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Wie PR Social Media zerstört…

Es gibt nicht nur in Deutschland viele PR-Berater und PR-Experten, die mit dem Thema Social Media Umsätze generieren, die sie vorher nie hatten. Aber viel mehr Agenturen versuchen mehr oder weniger erfolgreich die wegbrechenden Umsätze seit dem Siegeszug des Web durch das Thema Web 2.0 und Social Media aufzufangen. Brian Carter hat nun zu diesem Thema einen bemerkenswerten Beitrag ins Netz gestellt.
Er vertritt darin die These, dass PR-Menschen nicht selten den Bereich Social Media in einer Weise “verschmutzen”, der weder den alltäglichen Nutzern noch den engagiert professionellen Arbeitern nutzt. Denn sie verwirren sowohl diejenigen, die Social Media und Soziale Netzwerke einfach so nutzen als auch die Menschen, die dafür zu zahlen bereit sind.
Er nennt sie “Ignorant Opportunists” und charakterisiert sie mit den folgenden Eigenschaften: Kein Hintergrundwissen in Marktforschung und Marketing (was ich für nicht so tragend halte), keine Erfahrung in Social Media vor 2008 (was wirklich ein wichtiger Punkt ist), der sinkende Umsatz hat sie zum Thema Social Media getrieben (ja, da kenne ich eine Menge), sie favorisieren twitter vor allem anderen (twitter ist ja auch toll, oder) und, was wahrscheinlich der größte Fehler ist: Sie glauben, dass alle Social Media Aktivitäten unter den PR-Hut gehören. Vor allem der letzte Punkt läßt erkennen, dass ihnen die Begriff HR, Organisationsentwicklung und Unternehmenskultur völlig abgehen. Dass die PR-Umsätze gefallen sind, dürften viele gemerkt haben (Quelle 1, 2, 3). Brian Carter geht von den harten Fakten aus und den Diskussionen rund um ROI bei PR-Maßnahmen, im speziellen bei Social Media. Er vergleicht die Kompetenz von arbeitslosen Immobilienmaklern und die der PR-Berater für den Komplex rund um Social Media und kann kaum erkennen, dass PR-Menschen besser vorbereitet wären für den Dialog mit den Webnutzern. Er wirft allerdings ein, dass Makler immer mit den Interessenten reden. PR-Menschen wären aber klassischerweise Leute, die nur Informationen gesendet hätten. Presseinformationen wurden und werden nicht selten wie Brandbomben über den Redaktionen abgeworfen und man hofft, dass wenig Blindgänger darunter sind. Dialog mit den Journalisten hat es selten gegeben und wenn dann nur, um nachzufragen, ob denn auch die Informationen angekommen seien und ob man ein Belegexemplar haben können… Aus meiner Sicht ist exakt dieser Punkt essenziell für das Verständnis von Brian Carter. Er rekurriert seltsamerweise sehr auf die Marktforschung als bestes Mittel, um den Nutzern und Kunden zuzuhören: Personalisierung und Optimierung der Botschaft sind seine heiligen Grale. Das mag aus seiner Sicht stimmen. So ganz bin nicht bei ihm. Denn erkennbar ist, dass PR ganz klassisch praktisch nie auf Dialog angelegt war. Ich erninnere mich noch gut an die zarten Hinweise auf dialogorientierte Kommunikation Ende der Neunziger Jahre, die in der Branche selten bis gar nicht aufgenommen wurde, obwohl Zerfaß und Bentele 1996 zu exakt diesem Thema ein tolles Buch geschrieben hatten. Die heutigen Social Media Berater wissen oft gar nicht, dass so etwas existiert. Diejenigen, die schon so lange in der Branche sind, dass sie es wissen könnten, haben durch das sogenannte PR-Boradcasting in den letzten 20 Jahren soviel Geld verdient, dass sie einfach zu jedem neuen Kunden eine schnuckelige Diplom-Blondine mit hohen Absätzen und kurzen Hauptsätzen beiordnen, die entweder den Kunden becirct oder mit dessen Marketing-Managerin über die besten Einkaufsmöglichkeiten für Prada-Taschen schnattern. Der Rest ist derselbe Schmu wie schon 1994: Produktvorstellung. Geschäftsführerzitat. Firmenprofil. E-Mail-Verteiler. Distribution und alle paar Monate eine Redaktionstour um ein “passendes Anzeigenumfeld” zu erschaffen. Achja, ich hatte die Anwenderberichte vergessen, die in den Fachmagazinen der dritten und vierten Reihe im Handelsblatt-Verlag erscheinen. Das sind die Magazine, wo die Objektleiterinnen über die gesamte Redaktionsmannschaft herrschen, die nur aus einem prekären Redaktionsleiter und sechs freien Autoren besteht, die nebenbei noch für PR-Agenturen tätig sind. Wo an dieser Stelle besteht Kompetenz für den Austausch auf Augenhöhe? Warum sollten ausgerechnet diese PR-Expertern verstehen, dass man eine Facebook-Seite nicht einfach mit Pressemitteilungen und Roadshow-Daten vollmüllt? Leider sind exakt diese PR-Experten es, die auf Panels von Zuhören reden, wenn es um Social Media geht. Wann hatte jemals eine der vielen PR-Ausbildungsstätten die das FAZ-Institut (sic) oder die seltsamen anderen PR-Akademiegewächse auch nur ansatzweise erklärt, was Zuhören überhaupt bedeutet? Demgegenüber setzt Carter die Digital Marketeers, die eine enorme Erfahrung darin haben sollten, da sie ja schon immer via Google AdWords und Blogkommentaren am Puls der Zeit wären. Ähem. Denn genauso wie PR immer nur Presseinformationen, Anwenderberichte und phrasendreschende Geschäftsführer gepushed hatte, haben die Marketeers nichts anderes getan, als den Statistiken aufs Maul zu schauen und zu hoffen, dass sie die Wirklichkeit derart abbilden, dass man seine Botschaften in ein bestehendes Bedürfnis hineinschiebt wie den Braten ins heiße Rohr. Beides hat wenig mit dem Begriff SOZIAL (gegenseitig) zu tun. Insofern wäre es gut zu verstehen, dass Social Media nicht einfach ein weiterer Kanal ist, in dem man mit oder ohne Zuhören, mit oder ohne Statistiken Firmeninformationen hineinschiebt in der Hoffnung, dass nach 20 Minuten bei 200° schicker Ertrag mit knuspriger Krume herauskommt.

April 6 2011, 10:10am

10 Fehler im B2B Online-Marketing

Auch und gerade bei der Kommunikation via Social Media geht manchmal einiges schief; Konzeption, Personal oder Realisierung können aus dem Ruder laufen… Flop 10: B2B Social-Media-Marketing View more presentations from Jens Stolze

March 30 2011, 11:00am

Präsentation: Social Media Tools

Der Eine oder die Andere möchte gern Social Medie gezielt einsetzen, um PR, Kommunikation oder einfach mal Dampf abzulassen. Claudia Becker hat eine Vorlesung gehalten und stellt die gängigen Tools anhand von Beispielen vor:

Update: Vorlesung BAW – Social Media Tools View more presentations from Claudia Becker

March 25 2011, 10:00am

Video: Brian Solis on Social Currency

Brian Solis ist derjenigen, dessen Ideen und Konzepte in 9 von 10 PR-Agenturen in kleine Häppchen zerlegt werden, um sie den Kunden für einen Tagessatz von 1200 EUR wiederzukäuen. Man kann ihn aber auch selber lesen, seine Bücher sind recht lesenswert, oder man hört ihm einfach mal zu:

March 11 2011, 10:35am

Die öffentliche Sphäre

Seit jeher machen sich viele Theorien und Modelle über gesellschaftliches Zusammenleben über den Begriff der Öffentlichkeit her. In vielen Fällen begehen sie entweder den Fehler, das Ganze zu fokussieren in Begriffen wie System o.ä. Aber auch die andere Seite, das Individuum wird allzu gern zum Primat der Überlegungen gemacht. Auf der funktionalen Ebene werden in einem ebenso einseitigen Vorgang Prozesse immer wieder als statische Zustände betrachtet. Sodass oft eine der beiden Seiten (Ganzes oder Individuum) in einem bestimmten Zustand beschrieben wird, um Gesellschaft zu erklären bzw. zu deuten… Betrachtet man die Willensphilosophie von Habermas (er gründet die Demokratie auf den Willen des Einzelnen, der seine personale Autorität in eine rationale überführt), die oft beim Begriff der Öffentlichkeit angeführt wird, ergibt sich in einer reduzierten Zusammenfassung folgende Deutung: Das in sich gleichberechtigte Bildungsbürgertum hat aus dem ästhetischen Diskurs der Cafehäuser früherer Zeiten die Macht des Arguments zum Primat erhoben. Diese Gesprächskultur sieht er naheliegenderweise nicht realisiert im Umgang der Obrigkeiten des Staates mit den Bürgern. Unter dem Begriff “öffentlich” fasst Habermas jene Sachverhalte zusammen, die alle Mitglieder der Gesellschaft angehen und daher gesellschaftlich zu regeln sind (rationale Autorität). Im Gegensatz dazu sieht er denprivaten Bereich der individuellen Willkür unterworfen, die dem staatlichen bzw. gesellschaftlichen Zugriff entzogen ist. Wir kennen diese Willkür aus der Ohnmacht vieler Polizisten bei häuslicher Gewalt, die erst dann eingreifen (dürfen) wenn es oft zu spät ist. Das klingt einleuchtend. Probleme gibt es hier aber von mehreren Seiten. Alle Menschen, denen der sachliche argumentative Vortrag der Argumente nicht gelingt, sind von diesem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen. Auch die illegalen Einwanderer in den reichen Nationen sind außen vor. Der Primat der Ratio hat sein Herkunft aus einer besonderen Betonung des Menschlichen gegenüber den Tieren. In den frühen Bestimmung des Menschen wurde anthropozentristisch der Mensch emporgehoben aus der Schöpfung qua Verstand und Vernunft (ratio). Seit dem 16. Jahrhundert hat man den Rationalisten als denjenigen verstanden, der dem Denken einen höheren Wert beimisst als den Erfahrungen. Dieser Wettstreit zwischen Kognition und Empirie ist allerdings obsolet geworden, sodass eine reine Zentrierung auf den Willen und die Ratio beim Nachdenken über Öffentlichkeit überholt wirkt und es tatsächlich ist. Denn nicht allein durch französische Autoren wie Levi-Strauss, die über das wilde Denken gearbeitet haben, ist uns klar, dass es eine integrale Ebene gibt, die bei den Bewahrern des Ganzen gegenüber dem Individuellen gern auf Modelle wie Holismus und Ganzheiten begründet wird. Ordnung ist hier nicht die Folge von Abstraktion und Kausalität und sondern von Kombinatorik und Assoziation. Wenn wir aktuelle Gegebenheiten betrachten, in denen oft die Kombination von schneller Kommunikation, umfassender Information und mutiger Teilnahme zu einer Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen beitragen, dann finden wir hier ganz oft vordergründig den Habermaschen Aufstand der Menschen gegen die Obrigkeit. Aber der Gedanke, das Cafehaus einfach ins Web zu verlegen und dort die Öffentlichkeit zu verorten, übersieht das irrationale an solchen Nachweisen echter Öffentlichkeit: Der Rausch wie ihn Elias in seinen Memoiren beschrieb bei den Krawallen auf den Wiener Straßen. Diese Öffentlichkeit ist nicht strukturiert in Identitätsmanagement und Beziehungsverwaltung via facebook und Informationsmanagement via Google. Es ist viel eher ein magischer Zustand, der verschüttete aber virulente Überzeugungen assoziiert mit Informationen aus Digitalien und die vor allem aufgrund der Masse an gleichzeitigen Konsumenten derselben Inhalte eine kaskadenartige Handlung auslösen können. Im Gegensatz dazu sind die koordinierten Massenkunstphänomene, um gemeinsam bei youtube in einem Video zu erscheinen. Diese Flashmobs sind nur scheinbar spontan. Eigentlich erfüllen sie jedoch alle Kriterien einer gemeinsamen koordinierten rationalen Absicht, Aufmerksamkeit zu erhalten. Das aber ist keine Öffentlichkeit, die die Interessen einer Gesellschaft als Staat wahrnimmt. Es ist einfach ein Kundtun eines rationalen Willens zur Gestaltung des öffentlichen Lebens in Bahnhöfen etc. Denn Hakim Beys Idee war ja die Gewaltfreiheit in der temporären autonomen Zone. Öffentlichkeit als bewusste Entscheidung zur gemeinsamen Verantwortung als Staat. Das absolutistische Erbe der Öffentlichkeit in Gestalt der Öffentlichen Meinung hat hier schon den Atem des Rationalismus inhaliert und tut nichts anderes als Idee der Vernunft zu perpetuieren: Erfolg und Verständigung sind hierbei die Motive des Einsatzes der Rationalität. Alles Nicht-Rationale hat insofern auch keinen Anteil und Platz an Erfolg und Verständigung. Damit wird vieles Zwischenmenschliche abgewertet. Dieser Handlungszwang, der dem bürgerlichen Denken innewohnt kommt nicht zuletzt aus der Sorge um den eigenen Haushalt. Lyotard bewertet denn auch die an der Sprechakttheorie geschulte Idee der Kommunikation bei Habermas als aggressiver Zwang zum Konsens. Denn jeder Bürger muss ja in letzter Konsequenz seinen Haushalt schützen, um überhaupt an der freien Kommunikation in der Öffentlichkeit teilnehmen zu können (als antikes Erbe der Idee des Privaten). Das Web jedoch ermöglicht nur den Gebildeten, den Strombesitzenden, den Schreiben und den Reflektierten einen Zugang zum Öffentlichen Diskurs. Hatten Radio, Presse und Fernseher noch einen asymmetrische Verlautbarungsfunktion ohne jeglichen kommunikativen Aspekt (abgesehen von asynchronen Wegen wie dem Leserbrief), ist die öffentliche Ausspreche nun via Web überhaupt erst möglich. Aber es ist noch immer keine öffentliche Sphäre entstanden, die der agora vergleichbar wäre oder sogar darüber hinaus erweitert sei.

January 27 2011, 11:07am

Studie: Global Social Media Checkup

Wie nutzen Firmen weltweit twitter, facebook und Co. – also Soziale Netzwerke und Social Media? Eine Studie von Burson-Marsteller liefert Einsichten und Aussichten. In der Präsentation gibt es einen Überblick über die Ergebnisse…

November 15 2010, 9:58am

Studie: Social Media Governance 2010

“Wie Unternehmen, Staat und NGOs die Herausforderungen transparenter Kommunikation im Internet steuern” ist die Studie von Ansgar Zerfaß und Stephan Fink untertitelt. Sie soll einen Einblick geben in den aktuellen Stand der Verbreitung, Bewertung und Nutzung von Social Media in Firmen und Non-Profit-Organisationen. In dem Gemeinschaftsprojekt wurden 1007 Fragebögen ausgewertet von Mitarbeitern der Universität Leipzig, des Magazins Pressesprecher sowie der Fink & Fuchs PR AG.

Vorab sind einige Ergebnisse bemerkenswert: 54 Prozent aller befragten Organisationen nutzen im Moment Social Media für Kommunikationsaufgaben. Allerdings ist die Hälfte (26,2 Prozent) seit weniger als zwölf Monaten aktiv, weitere 22,1 Prozent seit über einem Jahr und nur eine Minderheit von sechs Prozent verfügt über mehr als drei Jahre Praxis. Das ist nicht nur ein Trend. Es zeigt, dass die Sättigung im Umgang mit Social Media schneller stattfinden wird, als viele Auguren noch vor einem Jahr prophezeiten. Die Frage ist, ob es einen klaren Mehrwert gegenüber E-Mail, Foren und Projektplattformen im Intranet gibt oder das Ganze nur ein Experimentierfeld ist, von dem sich die Hälfte nach ein paar Monaten wieder abwendet…

Tools: Die Tools mit der größten Verbreitung sind Videosharing, Microblogging und Blogs. Bei den Social Networks, die bei den Studienautoren Communities heißen (?), liegen acebook, Xing sowie eigene Social Networks im Intra- und Extranet vorne. Die populärsten Anwendungen in PR-Abteilungen sind Facebook-Profile/-Seiten und Twitter-Kanäle. Corporate Blogs und Social Media Newsrooms sind dagegen bislang eine Randerscheinung. Zumindest das Erste liegt an dem enormen Aufwand und den noch immer vielstufigen Freigabprozessen in den Unternehmen, die jede Aktualität im Keim ersticken.

Risiken: Neben mangelnder strategischer Ausrichtung der internen Kommunikation, was seit 20 Jahren ein Manko der Kommunikationsarbeit ist, da sie sehr selten im Verbund mit Organisationentwicklung sowie der Personalentwicklung bzw. einem gerichteten Change Management arbeitet, sind die am häufigsten genannten Risiken von Social Media unter dem Stichwort „Kontrollverlust“ eher verschleiert als benannt. Als größte Chance wird von 82,3 Prozent der Befragten die zusätzliche, schnelle Informationsverbreitung genannt, gefolgt von Verbesserungen bei Service und Kundenbindung (45,7 Prozent) und einer vereinfachten Beobachtung der öffentlichen Meinung (44,0 Prozent). Dabei wird die interne Potenz der neuen Möglichkeiten weitgehend ausgeblendet. das mag an einem Mißtrauen gegenüber demokratischen Verhältnissen und einem Unbehagen am Abbau von Hierarchien innerhalb von Firmen liegen…

Wer mehr lesen will, wird hier in diesem PDF fündig.

August 24 2010, 12:11pm

Marken: Firma, Social Media und die Mitarbeiter

Seien wir doch ehrlich. In den frühen Tagen von Social Media gab es auf beiden Seiten der Medaille arge Anpassungsprobleme, die nicht selten durch persönliche Schwächen begründet waren, die es auch schon vor dem Web gab. Mitarbeiter plauderten Geheimnisse über ihren Chef aus oder demütigten ihn öffentlich und Firmen haben das Web benutzt um eine Art Freundlichkeit und Menschlichkeit zu simulieren, die nie existierte. Damit sind ihnen dann Informationen zugespielt worden, die nicht selten zu Entlassungen führten. Die Markenführung, noch immer der heilige Gral der BWL-Kreuzritter aus Mannheim und von anderswo, ist zu einem Instrument des Kontrollzwangs verkommen. Das Web 2.0 hat diese Tendenz eher forciert als abgeschwächt. Bei mashable hat man sich so seine Gedanken gemacht, wie man sowohl marken- als auch menschenfreundlich im Web agieren kann…

  1. Mut statt Richtlinien Nach der andauernden Flut von Richtlinien ist es nun zu einer neuen Einsicht gekommen. Manager ermutigen Mitarbeiter zu einem offenen und sozial verträglichen Umgang mit der Marke oder Firma im Web. Wir sind Menschen, ist offenbar die Einsicht. Eigentlich müsste es längst klar sein, dass das, was früher im zwischenmenschlichen Umgang zählte auch im Web hilfreich und zielführend ist. Eigentlich braucht keiner wegen des Web 2.0 das Red neu zu erfinden, wenn, ja wenn man auch schon innerhalb der Firma verstanden hat, dass das 19. Jahrhundert vorbei ist und hier demokratische Verhältnisse herrschen. Wer gute Leute einstellt und sie gut behandelt, braucht überhaupt keine Angst vor offener Kommunikation im Web zu haben.
  2. Gib dem Affen Zucker Wer seine Leute kurz hält mit Tools und Werkzeugen oder nur ganz bestimmte Plattformen erlaubt, wird auf wenig Gegenliebe stoßen. Hören Sie doch auf Ihre Mitarbeiter, was sie wie nutzen wollen. So kann man oft schneller auf neue Trends und Tools reagieren, weil die Leute selbst das Ohr an der Entwicklung haben. Besser beobachten als beschränken. So erfährt man allein durch die Nutzung, welche Tools gerade im Trend sind und auf welche Weise gebraucht werden sollten. Dazu gehört dann auch eine hilfreiche Sammlung an How-Tos, also Anleitungen für diejenigen, die sich mal an einem Kanal wie twitter oder in einer bestimmten Community-Plattform probieren wollen. Lieber helfen als begrenzen.
  3. Fans werden Freunde Im direkten Umfeld einer jeden Firma gibt es immer Leute, die eine Marke, Produkte oder einen Geschäftsbereich besonders bevorzugen. Warum sollten die nicht die Chance haben auf der Fanpage von Facebook oder in Foren eine besondere Rolle zu spielen als Moderator, Evangelist oder einfach als Helfer. Kleine Geschenke und spezielle informationen erhalten die Freundschaft. Dazu braucht man natürlich ein pfiffiges Community Management, das die meisten Marketingabteilungen bisher nicht abdecken konnten. Es muss dort also menscheln und nicht Exceln. Königsdisziplin: Warum beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter eigentlich nicht aktiv an der Markenbildung? Gudielines und Hilfestellungen sind schön. Eine offene Gesprächskultur ist Gold wert. Aber wenn jemand eine Firma und ihre Produkte besonders gut kennt, dann sind es die festen und freien Mitarbeiter. Was spricht also dagegen sie beim Auf- oder Umbau einer Marke und ihrer Produkte zu beteiligen? Wenn die Mitarbeiter also als ganz normale Menschen teilnehmen am Profil, dass sie gemeinsam aufbauen, dann stärkt das intern das Vertrauen und extern die Glaubwürdigkeit. Ganz nebenbei stärkt es die compliance im Unternehmen und ist eine sehr günstige und wirkmächtige Form des retention management. Bildnachweis: webjmcorg

July 30 2010, 10:01am

Livestream: World Public Relations Forum 2010

Wer Lust und Interesse hat, kann den Kongress in Schweden per Livestream verfolgen über diesen Link. Hier ist das Programm für die beiden Tage.

June 14 2010, 10:29am

Rezension: Facebook – Marketing unter Freunden I

Wir haben uns entschlossen user generated journalism einzuführen. Das bedeutet, dass wir alle Leser ermuntern, Artikel einzureichen oder aber an den Rezensionen mitzuarbeiten. Das Ratgeber-Buch Facebook – Marketing unter Freunden ist so ein Fall. Eine unserer Autoren (Lena Brombacher) und eine Leserin – Bea Brenner – werden das Buch bewerten. Als Erste ist heute Lena dran und beschreibt den Nutzen aus Sicht der ehemaligen Pressearbeiterin. Frau Brenner wird dann mit ihren über 20 Jahren Erfahrung im Marketing und einer noch vorhandenen interessierten Distanz zu socialmedia berichten, ob und wie das Buch hilft, Hemmschwellen zu überwinden. (Redaktion Netzpiloten.de) Worum geht es? Facebook ist die populärste Schnittstelle aller Social Networks. Hier fließen Twitter, youtube, flickr und der Content sämtlicher Blogs, Websites und Plattformen aus dem WorldWideWeb zusammen. Mittlerweile zählt facebook 400 Millionen aktive Mitglieder weltweit, wäre facebook ein Land, wäre es das viertgrößte Land dieser Erde. Nirgendwo erreicht man eine so große Zahl an potentiellen Kunden. Doch wie kommt man als Unternehmen dorthin, wo sich die Konsumenten schon befinden?

Große Unternehmen wie Starbucks oder Coca Cola haben schon längst verstanden, dass sie ihre Zielgruppe am besten über das Web 2.0 erreichen, doch es gibt noch etliche, die völlig im Dunkeln tappen und denen facebook so exotisch erscheint wie ein Trip in die Weiten des Alls. Das haben Felix und Klaus Holzapfel erkannt und das Handbuch mit dem Titel „facebook – marketing unter Freunden“ geschrieben. Das Motto lautet: „Dialog statt plumpe Werbung“. Sie richten sich, wie sie selbst zu Beginn des Buches klarstellen, nicht an facebook-Nerds, sondern an Non-Facebooker, aktive Facebooker, Marketing-Abteilungen und die Führungsetagen von Unternehmen. Für diese wird zu Beginn erst einmal eine kleine Einführung gegeben, wie man eine Fanpage anlegt – was dem normalen User ja bereits bekannt ist. Doch auch für den hat das Buch einiges zu bieten, wenn er die ersten Kapitel überschlägt. Betont wird auch, dass man sich hier duzt, frei nach dem Motto „das sind alles meine Freunde.“

Ich selbst arbeite seit Jahren in den Bereich Werbung und Public Relations, nutze facebook privat und entspreche mit 130 „Freunden“ dem durchschnittlichen Facebook-User. Momentan bin ich mit dem Aufbau einer Fanpage für meinen Blog beschäftigt und bräuchte dringend ein paar Ansätze, wie ich es am besten angehe. Ich kann also noch einiges dazulernen und bin gespannt.

Was lerne ich durch das Buch? Nun zuallererst habe ich mein Hintergrundwissen über facebook erweitert. Ich wusste nicht, dass facebook aus der Plattform „Facemash“ entstand, die von facebook-Gründer Mark Zuckerberg für Studenten der Harvard-University entwickelt wurde. Als Harvard die Seite verbot wurde daraus „thefacebook.com“ und später facebook. Desweiteren finde ich es sehr interessant zu erfahren, welche die erfolgreichsten Seiten bei facebook sind, nämlich auf Platz 1 „Texas Hold’em Poker“, auf Platz 2 die facebook Seite von Michael Jackson und auf Platz 3 „Mafia Wars“, ein Social Media Game (Stand März 2010). Ich recherchiere dies, doch mittlerweile hat der King of Pop definitiv mehr Freunde als die Pokerseite. So schnell kann es gehen.

Die Inhalte werden verständlich erklärt, teilweise mit hilfreichen Darstellungen. Jedoch muss ich klar sagen, dass das Buch einen Laien komplett überfordern wird. Der Inhalt ist auch für einen Geschäftsführer ohne Marketing Know-How zu kompliziert, für den Marketingprofi etwas langatmig. So wie die Autoren immer wieder betonen, dass es die eierlegende Wollmilchsau nicht gibt, sollten sie sich vielleicht auch auf eine Zielgruppe festlegen, anstatt alle über einen Kamm zu scheren. Ich würde das Buch Marketingabteilungen empfehlen, die sich mit dem Thema facebook noch nicht im Detail auseinandergesetzt haben, bzw. erste Erfahrungen gesammelt haben und wissen möchten, wie sie es richtig angehen sollen. Sie verfügen über das nötige Marketing-Know-How um die zahlreichen Ideen dem Unternehmen gerecht auzuwählen und umzusetzen.

Unterm Strich ist das Buch eine solide Basis, um das System facebook als solches zu verstehen und die Vielzahl an Möglichkeiten im Besonderen zu entdecken. Viele gute Tipps und Hinweise wägen Pro und Contra bestimmter Apps und Einstellungen ab. Ich bekomme viele neue Anregungen dafür, wie ich facebook auch in meinen Blog einbinden kann und darüber Freunde für meine Fanseite gewinnen kann, die dort wiederum alle Posts sofort in ihrem Newsfeed erhalten. Diese Portal übergreifende Vernetzung bietet zahlreiche Vorteile, so kann man seine facebook-ID auch zum kommentieren anderer Blogs und Sites benutzen. Hier beweist sich facebook als Metaebene. Das erste was ich also brauche ist eine simple „Like Box“, die ich mir bei facebook unter Apps downloaden kann. Alles andere werde ich dann nach und nach ergänzen.

Das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis ist ausgewogen und so erfährt man nach ausführlichen Kapiteln über Return on Investment oder Controlling auch etwas über die erfolgreichsten Kampagnen, wie z.B. die Kampagne von Burger King, bei der man 10 Freunde gegen einen Whopper eintauschen konnte. Dass facebook darüber not amused war ist klar. Die Kampagne wurde unterbunden, dennoch hat sie sich in den Köpfen verankert. Das ist gute Werbung und für mich der gelungenste Teil des Buches. Vielleicht hätte man die Beispiele direkt in den jeweiligen Kapiteln einbauen sollen um die Inhalte etwas aufzulockern.

Eine Sache möchte ich jedoch noch loswerden. Ich finde den Vergleich zwischen „Unternehmen – Kunden“ und „Mann – Frau“, den die Autoren mehrmals anwenden, extrem „altbacken“. Man kann doch nicht allen Ernstes einem Publikum, das ständig darauf bedacht ist, ein möglichst cooles Image zu pflegen – nehmen wir z.B. einen Marketing Director bei Nike – erzählen, dass es sich beim Verhältnis zum Kunden wie mit der Anmache zwischen Mann und Frau verhält. Dass heute auch mal die Frau den ersten Schritt macht oder dass man langfristiges Interesse signalisieren muss, damit sich ein lange Beziehung entwickelt und kein One-Night-Stand. Das ist genauso unlustig wie der Tipp „lustige Filme“ hochlzuladen. Abzüge in der B-Note also für die Sprache, teilweise auch in grammatikalischer Hinsicht.

Wenn man das Buch mit seinen 250 Seiten durchgearbeitet hat, haben sich die Regeln bei facebook wahrscheinlich schon wieder geändert oder das Kind hat einen anderen Namen, aber darauf weisen auch die Autoren in ihrem Schlusswort hin. Es geht vielmehr um die Positionierung als Unternehmen im Web an sich, explizit dargestellt am Beispiel von facebook. Denn wer sich dem Fortschritt verschließt, wird es in Zukunft schwer haben, der Konkurrenz standzuhalten. Wer jedoch verstanden hat, dass der Button „gefällt mir“ Türen öffnet, ist den anderen einen Schritt voraus. Bildnachweis: nanette

June 11 2010, 10:00am

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