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Video: How much information…

In a short video, Martin Hilbert, a Provost’s Fellow at the USC Annenberg School for Communication & Journalism, talks about how much information the world stores, communicates, and computes.

via Leander Wattig

March 16 2011, 2:46pm

Was uns wirklich dumm macht

Es ist mal wieder soweit. Die Mahner treten gegen die Wünscher an. Fast wäre ich vor Ermüdung eingeschlafen als ich in der FAZ (wo sonst?) den kritischen Artikel vom eigentlich geschätzten Geert Lovink zum Thema Zeit und Informationsüberflutung via Web las. Da ist die Rede von einem externen Zwang zu Echtzeitplattformen wie twitter und facebook. Da ist auch die Reden von all den Informationen, die zwar nicht das Hirn, aber unsere Zeit vermanschen. Auf die andere Seite der Wünscher haben sich Leute wie Clay Shirky und Jeff Jarvis gestellt und werfen mit ihrer Zuversicht und Hoffnung um sich, dass es nur so Feenstaub regnet…

Das Thema Informationsüberflutung ist nirgendwo besser studierbar als bei diesen beiden Gruppen der Ewiggestrigen. Sie haben so viele Bücher gelesen, Studien verfasst und Studentenarbeiten korrigiert, dass ihnen vor lauter kleinsten Differenzierungen Ablagerungen im persönlichen Wissenshorizont passiert sind. Mentale Plaque, an der die immer gleichen Ideen hängen bleiben: Man nimmt nur das als Information, was das eigenen Weltbild stützt. Man kann sich den persönlichen Wissenshorizont wie ein Flussbett vorstellen. Der Strom der Informationen und Daten knabbert anfangs an den Ufern, wenn aber erstmal große Überschwemmungen Auen geschaffen haben, dann ist das gesamte Flußbett auf ein überschaubares Gebiet beschränkt, weil die Geschwindigkeit herabgesetzt ist durch die Kurven des Mäanderns. Mit Glück wächst dann das Wissen in der Breite. Leider befleißigt sich bisher keiner fluidmechanischer Betrachtungen. Denn in der tiefen Mitte fließt der Fluß am schnellsten. Das erklärt auch, warum aus den bekannten Mündern nur noch bekannte Ansichten wiedergekäut werden.

In der Folge kann man behaupten, dass Expertise darin besteht, dass Experten nur wenig Informationen aus einem Schwall an Daten benötigen, um ihre kristallisierten Meinungen bestätigt zu sehen. Sie sind daher sehr schnell im Einordnen, aber sie sind auch die Sklaven ihres impliziten Wissens. Denn der Experten-Hintergrund ist ein sehr tiefes Flußbett, dass das Vorbeirauschen der Inhalte extrem beschleunigt.

Informationsverarbeitung ist im Gehirn bisher noch nicht postmechanistisch beschrieben worden. Die Ideen Zuses werden zunehmend von den Netz- und Intelligenzexperten auf Information und die Entstehung von Wissen angewandt. Aber es gibt keinerlei Anlass zu glauben, dass Wissen dadurch entsteht, dass Daten mit anderen Daten solange kalkuliert werden, bis Wahrscheinlichkeiten als Metadaten entstehen und damit quasi als Emergenzphänomen neue Zusatzinformation aus dem Nichts auftaucht. Allein der Gedanke, dass das Gehirn Informationen verarbeitet kann sich ja nur auf Sinnesdaten beziehen. Und spielt es keine Rolle, ob die im Fernseher, an der Straße oder auf der Kirmes einströmen. Das Problem könnte sein, dass Information nicht mehr als reines Außenweltsignal sondern nur noch als codifizierte Sprache oder gestaltete Filme oder Fotos auf uns einströmen. Dies sind dann vermittelte Reize, die nicht unmittelbar der Außenwelt sondern der Innenwelt anderer Menschen entspringen. Das in der Tat ist ein Problem, dass wird nur noch Gedanken und ästhetische Gestaltung als Reize aufnehmen. Da wird die Kultur zur Monokultur. Da hilft einfach ein Spaziergang im Wald. Aber da sind wir schon wieder bei dem grundsätzlichen Problem, das nicht erst seit dem Web entstanden ist. Die städtische Kultur nimmt sich besonders wichtig, weil sie enorm mit Bedeutung aufgeladen ist. Das Netz transportiert diese sensuelle Deprivation, die mit ästhetischer Überreizung einher geht in alle Ecken der Welt. Aber daran ist nicht das Netz schuld sondern die Gläubigen der Religion der Information. Dass diese Religion eine Sekte ist, steht außer Frage. Ob wir deren goldenem Kalb huldigen, bleibt jedem selbst überlassen. Lovink jedenfalls verharrt mit Berardi weiterhin bei den Grabenkämpfen. In diesem Fall gegen die marktliberalen Kräfte, wenn der den Italiener in der FAZ folgerndermaßen zitiert: “Im Marktwettbewerb müssen wir stets die Ersten und Besten sein. Was wirklich krank macht, ist nicht die Informationsüberflutung, sondern der neoliberale Druck mit seinen unmöglichen Arbeitsbedingungen.“ Das ist nett gegenüber den Bedeutungsvermanschungen die Schirrmacher mit seiner Hirnvermanschung in die Welt tragen will. Aber es verstellt noch immer den Blick auf den Kern: unseren Umgang mit den mentalen Absonderungen der Mitmenschen. Es ist nämlich keineswegs so, dass man gezwungen ist jede Meinungsäußerung oder jedes Angebot zur Kommunikation einzuordnen. Es sei denn, man hat Angst etwas zu verpassen. Das allerdings ist eine längst bekannte behandelbare pathologische Eigenschaft des modernen Menschen. Intellektuelle haben sie mit Lyotards Buch über das Postmoderne Wissen behandelt: Man bewertet Wissen und seine Vorstufen einfach nicht mehr als Ware. Bildnachweis: FlyingPete

June 24 2010, 10:04am

Der Unterschied zwischen Information und Wissen

Dietrich Schwanitz erklärt mit dem von mir sehr geschätzten Hans Magnus Enzensberger einen nicht ganz so kleinen, aber umso feineren Unterschied. Dieses Wissen könnte die Ängste des Herrn Schirrmacher zum Verschwinden bringen.

June 8 2010, 11:35am

Studie: Information overload ist Einbildung

Wer die Agitation der Verlagshäuser gegen Anbieter beobachtet hat, die im Netz mit Werbung Geld verdienen, dem ist klar geworden, dass es heutzutage nicht mehr reicht, 30 Journalisten mit den Texten aus sechs Newsagenturen einzuschließen, um jeden Monat Abermillionen in die Schweiz oder auf die Caymans zu schicken. Aber ihr Schlachtruf “Information Overload”, der ertönt noch immer, wenn es darum geht, das Internet als Ganzes zu diskreditieren. In Zeiten, wo Verlage ihre Druckwerke am Flughafen wegschenken, um die Auflage für die Werbekunden künstlich zu beatmen, ist es sinnvoll, einfach mal ein paar Hundert Leute nach ihrem Eindruck zu befragen, wo sie Informationen her bekommen und welche Einstellungen sie sowohl zu den Quellen als auch zu den Informationen selbst gewinnen. Weber Shandwick, eine PR-Agentur, hat so eine Befragung durchgeführt und gleich noch ein paar mehr von den ewigen Wahrheiten zumindest statistisch widerlegen können. Da wäre zum Beispiel die Beeinflussung der Meinungen durch externe Informationsquellen, die bei den jungen Leuten deutlich geringer ist als bei den Baby Boomers. Ein Studie, die in keinem Ordner fehlen sollte!

May 19 2010, 12:54pm

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