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Heldenmarkt, ein nachhaltiger Erfolg

Bio, Recycling und Fairtrade: am 13. Und 14. November wurde der Postbahnhof am Ostbahnhof in Berlin zur nachhaltigen Zone. Der zweite Heldenmarkt zog 5000 Besucher an und die Schlange vor der Tür ging zeitweise bis über die Straße. Das breite Angebot der Aussteller reichte von Bio-Lebensmitteln und veganer Kosmetik bis zu nachhaltiger Kleidung und Recycling-Möbeln. Zudem gab es Informationsstände von Dienstleistern, beispielsweise für grünen Geldanlagen, wie der GLS-Bank oder dem Baumsparvertrag.

Insgesamt 102 Aussteller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen ihre Produkte vor und klärten die Besucher über verschiedenste nachhaltige Ansätze auf. Im Rahmenprogramm gab es zahlreiche Mitmach-Aktionen für Klein und Groß sowie eine Vortragsreihe mit Berichten über Trinkwasser oder . Mein persönlicher Favorit war der Vortag über Bienenhaltung und Berlin als Bienenparadies. Einige meine Lieblingsprodukte vom Heldenmarkt möchte ich auch noch vorstellen, natürlich ist das nur eine kleine Auswahl des großen Angebotes.

Dieses Gerät habe ich am Stand von Elemental gefunden. Was aussieht wie die Rose vom kleinen Prinzen unter der Glasglocke ist ein ökologischer Luftreiniger. Andrea Air heißt das futuristische Stück und es enthält ein preisgekröntes Filtersystem, das aus einer normalen Zimmerpflanze einen vollbiologischen Luftreiniger macht. Und Abends lässt es sich noch effektvoll beleuchten.

Als Upcycling nennt man wohl das, was Lockengelöt betreibt. Die Hamburger werten gebrauchte Gegenstände auf, indem sie sie einem neuen Gebrauch zuführen. Direkt aus St. Pauli kommen auch diese charmanten Öffner, die in ihrem früheren Leben einmal Kickerfiguren waren. Es gibt sie, wie hier, als Korkenzieher, aber auch als Flaschenöffner. Kann man beim nächsten Hertha Spiel stillvoller sein Bier öffnen?

Grüne Elektronik, vom USB-Stick bis zur Dynamo-Taschenlampe gab es bei Vireo. Aus Materialien wie Holz oder Bio-Mais-Paste gab es gleich eine ganze Reihe formschöner und umweltfreundlicher Produkte, von denn ich noch nie gehört hatte. Besonders angetan hat es mir diese Massivholz-Tastatur, die gleich in drei verschiedenen Holzsorten daher kam.

Meine Mädchenseele hat sich sofort in die recycelten Notizhefte, Tagebücher und Reisejournale von Sukie verliebt, die ich bei schœner.wærs.wenns.schœner.wær am Stand gefunden habe. Ihr farbenfrohes Innenleben macht jede Notiz zum Erlebnis.  Die vielen anderen schönen Produkte von ihrem Stand gibt es glücklicherweise auch im gleichnamigen Concept Store in Berlin, Kreuzberg.

Das sind natürlich nur einige der vielen schönen Produkte, die es auf dem Heldenmarkt zu sehen und zu kaufen gab. Wer jetzt neugerig geworden ist:  Der nächste Heldenmarkt ist bereits in Planung:
Er wird am 26./27. März 2011 wieder im Berliner Postbahnhof am Ostbahnhof stattfinden. (Fotos; Silke Lambers, http://www.heldenmarkt.de)

November 30 2010, 9:58am

Keine Brücken aber Minenfelder für Erneuerbare

Die Energieszenarien der Gutachter beinhalten bereits in den nächsten Jahren starke Einbrüche bei Wind- und Solarausbau. Sowohl der Neubau von Photovoltaikanlagen als auch die Installation von Windparks sollen drastisch abnehmen. Wie sehen das alles die Grünen? Hans-Josef Fell, Sprecher für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, erkennt in den Energieszenarien der drei Gutachter Bundesregierung nichts Gutes: Im Vergleich zu heute solle der jährliche Ausbau der Photovoltaik auf etwa ein Viertel gekürzt werden, bei Wind-Onshore soll auf rund ein Drittel. Nach 2020 solle der Ausbau der Photovoltaik und Windkraftanlagen mehr oder weniger zum Erliegen kommen. Dies liegt seiner Ansicht nach diametral im Gegensatz zu einem anderen Papier. Erst vor wenigen Wochen hatte die Bundesregierung unter der CDU/FDP-Koalition einen Aktionsplan für Erneuerbare Energien nach Brüssel verschickt. Darin war ein Ziel von 51 Gigawatt für Photovoltaik (Sonnenenergie) bis 2020 angegeben, was bereits eine Kürzung des derzeitigen Ausbaus beinhaltet hatte. In den jetzt von EWI, Prognos und GWS vorgelegten Szenarien wird nur noch von einem Ausbau auf 33 GW ausgegangen. Damit hätte Deutschland bereits Ende dieses Jahres rund die Hälfte installiert. Bis 2020 würden dann jährlich nur noch 1,6 GW zugebaut werden – weniger als die Hälfte des bisherigen Regierungsziels. Aus Sicht von Fell wäre dies das Ende der deutschen Solarwirtschaft, sollten sich diese Zahlen in der bevorstehenden EEG-Novelle widerspiegeln. Die Pläne der Bundesregierung beinhalten keine Brücken sondern Minenfelder für Erneuerbare Energien Noch drastischer sieht es beim Wind aus: Denn dann müsste der Wind-Onshore-Ausbau sogar auf 0,6 GW jährlich zurück gefahren werden. Zum Vergleich: Letztes Jahr wurden knapp zwei GW Windenergieanlagen zugebaut. Es ist daher kein Wunder, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Stromsektor deutlich niedriger ausfallen wird, als dies vor kurzem noch nach Brüssel vermeldet wurde. Biomasseanlagen sollten nach 2020 gar nicht mehr gebaut werden, deutet Fell die drei Gutachter. Dies wäre auch das Ende der deutschen Biogaswirtschaft. Einen Ausbaustopp sehen die Studien auch für die Wasserkraft vor. Es ist auch kein Ausbau bei der geothermischen Stromerzeugung vorgesehen. Fell sieht auch einen grund für die vernichtenden Einschätzungen der Gutachter: Das konzernnahe Bundeswirtschaftsministerium hatte sich mit Erfolg dafür eingesetzt , dass konzernnahe Forschungsinstitute beauftragt werden. Mittlerweile hat sich sogar heraus gestellt, dass das EWI eine Art Subunternehmen von E.ON und RWE ist. Auerßdem war offensichtlich, dass die Bundeskanzlerin das Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen der Bundesregierung totgeschwiegen hat. Anlass für tiefes Misstrauen bot auch das Verhalten der Bundesregierung gegenüber den Parlamentariern: Alle Fragen nach den Rahmenbedingungen, die den Instituten mit auf den Weg gegeben wurden, wurden abschlägig beschieden. Das Schweigen schien strategischer Natur sein, denn selbst als der Zwischenbericht regierungsintern schon auf dem Tisch lag, wurden noch Fragen der Opposition damit beantwortet, dass noch gar nicht klar sei, was die Rahmenbedingungen für die Berechnungen seien. Das verfassungsrechtlich manifeste Befragungsrecht der Volksvertreter wurde aus Sicht von Hans-Josef Fell auf diese Weise ad absurdum geführt. Die Bundesregierung forciert Laufzeitverlängerungen der AKW zugunsten der Atomkonzerne. Es haben sich damit genau die Befürchtungen bestätigt, die schon früh im Raum standen: Die Laufzeitverlängerungspläne schaden massiv dem Ausbau erneuerbarer Energien. Laut den Grünen nimmt die Bundesregierung dabei auch in Kauf, dass statt der erhofften 500.000 Arbeitsplätze für Erneuerbare Energien bis 2020 eine Halbierung gegenüber heute stattfindet.

September 2 2010, 10:02am

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