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Klartext: Was ist Google?

David Noël spricht Klartext: Was ist Google?

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October 8 2009, 9:30am

Google erklärt was ein Browser ist

Google hat ein kurzes Erklärvideo online gestellt, in dem gezeigt werden soll was nun genau ein Browser ist. So mancher Politiker dürfte dabei Wahnsinnig viel lernen aber auf das Erklär- und Unterhaltungslevel der Commoncraft-Videos kommt es irgendiwe nicht, auch wenn die Ästhtik leicht daran erinnert.

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October 8 2009, 9:24am

Google Books Settlement – was ist das eigentlich?

Das Google Books Settlement ist so kompliziert geworden, dass selbst Experten inzwischen freimütig zugeben, nicht mehr wirklich durchzublicken. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer: Es ist der Versuch von Google und den Autoren und Verlagen, sich auf die Spielregeln zu einigen, unter denen Google Bücher digitalisieren und online zugänglich machen darf. Unglaublich kompliziert ist das aber, weil die Firma Google in den USA sitzt und mit US–Vertretern von Verlagen und Autoren verhandelt – es sich bei den eingescannten Büchern aber um Werke aus der ganzen Welt handelt, für die eigentlich ein ganz anderes Urheberrecht gilt. Darf Google zum Beispiel in den USA ein Buch im Netz verfügbar machen, das dem deutschen Urheberrecht unterliegt? In den USA gibt es zum Beispiel den „fair-use“-Grundsatz, der eine Privatkopie erlaubt – eine solche Regelung existiert in Deutschland nicht. Es ist bereits recht kompliziert, diese Frage für die USA zu regeln. Eine schier unlösbare Aufgabe scheint es aber zu sein, eine Regelung zu finden, die das Urheberrecht aller anderen Länder der Erde berücksichtigt.

Aber zurück zum Anfang: 2004 kündigte Google an, eine Büchersuche einführen zu wollen: Das Wissen der Welt sollte allgemein zugänglich gemacht werden, dafür wollte der Suchmaschinenkonzern massenhaft Bücher einscannen und komplett oder in Teilen veröffentlichen. Ähnliche Ideen verfolgten auch einige andere Projekte, etwa die EU–Plattform EUROPEANA oder das Gutenberg–Projekt. Anders als diese Versuche war Google Books jedoch mit einer komfortablen finanziellen Unterstützung in dreistelliger Millionenhöhe ausgestattet – und verfügte so über wesentlich mehr Kapazitäten, um Bücher einzuscannen und online verfügbar zu machen.

Da also niemand anderes als Google willens oder bereit war, für die massenhafte Digitalisierung von Büchern viel Geld in die Hand zu nehmen, waren die Sympathien zu Beginn groß. Und legte dafür zwei Programme auf: Zum einen schloss es Abkommen mit großen Bibliotheken der Welt abgeschlossen, um deren Bestände zu digitalisieren. Es sind vor allem Universitätsbibliotheken, in Deutschland besteht eine Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek. Die Veröffentlichung dieser Werke ist in vielen Fällen kein Problem, weil das Copyright bei Werken entfällt, wenn deren Autor seit mehr als 70 Jahren tot ist. Zusätzlich dazu legte Google auch ein sogenanntes Partnerprogramm auf, mit dessen Hilfe der Konzern direkt mit Verlagen zusammenarbeiten will, um die Digitalisierung von aktuellen Büchern zu regeln.

Vorteil für Verlag und Autor kann dabei sein, dass das Buch im Netz auffindbar ist und in Ausschnitten gelesen werden kann. Außerdem können Google, Autoren und Verlage zusätzliches Geld damit verdienen, dass Werbung in den GoogleBooks-Dienst integriert wird – das zumindest plant Google. Allerdings vergrätzte Google viele Rechteinhaber damit, dass es unter Berufung auf den fair-use-Grundsatz anfing, Bücher zu digitalisieren – ohne bei Autor und Verlag deren Einverständnis einzuholen. Dies war der Grund, warum die Autoren– und Verlagsvereinigungen in den USA Google wegen Urheberrechtsverletzung verklagten. Nach zähem Hin und Her einigte man sich außergerichtlich im Oktober 2008 auf einen Vergleich: auf das Google Books Settlement.

Seit der Vergleich auf dem Tisch liegt, wird er heiß diskutiert. Kein Wunder, betreffen die darin festgesetzten Regeln doch Rechteinhaber weltweit. Für alle Bücher, die vor Mai 2009 eingescannt wurden, zahlt Google 60 Dollar und führt auch später 63 Prozent aller Einnahmen an die Rechteinhaber ab. Zu wenig Geld, finden die einen – rechtlich nicht sauber, meinen andere. Bedenken, die Google auch mit dem Hinweis, dass urheberrechtlich geschützte Werke ja nur in den USA veröffentlicht werden, in den Augen vieler nicht ausräumen kann.

Bis Anfang September konnten Organisationen und Staaten aus der ganzen Welt Einspruch gegen das Gesetz erheben. Die US–Kartellbehörde meldete ebenso Bedenken an wie das deutsche Justizministerium, das damit auf die wütende Debatte über das Book Settlement im Land reagierte – und unter anderem Datenschutzdefizite bemängelte. Eine Anhörung sollte eigentlich am 7. Oktober 2009 stattfinden. Doch dieser Termin platzte – weil die US-Autoren und –Verlage ihre Zustimmung zurückzogen. Darum steht die Zukunft des Settlements jetzt in den Sternen. Entweder, beide Parteien einigen sich erneut oder das gesamte Vorhaben könnte – im schlimmsten Falle – scheitern und Google müsste eingescannte, urheberrechtlich geschützte Werke wieder löschen.

Eine Chance ist Google für sogenannte verwaiste Bücher. Das sind Werke, deren Autoren oder Verlage unbekannt oder tot sind – für die aber noch immer das Urheberrecht gilt, das erst 70 Jahre nach Tod des Autoren verfällt. Diese Inhalte sind dann endlich wieder öffentlich zugänglich – allerdings mäkeln Kritiker, dass Google in diesem Bereich ein Monopol aufbauen will. Auch das verleugnet der Konzern naturgemäß.

Das Digitalisieren des Wissens der Welt sei nicht Aufgabe eines Privatunternehmens, so die Kritik anderer. Doch öffentliche Projekte scheiterten in der Vergangenheit oftmals am mangelnden Geld. Immerhin: nicht einmal Kritiker des Settlements können verleugnen, dass der Streit um das Google Books Settlement Verlage und Autoren dazu gezwungen hat, sich mit dem Thema Digitalisierung und Veröffentlichung im Netz zu beschäftigen. Und bei aller Kritik: Alternativen oder gar eine ernsthafte Konkurrenz fürs Google Book Settlement ist derzeit nicht in Sicht.

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October 7 2009, 9:08am

Google Wave - 100.000 Wellen

Heute geht es los. Google startet seine erste öffentliche Testphase mit Wave, der Plattform für das Web in Echtzeit. Damit jeder versteht, wie die Struktur aufgebaut ist, und was man damit machen kann, eine kleine Einführung in das Realtime–Web.

Was ist Wave?

Wave ist eine Möglichkeit, in Echtzeit anderen beim Tippen zuzusehen. Zumindest, wenn man in einer Wave mitmacht. Was ist denn nun so eine Wave? Eine Wave ist ein übergreifendes Thema, das über eine Zeitleiste betrachtet wird; es bekommt eine eigene URL. Diese URL kann man überall integrieren – auch in die eigene Website. Man kann auch einzelne Unterthemen zu diesem Thema erstellen, das ist dann ein Wavelet. Sie sind hierarchisierbar wie Threads bei Diskussionsforen. Da können dann einige bestimmte Leute oder Sprachgruppen ihren Senf zum Hauptthema abgeben oder einfach Nebendiskussionen führen.

Es können beliebig viele mitmachen und zum Thema etwas schreiben, das ist dann ein einzelnes blip. Dies ist die kleinste Informationseinheit in einer Wave. Kann normaler Text sein, aber auch Links zu Bildern, Videos, Dokumenten oder die Dateien selbst können ein blip werden. Eine Wave enthält auch kleine Programme namens Gadgets aus der Google–Open–Social–Welt oder kleine automatisierte Robots, die als dienstbare Geister wiederkehrende Aufgaben erfüllen und eine Wave mit stets aktuellen Daten versorgen können (eben Tweets mit bestimmten Hashtags integrieren oder sogar mit Nutzern interagieren).

Wave ist eine Open–Source–Plattform von Google, die alle Entwickler, Nerds, Geeks, Freaks einlädt, sich beim Ausbau zu beteiligen. So gibt es zum Beispiel mit Twave schon eine Twitter-Applikation für Wave. Neben iGoogle–Gadgets können Entwickler auch Applikationen entwickeln, wie wir sie von Facebook oder Xing her kennen. Sogar ganze Spiele sind integrierbar. Es wird also nicht lange dauern, bis uns hunderte Time–Bandits das Leben versüßen wollen. Wie leistungsfähig die Plattform ist, wird sich zeigen. Auch die Tatsache, dass so ein System anfällig ist für Überflutungen mit Werbung und SPAM, scheint bisher den Hoffnungen keine Dellen beizubringen.

Aber eines ist zentral, und bietet den größtmöglichen Nutzen und gleichzeitig den potenziell größten Schaden, denn wirklich jeder Buchstabe in einer Wave wird von jedem mit jedem geteilt. Es dürfen also alle alles ändern. Vergleichbar zu einem Wiki entsteht parallel eine enorme Metadatenflut, die jede Änderungen protokolliert und es den Nutzern ermöglicht, wieder zu einem früheren Status zurückzukehren. Wikipedia hat diese enorme Freiheit gerade eingeschränkt, um langjährigen Wikiautoren besondere Autoritäten zu verleihen, damit ein bestimmter Qualitätsstandard gehalten wird. Es wird ein sehr spannendes Experiment, wie wir damit umgehen, dass jeder immer alles ändern kann. Natürlich sind auch Kommentare möglich und erwünscht. Ob es hier auch bestimmte Autoritäten bei begehrten Waves geben wird, bleibt abzuwarten. Falls nicht, hätten wir die erste liquide Informationsplattform vor uns, die inhaltlich zu jeder Zeit ins Bodenlose oder ins bessere oszillieren kann.

Es soll auch eine automatisierte Übersetzung der Texte geben. Ob sie Babelfish heißt, weiß ich nicht. Ich hoffe, sie erreicht bessere Ergebnisse als das, was ich bisher von Online–Übersetzungen kenne. Ich fürchte jedoch, dass das eine Computerpower erfordern würde, die sicher 12.000 Many–Core–Rechner mit durchschnittlich 600 Prozessoren pro Rechner je Wave und Sprache kosten würde. Ganz davon abgesehen, dass es noch immer kein taugliches OS für paralleles Processing solcher Aufgaben gibt. Wie soll so ein normales Übersetzungsprogramm auf normalen Rechnern in nahezu Echtzeit erkennen, welche Übersetzung im Kontext die passende ist? Aber das ist ein anderes Thema.

Das Schönste zum Schluß: Dateien werden einfach per drag-and-drop in der Wave abgelegt.

Wer jetzt selbst Hand anlegen will und einen Robot erstellen will, der kommt hier weiter. Wer sich die Google–Wave–API genauer ansehen will, der wird hier und hier fündig. Einen allerersten Blick sollten Extensions-Entwickler hierhin zu Mashable werfen. Das ganze Wave–Programm gibt es aber bei den Google Wave Ressources.  Und wer sich mit dem Einbinden ein paar tolle Ideen für neue Websites ausgedacht hat, der wird hier Wege finden, aus den Waves anderer Leute etwas Schönes zu machen beim Wave Embed Developer’s Guide. Ach ja, und weil es gerade Links hagelt, hier noch den zum Google Wave Federation Protocol für schöneres Einbinden in einer wavigeren Welt. Man hat den Eindruck, dass ähnlich wie beim New Wave in den 80er des vergangenen Jahrhunderts einfach sehr viele verschiedene Marschrichtungen (der Musik und Jugendkultur) zu einem Begriff verschmolzen werden sollen. Ob Google es umgekehrt schafft, aus einer einzigen Idee – Threaded Tweeting mit unbegrenzter Zeichenanzahl und Versionierung – eine neue Diskussionskultur zu erwecken, bleibt abzuwarten. Aber sehr spannend ist es allemal.

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September 30 2009, 8:39am

Spiegel: Das Netz als rechtsfreier Traum

Bildnachweis: click (MorgueFile) Da haben sich die Redakteure vom Spiegel ein Fleißbienchen verdient. Kurz vor der Bundestagswahl hat man gemerkt, dass es wohl doch noch einige gibt, die das Internet täglich nutzen. Und da verwundert es auch nicht, dass man gleich die alten Kamellen aus der Rinne klaubt: böse Menschen, die im Web alles tun, was sie wollen; mittelprächtige Menschen, die eigentlich nur die bisher erkämpften demokratischen Freiheiten auch im Netz genießen wollen und eben die besseren Menschen, die wissen, was gut für uns alle ist. Netz ohne Gesetz So heißt der Titel dieser Sammlung von Informationshäppchen zu Themen wie Kinderpornographie und die Netzsperren, das Urheberrecht, das hier immer noch geistiges Eigentum heißt, die Netzbürger als Netizens, verschiedene Experten und Denker zum Thema Netz und Recht und natürlich das klassische Problematisieren von Google. Und seltsamerweise wird das Netz als Paralleluniversum dargestellt. Offenbar ist dem Spiegel nicht in den Sinn gekommen, dass nun das Netz der Spiegel der Gesellschaft ist - wenn man mal von den unter 5-jährigen und den über 85-jährigen Mitmenschen absieht. Es ist ein “Refugium für Diebe, Rufmörder und Kinderschänder“. Nach der Aufzählung aller Fakten des bösen Webs, kommen die Staaten und Netzfilteranbieter dran und werden in ihren Bestrebungen, das Gute durch Technologie zu installieren dokumentiert. Und da wir im Rahmen der Iran-Berichterstattung der letzten Wochen über deep packet inspection erfahren haben, dass nicht nur der iranische und chinesische Staat, sondern beinahe alle europäischen Regierungen beim Nokia Siemens Joint-Venture Schnüffel- und Filter-Software gekauft hatten, sind wir sensibilisiert. Wir Netizens. Was ist eigentlich ein Netizen? Im Jahr 1992 hatte Michael Hauben, ein amerikanischer Computerexperte und Autor den Begriff geprägt; als Mix aus net und citizen, um damit die Eigenschaften der Verantwortung eines Bürgers für seine Gemeinde auf die Gemeinschaften im Netz zu übertragen. Denn in den USA gibt es eine lange Tradition, dass alle Mitglieder einer Gemeinde auch Wohlfahrtsaufgaben übernehmen, die hier in Deutschland eher Kirchen und öffentliche Organisationen oder sogar die öffentliche Verwaltung selbst realisiert. Kurz: Der Begriff hinkt in Deutschland gewaltig. Globale Grenzen? Und ein weiterer Punkt wird umschrieben aber nicht benannt. Die Globalisierung. Ihre juristische Formulierung heißt im Spiegel “Entgrenzung”. Denn ein Anbieter unerwünschter Inhalte wird kaum durch Google oder nationale Staaten kontrollierbar. Die große Masse wir durch Filter bei Suchmaschinen oder Netzsperren behindert, aber der Eingeweihte weiß genau wie er das Netz nutzt, um an die Inhalte zu kommen, die er will. Im Zweifel ganz ohne Browser. Eine präzise Betrachtung der Wechselwirkungen von grenzübergreifendem Verkehr nicht-körperlicher Wert wie Dienstleistungen, Texte, Videos oder gar Produkte erfolgt nicht. Die Piraterie zum Schaden der Musikverlage über P2P-Netzwerke wird angerissen. Und auch Reto Hilty wird angesprochen, der öffentlich ausspricht, was viele denken. Wir befinden uns im Umbruch. Zu einer Zeit, in der mehr und mehr Musikdateien kostenlos verteilt werden, hat die gesellschaftliche Praxis längst die alten Geschäftsmodelle überholt. Ein neuer Gesetzesrahmen müsste beidem gerecht werden, der Praxis der Massen und den Ansprüchen der Rechteinhaber. Und auch Wissen als Eigentum muss neu verhandelt werden in Bezug auf Patente und akademisches Arbeiten. Leider bietet der Text gar keine Diskussiongrundlage. Dabei sollte guter Journalismus doch den Boden bereiten für eine öffentliche Diskussion. Zu allem Überfluß meldet man dann auch noch die französischen Internetsperren, von denen wir seit zwei Monaten wissen, dass das französische Verfassungsgericht das Gesetz kassiert hat. Unwissen oder Tendenz? Und so landen wir bei einem Thema, das angesichts der aktuellen ethischen, sozialen und politischen Probleme marginal erscheint, das aber den Verlagen immer wieder Anlaß liefert, das Netz und einige seiner Erscheinungen zu nutzen, um subtile oder offene globale Attacken zu fahren: Das Urheberrecht und seine Vermarktung im Netz. Reuters versteht die neue Welt schon, vielleicht auch bald andere Medienkonzerne? Und auch die Deutungshoheit der Öffentlichkeit über Staaten oder Nationen fühlt sich gestört. Schon immer haben Banken und Finanzhaie den Weltmarkt und ganze Staaten manipuliert. Schon immer haben multinationale Konzerne Präsidenten und ganze Parteien installiert, um ihre Interessen durchzusetzen. Jetzt, wo es das Netz gibt, wird es plötzlich zu einem Thema, das digitaler Natur zu sein scheint. Auf den ersten Blick ist das an den Haaren herbeigezogen. Aber wenn man das alte Thema der Territorien dazudenkt, dann wird ein Schuh draus, denn die Namen bzw. Domains im Internet sind das Äquivalent zu Regionen und Staaten - es sind themenbezogene Erkennungsmerkmale. Das wir es hier mit einem groß angelegten Vorhaben der Aufklärung zu tun haben, scheint eher unwichtig. Emanzipation Einzelner gegenüber von Gemeinschaften ist ein Ausweis dieser Geistesrichtung. Auch die Tatsache, dass der Mensch als Weltbürger betrachtet wird kommt aus dem Zeitalter der Aufklärung. Es war vor allem eine Sache der Wohlhabenden, also des ökonomisch erfolgreichen Bürgertums. Und das ist es auch heute noch. Wissen in Form von Dokumenten und Inhalten wird so hoch geschätzt, dass man Angst vor der alexandrinischen Bibliothek namens Google bekommt. Noch mehr Angst hat man aber, dass nun alle Zugang zu allem haben könnten. Dass sich eines Tages herausstellt, dass nicht Daten und Fakten, sondern Relationen das Maß aller Dinge sind, steht nicht zu befürchten. Und so wird auch weiterhin auf eine lex digitalis gehofft, die verbriefte Rechte ausweisen kann. Als hätte es nie die Charta der Menschenrechte gegeben. Und so endet der Artikel mit dem schlimmst möglichen Schlußsatz: da wartet eine dringende Aufgabe auf den Club der guten alten Staaten. Es wird die Selbstorganisation und die Selbstbestimmung der Menschen ausgeklammert, in alt-kolonialem Stil werden wieder Europäer als die Heilsbringer der Welt aufgefasst und die netizens sind einmal mehr Zuschauer beim Bau der Menschheistgeschichte. Einen derart restaurativen Unterton wie ihn dieser Text ausstrahlt, kann man eigentlich nur mitleidig zur Seite legen und elegant über die Arroganz der sterbenden Schwäne hinwegsehen.

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August 10 2009, 11:11am

Das Google-Phone vorgestellt im Video

Der neue pl0g.de podcast ist da. Diesmal nehmen sich Florian “dotdean” Krakau und Marco “emzo” Luciano das G1 vor, das Google-Phone, das die Telekom in Deutschland eingeführt hat. “Nicht mehr ganz taufrisch aber lieber später als gar nicht”, sagen Florian und Marco. Stimmt: Denn dieser Tage kommen jede Menge neuer Telefone mit dem Google Betriebssystem Android auf den Markt, deshalb lohnt es sich allemal, einen genaueren Blick darauf zu werfen. Der Pl0gcast folgt nach dem Sprung.

pl0g screencast #05 - google g1 from dotdean on Vimeo. Weitere Pl0gcasts gibt’s auf Pl0g.de.

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August 7 2009, 11:53am

Google? Wer ist eigentlich Google?

Ich war in letzter Zeit wieder einmal viel unterwegs in deutsche Verlagslanden, regionale Häuser, überregionale Häuser, Print- und Fernsehmedien. Dass hierbei immer wieder die Sprache auf Google kommt ist klar, aber die Bandbreite dessen, was Journalisten, Medienmacher und Verlagsmanager wissen (wollen) oder eben nicht wissen (wollen) ist wie eine ständige Zeitreise - und das im Jahr 2009. Hier eine Auswahl:

Wieso tut eigentlich keiner was gegen diese Verbrecher? Die sollte man verbieten? Ach die paar Hanseln da in den USA, was wollen die denn schon? Die sind für uns der Tod! Wie schaffe ich es, dass Google mich findet? Wie kann ich Suchmaschinenoptimierung betreiben? Warum verdient Google eigentlich so viel Geld?

Von naiver Unwissenheit über schiere Ignoranz bis hin Angst, dann aber auch Neugier und strategische Klugheit - alles ist dabei. Bisweilen ist es mühselig gebetsmühlenartig Aufklärungsarbeit zu leisten und darauf hinzuweisen, dass es eben nicht nur Google ist, die für einen grundlegenden Wandel in der Medienlandschaft sorgen, sondern eben auch die Mediennutzer selbst. Dass hier klassische Medienmacher in einer anderen (alten) Welt leben oder zumindest Scheuklappen aufhaben, die ihnen den fundierten Blick auf die (neue) Realität der aktuellen Trends der Mediennutzung verwehren ist fatal. Fatal für die Verlage, fatal für den Journalismus und am Ende auch fatal für die Menschen, die professionellen Journalismus von ausgebildeten Redakteuren und Reportern brauchen werden, künftig mehr denn je. Während ein Großteil der aktuellen Journalistengeneration lieber einen Debatierklub darüber betreibt, wie man nun Google ignorieren kann, arbeiten andere fleissig an einer gesamtstrategie, die Google als strategisches Tool mit integriert, nur handelt es sich dabei eben nicht mehr nur um Medienunternehmen, die idealerweise noch guten Journalismus mit als Ziel haben, sondern vom Telekommunikationsriesen, PR-Brigaden, Parteiennn und eine schier unendliche Masse von Privatpersonen, die alleine oder in kleinen Gruppen eigene Onlineportale mit Erfolg auf die Beine stellen. Was in vielen Häusern auch wenig bekannt zu sein scheint: Kleinunternehmer entdecken immer mehr Google-Ads und die Möglichkeiten des Direktmarketings via Web. Während sich die einen also heutzutage fragen: “What would Google do?” fragen sich noch viel zu viele: “Google? Wer ist eigentlich Google?” Wohin die ständige Beschäftigung mit der zweiten Frage führt, kann man sich ausmalen…

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July 9 2009, 12:08pm

Nichts als das Netz - “Der Erfolg ist offensichtlich”

Im Januar 2008, einige Monate nach den ersten Vorboten der Kreditkrise und ein halbes Jahr vor der globalen Finanzkrise, erblickte eine 312-seitige Studie der Bank J.P. Morgan Stanley das Licht der Öffentlichkeit “Nothing but the Net“. Internet Analyst Imran Khan prophezeite einen inflationären Anstieg der Werbeeinnahmen im Web. Schneller als die Verbreitung des Internet wird der virtuelle Werbekuchen anwachsen. Die Zahlen im Search Advertising sind sowohl astronomisch als auch realistisch.

Der globale Markt für das Anbieten von Waren und Dienstleistungen innerhalb von Suchmaschinen wird bis 2010 von 22 Milliarden in 2007 auf über 50 Milliarden Dollar anwachsen. Hier eine Tabelle für die amerikanischen Werbeumsätze.

Die großen Suchanbieter wie Google und Yahoo als Zweiter der Weltrangliste platzieren sich für all die Werbemilliarden, die Zeitungen und Radio gerade verlieren. In ein oder zwei Jahren wird dann auch der Platzhirsch Fernsehwerbung dran glauben müssen. So verwundert es nicht, dass neue Ideen am Markt der Möglichkeiten ausprobiert werden. Microsoft hat seine live.com-Suche aufgehübscht mit übersichtlicher Video- und Bildersuche und Google versucht mit Google squared das scheinbar Unmögliche, nämlich Zusammenhänge zwischen Seiteninhalten im Zusammenhang der Suchanfrage in übersichtlicher Tabellenform darzustellen. Von einer semantischen Suche, wie sie allerorten herbeigeredet wird, ist das aber noch weit entfernt. Noch weiter weg befindet sich ein gepriesener Spezialanbieter namens Stephen Wolfram. Ein Mathematiker, der Teile seiner mathematica-Software und eine circa 10Terabyte großes Datenbank als Spezialsuchmaschine für statistische Fakten und naturwissenschaftliche Zusammenhänge anbietet. Man soll sogar ganze Fragen in natürlicher Sprache stellen können. Klappt leider selten zufriedenstellend. Der ganz große Werbekuchen wird ihm angesichts der sehr speziellen Klientel nicht zulaufen. Wahrscheinlich wird er den selben Weg gehen wie die ehemaligen Googlemitarbeiter, die neulich mit viel Getöse cuil starteten. Ich persönlich mag ja cuil gerne… Seltsam. Wenn man das Lamentieren der vielen Verlage beobachtet und die Marktprognosen für Suchmaschinenwerbung betrachtet, könnten sich einige Verlage gesund stoßen in den nächsten fünf Jahren. Aber die Diskussionen über Paid-Content und Kulturflatrates scheinen Berater und Produktspezialisten in der Medienwelt zu lähmen. So werden wir auch in den nächsten Jahren auf Google schimpfen und mangels Alternative täglich nutzen. So war es auch 15 Jahre lang mit Microsoft bis mit Ubuntu und Knoppix Linuxvarianten auftauchten, die sogar meine Oma bedienen kann. Es wird interessant sein, ob es eine zweite Initiative wie Wikipedia schafft, eine globale Suchmaschine zu installieren. Eigentlich ist mit dem Gedanken einer globalen Open Source Gemeinde, der semantischen Suchmaschine Open Calais und dem Willen, das Monopol zu brechen, alles vorhanden. Nur ein Führungspersönlichkeit à la Linus Torvalds oder Jimbo Wales (Wikipedia) fehlt noch. Die Community wäre innerhalb von wenigen Jahren Milliardär. Vielleicht liegt es daran: Der Erfolg ist offensichtlich. Bildnachweis: User schoenswetter auf Flickr.com

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June 11 2009, 11:31am

Google startet Google Squared

Google Squared stellt thematisch bzw. semantisch zusammenhängende Gruppen von Objekten in einer Tabelle dar. Klappt noch nicht wirklich zuverlässig, aber die Grundidee ist schonmal prima. Bei meinen ersten Test habe ich ein paar englische Suchbegriffe eingeben, mit recht gemischten Resultaten. Bei der Suche nach Pilots wurden zwar mehrheitlich in der Tat “Piloten” geliefert, aber es hat sich beispielsweie auch die TV-Serie “The Nanny” daruntergemischt - sogar auf Platz 1 der Ergebnisse - mit der Pilotfolge.

Die restlichen Einträge wirken auch eher zufällig und (noch ohne) erkennbare Ordnungssystematik etwa nach Wichtigkeit, Zeit oder Ort. Die semantische Suche, wenn man Google Squared mal als solchen Versuch werten will, steht noch am Anfang, um sie auf alle erdenkliche Themen anwenden zu können. Neben bereits vordefinierten Squares erlaubt Google Squared auch das Anlegen eigener “Squares”, die sich natürlich auch abspeichern lassen. Mehr zu Google-Squared: — Techcrunch — Blogoscoped — Cnet

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June 4 2009, 9:45am

Microsofts neues Live-Bing

So, nun ist sie da, die neue Suchmaschine von Microsoft. Mit einem Big Bing ist hat sie losgelegt und schon nach wenigen Stunden ihrer Onlinzeit eine hämische Deutung des Acronyms Bing hinnehmen müssen: “But It’s Not Google” .

Ansonsten, so Stan Schroeder von Mashable in diesem Beitrag, ist Bing lediglich eine aufgehübschte Variante von Live.com, dem erfolglosen Vorgängermodell. Denn Bing, so Schroeder, spuckte in seinem Test - als beide Seiten noch parallel online waren - exakt die gleichen Suchergebnisse aus. Vordergründig ist bis auf die Optik also nichs revolutionäres an Bing. Und, dass wir in Zukunft alle Bingen statt Googlen wage ich auch mal zu bezweifeln. Mal ganz unabhängig von Bing darf man aber auch mal fragen: Wie müsste denn die ideale Suchmaschine aussehen?

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June 1 2009, 10:29am

Google startet: Google Web Elements

Frisch aus den Google-Labs: Google-Web-Elements. Jetzt kann jeder Webmaster derzeit bis zu acht verschiedene Gagdets auf der eigenen Seite einbinden. Dazu gehören: Yoututbe, News, Calendar, Maps, Spreadsheets, Chat, Custom Search und Presentations.

[via blogh]

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May 28 2009, 4:56pm

El Rep über Mobile Social Networks und Geolokalisierung

Die Vorboten des “next big thing”, nämlich dem mobilen Web, haben spätestens seit der Einführung des iPhone mit seinem sehr brauchbaren Webinterface und GPS-Anschluss dazu geführt, dass sich eine wachsende Anzahl von Dienstleistern mit Soft- und Hardwarelösungen auf dem Markt tummeln und versuchen das Social Web zu einem mobile Social Web zu machen. Dienste wie Plazes, Google Latitude, die Facebook-App sind prominente Beispiele dafür, wie eine gar nicht mehr allzu ferne Zukunft des Mobile Webs aussehen könnte. Genau diesem Thema widmet sich die aktuelle Folge des Elektrischen Reporters .

Elektrischer Reporter – Mobile Communities: Unterwegs und unter Freunden Sehr interessant finde ich den Dienst citysense.com, der im Video vorgestellt wurde. Die Grundproblematik Privacy und Ortung durch andere zum Zwecke der Kontrolle ist natürlich das Entscheidende. Ich bin inzwischen nicht mehr so sicher, ob oder in welchem Maße ich meinen Standort im Web preisgeben soll. Mit dem Dienst Dopplr zeige ich zumindest meine anstehenden Reiseziele an… Was denkt ihr zum Thema?    Verwandte Artikel

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April 21 2009, 8:34am

So wird man Google-Advertising-Professional

Google Adwards sind längts keine spanischen Dörfer mehr, sondern knallhartes Business. Und zu jedem Business braucht es qualifizierte Leite. Geschäftstüchtig wie Google nun mal ist, bietet der Suchmaschinen-Gigant Seminare an, die einem zum “Google Qualified Individual” machen.             Für diejenigen, die sich noch nicht so viel mit Adwords befasst haben: Das sind die kostenpflichtigen Anzeigen, die man rechts oder über den Suchergebnisseiten findet. Kunden nutzen diese Anzeigen, um zielgruppenfokussiert Werbung auf den Google Such- oder Contentseiten zu platzieren. Im Großen und Ganzen bekommt man bei dem dreitägigen Seminar eine Einführung in die Adwords-Materie. Man lernt alles, um eine eigene Kampagne zu erstellen und zielgenau auszurichten. Das Seminar schließt mit einem Test ab, in welchem man mindestens 80 Prozent der Fragen richtig beantworten muss. Wie setzt sich das Seminar zusammen? Am ersten Tag gibt es zunächst einmal eine allgemeine Einführung in Adwords. Man lernt die relevanten Begriffe und die erforderlichen Workflows für das Erstellen von Kampagnen. Am Ende des Tages wird das Gelernte in praktischen Beispielen vertieft. Entscheidend ist ein Verständnis für die Begriffe CPC oder CPM. Dabei handelt es sich um die unterschiedlichen Bezahlmethoden, die einem Adwords-Kunden zur Verfügung gestellt werden. Bei dem CPC “Cost per click” wird, wie der Name es schon sagt, per Click abgerechnet. Sprich, sobald jemand auf eure geschaltetet Anzeige klickt, müsst ihr dafür den Betrag zahlen, den ihr vorher festgelegt habt. Beim CPM “Cost per impression” zahlt der Kunden abhängig von der Zahl der Einblendungen seiner Anzeige. Üblicherweise wird hier in 1000er-Schritten vorgegangen, d.h. es wird ein Preis je 1000 Impressions festgesetzt. Das hört sich viel an, kann aber auch mal schnell aufgebraucht sein, wenn die Anzeigen durchgängig geschaltet werden. Am zweiten Tag geht es um die Feinheiten. Es werden beispielsweise die unterschiedlichen Kampagnenarten und die Kontostrukturen erläutert. Hier ist es hilfreich sich vorab schonmal einzulesen - Genaueres dazu weiter unten bei den Tipps zur Vorbereitung. Bei dem Kampagnenarten unterscheidet man drei Varianten: Es gibt die “Keyword-bezogene Suche”, den “Keyword-bezogenen Content” und die “Placement bezogenen” Anzeigenvariante. In der Schulung werden die Vor- und Nachteile dieser Kampagnenformen vermittelt. So erscheinen Keyword bezogenen Suchkampagnen zwar nur auf der Google Suchseite, jedoch lassen sie sich hier sehr zielgerecht streuen und können eine Menge Traffic generieren. Am dritten Tag werden nochmal wiederholt und offene Fragen geklärt. Im Anschluss folgt der Test. Wer ihn nicht sofort besteht, hat die Möglichkeit ihn noch einmal zu wiederholen. Solltet ihr dann mit mehr als 80 Prozent richtiger Antworten den Test abschließen, habt ihr euer Zertifikat in der Tasche. Freigeschaltet wird das Zertifikat in Konto aber erst, wenn eine Kampagne erstellt wurde und mindestens 1000 Euro Umsatz generiert wurden. Mein Tipp für alle, die ebenfalls Google-Advertising-Professional werden wollen: Schaut euch vorher das “Google Adwords Learning Center” an und arbeitet schon mal die Kapitel durch. Das wird einem auf jeden Fall bei der Beantwortung der Fragen sehr hilfreich sein. Die Fragen stimmen zwar nicht genau mit denen im Test überein, jedoch wird euch die eine oder andere sicherlich bekannt vorkommen. Viel Erfolg!

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