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Reden wir über die Männerquote

Seit etwa zehn Jahren gilt die so genannte “freiwillige Selbstverpflichtung” für Unternehmen, die dem Zwecke dient, den Frauenanteil in Führungspositionen zu steigern. Diese Selbstverpflichtung sei, laut Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), “krachend gescheitert”. Sie fordert, dass eine gesetzliche Quote her müsse - jetzt! – die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden soll (wir berichteten).

Ein kurzer Blick in die Statistiken bringt Klarheit in den undurchsichtigen Wirtschaftssumpf: In den Vorständen der deutschen Unternehmen ist der Frauenanteil sage und schreibe zwei Prozent. Das ist ein Witz. Aber weil wir uns so an die Unterrepräsentanz weiblicher Führungskräfte gewöhnt haben, hilft hier vielleicht mal ein Perspektivwechsel, um dem Thema etwas mehr Brisanz zu verleihen. Wenn wir die Frauenquoten-Debatten mal für eine Minute ruhen lassen und darüber nachdenken, warum die von der Leyens und Schröders dieser Welt noch nie die eigentlich viel dramatischere  Quote – die Männerquote – thematisiert haben, merken wir schnell: Eine Männerquote von 98% in den deutschen Vorständen könnte keine der Ministerinnen plausibel erklären, ohne über die Strukturen des Arbeitsmarktes, Diskriminierung, Sexismus und nicht zuletzt das verlässliche Old Boys Network zu sprechen. Aber das wäre ja unbequem. Dann würde es ja nicht mehr nur um Quoten gehen. Dann müssten wir uns gesamtgesellschaftlich die Frage stellen, ob wir so leben und arbeiten wollen. 50 – 60 Stunden die Woche unter Erfolgsdruck schuften? Familienfeindliche Strukturen? Eine nach einer männlichen Erwerbsbiographie ausgelegten Arbeitswelt? Nicht sehr attraktiv, mit oder ohne Quote… Ja, die unionsgeführten Ministerien für Arbeit und Familie debattieren nun endlich über die Frauenquote. Aber: Wenn selbst die CDU sich zu Frauenförderung äußert, sollte man hellhörig werden. Und besonders auf die Argumentationslinien achten. Stichwort: weiblicher Führungsstil. Frauen sollen mitmachen dürfen, aber eigentlich nur, weil sie “anders” sind. Der Neoliberalismus hat der altbekannten “Geschlechterdifferenz” neues Leben eingehaucht und konstruiert eifrig mit, um sie ökonomisch auszuschlachten. Eine Quote kommt da eigentlich sogar gelegen: Im Namen der Gleichberechtigung dürfen Frauen Profite erwirtschaften. Anstatt Hierarchien werden – “typisch weiblich!” -Netzwerke gebildet. So zumindest die Theorie. In der Praxis scheitern viele Frauen schnell an längst etablierten Strukturen. Stichwort: Forderungskatalog. Gesprochen wird mal von 30% Frauenquote (Ursula von der Leyen, CDU), mal sind es 40% (Manuela Schwesig, SPD). Vielleicht kann mir ja mal jemand plausibel erklären, warum die Forderungen sich nie kongruent zur gesamtgesellschaftlichen Zusammensetzung verhalten. Seit wann ist es gerecht, wenn wir – Perspektivwechsel – Männern indirekt 60% bis 70% der Jobs in den Führungsgremien zugestehen? Das hängt wohl damit zusammen, dass bereits bei einem relativ niedrigen Frauenanteil von “Verweiblichung” eines Feldes gesprochen wird. Es geht hier aber nicht um Zahlen. Es geht hier auch nicht darum, einfach mal ein paar Männer durch Frauen zu ersetzen. Die Zahlen sind lediglich Abbild eines Systems, dass sich aus historisch gewachsenen Ungleichheiten speist. Und so offenbart die alleinige Fokussierung auf Quoten, dass es nicht darum geht, die (sexistischen) Strukturen der Arbeitswelt zu hinterfragen oder (teilweise versteckte) Diskriminierungsmechanismen zu bekämpfen. Es werden lediglich Angebote geschaffen, die sich an den existierenden ungerechten Arbeitsmarktstrukturen orientieren. Und das kann uns nicht genug sein. Ich sage deutlich: Die Quote ist ein hilfreiches Instrument, um überhaupt die Chance auf Partizipation von Frauen in der Wirtschaft zu ermöglichen. Deshalb befürworte ich die Quote. Aber sie ist nur der Anfang: Ohne die Umstruktierung der Arbeitswelt wird die Quote auch nur bestimmten Frauen nutzen – jenen, die sich den Gegebenheiten des Arbeitsmarkts anpassen wollen oder können.

Autorin: Magda Albrecht, wurde 1986 geboren und ist im Osten Berlins aufgewachsen. 2003 ging sie zum ersten Mal in die USA und besuchte eine High School in South Carolina. 2006 folgte ein BA-Studium der Nordamerikastudien und Publizistik an der FU Berlin, im Rahmen dessen sie ein Auslandsjahr in den USA (Portland, OR) absolvierte und sich der US-amerikanischen Politik und Soziologie widmete. Zur Zeit studiert Magda an der HU Berlin Amerikanistik. In ihrer Freizeit ist sie professionelle Kaffeetrinkerin und Sängerin bei Totally Stressed, einer ArtRock Band aus Berlin.

Dies ist ein Crosspost von maedchenmannschaft.net.

February 9 2011, 9:55am

Geschenke für den Mann

Die letzte, aber natürlich nicht unwichtigste Gruppe zuletzt: In unserer kleinen Reihe mit Geschenkideen wollen wir heute die schönsten Geschenke für Männer vorstellen. Für technikbegeisterte Väter, sportliche Brüder und musikalische Onkel ist sicher etwas dabei. Natürlich sind alle Geschenke wieder online bestellbar.

Die einzelnen Beschreibungen und Bezugsquellen findet Ihr nach dem Click…

Für Hellseher: Dieser Rahmen macht aus zweidimensionalen Digitalfotos und –filmen ein 3D-Erlebnis. Ohne Brillen oder Folien. Dazu errechnet das auto-stereoskopische TFT-Display zwei Bilder, die einen dreidimensionalen Effekt erzeugen. Zu kaufen bei Proidee. Für Zuhörer:  Dieses formschöne Holzradio  wurde in Indonesien von Singgih Kartono entworfen und in Handarbeit hergestellt. In jedem einzelnen stecken 16 Stunden Handarbeit und das Holz nachwachsender Bäume.  Aus Java direkt in den Online-Shop von Schoener waers wenns schoener waer. Für Rocker: Die Kultmarke Marshall kennt jeder, der einmal auf einem Rockkonzert in der ersten Reihe stand.  Jetzt kann man sich das wahre Rock’n’Roll Gefühl mit diesem formschönen Kopfhörer ins eigene Heim holen – fetten Bass inklusive. Vielfach schon ausverkauft, bei EMP haben wir ihn doch noch gefunden. Für smarte Telefonierer: Freedom of Creation präsentiert uns dieses stilechte iphone-case, das von Gemälden des Künstler Mondrian inspriert wurde. Praktisch: in der raffinierten mehrschichtigen Struktur kann man(n) auch noch seine Kreditkarte sicher unterbringen. Für Standfeste: Wahre Einzelstücke sind diese Buchstützen von Urban Outifitters, die aus recycelten Schallplatten gefertigt werden. So bekommen die alten Vinyls eine neue Aufgabe in Zeiten von MP3 und Co. Für Trittfeste: Dieses hübsche Single-Speed Rad sieht nicht nur gut aus, es ist auch noch streng limitiert, insgesamt gibt es nur 111 Stück.  Auf jeden Fall ein schicker Hingucker mit Sportappeal von Mika Amaro. Für Schlüsselkinder: Endlich ein USB-Key der seinem Namen alle Ehre macht. Dieses ausgesprochen praktische Modell von Lacie ist am Schlüsselbund ein ständiger Begleiter und bei Gravis in verschieden Größen erhältlich. Für Musikliebhaber: Mit diesem tragbaren Lautsprechersystem von JBL  wird das iphone zur Stereoanlage. So kann man auch im Hotelzimmer alle gespeicherten Lieder elegant abspielen. Erhältlich bei Amazon.

December 15 2010, 10:06am

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