Universitätsprofessor Howard Rheingold ist in den Staaten schon lange eine Koryphäre in Sachen Internet und gemeinsames Lernen. Hier ist noch einmal sein Zusammenfassung der wesentlichen Fähigkeiten, die man braucht, um in und mit dem Internet Wissen und Erkenntnis zu schaffen…
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Rheingold: Medienkompetenz als Praxis
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July 12 2011, 9:33am
Eltern & Web: Kinder gucken Musik
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Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es ums Musikfernsehen. Ist das ein harmloser Spaß oder ein für Kinder und Jugendliche ungeeignetes Programm? Frage: Meine Tochter ist 13 Jahre alt, Musik und Stars bedeuten ihr alles. Am liebsten guckt sie Musikfernsehen. MTV empfangen wir nicht mehr, seitdem dröhnt fast pausenlos VIVA durchs Wohnzimmer. Ist Musikfernsehen ein harmloser Spaß oder sollte ich auch das Gucken von Videos begrenzen?
Antwort: Ob MTV, das seit Anfang des Jahres tatsächlich nur noch im Bezahlfernsehen sendet, oder VIVA – das Programm unterscheidet sich nicht wesentlich. Beide Sender gehören – wie übrigens auch Comedy Central Deutschland und Nickelodeon Deutschland – zum großen Viacom Konzern. Manche Sendungen, wie zum Beispiel „SpongeBob“, kann man auf mehreren Viacom-Sendern sehen. Musikvideos, wie Ihre Tochter sie liebt, sind wie jedes andere Medienprodukt eine Darstellung inszenierter Wirklichkeit zu einem bestimmten Zweck. Deshalb kann man den unreflektierten und übermäßigen Konsum auch hier nicht empfehlen. Da Berühmt- und Schönsein im Moment offenbar wichtige Themen für Ihre Tochter sind, sollten Sie die Inszenierungen hinterfragen, am besten mit ihr gemeinsam. Prüfen Sie doch einmal kritisch die Menge von verzerrten Darstellungen der Geschlechterrollen oder jene der unangemessenen Schönheitsideale, die Ihrer Tochter im Fernsehen begegnen. Am wirkungsvollsten wird das, wenn Sie die Lieblingssendungen oder -Videos ihrer Tochter aufzeichnen und immer, wenn Sie eine solche Darstellung sehen, den Film kurz anhalten. Das funktioniert auch bei Zeitschriften: eine Collage, zusammengestellt aus all dem Künstlichen, das dort gezeigt wird – das gibt eine schöne, am Ende aber doch entlarvende, beinahe erschreckende Schnipselei. Das ist jedoch nur ein kritischer Aspekt. Der andere ist, dass im Musikfernsehen neben den Musikvideos auch andere Sendungen im Programm sind, die für Kinder und Jugendliche völlig ungeeignet sind. Sex und Dating stehen häufig im Mittelpunkt, wobei auch hier die Menschen auf ihr Äußeres reduziert werden, zum Beispiel in „Undateable”. Gewalthaltige Sendungen wie die Reality-Action-Trash Sendung „Jackass” laufen ebenso wie Programme, in denen Menschen andere bewusst hintergehen und vorführen wie „Pranked” (zu deutsch: „Reingelegt“) oder „Rude Tube”. Befragungen von Kindern haben ergeben, dass auch Kinder es nicht schätzen, dass diese Programme in „ihrem” Musikfernsehen laufen. Da hilft wirklich nur: Abschalten. Die stark sexualisierten und häufig auch gewalthaltigen Darstellungen in den Musikvideos bleiben ein Problem. Eine Lösung könnte darin bestehen, dass Sie zunächst in Absprache mit Ihrer Tochter die Zeit begrenzen, die sie täglich mit Musikvideos verbringen darf. Zweitens sollten Sie vereinbaren, dass sie beide – zumindest ab und zu – gemeinsam Clips anschauen und darüber reden, was da tatsächlich gezeigt wird. Und als Drittes könnten Sie ein festes Budget vereinbaren, für das Ihre Tochter wöchentlich oder monatlich die aktuellen Hits im Netz einkaufen kann. So kann sie die Musik hören, die sie liebt, ohne den Bildern ausgeliefert zu sein.
July 8 2011, 11:00am
How Green is your Internet?
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When you use the internet have you thought just how much energy you’re using? This story may give you some idea of just how much energy the wired world sucks down… (via @mlaaff)
June 22 2011, 10:30am
Die Social Blase im Web
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Es kursieren enorme Zahlen durch die Welt der Medien, wenn es um den bevorstehenden Börsengang (IPO) von facebook geht. Allerorten tauchen dann Experten auf, die von solchen Wetten an der Börse abraten. Ältere Semester verweisen auf das bereits erlebte Platzen der ersten Web-Blase vor 10 Jahren. Aber vor 10 Jahren waren noch nicht solche Summen im Markt. Denn seit der Finanzkrise investieren Banken nicht mehr, indem sie Firmen und Staaten mit Schulden überhäufen. Es gibt daher Fantastilliarden freien Kapitals, und das muss einer Vernichtung zugeführt werden, sonst platzt das System. Die Motive liegen etwas weiter zurück…
Diese Vernichtung des Kapitals sind die besagten Blasen als Gegenentwurf zum Krieg, in dem Milliardengewinne auf Kosten von vernichteten Menschenleben eingefahren werden. Im Normalfall wird all das akkumulierte Geld der privaten Anleger fein säuberlich auf viele Risiken verteilt. Da es aber viele Banken und viele Anleger sind, kommen so eben auch Unsummen zusammen auf Punkten wo viel Geld schon gereicht hätte. Auf diese Weise machen viele Anleger aus 100.000 EUR in wenigen Jahren 70.000 EUR oder weniger (siehe Telekom etc.). Da sie jedoch aufgrund der Streuung ihrer Kapitalberater auch in weniger riskanten Geschäften ihr Geld anlegten, kommen sie insgesamt mit einem leichten Plus aus jeder Dekade. Die Tatsache, dass Microsoft 8,5 Milliarden Dollar für Skype hinlegt, um sein Windows Phone 7 an den Mann zu bringen, ist zumindest eine humorige Managerentscheidung, die ein deutliches Zeichen für die Verzweiflung ist, die in Redmond herrscht angesichts der Angriffe aus der cloud. Einige Kapitalgeber haben aber durch diesen Deal wieder soviel Geld verdient, dass sie das neue Kapital schnell wieder in startups und Beteiligungen investieren müssen. Neben all den frei flottierenden Geldern, die gerade nicht in die Industrie, den Mittelstand und die Forschung fließen, machen die Milliarden der Venture Capitalists und Business Angels aber nur einen kleinen Teil aus. Die Idee hinter dem Run auf Zukunftstechnologien wie Windkraft, Photovoltaik oder eben Internet ist aber nicht Kalkül sondern ein Mißverständnis: Man verwechselt Zivilisation mit Sicherheit. Dazu Alfred North Whitehead (Science and the Modern World, S. 207): “Die wohlhabende Mittelklasse, die das 19 Jahrhundert regierte, legte einen übertriebenen Wert auf die Gesichertheit der Existenz [...] {Wir sehen das heute wieder in den Begriffen “gesunde Ernährung” und “Nachhaltigkeit”}. Der Mittelklassepessimismus, die Zukunft der Welt betreffend, entstammt der Verwechslung von Zivilisation und Sicherheit. In der unmittelbaren Zukunft wird es weniger Sicherheit als in der unmittelbaren Vergangenheit geben, auch weniger Stabilität. Auch muss man zugeben, dass es einen Grad der Unsicherheit gibt, der sich mit Zivilisation nicht verträgt. Doch im ganzen gesehen, waren die großen Zeitalter unsichere Zeiten.“
Es ist also gut möglich, dass sowohl die Investoren als auch die Skeptiker an derselben Brust saugen: Dem Unvermögen, unsicheren Zeiten gelassener entgegen zu sehen.
June 14 2011, 9:26am
Das Web ist das Cafehaus des 3. Jahrtausends?
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Einer vielzitierten Geschichte des Philosphen Habermas nach entstand die moderne Öffentlichkeit in den Caféhäusern des 19. Jahrhunderts. Dort traf sich das Bildungsbürgertum und konnte sich analog dem antiken griechischen Bürgertum eines gewissens Reichtums und der daraus folgenden Muße befleißigen, um in Disputen und Diskussionen aus einer literarischen Kultur eine politische Öffentlichkeit zu entwickeln. Der geneigte Leser erkennt schnell in diesem Gedankengut, dass Habermas keineswegs davon ausging (ausgeht?), dass Öfffentlichkeit eine repräsentative Auswahl an Bevölkerung als notwendige Bedingung braucht. In den “emerging democraties”, die so wenig Unterstützung in ihrem Freiheitswillen erhalten wie Somalia Beachtung für seine Hungernden, wird das historisierte Modell des wenig lebenserfahrenen Habermas auf den Kopf gestellt. Konnte man dem “großen” Philosophen schon früher vorwerfen, dass Öffentlichkeit kein Begriff ist der in einer ständischen Gesellschaft besonders gut zu verankern ist. Da macht sein Hinweis auf die literarischen Quellen der politischen Öffentlichkeit im psychologisierenden Roman sowie der Belletristik überhaupt die ganze Sache auch nicht besser. Er hatte ein Vorhaben, dass er ex ante in die historischen Fakten hinein gelegt hatte: Die Vernunft muss am Werk sein. Denn er ist Rationalist und kann die Öffentlichkeit nur als Ausfluss der Vernunft begründen. Und so musste er die Balken der Historie zurechtbiegen. Ägypten weist noch weiter in eine ganz andere Richtung… Würde er aufmerksam die Geschehnisse im Iran, in Tunesien oder in Ägypten beobachten – soweit es die amerikanischen, britischen und katarischen Sender zulassen – dann würde er seine Meinung revidieren müssen. Denn dort ist erkennbar, dass Medien wie das Internet oder früher die Flugblätter nur dazu dienen können, eine Zivilgesellschaft zusammenzuführen. Aktivisten schließen sich via Internet zusammen. Und und diesem Fall sind Aktivisten junge Familien, weibliche und männliche Singles, Großväter und Witwen aus allen Schichten. Habermas könnte erkennen, dass die Schergen des Mubarak auf den bestehenden Verhältnissen als etablierter Struktur aufbauen. Sie sitzen in den modernen Teehäusern und disputieren den Verfall der Sitten bis sie aufgerufen werden, sich für “die gerechte Sache” einzusetzen. Der Ausdruck der Vernunft liegt – das verklausulieren viele repräsentative Politiker des Westens in diversen vernünftigen Statements – in der Stabilität des verhassten Regimes. Dafür reiten sie dann in die Menge wie die apokalyptischen Reiter… Es ist erkennbar, dass es keinen herrschaftsfreien Diskurs mehr gibt, wenn die eine “Hälfte” der Bevölkerung auf den bestehenden Verhältnissen beharrt und der Rest assoziiert wird mit unruhigen oder gar chaotischen Verhältnissen. Der “zwanglose Zwang des besseren Arguments” könnte nach Habermas nur eingelöst werden, wenn es eine äußere Referenz gibt/gäbe, die darüber entscheide, welche der Ansichten wahrhaft und richtig sei. Habermas behauptet sogar, dass eine Verbreiterung der Öfffentlichkeit eine Schwächung der kritischen Kraft zu Folge habe und die bürgerliche Öffentlichkeit auflöse. Dass können wir aktuell am Beispiel in Ägypten in keienr Weise erkennen. Wael Abbas ging für seine kritischen Blogeinträge ins Gefängnis, er gilt in Ägypten als Instanz. Neben den vielen Diskussionen die überall stattfanden, sind es aber solche Stimmen, die die Massen orientieren. Der Grund liegt in der Übereinstimmung von Wort und Tat. Man nennt diese Glaubwürdigkeit. Dafür ist das Internet der beste Lackmus-Test: Jeder kann dort vieles schreiben, aber die Leser erkennen an den Taten, wer welche Absichten mit seinem Tun verfolgt. Die Politische Öffentlichkeit entsteht aktuell also nicht im herrschaftsfreien Diskurs unter der Knute des Konsens. Sie versammelt sich rund um glaubwürdige Personen und formiert eigene Ideen rund Leute, die diese besonders nachvollziehbar leben. Das ist keine literarische Quelle (1:n), die sich in Urteilen schult. Hier darf und soll jeder egalitär seine Ideen erzählen, vorleben und von anderen überprüfen lassen. Die Gemeinsamkeiten liegen schon vor jeder Diskussionen offen und unversöhnlich auf dem Tisch des Hauses: Beharrung im Bestehenden oder tabula rasa für neue Konzepte, die sich erst im Laufe der Zeit und der Gedanken- und Meinungsfreiheit kristallisieren. Insofern entsteht politische Öffentlichkeit erst dann, wenn der Wandel der Werte neue Institutionen schaffen darf und soll.
February 3 2011, 10:16am
Interview mit Evgeny Morozov: Einfluß des Internets auf Politik
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Auf der diesjährigen re:publica hatte uns Evgeny Morozov ein Interview gegeben, indem er seine Arbeit und seine Ansichten rund um Internet und Politik darlegt.
December 7 2010, 11:07am
Video: Moats and Drawbridges
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It’s hard to predict the future. Especially for something that’s defied expectations so completely as the internet. But that doesn’t mean you can’t try. The Internet Society has put out a series of four videos imagining four possible futures of the internet, ranging from hopefully optimistic to depressingly cynical. Each of them seem plausible and worth considering. Check out one of the videos, imagining a “Moats and Drawbridges” future, after the click.
October 19 2010, 12:05pm
Geschichte des Internet und Ursprung des Web
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Anläßlich der Diskussion um das Web und dessen Auswirkungen nicht zuletzt im öffentlichen Fernsehen, ist es offenbar an der Zeit, einige Vorurteile und Legenden zu beleuchten. Denn um eine profunde Diskussion darüber zu führen, was es kann das weltweite Datennetz, wäre es hilfreich, seine Anfänge und Vorhaben in den Blick zu nehmen, da die primäre Gestaltung dieses Netzes Folgen hatte, die wir heute zumindest teilweise in den Menschen oder die Gesellschaft verlegen.
Noch während des zweiten Weltkriegs begann das, was wir heute den militärisch-industriellen Komplex nennen. Mit diesem Begriff bezeichnet der Soziologe Charles Wright Mills ein Amalgam aus Industrie und Militär. Diese Verknüpfung der Interessen beider Lager sind aus seiner Sicht eine enorme Bedrohung für die modernen Demokratien. Die Verhältnisse während der Bushregierung, vor allem die Diskurse über Halliburton, Dick Cheney sowie Bushs Beziehungen zu einige bekannten Risikokapitalfirmen haben die Diskussion um diesen Begriff aktualisiert. Der bekanntes Name aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs in diesem Zusammenhang ist gleichzeitig einer der Väter des Web, wie wir es täglich nutzen: Vannevar Bush. Sein Memory Extender (memex) war eine Vorwegnahme dessen, was wir heute mit dem Web-Konzept des Tim Berners-Lee verbinden: Ein visueller Zugang auf untereinander vernetzte Dokumente. Bush war auch einer der Gründer des bekannten Rüstungskonzerns Raytheon, das hängt mit seiner Tätigkeit rund um Radar und Sonar zusammen. Der Memex war Inspiration für Englebarts und Lickliders erste Versuche eine nutzerfreundliche Mensch-Maschine-Interaktion zu gestalten. Sie taten diese im Auftrag der ARPA (Advanced Research Projects Agency), einer Behörde des Verteidigungsministeriums, die gegründet wurde, um militärisch relevanten Technologien im Sinne des Militärs koordinieren zu finanzieren.
In den 50er Jahren begann die militärische Aufklärung mit den damals größten Informationssammlern, einem landesweiten Netzwerk aus Radarstationen zur Luftverteidigung, das in einer ARPA-Abteilung namens SAGE (Semi Automatic Ground Environment) geführt wurde. Das war das erste Mal, das viele militärische Informationen per Netzwerk zusammenführte. Um diese Informationen zusammenzuführen gründete man mit dem Information Processing Technology Office (IPTO) eine Computerabteilung, deren Aufgabe darin bestand eben diese Informationen zusammenzuführen und auszuwerten – und was noch deutlich wichtiger war – es musste ein Projekt in Gang setzen, dass als robustes und krisenfeste Kommunikationsnetzwerk den Austausch zwischen den verteilten Radarstationen und den Zentralrechnern gewährleisteten sollte. Es sollte damit beginnen, die Computer von Pentagon, Cheyenne Mountain und dem SAC Hauptqartier als autonomes Netz zu verbinden. Der erste Chef des IPTO wurde Joseph Carl Robnett Licklider, der 1962 mit dem Galaktischen Netzwerk konzeptionell die Idee des Internet zusammenfasste. Außerdem ermöglichte er es, dass fortan Informatiker in den USA zu Gebiet Computerwissenschaften promovieren konnten. Fußnote: Als Co-Direktor des US-Rüstungslieferanten Bolt Beranek and Newman (BBN) kaufte Licklider einen großen DEC-Rechner und plante und realisierte quasi darauf das erste Mehrbenutzersystem (Time Sharing).
Die Vision des Galaktischen Netzwerk von Licklider verfasste er in einer Reihe von Memos. Das erste wurde 1961 publiziert unter dem Titel “Man-Computer Symbiosis” und fokussiert die Mensch-Maschine Interaktion. Diese Buch kann als Werk der Kybernetik und der künstlichen Intelligenz angesehen werden. Er hat dort schon sehr früh die Grenzen des Computers formuliert – anders als viele heutige Kritiker des Web bzw. des Computers: “Men will set the goals, formulate the hypotheses, determine the criteria, and perform the evaluations. Computing machines will do the routinizable work that must be done to prepare the way for insights and decisions in technical and scientific thinking.” Das zweite Memo hieß “On-Line Man Computer Communication” und behandelte die soziale Interkation zwischen Menschen über das Netzwerk. Mit Robert Taylor schrieb er dann 1968 “The Computer as a Communication Device” wo Online Communities als effektive Systeme der menschlichen Kommunikation vorgestellt wurden.
1962 überzeugte er die anderen Forscher, dass das Netzwerk der Kern aller notwendigen Aufgaben darstellen würde. Er veranlasste das Project MAC am MIT, ein Computer, der bis zu 30 Personen die Arbeit am Mainframe-Rechner per eigenem Terminal und eigener Tastatur ermöglichte. Er war es auch, der die Gelder für ähnliche Projekte an anderen Universitäten bereitstellte – vor allem für das Stanford Research Institute unter Douglas Englebart (den Erfinder der Maus und Autor von Augmenting Human Intellect). Dann wurde Licklider Direktor des Project MAC und baute damit das erste Online Setup sowie ab 1964 Multics, den Vorfahren von UNIX.
Die Idee des robusten Netzwerks basierte auf einer besonderen Form der Nachrichtenvermittlung, die Donald Watts Davies ersann. Die Inhalte werden in Pakete aufgeteilt und mit Quellenangabe, Ziel, Datenlänge, einer Laufnummer und einer Klassifizierung (Netzneutralität!). Bei der Paketvermittlung werden Rechner gebraucht, die ersten dieser waren 1969 von Honeywell und konnten 50Kbit/s im ARPANET übertragen. Dieses erste Netzwerk, das auf betreiben von Lickliders Nachfolger Robert Taylor von Lawrence Roberts, Leonard Kleinrock, Paul Baran und Watts Davies konzipiert wurde (TCP/IP). Zwischen Kleinrocks Network Measurement Center an der UCLA und Englebarts SRI (Stanford) kam es am 29.Oktober zu ersten funktionierenden Übertragung von zwei Buchstaben. Das LOGIN klappte nur bis zum Buchstaben G, dann fiel die erste Verbindung zusammen. Nach einigem Hin und Her kamen aber doch robuste paketvermittelte Verbindungen zustande. Zur selben Zeit wurde UNIX entwickelt und die Programmiersprache C – zusammen mit dem ARPANET wird diese als Nukleus des Internet angesehen. Aber erst die als Ideen von Vannevar Bush über den visuellen Zugriff auf Wissenssammlungen mit Ted Nelsons Konzept des Hypertexts von 1960 (XANADU) zusammenkam in einem Projekt namens world wide web des Briten Tim Berners-Lee am CERN in Genf, da begann der Siegeszug des Datennetzes, wie wir es kennen auf dem HTT(P)-Protokoll.
Es ist nicht davon auszugehen, dass der erste Gedanke des Netzwerks ein Verknüpfen der Universitäten war. Zumal zweckfreie Grundlagenforschung gar nicht der Zweck der ARPA war. Dass im Laufe des Projekts klar wurde, dass die verschiedenen Abteilungen, Projekte und Forscher überhaupt erstmal miteinander verbunden werden müssen enbindet nicht von dem historischen Gedanken, warum die federführende Stelle IPTO überhaupt gegründet wurde. Nämlich um die Idee des SAGE-Netzwerks weiterzuführen. Und SAGE hatte keine universitäre Ursache oder akademische Veranlassung. Eat Your Own Dogfood bedeutet ja nicht, dass es nicht einen externen Anlass für die Entwicklung des Hundefutters gibt. Und wenn man die juristische Schlußfolgerungsregel conditio sine qua non bemühen will, dann kann man sagen, dass der russische Sputnik als im wahrsten Sinne des Wortes damals höchste Form des Radars deswegen einen initialen Einfluß auf die ARPA hatte. Denn erst danach reagierte sie mit dem Auftrag ein mächtigeres und überwachungssicheres Kommunikations-Netzwerk als SAGE zu entwickeln, das auch die oben genannten militärischen Rechenzentren zuverlässig verbinden sollte. Bidlnachweis: jkombae
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- XANADU
April 12 2010, 12:48pm
Animation: Mediale Zukunft
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Drüben bei Netzpolitik habe ich folgendes Video mit dem Titel Trillions gefunden. Eine kurze Vorabversion einer längeren Webvideo-Doku zu Computern und dem Netz.
Trillions from MAYAnMAYA on Vimeo.
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December 17 2009, 10:51am
Spiegel: Das Netz als rechtsfreier Traum
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Bildnachweis: click (MorgueFile) Da haben sich die Redakteure vom Spiegel ein Fleißbienchen verdient. Kurz vor der Bundestagswahl hat man gemerkt, dass es wohl doch noch einige gibt, die das Internet täglich nutzen. Und da verwundert es auch nicht, dass man gleich die alten Kamellen aus der Rinne klaubt: böse Menschen, die im Web alles tun, was sie wollen; mittelprächtige Menschen, die eigentlich nur die bisher erkämpften demokratischen Freiheiten auch im Netz genießen wollen und eben die besseren Menschen, die wissen, was gut für uns alle ist. Netz ohne Gesetz So heißt der Titel dieser Sammlung von Informationshäppchen zu Themen wie Kinderpornographie und die Netzsperren, das Urheberrecht, das hier immer noch geistiges Eigentum heißt, die Netzbürger als Netizens, verschiedene Experten und Denker zum Thema Netz und Recht und natürlich das klassische Problematisieren von Google. Und seltsamerweise wird das Netz als Paralleluniversum dargestellt. Offenbar ist dem Spiegel nicht in den Sinn gekommen, dass nun das Netz der Spiegel der Gesellschaft ist - wenn man mal von den unter 5-jährigen und den über 85-jährigen Mitmenschen absieht. Es ist ein “Refugium für Diebe, Rufmörder und Kinderschänder“. Nach der Aufzählung aller Fakten des bösen Webs, kommen die Staaten und Netzfilteranbieter dran und werden in ihren Bestrebungen, das Gute durch Technologie zu installieren dokumentiert. Und da wir im Rahmen der Iran-Berichterstattung der letzten Wochen über deep packet inspection erfahren haben, dass nicht nur der iranische und chinesische Staat, sondern beinahe alle europäischen Regierungen beim Nokia Siemens Joint-Venture Schnüffel- und Filter-Software gekauft hatten, sind wir sensibilisiert. Wir Netizens. Was ist eigentlich ein Netizen? Im Jahr 1992 hatte Michael Hauben, ein amerikanischer Computerexperte und Autor den Begriff geprägt; als Mix aus net und citizen, um damit die Eigenschaften der Verantwortung eines Bürgers für seine Gemeinde auf die Gemeinschaften im Netz zu übertragen. Denn in den USA gibt es eine lange Tradition, dass alle Mitglieder einer Gemeinde auch Wohlfahrtsaufgaben übernehmen, die hier in Deutschland eher Kirchen und öffentliche Organisationen oder sogar die öffentliche Verwaltung selbst realisiert. Kurz: Der Begriff hinkt in Deutschland gewaltig. Globale Grenzen? Und ein weiterer Punkt wird umschrieben aber nicht benannt. Die Globalisierung. Ihre juristische Formulierung heißt im Spiegel “Entgrenzung”. Denn ein Anbieter unerwünschter Inhalte wird kaum durch Google oder nationale Staaten kontrollierbar. Die große Masse wir durch Filter bei Suchmaschinen oder Netzsperren behindert, aber der Eingeweihte weiß genau wie er das Netz nutzt, um an die Inhalte zu kommen, die er will. Im Zweifel ganz ohne Browser. Eine präzise Betrachtung der Wechselwirkungen von grenzübergreifendem Verkehr nicht-körperlicher Wert wie Dienstleistungen, Texte, Videos oder gar Produkte erfolgt nicht. Die Piraterie zum Schaden der Musikverlage über P2P-Netzwerke wird angerissen. Und auch Reto Hilty wird angesprochen, der öffentlich ausspricht, was viele denken. Wir befinden uns im Umbruch. Zu einer Zeit, in der mehr und mehr Musikdateien kostenlos verteilt werden, hat die gesellschaftliche Praxis längst die alten Geschäftsmodelle überholt. Ein neuer Gesetzesrahmen müsste beidem gerecht werden, der Praxis der Massen und den Ansprüchen der Rechteinhaber. Und auch Wissen als Eigentum muss neu verhandelt werden in Bezug auf Patente und akademisches Arbeiten. Leider bietet der Text gar keine Diskussiongrundlage. Dabei sollte guter Journalismus doch den Boden bereiten für eine öffentliche Diskussion. Zu allem Überfluß meldet man dann auch noch die französischen Internetsperren, von denen wir seit zwei Monaten wissen, dass das französische Verfassungsgericht das Gesetz kassiert hat. Unwissen oder Tendenz? Und so landen wir bei einem Thema, das angesichts der aktuellen ethischen, sozialen und politischen Probleme marginal erscheint, das aber den Verlagen immer wieder Anlaß liefert, das Netz und einige seiner Erscheinungen zu nutzen, um subtile oder offene globale Attacken zu fahren: Das Urheberrecht und seine Vermarktung im Netz. Reuters versteht die neue Welt schon, vielleicht auch bald andere Medienkonzerne? Und auch die Deutungshoheit der Öffentlichkeit über Staaten oder Nationen fühlt sich gestört. Schon immer haben Banken und Finanzhaie den Weltmarkt und ganze Staaten manipuliert. Schon immer haben multinationale Konzerne Präsidenten und ganze Parteien installiert, um ihre Interessen durchzusetzen. Jetzt, wo es das Netz gibt, wird es plötzlich zu einem Thema, das digitaler Natur zu sein scheint. Auf den ersten Blick ist das an den Haaren herbeigezogen. Aber wenn man das alte Thema der Territorien dazudenkt, dann wird ein Schuh draus, denn die Namen bzw. Domains im Internet sind das Äquivalent zu Regionen und Staaten - es sind themenbezogene Erkennungsmerkmale. Das wir es hier mit einem groß angelegten Vorhaben der Aufklärung zu tun haben, scheint eher unwichtig. Emanzipation Einzelner gegenüber von Gemeinschaften ist ein Ausweis dieser Geistesrichtung. Auch die Tatsache, dass der Mensch als Weltbürger betrachtet wird kommt aus dem Zeitalter der Aufklärung. Es war vor allem eine Sache der Wohlhabenden, also des ökonomisch erfolgreichen Bürgertums. Und das ist es auch heute noch. Wissen in Form von Dokumenten und Inhalten wird so hoch geschätzt, dass man Angst vor der alexandrinischen Bibliothek namens Google bekommt. Noch mehr Angst hat man aber, dass nun alle Zugang zu allem haben könnten. Dass sich eines Tages herausstellt, dass nicht Daten und Fakten, sondern Relationen das Maß aller Dinge sind, steht nicht zu befürchten. Und so wird auch weiterhin auf eine lex digitalis gehofft, die verbriefte Rechte ausweisen kann. Als hätte es nie die Charta der Menschenrechte gegeben. Und so endet der Artikel mit dem schlimmst möglichen Schlußsatz: da wartet eine dringende Aufgabe auf den Club der guten alten Staaten. Es wird die Selbstorganisation und die Selbstbestimmung der Menschen ausgeklammert, in alt-kolonialem Stil werden wieder Europäer als die Heilsbringer der Welt aufgefasst und die netizens sind einmal mehr Zuschauer beim Bau der Menschheistgeschichte. Einen derart restaurativen Unterton wie ihn dieser Text ausstrahlt, kann man eigentlich nur mitleidig zur Seite legen und elegant über die Arroganz der sterbenden Schwäne hinwegsehen.
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August 10 2009, 11:11am
Blind im Web: Ein Stück Normalität
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Das Internet und moderne Hilfsmittel machen es möglich: Blinde lesen Zeitung, gehen einkaufen und können arbeiten. In einer kleinen Serie stellt Heiko Kunert das blinde Netz vor. “Das versteht doch kein Mensch“, sagt mein Chef, wenn er die künstliche und monotone Stimme meines Rechners hört. Schnell spricht sie, sehr schnell. Ich habe mich an sie gewöhnt, stelle die Geschwindigkeit immer höher. Schließlich will ich – wie alle Webuser – schnell sein: aktuelle Infos bekommen, neueste Artikel kaufen, in Echtzeit kommunizieren – und das alles ohne Augenlicht. Das Internet bedeutet für blinde und sehbehinderte Surfer einen großen Schritt in die Gesellschaft. Es ermöglicht Normalität. Manch eine Barriere fällt weg. Mithilfe eines Screenreaders werden Bildschirm-Inhalte so strukturiert, dass sie an Sprachausgaben und Braillezeilen weiter geleitet werden können. Die synthetische Stimme liest mir Nachrichtenseiten vor. Kleine Punkte huschen über eine Leiste, die vor meiner Tastatur liegt; auf der Braillezeile kann ich mit den Fingern Texte im Web lesen. Der Zugang zu aktuellen Nachrichten war für blinde und sehbehinderte Menschen vor dem Internet nur über Radio und TV möglich. Die thematische Breite einer Tageszeitung war unerreichbar. Selbst Wochen-Magazine konnten nicht in Blindenschrift übersetzt werden. Braille braucht zuviel Platz und ist in der Produktion zu teuer. Im Online-Zeitalter sind Breaking News, Hintergrund-Artikel und multimediale Informationen auch für uns selbstverständlich. Und wir können shoppen. Ganz gleich ob Amazon, Ebay, Schlecker, Herrenausstatter oder der Bioladen vor Ort. Blinde und sehbehinderte Computer-Nutzer sind beim Einkauf nicht mehr auf Hilfe angewiesen. In unserer Konsum-Gesellschaft ist dieser Zugewinn an Freiheit nicht zu unterschätzen. Das Web und die modernen elektronischen Hilfsmittel schaffen Jobs. Die meisten Büro-Arbeiten rund um den PC sind auch für blinde und sehbehinderte Arbeitnehmer möglich. Es gibt blinde Programmierer, Bürokaufmänner und -frauen, Onlineredakteure und PR-Fachleute. Sie verwalten ihre Kontakte am PC, versenden E-Mails, pflegen selbst Nachrichten in Websites ein. Internet sei Dank! Über den Autor Heiko Kunert (32) ist Sprecher des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg. Er ist mit sieben Jahren durch einen Tumor erblindet. In seinem Blind-PR-Blog schreibt er über seine Arbeit als blinder PR’ler und das ganz normale Leben in Hamburg. Im zweiten Teil seiner Blogpiloten-Reihe berichtet er über die blinde Blogosphäre.
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