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Test: Der neue Kindle 2

Als vor 3 Monaten das iPad herauskam, prophezeiten eifrige Apple-Evangelisten sogleich den Untergang der eBook-Reader. Mit denen würde sich nun wiederholen, was der iPod mit den MP3-Playern und das iPhone mit den Smartphones gemacht hatte: Eine Sackgasse der Evolution. Auf dem iPad zeigt die iBook-App die bunten “Umschläge” der heruntergeladenen “Bücher” in einem “hölzernen Bücherregal”. Kaum tippst du ein solches “Buch” an, schon “blätterst” du darin mit diesen magisch federnden Apple-Finger-Gesten. Grafiken und Bilder in voller Farbpracht, und wann immer du willst, springst du mit einem Klick gleich ins unendliche Netz. Wer braucht da noch ein Gerät extra zum Bücherlesen? Kleine, freudlose Schwarzweiß-Bildschirme voll mit nackten, abstrakten Buchstaben, durch die man sich mit der Pfeiltaste endlos vorwärtsklickt..?

Keine gute Nachricht für Amazon, das mit dem erfolgreichsten eBook-Reader Kindle in den USA ein Riesengeschäft macht: Bei den 350.000 Büchern, die es auch im Kindle Store gibt, machen die digitalen Verkäufe ein Drittel aus. Und mit 3 Millionen Stück ist der Kindle selbst ist das meistverkaufte Produkt des eigenen Angebots. Nun antwortet der Kindle 3 auf die neue Herausforderun, der seit Ende August auf dem Markt ist: deutlich kleiner, dünner, schneller und viel kontrastreicher als der alte Kindle. Und auch noch viel billiger: Als Import kostet das Grundmodell jetzt 148 Euro. Wenn man 40 Euro drauflegt, bekommt man zum Wifi eine eingebaute G3-Mobilfunk-Verbindung dazu, mit der man Bücher überall herunterladen kann, ohne Aufpreis und Verbindungskosten. Das heißt, man sitzt im Café oder an der Bushaltestelle und kann sich jederzeit ein neues E-Buch aufs Gerät holen. Übrigens ist in allen Modellen auch ein Web-Browser eingebaut. Der ist zwar zu schwerfällig, um sich durch viele Links zu klicken, aber er reicht durchaus, um textlastige Webseiten abzurufen – also etwa SPON oder Sueddeutsche.de, das eine oder andere Blog oder auch Twitter und Facebook. In den dezenten Schwarzweißtönen des Kindle wirkt das dann gleich viel sachlicher und hochkultureller. Viel wichtiger ist aber, dass beim Kindle 3 das Herunterladen und Lesen von Web-Texten im Pdf-Format kein Problem mehr ist. Das Problem ist ePub: Man muss eBooks, die dieses Standardformat haben, erst konvertieren. Das geht leicht mit der wunderbaren freien Software Calibre, aber bei anderswo gekauften deutschen E-Büchern scheitert das am DRM-Schutz. In der Praxis heißt das bisher: Nur Englisch lesen. Aber die deutschen Verlage werden demnächst auch im Kindle Store veröffentlichen// – einstweilen sind da nur ein paar versprengte Titel: Karl May, Karl Marx und ein paar erotische Selbstverlags-Romane. Eine leise Kulturrevolution Auch der neue Kindle ist nichts weiter als eine schwarzweiße Lesemaschine. Aber das ist kein Mangel, sondern ein Vorteil. Keine bunten Bildchen, keine eMails, keine Zerstreuung in alle Richtungen. Hier geht es nur um das Eine: Dunkle Zeichen auf hellem Grund. Der pure Stoff. Was ist ein Buch? Als reine Lese-Technologie betrachtet: eine Seite, die man in der Hand hält. Ein heller Papier-Screen, auf einen Blick überschaubar, der ein Schriftbild aus typographisch gestalteten Textblöcken zeigt. Mit einer schnellen Hand-Geste (“Blättern”) ruft man immer neue Textstücke auf. Genau das macht jetzt der Kindle 3: Er ist leicht, schmal und liegt gut in der Hand. Der Seitenwechsel dauert nur noch ein Augenzwinkern. Der brillante eInk-Schirm kommt ohne beleuchteten Hintergrund aus und ist (anders als das iPad) auch im Sonnenlicht lesbar (hier ein Kurzvideo). Eine Akkuladung reicht für einen Monat mit und zwei Monate ohne eingeschaltete Webverbindung. Für die Zeit der Lektüre ist man geschützt vor den Zerstreuungen des Web und bleibt doch angeschlossen an den mächtigen digitalen Golfstrom.

Das ist eine Kulturrevolution. Aber wahrscheinlich merkt das fürs Erste kaum jemand, weil alle denken: Halt noch so ein eBook-Reader, ein bisschen besser und billiger vielleicht, aber nichts Besonderes. Doch genau jetzt, im September 2010, hat sich der doppelte Quantensprung erst ereignet: Erst mit dem Kindle 3 verschwindet wirklich das technische Drumherum beim Lesen im Hintergrund. Erst jetzt bleiben Buchtexte zugleich digital und flüssig. Und umgekehrt: Erst jetzt ist es wirklich möglich, Texte aus dem Web in den neuen Aggregatzustand verwandeln: typographisch perfektes Licht-Schriftbild, Print ohne Druck. Damit gibt es zum ersten Mal eine elektronische Lese-Erfahrung, die wirklich gleichwertig an die Stelle des Lesens in gedruckten Büchern tritt. Wie sehr mir das gefehlt hat, habe ich erst gemerkt, als ich diesen Kindle zum ersten Mal benutzt habe. Seit Jahren lese und schreibe ich jeden Tag im Web, aber wie alle kann ich längere, dichte, komplexe Texte (vulgo “Bücher”) auf dem Laptop eigentlich nicht richtig aufnehmen. Der beleuchtete Bildschirm kommt an Papier nicht heran, das Schriftbild wirkt immer irgendwie provisorisch, ich kann den Text nicht in die Hand nehmen. Ich kann nicht flüssig lesen und ich behalte wenig davon im Kopf. Auf der anderen Seite lese ich trotzdem deutlich weniger Papier-Bücher als früher. Web-Lesen ähnelt dem, was man früher Querlesen nannte. Deshalb ist im Web das natürliche Format der Blogpost: ein Text-Konzentrat, eingepackt in vorgegebenen Metatext (Überschrift, Kategorie, Tags, Blogname, Autorname, Datum, Such-Keywords) und in lebendigen sozialen Kontext (Kommentare und Backlinks). Zugleich verweist dieses Text-Paket immer schon vielfach über sich hinaus, explizit (über gesetzte Links) und implizit (jedes Wort ein potenzieller Suchbegriff). Anders als manche Kulturkritiker behauptet, wird man dadurch keineswegs dümmer: Querlesen/ war bereits im Buchzeitalter eine extrem wichtige Kulturtechnik. Und die neuen Aussage-Formen der Blogs und ihre lose Verkettung und Verknüpfung erzeugen eine ganz eigene, neuartige Komplexität. Das Web ist flach, aber es ist nicht seicht. Trotzdem hat der Internet-Kulturkritiker Nick Carr ein bisschen recht mit seiner //Klage, dass auf Laptop-Bildschirmen “die Tiefe” fehlt: Ein Buch entwickelt nämlich Satz für Satz einen verdichteten Sprachraum, eine eigene Welt, in der die Elemente sich gegenseitig stützen. Solche “Tiefe” hat per se noch gar nichts mit Qualität zu tun: Das gilt für Funkes Buchkitsch-Fantasy-Romane genauso wie für den schlampig schwadronierenden Sarrazin. Trotzdem brauchen wir auch “tiefe” Texte, und es stimmt, dass wir im letzten Jahrzehnt immer unkonzentrierter in gedruckten Büchern und Aufsätzen gelesen haben. Das gilt übrigens auch für die Leute, die (anders als ich) nicht dauernd im Web sind.

Webtexte sind lose Gewebe, Bücher sind verdichteter Stoff. Beides ist wichtig für die notwendige Bastelarbeit, die uns dauernd auferlegt ist, Individuen wie ganzen Kulturen. Immer wieder neu müssen wir uns aus Zeichen unsere brösligen Weltbilder zusammensetzen. Nun finden aber die lebendigen Gedanken und Diskurse zunehmend im Web statt, und die Buchwelt versinkt immer mehr in die rückwärts gewandte Innere Emigration. Eine großes schwarzes Loch hat sich aufgetan zwischen Google und Gutenberg. Jetzt schließt es sich wieder durch Geräte wie den Kindle 3. (Weitere eBook Reader der neuen Generation werden zweifellos folgen.) Jenseits von Google und Gutenberg Wie lebt und liest es sich im neuen Kindle Kosmos? Noch weiß ich das selbst nicht genau. Wir stehen da ja erst ganz am Anfang. Aber drei einschneidende Veränderungen zeichnen sich ab:

(1) Zwischen Print und Bildschirmtext entsteht eine neue schriftkulturelle Form: Bisher gab es zu den Papier-Büchern keine wirkliche Alternative. Künftig können wir nun viel deutlicher als bisher trennen zwischen den Büchern als aktuellem Lese- und Gedankenstoff, in flüssiger digitaler Form, und den seltenen Büchern, die uns so wichtig sind, dass wir sie als papierenes Gedankending zu Hause haben wollen. Als Monument, als greifbaren Baustein, der für ein Stück von uns selbst steht. Die Kindle-Seite zeigt den Text als ästhetisches Schriftbild, aber zugleich ist der Inhalt viel besser zu verarbeiten: Textstellen lassen sich exzerpieren, sammeln und ausdrucken. (Auch wenn eine einzelne Textstelle auf jeweils vier Zeilen begrenzt ist.) Dazu kann man überall Anmerkungen einfügen. Für Notizen reicht die Qualität der eingebaute Tastatur. So entsteht während einer konzentrierten Kindle-Lektüre ein eigener Sekundärtext. Dieser Mashup-Text wird besonders wichtig, weil ja zugleich das physische Buch als greifbares Objekt und Erinnerungshilfe wegfällt. Das ist überhaupt der wichtigste Nachteil des E-Buchs: Man verliert sich leichter im Text, weil es keine Seitenzahlen mehr gibt (stattdessen haben die Paragraphen fünfstellige Kennummern) und keine fühlbare Dicke der gelesenen und verbleibenden Seiten (dafür wird unten angezeigt, wieviel Prozent des Textes man gelesen hat, aber das bleibt sehr abstrakt). (2) Die Webplattform des Kindle ermöglicht eine neue Form von sozialem Lesen: Leute, die dasselbe Buch lesen, können Exzerpte und Anmerkungen direkt via Twitter und Facebook teilen. Dann entsteht um ein Buch mit der Zeit so etwas wie eine Buch-Community. Die kritische Masse von twitternden Kindleanern ist noch nicht erreicht, damit hier die Netzwerk-Effekte einsetzen, aber die Möglichkeiten sind enorm. Man stelle sich nur vor, was passiert, wenn sich die Sarrazin-Leser (oder die Steven-Johnson-Leser) online austauschen und zusammenrotten können …

(3) Webtexte bekommen eine neue, nachhaltige Form: Für interessante längere Webtexte hatte ich bisher nur hilflose Methoden, die nicht wirklich funktionierten: Per Copy & Paste in Open Office und dann in ein Pdf umwandeln. (Aber das Pdf wird ganz selten ausgedruckt und am Bildschirm faktisch nie mehr gelesen). Oder zum späteren Lesen bookmarken – sei es mit “toread” in delicious oder mit dem genialen Gratis-Webservice Instapaper. (Aber leider habe ich dann die vorgemerkten Texte am Laptop dann meistens eben doch nie gelesen.) Das ist jetzt vorbei: Pdfs kann ich per Mail an mein Kindle-Webkonto schicken, was bedeutet, dass sie nach der nächsten Webverbindung auf meinem Kindle erscheinen. Blogs, die ich regelmäßig lese, kann ich mit dem kostenlosen Kindlefeeder-Service abonnieren. Und am großartigsten: Die Texte, die ich jetzt mit einem Klick mit dem Instapaper-Browser-Plugin sammle, werden von der Instapaper Kindle-Applikation automatisch mit dem Kindle synchronisiert. Das ist gratis, aber so großartig, dass ich dafür freiwillig Geld überwiesen habe.

Die Voraussetzungen für eine ganz neue Buch-Epoche sind damit gegeben. Die neuen Kulturtechniken dafür müssen sich allerdings erst herauskristallisieren. Use your Kindle, mind will follow. Ich bin gespannt, was da in den nächsten zwei, drei Jahren passiert.

September 17 2010, 10:47am

Kampf der Giganten: iPad vs. Kindle

Nachdem Apple am vergangenen Dienstag das iPad der Weltöffentlichkeit vorgestellt hat, beginnt sich die digitale Welt erneut in Bewegung zu setzen. Gäbe es eine Richterskala für die Einführung von Apple-Innovationen, hätten die Nadeln wohl ein Erdbeben der mittleren Kategorie angezeigt mit sehr wahrscheinlichen Möglichkeit auf noch heftigere Nachbeben. Und diese Nachbeben kündigen sich gerade an, wie bei Mashable, Netzwertig und der FAZ nachzulesen ist.

February 1 2010, 3:45pm

Kindischer Kindle - The incovenient truth

Neben meiner Tätigkeit hier bei den Blogpiloten bin ich ja viel als Medien- und Verlagsberater in Deutschland unterwegs. Auf Konferenzen und bei Vorträgen habe ich in diesem Jahr auch ab und an über den Kindle von Amazon, elektronische Lesefolien und andere neuartige E-Reader gesprochen bzw. wurde gefragt, ob das das nächste große Ding ist und ob man als Verlag da unbedingt mit dabei sein muss. Meist habe ich dann auf Basis meines Fachwissens und meines gesunden Menschenverstandes argumentiert, aber immer mit dem flauen Gefühl, Kindle und Co. noch nie selbst in der Hand gehabt zu haben - wie übrigens auch 99,9% derer, die mich dazu befragt haben.

Ähnlich war es damals beim iPhone. In der Theorie wirklich ein maximal medienkonvergentes Gerät und als ich es dann irgendwann endlich in der Hand halten und testen konnte, war schnell klar: DAS Ding wird die digitale Welt verändern - und so war es dann ja auch.

In Sachen Kindle blieb also auch nur der einzige Weg: Kaufen! Gesagt getan, der Kindle kam vor drei Wochen bei mir an. Ausgepackt, aufgeladen, anmachen und nach gefühlten 2,57 Sekunden hatte ich den Reflex das Teil direkt wieder einzupacken und zurück in die USA zu schicken. Genau das habe ich inzwischen - und nicht nach den gefühlten 2,57 Sekunden - auch getan. Dass ich das Gerät dann doch länger behielt, lag daran, dass ich wissen wollte, warum nach gefühlten 2,57 Sekunden der Antireflex kam. Dazu aber gleich mehr.

Vorab noch mein Eindruck aus den gefühlten 257 Blogpostings, die ich über den neuen Kindle in Vorfreude auf mein eigenes Exemplar gelesen habe. Als Revolution, das nächste große Ding, benutzerfreundlich, leicht, klein, kompakt, gut lesbar (auch bei dunklen Lichtverhältnissen wie viele deutlich betonten) usw. usf. wurde der Kindle gefeiert. Im Nachhinein haben gefühlte 99,2 Prozent dieser Beiträge den Kindle nur deswegen über den grünen Klee gelobt, weil sie entweder dafür bezahlt wurden oder aber schlicht und einfach damit angeben wollen, dass sie zur “Elite” der early Adopter und der early “Kindle-Ergatterer” gehören.

Nun zu meiner Einschätzung: Unbestritten ist die Idee, ein permanent an den mächtigen und wachsenden Amazon-Katalog angebundenes mobiles Endgerät zu entwickeln, eine gute. Die damit verbundenen Wertschöpfungsketten haben ihren Reiz, ja. Soweit so gut. Unbestritten ist es auch toll, wenn man es schafft, eine solche Idee zur Marktreife zu bringen. Des Weiteren ist es aber auch unbestritten, dass, wenn der Kindle 2 quasi die positive Weiterentwicklung und Verbesserung des Kindle 1 sein soll (den ich leider nie in der Hand hatte), etwas grundlegend schief gelaufen sein muss, bei der Ausarbeitung der Idee. Denn:

der Kindle ist für mich eine Usability- und User Experience Katastrophe. Intuitiv ist anders! Knöpfe oben, Knöpfe unten, Tastatur mit schlechten Druckpunkten und ein Joystick, der mit Joy so viel zu tun hat wie höllische Zahnschmerzen.

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November 13 2009, 10:28am

Text-to-Speech: Kindle vs. Urheberrechte

Bildnachweis: ericajoy auf Flickr.com E-Book-Reader gibt es schon eine ganze Weile auf dem Markt. Amazon hat als einer der großen Anbieter bereits 2007 die erste Version des E-Book-Readers „Kindle“ auf den Markt gebracht. Bei der Buchmesse 2008 vorgestellt, fristet der Kindle in Deutschland noch ein eher stiefmütterliches Dasein. Bei Amazon ist er noch nicht ohne Weiteres zu bekommen, dennoch finden sich immer mehr Fans. Wenigstens auf dem US-amerikanischen Markt gibt es jetzt aber Probleme. Der gerade von Amazon vorgestellte E-Book-Reader „Kindle2“ musste herbe Kritik von Author’s Guild, dem amerikanischen Schriftstellerverband einstecken. Das Gerät ist mit einer Text-to-Speech-Software ausgestattet, die es dem Anwender ermöglicht, das jeweilige E-Book von einer Computerstimme vorgelesen zu bekommen, die qualitativ der menschlichen Stimme sehr nahe kommen soll. Paul Aiken, der Chef des Verbandes, sieht mit dieser Vorlesefunktion des Gerätes die Urheberrechte, im Speziellen die Tonaufführungsrechte, der Autoren verletzt. Das wird jedoch von renommierten Rechtsanwälten bezweifelt. So argumentiert der Urheberrechtsanwalt Ben Sheffner laut dem US-Branchennmagazin C-Net, dass hier keine öffentliche Aufführung vorläge. Auch Harvard-Jurist Jonathan Zittrain sagt, dass kein Urheberrecht verletzt werde, solange keine Tonaufnahme des gesprochenen Textes erstellt wurde. Worum geht es? Text-to-Speech-Software ist nicht neu. Bereits 1968 wurde das erste komplette Computersystem vorgestellt. Aus der Wissenschaftsgeschichte weiß man jedoch, dass die Entwicklungen der künstlichen Sprache bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen. Text-to-Speech-Software dient heute vor allem sehbehinderten Menschen bei der Erfassung geschriebener Texte. Es ermöglicht dem Blinden sich einen Text am Bildschirm vorlesen zu lassen. Weitere Anwendungen Inzwischen gibt es weitere Anwendungen. So nutzen Dozenten die Software um Vorträge aufzuzeichnen, Autoren nutzen sie, um ihre selbst geschriebenen Texte zu überprüfen. Auch Produzenten von Audio-Podcasts und -Blogs finden Anwendungsmöglichkeiten. In der Musikproduktion gibt es bereits seit den 1940er Jahren ein Gerät, das Vocoder heißt und die menschliche Stimme auf Tastendruck nachbildet und verändert. Bei aller Euphorie muss man jedoch auch die Probleme erkennen und benennen. So ist die Phonetik eines der größten Herausforderungen der Softwareentwickler. Bisher konnten nur computergenerierte Stimmen, die wenig Ähnlichkeit mit einer menschlichen Stimme hatten, die Texte nachsprechen. Die Qualität der neuen E-Book-Reader ist dabei wesentlich verbessert worden. Blogpiloten Fazit Auch wenn die digitalen Reader von E-Books und E-Papers inzwischen eine neue Dimension der Text-to-Speech Software erreicht haben, ist kaum vorstellbar, dass das Urheberrecht in unzulässiger Weise allein nur durch die bessere Qualität beim Vorlesen beeinträchtigt wird. Schließlich ist der Prozess des synthetisierten Vorlesens seit mehr als 40 Jahren bekannt. Ob sich diese Geräte auf dem Deutschen Markt durchsetzen ist auch nicht sicher. Ein Blog, Schlagzeilen oder Kurzmeldungen am Bildschirm zu lesen ist eine Sache. Ein gutes Buch muss aber Seiten zum Blättern haben.

February 19 2009, 10:06am

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