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Contagion – Nichts verbreitet sich schneller als Angst

In Steven Soderberghs neuestem Streifen widmet sich der Regisseur passend zur Geburt des sieben Milliardsten Menschen der Thematik des Contagion-Effekts und wie schnell und undurchsichtig sich Bakterien oder Viren zunehmend in unseren Alltag drängen, denen nicht mal eben abgeholfen werden kann. Ein beängstigendes Beispiel wie EHEC, H1N1 und noch unentdeckte Kombinationen im Virenalphabet eine ernste Bedrohung darstellen können, trotz moderner Medizin.

Meine Keime Beth Emhof (Gwyneth Paltrow) kommt nach ihrer Geschäftsreise in Asien mit einer scheinbar harmlosen Erkältung wieder bei ihrer Familie an. Ihr Ehemann, Mitch Emhof (Matt Damon), realisiert zunächst nicht den Ernst der Krankheit und verliert somit seine Frau, sowie den Sohn an diesem mysteriösen Virus. Die amerikanische Behörde Centers for Disease Control and Prevention arbeitet unter der Führung von Dr. Ellis Cheever (Laurence Fishburne) verbittert daran ein Impfstoff zu finden, während der Virus weltweit die Menschen unter die Erde schickt, sodass die Leichensäcke ausgehen. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Behörden und WHO ist seit dem Umgang mit dem Thema „Schweinegrippe“ nicht besonders rosig. So wird lieber im Internet gelesen was zu tun ist um einer Erkrankung zu entgehen, was der fanatische Blogger Alan Krumwiede (Jude Law) schamlos ausnutzt und somit durch geschürte Angst für anarchistische Zustände auf den Straßen sorgt. Fazit Steven Soderbergh befasst sich in „Contagion“ mit einem ernsten Thema, dass für viele Menschen vielleicht eher unwirklich scheint. Gerade auch weil der Film das misstrauische Verhalten der Bevölkerung gegenüber den Gesundheitsbehörden und der WHO nach der H1N1-Impfstoffpleite realistisch wiederspiegelt. Leider besteht nämlich immer mehr der Hang „Dr. Google“ zu fragen, weil das Internet „alles besser weiß“ und wie im Film kann man nur aus eigener Erfahrung bestätigen das Angst viraler ist als Bakterien oder Viren. Der Konsum des Films ist zum Glück völlig Keimfrei, ansteckend ist jedoch das Gefühl nach permanenter Sauberkeit. So überlegt man zwei Mal wie man Türen öffnet und wie abartig es eigentlich ist sich ständig ins Gesicht zu fassen, oder das Fahrgäste in der U-Bahn sich an der Stange festhalten bis ein Platz frei wird um sich anschließend hinzusetzten und mit der „kontaminierten“ Hand im Mund „herumspielen“. Dies zeigt der Film auch unmissverständlich, indem der Weg des Virus vom Tier zum Menschen gezeigt wird. Türklinken, Gläser, öffentliche Verkehrsmittel und viele Alltagssituation werden dem Zuschauer bewusst als enormer Risikofaktor verständlich gemacht und bekommen eine vollkommen neue Bedeutung. Wer sich mal von der Dramatik in einen Kinosessel fesseln lassen möchte um anschließend etwas paranoider durchs Leben zu gehen sollte sich von „Contaigon“ anstecken lassen. Ein äußerst spannendes und gleichzeitig realistisches Szenario wie unsere Welt zu Grunde gehen kann, ganz ohne 2012 Untergangsstimmung oder übertriebener Zombie-Apokalypsen. Hier besteht Kinopflicht!

November 4 2011, 9:35am

kino.to ist tot – die alternative Film-Distribution lebt

Die Schließung von Kino.to durch Organe der sächsischen Staatsgewalt ist eine Zäsur. Sie verändert die Art, wie deutsche Nutzer, vor allem die jüngeren, Kultur im Netz erleben. Einige Anmerkungen und provokante Thesen zu einer der wichtigsten deutschen Medienmarken und einer umstrittenen Kultur-Institution…

Die 3 Säulen der grauen Film-Distribution im Netz Es gibt drei populäre Alternativen, außerhalb des offiziellen Bezahl-Marktes im Netz an Filme zu kommen. Ich fasse sie als Alternative Infrastrukturen zur Distribution im Netz (AIDN) zusammen. (1) Filesharing: Eine komplizierte Architektur verbindet alle beteiligten Nutzer und Rechner zu einem dezentralen Netzwerk. Viele Einzelpakete, die zusammengesetzt einen Film ergeben, werden über verschiedene Knotenpunkte des Netzes an den Zielrechner geliefert. Ein wichtiges Merkmal ist, dass, ganz in Web2.0-Manier, jeder Downloader automatisch zum Uploader wird. (2) One-Click-Hosting: Seiten, etwa das viel genutzte Serien-Portal Serienjunkies, verlinken auf One-Click-Hoster wie die Schweizer Rapidshare, die die Inhalte zum vollständigen Download anbieten. Diese Hoster erlauben oft nur eingeschränkte kostenlose Downloads pro Tag, so dass einige Nutzer dort einen Premium-Account haben. (3) Streaming: Ein Portal wie Kino.to listet auch nur Links auf, Zielseiten sind aber in dem Fall Streaming-Portale. Auch diese haben ein Freemium-Modell, bei dem die kostenlose Nutzung zwar möglich ist, eine Premium-Mitgliedschaft aber ein komfortableres Streaming erlaubt. Da beim Filesharing standardmäßig jeder einfache Nutzer selbst zum Anbieter und Verbreiter der Inhalte wird, ist diese Variante juristisch am gefährlichsten. Deswegen hat es eine Verschiebung der Nutzung in Richtung One-Click-Hosting gegeben. Die Bedeutung von Kino.to Die Betreiber von Kino.to haben 4 Mio. tägliche Nutzer angegeben. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat sich dieser Zahl angeschlossen. Ein Wirtschaftswoche-Redakteur berichtete im Februar 2010 von „Schätzungen“ zwischen 200.000 und 400.000 täglichen Nutzern (nur leider bleibt er die Nennung der Quelle schuldig). Google Trends hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 1,2 Mio. ermittelt und für Juni 2011 etwa 400.000 Nutzer. Kolja Langnese, der gerade an einer Magisterarbeit über Web-TV schreibt, hat in seinem Blog All things considered die offiziellen Zahlen von Betreiber- und Behördenseite mit Marktforschungsdaten zum Online-Video-Konsum verglichen. Dabei hat er Kino.to als eigenes Medienangebot interpretiert, da es zwar nicht selbst gehostet, den Konsum der Videos aber initiiert hat. „Geht man davon aus, dass vier Millionen tägliche Nutzer vorsichtig geschätzt täglich mindestens vier Mio. Videos auf Kino.to schauen, kann man von monatlich mindestens 120 Mio. über Kino.to generierten Video-Abrufen ausgehen.“ Nach dieser Rechnung lag Kino.to zwar weit hinter dem Platzhirsch Youtube, ansonsten aber vor allen kommerziellen Streaming-Angeboten.

Abbildung: Kino.to vs. offizielle dt. Online-Video-Portale (Quelle: All things considered, Ausschnitt) Lob und Tadel von Kino.to Good Face Kino.to hat in der jüngeren Generation vermutlich mehr für die Verbreitung von Kultur getan, als es ARD, ZDF, Arte etc. auch nur annähernd vermocht haben, egal ob es sich um so genannte Hochkultur oder Pop-kulturelle Angebote wie die Simpsons handelte. Mit dem riesigen Pool an mehreren tausenden Serien, Kino-Filmen und Dokumentationen konnte man das Angebot geradezu als kulturelle Vollversorgung der jüngeren Generation bezeichnen. Im Gegensatz zu Filesharing und One-Click-Hosting mit den jeweiligen technologischen bzw. finanziellen Hürden und den juristischen Risiken, war die Schwelle bei Kino.to am niedrigsten. Die Segnungen durch die Befreiung von Inhalten wurden dem Nutzer-Mainstream also am ehesten durch Streaming-Anbieter nahe gebracht, vor allem durch die Nummer 1 Kino.to. Durch die kostenlose Verbreitung von Filmen und Serien im Netz, schaffen die AIDNs gesellschaftlichen Mehrwert. Sie schöpfen ihn in gewisser Weise aus dem Nichts, da nur ein Bruchteil der kostenlos Streams und Downloads einen Kauf substituiert. Kino.to hat Filme und Serien auch denen zugänglich gemacht, die nicht bereit oder nicht in der Lage waren, dafür zu zahlen. In der Regel hätten die Nutzer für den jeweiligen Film oder die Serie auch dann kein Geld ausgegeben, wenn sie ihn nicht kostenlos im Netz gefunden hätten. Sie hätten dieses Kulturprodukt schlicht nicht konsumieren können. Bad Face Die Seite, die durch die Befreiung von Inhalten vielen Menschen den Zugang zu Kultur erleichtert hat, hatte auf der anderen Seite ein sehr fragwürdiges Erlösmodell: Pornowerbung und falsche Fehler- und Virusmeldungen, die auf Abzockerseiten verlinkten. Vor allem die Kooperation mit Anbietern von Netz-Pornographie wirkt verstörend, wenn man die Leistungen von Kino.to aus einer linken Perspektive heraus betrachtet (und begrüßt). Mit dieser politischen Grundeinstellung geht einher, dass man gleichzeitig die warenförmige Produktion und Anpreisung von Pornographie tendenziell für frauenfeindlich und ausbeuterisch hält. Da kommt es einem befremdlich vor, dass diesen Anbietern über Kino.to zahlende Nutzer zugeführt wurden. Das Dilemma findet sich auch bei anderen Portalen. Auf Serienjunkies etwa offeriert ein Pop-Up „Frauen für jeden Geschmack“. Das stellt für mich das eigentliche moralische Dilemma solcher Dienste dar. Die Diskussion um einen schädlichen Einfluss auf die Kulturproduktion Als gängigstes Argument contra AIDNs wird angeführt, dass es bald keine Inhalte mehr geben wird, die man befreien könnte – weil nicht mehr produziert werden kann, was nur noch kostenlos konsumiert wird. Diese Vermutung wirkt auf den ersten Blick intuitiv und schlüssig. Sie wird sowohl von Anti-Piraterie-Lobbygruppen kultiviert, als auch durchaus von normalen Internet-Nutzern mit Stirnrunzeln vorgetragen (auch wenn diese dann doch die einschlägigen Dienste nutzen). Im September 2009 waren zwei Wirtschafts-Professoren dem Kern dieser These nachgegangen und haben in einer Meta-Studie der Harvard Business School alle Zahlen und Erkenntnisse zum Einfluss von Filesharing auf die Produktion von Kultur untersucht („File-Sharing and Copyright“, hier zusammengefasst). Sie kommen zu einem Ergebnis, das klingt, als wäre es einem Think Tank der Piratenpartei entsprungen: „Looking at aggregate output – the number of recordings, books, and movies produced every year – we see no evidence that file sharing has discouraged the production of artistic works.“ Wenn die Produktion kultureller Inhalte tatsächlich durch Streaming, Filesharing & Co. gefährdet würde, müsste das uns alle angehen. Wenn nicht handelt es sich schlicht um die partikularen Probleme etablierter Branchen-Vertreter, die durch eine neue Technologie ihre Verdienstmöglichkeiten bedroht sehen – während sie bei vorherigen technologischen Neuerungen profitiert hatten (die Einführung der CD, der DVD, der BlueRay). Sie haben eben zufällig gerade Pech gehabt. Komplementäre Produkte als Ausweg Die unbezahlte Verbreitung von Inhalten im Netz kann sich laut der genannten Studie sogar positiv auf die Erlöse auswirken, wenn die Kulturschaffenden bzw. die Produzenten geschickt genug sind, komplementäre Produkte anzubieten. Jedes kostenlos herunter geladene Lady-Gaga-Album erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Downloader irgendwann eines ihrer Konzerte besucht. Die Verluste durch gesunkene Verkäufe lassen sich durch steigende Konzert-Einnahmen kompensieren. Ein analoges komplementäres Produkt für die Film- und Fernseh-Industrie sind hochwertig aufbereitete DVDs. So hatte mir ein Freund erzählt, dass er erst alle Futurama-Staffeln als kostenlose Piraten-Kopien hatte und sie sich dann paradoxerweise doch als DVDs gekauft hat, als er das Geld dazu hatte. „Also im Endeffekt hab ich Futurama erst über die gebrannten DVDs richtig zu schätzen gelernt.“ Die wohl aussichtsreichste komplementäre Erlösmöglichkeit im Filmbereich wird allerdings nicht annähend ausgeschöpft, sondern überwiegend verschlafen: der verstärkte Einsatz von Product Placement. So sehr das Einbauen von Produktwerbung in Filme nervt, würde es doch eine Möglichkeit bieten, die Industrie mit den Piratennutzern zu versöhnen. Wenn der zu erwartende illegale Konsum eines Films in die Reichweitenplanung einbezogen würde, ließe sich jeder unbezahlt gestreamte oder herunter geladene Film in die Wertschöpfungskette der Filmproduktion integrieren. Zurück zu Kino.to Die Lücke, die die Aktion der sächsischen Staatsanwaltschaft hinterlassen hat, wird vermutlich sehr schnell von ähnlichen Seiten geschlossen werden. Movie2k etwa wird als heißer Kandidat für die Nachfolgeschaft diskutiert. Das ist jedoch nicht zwangsläufig. Bei diesem Anbieter-Typus lässt oft die Auflösung zu wünschen übrig, die Übertragung stockt und man wird von aufdringlicher Werbung belästigt. Die Film- und Fernseh-Industrie hat im Moment eine einmalige Chance, die Lücke mit einem überzeugenden kommerziellen Angebot zu füllen. Dafür müsste sie schnell eine stimmige Infrastruktur schaffen, und zwar am besten eine Anbieter-übergreifende Plattform mit guter Usability und einem stimmigen Preismodell. Dass der im Netz behäbig agierenden Branche das gelingt, ist allerdings zu bezweifeln. Und so gilt vermutlich: Goodbye Kino.to, hello Movie2k. Links: die Kino.to-Betreiber im Gulli.com-Interview (2009)/ Gespräch mit einem Uploader auf Netzfeuilleton.de

June 28 2011, 10:00am

Filmkritik: Drei

Vor fast zehn Jahren erschien Elementarteilchen des französischen Autors Michel Houellebecq. Mich hat das Buch und noch mehr der Film gelangweilt. Eine Dokumentation der Auswirkungen des Zwangs zur Selbstverwirklichung ist selten spannend, weil Menschen in dieser zwanghaften Situation uns täglich umzingeln. Drei von Tykwer hat eine ähnliche Ausrichtung. Offenbar ist in den mittlerweile 12 Jahren seit Erscheinen des Buchs nicht viel passiert in der Welt des Drehbuchautors. Ein Pärchen, das sein Auskommen in der Berliner Kulturszene findet, soll emotional erschöpft wirken. Auch hier hat man eine halbwegs spinnerte Mutter konstruiert und einen Sohn, der mit ihrer Weltsicht hadert. So weit so unspektakulär.Erweckt Tykwer die Personen des Drehbuchs zum Leben? Nein, erscheint seine Figuren zu hassen. Leider stellen die Schauspieler nur eine autistisch-narzistische Schwäche dar, an die eigenen Gefühle zu gelangen. Der gestaltete und verkopfte Tanz (Pas de trois) zu Beginn des Films steht Pate für eine choreographierte Initimität ohne Lebendigkeit. Mit ein bißchen zynischer Situationskomik, soll das Publikum offenbar eine Nähe zur spröden Personage aufbauen. Krebs und Tod kommen in einer verquasten, pseudolyrischen Manier daher. Sprechrollen als supporting acts werden lieblos an die Hauptpersonen gepappt und verschwinden genauso sang- und klanglos wie sie auftreten. Der Molekularbiologe in dieser Aufführung der Elementarteilchen kommt aus dem Osten und hat klischeegemäß kein Problem mit beiderlei Geschlechts eine Liaison einzugehen. Schade. An dieser Stelle oder beim ehemals rein heterosexuellen Simon wäre eine aufregende und spannende Zeichnung einer Person im Umbruch passend gewesen. Identitäten und Selbstmodelle. Aber die Personen fahren wie auf Schienen durch den Plot. Das passende Bild dazu ist der ewig autarke Simon auf seiner MZ mit Halbschalenhelm. Am Ende bekommt Sophie Rois auch noch ein Gefühl mit auf den Weg. Und wie stellt Tykwer ihre Überwältigung angesichts der Schwangerschaft nach 20 Jahren wilder Ehe dar? Ihr kullern drei Tränchen über die Wange, während sie ihre Kultursendung moderiert. Vor laufender Kamera. Ach ja, die dokumentarische Fiktion (fiktionale Doku?) kommt schon bei der Hodenkrebsoperation des Simon voll zur Geltung und will wohl eine kritische oder zynische oder humoristische Auseinandersetzung mit den Dokusoaps im bildungsfernen Fernsehen sein. Also: Der Plot gefällt. Das Drehbuch ist ein Witz. Die Regie stellenweise atemberaubend banal bis platt. Vielleicht ist das seine Kritik an der Intelligenzija in Berlin? Der Schnitt hat einige Fehler, auch einige Dialoge haben Anschlußfehler, der Ton ist stellenweise so schlecht, dass man das ständige Genuschele der Schauspieler wirklich nicht mehr als Ausdruck des savoir vivre der zugezogenen Berliner identifizieren kann. Selten einen so schlecht geangelten Ton erlebt. Die Kamera hält sich zurück. Fahrten erscheinen selten ambitioniert oder gestaltet und von einem guten Licht kann man im Orchester des mediokren mise en scene selten sprechen. Angesichts des völlig bindungsunfähigen Personals wirkt der Film eher wie gestrandete Wale. Irgendwer hat das Orientierungsorgan der drei Schauspieler so nachhaltig zerstört, dass ihnen nur noch die Illusion von Bindung bleibt. Dass diese Illusion nun ausgerechnet mit Sex aufrechterhalten werden soll, ist keineswegs neu. Erst recht nicht, wenn es eine Dreiecksbeziehung wird. Ein schönes Ende wäre 10 Minuten vor Schluß gewesen, als Hanna (Sophie Rois) ihren Mann und ihren Liebhaber in flagranti erwischt und in den Regen flüchtet. All diejenigen, die sich mit Selbstverwirklichungsarien gestalten und ausleben bis zur Unkenntlichkeit, die werden sich im Spiegel betrachten können. Ob das reicht? Tykwer findet das bestimmt reif und erwachsen.
Ich empfehle Tykwer dringend das Gespräch zwischen Woody Allen und Jean-Luc Godard, das ab und zu im TV läuft. Dort kann er sicher eine Menge lernen… Übrigens, wer einen berührenden Film über homosexuelle Liebe unter Männern sehen will, sollte Brokeback Mountain sehen. Dort leben die Figuren. Und wer den Wahn der Kulturschaffenden zum 12635. Mal präzise vorgeführt haben will, der möge Nachtblende mit Klaus Kinski und Romy Schneider nochmal ansehen. Ansonsten ist das Beste, was ich über Drei sagen kann ist, dass er ein Ästhetik des Fernsehens transportiert. Vielleicht sollte ihn nicht im Kino sehen, sondern im TV. Er hat etwas von einem engagierten Kultur-Film für den Sonntagabend bei einem Glas Wein und einem gepflegten Schock für den verunsicherten Mann Endes des 2. Jahrtausends. Jetzt, wo die professionelle Emma als Kriegsberichterstatterin für die BILD unterwegs ist, Esther Vilar den heute 30jährigen unbekannt ist, wirkt das Ganze hilflos. Insofern ist der Film grandios, weil er daran scheitert, das Scheitern zu zeigen.

January 10 2011, 10:00am

Guinness: Smallest Stop-Motion Film

So klein und schon einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde:

January 7 2011, 10:15am

Filmography 2010

As the end of the year rolls around, many people start to think about cataloging the year in media. Over the last few weeks, and into the next few weeks, newspapers and magazines will publish their top 10 movies, songs, or albums. YouTube user Gen I. didn’t waste time with the top 10 or even 50 movies this year, and didn’t use a list as the easy way out. Instead, in “Filmography 2010,” she mashes up over 250 films that came out this year in a mesmerizing semi-narrative. Check out the video after the jump.

December 15 2010, 12:00pm

Video: Nikon D7000 music video

The internet and services like YouTube have been great levelers in terms of distribution: even home videos of your children can be seen hundreds of millions of times. We’re still waiting for the playing field to be leveled at the production stage, but the HD video capabilities of new digital SLR cameras are bringing us closer to that reality. Fenchel & Janisch Filmproduktion, based in Frankfurt, have made in important step by releasing this week the first HD music video shot fully on one of these cameras, and it looks great. See the music video in full HD after the click!

October 8 2010, 12:00pm

Video: “Sintel” trailer

Today, if all goes according to plan, the Blender Foundation releases their latest animated short, “Sintel,” free on the internet. This release is remarkable because Blender, the software they use and help develop, is a free competitor to the hyper-expensive animation suites in popular usage, and because the team is extremely international and collaborates remotely. That and their films are always released for free download! Click through for the trailer to Sintel, and keep an eye on their page for the full release.

September 30 2010, 12:00pm

Video zum Wochenende

Unsere Jugend wird immer dümmer? Die hängen nur im Internet rum und holen sich dort lauter Viren beim Gruscheln? Manche schon. Andere nicht.

September 10 2010, 10:30am

Verzauberte Welten

Deanna Molinaro hat ihre ganz eigene ästhetischen Vorstellung und auch eine besondere Beziehung zum Happy End an sich.

September 6 2010, 5:05pm

Der GoogleStreetView-Film

Ich bin zwar kein uneingeschränkter Befürworter von Google Street View (auch kein absoluter Gegner, sondern eher noch im Meinungsbildungsprozess befindlich), aber dieser ziemlich prozessorintensive HTML5-Film ist dermaßen inspirierend, dass ich Streetview doch ein wenig dankbar bin, dass es uns das Bildmaterial dafür geliefert hat. #WHOWEFFEKT #ganzgrosseskino

September 2 2010, 12:46pm

The Dark Side: must left you keep

August 27 2010, 9:55am

Just: Words

Sehr sehenswertes Video nach dem Click…

August 25 2010, 9:36am

Patent Absurdity: Doku zu Software-Patenten

Es gibt Themen im Netz, die sind immer irgendwie präsent und trotzdem schwer zu fassen. Software-Patente gehören dazu. Vor einigen Wochen ist ein englischsprachiger Dokumentarfilm angetreten, das Thema auch Laien näher zu bringen: “Patent Absurdity“, veröffentlicht unter CC BY-ND. Wie jeder gute Dokumentarfilm versucht “Patent Absurdity” nicht, Neutralität vorzugaukeln – hier ist klar, dass man auf Seite der Patente-Gegner ist. Aber worum geht es eigentlich? Ich habe mir für euch den Film angeschaut und meine Eindrücke aufgeschrieben. Patent Absurdity: gute Einführung ins Thema mit vielen interessanten Gesprächspartnern, aber zu wenig emotionaler Strahlkraft “Patent Absurdity” setzt auf den berühmten “Bilski v. Kappos”-Fall, der vor dem Supreme Court 2010 verhandelt wurde. Es ging um ein Patent auf eine Geschäftsmethode, das aber große Auswirkungen auf die Software-Industrie gehabt hätte. Grundfrage ist, ob mathematische Prozesse, wie sie in der Programmierung vorkommen, überhaupt schützenswert sein sollen. Die Position der Filmemacher ist klar: Sie sollten es nicht, weil sie Werkzeuge zur Erreichung bestimmter Ziele sind und Patente technologischen Fortschritt aufhalten. Der Film erläutert, wie Software-Patente zu Klagekriegen führten (übrigens schön visualisiert) und Unternehmen zwangen, Patente “for defensive reasons” (James Bessen, 12:42) zu erwerben, um im Notfall zurückklagen zu können. Er berichtet von dem Problem, das kaum jemand abschätzen kann, wie weit ein bestimmtes Patent reicht. Und er spricht von der enormen Zahl von 200.000 Software-Patenten, die kaum jemand noch überblicken kann. Hinter all dem steht die Perspektive des Software-Entwicklers, der eine Idee für ein Programm hat – und der sich nicht davor schützen kann, irgendein Patent zu verletzen und angreifbar zu werden. Das Schönste am Film kommt aber ganz am Ende, wenn gezeigt wird, welche Auswirkungen Patente auf die Musik gehabt hätten. Wenn immer mehr musikalische Elemente patentiert worden wären (etwa Akkordfolgen oder Besetzungen mit Instrumenten), würde Musik immer mehr zerstückelt werden – wie die Symphonie, die erhaben anfängt und schließlich immer mehr ihrer Bestandteile verliert. Das ist eindrucksvoll gemacht, und man wünscht sich, “Patent Absurdity” würde noch mehr solcher Gestaltungsmittel finden. Sie machen das Thema plastisch und nachvollziehbar – während die vielen Interviews zwar aus erster Hand von den Problemen berichten, den Zuschauer aber nicht emotional packen. So bleibt “Patent Absurdity” ein guter Film, dem es etwas an emotionaler Ansprache des unbedarften Zuschauers fehlt – schade, denn damit hätte er ein großer Film werden können. Bildnachweis: Filmplakat steht unter CC BY-SA (Luca Lucarini) – und dieser Text damit auch.

July 13 2010, 2:50pm

Crowdsourcing-Doku: Ridley Scott, YouTube und du

Sind zwar noch 11 Tage Zeit, aber Vormerken und Ideen Sammeln geht schon jetzt: Am 24. Juli 2010 läuft “Life in a Day“, das Projekt von YouTube und Ridley Scott. Einen Tag lang hat die ganze YouTube-Welt Zeit, Videosequenzen aus dem eigenen Leben einzustellen. Regisseur Kevin MacDonald sichtet und kategorisiert das Material, Ridley Scott (Regisseur von “Alien” und “Blade Runner”, Produzent von “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford”) produziert. Uraufführung des Dokumentarfilms ist im Januar 2011 beim Sundance Filme Festival, anschließend gibt’s ihn auf YouTube zu sehen. [via Fünf Filmfreunde]

July 12 2010, 1:10pm

Kino-Preview: Inception

Christopher Nolan (Memento, Insomnia, Batman Begins & The Dark Knight) wird uns wieder mit einem außergewöhnlichen Film ins Kino entführen. Diesmal sind Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe und Michael Caine dabei:

July 9 2010, 12:02pm

Kubrick vs. Scorsese

via kraftfuttermischwerk

June 22 2010, 12:00pm

Pew-Studie: Neues aus der Online-Video-Welt

Sieben von zehn Internetnutzern und damit die Hälfte der erwachsenen US-Amerikaner nutzen das Web um Videos anzusehen. Junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren sind weiterhin diejenigen, die am meisten online Filme ansehen. Die ganze Studie gibt es kostenlos hier.

June 8 2010, 1:47pm

Netzpiloten-Cinema: rip! A remix manifesto

Ein vielfach ausgezeichneter Film des Dokumentarfilmers Brett Gaylor rund um das Thema REMIXING mit allen bekannten Größen, die zu diesem Thema schon einmal etwas gesagt haben – aus der Sicht der Akteure, also der Kreativen und der Genießer. The film’s central protagonist is Girl Talk, a mash-up musician topping the charts with his sample-based songs. But is Girl Talk a paragon of people power or the Pied Piper of piracy? Creative Commons founder, Lawrence Lessig, Brazil’s Minister of Culture Gilberto Gil and pop culture critic Cory Doctorow are also along for the ride.

June 1 2010, 10:00am

David Lynch: Interview Project

Regisseur ist seit seinem Film “Blue Velvet” mit Dennis Hopper und Isabella Rosselini zum Kultfilmer avanciert. Jetzt hat er ein neues wirklich spannendes Projekt initiiert, das Interview Project.

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via karrierebibel

March 4 2010, 4:25pm

Open Source Filme: Freie Werke fürs Auge

Das Netz ändert unser Leben, und es ändert auch unsere Kunst. Ein Beispiel dafür ist der Open Source Film, der den Ansatz der Open Source Software auf die Herstellung und Distribution von Filmen überträgt. Open Source Filme stehen unter einer freien Lizenz, etwa unter Creative Commons. Die Rohmaterialien der Filme können von jedem heruntergeladen werden. Die Dateien müssen dabei in einem Format zur Verfügung gestellt werden, das eine Bearbeitung mit freier Software erlaubt. Somit wird es möglich, dass jeder die Werke bearbeiten und neue Versionen zur Verfügung stellen kann. Die bisher erschienenen Filme kann man IMHO in drei Kategorien einteilen.

Alternative Plattform für junge Filmemacher

Zunächst einmal sind Open Source Filme ein Mittel, um sich in der Filmbranche zu etablieren oder eine alternative Filmbranche aufzubauen. Das ambitionierte Projekt Valkaama von Tim Baumann beispielsweise wurde vor ein paar Tagen in einer Version mit musikalischer Begleitung von Michael Georgi veröffentlicht. Valkaama ist einer der wenigen Open-Source-Filme in Spielfilmlänge. Das Drama spielt im Norden Finnlands und erzählt von der gemeinsamen Reise zweier ungleicher Protagonisten – dem lebensdurstigen Dichter Lasse und  dem düsteren Magnus, der Anderen beim Suizid hilft. Gemeinsam suchen sie nach Valkaama, einer idealen Gemeinde fern ab der Zivilisation. Der poetische Film wartet mit einer plötzlichen Wende auf, als sich das Schicksal der beiden erfüllt. Baumann hat den Film unter die sehr freie Creative Commons BY-SA Licence gestellt. Valkaama gibt’s als Torrent und als normalen Download.

Auf eine andere Ästhetik setzt das Projekt Route 66. Stilistisch lässt sich der Film als Road-Movie im Gonzo-Ansatz beschreiben. Die Schnitte und stilistischen Elemente geben dem Werk eine gewisse Fieberhaftigkeit, die gut zum Thema einer rastlosen (und etwas chaotischen) Reise passt. Auch Route 66 kann frei von der Homepage heruntergeladen werden.

Animierte Filme Häufig sind animierte Kurzfilme, meist auf Basis der Open-Source-Software Blender. Ein Beispiel ist der Kurzfilm “Elephants Dream“, der eine skurrile Geschichte von zwei Figuren in einer eigenartigen Maschine erzählt und dabei mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet.

Wer eher auf pelzige (teils freundliche, teils garstige) Tierchen steht, dürfte an “Bick Buck Bunny” mehr Spaß haben.

Open Source als Quell der Kreativität Open Source Filme finden sich weiterhin in einer Reihe von Kunstprojekten. Hier soll der Ansatz die Kreativität anregen. Ein Beispiel ist Stray Cinema. Jedes Jahr werden Rohmaterialien zur Verfügung gestellt, die von der Community zu 2-minütigen Kurzfilmen geschnitten werden. Jeder Regisseur wählt dabei einen anderen Ansatz und gibt dem Material eine persönliche Note. Die Community stimmt außerdem ab, welche der Einreichungen beim jährlichen Screening gezeigt werden sollen. Der große Traum: 2011 soll David Lynch das Rohmaterial liefern. Ich bin gespannt, was daraus wird.

Mehr Filme Die bisher beste Übersicht über Open Source Filme habe ich bei der englischen Wikipedia entdeckt, die in ihrer Liste von Open Content Filmen eine Reihe von Open Source-Filmen neben anderen offenen Werken listet. Wenn ihr eine andere Sammlung kennt, ab damit in die Kommentare!

February 12 2010, 9:45am

Totalüberwachung: „We live in Public“

„Früher waren Tiger und Löwen Könige des Dschungels – und dann sind sie im Zoo geendet. Ich glaube, wir sind auf dem selben Weg“ sagt der Mund von Josh Harris, der früher in diesem Trailer als „der größte Pionier des Internets, von dem man noch nie gehört hat“ bezeichnet wurde. „We Live in Public“ heißt der Film, der sein ziemlich – nun, nennen wir es einmal ereignisreiches Leben erzählt. Vom Material her kein Problem – hatte Harris doch schon in den frühen 90ern den Online–TV–Sender „Pseudo“ gegründet, ein Sozialexperiment von einem Sender, das viele in den USA als „Warhol–artig“ beschrieben. (In Wahrheit soll das alles nur ein Fake gewesen sein, gab Harris 2008 bekannt – lange nach der vollkommenen Pleite des Projekts). An der Schwelle des neuen Milleniums, Anfang 2000, startete er ein wüstes Projekt namens “Quiet”. Das Konzept: Ein Haufen bunt zusammengewürfelter Künstler in einem Big–Brother–Kamerasetting in einem New Yorker Bunker. Überall Kameras, auf dem Klo, in der Dusche. Doch das genügte Harris nicht - mit seinem Projekt „We Live in Public“, das auch dem Film seinen Namen gab, ließ Harris sich selbst totalüberwachen, in seiner Wohnung. Mit Kameras auf Toilette, im Kühlschrank und Infrarotaufnahmen im Bett mit seiner Partnerin. Und er filmte sich weiter, auch als die Kameras dokumentierten, wie sein Leben den Bach herunter ging. Die Frau ihn verließ. Seine ganz persönliche Dotcom–Blase platzte. Konsequente Vollüberwachung. Ohne Mitleid. promo All das – so zumindest verspricht der Trailer – ist im Film dokumentiert. Die Zuschauer beim amerikanischen Sundance–Festival waren von dem Ergebnis so fasziniert, dass sie es auszeichneten. Überhaupt scheint Harris ein Mann für pathetische Sätze zu sein. „Zuerst werden alle das Internet mögen. Aber es wird einen fundamentalen Wandel im Zustand des Menschen geben. Eines Tages werden wir aufwachen und merken, dass wir Sklaven geworden sind. Es hat uns gefangengenommen“, sagt er im Filmtrailer. Doch beunruhigenderweise hat er damit in einer Zeit, in der Facebook, Twitter & Co. unser Leben besser dokumentiert machen als je zuvor, ja auch ziemlich recht. Die Wired schrieb in einem Artikel über sein Projekt schon 2000: “When TV first came out, it had an impact like a social atomic bomb,” he says. “But the mode of intimacy that I’m presenting, which we’ll experience via the Net, is going to be bigger.” Im selben Artikel wird Harris als wahnsinnig durchschnittlicher Durchschnittstyp präsentiert. Häufig scheinen Journalisten Hin und Her gerissen, was sie von Harris halten sollen: In einer Minute beantwortet er eloquent Fragen, in der nächsten werden seine Antworten krude. So behauptete er gegenüber sky news, er habe für sein Überwachungsprojekt “We live in Public” seine damalige Partnerin gezielt gecastet - fünf Jahre zuvor und ohne deren Wissen. Einem Journalisten der New York Times gegenüber behauptet er, das FBI sei hinter ihm her gewesen. Im gleichen Portrait wird ein ehemaliger Mitarbeiter zitiert: “Josh was and is very complicated,” said David Bohrman, who once was chief executive of Pseudo and is now a senior vice president and the Washington bureau chief for CNN. “There are moments of insight and moments of craziness.” Und doch hat er ja offenbar schon lange vor fast allen anderen die interessante Frage aufgeworfen, wie Technik und Medien unser menschliches Zusammenleben diktieren und unsere individuelle Identität formen. Die “Zeit” präsentierte als “Medienexperimentator”, der behauptet, die Menschen wollten einfach überwacht werden. Wer ist dieser Harris also – ein schillernder Netzvisionär, ein geldverbrennender Dotcom–Dampfplauderer oder einfach ein durchgedrehter digitaler Nostradamus? Um diese Frage beantworten zu können, würde es wahrscheinlich helfen, sich den Film anzusehen. Doch das ist bislang leider bislang nur Menschen in den USA, Kanada und Großbritannien vorbehalten. Fotos: Donna Ferrato (oben), Eamon Madigan (unten)

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40 motivierende Reden in zwei Minuten

In Video von nur zwei Minuten gibt’s hier die Kampf- und Motivationsreden von 40 Kinoklassikern. Sehenswert! Erkennst du alle Filme wieder?

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