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Parfum unisex: Dzing !

Auf dem Flakon sehen wir eine leichtbekleidete Frau, die auf einem Tiger reitet. Was erwartet uns? Ein Brüllen und einen Peitschenknall? Weit gefehlt! Wäre Dzing! ein wildes Tier, wäre es eine schlafende Raubkatze mit süßen Träumen. Nicht im überladenen Sinn – dieser Duft ist so sanft und weich auf der Haut, dass ich nicht aufhören kann, an mir zu riechen. Schließen Sie die Augen und Sie sehen einen Damenhandschuh aus dem feinsten Leder vor sich. Als ich das erste Mal Rezensionen über Dzing! las, irritierten mich die vom Zirkus inspirierten Noten wie Zuckerwatte und Vanille. Ich dachte an einen dieser aufdringlich süßen Leder-Düfte. Nichts davon trifft zu. Die Ledernote ist sehr präsent aber dezent genug, das gleiche gilt für das nussige Aroma von Vanille und Tonkabohne. Der Duft ist für mich so einzigartig, da ich keine florale Note herausrieche. Ich kann nachvollziehen, was Luca Turin meint, wenn er von „Pappe“ spricht. Der Duft erinnert an alte Bücher – Leder, das sich mit dem Geruch von Karton verbindet. Es ist mit nichts vergleichbar, was ich je gerochen habe und ich kann es nicht anders sagen: dieser Duft ist eigenartig und wundervoll. Bravo! Kategorie: unisex Parfumeur: Olivia Giacobetti Jahr: 1999 Noten: Leder, Vanille, Tonkabohne, Safran, Hölzer, Iris, Moschus http://www.artisanparfumeur.com

October 26 2010, 10:35am

Lifestyle Lektüre vom 25. August 2010

  1. Riechen wie die Sex Pistols, das ist mal was Neues. Viele Stars und Sternchen haben ja bereits ihre eigenen Parfums, meist mädchenhaft und floral. Von einer englischen Punk Band erwarte ich etwas Exotischeres. Vorauf wir uns gefasst machen sollten, sagt uns Refinery 29.
  2. König Karl bei der Arbeit über die Schulter schauen? Chanel News macht es möglich und hat Lagerfeld beim aktuellen Shooting zur Herbst/Winterkollektion 2010/11 begleitet.
  3. Seit neuestem sind Socken nicht mehr nur dazu da Füsse zu wärmen, jetzt sind sie das Trend-Accessoire. Fröhliche Füsse in bunten Modellen zeigt uns Backyard Bill. Nachmachen empfohlen.

  4. Vogue schwelgt in Vorfreude auf Fashion’s Night Out in Berlin und zeigt uns schon mal, welche Zuckerstückchen uns am 10.9.2010 erwarten. Auf das internationale Shopping Event zur späten Stunde können sich alle schlaflosen Fashionistas freuen.

  5. Das ist doch mal was für den gestressten Geschäftmann in der BusinessLounge internationaler Flüge: Schnell und bequem Luxusmode per ipad bestellen. Herrenausstatter macht es mit einer neuen app möglich.

  6. Und hier gleich noch eine app, diemal für den guten, alten ipod. Diesmal für umweltbewusste Konsumenten. Als Virtual Waters bezeichnet man die Wassermengen, die bei der Herstellung von Produkten verbraucht werden. Bewusstseinserweiterung der anderen Art bei Design made in Germany.
  7. Und damit zum letzen Product mit dem kleinen i: Eine schöne Idee und die Vereinigung von zwei Designklassikenr ist das Little Black Book. Ein iphone Etui der nostalgischen Art im Stil eines Notizbuchs. Gefunden auf Pad and Quill.
  8. Was kam zuerst? Mad Men oder der Petticoat? Auf jeden Fall kommt der 50ties Style mit voller Kraft zurück. Schöne Einblicke ins Original bietet uns A Blog Curated By mit wunderschönen Fotografien von Olivier Theyskens.
  9. Kunst an der Küche zeigt uns Design Boom. Interior Designer Burkhard Schäller hat die wohl praktischste Mini Küche entwickelt. Stylish, klappbar, Augenschmaus. Damit wird der Kochplatz auch im kleinsten Apartment zum Hingucker.
  10. Und zum Ende noch etwas schlechter Geschmack. Bad Yearbook Photos zeigt uns, warum man im Alter von 15 bis 18 Kameras meiden sollte. Ein Glück, das Yearbooks in Deutschland selten sind.

(Fotos: http://www.refinery29.com, http://chanel-news.chanel.com, http://www.herrenausstatter.de, http://www.backyardbill.com/, http://www.designmadeingermany.de)

August 25 2010, 11:20am

Parfum unisex: PG19 Louanges Profanes

Kennen Sie Nag Champa Räucherstäbchen aus Indien – die klassische blaue Packung? Ich liebe sie und habe sie auf Ibiza das erste Mal gekauft. Ich hatte mir dort einmal mit einer Freundin einen Wohnwagen gemietet und wir haben schon zum Frühstück im Freien diese Räucherstäbchen abbrennen lassen. Seitdem bin ich süchtig danach, weil sie mich an ein paar sehr schöne Tage in der Sonne erinnern. Diese Räuchstäbchen riechen anders als alle anderen, süßer. Kein Wunder also, dass mich Louanges Profanes sofort angesprochen hat, auch wenn ich beim ersten Mal nicht genau ausmachen konnte warum, bei der zweiten Duftprobe war die Erinnerung schlagartig da – Nag Champa, das Parfum der Götter. Hier geht’s weiter…

Die Geschichte hinter dem Parfum ist sehr schön: Eine befreundete Kundin ersuchte Pierre Guillaume „absolutes weibliches Glück“ in ein Parfum zu transkribieren. Guillaume stellte sich eine Liebesnacht mit einem Engel, verbunden mit Unschuld und Sinnlichkeit vor und wählte aus dem Religiösen entlehnte Ingredienzen um diesen Duft zu kreieren: Die Orangenblüte, die man in Frankreich der Braut ins Haar steckt, die weiße Lilie der Madonna, Weihrauch, der eine reinigende Wirkung hat, Benzoin, das von orientalischen Geistlichen verwendet wird und Edelholz, mit dem Noah seine Arche gebaut hat. In einer wundervollen Komposition ergibt dies einen floralen Orientalen, der etwas ganz besonderes hat: eine helle, cremige Nuance, die mich an eine bestimmte Sonnenmilch aus der Kindheit erinnert, und welche der Verführung mit Reinheit trotzt. Ein Spagat, der wahres Genie erfordert. Pierre Guillaume spielt mit Emotionen, olfaktorischen Erinnerungen, die gebunden sein können an Orte, Personen, Begegnungen. Dank seiner Ausbildung in Feinchemie beherrscht er sein Metier meisterhaft und schafft es auf Basis rein biologischer Naturessenzen einzigartige Düfte und wahre Wunder zu vollbringen. Kategorie: unisex Parfumeur: Pierre Guillaume Jahr: 2008 Noten: Neroli, weiße Lilie, Weihrauch, Benzoin, Guajakholz http://www.parfumerie-generale.com

June 21 2010, 11:37am

Parfum Men: Nightscape – Ulrich Lang

Nightscape, aus dem Jahr 2009, ist eine Hommage an das nächtliche New York. Dieser Duft entwickelt sich schnell, sehr schnell. Eigentlich ist er gleich da, solch eine Präsenz hat er. Ich bin ihm vom ersten Moment an verfallen, weil ich Patchouli liebe und er einfach sehr gut gemacht ist. Ich würde ihn sogar an einem heißen Sommertag tragen, Brüche finde ich sehr spannend. Nach einem ungewöhnlichem Auftakt mit Jasmin und Geranie in der Kopfnote öffnet die Nacht ihr dunkles Herz und reißt uns hinab in einen Abgrund aus herbem Leder, köstlicher Zeder, sinnlichem Moschus und feinstem Patchouli. Ich falle…direkt in die Arme dieses modernen Orientalen. Noten: Bergamotte, grüne Noten, Jasmin, Geranie, Zedernholz, Leder, Moschus, Amber, Tonkabohne, Patchouli http://www.ulrichlangnewyork.com

June 14 2010, 10:03am

Parfum Women: La Tulipe von Byredo

Ich widerspreche denjenigen, die behaupten, dass Tulpen nicht riechen. Tulpen haben einen ganz wundervollen eigenen Geruch und es gibt nichts Schöneres, als seine Nase in den knackigen Blütenkopf zu stecken. Zur Zeit habe ich immer einen Strauß auf dem Schreibtisch stehen – am liebsten Papageientulpen; ich liebe die ausgefransten Blütenblätter und den unregelmäßigen Farbverlauf. Auf den neuen Duft der schwedischen Manufaktur Byredo, die zur Intertrade Europe Gruppe gehört, war ich unheimlich gespannt und jetzt habe ich ihn hier. La Tulipe riecht zu Beginn leicht nach Rhabarber und sehr intensiv nach Freesien, als würde man sie direkt vor der Nase haben – und Freesien riechen wirklich sehr stark. Es ist eine kühle Süße die gleichzeitig etwas Feuchtes hat, wie Tau auf einer Blüte im Morgengrauen. Was für ein Zufall, denn neulich meinte eine Freundin zu mir, dass ich bitte einen Duft für sie finden solle, der nach Freesien riecht – ich habe ihn gefunden! Den typischen Tulpenduft kann ich leider nicht ausmachen, auch nicht den Geruch frisch geschnittener Stiele, den viele als typisch grüne Blumennote assoziieren mögen und die Christopher Brosius in seinem Duft To see a flower perfekt hinbekommen hat. Abgesehen davon ist La Tulipe ein zauberhafter floraler Frühlingsduft, der mit der Zeit eine holzig-erdige Note bekommt und in mir die Lust weckt, barfuß über eine nasse Wiese zu laufen. Kategorie: Damen Parfumeur: Ben Gorham Jahr: 2010 Noten: Rhabarber, Alpenveilchen, Freesie, Tulpe, Hölzer, Vetiver http://www.byredo.com Crosspost von http://www.olfactorialist.de

May 28 2010, 10:15am

Parfum Men: Notte Bianco – Linari

Männer in tollen Anzügen können sehr sexy sein. Notte Bianca, was so viel heißt wie „durchfeierte Nacht“, ist der passende Duft zu diesem Outfit – ein unglaublich männliches Parfum, das nach frisch gestärkten Hemden und Zigarren riecht. Bei einem unserer legendären kochen-und-bis-tief-in-die-Nacht-reden-und-trinken-Abende mit meiner Freundin Anja kamen wir nach zwei Flaschen Weißwein zu der Überzeugung, dass Notte Bianca nach Schnee riecht. Und tatsächlich, am Morgen nach dieser “Notte Bianca”, wiederholte ich den Test und stellte fest, dass der Duft neben der warmen Kaschmirholznote und der würzigen Tabaknote etwas klirrend Kaltes hat, wie Wäsche, die an der Winterluft getrocknet wurde. Im Abgang ist Notte Bianca kühl wie ein Drink auf Eis. Doch die herbe Coolness ist nur eine Facette, die dieser Duft in seinen unterschiedlichen Stadien zeigt. Der Auftakt ist zitrisch-fruchtig mit einer süßlichen Note. Die Süße des Kaschmirholzes ist von Anfang an präsent. Die Herznote besteht aus pulsierenden Kräutern gemischt mit einer Cohiba-Note, aus dem sich eine extravagante Basis aus Absinth und grasigem Vetiver herauskristallisiert. Es dominiert das Kantige, extrem Rassige, das hinter seiner harten Schale sanfte Noten von weißem Moschus, Tonkabohne und Amber versteckt. Tonangebend ist und bleibt das Kaschmirholz, dass noch am nächsten Morgen mit seiner süßen Würze am Handgelenk an die vergangene Nacht erinnert, während die Sonne aufgeht und es Zeit wird ins Bett zu gehen. Mark Buxton schafft hat einen absolut eigenwilligen Duft kreiert. Der schwarze Flakon aus feinstem französischen Glas und einem Verschluß aus afrikanischer Wenge ist ein Designobjekt für sich und Understatement pur. Kategorie: unisex Parfumeur: Mark Buxton Jahr: 2008 Noten: rosa Grapefruit, Bergamotte, italienische Orange, Sternanis, Nelke, Salbei, Absinth, Kaschmirholz, Vetiver, weißer Moschus, Tonkabohne, Amber http://www.linari.com Crosspost von http://www.olfactorialist.de

May 21 2010, 10:32am

Parfum – der Zauber des Unsichtbaren

Innere Schönheit ist nicht sichtbar, man fühlt sie. Ein Duft ist eben solch ein Phänomen. Man nimmt ihn wahr – subtil oder intensiv, schüchtern oder provokant. Ein Lufthauch vermag es, uns innerhalb von Sekundenbruchteilen um Jahre zurück zu versetzen oder in ferne Länder zu entführen: vor unserem inneren Auge entstehen so genannte olfaktorische Momentaufnahmen – Reisen, Feste, Emotionen. Ein Parfum kann unsere Persönlichkeit unterstreichen oder ihr eine völlig neue Facette verleihen. Von Heinrich Heine stammt das Zitat „Düfte sind die Gefühle der Blumen“ und Coco Chanel ließ einst verlauten, dass eine Frau, die kein Parfum trägt, keine Zukunft hätte.

Auf nichts reagiert der Mensch so empfindlich wie auf Gerüche. Die Riechzellen in der Nase sind unmittelbar mit dem Mandelkern, einem Teil des limbischen Systems, verbunden. Hier ist der Sitz unserer Emotionen. Was für den einen mit einer schönen Erinnerung verbunden ist, kann bei einem anderen negative Gefühle wie Ekel oder Angst hervorrufen. Die Redewendung „Ich kann sie/ihn nicht riechen“ kommt nicht von ungefähr. Über eine weiteren Schaltzentrale, den Thalamus, werden die Informationen weitergegeben an die Großhirnrinde, die den Geruch identifiziert, z.B. als Rose, Tabak oder Moos. Trainierte Nasen können bis zu 10.000 verschiedene Gerüche erkennen.

Doch wie ist eigentlich ein Parfum aufgebaut? Düfte folgen einem bestimmten Verlauf. Der Duftaufbau ist pyramidenförmig und besteht aus Kopfnote, Herznote und Basisnote, die sich unterschiedlich schnell entwickeln.

Die Kopfnote ist der erste Eindruck eines Parfums und besteht oftmals aus Zitrusfrüchten, den so genannten Hesperiden, oder Kräutern wie Minze oder Lavendel. Die Kopfnote verfliegt nach zehn bis fünfzehn Minuten, aus diesem Grund sollte man auch niemals ein Parfum nach dem ersten Eindruck beurteilen und kaufen.

Die Herznote, auch Mittelnote genannt, entfaltet sich in der Mitte des Duftes und ist für den eigentlichen Charakter des Parfums verantwortlich. Bei Damendüften ist die Herznote meist blumig, bei Herrendüften würzig oder holzig. Oftmals finden wir Blüten wie Jasmin und Rose oder Hölzer wie Sandelholz und Zedernholz in der Herznote. Nach der Herznote wird der Duft einer bestimmten Duftfamilie zugeordnet.

Nach einer Stunde oder länger entwickelt sich die Basisnote. Sie besteht aus Inhaltsstoffen, die sich langsam verflüchtigen und lange anhalten. Die Basisnote hält mehrere Stunden und kann, z.B. auf Kleidungsstücken noch nach mehreren Wochen zu riechen sein. So kennt jeder das Beispiel des Schals, der nach dem Parfum des Besitzers riecht. Typisch für die Basisnote sind z.B. Ingredienzen wie Vanille, Patchouli, Amber oder Weihrauch.

Heute finden wir neben dem pyramidenförmigen Aufbau beispielsweise auch den sternförmigen Aufbau, bei dem alle Komponenten gleichzeitig und ergänzend zum Tragen kommen. Ein Beispiel dafür ist die Nischenmarke Humiecki & Graef.

Die Duftfamilien Man ordnet Parfums unterschiedlichen Duftfamilien zu, basierend auf deren Inhaltsstoffen. Die wichtigsten sind:

Zitrus Diese Duftfamilie beinhaltet Zitrusfrüchte wie Zitronen, Limetten, Orangen, Grapefruits oder Mandarinen. Die Düfte zeichnen sich durch eine gewisse Frische und Leichtigkeit aus.

Holzig Diese Düfte sind warm und holzig und enthalten edle Hölzer, wie z.B. Rosenholz, Kaschmirholz, Zedernholz, Sandelholz und das momentan mittlerweile fast inflationär verwendete Adlerholz, auch unter dem Namen Oud bekannt geworden.

Blumig Wie der Name schon sagt, zählt man hierzu florale Düfte, die Noten wie Rose, Jasmin, Maiglöckchen oder viele andere enthalten. Man kann diese Familie wiederum in Untergruppen wie blumig-frisch, blumig-holzig, blumig-orientalisch usw. unterteilen.

Orientalisch Orientalische Düfte haben ein ganz besonders würziges Aroma. Inhaltsstoffe sind oftmals Amber, Patchouli, Vanille etc.

Chypre Namensvetter dieser Familie war der Duft Chypre von Coty (1917). Er basiert auf einer harmonischen Kombination von frischen Nuancen in der Kopfnote, einer blumigen Herznote und würzigen, erdigen Ingredienzen wie z.B. Patchouli in der Basisnote.

Fougère Diese überwiegend maskuline Duftrichtung leitet sich ab von einem Parfum aus dem Hause Houbigant, Fougère Royale (1882). Fougère-Düfte enthalten krautig-frische Noten wie Farn oder Moos.

Aldehyde Aldehyd-Noten sind synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe, die blumig, fruchtig oder holzig-pudrig riechen. Erstmals wurden sie 1921 im berühmten Chanel N°5 verwendet. Sie verleihen dem Parfum Strahlkraft und können einem Duft aus überwiegend natürlichen Ingredienzen den letzten Kick geben.

Aquatisch Diese Note wird beispielsweise durch die Verwendung der Stoffe Calone oder Melonal bei einem Parfum erzeugt. Sie riechen nach Meer, Algen und Salz und verleihen dem Duft den Eindruck einer Meeresbrise.

Tabak/Leder Nicht mehr nur eine Männerdomäne – diese Duftfamilie beinhaltet Parfums, die nach Pfeifentabak, Zigarre oder Leder riechen. Sie sind meist sehr animalisch und verführerisch schwer. Eines der berühmtesten Parfums dieser Familie ist sicherlich Cuir de Russie von Chanel.

Wo trägt man ein Parfum auf? Am besten an gut durchbluteten Körperstellen, also an den Handgelenken, den Armbeugen oder am Hals, Dekolleté und hinter den Ohren. Viele Menschen sprühen es auch gerne in ihre Haare, da sie den Duft lange speichern. Gerne wird Parfum auch auf die Kleidung gesprüht, da jedoch gerade hochwertige Parfums einen hohen Anteil an Parfumölen enthalten, ist davon eher abzuraten.

Die zweite Regel, die man beachten sollte ist: niemals reiben. Geben Sie dem Duft die Möglichkeit, sich zu entfalten, er besteht aus Molekülen. Durch Reiben zerstören Sie die Duftstruktur.

Und noch ein Tipp, damit das Parfum länger auf der Haut bleibt: cremen Sie sich vorher mit einer geruchsneutralen Feuchtigkeitspflege ein, sonst saugt ihre Haut das Parfum zu schnell ein.

Sollten Sie auf der Suche nach einem neuen Duft sein, vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl, jeder springt auf das an, was er intuitiv mag. So habe ich beispielsweise festgestellt, dass alle Düfte, die ich über Jahre getragen habe, Patchouli enthielten, auch wenn man es nicht unbedingt gleich heraus gerochen hat. Das war mein „roter Faden“. Andere mögen eher saubere Düfte, aquatische Parfums oder wieder andere springen auf Weihrauchdüfte an. Es gibt auch regionale Vorlieben, so sind die Amerikaner die „Saubermänner“, sie mögen gerne Düfte, die riechen wie frisch gewaschen, als Beispiel die bekannten „Clean“ Parfums. Die Italiener kreieren ihre Parfums mit heimischen Ingredienzen, so enthalten die berühmten Capri-Düfte von Carthusia viele Zitrusfrüchte, Blumen und heimische Kräuter. Die Franzosen sind eher elegant und traditionell geprägt, die Briten üben sich in dezenter Vornehmheit, die Araber mögen es orientalisch und schwer, die Deutschen haben eine Vorliebe für leichte Chypre-Düfte. In tropischen Gefilden erfreuen sich verständlicherweise frische und exotische Düfte großer Beliebtheit.

Ein paar Regeln, die Ihnen helfen, einen Duft richtig zu beurteilen:

1.Teststreifen aus Papier sind nicht aussagekräftig, man kann sich damit an einen Duft herantesten, aber ob man ihn wirklich mag und ob er zu einem passt, kann man nur herausfinden, wenn man ihn auf der Haut ausprobiert. 2.Tragen Sie das Parfum 24 Stunden und entscheiden Sie sich nicht nach 10 Minuten zum Kauf. Die Kopfnote verfliegt und der Duft kann sich noch komplett anders entwickeln. 3.Manchmal gefällt einem ein Parfum auf den „ersten Blick“, doch nach Stunden geht er einem auf die Nerven und man versucht, ihn mit wiederholtem Händewaschen loszuwerden – vergeblich. Daher tragen Sie ihn lange genug und gucken Sie, wie sie mit ihm auskommen. Gehen Sie mit ihm zur Arbeit, Kaffee trinken, einkaufen und ins Bett. Wenn er ihnen am nächsten Morgen noch gefällt oder nicht mehr aus dem Kopf geht, liegen Sie mit Ihrer Entscheidung richtig. 4.Die Entwicklung eines Duftes ist von vielen Kriterien abhängig, etwa davon, ob wir eine trockene Haut haben, oder eher ölige oder was wir gegessen haben. Sogar das Wetter spielt dabei eine Rolle, beispielsweise, ob wir in einem trockenen Klima leben oder in einem eher feuchten. Je nach Luftfeuchtigkeit entfaltet sich auch der Duft mehr oder weniger. Jährlich erscheinen bis zu 200 neue Parfums auf dem Markt. Der Markt wird von mächtigen Großkonzernen dominiert, die Milliardenumsätze machen, besonders Designerdüfte verkaufen sich sehr gut. Daneben gibt es die kleinen, feinen und sehr exklusiven Nischen-Marken, die mit hochwertigen Inhaltsstoffen arbeiten und dem Wort Individualität und Qualität eine völlig neue Bedeutung geben. Denn das, was uns von den großen Marken als etwas ganz Besonders verkauft wird, ist trotzdem nichts als Massenware, bei der man hauptsächlich für den Namen zahlt. Stellt sich die Frage, ob wir wirklich alle gleich riechen möchten? Natürlich nicht. Dann kann ich Ihnen nur raten, kleinen Firmen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn dort gibt es wahre Schätze zu entdecken und ich verspreche Ihnen, dass es Ihnen nie wieder passieren wird, dass in der Bahn 10 andere Personen genauso riechen wie Sie. Bildnachweis: Lena Brombacher

May 17 2010, 10:00am

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