Na gut. slate.com ist kein Blog – nicht mal ein bißchen. Es ist ein 15 Jahre altes Online Magazin aus dem Hause Washington Post. Aber es ist eine Empfehlung für all diejenigen, die auch ab und zu mal The Atlantic lesen. Es gibt wirklich gute feste Autoren bei slate, die das Thema Internet aus der Distanz betrachten. Aber auch normale politische und gesellschaftliche Themen werden auf eine spezifische Art aufbereitet. Hier werden nicht bloß Agenturmeldungen mit einem erläuternden Absatz wiedergekäut. Es gibt Podcasts und Videos und 4 Blogger. Neben großen Washingtoner Konkurrenten (s.o.) eine gute Ergänzung bei dem Blick über den Atlantik.
Lifestream » online
Preferred Blog: Slate
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June 8 2011, 9:50am
INTERVIEW: Recht im Web (Dr. Till Kreutzer)
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Auf der letzten re:publica hat das SAE-Team zusammen mit Stefan Mey ein Video-Interview mit Dr. Till Kreutzer von irights.info geführt und dabei Themen wie die Urheberrechtsdebatte, Rechte und Pflichten von Bloggern sowie die Digitale Gesellschaft in den Blick genommen:
June 7 2011, 10:15am
Howto: Employer Branding
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Ein kleines Video zum Thema Employer Branding:
June 6 2011, 11:31am
10 Fehler im B2B Online-Marketing
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Auch und gerade bei der Kommunikation via Social Media geht manchmal einiges schief; Konzeption, Personal oder Realisierung können aus dem Ruder laufen… Flop 10: B2B Social-Media-Marketing View more presentations from Jens Stolze
March 30 2011, 11:00am
Online Communities
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Eine prägnante Präsentation zum Community-Building:
February 8 2011, 9:45am
Artsolventen
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Wer sich für junge Kunst in Deutschland interessiert, ist hier genau richtig. Bei den Artsolventen wird jungen Künstlern eine Plattform angeboten, auf der sie sich und ihre Werke präsentieren können. Ziel ist es, Absolventen von Kunstschulen, die durch das Raster des elitären Kunstmarktes gefallen sind, eine Chance zu geben Kaufanfrageformular inklusive.
September 15 2010, 2:24pm
Voting: 5 digitale Geschäftsmodelle
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- Like-Machine
Wer sagt denn, das virtuelle und reale Welt immer getrennt zu betrachten sind? Im Coca-Cola Village, ein vom amerikanischen Getränkehersteller errichtetes Erlebniscamp in Israel, werden sie zusammengeführt. Und zwar über die von E-dologic entwickelten “Like-Machines“ vor Ort, die wiederum direkt mit dem Social Network Facebook verbunden sind. Die bekannte Facebook Like-Funktion kann dabei von den jugendlichen Besuchern durch spezielle RFID-Armbänder im Village in Echtzeit genutzt werden. Wem beispielsweise gerade Pool, Essen oder Massage im Coca Cola-Village gefällt, hält einfach sein Armband mit den gespeicherten Facebook-Nutzerdaten an die Like-Machine. Dadurch wird eine Statusmeldung erstellt, in der zu lesen ist, wie gut das jeweilige Angebot ist. Ebenso können an den Stationen Fotos vom Camp direkt auf die Seite hochgeladen und getaggt werden. Fazit: Ein schnell adaptierbares, nützliches Tool, das weltweit bei Events zum Einsatz kommen kann…
- Tumblr
2005 gründet David Karp aus den USA den Internetdienst Tumblr – eine Mischung aus Twitter, Social Network und Bloggerverzeichnis. Heute melden sich täglich 15.000 Menschen neu an. In diesem Jahr hatte Tumblr erstmals mehr als eine Milliarde Besucher im Monat. Die Plattform ermöglicht es Usern, Texte, Bilder, Zitate, Chatlogs, Links und Video- bzw. Audiodateien in einem „tumblelog“ zu veröffentlichen. Findet sich im Netz etwas Bemerkenswertes, klickt man einfach darauf und kann die Fundstücke sofort in den eigenen Blog übernehmen. Wie bei Twitter kann man anderen folgen. Was Tumblr aber groß gemacht hat, ist der Reblog. Man kommentiert nicht einfach, man bloggt zurück. Und die Geschäftsidee? Geld für Beliebtheit! Blogger sollen künftig zahlen, um bekannt zu werden. Tumblr hat ein thematisches Verzeichnis seiner Blogs, in dem aufsteigt, wer häufig empfohlen wird. Für Preise ab neun Dollar lässt sich das eigene Ranking aufbessern. Fazit: Ranking-Doping gegen Geld – das dürfte zumindest Unternehmen und die ganz Eitlen unter uns erfreuen. Publizistischer Mehrwert wird so nicht geschaffen. Den gibt es weiter bei den Blogpiloten.
- WeReward
Clevere Geschäftsidee: Die Mobile Marketing-Plattform WeReward des Start-Ups IZEA aus Florida nutzt den Selbstdarstellungsdrang der Web-User für die Industrie. Und das funktioniert beispielsweise so: Wer etwa von einer Pizzakette beliefert wird und in dem Moment der Lieferung ein Foto von sich macht und ins Netz stellt, bekommt dafür Punkte gutgeschrieben. Diese kann er dann entweder in Preisrabatte oder Bargeld beim nächsten Pizzakauf umsetzen. WeReward lässt sich seinen Service nur dann bezahlen, wenn dadurch auch tatsächlich ein Verkauf stattfindet. Fazit: Jede Wette: In den nächsten zwölf Monaten wird ein deutsches Start-Up mit gleichem Geschäftsmodell an den Start gehen.
- Pink Visual
Bei den Apps achtet Apple-Boss Steve Jobs penibel darauf, „sauber“ zu bleiben – keine Nackedeis, keine Erotik, kein Sex. Umso mehr freut sich die Erotikbranche beim neuen iPhone 4 jetzt über die Videochat-Funktion Facetime. Die ist nämlich nicht so leicht kontrollierbar. Facetime ermöglicht es, über eine W-Lan-Verbindung ruckelfreie Videosequenzen über die eingebaute Kamera zu übertragen. Was mit Online Striptease-Shows über Webcams schon seit Jahren funktioniert, soll nun auch für das iPhone angeboten werden. Als einer der ersten hat jetzt der Erotikproduzent Pink Visual reagiert: Erotik-Videochats bietet er zu Preisen von etwa sechs Dollar pro Minute an. Abgerechnet wird per Kreditkarte. Aber: Anders als im Netz droht potenziellen Kunden hier der Verlust der Anonymität. Fazit: Auf den ersten Blick naheliegend. Allerdings: Wer will schon Erotik im Westentaschenformat auf seinem Smartphone?
- Banksimple
Jetzt kommt Online-Banking 2.0: Banksimple. So zumindest das Kalkül der amerikanischen Firmengründer Josh Reich und Shamir Karkal. Die Idee: Über nur ein einziges Online-Konto werden Giro, Kredit, Wertpapiere und Sparen verwaltet. Auch Social Networks wie Facebook und Twitter sind integriert. Geldgeschäfte können so künftig auch über das Mobiltelefon erledigt werden – entsprechende Apps für das iPhone sind angedacht. Und da alles nur online abgewickelt wird, sind die Überziehungszinsen vergleichsweise moderat. Fazit: Das ideale Angebot für Digital Natives, ältere Semester werden wohl weiterhin das traditionelle Bankhaus vor Ort wählen.
Wer von Euch seinen persönlichen Favoriten gefunden hat, möge ihn in die Kommentare posten. tumblr ist ja schon sehr bekannt bei uns, bei den anderen dürfte es die eine oder andere Überraschung geben…
Gastpilotin/Autorin ist Jeanette Gruber von cocodibu
September 7 2010, 9:55am
Kostenlose Videothek im Netz
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Die Amerikaner können schon lange im Web Fernsehen. Vor allem Serien und bestimmte Sitcoms oder tägliche Talkshows sind dort beliebt und hulu.com liefert die Plattform dafür – kanalübergreifend. Als in Deutschland die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Angebot im Netz ausweiteten, sahen die privaten Sender die Freiheit des Marktes beschränkt durch die gebührenfinanzierten Angebote. Denn anders als die öffentlich-rechtlichen Mediatheken mussten und müssen sich ihre Sendungsarchive im Netz via Werbung finanzieren. Jetzt schließen sich die RTL-Gruppe und ProSieben.Sat1 zusammen und wollen eine hulu-ähnliche gemeinsame Plattform ins netz bringen, wo man all die verpassten Sendungen und Serien im nachhinien (nochmal) sehen kann. Vordergründig macht das Sinn, denn man muss nicht dieselbe Technologie des Archivierens, des Streamings und der Werbevermarktung mehrmals erfinden und umsetzen. Und sogar die öffentlich-rechtlichen Sender betrachten dieses Entwicklung mit Wohlwollen und schließen nicht grundsätzlich aus, dabei zu sein. Ob allerdings die Kartellwächter der EU dabei mitspielen bleibt fraglich. In England wurde so ein joint venture namens Kangaroo mit der BBC gerade gekippt und auch in den USA steht hulu vor einer kritischen Prüfung der kartellsensiblen Obama-Administration… Die Mediatheken der ARD und des ZDF scheinen es den Privaten offenbar angetan zu haben. Warum nun aber ausgerechnet bei der Distribution via Web die verfeindeten Parteien plötzlich gute Miene zum Spiel der Mehrfachverwertung machen, bleibt sonderbar. Die Werbeumsätze im Netz wachsen zwar in rasendem Ausmaß, sind aber im Vergleich zu den traditionellen Kanälen wie TV, Radio oder Print vergleichsweise gering. Außerdem werden die Werbekuchen online immer mehr über Google, Facebook und Konsorten aufgeteilt. Ob und wie eine derart spazialisierte Plattform mit Pre- oder Postroll-Werbung, also kleinen Werbefilmchen vor und hinter den Sendungen signifikante Umsätze erzielen kann, bleibt solange fraglich wie man mobiles Fernsehen und VideoOnDemand klein halten kann. Der schleppende Ausbau und die Unzuverlässigkeit der Breitbandanbindungen hinsichtlich Bandbreiten oberhalb DSL 16.000 trägt auch nicht unbedingt zum Erfolg bei. Außerdem wir das Netz zunehmend in den Fernseher verlagert werden. Und dann stehen diesen Angeboten die aktuellen TV-Angebote 1:1 gegenüber. Nur wer dann nicht schon zeitversetztes Aufnehmen und Ansehen via Festplatte kann, der könnte Kunde werden. Aber in welchem Fernseher wird im Jahr 2015 keine Festplatte stecken? Bildnachweis: clarita
August 24 2010, 10:16am
Pew Study: Future of Online Socializing
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The social benefits of internet use will far outweigh the negatives over the next decade, according to experts. They say this is because email, social networks, and other online tools offer “low friction” opportunities to create, enhance, and rediscover social ties that make a difference in people’s lives.
Quelle: PewResearch
July 6 2010, 11:05am
Pew-Studie: Neues aus der Online-Video-Welt
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Sieben von zehn Internetnutzern und damit die Hälfte der erwachsenen US-Amerikaner nutzen das Web um Videos anzusehen. Junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren sind weiterhin diejenigen, die am meisten online Filme ansehen. Die ganze Studie gibt es kostenlos hier.
June 8 2010, 1:47pm
Lohnen sich Online-Marketing Studiengänge?
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Du musst studieren, schließlich hast Du doch Abitur gemacht. Das hätte sich doch sonst gar nicht gelohnt. Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gehört habe, aber vor allem kam es von Leuten, die natürlich selber studiert haben. Aber ich habe auch die anderen kennen gelernt, die Personen, die auch Abitur gemacht haben, aber trotzdem etwas geworden sind, auch wenn sie nicht studiert haben. Mit Sicherheit ist es immer besser, wenn man ein Studium in der Tasche hat. Vor allem wenn man im Marketing etwas erreichen möchte, ist das Studium eine Pflicht. Und so stellt sich mir momentan die Frage, wie sieht es eigentlich aus mit den Studiengängen, die es vor allem im Online Bereich gibt?
Egal ob in der Werbranche oder PR Agenturen. Jeder von uns bekommt es momentan hautnahe mit. Ein Teil der Werbespendings wird neu verteilt und in den nächsten Monaten wird das wahrscheinlich noch stärker durchgesetzt. Erst kürzlich kam auf Horizont die Nachricht, dass Procter und Gamble eine Steigerung des Online Budgets plant. Im Jahr 2009 ging der Trend vor allem in Richtung nationale Online Kampagnen um Kosten zu sparen. Jedoch viel vielen Unternehmen auf, dass auch Online Werbung recht teuer sein kann. Vor allem, wenn es um Reichweitenaufbau geht. Schaltet man beispielsweise in einer Zeitung wie der ADAC, ist man zwar mal eben einen sechsstelligen Betrag los, jedoch erreicht man auch gut ein drittel der Gesamtbevölkerung und baut eine enorme Reichweite auf. Unternehmen setzen sich solche Benchmarks und wollen diese natürlich auch erreichen. Aber wem vertrauen sie ihr Geld an? Im Online Markt gibt es viele, aber wer ist der Richtige? Die Frage nach ausgebildeten Fachleuten wird immer größer und das Angebot von privaten Studiengängen wächst. Schulen wie die WAK oder die DDA bieten zum Beispiel den Online Marketing Fachwirt an. Ein Studiengang, wo auch ich mit dem Gedanken spiele dran teilzunehmen. Aber die Fragezeichen sind noch recht groß, schließlich gibt es noch nicht so viele die diese Studiengänge gemacht haben und vor allem sind sie sehr kostspielig. Der Ablauf der Studiengänge ähnelt sich sehr, unterscheiden sie sich doch lediglich ein wenig von den Timings. So hat man beispielsweise bei der DDA die Möglichkeit zu entscheiden, ob man den Studiengang in 8 Monaten oder in 36 Monaten machen möchte. Schon eine ganz schöne Zeitspann, schließlich macht man bei beiden Varianten den gleichen Stoff. So sollen zum einen die Grundlagen des Online Marketing, die Online Marketing-Instrumente und Strategie und Planung im Online Marketing behandelt werden. Auch an der WAK werden klassische Themen wie Digitales Marketing, Online Advertising, Guerilla Marketing und und und behandelt. Wer alle Inhalte sehen möchte kann ich bei der DDA und hier bei der WAK nachschauen. Interview mit einem Absolventen Und um nochmal ein paar Eindrücke zu bekommen, haben wir die Möglichkeit gehabt mit jemandem zu sprechen, der selber den Kurs an der WAK belegt hat und nun in der Onlinemarketing-Branche arbeitet. Alex Trol ist Junior Produktmanager Neue Medien beim Greven’s Adreßbuchverlag GmbH & Co. KG. Er hat sich ein wenig Zeit genommen, um uns seine Impressionen zu schildern.
Hallo Alex, vielen Dank, dass du Dir die Zeit genommen hast. Was würdest du so ganz allgemein sagen, lohnt sich der Studiengang an der WAK? Ich bin überzeugt, das man diese Frage nicht allgemein beantworten kann und sollte. Gerade für Leute, die beruflich zwangsweise immer mehr mit (im weitesten Sinne) Online-Marketing zu tun haben, ist der Kurs zum “Fachwirt für Online-Marketing” eine gute Möglichkeit sich neben der Arbeit weiterzubilden. Wie sieht so der grobe Ablauf im Studium aus? An zwei oder drei Tagen unter der Woche bekommt man zuerst die Grundlagen beigebracht, wie zum Beispiel: Was sind Banner? Welche Formate gibt es? Welche Abrechnungsmodelle stehen zur Verfügung? Man bekommt auch einen Einblick in das PR Geschäft, wobei man sich anfangs fragen wird, ob man gerade etwas über PR lernt oder ob man jetzt erst anfängt die deutsche Sprache zu verstehen. Ebenso wird über rechtliche Grundlagen im Internet, Marktforschung, Marketingkonzepte oder Mobile Werbeformen in eigenen Fächern diskutiert. Wie sieht es denn mit allgemeinen Themen wie Social Media und Co. aus? Werden sie berücksichtigt? Leider werden alle, die etwas über aktuelle Themen wie Social Media lernen möchte, ein wenig enttäuscht. Grundlagenwissen über Blogs, Twitter und facebook wird vermittelt, aber das war es dann auch. Ob sich daran aktuell etwas geändert hat kann ich nicht beurteilen. 2008 waren diese Themen jedoch kein Schwerpunktthema. Wo siehst du den Vorteil der WAK? Ein Vorteil der WAK war ganz klar, dass die Dozenten direkt aus dem jeweiligen Berufsfeld kamen. D.h. es gab oft konkrete Fallbeispiele und Erfahrungen, die man für seine eigenen Ideen aufgreifen konnte. Natürlich macht das der eine Dozent besser als der andere, aber so ist es doch überall. Die Frage der monatlichen Gebühren erledigt sich oft dadurch, dass Unternehmen den Abendkurs (mit-)finanzieren. Also eine durchaus machbare finanzielle Hürde, die es zu nehmen gilt. Ich würde aber jedem empfehlen, das Studium nur berufsbegleitend zu machen! Und was hast du aus dem Studium so an Erfahrungen für dich mitgenommen? Erst im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass die Kontakte, die man in Lesungen und auf Veranstaltungen knüpft vielleicht sogar wertvoller sind, als der Inhalt mancher Lehreinheiten. Wobei das natürlich nur für die Personen gilt, die Spaß an solchen Terminen haben. Ich weiß, dass manche dank dem Studium einen neuen Job bekommen haben. Andere haben es einfach als Erweiterung des vorhandenen Wissens gesehen. Man sollte allerdings nicht glauben, dass es eine Garantie gibt, danach den Traumjob im Online-Bereich zu bekommen. Aber auch hier gilt: Wo gibt es die Garantie schon?”
Die Frage der Fragen ist und bleibt: “Lohnt es sich, für diese Studiengänge so viel Geld auszugeben, oder gibt es noch gute Alternativen?” Gerade der Punkt ”Geld” ist für viele der entscheidende Aspekt. Will man beispielsweise das Studium an der DDA in 8 Monaten absolvieren, ist man schnell mit knapp 7500€ dabei. Geld, das in jedem Fall gut angelegt sein sollte. Schließlich kann dieser Weg eine rosigere Zukunft begründen. Für viele mit denen ich mich darüber unterhalten habe, sind es eben nur Zertifikate, für die man viel Geld bezahlt, aber nicht wirklich weiß, ob sie einen später wirklich weiter nach vorne bringen. Die Akzeptanz ist noch schwer einzuschätzen, schließlich kann man diese Studiengänge ja nicht mit den klassischen bekannten Studiengängen wie BWL oder Jura vergleichen. Auch in meinen Augen ist es gerade im Bereich der neuen digitalen Medien so, dass es nicht drauf ankommt, ob du irgendwelche Seminare belegt hast, sondern es ist wichtig, was du wirklich kannst. Im Jahr 2009 erhielten bei der DDA zum Beispiel 96 Studenten ihr Abschlussdiplom in Gütersloh. Auf den ersten Blick mag das jetzt nicht die große Zahl sein, aber wenn man diese Zahl mal mit knapp 7500€ multipliziert, kommt da schon eine ganze Hausnummer zusammen. Doch bis man an diesem Punkt angelangt ist, muss man auch einiges dafür tun. Wie bereits erwähnt gibt es bei der DDA einen sehr straffen Zeitplan. 21 Wochenenden, 5 Klausuren, Projekt-Gruppenarbeit für realen Auftraggeber, Mündliche Prüfung und die Diplomarbeit. Bei der WAK hingegen nimmt man sich etwas mehr Zeit und verteilt den Stoff auf insgesamt 1,5 Jahre. Die monatliche Studiengebühr beträgt hier 310€. Auch eine ganze Stange Geld, die hier von einem verlangt wird. Und vor allem bleibt die Frage, was kommt danach? Ist es nur Nice to have, oder stellt es einen echten Mehrwert dar? (Bei den Beträgen handelt es sich um Werte, die ich den Seiten der WAK und DDA entnommen habe)
March 17 2010, 11:00am
Digitale Seuche: Plaque im Netz
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Plaque bedeutet Schild. Es ist bekannt als Belag aus Speiseresten und unseren ganz persönlichen Bakterien. Genau dasselbe Zeug finden wir auf jeder Website im Netz. Reste aus erlerntem Wissen und unser persönlicher Senf oben drauf. Wer in der letzten Zeit die Diskussionen rund um Chancen und Gefahren der digitalen Speisen im Netz verfolgte, wunderte sich nicht selten. Allen Ernstes diskutierten Wissenschaftler und Experten den inhaltlichen Kontext von menschlicher Sinnbildung und Mustererkennungsprozessen beim Durchforsten von Tabellenzellen in Datenbanken.
Um die Verwirrung noch zu steigern, wurde ein Wort aus der Informatik, das nebenläufige Berechnungsprozesse beschreibt (multitasking), auf den Menschen transponiert, wobei allerdings Sinn und Bedeutung des Begriffs flöten gingen. Nicht genug, dass man früher glaubte, aufgrund des immer noch sehr vagen Verständnisses der Informationsverarbeitung im Gehirn, Computer programmieren zu können; setzt man sich nun hin und übernimmt aus der Computerwissenschaft Begriffe, um den Menschen zu beschreiben. Dieser Diskussion das Etikett Kategorienfehler anzukleben, erscheint so langsam fahrlässig verharmlosend.
Der Mensch und seine Algorithmen Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind, zu tun, was wir nicht tun wollen… So lautet der Untertitel des Schirrmacher-Buches. Es geht also um einen Zwang. Man reitet im Namen der Freiheit. Dort werden Adaptionshandlungen des Menschen in Bezug auf elektrisch dargestellte Buchstaben und Bilder beschrieben. Wer keine Kindheit ohne das Web hat, hat keinen Vergleich und daher keine Wahl mehr. Aha. Und das Netz ist erobert worden durch die Werbung. Offenbar ist es beim Netz schlechter wenn es Werbemillionen abwirft als bei Printmedien oder dem Fernsehen. Früher wurden Zielgruppen per Sinusmillieus (Konsumentenkategorien) organisiert. Heute tun sie dieses nun ganz von selbst über ihre Onlineeinkäufe und ihre Kontakte in sozialen Netzwerken. Dieselbe Entwicklung des Auslagerns von Leistungen an den Kunden kennen wir auch von Banken (Überweisungs-/Geldautomaten). In Amerika ist das schon seit Jahrzehnten der Drive-In. Anders als bei den Rabattkarten, die jede Kassiererin mal eben durch den Leser zieht sei dieses im Netz schlimm und verwerfliche Mikroarbeit der Nutzer. Und was machen die Kreditkartenfirmen mit den Profildaten ihrer Kunden, die sie teuer bezahlen, damit sie ihre persönlichen Daten sammeln? Ob da nicht vielleicht auch kleine Programme durch die Datenberge sausen und 1 + 4 zusammenzählen? Der böse und allmächtige Algorithmus? Der Journalist Frank Schirrmacher sieht das Organisieren von Inhalten von Algorithmen beherrscht, wie sie beispielsweise die Suchmaschine Google einsetzt. Aber auch sie blieben im linearen Abarbeiten von einzelnen Schritten stecken. Es gibt noch Schleifen, die Zwischenergebnisse zu bestimmten Inhalten bewerten können. Aber alles bleibt in einer sehr elementaren mathematischen Struktur. Diese Verfahren verarbeiten die Daten von Menschen zu Mustern, die dann zu bestimmten Aussagen gedeutet werden. Die Verfahren und die Qualität dieser Deutungen der Muster wird leider nicht hinterfragt. Denn die semantische Ebene auf der Basis dieser Muster ist das eigentliche Problem. Denn sie wird von den Firmen vorgegeben. Gelernt wurde das schon vor den Rabattkarten auf der Basis von Daten der Marktforscher. Google tut nichts anderes als das Nutzen dieser bekannten Deutungsmethoden. Aber so entsteht weder Bedeutung noch Wissen. Denn die besagten Algorithmen (präziser müsste man von Text-Mining bzw. Data Mining sprechen) sortieren Daten anhand bestimmter Bedingungen. Sie analysieren also vorhandene Texte bzw. Datenbanken. Das maschinelle Synthetisieren, also das Erstellen neuer Information auf dieser Basis, hat bisher noch keinen Reifegrad erreicht, denn man als Information oder gar Wissen bezeichnen könnte.
Zweiter Gedankenfaden Schirrmachers ist die Überlastung des Menschen durch ein Zuviel und Zuschnell an Daten und Dokumenten. Das Verhältnis von Inhalten die Nutzer zuordnen und denen, die dem Nutzer direkt auf seine Geräte geschoben werden (E-Mail, twitter, Statusmeldungen etc.) ist ein ungesundes in Bezug auf das, was der Mensch verarbeiten kann. Beleg für dieses Wissen über die Kategorie Mensch ist nicht eine Studie der Marsianer sondern sind zwielichtige Papiere von kaum bekannten Wissenschaftlern, die in keiner Weise epidemiologisch verifiziert wurden. Er zieht tatsächlich die Analogie zum Zeitalter der Industrialisierung, wenn er sagt, dass sich im Webzeitalter das Gehirn an die Menge der Inhalt im Netz adaptiert in der Art, wie sich die Muskeln damals an die Industriearbeit anpassen mussten (Leider geht Schirrmacher nicht auf das Dreischichtsystem und die Wissenschaft der Ergonomie ein). Auch der Begriff der Plastizität wird ähnlich trivialisiert wie wir das schon im Umfeld der Bücher über die digital natives erleben mussten. Da Computer über Multitasking verfügen (was nicht stimmt, da auch die Prozessoren alle nur seriell ihre Register abarbeiten), müsste sich das Gehirn an diese Parallelablaäfe anpassen, sei aber nur zu serieller Verarbeitung von Symbolen fähig. Insgesamt erscheint das Buch eine Aneinanderreihung von Gemeinplätzen, die selten einer profunden Bewertung standhält. Aber der größte Marktplatz der Welt und der gigantischste Stammtisch des Universums ist und bleibt Anlaß einer bisher “kaum” diskutierten Erörterung: Was ist eigentlich Qualität und wie kann man das feststellen, was Qualität ist und wer tut das auf welche Weise? Es geht also um Herrschaftswissen.
Social Media: Von der Volksnähe geküsst zu werden Und schon machen sich die Adepten der Geisteswelt oder der Weltmechanik auf und versuchen auf dem Rücken dieser herbeigestolperten Diskussion ihre Pfründe zu sichern. “Information ist entfremdete Erfahrung.” tönt es aus dem Mund von Jaron Lanier in der FAZ. Dieser Satz hat in etwa soviel klärende Potenz wie der Satz “Energie ist das, was nie verschwindet”. Und dann rettet Lanier die kalte Information mit der menschlichen Erfahrung. Er erkennt in dem Glauben an den Text, der seit der Thora, der Bibel und dem Koran die monotheistischen Religionen die Offenbarung Gottes darstellt, nicht ein menschliches Verlangen nach Überschreitung des Hier und Jetzt – ganz so wie die Höhlenmaler der Vorzeit. Er will Erfahrung. Aber nicht zuviel. Deshalb moniert er auch, dass die Menschen im Web zum Mob werden, wie er in den Kommentaren feststellt, die er liest. Diese Meinungsexkrementik mißfällt ihm zutiefst. Diese Art von Erfahrung schmeckt im nicht. Denn diese Art von Erfahrung hat er weder an der Uni, noch in den Klubs in denen er verkehrt noch in seinem Viertel gehabt. Noch weitaus schlimmer sei die Werbung als Trampelpfad des Geldes, dass alles wie ein negativer Midas in seinen Bann der Vernutzung zieht und nichts als die ökonomischer Auswertung übriglässt.
Wieso der Club der Anonymen Enthüllungskommentatoren seine Triebabfuhr über unflätige und persönliche beleidigende Kommentare regelt? Vielleicht haben diese garstigen Wichte gar kein Auto, mit dem sie jemandem die Vorfahrt nehmen können. Einfach mal wild mit der Lichthupe den Frust vom Berufsalltag loswerden, oder schlicht die Frau oder die Kinder zusammenmöbeln, sagt ihnen nicht zu. Zugegeben, es sind zumeist wenig wertvolle Beiträge, oft entlarven sie sogar eine unterdurchschnittliche Fähigkeit im Umgang mit widersprüchlichen Informationen. Dass anonyme Kommentare aber weniger Ausdruck von tumbem Mob ist sondern eher Darstellung von Angst in der Berufswelt, ist anscheinend eine Denkunmöglichkeit. Die einen schreiben muitg alle Texte unter Klarnamen und andere haben schlicht Angst, weil viele Menschen Teile ihrer Person nicht im Netz zeigen dürfen, weil sie in der Berufswelt ein Avatarleben führen müssen. Würden Sie ihre wirkliche Meinung im Web unter ihrem Namen darlegen, müssten sie im Berufsleben unangenehme Folgen befürchten. Es ist also bestes Recht des Knechts, anonym zu bleiben. Der Verweis auf die Algorithmen und Scanprogramm der Geheimdienste, Polizei und Marktforscher erscheint da eher Rationalisierung als wahre Ursache. Es liegt an der Angst vor eigener Persönlichkeit im Berufsleben, die gab es schon früher und sie wurde nur im ewigen Archiv des Web offenbar. Und die Herren der ersten Stunde rund um John Perry Barlow haben das Erstellen von Avataren und digitalen Personae nicht als Schutz der beruflichen Laufbahn verstanden sondern als Weg, die etablierten Mächte zu unterminieren. Diese Kamingesprächs-Revoluzzer, die mit der Rolex am Arm und dem Oldtimer in der Garage etwas vom anderen Leben faseln, verstehen das Web als Ort des Gesprächs gar nicht. Sie leben noch im Zeitalter des Dokuments. Dieser dokumentenzentrierte Ansatz der Emanzipation zeigt sich noch heute in öffentlichen Verlautbarungen wie etwa Manifesten, ähnlich wie das öffentliche Vorlesen in royaler Vorzeit von den Reichsverwesern und Erklärbären. Die Herrschaft spricht, das Gesinde schweigt.
All das Gehabe des Achtung-Wir-veröffentlichen-etwas-mit-Belang sieht man ja nicht in einem Web, das den Stammtisch oder den Dorfplatz ersetzt hat. Könnte es vielleicht sein, dass wir im Web immer mehr die Seiten einer Gesellschaft erkennen, die vorher für uns verborgen waren? Die Mediokren begegnen den ziselierten Gedanken der bombastischen Rationalisierer. Und die Experten erleben den Instinkt der Straße. Oder um es krasser zu formulieren: Das Web ist ein Agens, das die Verdrängung und Sublimierung Hundertausender sozial und mental prekärer Lebensentwürfe verunmöglicht. Nicht umsonst hat Danah Boyd vor über 2 Jahren gezeigt, dass es durchaus Sinn macht, die Nutzungsarten des Web mit der sozialen Herkunft und Ausbildung zu korrelieren. Das hat durchaus mehr als zwei Seiten, wenn man bedenkt, dass in anderen Ländern eben die bisher verfemten Seiten ein Segen sind. In muslimischen Ländern artikulieren sich die Frauen im Web, in Russland – einer lupenreinen Demokratie – wird das Web zur einzig verläßlichen Quellen für Nachrichten aller Art. Hier müssen die Damen und Herren Intellektuellen auf der einen Seite Volkes Stimme und auf der anderen Seite Volkes Halsband namens Konsumismus ertragen.
Schreiben ist das Endprodukt der Weltverdauung Und die Algorithmen? Analog zum Albumin, das den Druck im Körper regelt, ist der Algorithmus nichts anderes als ein Verfahren, das eine Homöostase (Gleichgewicht) zum Ziel hat. Das, was die Einen ins das Netz werfen um sich zu artikulieren, wollen die Anderen in einen Kontext stellen, der nicht demjenigen des Autors/Kommentators entspricht. Warum?
Betrachten wir nochmal das Bild der Assimilation, das oben in dem Begriff Meinungsexkrementik zum Ausdruck kommt. Der geschriebene Inhalt, dessen ein Mensch sich entledigt, soll für den anderen Nahrung sein. Diese Wiederverwertung gekauter Nahrung (verdautes Welterlebnis als Text ), die oft nichts anderes als ein Versuch des Verstehens der alltäglichen Geschehnisse ist, soll ökonomisch sinnvoll ablaufen. Deshalb wird mit viel mathematischem Brimborium ein Mehrwert in diese Exkremente einsuggeriert. Man könnte sagen, dass in der Algorithmusküche, Sätze und Daten solange zerkocht werden, bis aus dem vorherverdauten Brei wieder ganze Stücke werden. Man kann aber aus einem zerkauten Essensbrei auch mit den aufwendigsten Algorithmen nicht wieder einen Apfel oder ein Hühnchen zaubern.
Die pessimistische Lamentiererei sogenannter Experten und Intellektueller fällt also noch hinter die allzu optimistischen Wünsche der Bedeutungsingenieure zurück und lädt sie nur unnötig mit Macht auf. Man könnte denken, dass es sich um einen Versuch handelt, an dem Glorienschein teilzuhaben, den die bobos, Neurophysiologen und Teilchenbeschleuniger in langen Jahrzehnten gezüchtet haben – und zwar unter tatkräftiger Mithilfe der Journalistengarde auf der Suche nach dem allerneusten Neu. Dabei ist neu im Grunde nichts anders als das Indifferenteste, was wir kennen. Vielleicht lassen uns deshalb all diese wortgewaltigen Predigten für und wider das Netz so unbeteiligt zurück.
Mit was für einer Dreistigkeit die Welt auf der anderen Seite des Bildschirms sich in selbigem widerspiegelt mag für einige ein kritischer Schock sein – für andere ist er sehr heilsam. Denn wer alle Gespräche eines Tages in einem gewöhnlichen Restaurant oder Café aufzeichnen uns auswerten wollte, würde als irre abgestempelt. Im Web soll das also normal und sogar gefährlich sein? Es ist schlicht Unsinn und Ausdruck eines grassierenden Irrtums: Text ist nicht gleich Kontext.
Und wie geht man nun mit den Problemen des Ablenkens um? Es ist eine Disziplin der persönlichen Reife, Achtsamkeit, awareness, Konzentration und Gerichtetheit der Aufmerksamkeit zu erlernen. Sensuelle Deprivation gehört allerdings nicht zu den Trainingseinheiten. Oder um es in einen Witz verkleiden: ” Ich konnte gestern den ganzen Nachmittag nicht meditieren!” “Wieso denn nicht?” “Dauernd klingelte das Telefon.”
Und behüte mich vor meinen Fans… Dr. Christian Stöcker von Spiegle Online nun kommt von einer anderen Seite. Er möchte die neutrale und wertfremde, also technoliberale Seite des Web als sympathisches Bild der digitalen Kommunikation darstellen. Am 08.02.2009 hat er stellvertretend für viele folgende Thesen dargelegt. Die sieben Thesen lauten: 1. Das Internet ist dumm und das ist auch gut so. Tja, nun müsste man zunächst erklären, ob eine Maschine oder ein Programm überhaupt wissend sein kann. Ob eine Armada von Maschinen, die miteinander interagieren nun wissender oder dümmer würden, wäre eine theoretische Frage. Denn das Netz enthält lauter gespeicherte Symbole, die Menschen oder Prozessoren Anreize für Aktionen oder Unterlassungen liefern. Das Internet ist also genauso dumm oder schlau wie eine Armada von Heizungsventilen. Der wesentliche Anteil an Schläue wäre die Negentropie, also die gerichtete Organisation der Elemente und Strukturen. Denn Entropie ist im Grunde die Summer der erreichbaren Zustände. Angesichts der großen Menge an Elementen und Strukturen im Internet ist es also sinnvoll, diese potenziellen Zustände einzuschränken, um sinnvoll Gebrauch von der Technologie zu machen. Netzkünstler treiben dieses Vorhaben an das andere Ende zu treiben. Die Kategorie “dumm” im Kontext mit der Dimension Netz ist also ähnlich ertragreich wie die Kategorie “virtuos” mit der Dimension Musikinstrument. 2. An vielem, was das Netz gefährlich macht, sind die Nutzer selbst schuld. Vor allem die Nutzer, die mit den Fingern auf andere zeigen. Aber ach… Schuld. Also die Schuld. Das ist eine religiöse Kategorie. Aus dem Unbill der Naturgewalten extrahierten die Kulturen einen Bändigungszauber namens Religion. Nach Einführung des Individuums und der abgeleiteten göttlichen Macht auf den Menschen blieb nur noch die Schuld als abgeschwächte Form des wütenden Schöpfergottes übrig. Was der im Netz zu suchen hat, überlasse ich dem geneigten Leser. Aber man kann schon feststellen, dass Stöcker erkannt hat, dass dieser Schöpfergott namens Nutzer einigen Einfluß auf die Technologie hat, die er nutzt. Ein Beispiel: Man kann einen Hammer als Flaschenöffner, Werkzeug oder Tatwaffe einsetzen. Aber, das ist eigentlich ein Gemeinplatz und kann getrost als überflüssige Aussage disqualifiziert werden. 3. Die Staaten dieser Welt werden sich nicht darüber einigen, wie das Netz sein sollte. Aber ein Minimalkonsens in Sachen Verbrechensbelämpfung lässt sich herstellen. Das ist keine steile These, wenn man bedenkt wie Entscheidungsprozesse in den multinationalen Gremien funktionieren, zumal bei der ICANN, der Internet-Regierung. Ob und was ein Verbrechen ist, läßt sich kaum ernsthaft staatenübergreifend diskutieren wie man am Beispiel Steuerhinterziehung in der Schweiz und in Deutschland erkennen kann. Übereinstimmung wird nie erreicht, also erfindet man etwas Ähnliches: Konsens ist an dieser Stelle nichts Anderes als das alte Bild von Lyotard, der den Diskurs von Habermas als Akt der Aggression bezeichnete. Denn Konsens ist das Erzwingen einer gemeinsamen Erklärung zum Wohle aller Teilnehmer. Allzuoft nehmen aber die Betroffenen an diesen Diskursen gar nicht teil… 4. Wir sollten aufhören, vermeintlichen Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen ins Wohnzimmer starren. Wir brauchen eine neue Definition von Öffentlichkeit. Nein. Was wir brauchen ist eine Einsicht in die Tatsache, dass im netz genau dieselben Menschen agieren wie außerhalb des Netzes. Dort herrscht allerdings das Primat des Vergessens und der Vergänglichkeit. Das Netz ist eine Gefriertruhe der Worte. Jeder Satz wird schockgefrostet. Jeder Mensch hat sich schon mal vor Zeugen zum Narren gemacht. Es ist allerdings früher nie aufgezeichnet worden. Es bedarf also einer genauen historischen und ethnologischen Betrachtung dieses Kühlraums der Symbole. Auch eine ethische Risikofolgenabschätzung steht noch aus. Leider auch aufgrund der naiven Netzkritik, die sich im sogenannten bürgerlichen Lager formiert. Grundsätzlich wäre zu verweisen auf das Thema Identitätsmanagement angesichts des neuen Personalausweises und ELENA. Aber Herr Stöcker hält es für angemessen, lustige Anekdoten über die Holländer und ihre Gardinenlosigkeit als Metapher anzubieten. 5. Jugendschutz ist wichtig, aber nicht wichtiger als alles andere. Mit Providern als Zensor wäre das Ende des freien Netzes gekommen. Das Netz ist nicht frei und wird es nie sein. Freiheit, gleich ob negative oder positive, ist ein Wert, den es gilt anzustreben im Handeln der Menschen. Es gibt keine Manifestation der Freiheit in der Mechanik der Nullen und Einsen. Es gibt höchstens eine Freiheit im Zugang, im Gebrauch und in der Selbtsbestimmung über die eigenen Exkremente im Netz wie Kommentare, Artikel und Bilder… 6. Urheberrechte sind wichtig, aber nicht wichtiger als Bürgerrechte. Warum müssen immer die Rechte des Dreiecks, Nutzer, Autor und Werkmittler gegeneinander ausgespielt werden? Hat es Sinn, wenn unterschiedliche Kategorien von Rechten aus dem Immaterialrecht und den “kleinen” Menschenrechten namens Bürgerrecht? Nein, denn Autos unterliegen auch anderen Regulierungen als Flugzeuge. Was soll eigentlich so besonders sein am elektrischen Versand von beweglichen Lettern? Richtig, es ist der Zugang zu dem Sinn, der damit gestiftet wird. Wer den beschränken will, soll das mit seinen eigenen Inhalten tun können – aber nicht im Auftrag Dritter. 7. Die Vorteile des freien Internets überwiegen seine Nachteile. Wer das Internet für überwiegend schädlich hält, muss ein Menschenfeind sein. Siehe Kommentar zu These 5. Es wäre schön, wenn die Menschen selbst entscheiden dürfen, was, wo und warum ein Vorteil oder ein Nachteil des Web ist.
Bildnachweis: deanjenkins
February 10 2010, 9:30am
Wir sind, was andere bloggen!
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“Wer hat denn DIESES Foto gemacht?” Ein verdrossener Klick und das Fotoalbum blättert weiter. “Das glaube ich nicht. Es wurde wirklich überall fotografiert…” Ärgern über unvorteilhafte Fotos, das gehört dazu zum Leben der Promis und Hollywood-VIPs, die tagtäglich Hunderte veröffentlichter Fanfotos entdecken. Nur zum Leben der Promis? Schon lange nicht mehr. Das Paparazzi-Prinzip betrifft schon längst auch ganz normale, durchschnittliche Menschen wie dich und mich. Willkommen im Netz!
Heute erleben wir die Folgen von allgegenwärtigen Digicams, Handys und Online-Exhibitionisten. Ob Konferenz, Party, Stammtisch, Klassenfahrt, Geschäftsausflug, Hochzeit oder Beerdigungen, eines ist sicher: Am Ende gibt es einen Haufen Fotos aller Teilnehmer. Neu in diesem Zeitalter ist, dass wir uns so total, digital nahe stehen, dass wir keine gedruckten Fotoalbumen basteln. Wir laden sie sofort ins Netz und schicken die Links rum, damit alle Freunde sie sehen - und viele Fremde. Gefangen in radikaler Transparenz: Das “Partizipatorische Panoptikum” Jamais Cascio (Worldchanging) hat dafür einen Namen, er spricht vom Partizipatorischen Panoptikum. Das etwas ungelenke Wort leitet sich ab von medialer Teilhabe (Partizipation) einerseits, vom Konzepts eines (nie wirklich gebauten) voll überwachten Gefängnisses des 18. Jahrhunderts (Panoptikum) andererseits. Cascio beruft sich auf David Brins Buch “The Transparent Society” und Steve Manns Aufsatz “Sousveillance“, der Überwachung der Überwachung von unten, Grassroots-Überwachnung. WIRED nennt all das: radikale Transparenz. Die Idee hinter dem “Partizipatorischen Panoptikum”: Durch die Verbreitung von Kameras und Aufnahmegeräten, deren Inhalte online veröffentlicht werden, entsteht ein umfassendes Profil jedes Bürgers. Totale Überwachnung - freiwillig Einen wichtigen Unterschied zur Situation der Gefangenen im Panoptikum gibt es aber: Wir werden wir nicht gegen unseren Willen überwacht. Wir dokumentieren uns selbst und unsere Umwelt freiwillig. Und auch wenn es in der Onlinewelt so schlimm wie im Überwachungsgefängnis natürlich nicht steht, so hat das digitale Panoptikum doch einen dicken Haken: Niemand kann sich komplett entziehen. Selbst wer nicht aktiv ist im Netz, wird beobachtet (wie auf Rotten Neighbors), fotografiert (Street View Fun) oder aufgezeichnet (Sonic City). Unser Ruf und Profil setzen sich online durch tausende Links, Bilder und Referenzen zusammen. Wir sind, was andere bloggen. Was können wir tun? Wir können davon ausgehen, dass Kameras immer besser, billiger und vor allem immer zahlreicher werden. Online Foto- und Videoplattformen werden immer größer. Blogging wird immer mehr zum Mainstream. Anders gesagt, unsere Leben werden immer stärker dokumentiert, damit müssen wir leben. Aber wie? Abmahnungen zu schicken, um unvorteilhafte Bilder aus dem Netz löschen zu lassen, dürfte wenig helfen. Wie können wir dennoch nachts ruhig schlafen? Eine transparente Gesellschaft hat durchaus auch Vorteile, zum Beispiel soziale Kontrolle. Wenn wir wissen, dass unsere Worte und unser Gesicht weit und breit im Netz veröffentlicht werden, dann machen wir uns Gedanken über unser Handeln, unseren Ruf und unsere Verantwortung. Gesunder Menschenverstand und einfache Faustregeln können helfen, unangenehme Situationen zu vermeiden:
Sei fair. Du hast ein bloßstellendes Foto gemacht. Lohnt es sich wirklich, das Bild hochzuladen? Halte dich an die goldene Regel und verwende nur Inhalte, die du auch von dir selbst gerne online sehen würdest. Respektiere die Privatsphäre. Du hast oft Gelegenheit, die intimere Seite anderer Menschen zu dokumentieren. Im Zweifelsfall gilt: Frage das “Opfer” vorher, ob ein Foto klargeht. Trackback. Die Währung der Onlinewelt ist der Hyperlink. Wenn du Fotos oder Videos von anderen veröffentlichst, sage ihnen wo und frage sie, wie du am besten zu ihnen zurück linken kannst: Blog, Twitter, Facebook? Gewissenhaftes Tagging. Verwende Tags. Wenn Namen oder Beschreibungen fehlen, ergänze sie einfach per Tagging. Das gilt natürlich nicht nur für deine eigenen Inhalte, sondern auch für die Fotoalben deiner Freunde. Gemeinsames Taggen ist eine der treibenden Kräfte im Web 2.0. Hilft mit, all die Fotos wirklich nutzbar zu machen.
Die Zeit der Anonymität ist vorbei, jeder hinterlässt digitale Spuren. Das Internet vergisst nichts. Wir sollten das Beste daraus machen. Denn zumindest eines ist klar, wir haben endlich eine Antwort auf die Frage: Quis custodit custodes - wer bewacht die Wächter? Ganz einfach: Wir alle. Bildquelle: nolifebeforecoffee (Creative Commons, by 2.0)
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Stefan Gehrke, Geschäftführer von Politik-Digital.de, im Blogpiloten-Interview über den Onlinewahlkampf 2009.
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skill7 - Spieleklassiker online zocken
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Seit 2-3 Jahren boomen bei uns Pokerturniere offline wie online oder im Fernsehen. Dabei gehören eigentlich ganz andere Kartenspiele in Deutschland zu den Klassikern. Wer Lust hat Skat, Rommé, Schafkopf, Backgammon oder Mau Mau mit und gegen andere zu spielen, kann das bei skill7.com. Kartenspiele bilden aber nur eine von mehreren Spielekategorien, die auf der Plattform angeboten werden.
Neben den Kartenspielen, gibt es noch eine Reihe von Brettspielen, Sportspielen und das ein oder andere Arcade-Game. Etwas rumgedaddelt habe ich mit Zuminga, einem Zuma-Clone. Optisch zwar etwas abgespeckter im Vergleich zum original, aber der gleiche Spassfaktor beim spielen und wer richtig zocken will, kann gegen echte Gegner antreten.
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