Universitätsprofessor Howard Rheingold ist in den Staaten schon lange eine Koryphäre in Sachen Internet und gemeinsames Lernen. Hier ist noch einmal sein Zusammenfassung der wesentlichen Fähigkeiten, die man braucht, um in und mit dem Internet Wissen und Erkenntnis zu schaffen…
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Rheingold: Medienkompetenz als Praxis
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July 12 2011, 9:33am
Idioten sind die besseren Experten
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Das Internet funktioniere nach Auffassung des Philosophen Ludwig Hasler wie ein Restaurant, das am Eingang mit der Affiche begrüßt „Hier kocht Ihr Tischnachbar für Sie!“ Die Profis seien beurlaubt, die Laien übernehmen – nicht allein die Küche, auch die Medien, den Kommerz, das Sozialnetz. „Das Internet, die Galaxie der Dilettanten? Für Eliten/Fachleute zum Fürchten? Die Antwort kann nur diffus ausfallen. Das Internet erklären zu wollen ist wie im Trüben fischen“, so Hasler. Der Laie sei – frei nach Max Frisch – ein Mensch, der sich in seine eigenen Angelegenheiten einmischt. „Die Griechen nannten ihn idiotes, die Römer idiota: Er lebt für sich, vertraut seiner Erfahrung, pfeift auf die Finessen der Theoretiker. Als ‚Idioten’ traten die Apostel an gegen verblendete Welt- und verstockte Schriftgelehrte. Franziskus von Assisi nannte sich einen einfältigen idiota.
Luther fand, die unverbildete ‚Albernheit des Laien’ sei für göttliche Botschaften empfänglicher als die eingebildete Gescheitheit der Wissenden. Das ‚Lob der Torheit’ war längst angestimmt, als Erasmus von Rotterdam es besang: Der Humanist verspottete den Bildungsdünkel, spielte Leben gegen Schule aus, Common Sense gegen Dogma, Lachen gegen Tintenernst, erklärte die Torheit zur alleinigen Quelle des sozialen und privaten Lebensglücks“, so Hasler. Er stellt die richtigen Fragen: Reiht sich die digitale Kultur in diese Laienbewegungen ein? Das Internet als Maschine zur Umverteilung der Macht – weg von den Experten, hin zu den Idioten? Wann zuvor waren Kunden so sehr Könige? Und er gibt die richtige Antwort: „Nie hatten plebiszitäre Neigungen eine vergleichbare Chance, sich selbst zu organisieren. Im Web fällt die traditionelle Grenze zwischen Fachmann und Amateur.“ Experten bevorzugen störrische Esel Die Warnungen der so genannten Profis und Experten sind häufig nur elitäres Gehabe. „Seriöse“ Bewertungen von politischen Ereignissen, Wirtschaft, Finanzen, Büchern, Restaurants verlören gegen User-Sternchen und YouTube-Filmchen an Bedeutung. Die „Stunde der Stümper“ sieht Andrew Keen angebrochen, ein Internetpionier. Im Aufstieg der Dilettanten wittert er eine „kulturelle Verflachung, die die traditionelle Trennung von Künstler und Publikum, von Urheber und Verbraucher verwischt“. Entscheidend ist ja wohl, dass jeder (selbsternannte) Experte auf vielen Gebieten zugleich Idiot und Laie ist. Der eine kennt sich mit Naturwissenschaften aus und ist in der Philosophie oder Wirtschaftswissenschaft ein blindes Huhn und umgekehrt. Die Gedankenwelt der Experten sei zudem oft von Vorurteilen behaftet, nicht von vertrauenswürdig und der Kontrolle von außen bedürftig, so das Credo des Philosophieprofessors Paul K. Feyerabend. Er hasste den elitären Wortschwall der Experten. Ihre Dogmatik könne dazu verführen, dass sie anstelle von Pferden, störrische Esel besteigen und somit auf wirre Wege geraten. „Solche Fehler können von Laien und Dilettanten entdeckt werden und sind oft von ihnen entdeckt worden“, erklärt Feyerabend. Einstein, Bohr und Born waren Dilettanten und sie haben das bei zahlreichen Gelegenheiten gesagt. Schliemann, der die Vorstellung zurückwies, Mythos und Legende hätten keinen Tatsachengehalt, begann als erfolgreicher Kaufmann, bevor er als erster Forscher Ausgrabungen im kleinasiatischen Hissarlik durchführte und die Ruinen desbronzezeitlichen Trojas fand. Wie ist es möglich, dass die Unwissenden oder schlecht Informierten mehr zuwegebringen als diejenigen, die einen Gegenstand in- und auswendig kennen, fragte sich Feyerabend. „Eine Antwort hängt mit der Natur des Wissens selbst zusammen. Jede Einzelinformation enthält wertvolle Elemente Seite an Seite mit Ideen, die die Entdeckung von Neuem verhindern.“ Zählebige Gerüchte und überflüssige Ratingagenturen Außerhalb ihres Spezialgebietes seien Experten von weitverbreiteten und zählebigen Gerüchten abhängig. Viele Gerüchte, die mit anmaßender Gewissheit aufgetischt werden, seien nicht anderes als simple Fehler, die aus einer Mischung von Selbstgefälligkeit und Ignoranz entstehen. Besonders eklatant sei das in der Finanz- und Wirtschaftswelt: „Makroökonomen, Statistiker, Planungsbürokraten, Analysten und selbst ernannte Wirtschaftsexperten sind überhaupt nicht in der Lage, das Unvorhergesehene zu prognostizieren. Sie schauen zu oft in den Rückspiegel, um Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Friktionen, Zufälle, bahnbrechende Entdeckungen, konjunkturelle Bewegungen oder politische Katastrophen kann man nicht mit statistischen Methoden berechnen“, erklärt der IT-Experte Udo Nadolski, Geschäftsführer von Harvey Nash in Düsseldorf. Die meisten Kassandra-Rufer würden in Börsensendungen, Talkshows oder Büchern mit dem Titel „Wie ich den Crash vorgesehen habe“ nach dem Motto verfahren: „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist“. „Sie kommen mir vor, wie moderne Wanderheilige, die Rezepte gegen den drohenden Weltuntergang verkünden“, so Nadolski. Besonders zweifelhaft seien die Ratingagenturen, die vor knapp vier Jahren für Griechenland noch beste Bewertungen abgegeben haben und nunmehr eine Einstufung auf dem Niveau von Pakistan oder Jamaika vornehmen. Die Forderung des Hamburger Ökonomen Thomas Straubhaar sei deshalb richtig: „Entmachtet die Ratingagenturen.“ Man dürfe das Treiben dieser Agenturen nicht ernst nehmen. Es seien Einschätzungen unter vielen. Zufall statt Planung „Das Management der Zukunft findet unter den Bedingungen der Komplexität und Zufall statt. Zufallsfluktuationen und Komplexität erzeugen nichtlineare Dynamik“, schreibt der Wissenschaftstheoretiker Klaus Mainzer in seinem Buch „Der kreative Zufall – Wie das Neue in die Welt kommt“. In unsicheren und unübersichtlichen Informationsräumen könnten Menschen nur auf Grundlage beschränkter Rationalität entscheiden und nicht als homo oeconomicus. Der Laplacesche Geist eines linearen Managements von Menschen, Unternehmen und Märkten sei deshalb zum Scheitern verurteilt. Auch wissenschaftliche Modelle und Theorien seien Produkte unserer Gehirne. „Wir glauben in Zufallsreihen Muster zu erkennen, die keine sind, da die Ereignisse wie beim Roulette unabhängig eintreffen. Wir ignorieren Spekulationsblasen an der Börse, da wir an ein ansteigende Kursentwicklung glauben wollen“, erläutert Professor Mainzer. Zufall führe zu einer Ethik der Bescheidenheit. Es gebe keinen Laplaceschen Geist omnipotenter Berechenbarkeit. In einer zufallsabhängigen Evolution sei kein Platz für Perfektion und optimale Lösungen. Zufällig, spontan und unberechenbar seien auch Einfälle und Innovationen menschlicher Kreativität, die in der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte als plötzliche Ereignisse beschrieben werden. Ohne Zufall entstehe nichts Neues. „Nicht immer fallen die Ereignisse und Ergebnisse zu unseren Gunsten aus – das Spektrum reicht von Viren und Krankheiten bis zu verrückten Märkten und Menschen mit krimineller Energie“, resümiert Mainzer. Politiker, Entdecker und Unternehmer sollten weniger auf Top-down-Planung setzen, sondern sich auf maximales Herumprobieren und das Erkennen der Chancen, die sich ihnen bieten, konzentrieren, rät der frühere Börsenhändler Nassim Taleb, Autor des Opus „Der Schwarze Schwan – Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“. Die beste Strategie bestehe darin, möglichst viel auszuprobieren und möglichst viele Chancen zu ergreifen, aus denen sich Schwarze Schwäne ergeben könnten. „Dass wir in Umgebungen, in denen es zu Schwarzen Schwänen kommen kann, keine Vorhersagen machen können und das nicht einmal erkennen, bedeutet, dass gewisse ‚Experten’ in Wirklichkeit gar keine Experten sind, auch wenn sie das glauben. Wenn man sich ihre Ergebnisse ansieht, kann man nur den Schluss ziehen, dass sie auch nicht mehr über ihr Fachgebiet wissen als die Gesamtbevölkerung, sondern nur viel bessere Erzähler sind – oder, was noch schlimmer ist, uns meisterlich mit komplizierten mathematischen Modellen einnebeln. Außerdem tragen sie mit größter Wahrscheinlichkeit Krawatten“, bemerkt Taleb. Bild: Gunnar Sohn (Hans-Arp-Museum)
June 27 2011, 9:35am
Kinder und das Schmuddelnetz
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Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es um Schmuddeliges im Netz: Was tun, wenn ein Kind auf ungeeignete Inhalte stößt?
Frage: Mein zehnjähriger Sohn kennt sich schon ganz gut aus im Internet und darf ab und zu alleine surfen. Meist spielt er dann kleine Browser-Spiele. Manchmal benutzt er aber auch Suchmaschinen. Dabei ist er vor kurzem auf eine Pornoseite gelangt und war geschockt. Dürfen diese Seiten eigentlich frei zugänglich sein? Und wie kann ich verhindern, dass so etwas noch einmal passiert?
Antwort: Kinder sind oft verstört, wenn sie mit Pornos konfrontiert sind. Auch deshalb ist die Verbreitung von Pornografie in Deutschland unter Hinweis auf den Jugendschutz stark eingeschränkt, jedoch nicht verboten . Erwachsenen darf also alles angeboten werden, Kindern und Jugendlichen nicht. Mit anderen Worten: Die deutschen Gesetze haben dafür gesorgt, dass der Schmuddelkram, den Ihr Kind gesehen hat, jedenfalls nicht von einem deutschen Server kam.
Das tröstet und hilft in der Praxis wenig, zeigt aber das Problem auf: Diese pornografischen Darstellungen finden sich ebenso im Netz wie harte Gewaltdarstellungen und sie sind ebenso leicht zu erreichen wie jede andere, harmlose Seite auch. Die Zahl jugendgefährdender Inhalte hat in den letzten Jahren sogar zugenommen , doch die Server stehen häufig im Ausland und unterstehen somit nicht deutschem Recht.
Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen? Zum Beispiel könnten Sie eine Kinderschutzsoftware installieren, die ungeeignete Seiten blockiert – wenn sie diese denn erkennt . Zusätzlich oder stattdessen könnten Sie alle Seiten, die Ihr Kind gern besucht, als Lesezeichen speichern. Damit verhindern Sie, dass Ihr Kind, wenn es sich nur einmal vertippt, auf eine Seite mit ungeeignetem Inhalt gelangt, oder auch nur auf eine Seite, die zum Beispiel per Werbebanner auf ungeeignete Seiten eweiterleitet. Auch das Nutzen einer Kinder-Suchmaschine hilft. Dort werden die ungeeigneten Seiten gar nicht erst in den Suchergebnissen aufgelistet.
Auf jeden Fall sollten Sie problematische Inhalte bei einer der Meldestellen gegen Missbrauch im Netz anzeigen, zum Beispiel bei der Internet-Beschwerdestelle , die auch ein Formular zum Melden bietet – eine Anzeige dort ist auch anonym möglich.
Letztlich können Sie aber nicht total sicher sein, dass Ihr Kind niemals auf Pornos im Internet stößt. Mit den genannten Schritten können Sie jedoch dafür sorgen, dass Pornos nicht wiederholt einfach so, quasi aus Versehen, auf dem Bildschirm erscheinen.
In jedem Fall sollten Sie darauf achten, wo Ihr Kind surft. Dazu können Sie natürlich daneben sitzen, aber das kommt schon bei unter 10-Jährigen nicht mehr gut an. Außerdem sollen die Kinder ja gerade lernen, selbstständig zu surfen. Ich schlage vor, dass Sie in Absprache mit dem Kind ab und zu die Chronik der besuchten Seiten anschauen. Dann können Sie die Seiten, die Sie für problematische “Türoffner” zu ungeeigneten Seiten halten, gemeinsam prüfen und Ihr Kind gleichzeitig auf Stolperfallen hinweisen.
Mindestens genau so wichtig ist es aber, dem Kind zu signalisieren, dass es zu jeder Zeit und mit jeder Website zu Ihnen kommen kann, um Ihnen zu erzählen, wenn es etwas Seltsames, Verstörendes oder Beängstigendes gesehen hat: Ganz allein damit fertig werden zu müssen, weil man womöglich etwas Verbotenes getan hat, ist einfach zu viel verlangt.
June 24 2011, 10:15am
#140conf: Press should be the immune system of democracy
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Craig Newmark, Gründer von craigslist.com (die Killerwebsite, die fast alle Kleinanzeigen amerikanischer Zeitungen absaugt). erklärte hier auf der #140conf sein Verständnis von Geben und Nehmen im digitalen Echtzeit-Universum und anderswo… Leider keine tolle Tonqualität…
June 22 2011, 9:55am
Preferred Blog: Kulturbanauseblog
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Unter http://www.kulturbanause.de findet der geneigte Leser alles Sinnvolle zum Thema Photoshop, WebDesign, WordPress und Digitales Design mit vielen Tipps und Tricks und Buchrezensionen auch zu angrenzenden Themen wie Digitale Fotografie und vieles mehr. Highlights sind die Tutorials für alle die täglich mit oder gegen Photoshop kämpfen oder mit Themen wie Templates für WordPress oder das Mobile Web überfordert sind. Mein aktueller Tipp ist das Tutorial über media queries für das Gestalten der eigenen Website für mobile Geräte. Der Blogger Jonas Hellwig ist übrigens Autor bekannter Bücher über Templates für WordPress sowie Photoshop…
June 20 2011, 10:15am
Die Social Blase im Web
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Es kursieren enorme Zahlen durch die Welt der Medien, wenn es um den bevorstehenden Börsengang (IPO) von facebook geht. Allerorten tauchen dann Experten auf, die von solchen Wetten an der Börse abraten. Ältere Semester verweisen auf das bereits erlebte Platzen der ersten Web-Blase vor 10 Jahren. Aber vor 10 Jahren waren noch nicht solche Summen im Markt. Denn seit der Finanzkrise investieren Banken nicht mehr, indem sie Firmen und Staaten mit Schulden überhäufen. Es gibt daher Fantastilliarden freien Kapitals, und das muss einer Vernichtung zugeführt werden, sonst platzt das System. Die Motive liegen etwas weiter zurück…
Diese Vernichtung des Kapitals sind die besagten Blasen als Gegenentwurf zum Krieg, in dem Milliardengewinne auf Kosten von vernichteten Menschenleben eingefahren werden. Im Normalfall wird all das akkumulierte Geld der privaten Anleger fein säuberlich auf viele Risiken verteilt. Da es aber viele Banken und viele Anleger sind, kommen so eben auch Unsummen zusammen auf Punkten wo viel Geld schon gereicht hätte. Auf diese Weise machen viele Anleger aus 100.000 EUR in wenigen Jahren 70.000 EUR oder weniger (siehe Telekom etc.). Da sie jedoch aufgrund der Streuung ihrer Kapitalberater auch in weniger riskanten Geschäften ihr Geld anlegten, kommen sie insgesamt mit einem leichten Plus aus jeder Dekade. Die Tatsache, dass Microsoft 8,5 Milliarden Dollar für Skype hinlegt, um sein Windows Phone 7 an den Mann zu bringen, ist zumindest eine humorige Managerentscheidung, die ein deutliches Zeichen für die Verzweiflung ist, die in Redmond herrscht angesichts der Angriffe aus der cloud. Einige Kapitalgeber haben aber durch diesen Deal wieder soviel Geld verdient, dass sie das neue Kapital schnell wieder in startups und Beteiligungen investieren müssen. Neben all den frei flottierenden Geldern, die gerade nicht in die Industrie, den Mittelstand und die Forschung fließen, machen die Milliarden der Venture Capitalists und Business Angels aber nur einen kleinen Teil aus. Die Idee hinter dem Run auf Zukunftstechnologien wie Windkraft, Photovoltaik oder eben Internet ist aber nicht Kalkül sondern ein Mißverständnis: Man verwechselt Zivilisation mit Sicherheit. Dazu Alfred North Whitehead (Science and the Modern World, S. 207): “Die wohlhabende Mittelklasse, die das 19 Jahrhundert regierte, legte einen übertriebenen Wert auf die Gesichertheit der Existenz [...] {Wir sehen das heute wieder in den Begriffen “gesunde Ernährung” und “Nachhaltigkeit”}. Der Mittelklassepessimismus, die Zukunft der Welt betreffend, entstammt der Verwechslung von Zivilisation und Sicherheit. In der unmittelbaren Zukunft wird es weniger Sicherheit als in der unmittelbaren Vergangenheit geben, auch weniger Stabilität. Auch muss man zugeben, dass es einen Grad der Unsicherheit gibt, der sich mit Zivilisation nicht verträgt. Doch im ganzen gesehen, waren die großen Zeitalter unsichere Zeiten.“
Es ist also gut möglich, dass sowohl die Investoren als auch die Skeptiker an derselben Brust saugen: Dem Unvermögen, unsicheren Zeiten gelassener entgegen zu sehen.
June 14 2011, 9:26am
In Facebook steht, wie es den Kindern geht
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Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es um Facebook für Teenager: Dürfen ratlose Eltern die Profile ihrer Kinder ausspionieren? Wie es meiner Tochter (15) wirklich geht, erfahre ich eigentlich nur noch über Facebook, wo sie, glaube ich, vergessen hat, mich von ihrer Freundesliste zu streichen. Natürlich poste ich nie etwas. Ich schleiche hinein, schaue mich um und schleiche wieder hinaus. Mein Gewissen lässt mir allerdings keine Ruhe: Ist das schon Stalken oder ist es als Notlösung für eine gewisse Zeit vertretbar? Wenn Sie tatsächlich ohne das Einverständnis Ihrer Tochter deren Facebook-Existenz stalken, ist das ganz klar ein Vertrauensbruch. Allein der Begriff des Stalkens beinhaltet, dass die derart Verfolgten dabei Schaden nehmen. Aber stalken Sie wirklich? Es geht hier nicht um Haarspalterei bei der Wortwahl, aber ist das, was Sie tun, auch nur ungefähr ein „obsessives und unnormal langes Muster von Bedrohung durch Belästigung“ zulasten Ihrer Tochter? Wahrscheinlich beobachten Sie, was Ihre Tochter postet, verfolgen ihren Beziehungsstatus, ihre Unternehmungen und die Veränderungen auf ihrer Freundesliste. Wenn Sie dies heimlich tun, ist das zwar ein Vertrauensbruch, aber Stalken ist es nicht. Ihre Frage zielt aber wohl auf etwas anderes: Sie sind mit Ihrer Tochter nur noch auf Facebook „befreundet“, aber im echten Leben ist kein Gespräch darüber möglich, wie es ihrer Tochter geht. Von „Freundschaft“ kann da also keine Rede sein. Wahrscheinlich sind sie seit den ersten Tagen Ihrer Tochter im Netzwerk auf dieser Liste. Vielleicht wollten Sie ihr zu Beginn ein wenig über die Schulter schauen und ihr helfen, ihr Profil benutzen zu lernen? Wenn Ihre 15-jährige Tochter das Netzwerk schon eine Weile nutzt, um Kontakte zu pflegen und ihre Stimmung zu kommunizieren, kann man davon ausgehen, dass sie inzwischen ganz gut Bescheid weiß über die verschiedenen Funktionen. Sicher durchschaut sie, welche Personen welche Informationen ihres Profils einsehen können. Worauf ich hinaus will: Vielleicht hat ihre Tochter gar nicht vergessen, Sie von der Freundesliste zu streichen. Vielleicht stehen sie darauf, damit sie ab und zu mitbekommen können, wie es ihr geht – allerdings zu Bedingungen, die Ihre Tochter bestimmt. Hier ist der medienpädagogische Hinweis nicht genug. Denn ob Sie aus Versehen oder absichtlich noch auf der Liste derer stehen, die sehen dürfen, was sie bewegt, weiß nur Ihre Tochter. Sprechen Sie mit ihr darüber und machen Sie ihr klar, dass es Sie wirklich interessiert, wie es ihr geht. Von Heimlichkeiten rate ich grundsätzlich ab. Auch Ihre Tochter scheint ja den Kontakt zu Ihnen halten zu wollen – sonst wären Sie längst definitiv „draußen“. Mit 15 fällt das Reden mit den Eltern zuweilen schwer – vielleicht ist dieses „Reden ohne Reden“ ein zeitweiliger Kompromiss für Sie beide, bis Sie wieder live miteinander sprechen können.
June 10 2011, 10:00am
INTERVIEW: Recht im Web (Dr. Till Kreutzer)
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Auf der letzten re:publica hat das SAE-Team zusammen mit Stefan Mey ein Video-Interview mit Dr. Till Kreutzer von irights.info geführt und dabei Themen wie die Urheberrechtsdebatte, Rechte und Pflichten von Bloggern sowie die Digitale Gesellschaft in den Blick genommen:
June 7 2011, 10:15am
Eltern & Web: Fernsehen im Kindergartenalter
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Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es ums Fernsehen für Kinder: Sollten Kindergartenkinder schon fernsehen dürfen? Im Kindergarten meiner Tochter gucken fast alle Kinder mindestens das Sandmännchen, viele aber auch deutlich mehr. Bei uns zu Hause ist das nicht erlaubt, obwohl die Kleine (4) quengelt, sie wolle auch gucken – alle dürften schließlich, nur sie nicht. Sollte ich ihr das Fernsehen gestatten?
Kleinkinder unter drei Jahren brauchen kein Fernsehen und sollten tatsächlich auch nicht gucken. Hier sind sich die Fachleute einmal völlig einig. Nun ist ihre Tochter aber schon ein Kindergartenkind. Und wenn dort alle das Sandmännchen gucken und ihre Tochter das auch möchte, frage ich Sie: Warum soll sie nicht? Zum einen steigern rigorose Verbote meist das Begehren, außerdem ist gerade der Sandmann ja aus gutem Grund ein klassisches Erfolgsformat. Ich denke, dass auch Kinder bis zum Vorschulalter sicher kein Fernsehen brauchen. Aber schadet es ihnen, wenn sie mal gucken? Hier heißt es dann wieder: Kommt drauf an, nämlich auf die Auswahl der Sendungen, darauf, wie viel geguckt wird, und darauf, ob die Kinder das Gesehene mit einem Erwachsenen besprechen können. Echte Nachteile hat Ihre Tochter mit vier Jahren wohl kaum zu befürchten, wenn sie nicht das Sandmännchen oder andere für ihr Alter geeignete Sendungen gucken darf. Hilfe bei der Programmauswahl gibt es zum Beispiel bei Flimmo. Der strikte Wunsch, etwas zu tun oder zu haben, nur weil es alle anderen tun oder haben (oder man dies glaubt), kann Eltern in den Wahnsinn treiben. Andererseits ist er nur allzu menschlich und wird Sie in den kommenden Jahren ohnehin begleiten. Wahrscheinlich werden sich die Wünsche auf weitere Objekte und Unternehmungen ausdehnen: Kleidung, Gadgets, Musik – Gruppenzwang eben. Sind die Kinder älter, kann es ihnen in der Tat zum Nachteil gereichen, wenn sie systematisch nie dasselbe tun und haben dürfen wie die anderen. Häufig wird dies zum Ansatzpunkt für Ausgrenzungen. Das soll nun nicht heißen, dass Kindergartenkinder aus Furcht vor Mobbing zum Fernsehen angehalten werden sollten. Aber auch hier hilft es, mit den Kindern zu sprechen. Warum genau möchte ihre Tochter fernsehen? Warum gerade diese Sendung? Auch kleine Kinder können dazu schon recht gut Auskunft geben. Wahrscheinlich ist sie einfach nur neugierig, dem Alter angemessen eben. Wenn Sie befürchten, dass aus dem einmaligen Gucken des Sandmanns schnell ein Vor-dem-Zubettgehen-Terror werden könnte à la „Ohne Sandmann kann ich auf keinen Fall schlafen“, liegt ein Kompromiss nahe: Sie zeichnen einige Folgen auf und diese dürfen geguckt werden, wenn es in Ihren Familienalltag passt? So können Sie steuern, was und wann geguckt wird, Sie entziehen sich der am Audience Flow orientierten Programmstruktur des Fernsehens, die ja nur darauf aus ist, Zuschauer möglichst lange am Bildschirm zu halten, und konfrontieren ihr Kind nicht mit Werbung oder ungeeigneten Inhalten. Wenn Sie dann noch mit dem Kind gemeinsam fernsehen und über das Gesehene sprechen, wird das Sandmännchen ihrer Tochter nichts als Freude bereiten. Und Ihnen hoffentlich auch.
May 27 2011, 9:30am
Eltern & Web: Kinder und Smartphones
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Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es ums Thema Handy für Kinder: Ein Smartphone für Kinder – worauf sollten Eltern achten? Meine Tochter ist zwölf Jahre alt und bewegt sich inzwischen recht selbstständig in der Stadt. Nun haben wir ihr ein Handy gekauft, damit sie uns im Notfall anrufen kann. Wie können wir verhindern, dass sie damit Blödsinn macht, zum Beispiel Fotos hochladen, oder dass sie Zugriff auf ungeeignete Inhalte bekommt?
Die einfachste Lösung wäre sicher diese gewesen: Ein Handy kaufen, das über all die Funktionen, die Ihnen Sorgen bereiten, gar nicht erst verfügt: Kein Internetzugang, kein Bluetooth, keine Kamera – keine Probleme. Nun haben sie aber bereits ein Gerät. Und wahrscheinlich haben sie ein schickes Smartphone ausgesucht, das ihrer Tochter nicht „total peinlich“ ist und das über all die „problematischen“ Funktionen verfügt. Tatsächlich nutzen Kinder das Handy nur nachgeordnet zum Telefonieren. Lieber SMSen sie damit, spielen und machen Bilder (wie Kinder die verschiedenen Handy-Funktionen nutzen: Bitte hier klicken). Ganz pragmatisch können Sie natürlich auch ein Smartphone „zurückschneiden“, indem Sie bei Ihrem Netzanbieter für die Nummer des Kindes den Internetzugang sperren lassen. In vielen Geräten lässt sich auch direkt ein Jugendschutzfilter einrichten, Funktionen und Apps können gesperrt werden. Auf diese Weise hat ihr Kind auch unterwegs keinen Zugriff auf ungeeignete Inhalte. Für eine Zwölfjährige ist das eine akzeptable Übergangslösung, bis sie zu Hause unter Anleitung geübt hat, den Fallen des Internet zu begegnen. Auch Bluetooth können Sie ausschalten und so das Tauschen von Bildern und Musik komplett unterbinden. So haben Sie technisch dafür gesorgt, dass Ihre Tochter nicht von unerwünschten Kontakten belästigt wird und dass sie selbst möglichst wenig anstellen kann. Doch wie immer sind die technischen Möglichkeiten, die eine oder andere Funktion zu sperren, nur ein Notbehelf, Krücken in der Medienerziehung. Denn Kinder und Jugendliche finden früher oder später Wege, die Technik auszutricksen oder den Sperren auszuweichen. Und was für eine Zwölfjährige noch ein gangbarer Kompromiss sein kann, ist für eine 14-Jährige sicher nicht mehr der richtige Weg. Wichtiger als jede Sperre ist, dass Sie mit Ihrer Tochter die problematischen Aspekte besprechen, den befürchteten „Blödsinn“ eben. Besser, Sie zeigen ihr, wo sie an ihrem Handy Bluetooth selbst ein- und ausschalten kann und erklären, warum es wichtig ist, das Gerät „unsichtbar“ zu machen und die Funktion standardmäßig ausgeschaltet zu haben – Tipps und Erklärungen dazu speziell für Jugendliche finden Sie hier http://www.checked4you.de/UNIQ130511392326440/bluetooth). Auch was die Bilder angeht, scheint ein Aspekt besonders wichtig: Klären Sie zuerst mit Ihrem Kind, dass das Veröffentlichen und Tauschen von Fotos anderer ohne deren ausdrückliche Zustimmung – bzw. bei Minderjährigen sogar die Zustimmung der Erziehungsberechtigten – grundsätzlich nicht erlaubt ist (http://www.handysektor.de/download/tipps_to_go_a4texte.pdf). Vielleicht suchen Sie mal mit Ihrer Tochter nach Party-Pics im Netz und überlegen, ob es den Abgebildeten wohl recht ist, so in aller Öffentlichkeit zu sehen zu sein und wie diese das in einigen Jahren wohl beurteilen mögen. Das könnte dann auch das Bewusstsein Ihrer Tochter dafür schärfen, wem sie künftig gestattet, sie zu fotografieren. Sie wird vorsichtiger sein beim Veröffentlichen und Weitergeben von Fotos, auf denen sie selbst zu sehen ist, wenn sie erst verstanden hat: Alles kann von jedem im Internet wiedergefunden werden, immer und immer wieder. Nur was nicht drin ist, bleibt privat. Und, wie immer: Drüber reden hilft!
May 16 2011, 10:00am
Eltern & Web: Mit 11 Jahren bei facebook?
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Mein Sohn ist erst elf, also zu jung für Facebook, das eine Anmeldung erst ab 13 Jahren gestattet. Nun hat er schlicht gelogen, um sich ein Profil einzurichten. Ich habe es bemerkt und verlangt, dass er die Seite löscht. Er weigert sich. Soll ich ihm jetzt den Computer ganz verbieten? Das ist vermutlich keine gute Idee. Wenn Sie ihrem Sohn das Benutzen des Computers zu Hause verbieten, wird er ganz sicher Wege finden, sich woanders Zugang zu verschaffen. Und ist es einmal in den „Untergrund“ abgetaucht, bemerken Sie erst mal gar nichts mehr von dem, was das Kind online tut…
Auch wenn es nicht einfach ist: Sprechen Sie mit Ihrem Sohn über die Gründe, warum Sie nicht möchten, dass er bei Facebook ist. Vielleicht lesen Sie mit ihm die „Erklärung der Rechte und Pflichten“ (Punkt 4.5.)? Wenn alle seine Freunde „drin“ sind, haben sie also schlichtweg gelogen, um überhaupt ein Profil anlegen zu können. Erkundigen Sie sich auch nach seinen Gründe, warum er so dringend drin sein möchte. Ich vermute, dass Ihre Bedenken sich nicht darin erschöpfen, dass Facebook keine Kinder unter 13 Jahren aufnehmen möchte. Gerade die Tatsache, dass es sich hier um ausgewiesenes Erwachsenenterrain handelt, macht es umso interessanter. Ich vermute weiter: Sie sind der Ansicht, dass Ihr Kind zu jung und zu unerfahren ist, um ein so komplexes Dings wie ein Facebook-Profil zu managen: mit „Schutz personenbezogener Daten“, „Urheberrecht“, „Persönlichkeitsrecht“ sowie „Recht am eigenen Bild“ gebe ich hier nur ein paar Stichworte. Was tun Sie denn sonst mit Ihrem Kind, wenn es etwas möchte, von dem Sie finden, es sei ungeeignet, weil es zu jung und unerfahren ist? Wahrscheinlich werden Sie versuchen, die Sache hinauszuschieben und in der Zwischenzeit das Kind „coachen“ – in diesem Fall also: Es vertraut machen mit den angesprochenen schwierigen Fragen wie dem Datenschutz. Vielleicht überbrücken Sie die Zeit bis zum zwölften Geburtstag (dann darf Ihr Sohn zumindest schon mal zu SchülerVZ) mit gemeinsamem Surfen, schauen Sie in die Profile anderer Teilnehmer und machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, welche Angaben in einer Community nichts zu suchen haben. Vielleicht gelingt es Ihnen später, gemeinsam ein Profil einzurichten? Auf jeden Fall sollten Sie sich zunächst selbst informieren, zum Beispiel bei den Profis von klicksafe, die in alle Fragen rund um die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen hilfreiche Tipps geben. Verbieten würde schneller gehen und wäre wohl auch bequemer. Auf einem Elternabend kam schlug einmal ein Vater vor, man könne das Kind doch einfach anzeigen: Es habe schließlich etwas Verbotenes getan und gehöre bestraft. Auf welcher Grundlage diese Eltern mit ihrem Kind weiter kommunizieren wollen, das möchte ich mir nicht einmal vorstellen. Deswegen: Sich selbst schlau machen, das Kind schlau machen, dann langsam gemeinsam starten. Und: Drüber reden hilft!
April 15 2011, 10:02am
Das Web ist das Cafehaus des 3. Jahrtausends?
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Einer vielzitierten Geschichte des Philosphen Habermas nach entstand die moderne Öffentlichkeit in den Caféhäusern des 19. Jahrhunderts. Dort traf sich das Bildungsbürgertum und konnte sich analog dem antiken griechischen Bürgertum eines gewissens Reichtums und der daraus folgenden Muße befleißigen, um in Disputen und Diskussionen aus einer literarischen Kultur eine politische Öffentlichkeit zu entwickeln. Der geneigte Leser erkennt schnell in diesem Gedankengut, dass Habermas keineswegs davon ausging (ausgeht?), dass Öfffentlichkeit eine repräsentative Auswahl an Bevölkerung als notwendige Bedingung braucht. In den “emerging democraties”, die so wenig Unterstützung in ihrem Freiheitswillen erhalten wie Somalia Beachtung für seine Hungernden, wird das historisierte Modell des wenig lebenserfahrenen Habermas auf den Kopf gestellt. Konnte man dem “großen” Philosophen schon früher vorwerfen, dass Öffentlichkeit kein Begriff ist der in einer ständischen Gesellschaft besonders gut zu verankern ist. Da macht sein Hinweis auf die literarischen Quellen der politischen Öffentlichkeit im psychologisierenden Roman sowie der Belletristik überhaupt die ganze Sache auch nicht besser. Er hatte ein Vorhaben, dass er ex ante in die historischen Fakten hinein gelegt hatte: Die Vernunft muss am Werk sein. Denn er ist Rationalist und kann die Öffentlichkeit nur als Ausfluss der Vernunft begründen. Und so musste er die Balken der Historie zurechtbiegen. Ägypten weist noch weiter in eine ganz andere Richtung… Würde er aufmerksam die Geschehnisse im Iran, in Tunesien oder in Ägypten beobachten – soweit es die amerikanischen, britischen und katarischen Sender zulassen – dann würde er seine Meinung revidieren müssen. Denn dort ist erkennbar, dass Medien wie das Internet oder früher die Flugblätter nur dazu dienen können, eine Zivilgesellschaft zusammenzuführen. Aktivisten schließen sich via Internet zusammen. Und und diesem Fall sind Aktivisten junge Familien, weibliche und männliche Singles, Großväter und Witwen aus allen Schichten. Habermas könnte erkennen, dass die Schergen des Mubarak auf den bestehenden Verhältnissen als etablierter Struktur aufbauen. Sie sitzen in den modernen Teehäusern und disputieren den Verfall der Sitten bis sie aufgerufen werden, sich für “die gerechte Sache” einzusetzen. Der Ausdruck der Vernunft liegt – das verklausulieren viele repräsentative Politiker des Westens in diversen vernünftigen Statements – in der Stabilität des verhassten Regimes. Dafür reiten sie dann in die Menge wie die apokalyptischen Reiter… Es ist erkennbar, dass es keinen herrschaftsfreien Diskurs mehr gibt, wenn die eine “Hälfte” der Bevölkerung auf den bestehenden Verhältnissen beharrt und der Rest assoziiert wird mit unruhigen oder gar chaotischen Verhältnissen. Der “zwanglose Zwang des besseren Arguments” könnte nach Habermas nur eingelöst werden, wenn es eine äußere Referenz gibt/gäbe, die darüber entscheide, welche der Ansichten wahrhaft und richtig sei. Habermas behauptet sogar, dass eine Verbreiterung der Öfffentlichkeit eine Schwächung der kritischen Kraft zu Folge habe und die bürgerliche Öffentlichkeit auflöse. Dass können wir aktuell am Beispiel in Ägypten in keienr Weise erkennen. Wael Abbas ging für seine kritischen Blogeinträge ins Gefängnis, er gilt in Ägypten als Instanz. Neben den vielen Diskussionen die überall stattfanden, sind es aber solche Stimmen, die die Massen orientieren. Der Grund liegt in der Übereinstimmung von Wort und Tat. Man nennt diese Glaubwürdigkeit. Dafür ist das Internet der beste Lackmus-Test: Jeder kann dort vieles schreiben, aber die Leser erkennen an den Taten, wer welche Absichten mit seinem Tun verfolgt. Die Politische Öffentlichkeit entsteht aktuell also nicht im herrschaftsfreien Diskurs unter der Knute des Konsens. Sie versammelt sich rund um glaubwürdige Personen und formiert eigene Ideen rund Leute, die diese besonders nachvollziehbar leben. Das ist keine literarische Quelle (1:n), die sich in Urteilen schult. Hier darf und soll jeder egalitär seine Ideen erzählen, vorleben und von anderen überprüfen lassen. Die Gemeinsamkeiten liegen schon vor jeder Diskussionen offen und unversöhnlich auf dem Tisch des Hauses: Beharrung im Bestehenden oder tabula rasa für neue Konzepte, die sich erst im Laufe der Zeit und der Gedanken- und Meinungsfreiheit kristallisieren. Insofern entsteht politische Öffentlichkeit erst dann, wenn der Wandel der Werte neue Institutionen schaffen darf und soll.
February 3 2011, 10:16am
Cyberquark: Daten sind das neue Öl
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Es gibt einen Kongress namens Online Handel. Da hat der Zukunftspapst Gerd Leonhard mal die ganz dicke Kristallkugel mitgebracht und uns allen verkündet, dass es ab jetzt nicht mehr reiche, in einer Suchmaschine gefunden zu werden, man müsse auch im Social Web auffindbar sein. Offenbar existiert dieses Social Dingsbums abgekoppelt von den Crawlern, Robots und Spider-Technologien von Larry und Sergey. Und sogar das brandneue Thema Cyberwar darf auf so einer Konferenz nicht fehlen (anyone stuxnet?). Und auch Amir Kassaei hat eine Zukunftsvision mit facebook. Aber beginnen wir mit dem Wiedergängner namens Cyberwar…
“Es werden in Zukunft auch Kriege wegen Daten geführt, in denen es darum geht, wer welche Daten haben darf.” (G. Leonhard)
Ein Glück, dass es das bisher noch nicht gegeben haben darf. Denn jetzt können es die Vortragsnomaden in Stadt und Land für ihre Präsentationen verwursten, dank Frank Rieger weiß sogar jeder zweite FAZ-Leser, was man damit machen darf. Leider sind die Ratschläge der wahren Experten den meisten Rednern unbekannt. Der Königsweg heißt dort nämlich “Entnetzung” und ist exakt genau das, was der Name vermuten läßt. Sensible Daten werden nicht in ein Netz gestellt. Wer jetzt bei diesem Satz entnervt an die mahnenden Worte der Spielverderber denkt, die der Gemeinde des Transparenz-ist-wenn-alle-alles-lesen-dürfen ständig Knüppel in den Weg werfen, der denkt richtig. Einige sind schon weiter. Wenn Daten Öl sind, dann sind Taten der alltägliche Verkehr: Und da kommt der Leonhard so richtig in Fahrt in Sachen social web und social consuming: “Die Phase, in der die Verbraucher alles kaufen, nur weil es da ist, ist vorbei. Stattdessen werden einige Teile des Besitzes mit anderen geteilt.”
Die Beweise für diese steile These sind z.B. das Car-Sharing, das seit Jahren einen unglaublichen, naja, Boom erfährt. Jedenfalls machen es jetzt mehr Menschen als in den 50er Jahren. Ja, der Verkehr ist ein tolles Thema für alles mit social: Fragen Sie mal Bahnreisende im Hochsommer oder rund um Weihnachten oder schauen Sie sich die glücklichen All-Inklusive-Touristen an. Aber Amir Kassaei, die Lichtgestalt der deutschen Werber ist da nicht viel weiter. Er prophezeit auf demselben Kongress, dass facebook aus dem Like-Button einen Buy-Button stricken wird. Dann wird facebook eine Mischung aus amazon, groupon und myspace. Er hat sogar entdeckt, dass in den USA seit 2 Jahren twitter als sehr präzises und effizientes Tool für Kundensupport genutzt wird. Er wird in zwei Jahren wissen, dass diesen Platz nun gerade Quora einnimmt. Aber er ist eben gerade erst bei twitter angekommen: “Wenn einer Twitteruser beispielsweise fünf Freunde hat, die sich mehrmals pro Woche per Tweet über ein Unternehmen beschweren, dann erzeugt das ein Bild, dass viel stärker ist, als jede Art andere Kommunikationsmaßnahme es könnte.”
Lieber Herr Kassaei, ich schätze Ihre Arbeit, als Kommunikationsexperte in Sachen PR braucht es doch etwas mehr Erfahrung und Differenzierung. Denn im Social Web versendet sich alles noch viel schneller als im Fernsehen. Das allüberall anzutreffende Verdikt rund um die allwissende Müllhalde aka ewiges Gedächtnis des Web hat einen besonderen Haken: Die Geschwindigkeit und Masse der Daten verschüttet jegliche Geduld, die Informationen in mehrere Zusammenhänge einzubinden, sodass die meisten “Daten sind Öl” nichts anderes sind als der Tiger im Tank derjenigen, die sich per Meinung ihrer Selbst vergewissern müssen. Das sind zumeist Menschen, die sich selbst nicht spüren können und daher immer andere um sich haben müssen. Sie bezeichnen diesen Zwang als soziales Verhalten. Doch der Begriff des Sozialen umfasst eigentlich eine besondere Komponente: das gegenseitige Füreinander-Da-Sein. Das klappt schon ein bißchen im Netz. Bei ushahidi, bei quora und anderen Frage/Antwort-Seiten und den Abtertausenden Foren. Auf Facebook hält man Kontakt zu entfernten Bekannten, Schulfreunden aus früheren Tagen und der Gastfamilie in Übersee. Man tauscht lustige Videos aus und “meldet sich einfach mal wieder”. Dabei werden exakt 8% der Menschen Tipps für Taschen, Hosen, Videoserver und Autoschonbezüge übermitteln. Aber diese Welt der Dinge bleibt grundsätzlich außerhalb der Gespräche. Denn Facebook ist nichts anderes als ein großer Dorfplatz auf dem sich jeder mit vielen Bekannten und Nachbarn trifft. Wird der voller Produktinformationen sein, zieht man sich in die stillen Hinterhöfe zurück oder auf die Balkons auf twitter, in Blogs oder was auch immer im Jahr 2013 die nächste Plattform sein wird – vielleicht quora oder etwas im mobile web, was wir noch nicht kennen? Denn da, lieber Amir Kassaei wird die nächste Evolutionsstufe des Handels gezündet werden – im Handy. Kann sein, dass es facebook ins mobile Zeitalter schafft. Wir werden sehen…
Bildnachweis: Perfect Earthian
January 21 2011, 9:50am
Miriam Meckel: “Das Netz ist auch die Welt”. Aha.
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Miriam Meckel gehört zu meinen Lieblingsexperten, wenn es um “das Web” geht. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, all den Leuten, die seit Jahren Google, E-Mail und Excel nutzen, die ganz neue Welt von twitter, blogs, wikis und sozialen Netzwerken zu erklären. Aktuell im Focus als Auftakt für die DLD. Ersteres ist nicht SMS an und für viele, Blogs sind nicht digitale Tagebücher und Wikis sind nicht gemeinsame Seminarhefte und soziale Netzwerke sind nicht offene Poesialben mit Adressliste. Nein. Es sind Teile der Welt. Das ist seltsam, da sie doch alle von Menschen erschaffen wurden. Und da der Mensch den Begriff Welt erschuf, wird immer alles, was er sagen wird, Teil der Welt sein. Bei Frau Meckel ist das einen ganzen Artikel wert. Was ist neu an dem Gemeinplatz, dass die Werkzeuge der Menschen teil der Welt sein sollen? Neu wäre es, wenn das Netz Teil der Heringwelt wäre oder Teil der Welt der Polarfüchse. Ich habe den Eindruck, dass eines Tages so viele Loblieder auf das gemeinsame Lesen und Schreiben im Web gesungen werden, dass keiner mehr Lust hat, es wirklich zu nutzen. Aber der Reihe nach: Die Frau ging zu David Weinberger an das Berkman Center an der Harvard Uni, um dort über das Web zu forschen. Sie kommt wieder mit einem Text über crowdsourcing und Journalismus. Das erinnert mich an die Tage, als noch über die HuffPost oder spot.us diskustiert wurde – das war 2009. Worum geht es Ihr? Journalistische Medien sind per se sozial, weil sie zur Verständigung der Menschen in einer Gesellschaft beitragen, indem sie etwas leisten, was auch in einer vernetzten und globalisierten Gesellschaft unerlässlich ist: die sachliche, zeitliche und soziale Synchronisation.
Dieser Satz ist falsch, wenn man damit Massenmedien einschließt, denn der Begriff “Sozial” beschreibt eine wechselseitige Beziehung. Das ist weder bei TV noch im Radio und schon gar nicht bei Zeitungen der Fall. Sehr oft wird der Begriff auch mit zugewandt oder fürsorglich assoziiert, auch das kann man keinem Medium unterstellen, das journalistisch aufbereitet wird. Außerdem werden nur die Informationen verteilt (synchronisiert), die bestimmten Kreisen sinnvoll erscheinen. Wer in einer Redaktion gesessen hat, weiß, dass bestimmte Infos über die Golffreunde des Verlegers nie in den Lokalteil kommen werden. Aber es kommt noch deutlich flacher: Zum anderen ist „Social Media“ ein Übergangsbegriff. Er wird sterben, weil er zum Normalfall wird. Es gibt bald keine sozialen und nicht sozialen Medien im Netz. Es gibt nur noch das Netz.
Dazu gibt es Folgendes zu anzumerken: Es wird normal, dass wir alle soviel Zeit haben, wie die wenigen Blogger und Berater, die die Zeit haben twitter und Blogs mit Perlen zu befüllen – für umme? Wer soll das bezahlen, wenn das alle täten. Wer sollte das lesen? Aussagenlogisch würde laut dem letzten Satz das Netz dann ohne soziale und nicht-soziale Medien auskommen. Gemeint ist wohl, dass die Heterogenität (Homogenität?) des Netzes alles andere absorbiert? Liebe Frau Meckel, es freut mich ja, zu sehen, dass Sie als Einzige im Wissenschaftsbetrieb dieser Welt statt Differenz Indifferenz schaffen wollen mit Ihrer Arbeit, aber das steigert nicht die Transparenz und Verständlichkeit ihrer Ideen. Mit ihm [dem Netz] wird alles verbunden sein, eingebettet in die vernetzen und interaktiven Kommunikationsplattformen, die wir derzeit noch als „Social Media“ unterscheiden.
Aha, die Kindertagesstätte, der Bildhauer, der Koch, die Gerüstbauer, der Arzt, der Bestatter, der Anstreicher, der Schweinmäster, die Kläranlage – sie alle werden den ganzen Tag über mit und um das Netz verbunden sein – über twitter, Blogs und facebook? Aha. Das Dings mit der Induktion von der buchbesitzenden Bildungsbürgerreligion auf die ganze Menschheit ist schon immer ein schwieriges Unterfangen gewesen und wird auch als Behauptung nicht substanzieller. Auch die These, dass nun alle zum Journalisten zweiter Ordnung qua citizenship werden, ist aktuell eher weniger belegt als befürchtet:
Plötzlich hat das Netz die Verkehrsregeln geändert. Bürger mischen sich als „Citizen Journalists“ über die Kommunikationsplattformen des Web 2.0 ins Agenda Setting ein, liefern Informationen in Text und Bild zu aktuellen Ereignissen aus der lokalen Nachbarschaft und der Welt drumherum. Journalisten müssen sich plötzlich geballt mit den Reaktionen ihrer Leser auseinandersetzen, ihre Produkte werden ungefragt weiterverarbeitet, getagged, verlinkt, gemashed
Agenda Setting betreiben viele PR-Agenturen via social media. Bürger arbeiten im Büro und an der Werkbank oder dem Band. Abends kommen sie kaputt nach hause und schauen TV, gehen zum Fitness oder waschen die Wäsche, meist alles nacheinander. Da ist wenig Platz für citizen Dingsbums. So etwas könnte super bei Fachverlage funktionieren mit definierten Themen- und Fachcommunities, aber die schlafen den Schlaf der Gerechten, die seit Jahrzehnten weit über 15% Reingewinn erwirtschaften. Aber wie kommen die ciziens eigentlich zu ihren Themen? Die haben ja keine Redaktionskonferenz, wo der Redaktionsleiter die Themen auf die Journalisten verteilt. Da weiß Meckel Antwort: Rechercheprozesse finden nach einem beliebig gesetzten Initialreiz in Communities statt und fördern Ergebnisse zutage, für die traditionelle Redaktionen lange recherchieren müssen
Die kostenfreie Recherche, die ja total einfach für jeden Bürger ist, findet nach dem Reiz-Reaktionsschema statt und zwar per Willkür, scusi Beliebigkeit. Und, anders als der teure investigative Journalismus, können die einfachen Bürger viel schneller, billiger und besser recherchieren – wenn sie Julian Assange heißen beispielsweise und all die geheimen Dokumente in Kilogebinden bekommen wie alle Bürgerjournalisten. Das Netz ist ja die Welt, also ist auch alles mit allem verbunden, nicht wahr Frau Meckel? Nein, denn für solche Mengen reichen die Bürgerjournalisten nicht. Da müssen NEUE wissenschaftliche Journalisten her, wie es sie nur beim Guardian, dem Spiegel oder El Pais gibt: Und Datenmengen, wie sie durch Wikileaks zur Verfügung gestellt werden, verlangen eine ganz neue, wissenschaftlich orientierte journalistische Arbeit, die viel Zeit und Sorgfalt auf die Analyse und Aufbereitung von Daten verwenden muss, um so Neuigkeiten und Zusammenhänge ans Licht zu befördern.
Und dann kommt das Unvermeidliche aus der Ecke der preisgekrönten Medienexpertin: Die Liste der Neuerungen nochmal in bullets, sozusagen als executive summary für die Verleger: Dadurch verändert sich der Journalismus in neun Dimensionen paradigmatisch:
* Journalisten verlieren einen großen Teil ihrer Interpretationshoheit. [durch die Wünsche der Verleger, die Vorgaben der Anzeigenkunden oder die Lobbyisten?]
* Es entstehen neue journalistische Rollenbilder, z. B. als Aggregatoren oder Broker, die für die Sammlung relevanter Informationen im Netz oder als Schnittstelle zur Verbindung unterschiedlicher Communities zuständig sind. [Aggregatoren für Agenturmeldungen oder Broker die alle Texte eines Newsdesks auf die einzelnen Blätter eines Verlags verteilen?]
* Es gibt kein Publikum mehr, sondern mehr oder minder aktive Communities.[ Ach, die Reichweite heißt jetzt community, toll]
* Medienmarken werden durch individuelle Brands journalistischer Persönlichkeiten ergänzt oder ersetzt. [Wenn ich im Zusammenhang mit Menschen noch einmal den Begriff "brand" lese, bekomme ich Plaque. Übrigens, ist Sarrazin auch ein brand?]
* Es gibt keine fertigen „Stücke“ mehr. Journalistische Produkte werden zu „permanent content beta“. [genauso wie Medienexperten]
* Es gibt keine „write-read“-Hierarchie mehr, sondern nur einen endlosen Wechselwirkungsprozess zwischen „write“ und „read“ einer unbegrenzten Zahl von Beteiligten. [ Frau Meckel hat das Wesen von Iteration erfasst Applaus.]
* Wer sich als Journalist nicht auf das Netz als Recherche-, Kollaborations- und Kommunikationsplattform einlässt, ignoriert seine publizistische Verantwortung.[Stimmt, das merkt man bei lettre deutlich. Ähem]
* Es gibt keine netzunabhängige journalistische Weltsicht. Das Netz ist auch die Welt. Es gibt nur eine arrogante Verweigerungshaltung derer, die glauben, schlauer zu sein als ihre Leser. [Nein, sie sind reicher und deswegen arroganter. Ausnahme: Aenne Burda.]
* Das Netz entlarvt jede noch so kleine journalistische Fehlleistung. Es dekonstruiert auch den Verweigerungsjournalismus. [Das Netz perpetuiert jede noch so kleine journalistische Leistung bis zum jüngsten Gericht. Was bitte ist Verweigerungsjournalismus: Das Beharren auf Gemeinplätzen aus dem Jahr 2009?]
January 14 2011, 10:15am
Interview mit Evgeny Morozov: Einfluß des Internets auf Politik
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Auf der diesjährigen re:publica hatte uns Evgeny Morozov ein Interview gegeben, indem er seine Arbeit und seine Ansichten rund um Internet und Politik darlegt.
December 7 2010, 11:07am
Wissens-Workflow
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Howard Rheingold ist seit 20 Jahren den geneigten Web-Experten und Webadepten bekannt als Vor- und Nachdenker über Wissen, das Web und unsere Gesellschaft. Christiane Schulzki-Haddouti hat nun ein interessantes Screenr-Video ausgegraben, indem er zeigt wie er im Web seine Informationen aggregiert:
November 29 2010, 10:21am
Gehirnvermanschung 2.0
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Howard Rheingold wird etwas vorsichtiger bei den Themen attention, information und crap detection. Im Sommer sprach er darüber auf der PdF 2010. Es ist wirklich spannend zu erleben, wie er seine Meinung anpasst an die Änderungen im Web. Aber sein Thema bleibt: Es geht nicht um Technologien sondern um unsere Fähigkeiten, mit ihnen umzugehen. simple as that. Sehr gute Einwände gegenüber den tradierten Methoden, mit Informationen umzugehen.
September 13 2010, 11:13am
Kostenlose Videothek im Netz
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Die Amerikaner können schon lange im Web Fernsehen. Vor allem Serien und bestimmte Sitcoms oder tägliche Talkshows sind dort beliebt und hulu.com liefert die Plattform dafür – kanalübergreifend. Als in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Angebot im Netz ausweiteten, sahen die privaten Sender die Freiheit des Marktes beschränkt durch die gebührenfinanzierten Angebote. Denn anders als die öffentlich-rechtlichen Mediatheken mussten und müssen sich ihre Sendungsarchive im Netz via Werbung finanzieren. Jetzt schließen sich die RTL-Gruppe und ProSieben.Sat1 zusammen und wollen eine hulu-ähnliche gemeinsame Plattform ins netz bringen, wo man all die verpassten Sendungen und Serien im nachhinien (nochmal) sehen kann. Vordergründig macht das Sinn, denn man muss nicht dieselbe Technologie des Archivierens, des Streamings und der Werbevermarktung mehrmals erfinden und umsetzen. Und sogar die öffentlich-rechtlichen Sender betrachten dieses Entwicklung mit Wohlwollen und schließen nicht grundsätzlich aus, dabei zu sein. Ob allerdings die Kartellwächter der EU dabei mitspielen bleibt fraglich. In England wurde so ein joint venture namens Kangaroo mit der BBC gerade gekippt und auch in den USA steht hulu vor einer kritischen Prüfung der kartellsensiblen Obama-Administration… Die Mediatheken der ARD und des ZDF scheinen es den Privaten offenbar angetan zu haben. Warum nun aber ausgerechnet bei der Distribution via Web die verfeindeten Parteien plötzlich gute Miene zum Spiel der Mehrfachverwertung machen, bleibt sonderbar. Die Werbeumsätze im Netz wachsen zwar in rasendem Ausmaß, sind aber im Vergleich zu den traditionellen Kanälen wie TV, Radio oder Print vergleichsweise gering. Außerdem werden die Werbekuchen online immer mehr über Google, Facebook und Konsorten aufgeteilt. Ob und wie eine derart spazialisierte Plattform mit Pre- oder Postroll-Werbung, also kleinen Werbefilmchen vor und hinter den Sendungen signifikante Umsätze erzielen kann, bleibt solange fraglich wie man mobiles Fernsehen und VideoOnDemand klein halten kann. Der schleppende Ausbau und die Unzuverlässigkeit der Breitbandanbindungen hinsichtlich Bandbreiten oberhalb DSL 16.000 trägt auch nicht unbedingt zum Erfolg bei. Außerdem wir das Netz zunehmend in den Fernseher verlagert werden. Und dann stehen diesen Angeboten die aktuellen TV-Angebote 1:1 gegenüber. Nur wer dann nicht schon zeitversetztes Aufnehmen und Ansehen via Festplatte kann, der könnte Kunde werden. Aber in welchem Fernseher wird im Jahr 2015 keine Festplatte stecken? Bildnachweis: clarita
August 24 2010, 10:16am
„Gratis abzugeben: Opa (72) mit Computerproblemen- Wie drucke ich einen Brief aus?“
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Das Problem von Twitteruser Marcel Raimann kennen die meisten, die schon einmal den Versuch gestartet haben, die Großeltern an den Computer heranzuführen. Um die ältere Generation doch noch zum Silver Surfer zu machen, benötigt man Geduld und vor allem Zeit – ausgerechnet diejenigen Faktoren, an denen es der heutigen High Speed Gesellschaft oft mangelt. Die größten Hemmschwellen bestehen aufgrund der englischen Fachsprache, die im Internet omnipräsent ist. Die Sprachbarriere bewirkt, dass das Internet im Extremfall sogar als gefährlich wahrgenommen wird. Aus Angst, aus Versehen etwas zu kaufen, zu abonnieren oder vor einer mangelnden Gewährleistung des Datenschutzes findet eine Nutzung gar nicht erst statt. Dabei bietet das Web gerade für Senioren jede Menge Möglichkeiten, um sich mit Gleichgesinnten in Foren auszutauschen, schnell und bequem nach Informationen zu suchen oder einfach den Kontakt zu alten Freunden wieder aufleben zu lassen, die man über die Jahre aus den Augen verloren hat…
Dass die Mission, Oma vor den Bildschirm zu bringen, kein Ding der Unmöglichkeit ist, beweist das Team um Horst Sievert regelmäßig bei ihren Senioren-Lernen-Online-Seminaren, bei denen es darum geht, den Teilnehmern altersgerecht den Umgang mit dem Computer zu vermitteln. Der Schlüssel zum Erfolg liegt meist in einer intensiven, persönlichen Betreuung. Um diese auch in größeren Gruppen gewährleisten können, nutzt das SOL-Team das Screen Sharing Tool Mikogo. Mikogo ist eine kostenlose Desktop Sharing Anwendung, die es ermöglicht, den eigenen Bildschirminhalt in Echtzeit auf einen anderen Computer zu übertragen- und das mit nur zwei Mausklicks. So kann der in München lebende Enkel seiner Großmutter in Hamburg anschaulich die Funktionen ihres Email-Kontos vorführen – ungeachtet der Distanz zwischen den Wohnorten. Und sollte dann doch etwas schiefgehen, kann über die Fernsteuerungsfunktion auch auf den entfernten Computer zugegriffen werden. Gerade bei komplexeren Problemen oder Softwareinstallationen kann so schnell geholfen werden, ohne die Senioren am Anfang zu überfordern. Nachdem eine Sitzung gestartet wurde, kann das Lernen beginnen. Was gelernt werden soll, hängt lediglich von den individuellen Interessen ab: Da der Bildschirminhalt originalgetreu übertragen wird, eignet sich Mikogo für jedes Programm: Von Textverarbeitung über die Digitale Nachbearbeitung der Urlaubsfotos bis hin zum komplexen Videoschnitt. Für Webmaster Horst Sievert ist der Einsatz von Mikogo im Bereich Seniorenlernen nicht mehr wegzudenken: „Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind begeistert, wir sparen Kosten und geben anderen älteren Erwachsenen eine Möglichkeit im Bekannten- und Freundeskreis bei der Verbreitung von Computer und Internet zu helfen,” erläutert Webmaster Horst Sievert. Sehen wir genauso. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es unter:
August 11 2010, 11:00am
Internet Censorship Report 2010
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Link: http://woorkup.com/ (in den Kommentaren dort sind noch fehlende Länder angesprochen wie bspw. Weissrussland.) via @geffkenmiyamoto Quelle der Daten: ONI http://opennet.net/
July 5 2010, 11:02am
Das unerbittliche Gedächtnis des WWW
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In der WoZ, der „Wochenzeitung„, habe ich einen ausgezeichneten Artikel gelesen über die langfristige Speicherung von Informationen im Internet, insbesondere bei Google, und was das für die Nutzer und unsere Gesellschaft als Ganzes für Folgen haben kann. Eine mit Einzelheiten vollgestopfte Welt Unter dem Titel „Googles gnadenloses Gedächtnis“ wird der Leserin, dem Leser geradezu ein Lehrstück über Erinnerung und Vergessen geboten. Am Beispiel von Ireneo Funes, dem Protagonisten einer Kurzgeschichte von Jorge Luis Borges, wird aufgezeigt, dass ein perfektes Erinnerungsvermögen, das Funes als Folge eines Reitunfalls erlangt, mehr Fluch denn Segen sein muss. Ohne Vergessen ist Denken nur schwer möglich, denn „Denken heisst, Unterschiede vergessen, heisst verallgemeinern, abstrahieren. In der vollgepfropften Welt von Funes gab es nichts als Einzelheiten.“ Google stellt im Grossen eine mit Einzelheiten vollgestopfte Welt dar, die nicht vergessen kann. Dies musste Andrew Feldmar, ein Psychoptherapeut aus Vancouver bei seiner Einreise in die USA erfahren. Er hatte in einem wissenschaftlichen Artikel 2001 geschrieben, in früheren Jahren LSD probiert zu haben. Bei seiner Einreise in die USA fünf Jahre später googelte ein Grenzbeamter seinen Namen, worauf er auf den erwähnten Artikel stiess. Da Feldmar gegenüber dem Beamten seine Aussage im Artikel bestätigte, wurde ihm beschieden, er gelte hiermit als Drogenkonsument und dürfe deshalb nicht in die USA einreisen. Auch später war ihm die Einreise in die USA nur mit einer Sondergenehmigung möglich…
Tatoos auf unserer digitalen Haut Sobald wir am Internet teilnehmen, hinterlassen wir digitale Spuren, die sich dank geschickter Verknüpfung von Logindaten, Cookies und IP-Adressen und dank der ungeheuren Datenspeichermöglichkeiten, etwa von Google, zu Profilen zusammenbauen lassen, die uns selbst und unseren digitalen Gewohnheiten in erschreckender Weise entsprechen. Indem wir am Internet teilnehmen, „verlieren wir sozusagen die Verfügungsgewalt über uns selbst“, die Vergangenheit „ritzt sich wie ein Tattoo in unsere digitale Haut“. So lasse sich aufgrund der gespeicherten Verbindungsdaten der letzten drei Monate das Online-Verhalten eines Nutzers mit mindestens achtzigprozentiger Wahrscheinlichkeit voraussagen (gemäss dem Netzwerktheoretiker Albert Laszlo Barabasi in einer Studie in der Zeitschrift „Science“). Erinnern und Vergessen Während früher das Vergessen einfach und das Erinnern aufwendig war, verhält es sich heute umgekehrt: Das Tattoo der Vergangenheit auf unserer digitalen Haut lässt sich kaum mehr entfernen. Wir sind so verwundbarer einer möglichen Überwachung gegenüber. Unsere Worte und Taten sind archiviert und in der digitalen Öffentlichkeit voraussichtlich über Generationen hinweg verfügbar. In vorauseilender Wachsamkeit üben wir dadurch womöglich Selbstzensur; wir überlegen uns zweimal, was wir sagen und was wir tun. „Dann beginnt die Zersetzung der Demokratie von innen.“ Vergessen ist eine Gnade. Es schafft freien Platz im Kopf, ist ein Mittel gegen Informationsüberflutung. Und indem wir vergessen, erlangen wir Fähigkeiten – und Intelligenz. Denn erst wenn wir Einzelheiten verknüpfen, weglassen, abstrahieren, beginnen wir zu verstehen. Erst dadurch schaffen wir Raum für Zusammenhänge. Deshalb und angesichts der inzwischen allgegenwärtigen Erinnerungsmaschinen, genannt Internet, plädiert der Autor des Artikels für eine Kunst des Vergessens, die in die juristische Debatte über Privatsphäre, Urheberrechte und Datenschutz in der digitalen Öffentlichkeit einfliessen muss. Auch sollen digitale Daten technisch mit einem Verfalldatum versehen werden können. Ziel ist, dass sich der Mensch nicht immer mehr der Maschine anpasst, sondern dass die Maschine ein Werkzeug in der Hand des Menschen bleibt. Den klugen Artikel von Eduard Kaeser möchte ich zur Lektüre wärmstens empfehlen. Er ist in der „Wochenzeitung“ erschienen und hier zu finden: „Googles gnadenloses Gedächtnis“ von Eduard Kaeser. Bildnachweis: imagefactory
June 22 2010, 10:00am
Geschichte des Internet und Ursprung des Web
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Anläßlich der Diskussion um das Web und dessen Auswirkungen nicht zuletzt im öffentlichen Fernsehen, ist es offenbar an der Zeit, einige Vorurteile und Legenden zu beleuchten. Denn um eine profunde Diskussion darüber zu führen, was es kann das weltweite Datennetz, wäre es hilfreich, seine Anfänge und Vorhaben in den Blick zu nehmen, da die primäre Gestaltung dieses Netzes Folgen hatte, die wir heute zumindest teilweise in den Menschen oder die Gesellschaft verlegen.
Noch während des zweiten Weltkriegs begann das, was wir heute den militärisch-industriellen Komplex nennen. Mit diesem Begriff bezeichnet der Soziologe Charles Wright Mills ein Amalgam aus Industrie und Militär. Diese Verknüpfung der Interessen beider Lager sind aus seiner Sicht eine enorme Bedrohung für die modernen Demokratien. Die Verhältnisse während der Bushregierung, vor allem die Diskurse über Halliburton, Dick Cheney sowie Bushs Beziehungen zu einige bekannten Risikokapitalfirmen haben die Diskussion um diesen Begriff aktualisiert. Der bekanntes Name aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs in diesem Zusammenhang ist gleichzeitig einer der Väter des Web, wie wir es täglich nutzen: Vannevar Bush. Sein Memory Extender (memex) war eine Vorwegnahme dessen, was wir heute mit dem Web-Konzept des Tim Berners-Lee verbinden: Ein visueller Zugang auf untereinander vernetzte Dokumente. Bush war auch einer der Gründer des bekannten Rüstungskonzerns Raytheon, das hängt mit seiner Tätigkeit rund um Radar und Sonar zusammen. Der Memex war Inspiration für Englebarts und Lickliders erste Versuche eine nutzerfreundliche Mensch-Maschine-Interaktion zu gestalten. Sie taten diese im Auftrag der ARPA (Advanced Research Projects Agency), einer Behörde des Verteidigungsministeriums, die gegründet wurde, um militärisch relevanten Technologien im Sinne des Militärs koordinieren zu finanzieren.
In den 50er Jahren begann die militärische Aufklärung mit den damals größten Informationssammlern, einem landesweiten Netzwerk aus Radarstationen zur Luftverteidigung, das in einer ARPA-Abteilung namens SAGE (Semi Automatic Ground Environment) geführt wurde. Das war das erste Mal, das viele militärische Informationen per Netzwerk zusammenführte. Um diese Informationen zusammenzuführen gründete man mit dem Information Processing Technology Office (IPTO) eine Computerabteilung, deren Aufgabe darin bestand eben diese Informationen zusammenzuführen und auszuwerten – und was noch deutlich wichtiger war – es musste ein Projekt in Gang setzen, dass als robustes und krisenfeste Kommunikationsnetzwerk den Austausch zwischen den verteilten Radarstationen und den Zentralrechnern gewährleisteten sollte. Es sollte damit beginnen, die Computer von Pentagon, Cheyenne Mountain und dem SAC Hauptqartier als autonomes Netz zu verbinden. Der erste Chef des IPTO wurde Joseph Carl Robnett Licklider, der 1962 mit dem Galaktischen Netzwerk konzeptionell die Idee des Internet zusammenfasste. Außerdem ermöglichte er es, dass fortan Informatiker in den USA zu Gebiet Computerwissenschaften promovieren konnten. Fußnote: Als Co-Direktor des US-Rüstungslieferanten Bolt Beranek and Newman (BBN) kaufte Licklider einen großen DEC-Rechner und plante und realisierte quasi darauf das erste Mehrbenutzersystem (Time Sharing).
Die Vision des Galaktischen Netzwerk von Licklider verfasste er in einer Reihe von Memos. Das erste wurde 1961 publiziert unter dem Titel “Man-Computer Symbiosis” und fokussiert die Mensch-Maschine Interaktion. Diese Buch kann als Werk der Kybernetik und der künstlichen Intelligenz angesehen werden. Er hat dort schon sehr früh die Grenzen des Computers formuliert – anders als viele heutige Kritiker des Web bzw. des Computers: “Men will set the goals, formulate the hypotheses, determine the criteria, and perform the evaluations. Computing machines will do the routinizable work that must be done to prepare the way for insights and decisions in technical and scientific thinking.” Das zweite Memo hieß “On-Line Man Computer Communication” und behandelte die soziale Interkation zwischen Menschen über das Netzwerk. Mit Robert Taylor schrieb er dann 1968 “The Computer as a Communication Device” wo Online Communities als effektive Systeme der menschlichen Kommunikation vorgestellt wurden.
1962 überzeugte er die anderen Forscher, dass das Netzwerk der Kern aller notwendigen Aufgaben darstellen würde. Er veranlasste das Project MAC am MIT, ein Computer, der bis zu 30 Personen die Arbeit am Mainframe-Rechner per eigenem Terminal und eigener Tastatur ermöglichte. Er war es auch, der die Gelder für ähnliche Projekte an anderen Universitäten bereitstellte – vor allem für das Stanford Research Institute unter Douglas Englebart (den Erfinder der Maus und Autor von Augmenting Human Intellect). Dann wurde Licklider Direktor des Project MAC und baute damit das erste Online Setup sowie ab 1964 Multics, den Vorfahren von UNIX.
Die Idee des robusten Netzwerks basierte auf einer besonderen Form der Nachrichtenvermittlung, die Donald Watts Davies ersann. Die Inhalte werden in Pakete aufgeteilt und mit Quellenangabe, Ziel, Datenlänge, einer Laufnummer und einer Klassifizierung (Netzneutralität!). Bei der Paketvermittlung werden Rechner gebraucht, die ersten dieser waren 1969 von Honeywell und konnten 50Kbit/s im ARPANET übertragen. Dieses erste Netzwerk, das auf betreiben von Lickliders Nachfolger Robert Taylor von Lawrence Roberts, Leonard Kleinrock, Paul Baran und Watts Davies konzipiert wurde (TCP/IP). Zwischen Kleinrocks Network Measurement Center an der UCLA und Englebarts SRI (Stanford) kam es am 29.Oktober zu ersten funktionierenden Übertragung von zwei Buchstaben. Das LOGIN klappte nur bis zum Buchstaben G, dann fiel die erste Verbindung zusammen. Nach einigem Hin und Her kamen aber doch robuste paketvermittelte Verbindungen zustande. Zur selben Zeit wurde UNIX entwickelt und die Programmiersprache C – zusammen mit dem ARPANET wird diese als Nukleus des Internet angesehen. Aber erst die als Ideen von Vannevar Bush über den visuellen Zugriff auf Wissenssammlungen mit Ted Nelsons Konzept des Hypertexts von 1960 (XANADU) zusammenkam in einem Projekt namens world wide web des Briten Tim Berners-Lee am CERN in Genf, da begann der Siegeszug des Datennetzes, wie wir es kennen auf dem HTT(P)-Protokoll.
Es ist nicht davon auszugehen, dass der erste Gedanke des Netzwerks ein Verknüpfen der Universitäten war. Zumal zweckfreie Grundlagenforschung gar nicht der Zweck der ARPA war. Dass im Laufe des Projekts klar wurde, dass die verschiedenen Abteilungen, Projekte und Forscher überhaupt erstmal miteinander verbunden werden müssen enbindet nicht von dem historischen Gedanken, warum die federführende Stelle IPTO überhaupt gegründet wurde. Nämlich um die Idee des SAGE-Netzwerks weiterzuführen. Und SAGE hatte keine universitäre Ursache oder akademische Veranlassung. Eat Your Own Dogfood bedeutet ja nicht, dass es nicht einen externen Anlass für die Entwicklung des Hundefutters gibt. Und wenn man die juristische Schlußfolgerungsregel conditio sine qua non bemühen will, dann kann man sagen, dass der russische Sputnik als im wahrsten Sinne des Wortes damals höchste Form des Radars deswegen einen initialen Einfluß auf die ARPA hatte. Denn erst danach reagierte sie mit dem Auftrag ein mächtigeres und überwachungssicheres Kommunikations-Netzwerk als SAGE zu entwickeln, das auch die oben genannten militärischen Rechenzentren zuverlässig verbinden sollte. Bidlnachweis: jkombae
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- XANADU
April 12 2010, 12:48pm
Die Säulen der digitalen Gesellschaft
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Die Initiative D21 und tns infratest geben ja bekanntlich den (N)Onliner-Atlas heraus, in dem minutiös das Web-Nutzungsverhalten der deutschen Bevölkerung abgebildet sein soll. Die Wahrheit erblickt das Licht der Welt über den Umweg von telefonisch abgefragten Daten bei rund 1000 Menschen. Aktuell handelt es sich in diesem Rahmen um eine Studie über eine Typologisierung der Webnutzer anhand einiger Kriterien des Umgang mit dem Web. Man unterscheidet dabei das sogenannte “digitale Potenzial”, das auf Infrastruktur, Kompetenz und Wissen lädt sowie der “Einstellung und Nutzung”, welches auf Nutzungsinstensität und -vielfalt sowie auf Einstellung lädt. Wie seinerzeit die Sinusmilieus ist hier wieder ein Schubladendenken am Werk, das dem exceltrunkenen Budgetverantwortlichen Argumente für oder gegen eine (Werbe)Aktion an die Hand geben soll. Oder präziser: Wer im Internet Millionen machen will, möge doch bitte erstmal die reine, empirische Wahrheit der Segmentierung der Webnutzer goutieren. Es treten auf:
Die digitalen Außenseiter (35 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung) Die digitalen Außenseiter sind die größte und gleichzeitig mit einem Durchschnittsalter von 62,4 Jahren die älteste Gruppe. Im Vergleich zu den anderen Typen haben sie das geringste digitale Potenzial, die geringste Computer- und Internetnutzung sowie die negativste Einstellung gegenüber digitalen Themen. Nur ein Viertel verfügt bei der digitalen Infrastruktur über eine Basisausstattung (Computer und Drucker). Kompetenzen im Umgang mit den digitalen Medien sind folglich kaum vorhanden. Selbst Begriffe wie E-Mail, Betriebssystem oder Homepage sind den digitalen Außenseitern weitgehend unbekannt und nur ein Fünftel der digitalen Außenseiter ist in der Lage, sich im Internet zu Recht zu finden.
Ich finde es schade, dass nur 20% Recht im Web finden. Vor Gericht sind es wahrscheinlich noch viel weniger. Aber genug der Kalauer. Es geht um ein ernstes Thema. Denn leider fehlt die wichtigstes Frage: Wollen Sie keinen Computer oder können sie sich den nicht leisten bzw. wenn, haben sie niemanden, der ihn das Ding erklärt. Und was wahrscheinlich vielen digital natives unbekannt ist: Computer funktionieren tadellos ohne Internet – jedenfalls war das vor den webbasierten Zwangsaktivierungen so.
Die Gelegenheitsnutzer (30 Prozent) Die Gelegenheitsnutzer sind durchschnittlich 41,9 Jahre alt. Sie nehmen im Vergleich zu den digitalen Außenseitern zumindest teilweise am Geschehen in der digitalen Gesellschaft teil. 98 Prozent besitzen einen PC oder ein Notebook, drei Viertel bereits eine Digitalkamera. Passend dazu verbringen nahezu alle Gelegenheitsnutzer Zeit mit Computer und Internet – vor allem für private Zwecke. Der Gelegenheitsnutzer kennt bereits viele Basisbegriffe der digitalen Welt, hat aber besonders beim Thema Sicherheit großen Nachholbedarf. Insgesamt erkennt dieser Typ klar die Vorteile des Internets, fördert aber nicht seine Weiterentwicklung und bevorzugt eher klassische Medien.
Seltsam, die grenzdebilen Gelegenheitsnutzer laden bei der Suchkompetenz (alle Werte sind Eigeneinschätzungen!!!) und Textverarbeitung mit über 90% und bei den Themen Nachrichten online lesen immerhin noch bei 60% und bei der Preisinformation bei stolzen 80%. Dass hier die Politikverdrossenheit eine aktive Teilnahme an der “digitalen Gesellschaft” verhindern könnte, findet natürlich keine Beachtung beim Design der Studie. Warum soll man auch die Menschen nach Gründen für ihr Verhalten fragen. Die kulturelle Wirklichkeit besteht ja nicht aus Motiven sondern aus empirischen Erhebungen des Verhaltens. Bei Viren, Passwort und Sicherheit lädt diese Gruppe um die 70% und mehr. Würden sie Linux benutzen bräuchten sie sich um das Thema gar nicht zu kümmern. Die Relevanz vieler Sicherheitsthemen kommt ja eher aus der mangelnden digitalen Kompetenz einiger Hersteller als aus derjenigen der Nutzer – aber das nur am Rande. Dass nur 45% Online-Banking betreiben, ist ja ein deutlich Indiz dafür, dass sie die Kompetenz der Banken in Sachen Sicherheit allein durch das Thema Scheckarten ausführlich genießen durften. Da ist es nur konsequent, sich zu der Pest der faktischen Beweislastumkehr bei “Einzelfällen” nicht noch ein Problem ins Haus zu holen, mit dem Tausende Euro Verlust mit einem Schulterzucken der Gelddienstleister quittiert werden. Ich kann das den Gelegheitsnutzern nur als hohe Sicherheitskompetenz anrechnen. Man vermeidet Verluste erfolgreich durch unterlassene Experimente – allerdings vermeidet man so auch Gewinne. Aber das ist ein anderes Thema…
Der Berufsnutzer (Neun Prozent) Durchschnittlich 42,2 Jahre alt, hat diese Gruppe den höchsten Anteil an Berufstätigen. Im Vergleich zu den Gelegenheitsnutzern haben die Berufsnutzer eine deutlich bessere digitale Infrastruktur an ihrem Arbeitsplatz und nutzen dementsprechend auch dort überdurchschnittlich das Internet. Hingegen ist die private Nutzung sogar leicht unter dem Niveau der Gelegenheitsnutzer. Die Nutzungsvielfalt der Berufsnutzer beschränkt sich eher auf nützliche Anwendungen wie E-Mail oder Textverarbeitung.
Die Nutzungsvielfalt der Berufsnutzer beschränkt sich eher auf nützliche Anwendungen wie E-Mail oder Textverarbeitung. Dieser Satz entlarvt das geistige Niveau auf dem solche Wirklichkeitsschnappschüsse entstehen. Zwei Werkzeuge sind keine Vielfalt. Und mal im Vertrauen: E-Mail und Textverarbeitung sind die bei weitem gebräuchlichste Form der geschäftlichen Erstellung von Texten. Das bedeutet, die Einschränkung liegt eher im Design der modernen Arbeit als in der Entscheidung der Nutzer begründet. Die Tatsache, dass die zuhause nicht am Rechner sitzen, könnte darauf hinweisen, dass sie privat gerne digitale Außenseiter sind, aber der Job sie zu einem digitalen Teil der Gesellschaft werden lässt, ohne dass sie das aktiv gewählt hätten. Außerdem haben die digitale Infrastruktur am Arbeitsplatz nicht, sonder die hat sie. Will heißen: Sie müssen das Zeugs nutzen auch und gerade im täglichen Kampf gegen Lagerverwaltungssoftware, digitales Buchungswesen oder gar den Zwang zur digitalen Archivierung jedes geschäftlichen Vorgangs wie beispielsweise E-Mails von Kunden und Lieferanten.
Die Trendnutzer (Elf Prozent) Diese Gruppe hat sowohl den höchsten Männer- (78 Prozent) als auch Schüleranteil (13 Prozent). Das Durchschnittsalter der Trendnutzer ist mit 35,9 Jahren recht jung. Bei den Trendnutzern ist häufig die ganze Bandbreite an digitalen Geräten vorhanden. Der Trend geht dabei klar zum Zweitcomputer. Die Mitglieder dieser Gruppe verfügen über umfassende Kompetenzen am Computer und kennen sich bis auf wenige Ausnahmen bestens in der digitalen Welt aus. Die Trendnutzer wenden besonders gerne Web 2.0-Applikationen an und erkennen die großen Vorteile der digitalen Medien für sich.
Interessanterweise ist das Thema Nutzung von Preisinformationen, Internetsuche, Textverarbeitung und Nachrichten online lesen vergleichbar mit der Gruppe Gelegenheitsnutzer. Woran das wohl liegen könnte? Ob das Angebot im Web auch einen Einfluss auf das Nutzungsverhalten haben könnte? Lustig ist die Tatsache, dass ihre Kompetenz beim Erstellen einer Website besonders hoch sei. Wer also bei jimdo, wordpress.com, blogger.de oder ähnlichen Anbietern in 3 Minuten eine Seite zusammengeklickt hat, einen eigenen PC hat sowie Nachrichten und Preisinformationen vornehmlich im Web liest ist schon ein Trendnutzer. Hm, das wird ein Fest für die Marktforscher, mit solch scharfen Begriffen die Reichweitendiskussion neu zu entfachen.
Kommen wir zu den letzten beiden Gruppen:
Die digitalen Profis (12 Prozent) Der durchschnittliche digitale Profi ist 36,1 Jahre alt, meist männlich und berufstätig. Dieser Typus verfügt sowohl Zuhause als auch im Büro über eine sehr gute digitale Infrastruktur. Seine Kompetenzen sind umfangreich, was sich insbesondere in ihren professionellen Fähigkeiten widerspiegelt. Ob Makroprogrammierung oder Tabellenkalkulation, der digitale Profi fühlt sich auch auf diesem komplexen Terrain zuhause. Eher selten suchen die digitalen Profis im Vergleich zu den Trendnutzern und der digitalen Avantgarde Zerstreuung in der digitalen Welt oder nutzen diese zur Selbstdarstellung. Bei der Nutzungsvielfalt stehen daher nützliche Anwendungen, wie z.B. Online Shopping, Preisrecherche und Nachrichten lesen, im Vordergrund.
Dieser Satz ist einfach aussagenlogisch, grammatikalisch und überhaupt mein Lieblingssatz der Pressinformation zur Studie: Seine Kompetenzen sind umfangreich, was sich insbesondere in ihren professionellen Fähigkeiten widerspiegelt. Ob Makroprogrammierung oder Tabellenkalkulation, der digitale Profi fühlt sich auch auf diesem komplexen Terrain zuhause. Mal zuhause, mal Zuhause oder auch zu Hause alles im Angebot. Genauso beliebig ist auch die Zuordnung von Excel und Makros zu einem Typus “digitaler Profi“, es sei denn, man will einem bestimmten Typus BWLer Honig um den Bart schmieren, wo es als ausgemachtes Expertentum gilt, mittels eines Makros Tabellenblätter miteinander über Dateigrenzen hinweg zu aktualisieren.
Die Digitale Avantgarde (Drei Prozent) Die jüngste Gruppe (Durchschnittsalter 30,5 Jahren) ist gleichzeitig mit drei Prozent auch die kleinste Gruppe. Die digitale Avantgarde hat dabei ein eher geringes Einkommen und lebt oft in einem Singlehaushalt. Ihre digitale Infrastruktur lässt kaum Wünsche offen. Auffällig hoch sind dabei die mobile und geschäftliche Internetnutzung. In allen Bereichen verfügt die digitale Avantgarde über sehr hohe Kompetenzen und bildet bei den komplexen digitalen Themen die Spitze der Gesellschaft. Ihr Wissensstand um die digitale Welt ist dagegen nicht ganz so ausgeprägt wie bei den digitalen Profis. Mehr durch „trial and error“ statt das Lesen von Anleitungen eignet sich der digitale Avantgarde seine Kompetenzen an. Von den digitalen Medien lässt diese Gruppe kaum ab: Durchschnittlich elf Stunden verbringen sie täglich vor dem Computer. Neben der Arbeit ist daher auch das Freizeitverhalten oft von den digitalen Medien bestimmt.
Aber wenn man denkt, schlimmer kann es nicht kommen: Die digitale Avantgarde hat dabei ein eher geringes Einkommen [...] In allen Bereichen verfügt die digitale Avantgarde über sehr hohe Kompetenzen. Das könnte den aufmerksamen Beobachter zu folgenden Schlussfolgerungen verführen: Wer sich mit dem Web auskennt, ist arm oder wird dadurch arm. Wer Ahnung von Webdingen hat und dort viel unterwegs ist, der kann kein Werbeziel sein, weil er oder sie sich nix leisten kann. Besser kann man die geringen Werbekosten im Web gar nicht begründen: Man erreicht im Web 2.0 hauptsächlich nur arme und eremitisch lebende Menschen, die Ahnung in Bereichen haben, die den Großteil der Bevölkerung in keinster Weise tangieren – außer im verhassten Büro. Und wer Tabellenkalkulation bedienen kann, gehört zur Liga der ausßergewöhnlichen digitalen Profis. Was wohl Leon dazu sagen würde…
Bildnachweis: clarita
March 23 2010, 10:00am
Digitale Seuche: Plaque im Netz
http://feedproxy.google.com/~r/blogpiloten/~3/I6DTAdjNVNI/
Plaque bedeutet Schild. Es ist bekannt als Belag aus Speiseresten und unseren ganz persönlichen Bakterien. Genau dasselbe Zeug finden wir auf jeder Website im Netz. Reste aus erlerntem Wissen und unser persönlicher Senf oben drauf. Wer in der letzten Zeit die Diskussionen rund um Chancen und Gefahren der digitalen Speisen im Netz verfolgte, wunderte sich nicht selten. Allen Ernstes diskutierten Wissenschaftler und Experten den inhaltlichen Kontext von menschlicher Sinnbildung und Mustererkennungsprozessen beim Durchforsten von Tabellenzellen in Datenbanken.
Um die Verwirrung noch zu steigern, wurde ein Wort aus der Informatik, das nebenläufige Berechnungsprozesse beschreibt (multitasking), auf den Menschen transponiert, wobei allerdings Sinn und Bedeutung des Begriffs flöten gingen. Nicht genug, dass man früher glaubte, aufgrund des immer noch sehr vagen Verständnisses der Informationsverarbeitung im Gehirn, Computer programmieren zu können; setzt man sich nun hin und übernimmt aus der Computerwissenschaft Begriffe, um den Menschen zu beschreiben. Dieser Diskussion das Etikett Kategorienfehler anzukleben, erscheint so langsam fahrlässig verharmlosend.
Der Mensch und seine Algorithmen Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind, zu tun, was wir nicht tun wollen… So lautet der Untertitel des Schirrmacher-Buches. Es geht also um einen Zwang. Man reitet im Namen der Freiheit. Dort werden Adaptionshandlungen des Menschen in Bezug auf elektrisch dargestellte Buchstaben und Bilder beschrieben. Wer keine Kindheit ohne das Web hat, hat keinen Vergleich und daher keine Wahl mehr. Aha. Und das Netz ist erobert worden durch die Werbung. Offenbar ist es beim Netz schlechter wenn es Werbemillionen abwirft als bei Printmedien oder dem Fernsehen. Früher wurden Zielgruppen per Sinusmillieus (Konsumentenkategorien) organisiert. Heute tun sie dieses nun ganz von selbst über ihre Onlineeinkäufe und ihre Kontakte in sozialen Netzwerken. Dieselbe Entwicklung des Auslagerns von Leistungen an den Kunden kennen wir auch von Banken (Überweisungs-/Geldautomaten). In Amerika ist das schon seit Jahrzehnten der Drive-In. Anders als bei den Rabattkarten, die jede Kassiererin mal eben durch den Leser zieht sei dieses im Netz schlimm und verwerfliche Mikroarbeit der Nutzer. Und was machen die Kreditkartenfirmen mit den Profildaten ihrer Kunden, die sie teuer bezahlen, damit sie ihre persönlichen Daten sammeln? Ob da nicht vielleicht auch kleine Programme durch die Datenberge sausen und 1 + 4 zusammenzählen? Der böse und allmächtige Algorithmus? Der Journalist Frank Schirrmacher sieht das Organisieren von Inhalten von Algorithmen beherrscht, wie sie beispielsweise die Suchmaschine Google einsetzt. Aber auch sie blieben im linearen Abarbeiten von einzelnen Schritten stecken. Es gibt noch Schleifen, die Zwischenergebnisse zu bestimmten Inhalten bewerten können. Aber alles bleibt in einer sehr elementaren mathematischen Struktur. Diese Verfahren verarbeiten die Daten von Menschen zu Mustern, die dann zu bestimmten Aussagen gedeutet werden. Die Verfahren und die Qualität dieser Deutungen der Muster wird leider nicht hinterfragt. Denn die semantische Ebene auf der Basis dieser Muster ist das eigentliche Problem. Denn sie wird von den Firmen vorgegeben. Gelernt wurde das schon vor den Rabattkarten auf der Basis von Daten der Marktforscher. Google tut nichts anderes als das Nutzen dieser bekannten Deutungsmethoden. Aber so entsteht weder Bedeutung noch Wissen. Denn die besagten Algorithmen (präziser müsste man von Text-Mining bzw. Data Mining sprechen) sortieren Daten anhand bestimmter Bedingungen. Sie analysieren also vorhandene Texte bzw. Datenbanken. Das maschinelle Synthetisieren, also das Erstellen neuer Information auf dieser Basis, hat bisher noch keinen Reifegrad erreicht, denn man als Information oder gar Wissen bezeichnen könnte.
Zweiter Gedankenfaden Schirrmachers ist die Überlastung des Menschen durch ein Zuviel und Zuschnell an Daten und Dokumenten. Das Verhältnis von Inhalten die Nutzer zuordnen und denen, die dem Nutzer direkt auf seine Geräte geschoben werden (E-Mail, twitter, Statusmeldungen etc.) ist ein ungesundes in Bezug auf das, was der Mensch verarbeiten kann. Beleg für dieses Wissen über die Kategorie Mensch ist nicht eine Studie der Marsianer sondern sind zwielichtige Papiere von kaum bekannten Wissenschaftlern, die in keiner Weise epidemiologisch verifiziert wurden. Er zieht tatsächlich die Analogie zum Zeitalter der Industrialisierung, wenn er sagt, dass sich im Webzeitalter das Gehirn an die Menge der Inhalt im Netz adaptiert in der Art, wie sich die Muskeln damals an die Industriearbeit anpassen mussten (Leider geht Schirrmacher nicht auf das Dreischichtsystem und die Wissenschaft der Ergonomie ein). Auch der Begriff der Plastizität wird ähnlich trivialisiert wie wir das schon im Umfeld der Bücher über die digital natives erleben mussten. Da Computer über Multitasking verfügen (was nicht stimmt, da auch die Prozessoren alle nur seriell ihre Register abarbeiten), müsste sich das Gehirn an diese Parallelablaäfe anpassen, sei aber nur zu serieller Verarbeitung von Symbolen fähig. Insgesamt erscheint das Buch eine Aneinanderreihung von Gemeinplätzen, die selten einer profunden Bewertung standhält. Aber der größte Marktplatz der Welt und der gigantischste Stammtisch des Universums ist und bleibt Anlaß einer bisher “kaum” diskutierten Erörterung: Was ist eigentlich Qualität und wie kann man das feststellen, was Qualität ist und wer tut das auf welche Weise? Es geht also um Herrschaftswissen.
Social Media: Von der Volksnähe geküsst zu werden Und schon machen sich die Adepten der Geisteswelt oder der Weltmechanik auf und versuchen auf dem Rücken dieser herbeigestolperten Diskussion ihre Pfründe zu sichern. “Information ist entfremdete Erfahrung.” tönt es aus dem Mund von Jaron Lanier in der FAZ. Dieser Satz hat in etwa soviel klärende Potenz wie der Satz “Energie ist das, was nie verschwindet”. Und dann rettet Lanier die kalte Information mit der menschlichen Erfahrung. Er erkennt in dem Glauben an den Text, der seit der Thora, der Bibel und dem Koran die monotheistischen Religionen die Offenbarung Gottes darstellt, nicht ein menschliches Verlangen nach Überschreitung des Hier und Jetzt – ganz so wie die Höhlenmaler der Vorzeit. Er will Erfahrung. Aber nicht zuviel. Deshalb moniert er auch, dass die Menschen im Web zum Mob werden, wie er in den Kommentaren feststellt, die er liest. Diese Meinungsexkrementik mißfällt ihm zutiefst. Diese Art von Erfahrung schmeckt im nicht. Denn diese Art von Erfahrung hat er weder an der Uni, noch in den Klubs in denen er verkehrt noch in seinem Viertel gehabt. Noch weitaus schlimmer sei die Werbung als Trampelpfad des Geldes, dass alles wie ein negativer Midas in seinen Bann der Vernutzung zieht und nichts als die ökonomischer Auswertung übriglässt.
Wieso der Club der Anonymen Enthüllungskommentatoren seine Triebabfuhr über unflätige und persönliche beleidigende Kommentare regelt? Vielleicht haben diese garstigen Wichte gar kein Auto, mit dem sie jemandem die Vorfahrt nehmen können. Einfach mal wild mit der Lichthupe den Frust vom Berufsalltag loswerden, oder schlicht die Frau oder die Kinder zusammenmöbeln, sagt ihnen nicht zu. Zugegeben, es sind zumeist wenig wertvolle Beiträge, oft entlarven sie sogar eine unterdurchschnittliche Fähigkeit im Umgang mit widersprüchlichen Informationen. Dass anonyme Kommentare aber weniger Ausdruck von tumbem Mob ist sondern eher Darstellung von Angst in der Berufswelt, ist anscheinend eine Denkunmöglichkeit. Die einen schreiben muitg alle Texte unter Klarnamen und andere haben schlicht Angst, weil viele Menschen Teile ihrer Person nicht im Netz zeigen dürfen, weil sie in der Berufswelt ein Avatarleben führen müssen. Würden Sie ihre wirkliche Meinung im Web unter ihrem Namen darlegen, müssten sie im Berufsleben unangenehme Folgen befürchten. Es ist also bestes Recht des Knechts, anonym zu bleiben. Der Verweis auf die Algorithmen und Scanprogramm der Geheimdienste, Polizei und Marktforscher erscheint da eher Rationalisierung als wahre Ursache. Es liegt an der Angst vor eigener Persönlichkeit im Berufsleben, die gab es schon früher und sie wurde nur im ewigen Archiv des Web offenbar. Und die Herren der ersten Stunde rund um John Perry Barlow haben das Erstellen von Avataren und digitalen Personae nicht als Schutz der beruflichen Laufbahn verstanden sondern als Weg, die etablierten Mächte zu unterminieren. Diese Kamingesprächs-Revoluzzer, die mit der Rolex am Arm und dem Oldtimer in der Garage etwas vom anderen Leben faseln, verstehen das Web als Ort des Gesprächs gar nicht. Sie leben noch im Zeitalter des Dokuments. Dieser dokumentenzentrierte Ansatz der Emanzipation zeigt sich noch heute in öffentlichen Verlautbarungen wie etwa Manifesten, ähnlich wie das öffentliche Vorlesen in royaler Vorzeit von den Reichsverwesern und Erklärbären. Die Herrschaft spricht, das Gesinde schweigt.
All das Gehabe des Achtung-Wir-veröffentlichen-etwas-mit-Belang sieht man ja nicht in einem Web, das den Stammtisch oder den Dorfplatz ersetzt hat. Könnte es vielleicht sein, dass wir im Web immer mehr die Seiten einer Gesellschaft erkennen, die vorher für uns verborgen waren? Die Mediokren begegnen den ziselierten Gedanken der bombastischen Rationalisierer. Und die Experten erleben den Instinkt der Straße. Oder um es krasser zu formulieren: Das Web ist ein Agens, das die Verdrängung und Sublimierung Hundertausender sozial und mental prekärer Lebensentwürfe verunmöglicht. Nicht umsonst hat Danah Boyd vor über 2 Jahren gezeigt, dass es durchaus Sinn macht, die Nutzungsarten des Web mit der sozialen Herkunft und Ausbildung zu korrelieren. Das hat durchaus mehr als zwei Seiten, wenn man bedenkt, dass in anderen Ländern eben die bisher verfemten Seiten ein Segen sind. In muslimischen Ländern artikulieren sich die Frauen im Web, in Russland – einer lupenreinen Demokratie – wird das Web zur einzig verläßlichen Quellen für Nachrichten aller Art. Hier müssen die Damen und Herren Intellektuellen auf der einen Seite Volkes Stimme und auf der anderen Seite Volkes Halsband namens Konsumismus ertragen.
Schreiben ist das Endprodukt der Weltverdauung Und die Algorithmen? Analog zum Albumin, das den Druck im Körper regelt, ist der Algorithmus nichts anderes als ein Verfahren, das eine Homöostase (Gleichgewicht) zum Ziel hat. Das, was die Einen ins das Netz werfen um sich zu artikulieren, wollen die Anderen in einen Kontext stellen, der nicht demjenigen des Autors/Kommentators entspricht. Warum?
Betrachten wir nochmal das Bild der Assimilation, das oben in dem Begriff Meinungsexkrementik zum Ausdruck kommt. Der geschriebene Inhalt, dessen ein Mensch sich entledigt, soll für den anderen Nahrung sein. Diese Wiederverwertung gekauter Nahrung (verdautes Welterlebnis als Text ), die oft nichts anderes als ein Versuch des Verstehens der alltäglichen Geschehnisse ist, soll ökonomisch sinnvoll ablaufen. Deshalb wird mit viel mathematischem Brimborium ein Mehrwert in diese Exkremente einsuggeriert. Man könnte sagen, dass in der Algorithmusküche, Sätze und Daten solange zerkocht werden, bis aus dem vorherverdauten Brei wieder ganze Stücke werden. Man kann aber aus einem zerkauten Essensbrei auch mit den aufwendigsten Algorithmen nicht wieder einen Apfel oder ein Hühnchen zaubern.
Die pessimistische Lamentiererei sogenannter Experten und Intellektueller fällt also noch hinter die allzu optimistischen Wünsche der Bedeutungsingenieure zurück und lädt sie nur unnötig mit Macht auf. Man könnte denken, dass es sich um einen Versuch handelt, an dem Glorienschein teilzuhaben, den die bobos, Neurophysiologen und Teilchenbeschleuniger in langen Jahrzehnten gezüchtet haben – und zwar unter tatkräftiger Mithilfe der Journalistengarde auf der Suche nach dem allerneusten Neu. Dabei ist neu im Grunde nichts anders als das Indifferenteste, was wir kennen. Vielleicht lassen uns deshalb all diese wortgewaltigen Predigten für und wider das Netz so unbeteiligt zurück.
Mit was für einer Dreistigkeit die Welt auf der anderen Seite des Bildschirms sich in selbigem widerspiegelt mag für einige ein kritischer Schock sein – für andere ist er sehr heilsam. Denn wer alle Gespräche eines Tages in einem gewöhnlichen Restaurant oder Café aufzeichnen uns auswerten wollte, würde als irre abgestempelt. Im Web soll das also normal und sogar gefährlich sein? Es ist schlicht Unsinn und Ausdruck eines grassierenden Irrtums: Text ist nicht gleich Kontext.
Und wie geht man nun mit den Problemen des Ablenkens um? Es ist eine Disziplin der persönlichen Reife, Achtsamkeit, awareness, Konzentration und Gerichtetheit der Aufmerksamkeit zu erlernen. Sensuelle Deprivation gehört allerdings nicht zu den Trainingseinheiten. Oder um es in einen Witz verkleiden: ” Ich konnte gestern den ganzen Nachmittag nicht meditieren!” “Wieso denn nicht?” “Dauernd klingelte das Telefon.”
Und behüte mich vor meinen Fans… Dr. Christian Stöcker von Spiegle Online nun kommt von einer anderen Seite. Er möchte die neutrale und wertfremde, also technoliberale Seite des Web als sympathisches Bild der digitalen Kommunikation darstellen. Am 08.02.2009 hat er stellvertretend für viele folgende Thesen dargelegt. Die sieben Thesen lauten: 1. Das Internet ist dumm und das ist auch gut so. Tja, nun müsste man zunächst erklären, ob eine Maschine oder ein Programm überhaupt wissend sein kann. Ob eine Armada von Maschinen, die miteinander interagieren nun wissender oder dümmer würden, wäre eine theoretische Frage. Denn das Netz enthält lauter gespeicherte Symbole, die Menschen oder Prozessoren Anreize für Aktionen oder Unterlassungen liefern. Das Internet ist also genauso dumm oder schlau wie eine Armada von Heizungsventilen. Der wesentliche Anteil an Schläue wäre die Negentropie, also die gerichtete Organisation der Elemente und Strukturen. Denn Entropie ist im Grunde die Summer der erreichbaren Zustände. Angesichts der großen Menge an Elementen und Strukturen im Internet ist es also sinnvoll, diese potenziellen Zustände einzuschränken, um sinnvoll Gebrauch von der Technologie zu machen. Netzkünstler treiben dieses Vorhaben an das andere Ende zu treiben. Die Kategorie “dumm” im Kontext mit der Dimension Netz ist also ähnlich ertragreich wie die Kategorie “virtuos” mit der Dimension Musikinstrument. 2. An vielem, was das Netz gefährlich macht, sind die Nutzer selbst schuld. Vor allem die Nutzer, die mit den Fingern auf andere zeigen. Aber ach… Schuld. Also die Schuld. Das ist eine religiöse Kategorie. Aus dem Unbill der Naturgewalten extrahierten die Kulturen einen Bändigungszauber namens Religion. Nach Einführung des Individuums und der abgeleiteten göttlichen Macht auf den Menschen blieb nur noch die Schuld als abgeschwächte Form des wütenden Schöpfergottes übrig. Was der im Netz zu suchen hat, überlasse ich dem geneigten Leser. Aber man kann schon feststellen, dass Stöcker erkannt hat, dass dieser Schöpfergott namens Nutzer einigen Einfluß auf die Technologie hat, die er nutzt. Ein Beispiel: Man kann einen Hammer als Flaschenöffner, Werkzeug oder Tatwaffe einsetzen. Aber, das ist eigentlich ein Gemeinplatz und kann getrost als überflüssige Aussage disqualifiziert werden. 3. Die Staaten dieser Welt werden sich nicht darüber einigen, wie das Netz sein sollte. Aber ein Minimalkonsens in Sachen Verbrechensbelämpfung lässt sich herstellen. Das ist keine steile These, wenn man bedenkt wie Entscheidungsprozesse in den multinationalen Gremien funktionieren, zumal bei der ICANN, der Internet-Regierung. Ob und was ein Verbrechen ist, läßt sich kaum ernsthaft staatenübergreifend diskutieren wie man am Beispiel Steuerhinterziehung in der Schweiz und in Deutschland erkennen kann. Übereinstimmung wird nie erreicht, also erfindet man etwas Ähnliches: Konsens ist an dieser Stelle nichts Anderes als das alte Bild von Lyotard, der den Diskurs von Habermas als Akt der Aggression bezeichnete. Denn Konsens ist das Erzwingen einer gemeinsamen Erklärung zum Wohle aller Teilnehmer. Allzuoft nehmen aber die Betroffenen an diesen Diskursen gar nicht teil… 4. Wir sollten aufhören, vermeintlichen Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen ins Wohnzimmer starren. Wir brauchen eine neue Definition von Öffentlichkeit. Nein. Was wir brauchen ist eine Einsicht in die Tatsache, dass im netz genau dieselben Menschen agieren wie außerhalb des Netzes. Dort herrscht allerdings das Primat des Vergessens und der Vergänglichkeit. Das Netz ist eine Gefriertruhe der Worte. Jeder Satz wird schockgefrostet. Jeder Mensch hat sich schon mal vor Zeugen zum Narren gemacht. Es ist allerdings früher nie aufgezeichnet worden. Es bedarf also einer genauen historischen und ethnologischen Betrachtung dieses Kühlraums der Symbole. Auch eine ethische Risikofolgenabschätzung steht noch aus. Leider auch aufgrund der naiven Netzkritik, die sich im sogenannten bürgerlichen Lager formiert. Grundsätzlich wäre zu verweisen auf das Thema Identitätsmanagement angesichts des neuen Personalausweises und ELENA. Aber Herr Stöcker hält es für angemessen, lustige Anekdoten über die Holländer und ihre Gardinenlosigkeit als Metapher anzubieten. 5. Jugendschutz ist wichtig, aber nicht wichtiger als alles andere. Mit Providern als Zensor wäre das Ende des freien Netzes gekommen. Das Netz ist nicht frei und wird es nie sein. Freiheit, gleich ob negative oder positive, ist ein Wert, den es gilt anzustreben im Handeln der Menschen. Es gibt keine Manifestation der Freiheit in der Mechanik der Nullen und Einsen. Es gibt höchstens eine Freiheit im Zugang, im Gebrauch und in der Selbtsbestimmung über die eigenen Exkremente im Netz wie Kommentare, Artikel und Bilder… 6. Urheberrechte sind wichtig, aber nicht wichtiger als Bürgerrechte. Warum müssen immer die Rechte des Dreiecks, Nutzer, Autor und Werkmittler gegeneinander ausgespielt werden? Hat es Sinn, wenn unterschiedliche Kategorien von Rechten aus dem Immaterialrecht und den “kleinen” Menschenrechten namens Bürgerrecht? Nein, denn Autos unterliegen auch anderen Regulierungen als Flugzeuge. Was soll eigentlich so besonders sein am elektrischen Versand von beweglichen Lettern? Richtig, es ist der Zugang zu dem Sinn, der damit gestiftet wird. Wer den beschränken will, soll das mit seinen eigenen Inhalten tun können – aber nicht im Auftrag Dritter. 7. Die Vorteile des freien Internets überwiegen seine Nachteile. Wer das Internet für überwiegend schädlich hält, muss ein Menschenfeind sein. Siehe Kommentar zu These 5. Es wäre schön, wenn die Menschen selbst entscheiden dürfen, was, wo und warum ein Vorteil oder ein Nachteil des Web ist.
Bildnachweis: deanjenkins
February 10 2010, 9:30am
Doku: Six Degrees of Separation
http://blog.cast.zhdk.ch/?p=216
Auf der tollen Website http://topdocumentaryfilms.com/ bin ich auf die Dokumentation “Six Degreed of Separation” gestossen. Darin wird die Wissenschaft hinter der These untersucht, dass jeder Mensch, mit jedem anderen Menschen über maximale 6 Zwischenkontakte vernetzt ist. Die Dokumentation greift die Theorie auf und macht ein Experiment, bei dem auch das Web eine wichtige Rolle spielt. Die Doku gibt es in voller Länge zu sehen. Mit dem Internet und seiner
February 8 2010, 11:25am
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