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Interview mit Tim Pritlove zum Thema Podcast

Tim Pritlove dürfte jeder kennen, der sich hierzulande mit dem Thema Podcast auseinandersetzt. Aber auch und vor allem, wer nicht so genau weiß, was das ist, der hört hier eine berufene Stellungnahme zum Phänomen “Senden im Internet”, die anläßlich der re:publica11 von unseren Partnern des SAE Institute aufgezeichnet wurde:

April 29 2011, 10:00am

AG Podcasting: Podcasts als Bildungsmedium

Podcasts sind seit ihrem großen Hype im Jahr 2005 in der Netzlandschaft angekommen. Doch sind es nicht einfach nur Audiosendungen im Internet, sondern nicht selten spielen interessante Konzepte im Hintergrund eine Rolle. Ein Beispiel dafür ist die AG Podcasting, bei der Andreas Auwärter an der Universität Koblenz das Medium in Bildungskontexten einsetzt. Wir waren vor Ort… Bild: Hörstoff über RSS – das Podcast-Logo von Peter Marquardt (Lemotox, CC BY SA) Podcasts als Medium in Bildungskontexten Angefangen hat das Ganze wie so oft mit einer einfachen Idee: 2005 überlegte sich Andreas Auwärter mit einigen Freunden, wie das Medium Podcast in Bildungskontexten eingesetzt werden könnte – zunächst noch in sehr begrenztem Umfang als Begleitung zu einem Seminar, zu dem die Episoden Input bieten sollten. „Das war spannend“, sagt Andreas, „wir hatten zum Beispiel ein Telefoninterview mit Heinz Mandl zum Thema Wissensmanagement, bei dem wir den Telefonhörer auf laut gestellt haben und dann mit einem Diktiergerät aufgezeichnet haben. Wir haben eine Technik verwendet, die ich immer noch genial finde: Die Fragen haben wir auf Visitenkarten geschrieben und – am Telefon kann man das ja machen – dann hinter uns geworfen, wenn sich die Frage im Gespräch schon erledigt hatte. Das macht zum ersten Laune und zum zweiten hat man die Fragen dann wirklich nicht mehr im Blickfeld.“ Allerdings stößt ein Podcast im Seminar-Kontext naturgemäß schnell an seine Grenzen – eben jenen Seminar-Kontext. „Wir haben schnell gemerkt, dass es nicht reicht, einfach nur ein Seminar zu verpodcasten“, erläutert Andreas. „Er ist dann zwar für das Seminar eine Bereicherung, aber alle Leute von außerhalb können wenig damit anfangen. Aus diesen Überlegungen heraus wollten wir die AG Podcasting als studentische Arbeitsgruppe etablieren. No budget, many interests.“ Einige Jahre später hat sich die AG Podcasting mit dem Podcast „Bildung im Dialog“ an der Universität Koblenz etabliert. Vor uns auf dem Tisch liegt ein Whiteboard, das mit Ideen vollgeschrieben ist. „Wir machen jedes Semester eine große Mindmap, in der wir uns Themen überlegen, die wir angehen möchten“, erläutert Andreas. Diese Themen sind die erste Säule der Inhalte – von Einzelthemen bis hin zu kleinen Reihen, etwa zu pädagogischen Grundbegriffen. Die zweite Grundlage ist der stetige Kontakt der AG zu den Lehrenden an der Uni – Studierende können durch Audio-Beiträge Referate und Hausarbeiten ersetzen. „Es gibt Dozenten, die dieses Angebot ihren Studierenden weitergeben, und immer wieder kommt ein Beitrag zu uns, den wir prüfen können. Es gibt da natürlich einige rechtliche Aspekte zu beachten, etwa wenn jemand eine Melodie verwendet – da regen wir zum Beispiel an, eine freie Melodie zu verwenden, etwa von Jamendo oder Podsafe Music Network.“ An dritter Stelle stehen Events. Die AG Podcasting veranstaltet Workshops oder wird zu Events wie etwa dem EduCamp eingeladen. Dabei werden natürlich Gespräche mit den anwesenden Personen geführt, die wieder Stoff für neue Episoden hergeben. Vor Ort: Bildung ohne Frontalunterricht An einem empfindlich kalten Dienstagabend in Koblenz sind wir eine überschaubare Gruppe – zwei Studierende sind gekommen, es ist Semesterendstress, und die AG setzt auf freiwilliges Engagement statt auf Anwesenheitslisten. Das Web-2.0-ige fällt mir schon beim Ablauf der Veranstaltung auf. Andreas fragt seine Studis nach Feedback, wie sie die vergangene Live-Sendung erlebt haben, reflektiert über eigene Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten und gibt Tipps zur Vorbereitung richtiger Fragen. Danach wird die nächste Sendung vorbereitet: Die Studierenden haben einen Interviewpartner rausgesucht und verfassen eine E-Mail, ob er Interesse hat. Danach erlebe ich live mit, wie Bildung 2.0 aussehen kann: Andreas entwickelt gemeinsam mit seinen Studierenden ein Wiki, das wichtiges Wissen an die folgenden Teilnehmer der AG weitergeben soll. Heute wird ein Vorschlag für eine Informationsstruktur diskutiert. Bild: Andreas Auwärter (stehend), Lisa Urmetzer und Willi Wall bei der Arbeit an einer Episode. Willi Wall studiert Erziehungswissenschaften im 2. Semester und ist seit Beginn seines Studiums bei der AG Podcasting dabei. Lisa Urmetzer ist zwar ebenfalls im 2. Semester Erziehungswissenschaften, hat aber erst in diesem Semester zur AG Podcasting gefunden. „Der Name hat’s für mich interessant gemacht“, erzählt Willi. „Wir heißen ja Bildung im Dialog, und Bildung und Erziehung sind die Schwerpunkte der Erziehungswissenschaft.“ Für Lisa war die Einführungsveranstaltung die erste Berührung mit dem Thema Podcast. „Ich habe dann mitbekommen, wie auf dem Campus Aufnahmen gemacht wurden. Ich dachte mir: Das ist sehr hilfreich, weil wir eine kleine Gruppe sind und intensiver arbeiten.“ Eine Schwachstelle bei der AG gibt es: „Es gibt relativ wenig Feedback. Manchmal gibt es Kommentareinträge, wenn wir einen neuen Beitrag veröffentlichen. Aber wenn wir mit dem Aufnahmegerät durch die Uni ziehen, dann werden wir oft gefragt wofür wir das machen und stellen uns vor“, erläutert Willi, der jedoch aus eigener Erfahrung erzählen kann, dass ihm die Podcasts geholfen haben. „Bei den Grundbegriffen gibt es sehr gute Beiträge, etwa Interviews mit Dozenten. Gerade für den Einstieg ins Studium waren die Grundbegriffe eine gute Hilfe.“ Für beide Studierende haben Podcasts jedoch über die AG hinausgehend keine größere Bedeutung. „Im Privaten spielen Podcasts noch keine Rolle, auch als ich das zu Hause erzählt habe, wussten meine Eltern nicht, was Podcasts sind“, erzählt Lisa, und auch für Willi sind Podcasts zunächst „eine weitere Möglichkeit für einen Leistungsnachweis“. Mehr sieht Andreas in der von ihm geleiteten AG: „Vom Konzept her steht die Technik komplett im Hintergrund, weil das bei Pädagogen nicht das Studienfach ist – aber Forschungsmethoden sind immer mit den Podcasts verbunden, z.B. wissenschaftliche Interviews als Erkenntnisinstrumente. Es ist gut, wenn man das in der AG Podcasting schon einmal ausprobiert hat, wenn man es bei seiner Diplomarbeit braucht.“ Und so ändert sich durch die Podcasts auch das Lernen an sich. „Die Art, wie wir in der Gruppe vorgehen, mit Brainstormings und Mindmaps, das ist immer hilfreich wenn man sich in ein neues Thema einarbeiten möchte“, sagt Lisa, und Willi ergänzt, dass man auch lerne, „wie man Ideen von verschiedenen Leuten ordnet und auf einen gemeinsamen Nenner kommt“. Und Andreas erläutert: „Es kommt nicht auf die Antwort an, sondern das Spannende ist die Frage. Das hält Wissenschaft am Leben. Gerade im jungen Podcast-Medium ist es durchaus legitim, Fragen offen zu lassen und Impulse zu setzen.“ Es ist diese Einstellung, die den Podcast zu einem typischen Netzmedium macht – das Impulse setzen und Anregungen für Diskussionen geben möchte, nicht aber auf fertige Antworten aus ist.

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February 14 2011, 9:56am

Hörtipp: Technikwürze über Selbständigkeit

Nachdem wir euch Technikwürze schon in unsere Topliste von deutschsprachigen Webdesign-Infos gepackt hatten, möchte ich euch die aktuelle Folge noch einmal gesondert ans Herz legen. Marcel Böttcher und Stefan Nitzsche sprechen darin über ihre Selbständigkeit und geben wertvolle Tipps. Thematisch richtet sich der Podcast an Webdesigner und Webentwickler, aber viele angesprochene Aspekte dürften auch für andere Berufsgruppen relevant sein.

July 27 2010, 10:11am

Tech-Podcasts: Hörend zu mehr Technik-Knowledge

Dem Netzbürger konnte man ja eine gewisse Technik-Affinität noch nie absprechen. Für einige Netzbürger gilt das allerdings in besonderer Weise: Sie erstellen jede Woche Podcasts, in denen sie mit anderen über diverse technische Entwicklungen sprechen und so die Grundlage für ein Verständnis bei ihren Hörern legen. Wir haben für euch acht Klassiker der Tech-Podcasts zusammengetragen, die in keinem Feedreader fehlen sollten. Fehlt was? Einen nicht so bekannten, aber hörenswerten Podcast vergessen? Ab damit in die Kommentare! Kein Durchblick im Hördschungel? Die Blogpiloten haben eine Reihe empfehlenswerter Tech-Podcasts zusammengestellt (Bild: Julianne.hide, Flickr CC BY) CC2: Der Klassiker ist ins Netz gegangen Wolfgang Rudolph und Wolfgang Back moderierten früher einmal den beliebten Computerclub im WDR. Nach dessen Aus haben sie ihn als Computer Club 2 ins Web verlegt. Wöchentlich wird seitdem über diverse technische Themen geredet, eine monatliche Fernsehsendung ergänzt das Angebot. Bits und so: Tech-Talk auf hohem Niveau

Bits und so dürfte so ziemlich der beliebteste deutschsprachige Podcast sein, wenn es um Mac-Themen geht. Es gibt Kommentare zu aktuellen News aus der Apple-Szene, Software-Empfehlungen und in letzter Zeit leider auch immer häufiger Depression über die Politik. Das Ganze in lockerer Runde. Digitales Grundrauschen: Einführungen in ausgewählte Tech-Themen

Auch beim Digitalen Grundrauschen gibt es einen Schwerpunkt auf Mac-Themen, allerdings ist der Ansatz ein anderer. Hier dreht sich jede der frühen Sendungen um ein anderes Thema. Sehr empfehlenswert als Einstieg, da die Themen für Laien verständlich aufbereitet werden. Die neueren Sendungen sind eher in der Talk-Form und behandeln alles, was gerade so passiert ist in der Woche. Chaos Radio Express: Expertensprechstunde zu unterschiedlichen Themen

Das Chaos Radio Express ist einer der Podcast-Kanäle des Chaos Computer Clubs. Tim Pritlove widmet sich hier in loser Folge ausgiebigst diversen Themen, von Politik über Programmiersprachen bis zu Technologien. Dabei hat er immer einen ausgewiesenen Experten an Bord, bei dem kaum eine Frage offen bleiben sollte. Radio Tux: Linux und Open Source

Die Linux-Welt wird podcasttechnisch von Radio Tux abgedeckt. Weitere Themen sind Open Source und, gerade in jüngerer Zeit, Kommentare zu politischen Entwicklungen. MFG Innovationcast: Interviews am Zahn der Zeit Der Innovationcast der MFG wartet monatlich mit Interviews mit renommierten Experten und Machern aus der Medien- und Technologiewelt auf. Mit dabei waren schon die Netzvisionäre Clay Shirky und David Weinberger. Daneben gibt es dann Sendungen zu Spielen, dem 3D-Web etc. pp. Windowscast: Wie der Name schon sagt Der Name ist Programm. Im Windowscast kommen die Freunde von Microsofts Betriebssystem auf ihre Kosten. Gamesundso: Für die Zocker unter uns Aus demselben Hause wie der oben vorgestellte Podcast Bits und so, aber mit Schwerpunkt Videogames: In Games und so sprechen die Moderatoren wöchentlich über die diversen Spieleplattformen und was es dort so Neues gibt.

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Urheber 2.0

“Der elektrische Reporter” ist einer meiner Lieblings-Video-Podcasts. Mario Sixtus, der das Format inzwischen in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt und dem ZDF produziert widmet sich in seiner aktuellen Folge dem Thema “Urheber 2.0″ und wie durch anachronistische Urheberrechtsgesetze inzwischen nahezu jeder Internetnutzer zum “Verbrecher” wird. Im Video kommen Medienpolitiker, Musik- und Filmindustrie, Netzaktivisten und Künstler gleichermaßen zu Wort.

December 15 2008, 6:14am

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