When you use the internet have you thought just how much energy you’re using? This story may give you some idea of just how much energy the wired world sucks down… (via @mlaaff)
Lifestream » konsum
How Green is your Internet?
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June 22 2011, 10:30am
Gemüse für Europa – aus Sklavenhand
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In Südspanien werden Gemüse und Früchte für ganz Europa angebaut – unter Plastikplanen, die ganze Landstriche zudecken, und mit der Hilfe von ArbeitsmigrantInnen, die gnadenlos ausgebeutet werden. Sie sind Europas Sklaven des 21. Jahrhunderts. Und Europas KonsumentInnen tragen dafür Mitverantwortung. – Eine Anklage.
Auf mehr als 35’000 Hektar werden in Südspanien, insbesondere in der Provinz Almería, Gemüse und Früchte für den Export nach dem Kerneuropa produziert. Hauptsächlich im Winter beliefert die Region Europas Läden und Supermärkte mit günstigem und frischem Gemüse. Die ganze Anbaufläche ist mit Plastik- und teils mit Glasdächern überspannt und wird deshalb auch als der Wintergarten Europas bezeichnet oder – weniger beschönigend – als Mar del Plástico, das Plastikmeer. Die Gegend zwischen Almería und El Ejido gilt als das weltweit grösste Anbaugebiet unter Folie.
▲ Plastikmeer in der Ebene von El Ejido, von einem Hügel aus betrachtet … (Foto von ANE, CC-Lizenz) … und aus dem Weltraum (Satellitenbild Google) ▼
Was heute einer Plastikwüste gleicht, war vor dem Anbauboom ein unfruchtbares und steiniges, aber von Natur her wüstenähnliches Gebiet, da es in der Region kaum regnet. Der Anbau von Gemüse und Früchten wurde erst möglich, als man unter der Erde ein System von Flüssen und Grundwasserseen entdeckte, die von der nahegelegenen Sierra Nevada gespeist werden. In den 1960er Jahren setzte ein agro-industrieller Aufschwung ein, der viele Einheimische reich machte, ganze Landstriche mit Plastik überzog und auf schlecht bezahlte Arbeitsmigranten angewiesen war. Denn nur so waren die Preise auf dem europäischen Markt konkurrenzfähig. Inzwischen werden insgesamt um die drei Millionen Tonnen Gemüse und Früchte pro Jahr – Tomaten, Paprika, Zucchini, aber auch Chinakohl, Brokkoli und Kopfsalat sowie Melonen – an die Supermärkte hauptsächlich in Deutschland und Holland, aber auch in der Schweiz und anderen westeuropäischen Ländern geliefert und dabei ein Umsatz von um die zwei Milliarden Euro erzielt. Ökologischer Wahnsinn Diese Art von Landwirtschaft hinterlässt natürlich nicht nur ästhetisch, sondern auch ökologisch tiefe Spuren. Die Verlierer sind zunächst die Böden und das Grundwasser. Beides ist durch den hemmungslosen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – im Durchschnitt sind es 40 kg pro Hektar – hochgradig vergiftet, die Böden sind zudem durch die einseitige Nutzung so ausgelaugt, dass grosse Mengen an Kunstdünger eingesetzt werden müssen, um die Erträge zu erzielen. Der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch, werden doch beispielsweise für den Anbau von Tomaten unter Plastik pro Jahr und Hektar 6’370’000 Liter Wasser verbraucht. Umgerechnet auf das ganze Anbaugebiet von 35’000 Hektare entpricht das einer Menge von 222,95 Milliarden Litern.1 Unmenschliche Arbeits- und Lebensbedingungen Die VerliererInnen sind aber auch die LandarbeiterInnen, insbesondere die ArbeitsmigrantInnen aus Marokko und Westafrika, die zu einem guten Teil keine Aufenthaltsgenemigung haben und deshalb von ihren Patrons nach Strich und Faden ausgebeutet werden. Die meisten sind ohne Vertrag angestellt und können je nach Bedarf und ohne Komplikationen für die Patrons jederzeit wieder entlassen werden. Im Krankheitsfalle werden sie einfach ersetzt. Dabei verdienen sie einen Lohn – zwischen 20 und 35 Euro pro Tag –, der schäbiger nicht sein könnte. In den Städten und Dörfern sind die ArbeitsmigrantInnen verhasst und werden rassistisch verfolgt.2 Sie müssen sich deshalb in oder neben den Treibhäusern ein dürftiges Dach über dem Kopf suchen oder gar selbst aus Verpackungsmaterialien und Plastik eine Hütte zusammenzimmern.3 Viele sind im Verlauf der letzten Jahre und Jahrzehnte wegen der Allgegenwart von Perstiziden krank geworden, manche von ihnen gestorben. Es besteht kein Zweifel: Hier herrscht ein Regime der modernen Sklaverei – und ganz Europa profitiert davon, die KonsumentInnen, weil sie in ihren Supermärkten über das ganze Jahr, insbesondere im Winter, frisches und billiges Gemüse haben wollen. Aber auch viele Einheimische in den südspanischen Anbaugebieten, denn die Gestehungskosten der Produkte, die ja industriell, also grossflächig angebaut werden, sind nur dank der papierlosen ArbeitsmigrantInnen unverhältnismässig tief. Die Bewässerung und der Unterhalt der Treibhäuser sind recht teuer. Der Preis der Produkte im Laden übersteigt indessen die Produktionskosten um das Siebenfache. Die EinwohnerInnen von El Ejido – wo es im Jahr 2000 zu Pogromen gegen Marrokaner kam – haben denn auch das grösste Pro-Kopf-Einkommen in Spanien.4 Europäische Scheinheiligkeit gegenüber MigrantInnen Hier, in El Ejido, zeigt sich exemplarisch die Schizophrenie – oder ist es Scheinheiligkeit? –, wie sie in ganz Europa gegenüber MigrantInnen herrscht: Einerseits grenzt man sie unerbittlich aus, drängt sie in die Illegalität – oder gar in den Tod, und gleichzeitig profitiert man von ihnen ebenso gnadenlos als billige Arbeitskräfte – nicht nur in Südspanien, auch in Kerneuropa, auch in der Schweiz. Sie sind das Schmiermittel im brummenden Wirtschaftsmotor, die unterste soziale Schicht, die für wenig Geld die niedrigsten, ungeliebtesten Arbeiten verrichtet. Je mehr man sie ausgrenzt, um so billiger sind sie zu haben. Sie sind Europas Sklaven des 21. Jahrhunderts.
Anmerkungen: Quelle für die Zahlen: https://we.riseup.net/tsolife+skillsurfers/artikel-almeria 2 Siehe „El Ejido – Ein Jahr nach dem Pogrom“ 3 Ein eindrücklicher kurzer Film in Englisch über die Lebensbedingungen ist auf der Webseite des britischen Guardian zu sehen:http://www.guardian.co.uk/business/2011/feb/07/spain-salad-growers-slaves-charities 4 Siehe dazu „Billige Vitamine“ auf dradio.de
Eine der wenigen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für die MigrantInnen einsetzen, unter anderem eben in Südspanien, ist das Europäische BürgerInnenforum (EBF). Mit handfester Unterstützung – z.B mit internationalen BeobachterInnen in El Ejido oder mit dem Aufbau von Anlauf- und Beratungsstellen vor Ort – leben die AktivistInnen von EBF Solidarität, wo andere wegschauen.
Crosspost von walbei
April 20 2011, 10:30am
Und wo lassen Sie denken?
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Das Erschreckende an diesen Diensten ist die Tatsache, das Zehntausende sich auf diese Weise gerne “beraten” lassen. In etwa so neutral, wie die professionellen Beratungen zu Finanzprodukten in der Bankenwelt. Sicher. Sauber. Günstig.
July 7 2010, 11:00am
Palmöl: Greenpeace vs. Nestlé
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Da waren sie wieder meine drei Probleme: Konsum, Aufklärung, Kommunikation (KAK). Was war passiert? Nestlé hatte beobachtet, wie Greenpeace andere Großkonzerne (Unilever oder Kraft) wegen Palmöl an den Pranger stellte wegen deren lascher Einkaufspolitik in Bezug auf Palmöl. Beide haben reagiert. Denn die letzten Regenwaldreste in Indonesien werden aktuell von einem Konzern namens Sinar Mas gerodet, um dort Palmölplantagen für den unstillbaren westlichen Hunger danach zu stillen (Biodiesel, Spülmittel, Seifen, Süßigkeiten etc.). Und das dort mitnichten mit lokal verantwortlichen, nachhaltigen und biologisch wertvollen Bandagen gearbeitet wird, haben einige von uns schon in dem einen oder anderen Bericht im TV gesehen. Was ist also anders im neuen Fall?
Im vorliegenden Aufreger, wird der Schweizer Nahrungsmittelriese per vimeo- und youtube-video auf eine perfide Art zum Mörder von Orang-Utans gestempelt. Das perfide daran: Es wird mit klassischen topoi gearbeitet. Kleine unschuldige Waldwesen werden von kleinen unschuldigen Schokoladenriegeln entbeint. Man könnte nun denken, dass sich daran nur diejenigen stören, die dieses Videos zu Gesicht bekommen – also die bereits Bekehrten. Das sind bei den Greenpeace-Videos selten viele Zuschauer. Denn wir als aufgeklärte und vollkommen reinrassige Intelligenzbestien wissen doch schon längst, dass ein großer Teil unseres Wohlstandes auf den Schultern der Natur, armer Leute im Weit-weit-weg-Land bzw. im sweatshop um die Ecke basiert. Aber der Schokoriegel hat eine Fanpage bei Facebook. Und dort wird ein wenig Stunk gemacht, was den Nestlé-Leuten nun gar nicht schmeckt. Man möchte eine Stellungnahme. Denn auf der eignen Produkt-Fanpage darf man nicht hinweisen auf so ein tendenzielles Schundvideo, das Erholungspausen-Assoziationen mit abgetrennten Affenfingern konnotieren will. Also versucht man einen Stop der Verbreitung des Videos zu erwirken. UND genau an dieser Stelle kommt das Web ins Spiel: denn mit dem aufgeklärten Reflex, dass alles, was verboten ist, die Freiheit und das Wohlergehen des Menschen stört, stürzen sich die netizens auf den vermeintlichen Videoverbieter. Dadurch wurde die Verbreitung des Video in unvorstellbare Höhen katapultiert. Leute, die es sonst nie gesehen hätten, erfuhren, das ein böser Konzern ein aufrüttelndes Video über seine unverantwortliche Einkaufspolitik (mit dem geringsten Einsatz den maximalen Gewinn erzielen) verbieten wollte bzw. dessen Verbreitung behindern. Es existiert auch noch eine zweite Version, die nun mit Nestlés Presseveröffentlichung im Nacken entstand, dass man zukünftig nur noch Palmöl aus seriösen Quellen kaufen würde erarbeitet wurde.
Das Greenpeace seinerseits mit dem geringsten Aufwand einen maximalen Bekanntheitsgrad erreichen wollte, nennt man campaigning. Das Nestlé mit billigen Rohstoffen mehr Gewinn erzielen kann (Palmöl aus nachhaltigen Quellen ist selten und teuer) nennt man das Wirtschaftlichkeits- oder Minimalprinzip. Beide Organisationen nutzen also bei der Durchsetzung ihrer Zielvorgaben mit denselben Mitteln. Bei den Einen ist das verwerflich und bei den anderen ist es eine gute Sache. In der Kommunikationswelt wurde lange über das Video, den Einsatz des Social Web (Facebook) und die reale Krisenkommunikation von Nestlé diskutiert. Wer die vielen Fälle studiert hat, die Greenpeace angeprangert hat, der könnte wissen, wie man sinnvoll mit diesen selten haltlosen Vorwürfen umzugehen hat. Denn kritischer Konsum kann viele Probleme dieser aus den Fugen geratenen Welt in harmonische Bahnen lenken. Ich befürchte nur, dass es bei den Konsumenten nicht ankommt. Der allergrößte Teil der bösen Terroristen, hemdsärmeligen Weltverbesserer, fanatischen Fundamentalisten und brutalen Schläger kommt aus einer Welt des Mangels. Zumeist liegt das daran, dass deren Eltern Probleme hatten zu geben: Zuneigung, Nahrung, Gemeinschaftsgefühl, In-der-Welt-willkommen-sein…
Wenn diese Leute nun von diversen Organisationen lernen, dass man mit minimalem Einsatz maximale Aufmerksamkeit bekommt, dann greifen sie zu Mitteln wie Amoklauf, Terror, Gewalt. Denn die Täter erhalten immer mehr Aufmerksamkeit als die Opfer. Insofern ist das Video von Greenpeace eine zulässige Wahl der Waffen, indem die unsichtbaren Opfer unseres Konsums gezeigt werden. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, weiterhin auf dem Wirtschaftlichkeitsprinzip ein Gesellschaftssystem aufzubauen. Denn die Folgen sind vielfältig. Und der Fokus auf Teilaspekte der menschlichen Existenz wie Konsum oder Religion gebärt eine Krankheit, die man im Rahmen der Arbeitsteilung erst in den letzten Jahren als Pferdefuß der seriellen Produktion erkannte: Wenn man Experte in einem Gebiet ist, wird man in demselben Maße wie die Expertise dort zunimmt zum Pflegefall in allen anderen Wissensgebieten. der Blick für das Ganze in dabei nur wieder der vermeintliche Rückschritt, indem man in Theorien wie der Systemtheorie oder dem Konstruktivismus versucht, eine aufgeklärte Form der monolithischen Einheitstheorie zu postulieren. Der Lumannsche Dreischritt aus Informationswahl, Kommunikationsangebot und Verständnis (interne Verarbeitung) basiert nur wieder auf dem dummen Mißverständins von Descartes “cogito ergo sum“, dass wir in einem Dualismus aus Innen- und Außenwelt gefangen sind. Diese uralte Theorie, die auch den buchbesitzenden Religionen als Gott-Mensch-Dualismus innewohnt ist Ursache und Lösung des Problems Minimalprinzip.
Wir sind nicht geteilt in Leib und Seele oder in äußere Wahrnehmung und innere Verarbeitung. Die Begriffe, die wir uns von der Welt machen umfassen nur Einzelaspekte. Wenn wir diese Teile der Lebenswelt als Begriffe analytisch abstrakt getrennt haben, um sie anderen mitzuteilen, dann werden sie zu eigenständigen Botschaftern für einzelne Teile unserer Lebenswelt. Wer glaubt, dass sie auch Teil des Seienden sind, der verkennt, dass wir Begriffe wie Äpfel, Affen, Mehl, Büsche, Wasser und Symmetrie nie in einen Topf tun dürfen. Symmetrie ist Teil eines abstrakten Gedankens, der auf die Lebenswelt angewandt wird. Symmetrie kommt nicht aus derselben Kategorie wie Äpfel, Affe, Mehl und Wasser. Es ist ein synthetischer Begriff, der auf Ideen von der Welt beruht. Ideen kann man viele haben. “Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen”, erklärte einst ein Bundeskanzler unter dem die Verschuldung des Staates erstmals atemberaubende Ausmaße annahm. Es ist genau andersherum richtig. Wir brauchen Visionen, um das Minimalprinzip aus der Gedankenwelt der Ideen mit dem uns unbekannten Lebensprinzip auf dieser Welt in Einklang zu bringen. Mit so einer Vision hat sich bisher noch keine Ideenschmiede bekleckert. Das mag vor allem daran liegen, dass wichtige Gedanken selten geschrien werden. Es kann auch daran liegen, dass die 7 Milliarden für die Protonenschießanlage nahe Genf der lebenden Menschheit fehlen beim Bewältigen 200 wichtigeren Probleme. Eines davon ist die mangelhafte Vereinbarkeit des Minimalprinzips der Wirtschaft mit der Biosphäre, die wir Natur nennen. Und ich glaube auch nicht, dass die anderen 7 Milliarden für die Raumfahrtprogramme da besser helfen. Aber für viele Menschen ist einfacher vorstellbar, 7 Milliarden und Hunderte Physiker zu bezahlen, um die Idee der Zukunft mit Leben zu füllen, als heute auf einen Teil der Gewohnheiten zu verzichten. Wie sollte Mangel Teil der Zukunft werden. Das hatten wir in der Kindheit. Da sind sich fast alle einig, dass sie in der Kindheit zu kurz kamen. Das will man als Erwachsener ausgleichen mit mehr Fahrten nach Kitzbühel, zum Fitness und zum Lieblings-Italiener. Dort wird übrigens auch überall Palmöl verbraucht.
Bildnachweis: mzacha
March 31 2010, 10:00am
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