die öffentliche Google Buzz Adresse des Empfängers kennt oder aber wenn diese einem selbst gar nicht bei buzz folgen bzw. noch nie mit einem gechattet haben. Außerdem, so Google, wäre es im Moment des Abschickens offensichtlich, dass man auf diese Weise den Mailaccount öffentlich machen würde, da er ja in der timeline erscheinen würde… In this case, a person attempts to type an @reply using a contact’s email address, types out the email address, and then after posting sees the email address plainly displayed in the post. It is expected that after this, most people would understand that the email address will be visible to the viewers of the post. The user can edit or delete the post. Offenbar hat Google noch gar nicht das Problem verstanden. Denn fast alle Kontakte, die man per buzz anschreiben kann haben ja mehrere Mailaccounts, unter denen ich sie anschreiben kann. Und wenn ich @peter auswähle, kommen eben all diese Accounts zum Vorschein – ich kann aber nicht erkennen, welchen dieser Mailaccounts Peter öffentlich geschaltet hat und welche lieber geschützt bleiben sollten. Ein Designfehler direkt in der Anwendung, und Google kann nicht nachvollziehen, dass eben nur die Mailaccounts zur Auswahl gebracht werden dürfen, die auch ausdrücklich durch den Nutzer öffentlich geschaltet sind. Das ist schlicht lächerlich.

February 12 2010, 12:22pm

Open Source Filme: Freie Werke fürs Auge

Das Netz ändert unser Leben, und es ändert auch unsere Kunst. Ein Beispiel dafür ist der Open Source Film, der den Ansatz der Open Source Software auf die Herstellung und Distribution von Filmen überträgt. Open Source Filme stehen unter einer freien Lizenz, etwa unter Creative Commons. Die Rohmaterialien der Filme können von jedem heruntergeladen werden. Die Dateien müssen dabei in einem Format zur Verfügung gestellt werden, das eine Bearbeitung mit freier Software erlaubt. Somit wird es möglich, dass jeder die Werke bearbeiten und neue Versionen zur Verfügung stellen kann. Die bisher erschienenen Filme kann man IMHO in drei Kategorien einteilen.

Alternative Plattform für junge Filmemacher

Zunächst einmal sind Open Source Filme ein Mittel, um sich in der Filmbranche zu etablieren oder eine alternative Filmbranche aufzubauen. Das ambitionierte Projekt Valkaama von Tim Baumann beispielsweise wurde vor ein paar Tagen in einer Version mit musikalischer Begleitung von Michael Georgi veröffentlicht. Valkaama ist einer der wenigen Open-Source-Filme in Spielfilmlänge. Das Drama spielt im Norden Finnlands und erzählt von der gemeinsamen Reise zweier ungleicher Protagonisten – dem lebensdurstigen Dichter Lasse und  dem düsteren Magnus, der Anderen beim Suizid hilft. Gemeinsam suchen sie nach Valkaama, einer idealen Gemeinde fern ab der Zivilisation. Der poetische Film wartet mit einer plötzlichen Wende auf, als sich das Schicksal der beiden erfüllt. Baumann hat den Film unter die sehr freie Creative Commons BY-SA Licence gestellt. Valkaama gibt’s als Torrent und als normalen Download.

Auf eine andere Ästhetik setzt das Projekt Route 66. Stilistisch lässt sich der Film als Road-Movie im Gonzo-Ansatz beschreiben. Die Schnitte und stilistischen Elemente geben dem Werk eine gewisse Fieberhaftigkeit, die gut zum Thema einer rastlosen (und etwas chaotischen) Reise passt. Auch Route 66 kann frei von der Homepage heruntergeladen werden.

Animierte Filme Häufig sind animierte Kurzfilme, meist auf Basis der Open-Source-Software Blender. Ein Beispiel ist der Kurzfilm “Elephants Dream“, der eine skurrile Geschichte von zwei Figuren in einer eigenartigen Maschine erzählt und dabei mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet.

Wer eher auf pelzige (teils freundliche, teils garstige) Tierchen steht, dürfte an “Bick Buck Bunny” mehr Spaß haben.

Open Source als Quell der Kreativität Open Source Filme finden sich weiterhin in einer Reihe von Kunstprojekten. Hier soll der Ansatz die Kreativität anregen. Ein Beispiel ist Stray Cinema. Jedes Jahr werden Rohmaterialien zur Verfügung gestellt, die von der Community zu 2-minütigen Kurzfilmen geschnitten werden. Jeder Regisseur wählt dabei einen anderen Ansatz und gibt dem Material eine persönliche Note. Die Community stimmt außerdem ab, welche der Einreichungen beim jährlichen Screening gezeigt werden sollen. Der große Traum: 2011 soll David Lynch das Rohmaterial liefern. Ich bin gespannt, was daraus wird.

Mehr Filme Die bisher beste Übersicht über Open Source Filme habe ich bei der englischen Wikipedia entdeckt, die in ihrer Liste von Open Content Filmen eine Reihe von Open Source-Filmen neben anderen offenen Werken listet. Wenn ihr eine andere Sammlung kennt, ab damit in die Kommentare!

February 12 2010, 9:45am

Privacy: Fehler in Google Buzz – mit Update

Wie der Silicon Alley Insider gestern berichtete, ist eine große Schwachstelle in Google buzz. Wer buzz einrichtet, bekommt zunächst die Follower automatisiert zugeordnet anhand seiner Chatpartner und derjenigen, mit denen er oder sie am häufigsten E-Mails austauscht. Soweit, so gut. Das Problem besteht allerdings darin, dass per Voreinstellung alle diese Listen öffentlich im Profil einsehbar sind. Man könnte sich also genau ansehen, wer einem folgt und wem derjenige folgt. Man kann also sehen, mit wem Ihr am meisten chattet und mit wem ihr Euch am meisten E-Mails per Gmail schreibt.

Wer seine erste Nachricht in buzz schreibt, bekommt eine Dialogbox zu sehen, in der folgendes erklärt wird: “Before participating in Buzz, you need a public profile with your name and photo.” Und im Kleingedruckten steht dann noch “Your profile includes your name, photo, people you follow, and people who follow you.” Es ist also tunlichst die Voreinstellung, dass andere diese Liste einsehen dürfen, in den Settings abzuändern. Aber wer weiß das vorher? Und wer will überhaupt, dass ein Algorithmus die Leute in eine öffentlich einsehbare Liste packt?. (OK, 10 € ins Schirrmacher-Schwein für den Begriff Algorithmus). Aber mal im Ernst: Silicon Alley weist auf ein grundsätzliches Problem mit Webservices hin, dass Schule machen sollte: Alle Informationen, die man teilen will (Sharing) müssen per default (Voreinstellung) einer Zustimmung unterliegen. Das bedeutet, dass jemand, der nicht extra in die Settings geht – weil er/sie den Dienst vielleicht erst mal probieren will – alle Informationen privat hält und zum Sharing bestimmte Inhalte erst freischalten muss (opt-in).Der Pressesprecher von Google erklärte gegenüber dem Silicon Alley Insider, dass der Sinn der öffentlichen Listen darin bestehe, dass man sofort eine Menge von Freunden und Bekannten zur Verfügung hätte, und daher sofort mit seinen Kontakten loslegen können und sich nicht mühsam erst seine Follower zusammen suchen müsse. Klingt nicht besonders überzeugend. Aber so sind sie die Algorithmen, sie lösen Probleme, die manche Menschen lieber selber lösen möchten. Wir kennen das ja schon von anderen Firmen und Branchen, dass uns geholfen wird, wo wir es ehrlich gesagt weder brauchen noch wünschen…

UPDATE: Wie Matt unten im Kommentar schreibt, hat Google schnell reagiert und das Ausfüllen der Follower-Liste per Algorithmus gestoppt und nutzt nun eine opt-in Funktion. Schnell. Löblich. Danke für den Hinweis!

February 11 2010, 12:51pm

top-im-job: äwriesing hängs tugäser

February 11 2010, 9:45am

Privacy: Fehler in Google Buzz

Wie der Silicon Alley Insider gestern berichtete, ist eine große Schwachstelle in Google buzz. Wer buzz einrichtet, bekommt zunächst die Follower automatisiert zugeordnet anhand seiner Chatpartner und derjenigen, mit denen er oder sie am häufigsten E-Mails austauscht. Soweit, so gut. Das Problem besteht allerdings darin, dass per Voreinstellung alle diese Listen öffentlich im Profil einsehbar sind. Man könnte sich also genau ansehen, wer einem folgt und wem derjenige folgt. Man kann also sehen, mit wem Ihr am meisten chattet und mit wem ihr Euch am meisten E-Mails per Gmail schreibt.

Wer seine erste Nachricht in buzz schreibt, bekommt eine Dialogbox zu sehen, in der folgendes erklärt wird: “Before participating in Buzz, you need a public profile with your name and photo.” Und im Kleingedruckten steht dann noch “Your profile includes your name, photo, people you follow, and people who follow you.” Es ist also tunlichst die Voreinstellung, dass andere diese Liste einsehen dürfen, in den Settings abzuändern. Aber wer weiß das vorher? Und wer will überhaupt, dass ein Algorithmus die Leute in eine öffentlich einsehbare Liste packt?. (OK, 10 € ins Schirrmacher-Schwein für den Begriff Algorithmus). Aber mal im Ernst: Silicon Alley weist auf ein grundsätzliches Problem mit Webservices hin, dass Schule machen sollte: Alle Informationen, die man teilen will (Sharing) müssen per default (Voreinstellung) einer Zustimmung unterliegen. Das bedeutet, dass jemand, der nicht extra in die Settings geht – weil er/sie den Dienst vielleicht erst mal probieren will – alle Informationen privat hält und zum Sharing bestimmte Inhalte erst freischalten muss (opt-in).Der Pressesprecher von Google erklärte gegenüber dem Silicon Alley Insider, dass der Sinn der öffentlichen Listen darin bestehe, dass man sofort eine Menge von Freunden und Bekannten zur Verfügung hätte, und daher sofort mit seinen Kontakten loslegen können und sich nicht mühsam erst seine Follower zusammen suchen müsse. Klingt nicht besonders überzeugend. Aber so sind sie die Algorithmen, sie lösen Probleme, die manche Menschen lieber selber lösen möchten. Wir kennen das ja schon von anderen Firmen und Branchen, dass uns geholfen wird, wo wir es ehrlich gesagt weder brauchen noch wünschen…

February 11 2010, 9:21am

Flickr Commons: Auf Spurensuche in der Geschichte

Dass man bei Flickr gute Fotografien unter einer Creative-Commons-Lizenz finden kann, dürfte mittlerweile so ziemlich jeder wissen. Etwas anders sieht es leider immer noch mit den Commons aus: Obwohl bereits seit einer gefühlten Ewigkeit online, finden sie in der Blogosphäre nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen gebühren würde. Grund genug, ein paar besonders feine Sammlungen hervorzuheben.

Doch zunächst einmal zu einer ganz grundsätzlichen Frage: Was sind eigentlich die Flickr Commons? Flickr arbeitet hier mit einer Reihe von Museen und Institutionen zusammen, die Fotografien einstellen, die keinem Urheberrecht mehr unterliegen. Wer sich also für historische Fotografien interessiert, kann bei den Commons eine ganze Reihe von Kleinoden aus renommierten Einrichtungen finden. Gesucht werden können die Werke nicht nur über die Tags, sondern auch über Alben in den Profilen der Museen. Auf der Einstiegsseite werden die Institutionen vorgestellt, und im Flickr-Blog finden sich regelmäßig Hinweise auf einzelne Themengebiete.

Aus der Sammlung des George Eastman House stammen eine Reihe von Daguerreotypien von Southworth und Hawes. Die Daguerreotypie war 1839 als eines der beiden frühen fotografischen Verfahren erfunden worden und arbeitet mit einer Silberplatte als Trägermaterial. Zum Einsatz kam sie vorrangig für Portrait-Aufnahmen als kultisches Andenken an verstorbene oder weit entfernte Menschen. Southworth und Hawes, ein in Boston ansässiges Fotografen-Duo, haben diese Kunst perfektioniert und mit unterschiedlichen Stilmitteln wie Gesichtsausdrücken und Gegenständen den Charakter einer Person zum Ausdruck gebracht.

Eine umfangreiche Sammlung von Aufnahmen aus der amerikanischen Geschichte gibt es bei der Library of Congress. Mit dabei: Aufnahmen aus der Farm Security Administration (FSA). Im Rahmen von Roosevelts New Deal sollte mit diesem Hilfsprogramm den durch die Weltwirtschaftskrise gebeutelten kleinen Farmern geholfen werden. Nebenbei erlaubte man sich eine Gruppe Fotografen, die das Leben der Bevölkerung dokumentieren sollten und entscheidend die Ästhetik beeinflusste, die wir heute als dokumentarisch betrachten.

Einer fürs heutige Gemüt eigenartigen Blüte widmet sich ein Album des National Media Museum: der Spirit Photography. Diese Geisterjäger wollten mit der Kamera die Existenz von Geistern nachweisen und die Verbundenheit der Toten mit ihren lebenden Verwandten zum Ausdruck bringen. Gearbeitet wurde jedoch meist mit ganz ordinären Doppelbelichtungen und anderen Tricks in der Dunkelkammer.

Bei Interesse nach einer Fortsetzung des Post: ihr wisst ja, just drop me a line. Und wenn Sammlungen fehlen sollten, die euch gefallen: ab in die Kommentare damit.

Bildnachweis: flickr.com/commons

February 9 2010, 10:00am

Feudalherren, Irokesen und kein Gespräch

Körpersprache, die Bände spricht: Sascha Lobo (v.l.n.r.) verkrampft, Tiziana Terranova im verzweifelten Versuch, Dialog herzustellen, Steve Lambert beleidigt und Matteo Pasquinelli unterfordert bis genervt. (Foto: Anja Krieger)

Drei Männer, drei Themen und keines davon war tatsächlich Liquid Democracies – auch wenn das ursprünglich im Programm gestanden hatte. So diskutierten am Sonntag abend Matteo Pasquinelli, Steve Lambert und Sascha Lobo an einander vorbei.

Steve Lambert präsentierte, dass jeder deutsche Powerpointuser blass vor Neid werden muss: Kurzweilig, bilderstark und witzig stellt der Amerikaner sein Konzept von “utopian fiction” vor: Statt herumzuunken, wie die Zukunft aussehen könnte, kann man sich einfach eine Zukunft ausdenken und sie öffentlich machen, dann kommt die öffentliche Debatte darüber von ganz allein, meint Lambert. Und er weiss, wovon er spricht – immerhin war er unter den Menschen, die in einer gefakteten New York Times-Ausgabe aus der Zukunft das Ende des Irakkriegs verkündeten. “Wir haben das gemacht, weil wir es wollten”, sagt er. Es geht Lambert darum, die Gesellschaft wiederzubeleben, um Demokratie zu stärken. Demonstrationen funktionierten heute nicht mehr, statt dessen müsse man versuchen, die Leute mit fiktionalen Utopien zum Lachen und Nachdenken zu bringen. Statt Kunst zu machen, solle man die Leute dort abholen, wo sie sind, in einer Sprache, die sie verstehen: Wie würden sie den US-Haushalt gestalten? Wie fänden sie Bars in der U-Bahn? Was halten sie vom Irakkrieg? “Wir brauchen keine neuen Ideen, sondern die Visionen und Motivation dafür, die guten Ideen da draußen umzusetzen”, sagt er. Und endet mit einem dicken “Do something!!

Auf eine derart schmissige Darbietung will sich sein Nachredner Matteo Pasquinelli nicht einlassen. Er nimmt in seiner ökonomiehistorischen Rede dafür auf eine interessante Art und Weise die digitale Kreativindustrie unter Beschuss. Anders als vor zehn Jahren, als man mit dem Auftauchen von Indymedia glaubte, das Internet würde partizipativer, diversifizierter, freier werden, sieht man heute, dass es vor allem der Monopolbildung Vorschub leistet. “Statt über liquid democracies sollten wir über digitalen Neo-Feudalismus im Netz sprechen”, sagt Pasquinelli. Wenige Großfirmen etablierten sich immer weiter, der Mittelstand bröckelt weg, und diejenigen, die das Netz als Tempel der kognitiven Intelligenz feiern, vermeiden in Wahrheit nur die Frage, wie sie sich in den ökonomischen Prozess mit einbringen wollen. Zahlen also eine Art Rente an die großen ökonomischen Feudalherren des digitalen Zeitalters. Pasquinelli kritisiert die free culture-Bewegung dafür, sich parallel zur Wirtschaft vor sich hin zu existieren, Interaktionen mit der Wirtschaft zu vermeiden und sich so von den großen Firmen ausbeuten zu lassen. Er zeigt sich von Lamberts Vortrag wenig beeindruckt: Aktivismus sei für ihn, den Wissenschaftler mit der Linksaktivisten-Vergangenheit, eine alte Geschichte. Aktivismus wie Lambert ihn vertrete, habe in den vergangenen zehn Jahren nichts bewirkt. “Ich würde jetzt einfach gerne mal Politik machen. Taktiken entwerfen. Da passiert heute nicht genug”, mahnt er.

Und dann ist da noch Sascha Lobo auf dem Podium. Sein Auftritt ist von einigen Konferenzteilnehmern mit Spannung erwartet worden. Mal sehen, wie er sich gegenüber dem italienischen Linken schlägt, hat einer gesagt. Ich persönlich habe gehofft, dass er vielleicht auf seine speziellen Freunde von der Piratenpartei eingehen wird. Doch nichts davon: Noch kurz vor Start der Veranstaltung bastelt Lobo an seiner Slideshow, begründet auf der Bühne wortreich, warum er auf Deutsch vortragen wird (höhö, will ja nicht den Oettinger machen – ich wäre interessiert an der Übersetzung dieses Gags gewesen) – und hält dann einen typisch-generischen Sascha Lobo-Vortrag über das Spannungsfeld zwischen sozialen und klassischen Medien. Kurz: Er macht im Vergleich zu den anderen beiden Panel-Teilnehmern keine besonders gute Figur.

Schrecklich wird es allerdings erst, als alle drei mit ihrer Moderatorin Tiziana Terranova auf Sofas sitzen, möglichst weit von einander entfernt, und jeder in seinem ganz eigenen Film monologisiert. Lobo hat sich an der Idee festgebissen, dass sein Englisch zu schlecht sei für diese Veranstaltung und krampft sich daraufhin von Statement zu Statement – völlig ohne das Selbstbewusstsein, mit dem er sonst so häufig auftritt. Pasquinellis Körper- und Mundsprache lassen wenig Zweifel daran, wie intellektuell unterkomplex ihm diese Diskussion vorkommt und wiederholt seine Thesen wieder und wieder – allerdings ohne eine interessante Debatte provozieren zu können. Denn auch der eben noch so lockere Lambert macht einen ziemlich verkrampften Eindruck, nachdem Pasquinelli seine utopischen Aktivismus-Ideen so böse hat auflaufen lassen.

So wurde es doch ein ziemlich anderer Nachmittag, als ich es mir im Vorfeld gedacht hatte. Eigentlich hatte ich erwartet, endlich einmal eine interessante, nicht nur im deutschen Saft schmorende Debatte über liquid democracies zu hören – und diese Ideen einmal mit der gelebten politischen Wirklichkeit innerhalb der deutschen Piratenpartei abzugleichen. Was aber nicht weiter schlimm ist: Zumindest die geschichtsökonomischen Betrachtungen von Matteo Pasquinelli haben für diesen Mangel klar entschädigt. Hoffentlich erscheint das Video heute hier im Medienarchive der transmediale. Bildnachweis: Anja Krieger

February 8 2010, 9:45am

Am Samstag auf der Transmediale hat auch Science-Fiction-Autor Bruce Sterling über atemorality, eine Art Nichtzeit gesprochen – was ja perfekt zum etwas verspulten Zukünftigkeits-Titel der gesamten Veranstaltung passte. Wie so oft war von ihm aber nur wenig aufbauendes zu erwarten: Wir stünden vor einem Jahrzehnt von Chaos und Zerfall, in dem viel gekanntes von ?? bis Copyright in die Binsen gehen wird, ohne dass etwas anderes sofort die entstehende Lücke füllt. Doch Sterling rät einfach dazu, über soziale Netzwerke und Tools auf zukünftige und vergangene Quellen zurückzugreifen, um Probleme zu lösen – und hat auch ein paar Tipps für Künstler, wie man sich allen Irrungen und Wirrungen zum Trotz in den kommenden 10 Jahren ganz prächtig amüsieren werden kann. Ein Video von seiner Rede gibt es auf der Seite der Transmediale.

February 7 2010, 10:08pm

“Fuck Google!” Das F.A.T. Lab auf der Transmediale

Eine “Fuck Google!”-Woche hat das Free Art and Technology (F.A.T.) Lab auf der Transmediale ausgerufen. Mit Aktionen, Browser-Plugins und subversiven Anwendungen will das internationale Künstlerkollektiv die Aufmerksamkeit für die Allgegenwärtigkeit und Marktmacht des Internet-Konzerns schärfen.   “Jeder mag Kätzchen, und jeder mag Google”, sagt Randy Sarafan. Auf http://www.googlingwithkittens.com hat er jetzt beides installiert: Google und die Kätzchen.  

  Damit spielt Sarafan auf das cleane Image an, das sich Google trotz seiner Marktdominanz bisher bewahren konnte.   Programmierer und F.A.T. Lab-Mitglied Jamie Wilkinson zählt einige der vielen Dienste auf, die zu Google gehören: “Youtube, Google Analytics, Google Alerts, Google Search, Google Homepage, Gmail. Wir benutzen alle diese Produkte und verlassen uns auf sie. Das ist keine gute Idee. Sie könnten von der einen auf die nächste Sekunde weg sein. Google hat unsere gesamte Email und kann damit tun, was immer es will. Google ist verantwortlich, (aber) nur seinen Teilhabern verpflichtet.”   Auch der Fotodienst Picasa gehört zu Google. Deshalb hat die Mexikanerin Geraldine Juarez digitale Wasserzeichen für Fotos gebastelt, auf denen “Fuck Picasa” steht (siehe Foto oben). “Host your own data!” fordert Juarez. Um zu zeigen, dass das funktioniert, gehen die Mitglieder des F.A.T. Lab mit gutem Beispiel voran und stellen ihre Transmediale-Bilder bei “FuckPicasa” und “FuckFlickr” ein.   Wer sich krank fühlt, googelt oft erstmal die Symptome. “Würdest du deine medizinische Akte oder deine Polizeiakte jedem zeigen? Google weiß das alles”, behauptet Jamie Wilkinson provokant. Sein F.A.T.-Kollege Greg Leuch hat deshalb speziell für e-Diagnosen “Dr. Google” programmiert. Den kann man jetzt fragen, wenn man sich mal wieder “icky” fühlt, oder auch sonst. Mir hat Dr. Google gerade H1N1 diagnostiziert.   Mit “Google Alarm” soll der Nutzer von Google loskommen. Jamie Wilkinsons Browser-Plugin geht los, wenn man im Netz auf Google stößt: Lasergeräusche zeigen an, wenn eine Seite Google Tracking Code enthält, bei einer Google-Suche heulen ohrenbetäubende Sirenen. Das Plugin kann man demnächst auf dem F.A.T-Blog herunterladen.   Ein weiteres Ziel des F.A.T.-Lab: Den Google-Search für “Fuck Google” zu dominieren. Am Dienstag waren sie noch auf Platz sieben, mittlerweile haben sie sich auf Platz drei vorgearbeitet.   Am Wochenende werden die Künstler des F.A.T. Lab auf besonderer Mission sein und das Google Street View Car verfolgen, das sie eigenen Aussagen zufolge in Berlin gesichtet und mit einem GPS-Gerät ausgestattet haben. Man darf gespannt sein, was sie von ihrer angeblichen Verfolgungsjagd des Google-Autos am Samstag und Sonntag twittern und bloggen.   Google ist übrigens auch Sponsor der Transmediale. Hashtag für die Aktionen des F.A.T.-Labs auf Twitter ist #fffffat  

February 6 2010, 11:11am

Fluch der Karibik: Schwarzes Gold

Zum besonderen Engagement der US Navy auf Haïti nach dem Beben und den möglichen wirtschaftlichen und politischen Beweggründen. Von Gastblogger Daniel Khafif.

Die Üblichen Verdächtigen schrieben es bereits einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben auf Haïti in ihre Blogs und glichen krächzenden Krähen auf den Totenbergen von Port au-Prince: Wieso das massive Engagement der US Navy im Armenhaus der Karibik und vor allem – warum so schnell?

Oh, Katrina!

Erinnern wir uns: Es war der 28. August 2005, als „Katrina“ mit der Kategorie Stufe 5 seine höchste Intensität erreichte und die Golfküste der USA, insbesondere die Küsten von Louisiana, Mississippi, Alabama und vor allem den Großraum New Orleans unter Wasser setzte, verwüstete und über 1.800 Menschen das Leben kostete. Etwa 1 Million Menschen wurden obdachlos, viele können in ihre zerstörten Häuser bis jetzt noch nicht zurück und leben in Trailerparks rund um Houston, Texas.

Der finanzielle Schaden durch „Katrina“ betrug nach offiziellen Schätzungen 81,2 Milliarden US-$. Teile des historischen French Quarter und weitere Stadtbezirke von New Orleans wurden bis heute nicht wieder aufgebaut. Insofern wundert es schon, daß die aktuelle Regierung unter Präsident Obama, trotz enormen Haushaltsdefizits, sowohl finanziell, logistisch wie militärisch so intensiv im verwüsteten Haïti operiert, während gleichzeitig viele Bürger New Orleans’ noch immer auf ein ebensolches Engagement warten.

Und nun zu den Krähen: Die schrecklichen Bilder aus Haïti, die wir diesseits des Atlantiks nach dem Beben empfangen, reichen sicherlich kaum an das tatsächliche Grauen vor Ort heran und haben eine große Schar Anteilnehmender und sogar die Charity-Muffel zu spontanen Spenden bewogen – diese Mal vor allem über Buchungsservices via Mobil – Account, Facebook- und Twitterlinks. Auch ich habe wiederholt per Mobiltelefon hoffentlich helfende Euros in mehr oder weniger nachvollziehbar seriöse Fonds gespendet. Obwohl ein flaues Gefühl im Magen bleibt: Kommt die Hilfe an oder bläht sich erstmal die Rentenrücklage von Vodafone oder Telekom auf? Die Krähen riefen aufgeplustert: „Nicht spenden! Ihr finanziert die US-Falken!“ Ignoriert. Das Ami-Bashing ist doch old school. Gehörte zum guten Ton unter Bush. Aber nicht doch bei Obama! Und Krähen tragen doch immer schwarzes Gefieder, egal zu welchem Wetter.

Akkreditierte Helfer

Kurz nach dem omnipräsenten Eintreffen der Marines kamen immer mehr kritische Töne von den internationalen Hilfsorganisationen vor Ort: Nachbarschaftshilfe aus Kuba: Verweigert. Ärzteteams aus Jamaica: Während ihres Dienstes im Bebengebiet zurückgewiesen. Venezuela: Bloß die nicht! Brasilien? Wollen die jetzt noch dicker werden? Einzig die ehemalige Hegemonialmacht Frankreich ließ sich nicht so schnell in die Schranken weisen, die in der Karibik fern jeder EU-Verordnungen schneller intervenieren konnte, als im heute weniger kooperativen Maghreb, dem eigentlichen Hinterhof Galliens. Generell haben es die Europäer, liegt ja nahe, etwas einfacher mit der Soforthilfe, als die trotz eigener Sorgen hilfsbereiten Nachbarstaaten. Es scheint ein wenig wie bei einem Filmfestival, wo die Wahrscheinlichkeit, eine begehrte Akkreditierung zu bekommen, mit der jeweiligen Entfernung des Wohnortes zum Festivalort zunimmt.

Wo’s raucht, gibt’s Brennstoff…

Nun stolpert der aufmerksame Leser immer mehr über Berichte, welche die vermutlich großen Ölvorkommen vor der haitianischen Küste als auch in den Tiefen der Karibikinsel selbst beschreiben: Demnach, so berichten bereits am 28. Januar 2008 auf der haitianischen Website von „Radio Metropole“ gäbe es unter Haïti’s Oberfläche grosse Erdölvorkommen, sowie strategisch wichtige Erze, unter anderem Uran 235 und Uran 238 (!) sowie Zirconium im Jacmel-Gebiet. Beide äußerst seltenen Elemente werden bekanntermaßen sowohl für den Bau von Atombomben als auch Brennstäben verwendet.

“Ferner“, so Daniel Mathurin, „haben wir 20 Stellen auf Haïti mit Ölvorkommen identifiziert” und meint weiter, „dass 5 davon von Experten der Petroindustrie und Politikern als sehr wichtig angesehen werden: Das Zentralplateau, einschließlich der Region Thomond, -der Ebene Cul-de-sac und die Bucht von Port-au-Prince, sind voll von Erdöl“, sagt Mathurin und fügte hinzu, „dass die Ölreserven von Haïti grösser seien als die von Venezuela, einem der weltgrößten Ölförderländer – “ Haïti habe zum Vergleich so viel mehr Erdöl als Venezuela, wie ein Glas Wasser und ein olympisches Schwimmbecken.”

Die Ölblasen im Sediment der Windwardpassage zwischen den Inseln Kuba und Hispaniola seien so groß, daß damit auch die Regierung von La Habana auf einen Schlag unabhängig vom Devisenbetteln wäre. Huch!?

Umzingelt von Neureichen?

Im Klartext: Wenn diese Ausführungen stimmen sollten, hätten die USA auf einen Schlag keine armen, nostalgisch-sozialistischen Republiken mehr vor der Nase, die von den gesetzten Medienbeobachtern und Investoren (außer China!) bestenfalls belächelt würden, sondern unabhängige, reiche Nachbarn, die sich nicht so leicht gängeln ließen.

Sogar Jamaica, das seiner Beziehung mit Haïti meist nicht gerade freundschaftlich verbunden war, würde von den Ölvorkommen profitieren. Da alle Inselstaaten im Gegensatz zu Mexiko, Brasilien oder Venezuela eine relativ kleine Bevölkerungszahl besitzen, würde sich der Wohlstand durch das generierte Ölgeschäft – idealerweise – auch breiter in der Gesellschaft verteilen.

Weniger Korruption. Weniger Zwischenstopps von Kurieren und Geldwäschetransfers über die Drogenkartelle Mexicos und Kolumbiens? Das wäre ja ein Traum für die drei sprachlich unterschiedlichen, doch in ihrer traditionellen Armut sehr ähnlichen Großen Antillen. Ein Traum, der dem American Dream ein jähes Aufwachen bereiten würde. Könnte dieses wahrscheinlich große Vorkommen von Rohstoffen und Bodenschätzen das wirkliche Motiv für die “Besetzung” von Port au-Prince und Übernahme der Kontrolle durch 10.000 US-Soldaten sein? Muß es wieder so enden? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Also gehen wir etwas in die Tiefe und schauen, ob weitere Quellen von Ölquellen veröffentlicht wurden:

Viele Stimmen, eine Vorahnung

Hier ist es u. a. die jamaikanische Zeitung „The Jamaican Observer“, die in punkto Seriösität und Sprachstil ein Vorbild nicht nur in der karibischen Medienlandschaft darstellt: Der langjährige Redakteur + Kolumnist Bill Maxwell fragte bereits 2004 in dieser Zeitung: “Is there Oil in Haïti? Und drückt hier gleich die Ängste karibischer Bewohner aus, demnach das Aufspüren neuer Bodenschätze den Antillen eben nicht helfen, sondern wieder in eine Ära des Quasi-Kolonialismus zurückwerfen würde. Autor Dr. George Michel aus Haïti geht in seinem Beitrag im Forum „Kiskeyan Connections“ bereits weiter und fordert die lokale Unterstützung zur Ausbeutung haitianischer Ölquellen und bilaterale Handelsabkommen mit Kuba, Jamaica, Venezuela und der Dominikanischen Republik.

Die in Port Au-Prince geborene amerikanische Lyrikerin, Schriftstellerin und Rechtsanwältin Marguerite Laurent aka Ezili Dantò schreibt bereits am 13. Oktober 2009 über das Engagement von USA und UN auf Haiti aufgrund der reichen Ölvorkommen.

Ezili Dantò, ebenso Vorsitzende der haitianischen Rechtanwaltsvereinigung Haitian Lawyers Leadership Network (HLLN) – die auch den abgesetzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide als Anwältin vertreten hat – erinnert daran, daß Aristide zum Ende seiner Amtszeit Pläne für die Entwicklung Haitis verfasst und in Buchform veröffentlicht hat: Darin seien die Rohstoffvorkommen Haitis zum ersten Mal amtlich und detailliert aufgeführt gewesen. 2004 wurde Aristide dann, je nach Lesart mit Wohlwollen und/oder Unterstützung der Bush – Administration aus seinem Land vertrieben. Wem all diese älter datierten Autorenbeiträge (und davon gibt es zahlreiche) zu einseitig erscheinen: Am Dienstag, den 02. Februar 2010, also NACH dem Beben, berichtete sogar der eher konservativ orientierte US-Nachrichtendienst Bloomberg von den großen Erdölvorkommen auf und um Haïti, „die hier“, so Geologe Stephen Pierce, „durch das jüngste Erdbeben aufgebrochen und freigelegt wurden“. Ach! Schon wetzen die Petrofirmen ihre Bohrer: Pierce ist Exploration Manager, der in Dallas, Texas ansässigen Zion Oil & Gas Inc. und fährt fort: „Eine Entdeckung solcher Ölvorkommen könnte die Wirtschaft des Landes nachhaltig stimulieren und regt weitere Bohrungen und Ölsuche an!“ Mit den großen Hunden pinkeln?

Die Wirtschaft welchen Landes profitiert hier? Jedenfalls war Haïti s PM Jean-Max Bellerive am Montag, 01. Februar in Montreal und wurde sowohl von Kanadas Außenminister Lawrence Cannon als auch der US – Secretary-of-State Hillary Clinton empfangen. Da geht ein Kleiner mit den großen Hunden pinkeln? Stephen Pierce abschließend: „ Haïti ist vom Standpunkt der öl- und Gasindustrie weit weniger entwickelt als beispielsweise sein Nachbar, die Dominikanische Republik. Man könnte hier weit mehr erarbeiten!“.

Inflationäres Öl – ohne Ende

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer: Nun schleicht uns leise die Frage an, weshalb die Regierungen von Haïti, die offenbar schon länger wissen, auf was für einem prallen Ölfass sie schlummern, nicht schon längst die Entwicklung zu einem Förderstaat statt einem Petroimporteur vollzogen hatten? Die Antwort könnte sein: Weil dann der Markt weiter mit billigem Öl überschwemmt würde!

Der Schleier lüftet sich und schärft den Blick: Schon Mexico, Brasilien und Venezuela lassen so ihre Muskeln spielen und der Dollar geriete weiter unter Druck. Noch lebt die amerikanische Petroindustrie – und damit ihr Konglomerat aus Zulieferern, Banken und Regierungsaufträgen – vom Verkauf des relativ teuren Öls aus eigener Kontrolle. Je dünner die Tinte aus teurem Öl, umso schwärzer die Blaupause, umso mehr Petrodollars. Chemisch und physikalisch Unsinn. Aus Bankensicht (und damit nicht zwangsweise sinnvoller) aber nachvollziehbar, denn wertvoll ist, was rar und exklusiv ist. Und so soll es nach ihrem unilateralen Mantra auch weiter bleiben! Brasilien, der Sudan, Mexico, Venezuela, Afghanistan, Irak, Nordafrika könnten den Weltmarkt mit Tsunami von billigem Öl überschwemmen und tun dies zum Teil auch schon. Wenn nun noch vor der eigenen Golfküste ein Petrodumping entsteht, kann die texanische Ölindustrie langsam das Licht ausknipsen – oder ihren Beschäftigten ein Lohnniveau auf Augenhöhe von Caracas, Khartoum oder La Habana anbieten. Könnte aber möglicherweise Ertrag, Wählerstimmen und Machtposition gefährden.

Puzzle, Risiko oder Monopoly?

Abschließend ein Blick von oben: Wie so oft, erkennt man die einzelnen Puzzleteile erst, nachdem das Bild schon fertig ist; Der umstrittene und unter zweifelhaften Umständen gewählte Präsident Haïtis, René Préval, unterstützt die vom IWF geforderten Privatisierungen.

Angeblich unterhält Préval Beziehungen zu den „Chimeres“, den haitianischen Oligarchen, die 2004 die Vertreibung von Aristide unterstützt haben. Aristide forderte nur kurz zuvor in einer Rundfunkrede, die Entwicklung der (damals schon erwähnten) haitianischen Öl- und Goldvorkommen sowie andere wertvolle Rohstoffe nicht nur zum Wohle der Oligarchen, sondern in den Dienst der gesamten haitianischen Wirtschaft und der Bevölkerung des Landes zu stellen. Bis heute verbietet das US-Außenministerium Aristide die Rückkehr aus seinem südafrikanischen Exil. Der Mohr hat schließlich seine Schuldigkeit getan. Haiti besitzt also bereits seit 2004 quasi eine Marionettenregierung. Nach dem furchtbaren Erdbeben vom 12. Januar hat nun das US-Militär mit insgesamt ca. 20.000 Soldaten im Land die Kontrolle über die vier Flughäfen Haitis übernommen. Verschiedene Reporter und internationale Hilfsorganisationen haben der Navy-Administration vorgeworfen, sie kümmerten sich mehr um die Errichtung militärischer Kontrolle – das Militär spricht von »Sicherheit« –, als um den Transport von Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten von den Flughäfen zu den Menschen, die dringend darauf angewiesen sind.

Wieder Flott, die Vierte:

Die aktuell vor und auf Haïti operierende 4. US –Flotte, welche die See-, Luft- und Landversorgung Haïtis mittels Helikoptern, Marines und Begleitschiffen koordiniert, wurde erst zum 01. Juli 2008 reaktiviert. Ihr Kommandeur hält zusätzlich den strategisch wichtigen und ranghohen Posten der US Naval Forces Southern Command (NAVSO) inne, dem Navy Combatant Command des US Southern Command (SOUTHCOM), welches seit 25. Juni 2009 vom Dreisterne-General Douglas M. Fraser geführt wird. Während des 2. Weltkrieges hatte die US-Navy im März 1943 schon einmal eine 4. US-Flotte mit Zuständigkeitsbereich Südatlantik aufgestellt. 1950 war diese 4. US-Flotte in die in Norfolk/Virginia beheimatete 2. US-Flotte integriert und das Kommando aufgelöst worden.

Mitten im Wahlkampf, der sich im Juli 2008 schon zu Gunsten des neuen Präsidenten Barack Obamas abzeichnete, erklärte Floridas Senator Bill Nelson (Demokraten) vier Gründe zur Bildung der Flotte: 1. Die wachsende ökonomische Stärke Brasiliens (bekanntermaßen kein „evil state“), 2. die „aggressiv feindliche Haltung Venezuelas“ (Nun gut), 3. Den zunehmenden Handelsverkehr (Hä?) durch den Panamakanal und 4. das Alter Fidel Castros. (Um ihn mit Medikamenten zu versorgen?). Der Pariser Figaro (Natürlich) kommentierte die Bildung der 4. US-Naval Fleet deutlicher: „Um mit militärischer Präsenz den politisch wie wirtschaftlich stärker werdenden Linksregierungen Lateinamerikas entgegen zu treten!“ (Aha!).

Kurz nachdem die 4. US – Flotte offiziell in den Dienst verabschiedet wurde, hielt diese bald Flottenmanöver in der Karibik ab. Venezuelas Präsident Hugo Chavez fühlte sich etwas provoziert und lud kurz darauf ein paar russische Kriegsschiffe ein, vor seinen Gewässern ebenfalls ein paar Seemanöver abzuhalten. Etwas entfernt von der baltischen See, um auch mal die tropische Sonne zu erleben, versteht sich. Das Säbelrasseln in der Karibik hat also längst begonnen. Da die Finanzierung einer gesamten Navy-Flotte doch etwas Kleingeld fordert, die Ersparnisse aus Washington aber langsam knapp werden, versteht sich nun auch der angekündigte Kurswechsel in der ohnehin nicht zu gewinnenden Afghanistan – Politik, womit ein paar Außenstände des Pentagons eingespart und eher für die Sicherung des karibischen Vorgartens verwendet werden könnten. Das lässt sich der zunehmend kriegsmüden amerikanischen Öffentlichkeit sicherlich auch besser verkaufen.

Status Quo: divide et impera

Unabhängig davon, welchen der Leser der mittlerweile mannigfaltig kursierenden Beiträge zum Thema „Öl, Haiti, Beben“ mehr Glauben schenkt, so bleibt schon jetzt ein bitterer Beigeschmack ob des ungewöhnlich hohen US-Engagements auf Haiti. Es bleibt zu wünschen, daß die notleidende und von der Geschichte vollkommen unverwöhnte Bevölkerung Haïtis, ihre Überlebenden und ihre Opfer, dennoch in den Genuß eines wie auch immer gearteten Wirtschaftsaufbaus kommen. Oder bleibt der größte Reichtum Haitis weiterhin seine Armut? Der große amerikanische Schriftsteller und Pulitzer- Preisträger James A. Mitchener beschrieb es 1989 in seinem Werk „Karibik“ so. Die Karibik war, ist und bleibt ein Spielplatz der Großmächte, wo sie, wie einst die Piraten und ihre europäischen Auftraggeber, ihre Freunde und Feinde, ihre Spielregeln und Flaggen jederzeit neu definieren können. Ihr Reichtum war seit ihrer Entdeckung durch Columbus stets ein Fluch für ihre Bewohner und ein Segen für ihre Eroberer…

Bildnachweis: Grafixar

Der Autor: Daniel Firas Khafif pendelt zwischen Cadíz und Berlin. Er arbeitet als Dozent, schreibt Texte, frisiert Drehbücher und gewinnt von Zeit zu Zeit einen Preis für seine Arbeiten. Dazwischen widmet er sich den liegengelassenen Themen der Weltliteratur und gräbt neue Zusammenhänge zwischen alten Kulturen, Schriftstellern und bestimmten Regionen dieser Welt aus.

February 5 2010, 11:15am

Video: Die Fliege Schirrmacher

Jetzt wird es Tach. Kaum hat die künstliche Intelligenz enorme Bescheidenheit lernen müssen ob der kaum eingehaltenen Versprechungen aus den 80er und 90er Jahren. Da kommt der Schirrmacher daher, und erkennt in eben diesem Unvermögen eine Externalisierung des Denkens in der Cloud, also der Wohngemeinschaft der serverbasierten Applikationen im Web. Speichern, Ändern, Löschen und Erstellen sind jetzt plötzlich DAS DENKEN. Sollen wir hoffen, dass die Welt der IT wirklich irgendwann die Potenz hat, die Schirrmacher ihr angstvoll unterstellt? Am allerallerallerschönsten ist das Bild mit der Fliege und der Biene. Herr Kluge, ich will sie heiraten! Aber, der Schirrmacher hat sogar fast erkannt, dass eine zweiwertige Logik (Binärsystem) nicht ausreicht, um Denken zu modellieren. Fast. Wer mehr über Narration und Programmcode lernen will, möge mein 10 Jahre altes Interview in telepolis lesen.

February 5 2010, 10:59am

Wikileaks Finanzloch gestopft

UPDATE: Offenbar ist die Whistleblower-Seite wikileaks vorerst gerettet: Achieved min. funraising goal. ($200k/600k); we’re back fighting for another year, even if we have to eat rice to do it. verkündete das Projekt via Twitter.

Finanzielle Engpässe sind ja seit geraumer Zeit bekannt, seit Anfang des Jahres werden offensiv Spenden gesammelt, der aktive Betrieb der Seite ging offline – und dabei wird es erst einmal noch bleiben. $200,000 braucht die Seite nach eigenen Angaben, um die technischen Kosten zu decken. Um permanent weiterarbeiten zu können, also nicht nur fünf Mitarbeiter zu bezahlen sondern auch die vielen, die sich ehrenamtlich engagieren, werden insgesamt $600,000 benötigt. Auf der Wikileaks-Seite heisst es außerdem: We have received hundreds of thousands of pages from corrupt banks, the US detainee system, the Iraq war, China, the UN and many others that we do not currently have the resources to release. You can change that and by doing so, change the world. Even $10 will pay to put one of these reports into another ten thousand hands and $1000, a million. .

Diverse – nicht deutsche – Zeitungen setzen sich für den Erhalt von Wikileaks ein, wie das Wired Magazine berichtet: The Guardian and The Spectator are among the titles that have run editorials urging people to donate to keep the website running after it was crippled by its own running costs. Auch viele andere Blogs rufen natürlich dazu auf, Wikileaks jetzt zu unterstützen.

In den vergangenen Tagen hatte es in Deutschland Probleme mit Wikileaks Spendenkonto bei Paypal gegeben, wie die taz berichtete: Dem Non-Profit-Archiv für Dokumente, Wikileaks, wurde am Samstag das Konto beim Online-Bezahlsystems Paypal gesperrt. Im Zuge einer Spendenaktion, die den Fortbestand des Projekts finanziell für das kommende Geschäftsjahr sichern soll, ist über zwei Tage lang kein Geldtransfer über das Konto möglich gewesen. Am Montag verkündete Paypal Deutschland auf Nachfrage der taz, dass die Sperre am Nachmittag aufgehoben wurde. [...]

Die Folgen der Sperre für Wikileaks sind am Montag noch nicht absehbar: „Die Sperrung des Kontos am Samstag kam vollkommen unerwartet, und mitten in unserem Fundingdrive. Piratebay hatte gerade einige Stunden vorher auf ihrer Homepage begonnen, zu Spenden für uns aufzurufen.“ so der deutsche Wikileaks-Mitarbeiter Daniel Schmitt. Über ihn und Wikileaks hat die Zeit übrigens einen wirklich guten Artikel veröffentlicht. Ein sehenswertes TV-Stück hat auch die BBC zu wikileaks gemacht:

Redaktion: Eure Spende ist also dringend erbeten unter diesem Link (nach unten scrollen)…

February 5 2010, 10:30am

Content Marketing

Es ist mir wohl bewußt, dass man in Europa, vornehmlich in Deutschland Werbung noch immer so betreibt und plant wie im Jahr 1995. Das wirkt heimelig und zuweilen pittoresk. Es rettet auch einige Verlage und Sender, die eigentlich schon den Weg alles Lebendigen gegangen wären. Warum soll man auch im Netz sehr wenige Interessenten zielgenau ansprechen, wenn man über teure Schaltagenturen Millionen von Leuten beim Bügeln, beim Weiterblättern oder Weghören stören kann?

Zwei oder drei Personen machen es etwas anders. Sie versuchen es mit Inhalten, die für eine bestimmte Interessenlage geschrieben werden. Content Marketing. Vielleicht möchte ja der Eine oder die Andere sich mal einlesen? Dann geht es hier weiter…

Ach ja, der geneigte Leser wird feststellen, dass sich hinter diesem Begriff etwas verbirgt, was die Reichweitendiskussion und der Hype rund um soziale Plattformen bisher etwas verdrängt hat. Wenn man nichts Passendes zu sagen hat und das auch noch möglichst hölzern formuliert, dann helfen die ganzen Onlinespirenzchen gar nix.

Bldnachweis: junta42

February 4 2010, 3:18pm

Kostenfreies Screen Sharing mit Mikogo

Es gibt ja so Gelegenheiten, da fragt man immer seinen Alpha-Nerd. Oder seine Alpha-Nerdin. Der oder die wird’s schon richten, denkt man sich dann. Ganz so einfach ist das aber doch nicht, denn wie erklärt man jemandem übers Telefon, was er wo zu klicken hat, um endlich … (hier bitte ein beliebiges Problem eintragen) zu können?

An dieser Stelle setzt Mikogo an. Der Dienst schreibt sich “free screen sharing for people and businesses” auf die Fahne und wartet sogar mit Fernbedienbarkeit des Rechners auf. Im Rahmen der (mittlerweile beigelegten) Auseinandersetzung um den Twitter-Account @mannheim hat Mikogo einige Publicity bekommen. Es wird also Zeit, den Dienst genau unter die Lupe zu nehmen.

Wie funktioniert Mikogo?

Wie im Screen Sharing üblich, startet eine Person eine Session und lädt dann andere Teilnehmer ein, die übers Web alles sehen können, was auf dem Bildschirm des Session-Leiters geschieht. Dazu muss der Leiter oder die Leiterin eine Software installieren, die von Mikogo kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Linux-User bleiben hier leider draußen. Den kompletten Funktionsumfang gibt es nur für Windows-Rechner, Mac-Anwender müssen auf einige Funktionen verzichten. Ist die Software installiert, kann man einen Account machen, ihn eintragen und loslegen. Jedes Meeting hat eine eigene ID aus neun Zahlen, die man den Teilnehmern mitteilen muss. Dazu bietet die Mikogo die Möglichkeit, direkt aus der Software heraus eine E-Mail zu verschicken oder die ID zu kopieren.

Mit Mikogo lässt sich ein fremder Rechner einfach fernsteuern, um beispielsweise die Systemeinstellungen zu kontrollieren

Für die Teilnehmer/innen ist die Sache einfacher. Sie müssen lediglich auf die Mikogo-Homepage gehen und unter “Join Session” ihren Namen und die ID der Session eingeben, an der sie teilnehmen möchte. Mikogo bereitet daraufhin eine ausführbare Datei vor, die heruntergeladen und gestartet werden muss. Ist das erledigt, können sie den Bildschirm des Leiters/der Leiterin sehen. Sehr schön sind eine Reihe von Zusatzfeatures, die es ermöglichen, Dateien auszutauschen oder auf den Bildschirm eines Teilnehmers zu wechseln. Es ist sogar möglich, den eigenen Rechner zur Fernsteuerung freizugeben. Der Wermutstropfen der ganzen Sache ist allerdings die fehlende Audio- oder Chat-Unterstützung innerhalb der Software. Mikogo hat jedoch spezielle Telefonnummern für verschiedene Länder eingerichtet, über die Konferenzen durchgeführt werden können.

An wen richtet sich Mikogo?

Mikogo soll die Werbetrommel für die ausgefeilten und kostenpflichtigen Anwendungen von BeamYourScreen rühren und bietet daher einen eingeschränkten Funktionsumfang. Aus diesem Grund wird Mikogo für viele Unternehmen kaum interessant sein: So ist die Anzahl der Teilnehmer auf zehn Personen beschränkt, und es gibt keine Möglichkeit, direkt innerhalb des Systems über Chat oder Telefon Rückmeldung zu geben. Außerdem schlägt als Nachteil zu Buche, dass sich die Teilnehmer nicht über einen HTML-Viewer einloggen können, sondern eine ausführbare Datei herunterladen und starten müssen. Wenn man mit diesen Einschränkungen leben kann, lässt sich Mikogo natürlich auch gewinnbringend im Unternehmensumfeld einsetzen.

Über die Fernsteuerung wird sich der oben erwähnte Alpha-Nerd freuen: So lassen sich einfach Probleme beheben. Ansonsten bietet sich der Dienst für kleinere Projekte oder Seminare an. Windows-Nutzer dürfen sich außerdem über die Möglichkeit freuen, eine Aufzeichnung des Meetings anlegen zu können.

Blogpiloten-Fazit

Mikogo ist ein interessanter Dienst für die genannten Zielgruppen. Gerade in der Möglichkeit der einfachen Fernsteuerung liegt ein echter Mehrwert gegenüber anderen Diensten, mit denen sich der Bildschirm teilen lässt. Umständlich ist der Verzicht auf einen HTML-Viewer. Man muss also auch den technisch Unbedarften under den Teilnehmern klar machen, dass sie eine Datei ausführen müssen, wenn sie am Meeting teilnehmen möchten. Abgesehen davon ist der Funktionsumfang jedoch beeindruckend und die Handhabung einfach. Mit einer eigenen Telefonnummer wird zudem die Einschränkung aufgehoben, dass Mikogo keine direkten Telefonkonferenzen bietet. Somit kann Mikogo für alle kleineren Meetings empfohlen werden.

February 4 2010, 10:00am

Interview: Jeff Jarvis über Zerstörer

Ulrike Langer (Mediummagazin, medialdigital.de) hat Jeff Jarvis interviewt zum Thema Journalisten als Unternehmer. Wer es nicht glaubt, möge Augen und Ohren öffnen und achtsam sein. (fast 18 Minuten lang)

Wer es lieber lesen will, findet hier die Transkription. via Ulrike Langer

February 3 2010, 2:56pm

Livestream: Socialmediaweek Berlin

LIVE, BUNT und in Farbe:

February 3 2010, 12:11pm

Wikipedia und das Drama der Relevanz

Der andauernden Löschdiskussion zwischen Inkludisten und Exkludisten fügt die Informationsarchitektin Regine Heidorn die Perspektive der Wissenschaft hinzu. In computergestützt arbeitenden Forschungsprojekten gestalten sich Relevanzkriterien ihrer Erfahrung nach anders: Dort zählt weniger die Qualität einzelner Artikel als die Gesamtheit der zur Verfügung stehenden Daten.

Die Löschdiskussion der deutschsprachigen Wikipedia sind in den letzten Monaten ein im Netz leidenschaftlich diskutiertes Thema. Ganz neu ist das Phänomen nicht, es gab öfter Beschwerden über vermeintlich zu unrecht gelöschte Einträge. Der gesammelte Unmut spaltet sich in zwei Lager: Inkludisten und Exkludisten. Erstere vertreten den Standpunkt, da genügend Serverplatz zur Verfügung stünde, könnten unfertige oder noch nicht ausreichend recherchierte Einträge erhalten bleiben. Auch als Aufforderung, die Einträge zu verbessern und damit als Anreiz zur Mitarbeit bei Wikipedia. Die Exkludisten dagegen argumentieren, bestehende Einträge müssten auch gepflegt und aktualisiert werden, das wäre nicht für jeden Eintrag möglich, die Nutzergemeinde sei zu klein. Daher sei es besser, Einträge, die nicht genügend ausgearbeitet seien oder den Relevanzkriterien von Wikipedia nicht gerecht werden, gleich zu löschen.

Ein wesentlicher Punkt wurde in der bisherigen Wikipedia-Diskussion, die sich in der deutschsprachigen Community zwischen Inkludisten und Exkludisten im Kreis dreht, kaum beachtet: Die Kriterien für Relevanz einer Online-Enzyklopädie sollten sich auch an der Online-Nutzung derselben ausrichten und mit deren Veränderungen und Ansprüchen wachsen. An dieser Stelle kann man vermuten, dass die Relevanzkriterien von Offline-Enzyklopädien aus und an den Nutzungsansprüchen erwuchsen. Und sicher u. a. von der Verfügbarkeit der Ressource Papier sowie erforderlichen Aktualisierungszyklen abhängen.

Diese banale Feststellung erhält Gewicht, wenn der Begriff “Online-Nutzung” erweitert wird auf die wissenschaftliche Online-Nutzung, genau so, wie Offline-Enzyklopädien wissenschaftlich genutzt werden. Allerdings unterscheiden sich die Methoden wissenschaftlicher Online-Nutzung von denen der wissenschafltichen Offline-Nutzung und genau hier ist der Ansatzpunkt, der im Folgenden anhand eines Beispiels beleuchtet werden soll.

Soweit mir die Diskussion bekannt ist, geht es bei den konträren Standpunkten der In- und Exkludisten allein um Kriterien der Relevanz, nicht um tatsächliche Ressourcen-Probleme. Auch dem hartgesottenen Inkludisten ist klar, dass es unsinnige Beiträge gibt. Die Exkludisten dagegen argumentieren nicht mit einem Löschzwang aufgrund mangelnden Serverplatzes. Die künstliche Verknappung relevanten Wissens für Offline-Enzyklopädien, so arbiträr sie vom Gedanken des unbegrenzbaren Wissenshorizonts, wie ihn Popper formuliert hat, erscheinen mag, hatte in der Knappheit der Seiten zumindest eine materiell begründbare Grenze. Die Frage ist nun, inwieweit die Relevanzkriterien einer Offline-Enzyklopädie für eine Online-Ausgabe übernommen werden können. Und inwiefern die wesentlich erweiterte Verfügbarkeit der Ressource Serverplatz die Kriterien für relevante Inhalte beeinflusst.

Sofern es darum geht, als neues digitales Medium ein etabliertes analoges Medium zu verdrängen oder dieses in seinen Leistungen zu übertreffen, erscheint es nur konsequent, sich direkt am analogen Vorbild zu orientieren und den Beweis der Überlegenheit durch Übernahme der vorhandenen Relevanzkriterien anzutreten. Genau darum drehte sich die Wikipedia-Diskussion in den Anfängen. Diesem Stadium ist Wikipedia lange entwachsen und kämpft nun mit anderen Problemen: so zum Beispiel – stellvertretend für die Herausforderungen der alltäglichen Nutzung – mit der Widersprüchlichkeit der Kriterien (Vorsicht, Polemik).

Ein Blick auf die wissenschaftliche Nutzung zeigt ein anderes Bild: Ende 2009 fand am Deutschen Archäologischen Institut in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Topoi ein Workshop zum semantischen Daten-Modell CIDOC-CRM statt. Aus dem Workshop möchte ich ein Projekt herausgreifen, um zu zeigen, in welchen Bereichen eine wissenschaftliche Nutzung von nutzergenerierten Inhalten im Internet stattfindet.

Einzug digitaler Methoden in die wissenschaftliche Methodologie “From Questions to Answers – Travelling from Perseus to Arachne and Anywhere” (PDF, 3.8 MB) – bei diesem Projekt geht es um einen “einfachen Anwendungsfall”. Ein Historiker arbeitet an der Entwicklung des alten Pergamon. Um die Bedeutung der Befunde interpretieren zu können, folgt eine Recherche zu allen Nennungen von Pergamon in den unterschiedlichsten Quellen (Literatur, Funde, sonstige Artefakte, Museen etc.). Die Frage ist, wie maschinen-verwertbare Daten zu diesem Zweck vorgehalten werden können. Dafür kann unter anderem die archäologische Objektdatenbank Arachne verwendet werden. Um möglichst viele Quellen mit Nennungen unterschiedlichster Aspekte einzubeziehen, wurde in diesem Beispiel auch eine semantische Abfrage an Wikipedia einbezogen, in dem Fall über DBpedia, eine Plattform die ihrerseits strukturierte Daten aus Wikipedia extrahiert und semantisch aufbereitet wieder zur Verfügung stellt.

Von der Nutzung solcher digitaler Methoden versprechen sich Wissenschaftler genauere und umfassendere Ergebnisse, als sie bisher möglich waren. Dieses Versprechen begründet sich in der Möglichkeit größerer Unabhängigkeit von Ressourcen (Reisen zu Archiven, begrenzte Bearbeitungszeit zwingt zur Eingrenzung der Forschungsfragen auf relevante Kriterien). Ähnlich dem Schritt von der Offline- zur Online-Enzyklopädie wird es nun möglich, virtuell mehr und umfangreichere Datenbanken und Archive als Forschungsgrundlage anzuzapfen. Sofern die Datengrundlage semantisch gründlich aufbereitet wurde, sind wesentlich komplexere Forschungsfragen über Datenbank-Queries in kürzerer Zeit möglich. Zusätzlich können mehrere Disziplinen über neutrale Beschreibungen miteinander verknüpft werden. Hier lösen sich die Grenzen von interdisziplinärer Forschung über transdisziplinäre zu disziplinneutraler Forschung auf.

Zurück zu den Anforderungen an Relevanzkriterien einer Online-Enzyklopädie: Eine digitale Enzyklopädie wird relevant bleiben, sofern sie sich den digitalen Nutzungsbedürfnissen anpasst. Für die in den Beispielen dargestellte Nutzung spielt es z. B. keine Rolle, ob die Befunde in einem exzellenten Artikel verfasst sind: sogar unfertige Artikel, die als Solche nicht gerade menschenlesbar sind, werden relevant, weil sie im semantischen Gerüst der Wikipedia maschinenlesbar ausgewertet werden können. Die Relevanzkriterien einer Online-Enzyklopädie sollten der Funktion als Wissensspeicher, auch für interdisziplinär verbundene Fragmente von Wissen, gerecht werden. Die Nutzung von Wikipedia in diesem Rahmen würde es der digitalen Enzyklopädie ermöglichen, das zu leisten, was auch der Brockhaus im analogen Bereich geleistet hat: eine Verbindung von Wissenschaft und Alltag herzustellen.

Und zwar nicht mehr einseitig kanonisiert durch eine geschlossene Redaktions- oder Admingruppe, sondern zu gegenseitigem Nutzen. Nicht nur könnte die Qualität von Wikipedia-Einträgen allgemein gehoben werden, indem Wissenschaftler mehr beitragen, weil sie gut auf die vorhandene semantische Struktur aufsetzen können. Es könnten auch andere fachlich Interessierte weltweit ihre Daten beitragen. Und wenn das nicht Wikipedia ist, dann wird eine andere Plattform diese offene Stelle besetzen.

Bildnachweis: flickr

Crosspost von digiom.de

Unter Mitarbeit von Jana Herwig

February 3 2010, 10:00am

DLF: Zukünftigkeit auf der transmediale.10

Am ersten Tag ein vielleicht verfrüht kritischer Radiobeitrag des DLF über die transmediale.10 mit ihren vielen Ansätzen zum Begriff Zukunft, die eigentlich heute schon stattfindet. Oder hat er Recht? Also hingehen, ansehen, anhören und schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare. Erfüllt das Festival die Erwartungen? Was wünscht Ihr Euch? Was fehlt? Der Beitrag nach dem Klick auf MEHR…

DLF Beitrag 4:48min

Quelle: dradio.de

February 2 2010, 8:43pm

Zittrain: iPad ist Innovationsbremse

Jonathan Zittrain, Harvad-Professor für Internetrecht und Autor des Buches “Future of the Internet“. Es sind die klassischen Argumente, die Zittrain auf der Supernova Anfang Dezember 2009 gegen Apples closed world vorbringt.

February 2 2010, 4:29pm

Kubus muss weiter: Ein eBay-Objekt verkauft sich selbst

“A Tool to Deceive and Slaughter” heißt der schwarze Würfel, den Caleb Larsen gerade für über sechstausend Dollar über eBay verkauft hat. Dabei hat der schwarze Acryl-Kubus nur eine Funktion: Sich selbst wieder über eBay zu versteigern, sobald ihn der Besitzer ans Netz angeschlossen hat. Letzte Woche stellte Wired Larsens Aktion vor. Jetzt ist der Würfel verkauft und auf dem Weg zum Höchstbietenden. Larsens absurde Kunstauktion experimentiert mit Verlangen, Besitz und Marktwert – und mit sich selbst.   Caleb Larsen, 1979 in Michigan geboren, lebt in Mexiko. Die Materialien für seinen 2008 entworfenen Würfel beschreibt er so: Perpetual online auction, internet connection, custom programming and hardware, acrylic cube. Das Ergebnis ist eine Skulptur, die sich alle zehn Minuten ins Internet einwählt und prüft, ob es auf eBay zum Verkauf steht. Wenn das nicht der Fall ist, stellt sich der Würfel automatisch neu zur Auktion ein. Sobald er ersteigert wurde, muss ihn der alte Besitzer an den Höchstbietenden der Auktion schicken, so lautet die Kaufbedingung. Der schließt ihn wieder ans Netz, und alles geht von vorn los.   Die Höhe des neuen Preises darf der Durchgangseigentümer mitbestimmen, muss aber eBay-Gebühren einkalkulieren und 15 Prozent der Preisdifferenz an den Künstler weiterzureichen. Und so soll der Würfel von Auktion zu Auktion und Ort zu Ort wandern. Sein aktueller Wert und Status sind jederzeit abrufbar unter atooltodeceiveandslaughter.caleblarsen.com.   “Diese Skulptur existiert im ewigen Flux der Transaktion”, erklärt Larsen auf seiner Website. Als Inspiration nennt er Robert Morris’ Box With the Sound of Its Own Making und Baudrillards Schriften über die Kunstauktion.   Es scheint, als sei das Spiel, das Larsen mit den Bietern, mit dem Kunstmarkt, mit dem Markt überhaupt treibt, abzusehen. Wired adelt die Aktion, übers Netz und Medien verbreitet sich die Nachricht, “wie cool!” denken die Leute. Und einige werden verrückt genug sein, den Würfel zu ersteigern. Aus Eitelkeit, um ihn auch mal zu Hause zu haben und den Freunden zu zeigen. Um mit dem Hype Geld zu verdienen. Oder weil sie die absurde Schönheit der Aktion so freut, dass sie Teil davon werden möchten. Die Käufer werden die Bedingungen, die Larsen gestellt hat, akzeptieren, und den Würfel brav ans Netz anschließen, nachdem sie ihn ausgepackt haben. Irgendwann will der Würfel weiter ziehen, und das geht so weiter bis die Blase platzt und der Preis nicht mehr steigt, sondern einbricht.   Reuters-Journalist Felix Salmon deutet Larsens Box als ins absurde übersteigerte Kommerzialität: Many artists have tried to remove their art from the commercial aspects of the art world — by making it free, for instance, or by putting on performances, or creating public installations. This one does it by making an artwork which is so commercial that it can’t be collected. You could buy the piece today, and it might be worth $100,000 in a few years’ time. But you wouldn’t own it in a few years time, and you would have personally gained only a tiny fraction of the increase in the piece’s value, if anything at all.

Aber ist das alles, was Larsens Konzept ausmacht? Und könnte die Vorhersehbarkeit nicht doch schon früher enden, egal, ob der Künstler das vorhergesehen hat, oder nicht? Einmal in die Welt gesetzt, hat ein Kunstwerk sein eigenes Leben. Der Würfel könnte vom Weg, den der Künstler offiziell für ihn vorgesehen hat, abkommen. Damit der Würfel ewig wandert, ist trotz der eingebauten Automatik immer noch die Loyalität der Käufer notwendig. Der Weg des schwarzen Würfels ist selbst eine Black Box, weil das, was er bei Künstler und Käufer auslöst, offen ist.   Und dann ist da noch etwas: Obwohl dies nicht die erste Auktion war, dürfte das “unsammelbare Kunstwerk” erst ein einziges Mal wirklich verkauft worden sein, glaubt Felix Salmon. Und dabei könnte es möglicherweise bleiben, wie bei anderen Kunstwerken auch. Sollte er vorzeitig sesshaft werden, war die Geschichte vom wandernden Würfel am Ende selbst eine Täuschung.   Bildnachweis: de.engadget.com

February 2 2010, 10:00am

Video: Shirky on information overload and filter failure

Clay Shirky könnte man als Antipode zu Frank Schirrmachers Attacken auf die Welt der Algorithmen bezeichnen. Sein Satz “It’s Not Information Overload. It’s Filter Failure” ist mittlerweile Legion. Hier seine Attacke auf die Argumentationslinien der Ewiggestrigen:

via boingboing

February 1 2010, 2:53pm

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