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Die Social Blase im Web

Es kursieren enorme Zahlen durch die Welt der Medien, wenn es um den bevorstehenden Börsengang (IPO) von facebook geht. Allerorten tauchen dann Experten auf, die von solchen Wetten an der Börse abraten. Ältere Semester verweisen auf das bereits erlebte Platzen der ersten Web-Blase vor 10 Jahren. Aber vor 10 Jahren waren noch nicht solche Summen im Markt. Denn seit der Finanzkrise investieren Banken nicht mehr, indem sie Firmen und Staaten mit Schulden überhäufen. Es gibt daher Fantastilliarden freien Kapitals, und das muss einer Vernichtung zugeführt werden, sonst platzt das System. Die Motive liegen etwas weiter zurück…

Diese Vernichtung des Kapitals sind die besagten Blasen als Gegenentwurf zum Krieg, in dem Milliardengewinne auf Kosten von vernichteten Menschenleben eingefahren werden. Im Normalfall wird all das akkumulierte Geld der privaten Anleger fein säuberlich auf viele Risiken verteilt. Da es aber viele Banken und viele Anleger sind, kommen so eben auch Unsummen zusammen auf Punkten wo viel Geld schon gereicht hätte. Auf diese Weise machen viele Anleger aus 100.000 EUR in wenigen Jahren 70.000 EUR oder weniger (siehe Telekom etc.). Da sie jedoch aufgrund der Streuung ihrer Kapitalberater auch in weniger riskanten Geschäften ihr Geld anlegten, kommen sie insgesamt mit einem leichten Plus aus jeder Dekade. Die Tatsache, dass Microsoft 8,5 Milliarden Dollar für Skype hinlegt, um sein Windows Phone 7 an den Mann zu bringen, ist zumindest eine humorige Managerentscheidung, die ein deutliches Zeichen für die Verzweiflung ist, die in Redmond herrscht angesichts der Angriffe aus der cloud. Einige Kapitalgeber haben aber durch diesen Deal wieder soviel Geld verdient, dass sie das neue Kapital schnell wieder in startups und Beteiligungen investieren müssen. Neben all den frei flottierenden Geldern, die gerade nicht in die Industrie, den Mittelstand und die Forschung fließen, machen die Milliarden der Venture Capitalists und Business Angels aber nur einen kleinen Teil aus. Die Idee hinter dem Run auf Zukunftstechnologien wie Windkraft, Photovoltaik oder eben Internet ist aber nicht Kalkül sondern ein Mißverständnis: Man verwechselt Zivilisation mit Sicherheit. Dazu Alfred North Whitehead (Science and the Modern World, S. 207): “Die wohlhabende Mittelklasse, die das 19 Jahrhundert regierte, legte einen übertriebenen Wert auf die Gesichertheit der Existenz [...] {Wir sehen das heute wieder in den Begriffen “gesunde Ernährung” und “Nachhaltigkeit”}. Der Mittelklassepessimismus, die Zukunft der Welt betreffend, entstammt der Verwechslung von Zivilisation und Sicherheit. In der unmittelbaren Zukunft wird es weniger Sicherheit als in der unmittelbaren Vergangenheit geben, auch weniger Stabilität. Auch muss man zugeben, dass es einen Grad der Unsicherheit gibt, der sich mit Zivilisation nicht verträgt. Doch im ganzen gesehen, waren die großen Zeitalter unsichere Zeiten.“

Es ist also gut möglich, dass sowohl die Investoren als auch die Skeptiker an derselben Brust saugen: Dem Unvermögen, unsicheren Zeiten gelassener entgegen zu sehen.

June 14 2011, 9:26am

Social Media Landschaft 2011

Eine übersichtliche Infografik, die Social Media Dienste bestimmten Funktionen zuordnet: Quelle: Fred Cavazza

May 31 2011, 2:15pm

Social Media Blase?

Bei G+ ist eine Infografik erschienen, die die großen Player im Zuge des Social Media / Social Network Booms mit harten Zahlen kontrastiert: Geld….

Quelle: G+

May 30 2011, 9:58am

Social Business

Seit man nicht mehr 2.0 hinter irgendetwas schreiben soll, weil es die Kunden vergrätzt und seit man auch nicht mehr Social Media oder Social Network im Arbeitsumfeld einsetzen will (soll), hat man sich aus der Welt der Kleinkredite und Philantropie einen Begriff geklaut, der im Grunde Enterprise 2.0 abbilden soll: Social Business, aber diesmal hat eine Beraterfirma sich gedacht, dass sie diesen Begriff am besten ummünzt, damit man sich gern an sie erinnert. Sei’s drum, hier eine Infografik, die einen groben Überblick über das eigentlich gemeinte Themenfeld bietet:

The Social Business infographic created by Online MBA

May 23 2011, 9:35am

Lernrevolution mit Social Media

Präsentation eines Vortrags von Kathrin Ulrich zum Thema Lernen am Arbeitsplatz vom 28. März: Impulsvortrag Lernrevolution mit Social Media View more presentations from MFG Innovationsagentur

April 1 2011, 9:45am

10 Fehler im B2B Online-Marketing

Auch und gerade bei der Kommunikation via Social Media geht manchmal einiges schief; Konzeption, Personal oder Realisierung können aus dem Ruder laufen… Flop 10: B2B Social-Media-Marketing View more presentations from Jens Stolze

March 30 2011, 11:00am

Woran erkennt man gute Social Media Berater?

Gibt es gute Social Media Berater? Thomas Pfeifer und Bastian Koch meinen ja und nennen Anzeichen für gute Berater:

Social Media: Wie Sie mit Twitter, Facebook und Co. Ihren Kunden näher kommen. Anhand von vielen Praxisbeispielen von kleinen bis großen Unternehmen zeigen die Autoren, wie man Social-Media-Strategien im Unternehmen platziert und pragmatisch umsetzt. Der Link zum Buch http://www.awl.de/3019

March 25 2011, 12:53pm

Die besten Alternativen zu Facebook

Das Facebook-Profil gehört mittlerweile zum guten Ton, aber seit Arbeitskollegen, Mutti und Co. in der Freundesliste sind, ist es mit der heiligen Privatsphäre vorbei. Für alle, die lieber wieder mit gleichgesinnten plauschen wollen, haben wir vier hoffnungsvolle Alternativen aus USA aufgestöbert:

Snabbo – Baby-Boomer Auf Snabbo networked die Generation Baby-Boomer ganz entspannt vor sich hin. Auf der einfach gehaltenen Plattform, mit poppiger Oberfläche, finden die in den 50ern und 60ern Geborenen Schulfreunde wieder, stellen alte schwarz-weiß Fotos ein oder lassen die ein oder andere Teenie-Liebschaft wieder hochkochen. Und das alles ganz ungestört und abseits von Facebook – denn auf Snabbo schielen weder Kinder und Enkel auf die Online-Aktivitäten.

http://www.snabbo.com/

Gaia Online – Manga und Anime Das Anime Social Network Gaia Online ist ein wunderbares Mischmasch aus Gaming-Site, Community und virtueller Rollenspiel-Welt. Die Mitglieder haben Avatare, eigene Städte und es gibt eine Gaia-Währung. Die Welten sind aufwendig gestaltet und es gibt jede Menge Schnick-Schnack, zu kaufen, mit dem man seinem Avatar ein angenehmes Leben bescheren kann. Die Plattform wird hauptsächlich von Jüngeren genutzt und besticht durch ihr kreatives Design. Für die freundliche und übersichtliche Gestaltung bekamen die Macher von Gaia Online den diesjährigen Mashable Award in der Kategorie „Best Website User Experience“.

http://www.gaiaonline.com/

Diaspora – Privatsphäre-Liebhaber Anfang des Jahres – im Zuge der Krise um die Facebook Privatsphäre-Einstellungen – hatten sechs New Yorker die Idee für ein Open Source-Projekt als Social Network-Alternative zu dem blauen Riesen. Schnell wurde Geld gesammelt für die Plattform, die zum Ziel hat, dass alles privat sein soll und jedes Bild und jeder Post Eigentum des Urhebers bleibt. Das fand auch Mark Zuckerberg gut und hat direkt was für das ehrgeizige Projekt mitgespendet (http://mashable.com/2010/05/28/zuckerberg-diaspora/) die Plattform liegt zurzeit als Alpha-Version vor (http://mashable.com/2010/11/24/diaspora-preview/#5753Public-Profile-View).

https://joindiaspora.com/

Ning.com – Selbstbastler War noch keine Facebook-Alternative dabei? Macht nichts. Auf ning.com kann jeder sein eigenes Social Network gründen: Template aussuchen, Lieblingsfreunde einladen und los. Ganz einfach. Kleiner Nachteil: Kostet je nach Funktionalität von um die zwei bis 19 US Dollar monatlich.

http://www.ning.com/

February 22 2011, 9:55am

Cyberquark: Daten sind das neue Öl

Es gibt einen Kongress namens Online Handel. Da hat der Zukunftspapst Gerd Leonhard mal die ganz dicke Kristallkugel mitgebracht und uns allen verkündet, dass es ab jetzt nicht mehr reiche, in einer Suchmaschine gefunden zu werden, man müsse auch im Social Web auffindbar sein. Offenbar existiert dieses Social Dingsbums abgekoppelt von den Crawlern, Robots und Spider-Technologien von Larry und Sergey. Und sogar das brandneue Thema Cyberwar darf auf so einer Konferenz nicht fehlen (anyone stuxnet?). Und auch Amir Kassaei hat eine Zukunftsvision mit facebook. Aber beginnen wir mit dem Wiedergängner namens Cyberwar…

“Es werden in Zukunft auch Kriege wegen Daten geführt, in denen es darum geht, wer welche Daten haben darf.” (G. Leonhard)

Ein Glück, dass es das bisher noch nicht gegeben haben darf. Denn jetzt können es die Vortragsnomaden in Stadt und Land für ihre Präsentationen verwursten, dank Frank Rieger weiß sogar jeder zweite FAZ-Leser, was man damit machen darf. Leider sind die Ratschläge der wahren Experten den meisten Rednern unbekannt. Der Königsweg heißt dort nämlich “Entnetzung” und ist exakt genau das, was der Name vermuten läßt. Sensible Daten werden nicht in ein Netz gestellt. Wer jetzt bei diesem Satz entnervt an die mahnenden Worte der Spielverderber denkt, die der Gemeinde des Transparenz-ist-wenn-alle-alles-lesen-dürfen ständig Knüppel in den Weg werfen, der denkt richtig. Einige sind schon weiter. Wenn Daten Öl sind, dann sind Taten der alltägliche Verkehr: Und da kommt der Leonhard so richtig in Fahrt in Sachen social web und social consuming: “Die Phase, in der die Verbraucher alles kaufen, nur weil es da ist, ist vorbei. Stattdessen werden einige Teile des Besitzes mit anderen geteilt.”

Die Beweise für diese steile These sind z.B. das Car-Sharing, das seit Jahren einen unglaublichen, naja, Boom erfährt. Jedenfalls machen es jetzt mehr Menschen als in den 50er Jahren. Ja, der Verkehr ist ein tolles Thema für alles mit social: Fragen Sie mal Bahnreisende im Hochsommer oder rund um Weihnachten oder schauen Sie sich die glücklichen All-Inklusive-Touristen an. Aber Amir Kassaei, die Lichtgestalt der deutschen Werber ist da nicht viel weiter. Er prophezeit auf demselben Kongress, dass facebook aus dem Like-Button einen Buy-Button stricken wird. Dann wird facebook eine Mischung aus amazon, groupon und myspace. Er hat sogar entdeckt, dass in den USA seit 2 Jahren twitter als sehr präzises und effizientes Tool für Kundensupport genutzt wird. Er wird in zwei Jahren wissen, dass diesen Platz nun gerade Quora einnimmt. Aber er ist eben gerade erst bei twitter angekommen: “Wenn einer Twitteruser beispielsweise fünf Freunde hat, die sich mehrmals pro Woche per Tweet über ein Unternehmen beschweren, dann erzeugt das ein Bild, dass viel stärker ist, als jede Art andere Kommunikationsmaßnahme es könnte.”

Lieber Herr Kassaei, ich schätze Ihre Arbeit, als Kommunikationsexperte in Sachen PR braucht es doch etwas mehr Erfahrung und Differenzierung. Denn im Social Web versendet sich alles noch viel schneller als im Fernsehen. Das allüberall anzutreffende Verdikt rund um die allwissende Müllhalde aka ewiges Gedächtnis des Web hat einen besonderen Haken: Die Geschwindigkeit und Masse der Daten verschüttet jegliche Geduld, die Informationen in mehrere Zusammenhänge einzubinden, sodass die meisten “Daten sind Öl” nichts anderes sind als der Tiger im Tank derjenigen, die sich per Meinung ihrer Selbst vergewissern müssen. Das sind zumeist Menschen, die sich selbst nicht spüren können und daher immer andere um sich haben müssen. Sie bezeichnen diesen Zwang als soziales Verhalten. Doch der Begriff des Sozialen umfasst eigentlich eine besondere Komponente: das gegenseitige Füreinander-Da-Sein. Das klappt schon ein bißchen im Netz. Bei ushahidi, bei quora und anderen Frage/Antwort-Seiten und den Abtertausenden Foren. Auf Facebook hält man Kontakt zu entfernten Bekannten, Schulfreunden aus früheren Tagen und der Gastfamilie in Übersee. Man tauscht lustige Videos aus und “meldet sich einfach mal wieder”. Dabei werden exakt 8% der Menschen Tipps für Taschen, Hosen, Videoserver und Autoschonbezüge übermitteln. Aber diese Welt der Dinge bleibt grundsätzlich außerhalb der Gespräche. Denn Facebook ist nichts anderes als ein großer Dorfplatz auf dem sich jeder mit vielen Bekannten und Nachbarn trifft. Wird der voller Produktinformationen sein, zieht man sich in die stillen Hinterhöfe zurück oder auf die Balkons auf twitter, in Blogs oder was auch immer im Jahr 2013 die nächste Plattform sein wird – vielleicht quora oder etwas im mobile web, was wir noch nicht kennen? Denn da, lieber Amir Kassaei wird die nächste Evolutionsstufe des Handels gezündet werden – im Handy. Kann sein, dass es facebook ins mobile Zeitalter schafft. Wir werden sehen…

Bildnachweis: Perfect Earthian

January 21 2011, 9:50am

Oops! Award 2010 – Das Voting

Die größten Blog-Skandale 2010 – Die Top 5 unserer Leser zur Abstimmung Unser „Oops! Award 2010“ geht in die nächste Runde: aus allen Vorschlägen unserer Netzpiloten-Leser für spektakuläre und unvergessene Blog-Skandale haben wir die Top 5 mit den meisten Nennungen ausgewählt. Hier stellen wir euch die Anwärter auf den diesjährigen Supergau noch einmal vor. Anschließend gibt es das Online-Voting zur Abstimmung. Der Skandal mit den meisten Stimmen wird mit dem „Oops! Award 2010“ bedacht. Wer in den Kommentaren mitwählt und auf den späteren Sieger tippt, nimmt an einer großen Verlosung der Netzpiloten teil. Hauptgewinn sind 5 Kult-Kopfhörer “Oboe” von WeSC (legendäre StreetCouture). Wir freuen uns über rege Beteiligung und sind gespannt, wer das Rennen macht!
Mitmachen könnt ihr unten per Kommentaren oder einfach am Ende des Textes klicken beim twtpoll

  1. WeTab Im Oktober 2010 amüsiert sich ganz Deutschland über die peinliche Affäre beim Hersteller des Tablet-Computers WeTab. Die Ingredienzen: ein mangelhaftes Produkt, ein Bewertungsportal, ein unvorsichtiger und übereifriger Geschäftsführer. Die Story: Zuerst tönt Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen, dass er Apple Paroli bietet, dann lobt er sein eigenes Produkt, für das es allerlei Kritik hagelt, im Online-Shop von Amazon unter zwei Pseudonymen über den grünen Klee. Mit wenigen Klicks kann Blogger Richard Gutjahr die Besprechungen auf die Nutzerkonten des WeTab-Chefs und seiner Frau zurückführen. Schuld daran ist eine falsch gesetzte Privacy-Einstellung bei Amazon, über die man auf der persönlichen Wunschliste des Verfassers seinen echten Namen erfährt. Besonders pikant: Einer der falschen Namen, die Hoffer von Ankershoffen für seine Bewertung wählte, war der nicht ganz unbekannte Internetpionier, Blogger und Autor “Peter Glaser”. Der wiederum hat seinen Anwalt eingeschaltet, um rechtliche Schritte zu prüfen. Das Ende vom Lied: Helmut Hoffer von Ankershoffen entschuldigt sich öffentlich und zieht sich als Geschäftsführer der WeTab GmbH zurück. Er wollte lediglich seiner Freude über den Marktstart und seiner Überzeugung, dass das WeTab ein tolles Gerät ist, Ausdruck verleihen. „Ein Fehler war es allerdings, nicht meinen eigenen Namen für die Bewertung zu verwenden.“
  2. Nestlé / KitKat Dieses moderne David gegen Goliath-Märchen im Frühjahr 2010 ist ein PR-Debakel der Extraklasse. Manche sprechen auch vom ersten “Facebook-Krieg“ in der Geschichte des Web 2.0. Die Ingredienzen: Ein aggressiver Umweltschützer-Spot, ein soziales Netzwerk und ein ungeschickt agierender Welt-Konzern. Die Story: Nestlé produziert mit KitKat einen Schokoriegel, für den indonesisches Palmöl zum Einsatz kommt. Für die Gewinnung werde der Regenwald, das Rückzugsgebiet der Orang-Utans, gerodet, so die Kritik von Greenpeace. Um dies zu untermauern, produziert Greenpeace in Anlehnung an die KitKat-Werbung einen blutigen Spot, bei dem ein Mann genüsslich in den Finger eines Affen beißt. Innerhalb weniger Tage verbreitete sich das Video über YouTube tausendfach. Auf Facebook wird der Spot auf der offiziellen Fanseite von KitKat gepostet. Nestlé steht am Pranger und begeht wahre Social Media-Kardinalsfehler. Zunächst erwirkt der Konzern, dass YouTube den Spot offline nimmt, indem “Urheberrechtsverletzungen“ moniert werden. Später ist auch die KitKat-Fanseite auf Facebook vorübergehend nicht mehr erreichbar, um Postings zu entfernen. Zudem kommentiert Nestlé: “Thanks for the lesson in manners. Consider yourself embraced. But it’s our page, we set the rules, it was ever thus.” Das Ende vom Lied: Ein Sturm der Entrüstung fegt durchs Web 2.0. Nestlé erfährt einen Imageschaden, der sich nicht beziffern lässt.
  3. Deutsche Bahn Immer wieder gut für einen skandalträchtigen Auftritt, schießt die deutsche Bahn im Frühjahr 2010 auch im Web 2.0 weit über das Ziel hinaus. Die Ingredienzen: diverse Marketingagenturen, das Web 2.0, ein Großkonzern mit Vorliebe für Fettnäpfchen Die Story: Im Auftrag der Bahn machen Marketing-Agenturen wie Allendorf Media durch fingierte Kundenmeinungen Stimmung in Foren und Blogs. Erfundene User äußern sich positiv zum Thema Bahn, schreiben Leserbriefe und stellen Videos von einer gefälschten Straßenumfrage auf YouTube ein. Zeitweise scheint die Imagekampagne zu funktionieren. Doch nur bis aufgedeckt wird, dass die Stellungnahmen von der Bahn bezahlt werden – mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Das Ende vom Lied: Der PR-Gau bringt der DB eine öffentliche Rüge des Deutschen Rates für Public Relations ein, grundlegende Codizes der Kommunikationsbranche verletzt zu haben, in denen Transparenz und Redlichkeit in der Öffentlichkeitsarbeit gefordert werden.
  4. Konstantingate Dieser Fall steigt als „Konstantingate“ im Oktober 2010 in den Olymp der Skandal-Blogs mit auf. Die Ingredienzen: ein mitteilungsfreudiger Verlagserbe, die Blogosphäre, ein findiger Medienjournalist Die Story: Eines Tages untersucht der Medienjournalist Stefan Niggemeier verschiedene Kommentare seines Blogs und stellt fest, dass alle eines gemeinsam haben: Die E-Mail- und die IP-Adresse von Verlagserbe Konstantin Neven DuMont. Was ihn zu der Frage veranlasst: “Hat einer der wichtigsten Medienmanager Deutschlands über Monate in meinem Blog mit etwa 80 Pseudonymen eine dreistellige Zahl von teils irren Kommentaren gepostet, in denen er auf eigene Beiträge verweist, mich und seine Konkurrenz beschimpft, wüste Verschwörungstheorien strickt und seine verschiedenen Identitäten miteinander diskutieren lässt?” Nachdem Niggemeier diesen Fall öffentlich gemacht hat, geht eine Welle des Entsetzens durch die deutsche Medienwelt. Und der Ruf des Hauses DuMont steht auf dem Spiel. Die Presse erlaubt sich Scherze wie “Wer bin ich und, wenn ja, wie viele?” oder “Wer hat an meiner Tastatur geschrieben?”. Das Ende vom Lied: Konstantin Neven DuMont bestreitet die Vorwürfe vehement. Er behauptet, dass die Kommentare “von zwei Personen aus seinem Umfeld abgegeben worden seien“.
  5. Wolfgang Schäuble Diese öffentliche Abkanzlung getarnt als Pressekonferenz Anfang November 2010 ist besser als jede Sitcom und der Renner im Netz. Die Ingredienzen: ein Pressesprecher-Patzer, 61 Milliarden Euro, ein stark angefressener Bundesfinanzminister. Die Story: Eigentlich gibt es gute Nachrichten zu verkünden. Wolfgang Schäuble will sein Milliardensteuerplus bekannt geben. Schäubles Sprecher Michael Offer eröffnet die Pressekonferenz mit den Worten, die Unterlagen mit Details zu den Zahlen seien ja bereits verteilt. Einstimmiges “Nein”der Journalisten. Daraufhin Schäuble mit hämischem Grinsen: “Tja, das hatte ich gerade vor 20 Minuten gesagt: Es wäre schön, wenn die Zahlen verteilt wären.” Offers Erklärungsversuche bügelte er mit den Worten ab: “Herr Offer, reden Sie nicht, sorgen Sie dafür, dass die Zahlen jetzt verteilt werden.”Verärgert kündigt Schäuble daraufhin an, die Pressekonferenz zu verlassen. Es folgen einige Wortwechsel, unter anderem Schäubles “Das hatte ich Ihnen vor einer halben Stunde gesagt. Sorry! Ich hatte Ihnen die Wette angeboten, Sie werden sie nicht verteilt haben.” 20 Minuten später kehrt Schäuble zurück, aber Sprecher Offer ist nicht da. “Kann mir mal einer den Offer herholen?” Gelächter im Saal, da läuft Schäuble nochmal zur Hochform auf: “Wir warten noch, bis der Offer da ist, er soll den Scherbenhaufen schon selber genießen.” Das Ende vom Lied: Das Video zur Pressekonferenz amüsiert ganz Deutschland, das Kabinett ist verärgert. Schäuble bedauert öffentlich seine Äußerungen, er habe „vielleicht überreagiert“. Die Reue kommt zu spät: Michael Offer erklärt seinen Rücktritt.

Autor: Jeanette Gruber von cocodibu

November 19 2010, 1:05pm

Tipps für den Social Commerce Einstieg

Nachdem wir vor ein paar Wochen schon Social Commerce definiert und die beiden größten Player Etsy und DaWanda verglichen haben, geht’s jetzt ans Eingemachte. Wir machen unseren eigenen Shop. Ein paar Empfehlungen gegen Stolpersteine – und wenn ihr eigene Empfehlungen habt, meldet euch in den Kommentaren! Ideen sind das A, gute Präsentation ist das O Ganz am Anfang steht eine simple Frage: Was verkaufe ich eigentlich? Ein paar Dinge fallen direkt schon mal raus, wenn man die Nutzungsbedingungen anschaut, mit denen viele Social-Commerce-Plattformen aufwarten. Meistens dürfen nur selbstgemachte oder alte Dinge verkauft werden. Als nächste Empfehlung gilt: Erst mal gucken, was man am besten kann und was einem selbst gefällt. Was würde ich kaufen, was würden meine Freunde kaufen? Wird etwas Ähnliches schon verkauft, und wenn ja, zu welchen Preisen und mit welchem Erfolg? Wie kann ich mich davon unterscheiden? Und wenn ihr eine eigene Idee habt, die noch von niemandem realisiert wurde, dann überlegt euch gut, was daran das Besondere ist, das ihr unbedingt hervorheben solltet.

Social Commerce heißt auch, die Produktvielfalt mit dem Erscheinungsbild in Einklang zu bringen Diese Fragen mögen auf den ersten Blick etwas überzogen klingen. Aber der Vorteil davon, wenn man sich die obigen Fragen klar und deutlich beantworten kann, liegt in der besseren Präsentation des Shops. Die meisten Social-Commerce-Plattformen erlauben gewisse Gestaltungsmöglichkeiten über ein individuelles Header-Bild oder eine Beschreibung des Shops. Das muss unbedingt zu den Produkten, zum Stil und zum Selbstbild passen – meist hat man nur einen Augenblick, um die Käufer für seinen Shop einzunehmen. Entdecke die Möglichkeiten Social-Commerce-Plattformen bieten diverse Möglichkeiten an, den eigenen Shop und seine Angebote bekannter zu machen. Da wären zum einen diverse Bezahlangebote wie zum Beispiel Logenplätze, die das eigene Angebot oben auf der Seite bewerben. Nicht unterschätzen sollte man auch Aktionen wie beispielsweise DaWandas aktuelles 11%-Special zur Fußball-WM. Zudem sitzt ein Team regelmäßig daran, besondere Shops und Produkte redaktionell zu pushen – indem etwa aktuelle Produkte zu einem Thema gesondert hervorgehoben werden. Hier hilft es, auf gute Produkte und eine gute Präsentation zu achten – und vielleicht der ein oder andere dezente, freundliche Hinweis.

Social Commerce ist Kommunikation – auch Kritik gilt es zuzulassen Zum anderen aber – und nur das macht Social Commerce zu dem, was es ist – ist es die Meinung der Community, die einen Shop erfolgreich macht. Deshalb gilt: Regt zum Austausch an. Schafft einen offenen Kommunikationsstil – und das bedeutet gerade auch, dass ihr auf Nutzerfragen und Kritik reagiert. Ihr müsst nicht damit einverstanden sein, wenn jemand an euch oder euren Produkten Kritik äußert – aber seht es pragmatisch: Das ist kein Super-GAU, jede Meinung ist lediglich eine von vielen Meinungen. Aber wenn ihr nicht darauf reagiert oder gar versucht, sie zu unterdrücken, wird das Strohfeuer verheerend sein. Und noch was: Wenn ihr euch an der Kommunikation in der Community beteiligt, betrachtet das nicht zu sehr als reine Werbung. Wer auf die Frage nach einem geeigneten Geschenk immer nur die eigenen Produkte empfiehlt, macht sich auf Dauer unglaubwürdig. Social Commerce, jetzt auch für Commerce und so Wer eher einen eigenen Shop betreiben möchte und trotzdem tapfer bis hierher gelesen hat, soll natürlich auch nicht vergessen werden: Social-Commerce-Elemente lassen sich natürlich auch ohne weiteres in den eigenen Shop aufbauen. Eine Reihe von Tools für den Social-Commerce-Einstieg hat Daniel Hoffmann im Social Media Blog versammelt. Eine seiner wichtigen Empfehlungen ist die Meebo Bar, mit der Besucher direkt mit ihren Freunden über ein Produkt chatten können. Für beliebte Shop-Plattformen gibt es spezialisierte Plugins wie beispielsweise Facebook Connect Social Shopping für Magento, mit denen man sich Social-Commerce-Funktionalitäten in den eigenen Shop holen kann. Eine genaue Recherche lohnt sich. Auch hier gilt allerdings: Erst muss man sich im Klaren sein, was man für den eigenen Shop benötigt und wer die Zielgruppe ist – dann klärt sich die Frage nach den richtigen Erweiterungen fast von selbst. Bildnachweis: Prakhar Amba (Flickr, Creative Commons BY), Brave New Films (Flickr, Creative Commons BY)

July 2 2010, 11:01am

Etsy vs. DaWanda: Kampf der Titanen

Etsy und DaWanda – die beiden Anbieter stehen für Social Commerce: Während andere nur hier und da Elemente in ihre Shops einfügen, setzen sie voll auf die Kraft des sozialen Kaufens und Verkaufens. Das Konzept ist schnell erklärt: DaWanda und Etsy wollen dem Handwerker oder der Bastlerin von nebenan ihren eigenen Shop geben. Zugelassen sind ausschließlich selbstgemachte Produkte, Materialien oder Dinge aus der guten alten Zeit. Finanzieren tut sich dieser Service zum einen durch die Einstellgebühr: Jeder Verkäufer muss pro eingestelltem Artikel einen Betrag bezahlen. Etsy verlangt derzeit 20 (US-)Cents, DaWanda setzt auf ein abgestuftes System zwischen 10 und 30 (Euro-)Cents. Zum anderen gibt es eine Verkaufsprovision: 3,5 % des Verkaufspreises gehen an Etsy, DaWanda verlangt 5 %. Wer sein Produkt gerne auf der Startseite anpreisen möchte, findet dafür verschiedene weitere Preismodelle. Social Commerce als Nutzer: Shopping wie auf dem Bastelmarkt Beide Anbieter haben verfügen über sinnvolle Suchmöglichkeiten, z.B. über Farben. Etsy setzt dabei auf eine Flash-Anwendung, die zwar schick aussieht, aber wesentlich unpraktischer ist als DaWandas einfache Farb-Suchoption. DaWandas Geschenkefinder bietet über Schlagworte schnellen Zugriff auf beliebte Geschenkekategorien, und eine redaktionelle Auswahl (z.B. zur Fußball-WM) pusht entsprechende Produkte zusätzlich. Eingeloggte Nutzer können sich Produkte merken, ihre Wertschätzung über Herze ausdrücken oder Kommentare dazu abgeben. Apropos eingeloggt: Sowohl Etsy als auch DaWanda sind erfreulich datensparsam und begnügen sich mit Name, E-Mail und Passwort – die Adresse wird erst verlangt, wenn sie notwendig wird. Nach einem Kauf können einige Produkte durch Absprache mit dem Verkäufer noch individualisiert werden – zum Beispiel, um einen passenden Rahmen zu wählen oder den eigenen Namen auf die Tasche sticken zu lassen.

Produktseite von DaWanda: Kommunizieren trifft auf Kaufen Social Commerce bedeutet, den Nutzer zu Wort kommen zu lassen, und folgerichtig setzen Etsy und DaWanda auf eine Reihe von Social-Web-Elemente: Etsy bittet die Community an die Wahlurne, welches Geschenk wohl am besten für Muttertag geeignet sei; DaWanda lässt die Community als Geschenkeberater fundieren – wobei die Vorschläge naturgemäß nicht selten aus dem eigenen Warenangebot stammen. Social Commerce als Verkäufer: Mit dem Hobby das Sparschwein auffüllen Bisher habe ich vor allem die Features behandelt, die den Nutzer erwarten – aber Social Commerce ist keine Einbahnstraße, sondern erlaubt, sich einen eigenen kleinen Online-Shop zu erstellen. Dafür benötigt man zunächst einen Account, der dann in einem zweiten Schritt zum Verkäufer-Account umgemodelt werden kann. DaWanda merkt man an dieser Stelle an, dass sie auf den deutschen Markt spezialisiert sind: Es gibt eigene Felder für AGBs, Impressum und Widerrufsbelehrung, zudem wird zwischen privaten und gewerblichen Verkäufern unterschieden. Die Bezahlung der Gebühren läuft über Lastschrift (für deutsche Verkäufer) oder über PayPal bzw. Überweisung (für Verkäufer außerhalb Deutschlands). Etsy sieht man seine amerikanische Herkunft an – angefangen mit der Tatsache, dass für die Abwicklung der Gebühren zwingend eine Kreditkarte notwendig ist. Optisch lässt sich der Shop über ein Banner anpassen, weitere Gestaltungsmöglichkeiten gibt es jedoch nicht.

Einzelne Shops werden ausführlich vorgestellt, hier Etsy Die AGBs entsprechen weitgehend den Erwartungen. Eine Quelle von Missverständnissen ist, dass beide Anbieter es nicht erlauben, Gebühren zu umgehen – was strenggenommen bedeuten würde, dass die Produkte ausschließlich über die eine Plattform verkauft werden dürfen. Auf Nachfrage bestätigten jedoch beide Anbieter, dass damit lediglich gemeint sei, keine Links zu einem externen Online-Shop zu posten, bei dem keine Gebühren fällig werden würden – man darf seine Produkte also durchaus auf mehreren Wegen verkaufen. An wen richten sich Etsy und DaWanda? Die Zielgruppe von Etsy und DaWanda lässt sich am besten über typische Anwendungsszenarien erläutern. Eine Künstlerin, die ihre Gemälde oder Fotografiedrucke unter die Leute bringen möchte. Ein Handwerker, der nach Feierabend Schmuck oder sonstige schöne Dinge herstellt. Oder eine Bastlerin, die aus Filz Broschen und Taschen herstellt. Wer sich in solchen oder ähnlichen Beschreibungen wiederfindet, für den dürften Etsy und DaWanda die erste Adresse sein, um seine Werke einfach unters Volk zu bringen. Netzpiloten-Fazit Featuremäßig geben sich Etsy und DaWanda nicht viel – beide sind weit vorne, was Features für Nutzer und Verkäufer angeht. Wünschenswert wäre es, wenn es weitere Möglichkeiten gäbe, den eigenen Shop anzupassen – beispielsweise über eine eigene CSS-Datei. Wegen der einfachen Bedienung und der Anpassung an deutsche Gesetze hat DaWanda naturgemäß die Nase vorne. Etsy lohnt sich vor allem für Verkäufer, die explizit auf den englischsprachigen bzw. internationalen Markt drängen möchten.

May 31 2010, 10:00am

Die amtlichen Art-T-Shirts

Des Artistes sind die einzigen, denen ich vollumfänglich das Recht einräume, den Platz auf T-Shirts zu bedrucken. Da ich mittlerweile Hirnerweichung erleide bei all den coolen Sprüchen und lustigen Grafiken, ist das hier wirklich und in allem Ernst das Beste auf dem T-Shirt-Markt seit der Erfindung der kontrolliert-biologischen Baumwolle als Fellersatz. Künstler: Ai Weiwei und viele andere. Und die unterstützen auch noch Doctors Without Borders/Médecins Sans Frontières (MSF). Hinsurfen und den Laden leerräumen. Die sind bei mytheresa.com – dort gibt es auch nette Schmücke. So geht übrigens Constructive Capitalism.

May 11 2010, 10:00am

SLS08-Videointerview: Prof. Dr. Petra Grell - "Die lebenslang-Lernen-Lehrerin"

Dr. Petra Grell ist Professorin für "Medien und lebenslanges Lernen" an der Universität Potsdam. Im Interview spricht sie über die Struktur von lebenslangem Lernen, welche Rolle Medien dabei spielen und warum insbesondere Blogs und Web 2.0 eine neue Lernkultur ermöglichen. Cast: Steffen Bueffel

January 5 2009, 12:47pm

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