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Geschenke für den Mann

Die letzte, aber natürlich nicht unwichtigste Gruppe zuletzt: In unserer kleinen Reihe mit Geschenkideen wollen wir heute die schönsten Geschenke für Männer vorstellen. Für technikbegeisterte Väter, sportliche Brüder und musikalische Onkel ist sicher etwas dabei. Natürlich sind alle Geschenke wieder online bestellbar.

Die einzelnen Beschreibungen und Bezugsquellen findet Ihr nach dem Click…

Für Hellseher: Dieser Rahmen macht aus zweidimensionalen Digitalfotos und –filmen ein 3D-Erlebnis. Ohne Brillen oder Folien. Dazu errechnet das auto-stereoskopische TFT-Display zwei Bilder, die einen dreidimensionalen Effekt erzeugen. Zu kaufen bei Proidee. Für Zuhörer:  Dieses formschöne Holzradio  wurde in Indonesien von Singgih Kartono entworfen und in Handarbeit hergestellt. In jedem einzelnen stecken 16 Stunden Handarbeit und das Holz nachwachsender Bäume.  Aus Java direkt in den Online-Shop von Schoener waers wenns schoener waer. Für Rocker: Die Kultmarke Marshall kennt jeder, der einmal auf einem Rockkonzert in der ersten Reihe stand.  Jetzt kann man sich das wahre Rock’n’Roll Gefühl mit diesem formschönen Kopfhörer ins eigene Heim holen – fetten Bass inklusive. Vielfach schon ausverkauft, bei EMP haben wir ihn doch noch gefunden. Für smarte Telefonierer: Freedom of Creation präsentiert uns dieses stilechte iphone-case, das von Gemälden des Künstler Mondrian inspriert wurde. Praktisch: in der raffinierten mehrschichtigen Struktur kann man(n) auch noch seine Kreditkarte sicher unterbringen. Für Standfeste: Wahre Einzelstücke sind diese Buchstützen von Urban Outifitters, die aus recycelten Schallplatten gefertigt werden. So bekommen die alten Vinyls eine neue Aufgabe in Zeiten von MP3 und Co. Für Trittfeste: Dieses hübsche Single-Speed Rad sieht nicht nur gut aus, es ist auch noch streng limitiert, insgesamt gibt es nur 111 Stück.  Auf jeden Fall ein schicker Hingucker mit Sportappeal von Mika Amaro. Für Schlüsselkinder: Endlich ein USB-Key der seinem Namen alle Ehre macht. Dieses ausgesprochen praktische Modell von Lacie ist am Schlüsselbund ein ständiger Begleiter und bei Gravis in verschieden Größen erhältlich. Für Musikliebhaber: Mit diesem tragbaren Lautsprechersystem von JBL  wird das iphone zur Stereoanlage. So kann man auch im Hotelzimmer alle gespeicherten Lieder elegant abspielen. Erhältlich bei Amazon.

December 15 2010, 10:06am

Advent in Berlin: Weihnachtsmarkt mal anders

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Und allmählich brennt auch die Frage nach den perfekten Geschenken für die Liebsten – und mit einbrechender, eisiger Kälte auch der Wunsch nach einem wärmenden Glühwein. Berlin kümmert sich natürlich um diese Bedürfnisse: Mit unzähligen Weihnachtsmärkten. Ob in allen Farben glitzernd, wie am Alexa, historisch-romantisch am Schloss Charlottenburg und Gendarmenmarkt oder Chanukka Markt im Jüdischen Museum Berlin. Die Auswahl an traditionellen Märkten ist endlos. Allerdings sucht nicht jedermann nach Nikolausmützen und Schnitzereien aus dem Erzgebirge, wenn er auf den Weihnachtsmarkt geht. Und manch einem sind Temperaturen in empfindlichen Minusgraden auch zu kalt zum gemütlichen Bummeln. Wer einen etwas individuelleren und wärmeren Weg sucht nach Geschenken zu stöbern, für den gibt es jetzt hier ein paar Geheimtipps für die Adventswochenenden:

  1. & 5.12. Das Hotel Kudamm 101 ist für sein außergewönliches und preisgekröntes Design berühmt. Weniger bekannt ist das Hotelroom Shopping. In loungiger Atmosphäre gibt es smarte Produkte von internationalen Brands, Snacks und Livemusik. Neben Interior Accesoires und Spielzeug werden auch Kosmetik, Mode, leckere Kleinigkeiten und Kinderbekleidung angeboten. UNd die möglichkeit einmal einen Blick in die schicken Zimmer des Designhotels zu werfen, denn das Hotelrrom Shopping findet neben der Lobby auch in einigen Zimmern statt. Dabei sind Designer wie schœner.wærs.wenns.schœner.wær, Mamsell Schokoladen, breath fresh cosmetics, Pension für Produkte und polli überall. Am Sonntag, den 5.12. gibt es ausserdem noch einen kleinen, charmanten Weihnachtsmarkt namense DIY Trunk Show in den Räumen von La Bastellerie in Kreuzberg. Hier wird alles feil geboten, was Künstler, fleissige Bastler und erfolgreiche Bäcker aus Berlin anbieten. Besonders schön sind immer die Papeterie-Produkte.
  2. & 12.12. Ein Wochenende später kann man sich auf das inzwischen gut etablierte Holy Shit Shopping freuen. Neu in diesem Jahr: Der Markt findet an gleich zwei Orten statt. Zum einen im HBC an der Carl-Liebknecht-Strasse und dann in einer nicht näher beschriebenen Galerie an der Spandauer Strasse. Hier findet ihr dann stylische Produkte von komat, Blutsgeschwister, Colorin Coloradond und vielen mehr by loungiger Musik und leckerem Glühwein.
  3. & 19. 12. Für das Weihnachtsrodeo muss man kein waschechter Cowboy sein, der Markt hat seinen Namen von seinem ursprünglichen Veranstaltungsort im Rodeo Club. Dieses Jahr findet er zum ersten Mal außerhalb des alten Postfuhramtes statt, nämlich ebenfalls im HBC am Fensehturm. Designer, Künstler und Szeneshops präsentieren beim Weihnachtsrodeo ein weihnachtliches Programm. Besonders schön ist gewöhnlich die Dekoration der Rodeos (siehe erstes Bild). Dabei sind dieses Jahr Rita in Palma, Kidsboom und Jacks Beauty Department. Wem das alles zu trendy und zu überdacht ist, für den noch ein nachhaltiger Open-Air-Vorschlag: Der Adventsökomarkt der Grünen Liga Berlin. Der verwandelt an allen vier Adventssonntagen den Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg in eine weihnachtliche Bummelmeile. Hier findet man Wehnachtsschmuck und kandierte Mandeln, bei deren Herstellung soziale und ökologische Standards eingehalten wurden.

 

 

 

  (Fotos: Silke Lambers, Flyer siehe Websites)

December 1 2010, 9:52am

Advent in Berlin: Weihnachtsmarkt mal anders

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Und allmählich brennt auch die Frage nach den perfekten Geschenken für die Liebsten – und mit einbrechender, eisiger Kälte auch der Wunsch nach einem wärmenden Glühwein. Berlin kümmert sich natürlich um diese Bedürfnisse: Mit unzähligen Weihnachtsmärkten. Ob in allen Farben glitzernd, wie am Alexa, historisch-romantisch am Schloss Charlottenburg und Gendarmenmarkt oder Chanukka Markt im Jüdischen Museum Berlin. Die Auswahl an traditionellen Märkten ist endlos. Allerdings sucht nicht jedermann nach Nikolausmützen und Schnitzereien aus dem Erzgebirge, wenn er auf den Weihnachtsmarkt geht. Und manch einem sind Temperaturen in empfindlichen Minusgraden auch zu kalt zum gemütlichen Bummeln. Wer einen etwas individuelleren und wärmeren Weg sucht nach Geschenken zu stöbern, für den gibt es jetzt hier ein paar Geheimtipps für die Adventswochenenden:

  1. & 5.12. Das Hotel Kudamm 101 ist für sein außergewönliches und preisgekröntes Design berühmt. Weniger bekannt ist das Hotelroom Shopping. In loungiger Atmosphäre gibt es smarte Produkte von internationalen Brands, Snacks und Livemusik. Neben Interior Accesoires und Spielzeug werden auch Kosmetik, Mode, leckere Kleinigkeiten und Kinderbekleidung angeboten. UNd die möglichkeit einmal einen Blick in die schicken Zimmer des Designhotels zu werfen, denn das Hotelrrom Shopping findet neben der Lobby auch in einigen Zimmern statt. Dabei sind Designer wie schœner.wærs.wenns.schœner.wær, Mamsell Schokoladen, breath fresh cosmetics, Pension für Produkte und polli überall. Am Sonntag, den 5.12. gibt es ausserdem noch einen kleinen, charmanten Weihnachtsmarkt namense DIY Trunk Show in den Räumen von La Bastellerie in Kreuzberg. Hier wird alles feil geboten, was Künstler, fleissige Bastler und erfolgreiche Bäcker aus Berlin anbieten. Besonders schön sind immer die Papeterie-Produkte.
  2. & 12.12. Ein Wochenende später kann man sich auf das inzwischen gut etablierte Holy Shit Shopping freuen. Neu in diesem Jahr: Der Markt findet an gleich zwei Orten statt. Zum einen im HBC an der Carl-Liebknecht-Strasse und dann in einer nicht näher beschriebenen Galerie an der Spandauer Strasse. Hier findet ihr dann stylische Produkte von komat, Blutsgeschwister, Colorin Coloradond und vielen mehr by loungiger Musik und leckerem Glühwein.
  3. & 19. 12. Für das Weihnachtsrodeo muss man kein waschechter Cowboy sein, der Markt hat seinen Namen von seinem ursprünglichen Veranstaltungsort im Rodeo Club. Dieses Jahr findet er zum ersten Mal außerhalb des alten Postfuhramtes statt, nämlich ebenfalls im HBC am Fensehturm. Designer, Künstler und Szeneshops präsentieren beim Weihnachtsrodeo ein weihnachtliches Programm. Besonders schön ist gewöhnlich die Dekoration der Rodeos (siehe erstes Bild). Dabei sind dieses Jahr Rita in Palma, Kidsboom und Jacks Beauty Department. Wem das alles zu trendy und zu überdacht ist, für den noch ein nachhaltiger Open-Air-Vorschlag: Der Adventsökomarkt der Grünen Liga Berlin. Der verwandelt an allen vier Adventssonntagen den Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg in eine weihnachtliche Bummelmeile. Hier findet man Wehnachtsschmuck und kandierte Mandeln, bei deren Herstellung soziale und ökologische Standards eingehalten wurden.

 

 

 

  (Fotos: Silke Lambers, Flyer siehe Websites)

November 30 2010, 9:52am

Paris per pedes: Ein Spaziergang durchs Marais

Es gibt nicht schöneres auf einer Städtereise als in aller Ruhe durch die Strassen und Gassen zu schlendern. Wer per pedes unterwegs ist erlebt die Stadt hautnah und in Echtzeit. Also, nicht wie rein in die bequemsten Schuhe und losspaziert. Starten wir im schicken Norden des Marais’, am Marche des Enfant Rouges an der Rue de Bretagne. Diese älteste Markthalle in Paris wurde wohl nach einem früher hier gelegenen Kinderheim benannt, dessen Kinder rote Uniformen tragen. Heute ist es der ideale Tag um in einen entspannten Sonntag zu starten. Wer sich bei all den Leckereien auf dem Markt nicht recht entscheiden kann, dem empfehle ich die lange Schlange vor dem Crepe und Galette Stand. Ein Galette Gourmande mit Karotten, Avocado, Ziegenkäse, Honig und vielem mehr ist einfach ein himmlischer Start in den Tag…

Pariser Zeitreise Frisch gestärkt spaziert man dann in Richtung Süden, die Rue de Poitou hintunter und bieg in die Rue Vieille du Temple ab. Hier werden die Strassen plötzlich schmaler und zahlreicher, wie ein breiter Fluss der sich verästelt. Plötzlich gibt es weniger Smog und hupende Autos, Paris wird ein wenig ruhiger. Ruhiger, aber auf gar keinen Fall weniger aufregend. Im Marais bekommt man die beste Vorstellung davon, wie das mittelalterliche Paris gewesen sein muss: Enge Gassen und schmale Häuser statt Boulevards und Stadtvillen. Es wirkt, als hätten Napoleon und Haussmann vergessen, diesen Teil der Stadt bei ihren großen Umbaumaßnahmen mit abzureißen. Nach der Revolution wurde das Marais zunächst Armenviertel, doch auch hier hatten die Stadtplaner schon eine breite Avenue geplant, der das Viertel hätte weichen müssen. Der ausbrechende erste Weltkrieg unterband die Baupläne. Und so ist das Marais bis heute ein spiegeln von dem, wie Paris vor Napoleon ausgesehen hat: ein Labyrinth aus schmale Strassen mit Kopfsteinpflaster.

Picasso Museum Macht man von hier aus einen kleinen Schlenker auf die Rue Thorigny kommt man zum Picasso Museum. Das ist zwar leider mit 2012 wegen Renovierungen geschlossen, aber auch von aussen ist das Gebäude sehenswert. Das Hotel Sale, das das Museum beherbergt, war das Heim vom Seigneur de Fontenay und der Name bedeutet etwa Gesalzenes Haus. Denn der Seigneur lebte von der Salzsteuer, die er eintrieb und die, wenn man den Ausmassen des Hauses und des Gartens glauben darf, wirklich gesalzen gewesen sein muss. Voulez-vous einkaufen? Spaziert man dann durch die schmalen Gassen weiter, tauchen mehr und mehr kleine Boutiquen auf. Vielleicht gerade weil es hier keine Prachtbauten und baumgesäumten Boulevards gibt, taucht man ein in ein anderes Paris. Kleine, schicke Lädchen preisen von Käse bis Wein, Kunst bis Mode alles Mögliche und Unmögliche an und laden zum Stöbern ein. Aus zauberhaften kleine Bistros und Cafes riecht es verführerisch lecker. Die Menschen auf den Strassen sind hier jünger und trendiger als im Rest von Paris, der Pariser Strassenschick in leicht und frisch.

Die Zahl an sehenswerten Boutiquen ist schlicht unüberschaubar, aber hier ein paar besonders sehenswerte Tipps: Auf der Rue de Sevigne 40 sollte man auf jeden Fall den Concept Store L’Eclaireur besuchen. Ein spannender Laden mit schicker Inneneinrichtung und Mode und Accessoires von den angesagtesten Designern.Auf der Rue Francois Miron 29 lohnt sich ein Besuch bei Sentou, einem Möbel und Einrichtungsgeschäft, dass Designer wie Isamu Noguchi, Verner Panton und Jean Prouve im Programm hat. Auf dem Boulevard Beaumachais 111 findet man den Concept Store Merci.

Vier Stockwerke gefüllt mit zeitgenössischen Möbeln, Büchern, Kosmetik, Vintage Kleidung, Blumen, einem Cafe und vielem mehr. Einen Ableger der Berliner Boutique Bless mit ihrer zauberhaften Auswahl an Bekleidung und Accessoires findet man auf der Rue de Portefoin 14. Die Liste an Laden und Lädchen in denen man gerne seine Reisekasse ausgibt ist schlicht endlos. Folgende Strassen eignen sich besonders zum Bum

meln: Rue Veielle du Temple, Rue des France Bourgeoise, Rue de Sevigne, Rue de Poitou and Rue Charlot.

Jüdisches Viertel Wer nach soviel Einkaufsrummel hungrig ist, dem wird der Magen noch lauter knurren, wenn er die köstlichen Düfte aus dem jüdischen Viertel riecht. Frittierte Falafel und orientalische Gewürze ziehen durch die Gassen. Ein beliebtes Restaurant für Falafel,  und Co ist Chez Marianne auf der  Rue des Hospitalières-St-Gervais 2 (Rue de Roisiers). Man erkennt ihn sofort an der langen Schlange. Mit dem Falafel in der Hand spaziert man weiter durch die Gässchen und wirft einen Blick auf die auslagen der jüdischen Geschäfte. Wer noch mehr über jüdische Lebensart und Kunst erfahren möchte kann noch einen Abstecher zum jüdischen Museum auf der Rue du Temple 71 machen. Vielleicht ist es aber auch Zeit, den Tag bei einem Gläschen Kir Revue passieren zu lassen. Für den ersten Apero, den klassischen Aperetiv, sucht man sie entweder eine Bar auf der Rue Veielle du Temple, wie das Les Philisophes, um Passanten nachzuschauen. Oder man mischt sich unter Paris Hipsters und geht ins La Perle auf der Rue la Perle. Und dann kann man auch schon den nächsten Tag in der französischen Metropole planen. Vielleicht einen Ausflug aus die Ile St Louis? Oder auf den Montmatre? Oder doch einfach nur das beste Croissant in Paris finden? Die Möglichkeiten sind endlos. Den wie sagte schon Heinrich Heine: Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.

November 23 2010, 10:00am

Ich bin Paul Bowles. Und Sie?

1993 reist ein Literaturstudent auf den Spuren des amerikanischen Schriftstellers durch Marokko. Plötzlich steht er seinem Idol gegenüber. Als ich im Herbst vor 17 Jahren mit dem Auto nach Spanien aufbrach, wollte ich zunächst vor allem eines: Fahren, unterwegs sein. Ich war ein junger Literaturstudent und meine Helden hießen Jack Kerouac, William S. Burroughs, Tennessee Williams und Paul Bowles; ihre Geschichten waren die junger, unabhängiger Männer, die sich reisend selbst verwirklichten. Auch sie waren irgendwann durch Europa, dann durch Nordafrika gefahren. Ich wollte sehen, was sie gesehen hatten. In den Kinos lief gerade Bertoluccis Verfilmung von Bowles’ “Himmel über der Wüste” und genau da wollte ich hin, in die Wüste, nach Marokko. Im Kofferraum hatte ich Zelt und Schlafsack, Spaten und große Wasserflaschen… Spanien war leer, die Autobahnen Richtung Cádiz waren gerade erst gebaut worden, Touristen flogen allenfalls auf die Balearen. Hin und wieder traf ich ein paar Surfer in VW-Bussen. Auf den letzten Kilometern Landstraße in Andalusien war ich der Einzige. Als ich in Cádiz ankam, hielt ich in einem Park voller Magnolien und Orangenbäume vor dem Café Colonial, um nach dem Weg zu fragen; es war schon spät, drinnen war es voll, jemand feierte Geburtstag. Am Tresen bestellte ich Bier, neben mir saß ein spanischer Journalist. Wir sprachen über Literatur. Der Journalist erzählte, dass er gerade in Marokko gewesen sei und Paul Bowles interviewt hätte. Bowles lebte immer noch in der Hafenstadt Tanger, das wusste ich, wie man damals wusste, dass David Bowie in London lebte. “Fahr hin”, sagte der Journalist zum Abschied, “mach Halt im Hotel Intercontinental, dort wird man dir helfen.” Ich nickte, doch die Idee erschien mir absurd. Bowles zu suchen war eine Nummer zu groß für mich. Der Mann war eine Koryphäe, ich nur ein kleiner Student. Ich fand schnell Freunde, einer von ihnen war Laurence, ein Schotte aus Edinburgh. Er war mit einem einzigen Koffer nach Spanien gekommen, darin zwei Pullover, zwei Jeans. Stiefel und Lederjacke trug er am Körper. Der Rest des Koffers war gefüllt mit sämtlichen Büchern von Paul Bowles. Laurence war wortkarg, ein paar Jahre älter, aber als er hörte, dass ich nach Marokko wollte, war er sofort dabei. In Decken gehüllt saß ich mit Laurence schließlich auf der Fähre, ein uralter Klapperkahn, der von Tarifa aus eineinhalb Stunden bis nach Tanger brauchte. Es war gerade Ramadan, die Marokkaner waren hungrig und schlecht gelaunt, es nieselte, es war dunkel, kalt und neblig, als würden wir uns nach England einschiffen. Tanger war Anfang der Neunziger noch eine verschlafene Hafenstadt. Laurence und ich fuhren durch die Altstadtgassen, den Berg hinauf, zum Intercontinental, das mir der Journalist empfohlen hatte. Tanger war lange Zeit internationale Zone gewesen, wurde von 1923 an von Engländern, Franzosen, Spaniern und Italienern, später auch von den Amerikanern verwaltet. Es war eine steuerfreie Handelsoase. Junge amerikanische Schriftsteller wie Bowles konnten hier in den Vierzigerjahren für wenig Geld ein ganzes Haus mieten, mit Garten und Bediensteten. Und Tanger lag zwar in einem muslimischen Land, aber als internationale Zone war es relativ liberal, Prostitution war nicht erlaubt, aber auch nicht richtig verboten, genauso wie Alkohol. Tanger war eine Stadt, in der sich Aussteiger, dubiose Millionäre und Schmuggler aus aller Welt trafen. Unser Auto stellten wir auf den Hotelparkplatz. Am nächsten Morgen kam der Parkwächter zu uns und fragte: “Soll ich euch die Altstadt zeigen?” Er führte uns zum amerikanischen Konsulat, zum italienischen Kindergarten, während Laurence und ich auf der Rückbank über Bowles redeten und versuchten, die Orte aus seinen Büchern wiederzuerkennen. Der Parkwächter hatte uns mittlerweile auf einen Berg gefahren, von dem aus man die Stadt überblickte. Vor einem unscheinbaren Mietshaus hielt er plötzlich an. “Komm mit”, sagte er zu mir. Laurence wartete im Wagen. Dann klopfte er an die Tür, ein Mann mit Brille und weißem Kittel öffnete, sie wechselten ein paar Sätze auf Arabisch, der Mann bedeutete mir, die Schuhe auszuziehen, dann führte er mich zu einer Tür. In dem Zimmer dahinter war es fast komplett dunkel. Erst als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah ich den hageren, alten Mann, der auf dem Bett saß. Er trug einen Kamelhaarmantel, in seinem Mundwinkel hing eine Zigarette, auf dem Schoß hatte er eine Schreibmaschine. Der Mann schaute auf und sagte: “Hello, I am Paul Bowles. And you are?” “Ähm, I’m Daniel.” Eine Bedienstete brachte Tee, warf noch ein paar Scheite in das Kaminfeuer, das in einer Ecke des Raumes prasselte, und dann war ich mit Bowles allein. “Wo kommen Sie her?” fragte Bowles. “Hannover”, sagte ich. Bowles Gesicht leuchtete auf: “Hannover! So eine sehr saubere, ordentliche Stadt, mit ruhigen Cafés und grüner Landschaft.” Unser Fahrer musste mitgehört haben, als Laurence und ich uns auf der Rückbank unterhalten hatten. Anders kann ich mir heute nicht erklären, dass ich mit einem Mal im Wohnzimmer von Paul Bowles stand. 1932, erzählte Bowles, sei er durch Deutschland gereist, auch nach Berlin, “die Ausgeburt des Molochs”. Es war die Armut dort, die Bowles so sehr erschreckte, ihn, der durch Asien und Südamerika gereist war, in Marokko und Kolumbien gelebt hatte. Doch eine so verzweifelte Armut wie im Berlin der Dreißigerjahre sei ihm nie wieder begegnet. Er blieb, entgegen seinen Plänen, nicht lange. Er erinnerte sich, dass er auf der Hinfahrt durchs Weserbergland gefahren war, das hatte ihm gefallen. Und so kam er nach Hannover, saß dort eines Nachmittags im Operncafé und lernte Helma, die Frau von Kurt Schwitters kennen. “Mein Mann spricht gerne Englisch, vielleicht können Sie beide sich über Kunst unterhalten, er ist nämlich auch Künstler”, sagte sie. Bowles blieb, gab zum Dank für die Gastfreundschaft dem Sohn Klavierstunden, schrieb kleine Lieder für Schwitters. Ich konnte es nicht glauben. Vor mir saß der Weltliterat und schwärmte von Hannover. Bowles kannte Deutschland nur unzerbombt. Als ich ihm vom Mauerfall erzählte, schlug er sich gegen die Stirn und sagte: “Ach stimmt, da wurde ja eine Mauer gebaut! Und die ist wieder weg?” Das Gespräch dauerte knapp zwei Stunden. Mir aber kam es vor wie ein ganzer Tag. Der arme Laurence saß währenddessen draußen im Auto, rauchte mit dem Fahrer eine Zigarette nach der anderen, bis es ihm schließlich reichte, er in das Haus stürmte und auf einmal im Zimmer stand. “Was ist hier los? Warum sitzt du hier herum? Ich mache mir schon Sorgen!” schimpfte er, verstummte erst, als er Bowles im Bett entdeckte. “Und wer sind Sie?” Wir blieben nicht mehr lange, zum Abschied bat Bowles uns, über Telegramm mit ihm in Kontakt zu bleiben. Wir sollten ihm berichten, wie die Städte im Süden Marokkos aussahen, die er, damals schon über 80, nie wieder würde bereisen können. Im Auto schwiegen Laurence und ich uns an. Laurence konnte sich nicht entscheiden, ob er nun wütend sein sollte, weil ich ihn hatte warten lassen, oder einfach nur fasziniert von der Begegnung. Den Abend verbrachten wir in einem Tanzlokal, tranken Bier, das wir irgendwo auftrieben. Am nächsten Tag fuhren wir Richtung Atlas. Zwei Wochen lang reisten wir durch den Norden Afrikas, durch die Wüste. Hin und wieder schrieben wir Bowles Telegramme, die er Tage später beantwortete. Die Begegnung war der Beginn einer Freundschaft über fast drei Generationen hinweg. Ich besuchte Bowles noch sechs weitere Male, ehe er 1999 in Tanger starb. Ich erzählte ihm, er mir. Wir schrieben uns Briefe und Telegramme, ich versendete Fotos, Karten und Zeichnungen aus Andalusien, Hannover und Berlin. Es war eine langsame Zeit, unelektronisch. Nichts wurde per E-Mail verschickt, alles wurde im Kopf oder in Briefen festgehalten, dadurch brannte sich alles in mein Gedächtnis ein. Paul wollte mir noch eine Geschichte über die Zeit mit Schwitters schreiben und zeigte mir altes Tonmaterial, doch er schaffte es nicht mehr.

(Diese Geschichte hat Daniel Kahfif erlebt und Anne Lena Mösken hat sie aufgeschrieben.) Erschienen ist sie bereits in der Berliner Zeitung.)

October 18 2010, 10:00am

Lifestyle Lektüre vom 24. September 2010

  1. Die Fashion Week in New York ist gerade vorbei und die ersten Trends für den nächsten Frühling zeichnen sich ab. Redakteurin Nina Stotler von Stylesight beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen für The Cut.
  2. Wer jetzt gerade in London unterwegs ist kann sich persönlich vom London Design Festival inspirieren lassen. Design aus allen Disziplinen wird hier zu einem einzigen festival zusammengebracht. Allen anderen bleiben sie besten Eindrücke vom London Design Festival Blog Mehr nach dem Click…
  3. Es gibt Kooperationen, die können nur die coolsten Sahnestücke hervorbringen. Die Topshop Unique Collection für Collette, Paris ist so eine Kooperation. Bilder von der Modenschau, auf der die Models wilde Tiermähnen und Hasenohrenkappen trugen gibt es auf Colette. Dort kan man auch onllne einkaufen, falls man gerade nicht nach Paris kommt. Die Hasenohren sind allerdings schon ausverkauft.

  4. Fashion on film, dass ist auch ein neuer Trend. Immer mehr Designer übertragen ihre Shows live im Internet. Sehr zur Freude von allen, die nicht auf jede Fashion Week reise können oder wollen. Die Absolventen der Esmod Modeschule haben Ihre Abschlussarbeiten ebenfalls in beeindruckenden Videos zusammengefastt. Zu sehen bei Esmod Fashion Videos.

  5. Und auch in London war Fashion Week. Modepilot empfiehlt uns nach eingehenden Studien, den jungen Designer Michael van der Ham gut im Auge zu behalten.
  6. Und weil London so ein schönes, buntes Pflaster ist, mit zahlreichen verrückten Kreaturen, die sich zur Fashion Week in optische Bestform gebracht haben, hat auch Facehunter fleissig in der Themsestadt fotografiert.
  7. Und jetzt noch eine fernreise in Sachen Mode: Auf nach Mexiko. Wer w¨¨rde dabei an solch futuristische Designs denken? Fernab von folkloritisch angehauchten Entwürfen ist diese Kollektion namens Punto. Auf Diane Pernet gibt es Bilder von der Alice in Cyperspace Kollektion.
  8. Ein kleines Schmankerl für echte Modekerle liefert uns das GQ Magazin, mit den besten Trend-Tipps aus New York für den modebewussten Mann von Welt. Von Nickelbrille bis Krawatte finden man hier den neuesten Trend Frisch von der Fashion Week.
  9. Ebenfalls in New York war Pale is a color, Die dort die besten Streetstyles eingefangen haben. Interessante Styles von Vogue Chefin Anna Wintour bis zur gemeinen Fashionistas in Häuserschluchten.
  10. Der letzte Schrei: Zum guten Schluss, den letzten Schrei. Diesmal gefunden in der Süddeutschen. Modesünden Frisch vom Oktoberfest. Danach braucht man ein Bier.

Fotos: http://dianepernet.typepad.com, http://www.nymag.com, http://www.colette.com

September 24 2010, 10:04am

Spanischpod

“Spanischpod” ist der Sprachkurshappen für unterwegs. Und das Beste ist: Hier schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe. Du frischst Dein Englisch auf und lernst als Zugabe jeden Tag ein wenig Spanisch. Hablas inglese? Do you speak spanish? Na claro!

August 30 2010, 2:40pm

Lifestylelektüre vom 18.8.2010

  1. Zurück zur Natur scheint auch in Sachen Schönheit der Trend schlechthin zu sein. Zeitschriften fotografieren lieber “echte” Menschen als Models, Photographen wollen Photoshop von ihrer Festplatte löschen und jetzt ist auch Botox schon wieder out. Terry Hatcher beweist es uns fotografisch indem sie sich mit gerunzelter Stirn im Bad, wie uns Us Weekly zeigt. Wir bleiben natürlich dran und freuen uns schon auf die ersten Beweisfotos in Sachen “Meine Brüste sind echt.”
  2. Die Vorteile der interaktiven Möglichkeiten des ipads hat sich Designer Amit Pitaru zu Nutzen gemacht und Sonic Wire Sculptor entwickelt. Design Boom zeigt uns wie man damit aus dreidimensionalen Zeichnungen auf iphone and ipad neue Klangwelten erstellt.

  3. Space Invaders haben natürlich durch Street Art und nostalgische Gefühle aller Computerbenutzer über 35 längst Kultcharakter. Jetzt kann man sich die grobpixeligen Gestalten auch als Sofa ins Wohnzimmer stellen und immer an die guten alten Zeiten von Atari und Co. denken, wie uns Horstson zeigt…

  4. Einen schönen Überbick über die Mode der Strasse zeigt uns The Cut. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass das Bild mit dem Schnee nicht aus New York bzw. Nicht aus diesem August stammt. Aber das ändert nichts an der schönen Auswahl, nur ein bisschen an der Authentizität.

  5. OK Cool war auf der Fashion Week in Kopenhagen unterwegs und hat uns Bilder der neuen Kollektion vonStine Goya mitgebracht. Feminine, modern und stimmig geht es mit ihr in den nächsten Sommer.

  6. Noch jemand hat den Weg zurück zur Natur gefunden. Allerdings nicht in Sachen Botox, sondern in Sachen Brotaufstrich. Kate Moss kocht ihre eigene Marmelade aus ihrem eigenen Pflaumen ein. Von ihrem eigenen Grundstück, doch nicht nur für den eigenen Gebrauch. Dass Die Marmelade bald auch auf eurem Frühstückstisch stehen könnte, weiß The Sun.

  7. Hochspannung gibt es auf auf Dezeen. Dort zeigt man diese Woche die Entwürfe der amerikanischen Firma Choi + Shine Archictest, die sich mit Hochspannungsmasten auseinander gesetzt haben. Die 30 Meter hohen Riesen, die in ihrer Welt die Hochspannungsleitungen halten, würden wir gerne auch in Deutschland sehen. 8.Fernweh im August: Die schönsten Plätze der Welt hat die Huffington Post für uns fotografiert. Ästhetisch und sehnsuchtsvoll. Da kommt man im sommerlichen Nieselregen mal wieder auf schöne Gedanken.

  8. Vicestyle hat den Sieger des Diesel Preises des IST Wettbewerbs Michael Kampe für uns interviewt. Außerdem zeigen sie uns seine Kollektion, im besten Antwerpener Stil, auf jeden Fall konzeptionell und mit frischen neuen Ansätzen. Da der Preis ein Praktikum bei Diesel ist, fragt man sich allerdings, ob die Firma nicht mehr gewonnen hat als der Designer.

  9. Zum Schluss wieder etwas Kurioses: Erst erfindet man mit Touch Screens eine Möglichkeit auch ohne Tastatur zu tippen, doch sogleich sehnt man sich wieder zu klimpernden Tasten zurück. Doch wohin damit? Golem weiß: Auf die Rückseite des Geräts. Ist noch im Forschungsstadium. Zurecht, wie wir finden.

August 18 2010, 10:05am

Die besten Skybars der Welt: Unsere Favoriten

Auch die schönste Serie muss einmal ein Ende haben und so schreiben wir heute das letzte Mal über die besten Sky Bars der Welt. Zum Abschied haben wir als kleines Bonbon nochmal eine Liste von allen Sky Bars, die wir in den letzten Wochen besprochen haben. Als Bonus haben wir die Liste mit weiteren Favoriten ergänzt, damit ihr weltweit über den Dingen stehen und geniessen könnt. Amsterdam: Canvas op de 7e 7e verd. Volkskrantgebouw Wibautstraat 150 Amsterdam http://www.canvasopde7e.nl


Bangkok: Sirocco 1055 Silom Road
Bangrak Bangkok Thailand http://www.lebua.com


Berlin: Terrasse auf dem Hotel De Rome Behrenstrasse 37 Berlin http://www.hotelderome.com


Berlin: Deck5 Schönhauser Allee 80 Berlin http://www.freiluftrebellen.de


Istanbul: 360 Istiklal Cad. Misir Apt. Kat 8 Beyoglu Istanbul http://www.360istanbul.com


London: Vertigo 42 International Financial Centre Tower 42 25 Old Broad St London http://www.vertigo42.co.uk


New York: Rare VIEW Im Affinia Shelburne Hotel 303 Lexington Avenue
(at 37th Street.) New York


New York: Hudson Sky Terrace 356 West 58th Street, 15th floor (Eighth and Ninth Aves) New York http://www.hudsonhotel.com


New York: Private Roof Club and Garden Gramercy Park Hotel
2 Lexington Avenue New York http://www.gramercyparkhotel.com


Shanghai: Cloud 9 Jin Mao Tower 88 Century Avenue Pudong New Area, Shanghai shanghai.grand.hyatt.com


Paris: Le Ciel de Paris Tour Maine Montparnasse 33, avenue du Maine 75015 Paris http://www.cieldeparis.com


Sydney: Orbit
level 47 Australia Square
264 George Street Sydney http://www.summitrestaurant.com.au

August 12 2010, 11:15am

Die besten Skybars der Welt: Canvas in Amsterdam

Amsterdam ist nicht unbedingt für seine Hochhäuser bekannt. Dennoch führt uns unserer Reise auf der Suche nach den schönsten Sky Bars diese Woche in die Grachtenstadt. Neben Tulpenmarkt und Kanalrundfahrt gibt es auch eine Skybar  zu entdecken. Auf dem Dach des ehemaligen Gebäudes der “Volkskrant”, einer holländischen Zeitung finden wir sie. Das Canvas liegt auf der siebten Etage des Hauses und hat einen einmaligen Blick über Amsterdam mit seinen historischen Gebäuden, die die Grachten säumen. Hier treffen sich Künstler und Designer und so liegt eine entspannte und kreative Atmosphäre in der Luft. Canvas ist alles auf einmal: Cafe und Restaurant am Tag, Bar und Lounge am Abend. Nachts verwandelt es sich in einen einzigartigen Klub und es finden regelmäßig lustige Parties statt. Die ehemalige Kantine der Zeitungsmitarbeiter hat so ein würdiges zweites Leben bekommen. Dieses kann man täglich genießen und mit einem Getränk der großen Cocktailkarte kann man es gut auf dem Dach aushalten. Wechselnde Ausstellungen von verschiedenen Künstlern unterstreichen den kreativen Charakter der Bar und bieten auch im Innenraum interessante Aussichten. Canvas op de 7e Volkskrantgebäude Wibautstraat 150 1091GR Amsterdam http://www.canvasopde7e.nl (Fotos: http://www.canvasopde7e.nl)

August 10 2010, 10:14am

Die besten Skybars der Welt: 360 in Istanbul

Der Sommer lacht uns auch weiterhin, die Nächte sind warm und elektrisch aufgeladen. Glasklar: es ist wieder Skybar Zeit. Nachdem wir letzte Woche im Rare View im Schatten des Empire State Buildings eine Cocktail getrunken haben, verlassen wir heute New York und reisen nach Istanbul. Die Kulturhauptstadt 2010 entwickelt sich schnell zwischen traditionellen und modernen, orientalischen und okzidentalen Einflüssen. Auf Plakaten zur Kulturhaupstadt 2010 preist sich Istanbul als inspirierendste Stadt der Welt an, das wollen wir natürlich auch erleben. Einen der schönsten Blicke auf die 15 Millionen Metropole hat man vom 360 Istanbul, einer modernen Skybar auf dem Dach eines historischen Wohngebäudes, auch hier der Kontrast zwischen Tradition und Moderne. Gelegen am lebhaften Boulevard Istiklal Caddesi, ist das 360 Istanbul gut zu Fuß zu erreichen, wenn man sich im Herzen der Stadt, in Beyoglu aufhält. Hier geht man flanieren, einkaufen, essen und trinken. Das 360 Istanbul liegt im Penthouse auf dem achten Stockwerk, gar nicht so hoch möchte man meinen. Da Beyoglu jedoch auf einer Anhöhe liegt ist der Blick über das goldene Horn von hier atemberaubend und wie der Name vermuten lässt, es ist ein Rundum-Blick. Südlich auf der anderen Seite des dunklen Fluss mit seinen glitzernen, beleuchteten Booten liegt Sultanahmed mit seinen historischen Bauwerken, der byzantinische Hagia Sofia und den prächtigen Topkapi Palast. Nachts sind sie in wunderschönes Licht getaucht und beleuchten wie orientalische Luftschlössern die dunkle, warme Nacht. Im Osten kann man bis zum orientalischen Teil der türkischen Metropole schauen, ganz Istanbul liegt dem Barbesucher zu Füßen, im Westen schaut man aufs goldene Horn und im Norden auf den Galaturm und Beyoglu. Rundum eine gelungene Sache und unser Tipp für den nächsten Istanbulaufenthalt. 360 Istanbul Istiklal Ceddesi Misir Apt K8 N311 34330 
Istanbul, http://www.360istanbul.com (Fotos: http://www.360Istanbul.com, Silke Lambers)

August 9 2010, 10:05am

Lifestyle Lektüre vom 4.8.2010

Als Netzpiloten sind wir täglich auf dem Rundflug durchs Netz und finden die interessantesten oder kuriosesten Trends weltweit. Ab heute schicken wir auch Euch wöchentlich auf einen Lifestyletrip mit 10 Stops. Enjoy your flight: 1. Raus aus der Stadt, rauf aufs Land: Der Trend setzt sich fort und ist jetzt beim Satorialist angekommen. Nicht Hipsters aus New York, sondern Landkinder aus Pennsylvania finden wir diese Woche auf seinem Blog: http://thesartorialist.blogspot.com/2010/08/on-roadroute-45-woodward-pennsylvania_02.html 2. Brook & Lyn ist die Schmuckkollektion von Mimi Jung aus –dreimal dürft Ihr raten- Brooklyn. Auf ihrem Blog stellt sie uns ihre unglaublich schöne Kollektion”surrounded” vor: http://www.brookandlyn.com/blog/?p=4529 3. Curb Street aus New York zeigt uns diesmal ein kleines Café in Little Italy. Ansehen, merken, in den Reiseführer schreiben und beim nächsten Soho Besuch die altbekannten Kaffeeketten überspringen: http://newyork.grubstreet.com/2010/08/first_look_at_bluebird_sky_a_l.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed:+nymag/grubstreet+(Grub+Street+-+nymag.com's+Food+and+Restaurant+Blog) 4. Für den Paparazzi in uns: Eine ehemalige Präsidententochter hat geheiratet. Alles über die Hochzeit weiß The Cut: http://nymag.com/daily/fashion/2010/08/clinton_dress.html 5. Freunde von Freunden lädt uns zu einer besonders schönen Wohnungsbesichtigung Malin Elmlid in Berlin ein: http://freundevonfreunden.com/malin-elmlid/

  1. Noch liegen wir am Badesse, aber der Herbst wird kommen. Bei Sommergewitter kann man sich schon die neuesten Trends aus der Vogue Redaktion ansehen: http://www.vogue.de/articles/mode/mode-trends/modetrend-herbst-2010/2010/07/28/21938
  2. Hussein Chalayan bereitet eine Ausstellung vor. Sicher sehenswert, denken wir. Modabot weiß wann und wo: http://www.modabot.de/hussein-chalayan-ausstellung-from-fashion-and-back-london
  3. Lack ab? Nein, Lack dran. Und zwar die neuen Herbstnagellacke. Refinery 29 zeigt uns eine ausführliche Übersicht darüber, was der modebewusste Fingernagel jetzt trägt. http://www.refinery29.com/grab-fall-2010s-top-nail-polish-trends.php
  4. Einen Blick in das Atelier von Maison Martin Margiela in Paris hat A Blog Curated By geworfen. Glücklicherweise hatten sie eine Kamera dabei, der Beweis hier: http://www.ablogcuratedby.com/maisonmartinmargiela/margiela-hq-inside-the-atelier/
  5. Zum Abschluss noch ein Dessert? Vielleicht eine dreistöckige Pizza mit Bananen und Schoko-Soße? „Leckereien“ der extremen Art gibt es auf This is Why You’re Fat. Tipp: Lieber nicht direkt vor dem Essen anschauen, es könnte einem der Appetit vergehen. http://www.thisiswhyyourefat.com/

(Fotos: http://www.brookandlyn.com, http://www.satorialist.com, http://www.refinery29.com)

August 4 2010, 10:15am

Die Besten Skybars der Welt: Rare Bar and Grill in New York

Zum vierten Mal besuchen wir diese Woche eine der besten Sky Bars der Welt. Nachdem wir zuletzt im (ein)heimischen Berlin die Aussicht über die Hauptstadt genossen haben, führt uns unsere Reise heute wieder über den Ozean, diesmal in die schillernde Metropole New York. In der Skyline dieser Metropole vereinen sich unzählige Wolkenkratzer. Viele zum Staunen schön und beeindruckend. Viele auch mit flachen Dächern, die sich nahezu anbieten, um darauf eine Bar zu installieren. Da wundert es nicht, dass gerade hier sehr viele Skybars zu finden sind. Unser Favorit ist eine eher unbekannte Bar, das Rare View, ein Geheimtipp. Diese romantische Bar liegt wie ein städtischer Garten auf dem Dach des Shelburne Murray Hill Hotels. Hier kann man zwischen Zitronenbäumen, Palmen und Lichterketten auf dem 16. Stock des Hotels den Blick über Manhattan genießen. Über tiefen Häuserschluchten mit ihrem glitzernden Taxistrom und die geschäftige Grand Central Station. Eine Oase mit Gartenparty-Atmosphäre hoch über der turbulenten Großstadt. Der Blick auf das Chrysler und Empire State Building, zwei Höhepunkte im wahrsten Sinne des Wortes, ist spektakulär. Da beide in unmittelbarer Nachbarschaft stehen, braucht man auch kein Fernglas um die einzigartige Architektur zu bewundern. Besonders schön ist der Blick in der Dämmerung, wenn die Skyscraper schon angestrahlt sind und der Himmel in dunkles Blau getaucht ist. Auf bequemen roten Liegen und an gemütlichen kleinen Tischen genießt man ganz entspannt seinen Besuch im Rare View sowie fruchtige Cocktails oder kühles Bier. Wer bei soviel Aussichten ein leichtes oder stärkeres Hungergefühl verspürt, der findet eine Etage tiefer, im angeschlossenen Rare Grill, eine Auswahl saftiger Burger. Rare VIEW

Im Affinia Shelburne Hotel 303 Lexington Avenue
(at 37th Street.) New York, NY 10016 Tel.: 001-212 4811999

July 28 2010, 11:09am

Die besten Skybars der Welt: Cloud 9 in Shanghai

In unserer Serie “Die besten Skybars der Welt” bleiben wir diese Woche in Asien und reisen, nachdem wir letzte Woche das Sirocco in Bangkok besucht haben, weiter nach Shanghai. Genauer in das Geschäftsviertel Pudong, wo in der 87. Etage des Jin Mao Towers die Bar Cloud 9 lockt. Und hier kann man wirklich auf Wolke 7 bzw. 9 schweben, denn diese zieht gelegentlich an den hohen Fenstern des 421 Meter hohen Wolkenkratzers vorbei. Und damit ist Cloud 9 nicht nur der krönende Abschluss des Grand Hyatts Shanghai, sondern auch die höchstgelegene Bar, die wir besuchen werden. Jin Mao bedeutet etwa goldenes, prächtiges Gebäude und hier ist wirklich der Name Programm. Den Weg zur der spektakulären 360 Grad Aussicht über den Bund und die farbenfroh beleuchtete Skyline führt über eine 45 sekundenlange, rasante Fahrstuhlfahrt. Leises Rauschen, Ohrendruck. Oben angekommen drücken sich Hotelbesucher, Liebespärchen und Barbesucher sich an den Fenstern der super-modernen Bar die Nasen platt und genießen bei leckeren Mixgetränken die Aussicht über Shanghai. Spektakulär ist auch der Blick in das Innere des Hotels: Dort zieht sich das gelb-goldene Atrium über alle 38 Etagen und bietet Zugang zu den 555 Zimmern. Cloud 9 Jin Mao Tower 88 Century Avenue, Pudong New Area, Shanghai 200121, People’s Republic of China Telefon +86 21 5049 1234 shanghai.grand.hyatt.com

July 15 2010, 10:01am

Gute Aussichten: Die besten Sky Bars der Welt

In den nächsten Wochen stellen wir Euch unsere Lieblingsbars über den Dächern der Metropolen dieser Welt vor, denn es gibt nichts Schöneres als bei einer Reise auch mal über den Dingen zu stehen. Unsere Route wird uns rund um den Globus führen, unter anderem mit Stopps in Shanghai, New York und Paris. Starten wir also unsere Reise im fernen Asien. Genauer gesagt in Bangkok, wo wir uns im Sirocco in luftige Höhen begeben. Verlaufen kann man sich auf dem Weg zu dieser Dachbar nicht, denn freundliche Thais weisen den Weg vom Hoteleingang zu den Fahrstühlen und passen besorgt auf, das man nicht vor lauter Staunen die Stufen übersieht, wenn man auf das Dach hinaustritt und von der Aussicht überwältigt wird. Scheinbar endlos zieht sich ein glitzerndes Häusermeer dahin, nur unterbrochen durch das dunkle Band des Chao Praya Flusses. Wie der Name Sirocco schon vermuten lässt ist es ein wenig windig auf dem Lebua State Towers, bei tropischen Temperaturen eine willkommene Abkühlung hoch über den Dächern der nicht immer frischen  Millionenmetropole. Mitten im Himmel liegt die Bar auf dem 63. Stock des Hochhauses und überragt alle anderen Gebäude der Umgebung. Freie Sicht für Barbesucher. Oder Restaurantbesucher. Denn im Sirocco kann der geschätzte Leser auch unter dem thailändischen Sternenhimmel speisen. Natürlich sind die Preise hier lange nicht so günstig wie in Bangkoks Garküchen, sie können eher mit gehobenen europäischen Preisen mithalten. Dafür aber spielen Musiker sanfte Jazzmusik, während die geneigte Leserin – mit einem köstlichen Cocktail in der Hand – Bangkok aus einer ganz neuen Perspektive kennenlernt.

Sirocco auf dem Lebua State Tower

1055 Silom Road
Bangrak

Bangkok 10500

Thailand

http://www.lebua.com

July 7 2010, 10:02am

Sommer-Festivals in England

Seit den Beatles nennt sich England gerne die Heimat der Popmusik. Man muss fairer Weise auch sagen, dass Popmusik nach wie vor eines der wichtigsten Export-Produkte Englands ist. Viele Bands, die auf deutschen und anderen europäischen Festivals spielen, kommen aus Großbritannien. Außerdem ist man hier verrückt nach Festivals und zieht scharenweise jedes Jahr mit lustigen Kostümen, bunten Zelten und manchmal sogar der ganzen Familien auf in die Felder von Glastonbury, Reading oder auf die Isle of Wight. Das muss man mal gesehen haben, schon alleine unter dem Aspekt Kulturstudien. Der Klassiker aller Festivals: Glastonbury Ist natürlich schon längst ausverkauft und auch leider schon vorbei. Weil das Kult-Festival, das als Konzert auf einer Wiese des Bauern Michael Eavis angefangen hat, aber inzwischen das beliebteste und sehenswerteste des Landes ist, soll es nur aus Vollständigkeitsgründen erwähnt werden. Und vielleicht klappt es ja nächstes Jahr. Unzählige Bühnen, ein überdimensionaler Zeltplatz und ein ganzes Dorf, das sich dem… äh Merchandising absolut überlebenswichtiger Artikel (Wasserspritzpistolen, Band-T-Shirts, Armbänder, heiße Würstchen, Bier) widmet. Und 2006 sogar ein eigener Kinofilm! Wer, wann, wo und wie viel? 23.-27- Juni, Glastonbury, ca. € 200

In der Idylle: Das Big Chill Festival Das Big Chill Festival findet in der Nähe von London statt und zwar im Schlosspark von Eastnor Castle (eigentlich für Rehe reserviert). Es wird natürlich gezeltet mit dabei sind M.I.A., Massive Attack, Kruder & Dorfmeister, Roger Eno und sogar das Kunstmuseum Tate Britain mit einer Sonderausstellung. Es gibt einen Zeltplatz für Familien mit Kindern in respektvoller Entfernung von der Hauptbühne für Ruhe am Abend und in Respektvoller Entfernung von kinderlosen Campern für die Ruhe am Morgen…das nenne ich Kinder- und Erwachsenen-freundlich.

Wer, wann, wo, wie viel? 5.-8. August, Eastnor Castle Deer Park, Herefordshire, ca.  €160 DAS Festival in Wales: Green Man Zwar immer noch groß, aber nicht wie die großen Geschwister Glasto oder Reading. Joana Newsom, Tiondersticks, The Tallest Man on Earth, Flaming Lips, Field Music sind mit dabei. Insgesamt ein wenig Alternativer und dann auch noch in der spektakulären Natur des Brecon Beacons National Parks in Wales. Wer, wann, wo, wie viel? 20.-22. August, Glanusk Park (Brecon Beacons National Park, South Wales), ca € 130 Mit Option auf Nichtzelten: Reading Das Reading Festival ist nach Glastonbury ein anderes kollektives, nationales Erlebnis der Briten. Hier kommen auch jedes Jahr Hundertausende von Musikfans her. Dieses Jahr kann man die Veteranen von Guns’n Roses, Queens of the Stone Age, Arcade Fire, Weezer, The Libertines, Gogol Bordello, Phoenix, We are Scientists und die Klaxons bestaunen und natürlich viele andere Headliner und unbekanntere Bands. Vom Bahnhof Reading mit einem Shuttlebus erreichbar, ist es auch für Leute mit Zeltaversion eine Möglichkeit. Wer, wann, wo, wie viel? 27.-29. August, Reading, ab ca. € 200 And last but not least: Bestival Erst im September ist Bestival quasi der Nachzügler der Festivalsaison. Es findet auf der Isle of Wight statt, die man von England aus mit der Fähre erreicht. Vielleicht ist es nicht mehr ganz so warm wie im Juli oder August, aber das Festival hat eine ganz besondere Atmosphäre. Hier wird das Verkleiden (Fancy Dress) nämlich besonders ernst genommen. Ein großes Buuuuh! an alle, die mit Jeans und Kapuzenpullover ankommen, denn dieses Jahr ist da Thema „Fantasy“!

…inspiriert vom Space-Thema des letzten Jahres…

Zu den Headliner gehören Dizzee Rascal, Hot Chip, The Flaming Lips, The Prodigy, Roxy Music, Echo & The Bunnymen, La Roux, Mylo, Tricky und viele mehr. Wer, wann, wo, wie viel? 9.-12. September, Isle of Wight, ca. € 140 Bilder: Danke an oindypoind, reds on tour, drivingtosucceed, Girl Interrupted Eating, _moonpie und prusakolep Crossposting von hostelbookers.com

June 28 2010, 10:00am

Barcelona: Gaudi und Bocadillo

Ein langfristig geplanter Urlaub ist erholsam, verdient und gut durchdacht. Spontane Kurztrips sind aufregend, erregend und eben: kurz. In den Flieger gestiegen, ausgestiegen, maximale Erlebnismenge verteilt auf ein paar Stunden und wieder zurück. Wenn noch dazu die Reiseentscheidung weniger als 24 Stunden zuvor gefällt wurde, gerät man in eine regelrechte Reise-Ekstase. Aktuelle Destination: Barcelona, Hauptstadt Kataloniens, mit ihrer 2000-jährigen Geschichte und kämpfenden Stieren; die Metropole, in der Design- und Stilverliebte wandeln. Sicherlich, der Flug mit einer Billig-Airline ist eine Luft-Kaffeefahrt, bei der man selbst noch aufräumen muss. Rubbellose und exorbitant-teure kulinarische Widerlichkeiten inklusive. Aber man erwartet die Stadt, Architekturwunder und spanische Lässigkeit. Eingecheckt wird im Hotel „Actual“, charmantes Designhotel in der Rosselló 238, eine der schicken Nebenstrassen der Passeig de Gracia, im Zentrum Barcelonas, schräg hinter Antoni Gaudis Casa Milá . Ein architektonisches Gedicht, aus anfänglichem Spott auch „La Pedrera“ (der Steinbruch), genannt. Man ist bezaubert von seiner ungewöhnlich wuchtigen Bauweise und den riesigen, kunstvoll verarbeiteten Steinplatten. Es ist schon spät, ein kühler Drink aus der Minibar und das Fenster öffnen. Rollerlärm. In einer Metropole ist es nie still. Das gegenüberliegende Hotel „OMM“ lockt mit einem Barbesuch der stilvollen Art. Es wird Henrick’s Tonic aus kühlen Glaskelchen getrunken. Danach lässt man sich in den schwarzen, kubusartigen „Mon Key Club“ in der unteren Etage entführen. Nirgends fällt das Treiben-Lassen leichter als in einer neuen, fremden Metropole. Es wird spät. Das Hotelfrühstück fällt aus und das sollte es auch. Man ist selten glücklicher, als bei dem hungrigen Biss in eines der vielen, frischen Bocadillos, den köstlich belegte spanische Baguettes. Da de facto nur noch 24 Stunden in diesem fremden Stadtwunder verbleiben, sollte man sich daran halten, dass weniger beinahe immer mehr ist.

Aber dank Gaudi, dem prominentesten Vertreter des katalanischen Jugendstils – des Modernisme – und seinem Mäzen, dem Industriellen Eusebi Güell, darf man sich hier auch stundenlang nur einem Einzigen – der Fülle an Kunst-Werken – widmen. Dies muss wohlbemerkt nicht immer das Bestaunen des Gaudi-Augapfels, der Sagrada Familia, sein. Vielleicht spaziert man viele Stunden durch den wunderschön verspielten Park Güell , lässt sich beeindrucken und inspirieren. Die Gegenwart Gaudis stimmt positiv, die Hinwendung zur Natur, ihrer Form und ihrem Ausdruck, machen bescheiden und grössenwahnsinnig zugleich. Man weiss, man wird zurückkehren und dies nochmal erleben wollen.

Nach dem Entdecken des Besonderen, will man Besonderes, um den entstandenen Hunger zu stillen. Man findet, unweit des Hotels, in der Rambla de Catalunya 100, die „La Bodegueta“, eine bezaubernde, alte Bodega, nicht renoviert, verstaubt. Und laut. Es gibt guten Wein, erstklassige Tapas, serviert von schnoddrigen Kellnern. Es wird geraucht und Backgammon gespielt. Gespräche über die Leichtigkeit des Lebens werden geführt und auf der Strasse spielt wieder irgendjemand mit Freude Gitarre.

Den leicht beschwipsten Kopf im Hotel noch kurz erfrischen und schon steigt man in ein Taxi Richtung La Barceloneta, ein gemütliches Stadtviertel am Meer, das sich zwischen Port Olímpic und Port Vell schmiegt. Rollerlärm. Im „El Lobito“ in der Ginebra 9 finden immer mehr exzellente Meeresfrüchte ihren Weg zum Tisch. Es ist leger, ohne Servicefirlefanz. Jemand spielt auf der Geige „Que sera, sera“. Man singt mit.

Der nächste Morgen beginnt viel zu früh und es fällt ein letzter Blick auf die Casa Milá und die Umrisse der Sagrada Familia. Zurückgekehrt in die aufgeräumte Heima lehnt man sich zurück, denkt zurück. An köstlliche Bocadillos und Antoni Gaudi. An Inspiration, Vision und Rollerlärm.

Damit man endlich diese entwürdigende Sieges-Fanfare vergessen kann, die bei der Landung der Billig-Maschine aus den Lautsprechern schallt.

May 3 2010, 10:00am

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