Was ist eigentlich die Defintion des Begriffs “crowd funding”? Webstratege und -berater Jens Best erklärt die Bedeutung dahinter:
Lifestream » klassiker
Klartext: Was ist crowd funding?
http://feedproxy.google.com/~r/blogpiloten/~3/-VQROIh-S_A/
September 26 2011, 10:00am
Star Wars vs. Star Trek
http://feedproxy.google.com/~r/blogpiloten/~3/MK93nrby23w/
So oder ähnlich war das damals im Jahr 2482…
September 21 2010, 10:50am
Klassiker: Sherry Turkle
http://feedproxy.google.com/~r/blogpiloten/~3/Wy_GKzffrrM/
Im Rausch der zumeist halbgebildeten Web-Experten dieser Tage, die von einem Kongress zum anderen gereicht und bewundert werden, ist leider eine “frühe” Denkerin rund um das Verhältnis Computer/Mensch in Vergessenheit geraten: die Soziologin Sherry Turkle. Dabei hat sie schon in dem im Jahr 1995 in Deutschland erschienenen Werk “Leben im Netz” sehr viel von dem vorweggenommen, was heute in Trivialform immer wieder diskutiert wird:
Aber ist es wirklich vernünftig anzunehmen, wir könnten den Gemeinschaftsgedanken dadurch neues Leben einhauchen, dass wir allein in unseren Zimmern sitzen, Botschaften in unsere vernetzten Computer eingeben und unser Leben mit virtuellen Freunden füllen?
Das Internet ist zu einem wichtigen Soziallabor für Experimente mit jenen Ich-Konstruktionen und -Rekonstruktionen geworden, die für das postmoderne Leben charakteristisch sind.
Von Anfang an war der Begriff der wissenschaftlichen Objektivität nicht zu trennen von der Vorstellung einer aggressiven Beziehung des Forschers zur Natur. Und von Anfang an war das Streben nach wissenschaftlicher Objektivität mit der Metaphorik männlicher Herrschaft und weiblicher Unterwerfung verknüpft. Francis Bacon benutzte das Bild vom männlichen Wissenschaftler, der die weibliche Natur auf die Folter spannt.
Turkle hatte schon früh die Psychoanalyse mit der Computerwelt verglichen, da beide einen eigenen Jargon der Mensch-Beschreibung mitbrachten, die es den Anhängern der jeweiligen Lehre erlaubten, eine besondere Form der Erklärung und der Metaphern zu finden, die den Menschen sich selbst erklären sollten. Auf der einen Seite war da das Vokabular der Tiefenpsychologie und auf der anderen die formale Welt der künstlichen Intelligenz, da sich bereits in den 70er Jahren das Primat des Gehirns abzeichnete. Eine anthropologische Konstante, die bis heute als letztgültiges Erklärmodell der besonderen Stellung des Menschen gültig ist.
Besonders berühmt ist Turkle für ihre Untersuchungen über das, was man uns derzeit abgewöhnen will. Die Anonymität im Netz. Webexperten aus der dritten und vierten Reihe bezeichnen ja die Offenheit einer jeden Person im Netz via Soziale Netzwerke als das selbstgewählte Ende der Privatsphäre. Turkle beschreibt u.a. einen Fall, in dem ein 43jähriger, verheirateter Mann online einer Nutzerin namens Fabulous Hot Babe flirtete und sich wohl zumindest zeitweise in diese Online-Bekanntschaft verliebt. Dann stellt sich jedoch heraus, dass auf der anderen Seite ein 80jähriger Mann in einem Altersheim saß. Turkle sieht in diesem Fall die ganze Spannweite zwischen der Freiheit der Erwachsenen mit den Möglichkeiten im Netz zu spielen (eher aus der Sicht des alten Mannes) und der Tatsache, dass auf der anderen Seite ja auch ein sehr junges Mädchen hätte sitzen können. Dann wäre die Reaktion kaum eine lachende gewesen. Aus ihrer Sicht ist die Potenz der Textbotschaften enorm. Denn es hängt sehr von den Erwartungen des Lesenden ab, wie die zum Teil belanglosen Sätze aufgefasst und emotional aufgeladen werden. In dieser Hinsicht ist es aus ihrer Sicht schon sehr sinnvoll, Kindern den Zugang zu bestimmten Kanälen zu verwehren, bzw. sie nicht damit allein zu lassen. Viele Inhalte können sie zwar lesen aber nicht angemessen einordnen. Auf der anderen Seite hatte der alte Mann über das Netz echte Beziehungen zu echten Menschen und konnte so aus seiner Einsamkeit entkommen, was ihm ein enormen Zugewinn an Lebensqualität bedeutete.
Turkle war auch die erste, die uns zeigte, dass es keinen Sinn macht, einfach nur verächtlich auf den Computer zu deuten und ihn als ein Werkzeug unter vielen zu entwerten. Denn der vernetzte Computer ist ein Mittel zur Kommunikation. Aus ihrer Perspektive macht er vor allem darin Sinn, weil man auf diese Weise vieles erfahren kann, was sonst unter der Decke der Konventionen bliebe. Denn die Menschen fühlen sich in der geborgenen Situation zuhause oder im Büro sicher und können so offener kommunizieren. Das hat natürlich nicht nur positive Aspekte. Denn das Aufteilen des eigenen Selbst in viele verschiedene Rollen, die durch das Netz noch weiter ausgefächert werden, erfordert natürlich ein festes Selbstbild. In den letzten Dekaden wurde ja vermittelt, man müsse sich einen stabilen Selbstkern erarbeiten, der in vielen Psychotechniken unter dem Stichwort Selbsterkenntnis, Selbstverwirklichung und vieles mehr erreicht werden konnte. Turkle vertritt ein postmodernes Bild des Menschen indem sie ein variables und fluides Bild des Selbst erlaubt bei dem diese vielen Rollen einfach nur Fragmente sind, in denen zum Teil widerstrebende Anteile der Person zur Geltung kommen können. Sie bildet damit inhaltlich den Gegenpol zur Zerstreungs- und Vermanschungstheorie eines Schirrmacher.
Das Leben mit und im Internet kann es uns erlauben, über die vielen, unterschiedlichen Rollen nachzudenken, die wir im alltäglichen Leben spielen. Denn viele von uns leben im Alltag in diversen unterschiedlichsten sozialen Rollen und verstecken viele ihrer persönlichen Wünsche unter verschiedenen Masken, deren Summe die Persönlichkeit bestimmt: “... a person for example, .. wakes up as a lover, makes breakfast as a mother, and drives to work as a lawyer.” Das Leben im Internet erweitert und realisiert diese Verhältnisse auf eine andere Weise. So kann man einem Avatar der Schüchterne sein, während man in einem anderen Netzwerk heftig flirtet, und im dritten Online-Bereich oder Blog fachsimpelt über aktuelle politischen Ereignisse.
Bildnachweis: Wikipedia
August 2 2010, 10:02am
Kino in Köln: filmbar startet im Museum Ludwig
http://feedproxy.google.com/~r/blogpiloten/~3/_sI7OA2vz7U/
Wer daheim bleibt, den beißen die Hunde. Oder man stolpert über wild gewordene Touristen, die alles fotografieren, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Alternative: Kölner gehen in den nächsten Woche ins Musem Ludwig und genießen Kino-Klassiker der Extraklassen. Hier das sehenswerte Programm nach dem Klick:
Donnerstag, 29.7. LA BOHÈME USA 1926, 95 Min, DVD, stumm, Regie: King Vidor, mit: Lillian Gish, John Gilbert, mit Live-Musikbegleitung Freitag, 30.7. LE MILLION Frankreich 1931, 75 Min, 16mm, franz. OF mit engl. UT, Regie: René Clair, mit: René Lefèvre, Annabella, Vanda Gréville, Constantin Siroesco Samstag, 31.7. DESIGN FOR LIVING USA 1933, 91 Min, OF, 16mm, Regie: Ernst Lubitsch, mit: Gary Cooper, Fredric March, Miriam Hopkins Donnerstag, 5.8. DIE KAMELIENDAME USA 1936, 109 Min, DF, 35mm, Regie: George Cukor, mit: Greta Garbo, Robert Taylor Freitag, 6.8. EIN AMERIKANER IN PARIS USA 1951, 113 Min, DF, 35mm, Regie: Vincente Minnelli, mit: Gene Kelly, Leslie Caron, Os-car Levant, Nina Foch Samstag, 7.8. DAS LEBEN DER BOHÈME Frankreich/ Finnland/ Schweden/ Deutschland 1991, 103 Min, DF, Regie: Aki Kaurismäki, mit: Evelyn Didi, Matti Pellonpää, André Wilms Donnerstag, 12.8. PIERROT LE FOU Frankreich/ Italien 1965, 110 Min, DF, 35mm, Regie: Jean-Luc Godard, mit Jean-Paul Bel-mondo, Anna Karina Freitag, 13.8. PERFORMANCE Großbritannien 1970, 105 Min, OmU, 35mm, Regie: Nicolas Roeg, Donald Cammell, mit: James Fox, Mick Jagger, Anita Pallenberg Samstag, 14.8. SATANSBRATEN Deutschland 1975, 112 Min, DF, 35mm, Regie: Rainer Werner Fassbinder, mit: Kurt Raab, Helen Vita, Volker Spengler Donnerstag, 19.8. BASQUIAT USA 1996, 106 Min, 35mm, OmU, Regie: Julian Schnabel, mit: Jeffrey Wright, David Bowie, Gary Oldman Freitag, 20.8. RENT USA 2005, 134 Min, DVD, OF mit engl. UT, Regie: Chris Columbus, mit: Rosario Dawson, Tave Diggs, Wilson Jermaine-Heredia, Jesse L. Martin Samstag, 21.8. GREENBERG USA 2010, 107 Min, OmU, 35mm, Regie: Noah Baumbach, mit: Ben Stiller, Greta Gerwig, Rhys Ifans, Jennifer Jason Leigh
July 21 2010, 10:24am
Architektur: Niemeyer zum 50. Jahrestag Brasilia
http://feedproxy.google.com/~r/blogpiloten/~3/vnL98Z1cykQ/
Oscar Niemeyers opus magnum ist die brasilianische Stadt Brasilia. Zum 50. Jahrestag der architektonischen Ikone zeigt das SF ein Porträt der Stadt und ihrem Schöpfer: Sternstunde Kunst vom 18.04.2010
April 21 2010, 10:00am
Klassiker: Marshall McLuhan
http://feedproxy.google.com/~r/blogpiloten/~3/XyXG0XnZ8oA/
Den meisten Menschen ist der Begriff des globalen Dorfes schon über die Lippen gekommen. Sein Schöpfer war ein kanadischer Philosoph und Kommunikationstheoretiker namens Marshall McLuhan, der als Professor für englische Literatur und Rhetorik in Toronto Weltruf erlangte als der Begründer der Medientheorie. Sein Lehrer war Harold A. Innis, der mit “Empire und Communications” bereits 1948 den Grundstein für diese neue Wissenschaft legte. Eine kurze Vorstellung in unserer neuen Reihen Denker, die unser Verständnis des Mediums Internet bestimmen.
Das Medium ist die Botschaft. Die berühmteste These von McLuhan war jedoch deutlich weniger historisch geprägt und wird heute als das Mantra vieler Webdiskussion wiederholt: “Das Medium ist die Botschaft”. Ganz wie sein Lehrer fühlte er sich jedoch der Betrachtung der Geschichte der Medien verpflichtet. So ordnete er den jeweiligen Kulturepochen bestimmte Aufgaben des Texts zu, sodass er beispielsweise dem Mittelalter die strenge Logik als zentralen Ankerpunkt der damaligen Texte beschrieb. Er selbst befasste sich jedoch mit der Gegenwart. In seinem ersten Buch “Mechanical Bride” untersuchte er die Volkskultur des industriellen Menschen, die wir heute als Popkultur bezeichnen. Wie auch das nächste Buch “Gutenberg Galaxis” war dieses erste Buch eine kaleidoskopartige Zusammenfassung einzelner Essays, die jeweils mit einem Zitat aus einem Zeitungsartikel oder einer Werbung beginnen. Danach wird dann eine Analyse dieses Textes vorgenommen. Es ergibt sich also keine aufsteigender Aufbau vom Einführenden zum Speziellen. Die Analyse umfasst die Ästhetik und die Hintergründe der behandelten Texte und Bilder. McLuhan wählte Werbungen und Artikel als Artefakte der Gesellschaft, um Symbole und Bedeutungen von Firmenidentitäten zu zeigen, und um die Aussagen der Werbungen über die Gesellschaft, an die sie gerichtet ist, zu freizulegen.
1967 erschien sein Hauptwerk the medium is the massage: an inventory of effects, desen Hauptthese heute so zusammegefasst wird: Das Denken (Kognition) ist einer starken Anziehungskraft durch neue visuelle Technologien wie beispielsweise den Druckerzeugnissen ausgeliefert. Anders als in der Sprache, gibt es in der Schrift aber keine Zwischentöne sondern nur die “reine” Botschaft der Buchstaben.
Das globale Dorf. Dieser Einfluß der Technologien auf das Denken wirkt sich über das Gehirn wieder auf die Gesellschaft aus, da ja jeder Einzelne von ihr beeinflusst ist und an der sozialen Organisation des Zusammenlebens beteiligt ist. McLuhan geht soweit, dass er Kulturleistungen wie die Demokratie, den Individualismus, aber auch die Revolte des Protestantismus oder gar den Nationalismus auf diesen Einfluß der Drucktechniken (und damit der weiten Verbreitung von Schrift) zurückführt.
McLuhan hat diese Theorie eingeleitet mit den revolutionären Gedanken, dass die Drucktechnologien bald durch eine “elektronische, gegenseitige Anhängigkeit” ersetzt werde, falls die elektronischen Medien die visuelle Kultur durch die Hör- und Sprechkultur ablösen könnten. In dieser Periode würde die Menschheit sich vom Individualismus hin zu einer kollektiven Identität entwickeln, die wir als Stammesgesellschaft bezeichnen würden. Dieser Struktur gab er den Namen globales Dorf. Der Druck ist das äußerste Stadium einer alphabetischen Kultur, die den Menschen in erster Instanz aus dem Stamm heraustreibt oder dekollektiviert. Der Druck hebt die visuelle Merkmale des Alphabets in die höchstmögliche Form einer Definition. Der Druck trägt die individualisierende Kraft des phonetischen Alphabets weiter, als es die Manuskriptkultur jemals tuen hätte können. Druck ist die Technologie des Individualismus. Wenn sich die Menschheit dazu entscheiden würde, diese visuelle Technologie durch eine elektronische Komponente zu modifizieren würde auch der Individualismus modifiziert. Dagegen Beschwerde zu erheben wäre, wie eine Kreissäge dafür anzuklagen, Finger abzutrennen.
Das Medium ist die Botschaft, basiert auf der Betrachtung der Gestalttheorie, dass eine Information immer ein Unterschied ist zwischen Gestalt (Figur) und Hintergrund. Dazwischen tut sich der Bedeutungsgehalt jeder Information auf. Der Hintergrund ist für McLuhan der Kontext in den die jeweilige Kommunikationstechnologie eingebettet ist und sich gleichzeitig von ihm abhebt.
Medium erklärt McLuhan als eine Ausweitung des menschlichen Körpers und der menschlichen Sinne im Raum – quasi ein Polyp aus Zeichen. Die Botschaft eines Mediums versteht er als die Summe aller Auswirkungen, mit denen ein neues Medium die Situation der Menschen von der Sinneswahrnehmung über die Psyche bis hin zum sozialen Zusammenleben voraussetzt und in der Folge verändert.
In den Laws of Media beschreibt er vier Grunddimensionen der Medien:
Was verbessert das Medium? Was macht das Medium überflüssig? Was macht ein Medium wieder aktuell, das früher obsolet war? Was löst das Medium aus, wenn es bis zu seinen Extremen übersteigert wird?
Und noch ein Zitat, dass vor vier Monaten schon einmal hier stand. Aus meiner Sicht offenbart sich hier die Grenze von McLuhans Fähigkeit Medien in ihrer Funktion und in ihrer Potenz abzubilden. Alle Medien sind Ausdehnung menschlicher Fähigkeiten – seien sie psychisch oder physisch. – Das Rad ist eine Ausdehnung des Fußes. Das Buch ist eine Ausdehnung des Auges, Kleider sind eine Ausdehnung der Haut, die Medien unserer Zeit sind eine Ausdehnung des Zentralnervensystems. Indem Medien die Umwelt verändern, schaffen sie in uns eine ganz bestimmte Konstellation sinnlicher Wahrnehmung. Die Ausdehnung nur eines Sinnes verändert die Art, wie wir denken und handeln, die Art, wie wir unsere Körper wahrnehmen. Wenn diese Verhältnisse sich wandeln, wandelt sich der Mensch.
Mehr zu McLuhan von im selbst in unserem Klassikertext: Das Playboy-Interview mit McLuhan
Bildnachweis: atrium
January 26 2010, 10:00am
Seite 1

