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Die Sümpfe der digitalen Kommunikation

„Jedem, der wachen Auges durch das Internet streift, ist die antiintellektuelle Hetze in den Kommentaren vertraut, die sich gegen angeblich Sperriges richtet, gegen kühne Gedanken, gegen Bildung überhaupt. Man lese nur jene höhnischen Nutzerbeiträge, die sich als Wurmfortsatz unter einem typischen Feuilletonartikel finden“, mit diesem Zitat aus dem Zeit-Artikel „Das Netz als Feind. Warum der Intellektuelle im Internet mit Hass verfolgt wird“ von Adam Soboczynski untersuchtKathrin Passig in einem Merkur-Essay die Diskursqualität im Netz und kommt zu einem wenig schmeichelhaften Urteil: „Mir ist kein Ort im deutschsprachigen Internet bekannt, an dem eine konstruktive Kommentarkultur herrscht, und auch befragte Freunde zuckten nur die Schultern. Am ‚Netz als Feind‘ liegt es nicht, denn im englischsprachigen Bereich gibt es Orte, an denen die Kommentare lesenswerter sind als der kommentierte Beitrag“, so Passig. „Sümpfe und Salons“ heißt das Stück… Man könne den Betreibern von Kommentarforen, Communities und anderen Kommunikationsangeboten höchstens mittelgroße Vorwürfe machen. „Die technischen Voraussetzungen für den Meinungsaustausch mit Menschengruppen, die nicht mehr an einen Kneipentisch passen, gibt es noch nicht lange. Außerhalb spezialisierter Nerdkreise hatte niemand länger als zehn bis fünfzehn Jahre Zeit, um Erfahrungen mit der Förderung und Erhaltung konstruktiver Kommunikation in großen Gruppen zu sammeln. Es ist keine Überraschung, dass zentrale technische wie soziale Probleme ungelöst sind“, führt Passig weiter aus. Wie bei Beziehungen gebe es auch bei neuen sozialen Kreisen eine Phase der Frischverliebtheit, in der sich die Teilnehmer von ihrer besten Seite zeigen. „In den ersten Monaten oder Jahren einer Onlinegemeinschaft befinden sich alle Teilnehmer gleichzeitig in diesem Zustand. Später bildet sich eine phasenverschobene Mischung aus Neuzugängen und Alteingesessenen. Wenn Letztere zu stark überwiegen, legen alle die Füße auf den Tisch, der Diskussionsstandard verfällt, und der Mangel an Nachwuchs führt zu geistiger Stagnation. Eine solche Zombiecommunity kann noch lange weiterexistieren, aber sie ist nur noch eine leere Hülle“, erläutert die Merkur-Autorin. Auch Software, Moderatoren-Systeme, soziale Kontrolle, Rankingverfahren oder sonstige Eingriffe und technischen Tricks gegen Kommentarnichtigkeiten helfen wohl nicht weiter. Dabei seien doch gerade soziale Netzwerke ideale Orte für herrschaftsfreie Diskurse im Sinne von Jürgen Habermas. So sieht es jedenfalls Stefan Münker in seinem Elaborat „Emgergenz digitaler Öffentlichkeiten“ (edition unseld). „Das Internet hat das technische Potenzial für eine demokratische, partizipatorische Mediennutzung.“ Mit den neuen Medien ändere sich die Kommunikation. Das Publikum stehe nicht mehr unter dem Diktat „Don’t talk back“, wie es bei den klassischen Medien der Fall sei. Denn die seien per se nicht auf eine Interaktion zwischen Sender und Empfänger ausgerichtet. Es sind eben One-to-many-Medien. Das jeder in sozialen Netzwerken nicht nur Empfänger sondern auch Ich-Sender ist, garantiert allerdings noch keine Konversationskunst wie in den Salons der Renaissance oder des Rokoko. Die Qualität oder Quantität der Kommentare in Foren, Blogs oder Portalen ist allerdings auch noch kein Maßstab für die Gesprächskultur (wie sich Social Web und Salonkultur verbinden können, untersuchen die Künstler Antje Eske Kurd Alsleben). Der Salon galt früher als ein Ort, an dem man ungezwungen miteinander umgehen konnte. Er stellte eine zweckfreie und zwanglose Form dar. Als Vorbild für den Netz-Diskurs könnte das dadaistische Cabaret Voltaire in Zürich dienen. Hier ging es vor allen Dingen um den spielerischen Umgang mit den Fragen des Lebens. Ein Dadaist war zugleich Anti-Dadaist. „Sein liebster Zeitvertreib ist es, Rationalisten in Verwirrung zu stürzen, indem er zwingende Gründe für unvernünftige Theorien erfindet und diese Theorien dann zum Triumph führt“, erläutert mein Lieblingsphilosoph Paul Feyerabend in seinem Buch „Wider den Methodenzwang“. Das einzige, wogegen sich der Dadaist eindeutig und bedingungslos wendet, sind allgemeine Grundsätze, allgemeine Gesetze, allgemeine Ideen wie „die Wahrheit“, „die Vernunft“, „die Gerechtigkeit“, „die Liebe“ und das von ihnen hervorgerufene Verhalten, wenn er auch nicht bestreitet, dass es oft taktisch richtig ist, so zu handeln, als gäbe es derartige Gesetze und als glaube er an sie. Der Dadaist vereint Vernunft und Unvernunft, Sinn und Unsinn, Plan und Zufall – sie gehören als notwendige Teile eines Ganzen zusammen. Denn letztlich ist alles ein Produkt unserer schöpferischen Einbildungskraft und nicht das Ergebnis eines Universums von Tatsachen. Insofern sollte man sich über den allmählichen Verfall von Netz-Gemeinschaften, vom Aufblühen und Verwelken von sozialen Netzwerken überhaupt keine Gedanken machen. Ob Google Plus nun Twitter und/oder Facebook das Leben auspusten wird oder doch alles ganz anders kommt, ist doch völlig egal. Gleiches gilt für saft- und kraftlose Communities. „Manchmal lassen sich verkrustete Probleme nur durch Neugründung einer Alternative lösen, und nirgends ist das Weiterziehen und Neugründen leichter als im Internet, wo die unbesiedelten Kontinente nie zu Ende gehen. Die Konvektionsbewegung zwischen agilen Neugründungen, erstarrten Imperien, Zerfall und Erneuerung gibt es online wie offline, im Internet sind ihre Zyklen nur kürzer als draußen“, stellt Passig fest.

Vielleicht stamme die Frage, wie sich konkret definierte Gemeinschaften dauerhaft erhalten lassen, noch aus Prä-Internetzeiten, und die von Alvin Toffler 1970 angekündigte Adhokratie hält nicht nur im Beruf, sondern auch in unserem Sozialleben Einzug. Es ginge dann nicht darum, herauszufinden, wie sich das Flüchtige besser zementieren lässt. „Wir müssten kompetenter im Umgang mit veränderlichen sozialen Konstellationen werden, anstatt napfschneckengleich an immer denselben Stellen im Netz klebenzubleiben. Der eingangs erwähnte Intellektuelle ist selbst dafür verantwortlich, nicht dort herumzulungern, wo ihm das Niveau der Auseinandersetzung missfällt“, rät Passig. Das „Wenn’s dir hier nicht passt, dann geh doch nach drüben“, das im staatsbürgerschaftlichen und geopolitischen Raum nur sehr begrenzt funktioniert, sei im Netz ein praktikabler Vorschlag. „Und wenn es das gesuchte Drüben nicht gibt, kann man es immer noch gründen“, resümiert Passig.

July 13 2011, 10:00am

Dialog der Kulturen

Am 23.11. startet die in New York Fotografie studierende gebürtige Saudi-Araberin Amira Al Sharif ein wie mir scheint wundervolles Projekt. Sie möchte das Leben junger amerikanischer Frauen dokumentieren und die so entstandenen Fotografien mit Bildern ihrer “Schwestern” aus Jemen, wo sie aufgewachsen ist, kontrastieren. Wie kleiden sie sich, wie sehen ihre Beziehungen zu Familie, Kollegen und “boyfriends” aus. Wo ähneln sie sich und womit unterscheiden sie sich voneinander? Sharif möchte dazu beitragen Vorurteile und Missverständnisse zwischen den Kulturen abzubauen…

October 13 2010, 12:43pm

Holocaust-Gedenken

Die Künstlerin Michaela Melián hat ein virtuelles Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus in München installiert. 300 Tonspuren zu Orten des NS-Terrors in München zwischen 1933 und 1945 werden wie ein Netz mit der Stadt München verknüpft. Sie sind seit Dienstag den 23.09.2010 – auf einer virtuellen Stadtkarte verortet – abrufbar. Die Besucher der Seite können sich eine Trackliste auf ihren MP3-Player herunterladen, um mit dem Kopfhörer auf den Ohren, einen Rundgang durch die Stadt München zu starten. Aber auch ohne einen eigenen Player kann man sich führen lassen. Im Öffentlichen Raum der Stadt München werden Schilder mit Telefonnummern zu finden sein, wo man sich zum Ortstarif die entsprechenden Tonspuren anhören kann.

September 22 2010, 2:46pm

„Töte nicht den Boten“ – Denn das macht ihn berühmt

Schon in der Antike wurden die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft. Im Falle Thilo Sarrazins, das derzeitige enfant terible der politisch-kulturellen Szene, ist das Schafott schon poliert und strammgezogen, die sterile Plane schon ausgelegt, damit der schön polierte Boden auch keinen unansehlichen Spritzer abbekommt, wenn er rollt, der Kopf des Bundesbank-Vorstandes. Ein SPD-Politiker. Auch das noch. Und so ganz nebenbei auch Autor des in Deutschland wahrscheinlich (un)populärsten Sachbuchs: „Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“. Im Angesicht der geschliffenen Klinge spricht Sarrazin inzwischen auch mal von beachtlichem psychischem Druck. Fest steht, dass ihm, dem zähen Sysiphos der politischen Provokation, der Kopf abgeschlagen wird. Ja, Provokateur Sarrazin ist die derzeit nachhaltigste Störfrequenz in unserer korrektsauren Diskurskultur. Da kann sogar der frisch gebackene Bundespräsident Wulff gleich mal mächtig mitmischen und das internationale Ansehen Deutschlands in der aktuellen Diskussion gleich auch noch mit auf die Bühne heben. Denn Schwester Thilo ist im Fetisch-Fummel in unser Integrationskloster gelaufen und hat die Nietenpeitsche knallen lassen. Dass er mit dieser Aktion tatsächlich schwerwiegende Verfehlungen begeht, steht ausser Frage und soll hier nicht entschieden werden. Ist es doch viel interessanter zu beobachten, wie die Hinrichtung des Besessenen arrangiert und exekutiert wird… Da kommt dann auch mal der Islamratsvorsitzende Ali Kizilkaya im „Hamburger Abendblatt“ dringlich zu Wort. Da warnt der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, vor der Mobilisierung Rechtsradikaler durch einen überstürzten Rauswurf aus seinen öffentlichen Ämtern. Vielleicht sollte man das Buch aber doch lieber gleich auf den Index setzen, weil es sich durchaus als neuer Bestseller volksverhetzender Schriften eignet? Wobei, der Mann ist Bundesbanker, kein Literat. Er hat sich, wie es einer akademischen Erziehung entspricht, mit Zahlen und Statistiken auseinandergesetzt, teils konfuse, teils überambitionierte Schlussfolgerungen gezogen und seine eigene Interpretation der dargestellten Realität in einer extrem unbeholfen formulierten Weise niedergekritzelt. „Radikale Lösungsvorschläge“ eben. Es dürfte ihm inzwischen mehr als bewusst sein, dass sein Kopf nach angemessener Besichtigung abgeschlagen wird. Vor der finalen Exekution und der Verbannung aus der Nachrichtenschleife gewährt man ihm einen letzten furiosen Ritt auf seinem Buch über den ausgebreiteten Medienteppich. Unser Thilo, auf das Beste aller Feste auf der Gästeliste eingeladen. Thilo, Thilo, Thesenthilo. Meister des integrationsviralen Marketing. Vielleicht ist unsere Fetisch-Schwester ja so sadistisch veranlagt, dass sie das Schafott billigend in Kauf nimmt. Und wir, wir müssen unserem Monster political correctness natürlich ein Opfer bringen, einen fein zerschnibbelten Sarrazin ohne Kopf.

September 3 2010, 10:03am

Kultur 2.0 – Buch zur st.ART 09

Natürlich bin ich bei diesem Buch nicht objektiv, denn einerseits sind darin Texte von mir zu finden, andererseits handelt es sich bei Kultur 2.0: Neue Web-Strategien für das Kulturmanagement im Zeitalter von Social Media, so der vollständige Titel, um den Tagungsband der letztjährigen stARTconference. Vor allem dieser Hinweis scheint mir wichtig zu sein, denn für mich suggeriert der Titel, dass es sich hier um so etwas wie ein Lehrbuch handelt. Darüber bin ich nicht so ganz glücklich, denn einerseits werden so unter Umständen falsche Erwartungen geweckt, andererseits hätte ich es nicht schlecht gefunden, wenn die stARTconference kurz  vor ihrer zweiten Auflage Anfang September etwas mehr Aufmerksamkeit erfährt. Unabhängig davon: „Kultur 2.0″ ist ein lesenswertes Buch geworden, das man gerne in die Hand nimmt und sich gerne anschaut, weil erstens die Beiträge von den beiden Herausgebern Hans Scheurer und Ralf Spiller schön und stimmig zusammengestellt worden sind und das Buch zweitens von Christof Breidenich ein tolles Layout verpasst bekommen hat. Die Einteilung des Buches (Theorie/Grundlagen, Praxis/Anwendungen und Case Studies) gibt den LeserInnen die Chance, sich in das Thema einzulesen, sich mit den Tools vertraut zu machen und dann zu erfahren, wie sich diese einsetzen lassen. Im Theorieteil wird bei Simon A. Frank aus dem allseits geläufigen User-generated Content eine „User-generated Culture“, die seiner Meinung nach die Voraussetzung für die (oft fehlende) Akzeptanz des Web 2.0 im Kunst- und Kulturbereich darstellt. Dabei sei nicht das neue Medium das Problem, „sondern die vertretene Kunst- und Kulturtheorie, die mit der Internetpraxis als unvereinbar und ‘inkompatibel’ dargestellt wird.“ Das heißt, „(e)in Plädoyer für den Einsatz des Internets muss also bereits bei der Auseinandersetzung mit der Kunst- und Kulturtheorie ansetzen und zeigen, dass diese und die aktuelle Internetpraxis durchaus ‘kompatible’ Konzepte sind.“ (S.21) Indirekt geht Sabria David in ihrem Beitrag „Zur Genese offener Werke: Rotkäppchen 2.0″ auf diese Fragestellung ein, wenn sie feststellt, dass das Internet ein Schriftmedium sei, das nach den Regeln der Mündlichkeit funktioniere. Bezogen auf die Märchen gibt das Internet uns eigentlich etwas zurück, was durch das Buch etwas verloren gegangen ist, das offene Werk. Wenn David am Ende ihres Beitrags eine „neue Poetik offener Werke“ fordert, dann geht es genau um die von Frank geforderte Auseinandersetzung nicht nur auf der Technologieebene, sondern auch auf der der Kunsttheorie. Wenn sich aber Technologie und unser Kunstverständnis verändern (müssen), dann kommt der von Christof Breidenich gestellten Frage „Wie kommen die neuen Medien in die alten Menschen?“ eine entscheidende Bedeutung zu. So unvereinbar Kunst, Kultur und das Web 2.0 zu sein scheinen, Breidenich sieht gerade hier ein gewaltiges Potenzial, „(d)enn sie (Anm. die Kunstinstitutionen) haben eine hohe Kompetenz für ästhetische Inhalte wie Bilder, Musik oder Dramaturgie, die zukünftig eine herausragende Rolle im dynamischen Internet spiulen werden.“ Was heißt das in der Praxis? Kultureinrichtungen müssen sich mit Blogs („Herausforderung Weblog“, Christian Henner-Fehr), Podcasts („Ein ungeheures Kanalsystem“, Christian Holst) und Online-Communities (Online-Communities; Theoretische und praktische Grundlagen für Kulturschaffende“, Anna-Carolin Weber & Tobias Kopka) auskennen und wissen, wie sie diese Tools zum Beispiel im Marketingbereich („Kulturmarketing 2.0″, Karin Janner und „Werbekampagne unter 50 Euro?“, Christian Dingenotto) oder in der PR („Effiziente Kultur-PR in einer vernetzten Welt“, Kerstin Hoffmann) einsetzen können. Wie das dann aussehen kann, das lässt sich anhand der vielen Fallbeispielen nachvollziehen, die in dem gut 300 Seiten dicken Buch zu finden sind. Ob es sich um ein kleines Theater wie das AuGuSTheater handelt oder um ein großes Orchester wie die Duisburger Philharmoniker, ob wir es mit einem großen Museum wie dem Städel-Museum zu tun haben oder der Kronberg-Akademy, in der hochbegabte junge MusikerInnen ausgebildet werden, von ihnen allen kann man viel lernen, denn Patentrezepte gibt es bis jetzt noch nicht. Dementsprechend breit sind auch die Inhalte in diesem Buch gestreut, aber das liegt nicht nur an der Komplexität des Themas, sondern ist eben auch der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um einen Tagungsband handelt. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und weiß heute, was ich letztes Jahr für tolle Vorträge und Workshops verpasst habe, ein Problem, das ich wohl auch dieses Jahr kaum zu lösen imstande sein werde. Bilnachweis:  Karin Janner (CC) Crosspost von Christian Henner-Fehr

August 3 2010, 11:01am

Kino-Preview: Inception

Christopher Nolan (Memento, Insomnia, Batman Begins & The Dark Knight) wird uns wieder mit einem außergewöhnlichen Film ins Kino entführen. Diesmal sind Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe und Michael Caine dabei:

July 9 2010, 12:02pm

Netzpiloten Preferred Blog: USA Erklärt

Fast schon ein Klassiker ist USA Erklärt, immerhin hat das Blog schon gut vier Jahre auf dem Buckel. Und es bleibt trotzdem frisch! Ganz gemäß seines Mottos “Der faktische Hintergrund, freundlich erklärt” betrachtet Scot Stevenson hier kulturelle Unterschiede zwischen USA und Deutschland und erläutert quasi nebenbei amerikanische Redewendungen. Als Amerikaner in Berlin – Stevenson arbeitet als Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und ist mit einer Deutschen verheiratet – kennt er bei Welten bestens und nimmt keine der beiden so richtig ernst. Bei seinen augenzwinkernden Berichten bleibt kein Auge trocken. Aus gegebenem Anlass seien zwei Artikel mit Fußballbezug empfohlen: Flaggenprobleme zur WM, das aufrechte Sternenbanner sowie Die Game Faces der Republikaner. Aber Vorsicht: USA Erklärt ist ein wahres Zeitgrab. Stöbern auf eigene Gefahr.

June 25 2010, 12:52pm

Netzpiloten Preferred Blog: “Geht´s noch…?!”

Eines meiner liebsten Blogs ist „Geht´s noch…?!“ und wird geschrieben von  zwei tollen Kulturjournalistinnen – die eine, Susan Vahabzadeh, ist seit vielen Jahren führende Filmkritikerin, die andere, Christine Dössel, eine der prominentesten Theaterkritiker Deutschlands. Beide arbeiten als Redakteurinnen im Feuilleton der Süddeutschen  Zeitung. Und als hätten sie dort nicht schon genug zu schreiben, nehmen sie uns in ihrem Blog regelmäßig mit auf ihre wirklich lesenswerten Backstage-Erlebnisse hinter die deutschen und internationalen Kulturstätten. Den Damen widerfährt viel Skurriles, Beeindruckendes und manchmal Rührendes von Cannes bis Oberammergau. Kürzlich hat sich Christine in einem langen persönlichen Stück den Frust von der Seele geschrieben, den ihr die Arbeit in der Jury zum Heidelberger Stückemarkt bereitet hat. Das war Blogging at it´s best: tagebuchartig persönlich und gleichzeitig hintergrundreich und leidenschaftlich.

June 10 2010, 10:00am

Peter Kruse – Was ist ein Kulturraum?

Im Nachgang zum ausführlichen Artikel von Martin Lindner Prof. Silberzunge, habe ich einige Inhalte aus den Präsentationen und Texten betrachtet, die von Kruse und seinen Mitarbeitern zugänglich sind. Zentrum der Betrachtung ist der Begriff Kulturraum, den Kruse m. W. nach im nachtstudio des ZDF zum Entzücken von Sascha Lobo einführte und der bei mir den ersten Verdacht erhärtete, dass Kruse seinen Untersuchungsgegenstand noch nicht präzise beschrieben hat. Es gibt eine Powerpoint-Schlacht auf dem whatsnext-blog (das ist ein Institut, das Kruse gründete), die auf 127 slides seine Ideen präsentieren will. Die Präsentation begründet zunächst die Methode in Bezug auf die Fragestellung, warum das Internet die Gesellschaft polarisiert. Ziemlich weit vorn stehen folgende Sätze: Die intuitive Musterbildung Einzelner bildet die Basis; recht aber nicht mehr aus. Dass Individuum liefert nur einen Messpunkt. Die Analyseeinheit ist das Kollektiv. Erst die Analyse der unbewussten Bewertungen vieler Menschen erlaubt die Schätzung von Trends und die Vorhersage von kulturellem Wandel.

Musterbildung ist ein mathematischer Begriff aus dem Bereich der Symmetriebetrachtung. In den Naturwissenschaften (Biologie und Physik) wird er verwendet, um räumliche oder zeitliche Zell- oder Körperstrukturen zu beschreiben. Menschen mit Vorbildung in der Systemtheorie kennen Muster als Überbegriff für Strukturen. Genau dort wird jedoch die zeitliche Komponente von offenen Systemen über die Ebene der Organisation und nicht die der Strukturen beschrieben. Interessant ist die Bestimmung des Einzelnen als Messpunkt. Diese streng positivistische Auffassung des Einzelnen als Element einer Gemeinschaft oder Gesellschaft, das nicht über die Erkenntnisse der sinnliche Wahrnehmung sondern über objektive Messungen betrachtet wird, steht in der Tradition der Experimenatlphysik, die davon ausgeht, dass unsere gesamte Erkenntnis lediglich eine praktische Interpretation von Daten sei. Hier geht dieses Vorhaben noch einen Schritt weiter und erlaubt sich die Vorhersage von Zukunft. Dabei bedient sie sich der Analyse unbewusster Bewertungen. Sigmund Freud hatte noch die Hypnose in den Dienst genommen, um das Unbewusste zu erreichen, da es aus Sicht der Tiefenpsychologie nicht direkt der intellektuellen Analyse zugänglich ist. Kruse hat offenbar das geschafft, was Generationen von Psychologen, Psychiatern und Neurowissenschaftlern nach Freud nicht gelingen will. Auf dieser Basis will er dem kulturellen Wandel zu sehen können. Bei aller wissenschaftstheoretischer Skepsis, ob wir es bei dem vorgelegten Programm Kruses überhaupt mit einem wissenschaftlichen Vorhaben zu tun haben, füge ich folgende persönliche Bemerkung aus eigener praktischen Berufserfahrung ein. Ich habe schon öfter Firmen in Bezug auf das Thema Wissensmanagement beraten. Früher oder später landet man immer bei den Themen Personal- und Organisationentwicklung und dem großen Thema Unternehmenskultur. Nun ist eine Firma deutlich kleiner als eine ganze Gesellschaft, aber dort habe ich aus berufenem Munde gehört und aus selbst erlebt, dass eine Unternehmenskultur sich nicht bemerkbar ändert. Auch dann nicht, wenn neue Geschäftsführer oder Abteilungsleiter einen “neuen Wind” mitbringen. Oft ist es sogar so, dass altgediente Mitarbeiter in den Storytelling-Sitzungen berichten, dass sich eingeschlichene destruktive Pfade über mehrer Geschäftsführer und Restrukturierungsmaßnahmen hinweg erhalten. Was ich damit meine, ist die Beobachtung, dass sich Wandel in großen sozialen Gebilden extrem langsam vollzieht und das auch unter dem Eindruck, dass im äußeren Verhalten einiges geändert wurde. Die innere Einstellung in so einem Kollektiv dabei zu beobachten, wie sie eine Änderung erfährt, halte ich nicht nur angesichts der Methode sondern schlicht aufgrund der nicht vorhandenen Zeitreihenbetrachtungen aus den letzten 20 Jahren für uneinlösbar. Und selbst dann ist es nur ausgesuchten Insidern mit der nötigen Sensibilität möglich, präzise Beobachtungen zu formulieren. Aber aus positivistischer Sicht sind das dann ja Sinneswahrnehmungen von Individuen und keine Daten aus Messungen.

Da helfen Kruse auch keine Querschnitte des Gehirns mit den Zuordnungen einer mentalen Dialektik aus intuitiver, limbischer Emotion und kortikaler, motorischer und sensorischer Informationsverarbeitung. Dieser Verweis auf Hirnforschung, die Funktionen und Areale miteinander in Verbindung bringt, ist ja eine individuelle Kategorie und laut Kruse ist das Individuelle ja nur ein Messpunkt also keine bedeutungstragende Ebene in seinem Vorhaben, den Kulturwandel zu beschreiben. Er behauptet dann in einer Art Pyramide den Aufbau einer kulturellen Wertewelt auf der Basis von limbischen Präferenzen (dem limbischen System ordnet man aktuell Emotionen und Triebverhalten zu), was seinerseits auf Meinungen und Haltungen basieren soll (???). Und die unterste Stufe wäre dann direkt messbares Verhalten. Die Inkonsistenz und die offensichtliche Fehlzuordnung der einzelnen Elemente dieser Pyramide mag der Leser selber bewerten. Er findet das zugehörige Schaubild auf slide 8 der Präsentation. In jedem Proseminar einer gegebenen deutschen Uni würde so ein Schaubild vom Tutor in Stücke gerissen.

Kruse macht dann auf Probleme aufmerksam, die seine Methode bschränken: Das limbische System sei in seiner funktionalen Zuschreibung (Emotion und Trieb) keiner Befragung zugänglich. Dann kommt ein Gemeinplatz der Kategorie “Verstehen basiert auf Kontextinformationen” und zum Schluß schleicht sich der gute Holismus ein, der schon die Systemtheorie zu immer neuen Emergenzblüten treibt: “Kultur ist mehr als die Summe der Einzelbeiträge”. An genau dieser Stelle, wäre es hilfreich, den Kulturbegriff zu beleuchten. Denn Kruse hat den ethnozentristischen Begriff Internet als Kulturraum in das Nachdenken über das Netz eingeführt. Kultur ist im Grunde die absichtsvolle (gestaltende) Einflußnahme des Menschen auf seine Umwelt. Im Wortsinn bedeutet es “Pflege” oder “den Acker bestellen”. Im übertragenen Sinne, kann man Ideen als Samenkörner bezeichnen, die die Menschen sich und der Materie rundherum einpflanzen und als Ergebnis sehen wir dann Werkzeuge, Sprache, Kunst und ganz toll erzogene Kinder. Unter Kulturraum versteht man das Verbreitungsgebiet einer ganz bestimmten Kultur, die zumeist aus religiösen und sprachlichen Einflüssen und lokalen Traditionen besteht. Auch Jeff Jarvis glaubt, dass wir uns im Internet immer mehr aneinander angleichen.

Ich sehe im Internet das Gegenteil eines Kulturraumes. Hier wird die Differenz zwischen Menschen, Kulturräumen und Denkmodellen auf die größtmögliche Spitze getrieben. Das verbindende Element der Kommunikation über Sprache und Schrift täuscht nur Gemeinsamkeit dahingehend vor, dass wir uns gerne mit anderen Menschen verbinden über Bewertungen, Urteile, Ideen und einfach das Mitteilen von Befindlichkeiten. Aber hinter den anthropologischen Fixpunkten wie dem Bilden von Gemeinschaften und dem Festigen dieser Gebilde durch Austausch von Mitteilungen findet eben keine Angleichung der Traditionen statt. Die Sammler exotischer Käfer und die Liebhaber von gebrauchten Unterhosen begegnen sich untereinander und festigen damit eher wacklige individuelle Pesönlichkeitskonstruktionen durch die einfache Erkenntnis, dass es auch andere gibt, die seltsame Ansichten und Vorlieben haben. Kulturräume waren immer das Gegenteil: das vereinheitlichen von vorherrschenden mehrheitsfähigen Ideen und Handlungen.

Bildnachweis: robb

May 25 2010, 10:14am

Tracks & Fields: Für Musiker & Remixer

Myspace ist Standard für die Präsentation einer Band im Netz. Aber wie und wo kann man gemeinsam mit bekannten und unbekannten Musikern Songs machen, remixen, überarbeiten? Bei http://www.tracksandfields.com können Musiker oder Bands einzelne tracks online stellen und remixen (lassen). Zum Start dürfen Remixer im Rahmen eines Contests sogar an Hand an Wolfmother legen!

Dort treffen sich auch Bandmitglieder um ihre verteilt eingespielten Spuren zusammenzuführen. Es gibt sogar einen Online-Sequencer und ein MIDI-Tool für die rein digitalen Musikspuren. Das ganze passiert zum Einen auf der Basis von Samples und Tracks sowie einer Songstruktur oder eben anhand von Menschen, ähnlich einem sozialen Netzwerk, die in Nutzer und Gruppen strukturiert sind. Diese können Sessions starten und loslegen. Diese Musik-Kollaborationsplattform wird heute in Cannes auf der Musikmesse MIDEM vorgestellt.

In der Presseinformation heißt es: Tracks & Fields ist die erste webbasierte Kooperations-, Netzwerk- und Businessplattform, die sich vor allem an professionell arbeitende Musiker und Produzenten richtet. In der virtuellen Produktionswelt von Tracks & Fields können Musiker Sounds in einer öffentlichen Musikdatenbank ablegen, große Audio-Dateien über die Plattform austauschen und ganze Tracks mit Hilfe eines integrierten Sequenzers gemeinsam online von überall auf der Welt mit Musiker-Kollegen bearbeiten. Das Berliner Unternehmen löst mit diesem Ansatz ein Grundproblem der zeitgemäßen Musikproduktion, in der sich Arbeitsprozesse meist noch stärker als in anderen Branchen zeitversetzt und über den gesamten Erdball verteilen.

Mit dem digitalmusician.net ist seit einiger Zeit ein ähnliches Projekt online, das noch nicht den ganz großen Erfolg verbuchen kann. Wünschen wir dem neuen Anbieter mehr Erfolg und vor allem mehr Nutzer. Denn talentierte Musiker gibt es ohne Frage genug. Ob und wie das Web dazu beitragen kann, auch die Instrumentalisten und Live-Musiker näher zusammenzubringen, bleibt eine spannende Frage. Denn bezahlbares, latenzfreies (verzögerung durch umwandeln von analog in digital) Zusammenspielen wird es im Web in absehbarer Zeit kaum geben können. Allein, wer im stillen Kämmerlein sitzt, kämpft bei Equipment unter der 1000€ Grenze nicht selten mit Latenzen. Insofern ist die Idee, das Ganze direkt mit einem Online-Sequencer bzw. einem Online Midi-Tool umzusetzen ganz neckisch. Man nimmt einfach die eingespielten Parts und arrangiert und produziert online. Ob dann auch die großen VST-Flagschiffe oder Pro-Tools-Plugins mit an Bord sind oder sein werden, bleibt abzuwarten.

Zum Schluß das Bonbon für alle Remixer:

 Zum offiziellen Start der Plattform bietet das Major-Label Universal Music mit Wolfmother, Florence & The Machine und Moke drei seiner angesagtesten Indie-Acts für die Remix-Contests auf http://www.tracksandfields.com auf: Von der australischen Stoner-Rock-Band Wolfmother steuert Universal den Song „California Queen“ und die Donner-Groove-Hymne „New Moon Rising“ zur kreativen Veredelung bei. Neben viel Ruhm und Ehre winken den Gewinnern des Wolfmother-Remix-Contests die Einstellung des Sieger-Beitrags auf der offiziellen Myspace-Seite der Band, eine digitale Veröffentlichung der Produktion durch Universal Music sowie eine Gibson SG Special HC E-Gitarre. Die Südlondoner Indie-Pop-Band Florence & The Machine ist mit ihrem Hit „You got the Love“ im Remix-Contest vertreten; ebenso die auch aus England stammende Indie-Rockband Moke mit dem Song „Switch“. Auch für die Gewinner dieser Wettbewerbe sponsert Universal Music weitere Preise. Das Berliner Indie-Elektronik-Label !K7 schickt mit Bomb the Base einen Pionier der Sampling-Musik in einen weiteren Tracks & Fields Remix-Contest zum offiziellen Launch des Portals. Alle weiteren Informationen zu den Remix-Contests und die Teilnahmebedingungen finden sich auf http://www.tracksandfields.com.

Bildnachweis: tracksandfields 

January 21 2010, 11:22am

Really Social Syndication - Digitale Gefühlsduseleien

Das Web entgrenzt so einiges, wenn nicht sogar einfach alles. Unternehmensgrenzen werden aufgeweicht, Hierarchien zugunsten flexibler Netzwerkstrukturen aufgebrochen. Weltweite Kommunikation zwischen Menschen und nicht nur Gatekeepern wird ermöglicht. Es twittert und bloggt wie wild vor sich hin in “The Cloud”. Schöne neue Netzwerkwelt - und mit dem kuscheligen Social Web wird es auch noch ganz dicke freundschaftlich. Buddies, Friends, Kontakte… Connecten, Netzwerken, Poken…. Freundschaftlich? Freunde? Mmhhhh, ich weiß nicht so recht. Mein Konzept von Freundschaft hat sich in den letzten Jahren irgendwie zunächst unmerklich aber rückblickend dann doch radikal verändert. In so manchem Gespräch mit “Web 2.0-Freunden” kommt man da zu ähnlichen Beobachtungen, die da sind: Die “alten” Freunde, die man aufgrund der gemeinsam gedrückten Schulbank, der gemeinsam bewohnten Studentenbude oder dem gemeinsam aufgesuchten Festangestellten-Büro kennengelernt hat, sind andere Freunde als die Web-Freunde, die man meist nur flüchtig kennt, aufgrund eines gemeinsamen Themeninteresses via Twitter, Facebook, Blog und Co. aber binnen ultrakurzer Zeit glaubt besser zu kennen, als den Sandkastenfreund, mit dem man vor 20 Jahren Streiche in der Nachbarschaft gespielt hat. Da treffen Welten aufeinander. Die alten Freunde meckern über das ewige Rum-ge-nerde und Neusprech, das keiner versteht. Die neuen Freunde beschweren sich über die eigenen alten Freunde, dass die ja hängen geblieben und medial total Mainstream sind - um es mal zu überspitzen. Heißt das im Umkehrschluss: Die alten Freunde aus dem analogen RSS (Really Social Syndication)-Stream streichen? Nicht mehr befreundet sein, weil sie thematisch nicht mithalten wollen? Kein Interesse für Twitter und Co. mitbringen? Bzw. heißt das, die neuen Freunde deswegen zu “unfollowen”, eben weil man meist nur eine thematische aber keine “historisch” gewachsenen Gemeinsamkeiten hat? Alte Freunde und neue Freunde sind also zwar irgendwie Freunde, aber gleichzeitig so dermaßen inkompatibel, dass dies tiefgreifende Auswirkungen auf das eigene Gemüt haben kann. Denn: Wie kriegt man beide Welten zusammen? Mit den neuen Freunden gibt es immer was zu Fachsimpeln, man nerdet sich mit 2.0-Themen durch den Tag, den Abend und die Nacht. Twittert sich gegenseitig zu und schlürft ein Bierchen dabei. Coole Nummer. Mit den alten Freunden gibt es, außer der gemeinsamen Vergangenheit, die ja wertvoll genug ist, ohne Zweifel, kaum noch gemeinsame Themen und das umso mehr, je weniger die alten Freunde im Digital gefangen bzw. davon fasziniert sind. Ich schaue kaum noch fern, lese Zeitungsinhalte wenn, dann nur online, und durch vieles Herumreisen und Mobilsein geht auch eine gemeinsame lokale Erlebniswelt mit den alten Freunden nach und nach verloren. Gleichzeitig haben die “Freundschaften 2.0″ genau da das Defizit, wo die über Jahre gewachsenen Freundschaften punkten können. Eben weil sie nicht über Jahre und sehr facettenreich gewachsen sind, sind Freundschaften 2.0 in aller Regel flüchtig, austauschbar und unverbindlich. Eine Zwickmühle irgendwie: Denn das, was einem die Freundschaften 2.0 an thematischer Tiefe geben, fehlt ihnen an gewachsener Vertrautheit. Freunde 2.0 bleiben einem am Ende fremd. Auf der anderen Seite lebt sich die Freundschaftswelt 1.0 thematisch rasant auseinander und rettet sich am Ende nur durch die gemeinsam verbrachte Zeit in der Vergangenheit. Doch man muss sich fragen, wie lange sich die alten Banden über die Zeit retten können und wie viel Energie man umgekehrt in die Freundschaft 2.0 stecken kann, um ihnen etwas mehr Stabilität zu geben. Der Autor endet hier ratlos… Soviel also zu meiner Ende-April-Digitalen-Gefühlsduselei. Es ist niedergeschrieben und steht nun zur allgemeinen Diskussion. Wie geht es euch Digitalos oder Normalos mit alten und neuen, 1.0er und 2.0er Freundschaften? Wo ist der Mittel-, Aus- oder Zukunftsweg? Gibt es den überhaupt? Meinungen sind willkommen! Bildnachweis: User r000pert auf Flickr.com    Verwandte Artikel

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April 29 2009, 4:27pm

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