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Eltern & Web: Kinder gucken Musik

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es ums Musikfernsehen. Ist das ein harmloser Spaß oder ein für Kinder und Jugendliche ungeeignetes Programm? Frage: Meine Tochter ist 13 Jahre alt, Musik und Stars bedeuten ihr alles. Am liebsten guckt sie Musikfernsehen. MTV empfangen wir nicht mehr, seitdem dröhnt fast pausenlos VIVA durchs Wohnzimmer. Ist Musikfernsehen ein harmloser Spaß oder sollte ich auch das Gucken von Videos begrenzen?

Antwort: Ob MTV, das seit Anfang des Jahres tatsächlich nur noch im Bezahlfernsehen sendet, oder VIVA – das Programm unterscheidet sich nicht wesentlich. Beide Sender gehören – wie übrigens auch Comedy Central Deutschland und Nickelodeon Deutschland – zum großen Viacom Konzern. Manche Sendungen, wie zum Beispiel „SpongeBob“, kann man auf mehreren Viacom-Sendern sehen. Musikvideos, wie Ihre Tochter sie liebt, sind wie jedes andere Medienprodukt eine Darstellung inszenierter Wirklichkeit zu einem bestimmten Zweck. Deshalb kann man den unreflektierten und übermäßigen Konsum auch hier nicht empfehlen. Da Berühmt- und Schönsein im Moment offenbar wichtige Themen für Ihre Tochter sind, sollten Sie die Inszenierungen hinterfragen, am besten mit ihr gemeinsam. Prüfen Sie doch einmal kritisch die Menge von verzerrten Darstellungen der Geschlechterrollen oder jene der unangemessenen Schönheitsideale, die Ihrer Tochter im Fernsehen begegnen. Am wirkungsvollsten wird das, wenn Sie die Lieblingssendungen oder -Videos ihrer Tochter aufzeichnen und immer, wenn Sie eine solche Darstellung sehen, den Film kurz anhalten. Das funktioniert auch bei Zeitschriften: eine Collage, zusammengestellt aus all dem Künstlichen, das dort gezeigt wird – das gibt eine schöne, am Ende aber doch entlarvende, beinahe erschreckende Schnipselei. Das ist jedoch nur ein kritischer Aspekt. Der andere ist, dass im Musikfernsehen neben den Musikvideos auch andere Sendungen im Programm sind, die für Kinder und Jugendliche völlig ungeeignet sind. Sex und Dating stehen häufig im Mittelpunkt, wobei auch hier die Menschen auf ihr Äußeres reduziert werden, zum Beispiel in „Undateable”. Gewalthaltige Sendungen wie die Reality-Action-Trash Sendung „Jackass” laufen ebenso wie Programme, in denen Menschen andere bewusst hintergehen und vorführen wie „Pranked” (zu deutsch: „Reingelegt“) oder „Rude Tube”. Befragungen von Kindern haben ergeben, dass auch Kinder es nicht schätzen, dass diese Programme in „ihrem” Musikfernsehen laufen. Da hilft wirklich nur: Abschalten. Die stark sexualisierten und häufig auch gewalthaltigen Darstellungen in den Musikvideos bleiben ein Problem. Eine Lösung könnte darin bestehen, dass Sie zunächst in Absprache mit Ihrer Tochter die Zeit begrenzen, die sie täglich mit Musikvideos verbringen darf. Zweitens sollten Sie vereinbaren, dass sie beide – zumindest ab und zu – gemeinsam Clips anschauen und darüber reden, was da tatsächlich gezeigt wird. Und als Drittes könnten Sie ein festes Budget vereinbaren, für das Ihre Tochter wöchentlich oder monatlich die aktuellen Hits im Netz einkaufen kann. So kann sie die Musik hören, die sie liebt, ohne den Bildern ausgeliefert zu sein.

July 8 2011, 11:00am

Kinder und das Schmuddelnetz

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es um Schmuddeliges im Netz: Was tun, wenn ein Kind auf ungeeignete Inhalte stößt?

Frage: Mein zehnjähriger Sohn kennt sich schon ganz gut aus im Internet und darf ab und zu alleine surfen. Meist spielt er dann kleine Browser-Spiele. Manchmal benutzt er aber auch Suchmaschinen. Dabei ist er vor kurzem auf eine Pornoseite gelangt und war geschockt. Dürfen diese Seiten eigentlich frei zugänglich sein? Und wie kann ich verhindern, dass so etwas noch einmal passiert?

Antwort: Kinder sind oft verstört, wenn sie mit Pornos konfrontiert sind. Auch deshalb ist die Verbreitung von Pornografie in Deutschland unter Hinweis auf den Jugendschutz stark eingeschränkt, jedoch nicht verboten . Erwachsenen darf also alles angeboten werden, Kindern und Jugendlichen nicht. Mit anderen Worten: Die deutschen Gesetze haben dafür gesorgt, dass der Schmuddelkram, den Ihr Kind gesehen hat, jedenfalls nicht von einem deutschen Server kam.

Das tröstet und hilft in der Praxis wenig, zeigt aber das Problem auf: Diese pornografischen Darstellungen finden sich ebenso im Netz wie harte Gewaltdarstellungen und sie sind ebenso leicht zu erreichen wie jede andere, harmlose Seite auch. Die Zahl jugendgefährdender Inhalte hat in den letzten Jahren sogar zugenommen , doch die Server stehen häufig im Ausland und unterstehen somit nicht deutschem Recht.

Was können Sie tun, um Ihr Kind zu schützen? Zum Beispiel könnten Sie eine Kinderschutzsoftware installieren, die ungeeignete Seiten blockiert – wenn sie diese denn erkennt . Zusätzlich oder stattdessen könnten Sie alle Seiten, die Ihr Kind gern besucht, als Lesezeichen speichern. Damit verhindern Sie, dass Ihr Kind, wenn es sich nur einmal vertippt, auf eine Seite mit ungeeignetem Inhalt gelangt, oder auch nur auf eine Seite, die zum Beispiel per Werbebanner auf ungeeignete Seiten eweiterleitet. Auch das Nutzen einer Kinder-Suchmaschine hilft. Dort werden die ungeeigneten Seiten gar nicht erst in den Suchergebnissen aufgelistet.

Auf jeden Fall sollten Sie problematische Inhalte bei einer der Meldestellen gegen Missbrauch im Netz anzeigen, zum Beispiel bei der Internet-Beschwerdestelle , die auch ein Formular zum Melden bietet – eine Anzeige dort ist auch anonym möglich.

Letztlich können Sie aber nicht total sicher sein, dass Ihr Kind niemals auf Pornos im Internet stößt. Mit den genannten Schritten können Sie jedoch dafür sorgen, dass Pornos nicht wiederholt einfach so, quasi aus Versehen, auf dem Bildschirm erscheinen.

In jedem Fall sollten Sie darauf achten, wo Ihr Kind surft. Dazu können Sie natürlich daneben sitzen, aber das kommt schon bei unter 10-Jährigen nicht mehr gut an. Außerdem sollen die Kinder ja gerade lernen, selbstständig zu surfen. Ich schlage vor, dass Sie in Absprache mit dem Kind ab und zu die Chronik der besuchten Seiten anschauen. Dann können Sie die Seiten, die Sie für problematische “Türoffner” zu ungeeigneten Seiten halten, gemeinsam prüfen und Ihr Kind gleichzeitig auf Stolperfallen hinweisen.

Mindestens genau so wichtig ist es aber, dem Kind zu signalisieren, dass es zu jeder Zeit und mit jeder Website zu Ihnen kommen kann, um Ihnen zu erzählen, wenn es etwas Seltsames, Verstörendes oder Beängstigendes gesehen hat: Ganz allein damit fertig werden zu müssen, weil man womöglich etwas Verbotenes getan hat, ist einfach zu viel verlangt.

June 24 2011, 10:15am

In Facebook steht, wie es den Kindern geht

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es um Facebook für Teenager: Dürfen ratlose Eltern die Profile ihrer Kinder ausspionieren? Wie es meiner Tochter (15) wirklich geht, erfahre ich eigentlich nur noch über Facebook, wo sie, glaube ich, vergessen hat, mich von ihrer Freundesliste zu streichen. Natürlich poste ich nie etwas. Ich schleiche hinein, schaue mich um und schleiche wieder hinaus. Mein Gewissen lässt mir allerdings keine Ruhe: Ist das schon Stalken oder ist es als Notlösung für eine gewisse Zeit vertretbar? Wenn Sie tatsächlich ohne das Einverständnis Ihrer Tochter deren Facebook-Existenz stalken, ist das ganz klar ein Vertrauensbruch. Allein der Begriff des Stalkens beinhaltet, dass die derart Verfolgten dabei Schaden nehmen. Aber stalken Sie wirklich? Es geht hier nicht um Haarspalterei bei der Wortwahl, aber ist das, was Sie tun, auch nur ungefähr ein „obsessives und unnormal langes Muster von Bedrohung durch Belästigung“ zulasten Ihrer Tochter? Wahrscheinlich beobachten Sie, was Ihre Tochter postet, verfolgen ihren Beziehungsstatus, ihre Unternehmungen und die Veränderungen auf ihrer Freundesliste. Wenn Sie dies heimlich tun, ist das zwar ein Vertrauensbruch, aber Stalken ist es nicht. Ihre Frage zielt aber wohl auf etwas anderes: Sie sind mit Ihrer Tochter nur noch auf Facebook „befreundet“, aber im echten Leben ist kein Gespräch darüber möglich, wie es ihrer Tochter geht. Von „Freundschaft“ kann da also keine Rede sein. Wahrscheinlich sind sie seit den ersten Tagen Ihrer Tochter im Netzwerk auf dieser Liste. Vielleicht wollten Sie ihr zu Beginn ein wenig über die Schulter schauen und ihr helfen, ihr Profil benutzen zu lernen? Wenn Ihre 15-jährige Tochter das Netzwerk schon eine Weile nutzt, um Kontakte zu pflegen und ihre Stimmung zu kommunizieren, kann man davon ausgehen, dass sie inzwischen ganz gut Bescheid weiß über die verschiedenen Funktionen. Sicher durchschaut sie, welche Personen welche Informationen ihres Profils einsehen können. Worauf ich hinaus will: Vielleicht hat ihre Tochter gar nicht vergessen, Sie von der Freundesliste zu streichen. Vielleicht stehen sie darauf, damit sie ab und zu mitbekommen können, wie es ihr geht – allerdings zu Bedingungen, die Ihre Tochter bestimmt. Hier ist der medienpädagogische Hinweis nicht genug. Denn ob Sie aus Versehen oder absichtlich noch auf der Liste derer stehen, die sehen dürfen, was sie bewegt, weiß nur Ihre Tochter. Sprechen Sie mit ihr darüber und machen Sie ihr klar, dass es Sie wirklich interessiert, wie es ihr geht. Von Heimlichkeiten rate ich grundsätzlich ab. Auch Ihre Tochter scheint ja den Kontakt zu Ihnen halten zu wollen – sonst wären Sie längst definitiv „draußen“. Mit 15 fällt das Reden mit den Eltern zuweilen schwer – vielleicht ist dieses „Reden ohne Reden“ ein zeitweiliger Kompromiss für Sie beide, bis Sie wieder live miteinander sprechen können.

June 10 2011, 10:00am

Eltern & Web: Fernsehen im Kindergartenalter

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es ums Fernsehen für Kinder: Sollten Kindergartenkinder schon fernsehen dürfen? Im Kindergarten meiner Tochter gucken fast alle Kinder mindestens das Sandmännchen, viele aber auch deutlich mehr. Bei uns zu Hause ist das nicht erlaubt, obwohl die Kleine (4) quengelt, sie wolle auch gucken – alle dürften schließlich, nur sie nicht. Sollte ich ihr das Fernsehen gestatten?

Kleinkinder unter drei Jahren brauchen kein Fernsehen und sollten tatsächlich auch nicht gucken. Hier sind sich die Fachleute einmal völlig einig. Nun ist ihre Tochter aber schon ein Kindergartenkind. Und wenn dort alle das Sandmännchen gucken und ihre Tochter das auch möchte, frage ich Sie: Warum soll sie nicht? Zum einen steigern rigorose Verbote meist das Begehren, außerdem ist gerade der Sandmann ja aus gutem Grund ein klassisches Erfolgsformat. Ich denke, dass auch Kinder bis zum Vorschulalter sicher kein Fernsehen brauchen. Aber schadet es ihnen, wenn sie mal gucken? Hier heißt es dann wieder: Kommt drauf an, nämlich auf die Auswahl der Sendungen, darauf, wie viel geguckt wird, und darauf, ob die Kinder das Gesehene mit einem Erwachsenen besprechen können. Echte Nachteile hat Ihre Tochter mit vier Jahren wohl kaum zu befürchten, wenn sie nicht das Sandmännchen oder andere für ihr Alter geeignete Sendungen gucken darf. Hilfe bei der Programmauswahl gibt es zum Beispiel bei Flimmo. Der strikte Wunsch, etwas zu tun oder zu haben, nur weil es alle anderen tun oder haben (oder man dies glaubt), kann Eltern in den Wahnsinn treiben. Andererseits ist er nur allzu menschlich und wird Sie in den kommenden Jahren ohnehin begleiten. Wahrscheinlich werden sich die Wünsche auf weitere Objekte und Unternehmungen ausdehnen: Kleidung, Gadgets, Musik – Gruppenzwang eben. Sind die Kinder älter, kann es ihnen in der Tat zum Nachteil gereichen, wenn sie systematisch nie dasselbe tun und haben dürfen wie die anderen. Häufig wird dies zum Ansatzpunkt für Ausgrenzungen. Das soll nun nicht heißen, dass Kindergartenkinder aus Furcht vor Mobbing zum Fernsehen angehalten werden sollten. Aber auch hier hilft es, mit den Kindern zu sprechen. Warum genau möchte ihre Tochter fernsehen? Warum gerade diese Sendung? Auch kleine Kinder können dazu schon recht gut Auskunft geben. Wahrscheinlich ist sie einfach nur neugierig, dem Alter angemessen eben. Wenn Sie befürchten, dass aus dem einmaligen Gucken des Sandmanns schnell ein Vor-dem-Zubettgehen-Terror werden könnte à la „Ohne Sandmann kann ich auf keinen Fall schlafen“, liegt ein Kompromiss nahe: Sie zeichnen einige Folgen auf und diese dürfen geguckt werden, wenn es in Ihren Familienalltag passt? So können Sie steuern, was und wann geguckt wird, Sie entziehen sich der am Audience Flow orientierten Programmstruktur des Fernsehens, die ja nur darauf aus ist, Zuschauer möglichst lange am Bildschirm zu halten, und konfrontieren ihr Kind nicht mit Werbung oder ungeeigneten Inhalten. Wenn Sie dann noch mit dem Kind gemeinsam fernsehen und über das Gesehene sprechen, wird das Sandmännchen ihrer Tochter nichts als Freude bereiten. Und Ihnen hoffentlich auch.

May 27 2011, 9:30am

Eltern & Web: Kinder und Smartphones

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es ums Thema Handy für Kinder: Ein Smartphone für Kinder – worauf sollten Eltern achten? Meine Tochter ist zwölf Jahre alt und bewegt sich inzwischen recht selbstständig in der Stadt. Nun haben wir ihr ein Handy gekauft, damit sie uns im Notfall anrufen kann. Wie können wir verhindern, dass sie damit Blödsinn macht, zum Beispiel Fotos hochladen, oder dass sie Zugriff auf ungeeignete Inhalte bekommt?

Die einfachste Lösung wäre sicher diese gewesen: Ein Handy kaufen, das über all die Funktionen, die Ihnen Sorgen bereiten, gar nicht erst verfügt: Kein Internetzugang, kein Bluetooth, keine Kamera – keine Probleme. Nun haben sie aber bereits ein Gerät. Und wahrscheinlich haben sie ein schickes Smartphone ausgesucht, das ihrer Tochter nicht „total peinlich“ ist und das über all die „problematischen“ Funktionen verfügt. Tatsächlich nutzen Kinder das Handy nur nachgeordnet zum Telefonieren. Lieber SMSen sie damit, spielen und machen Bilder (wie Kinder die verschiedenen Handy-Funktionen nutzen: Bitte hier klicken). Ganz pragmatisch können Sie natürlich auch ein Smartphone „zurückschneiden“, indem Sie bei Ihrem Netzanbieter für die Nummer des Kindes den Internetzugang sperren lassen. In vielen Geräten lässt sich auch direkt ein Jugendschutzfilter einrichten, Funktionen und Apps können gesperrt werden. Auf diese Weise hat ihr Kind auch unterwegs keinen Zugriff auf ungeeignete Inhalte. Für eine Zwölfjährige ist das eine akzeptable Übergangslösung, bis sie zu Hause unter Anleitung geübt hat, den Fallen des Internet zu begegnen. Auch Bluetooth können Sie ausschalten und so das Tauschen von Bildern und Musik komplett unterbinden. So haben Sie technisch dafür gesorgt, dass Ihre Tochter nicht von unerwünschten Kontakten belästigt wird und dass sie selbst möglichst wenig anstellen kann. Doch wie immer sind die technischen Möglichkeiten, die eine oder andere Funktion zu sperren, nur ein Notbehelf, Krücken in der Medienerziehung. Denn Kinder und Jugendliche finden früher oder später Wege, die Technik auszutricksen oder den Sperren auszuweichen. Und was für eine Zwölfjährige noch ein gangbarer Kompromiss sein kann, ist für eine 14-Jährige sicher nicht mehr der richtige Weg. Wichtiger als jede Sperre ist, dass Sie mit Ihrer Tochter die problematischen Aspekte besprechen, den befürchteten „Blödsinn“ eben. Besser, Sie zeigen ihr, wo sie an ihrem Handy Bluetooth selbst ein- und ausschalten kann und erklären, warum es wichtig ist, das Gerät „unsichtbar“ zu machen und die Funktion standardmäßig ausgeschaltet zu haben – Tipps und Erklärungen dazu speziell für Jugendliche finden Sie hier http://www.checked4you.de/UNIQ130511392326440/bluetooth). Auch was die Bilder angeht, scheint ein Aspekt besonders wichtig: Klären Sie zuerst mit Ihrem Kind, dass das Veröffentlichen und Tauschen von Fotos anderer ohne deren ausdrückliche Zustimmung – bzw. bei Minderjährigen sogar die Zustimmung der Erziehungsberechtigten – grundsätzlich nicht erlaubt ist (http://www.handysektor.de/download/tipps_to_go_a4texte.pdf). Vielleicht suchen Sie mal mit Ihrer Tochter nach Party-Pics im Netz und überlegen, ob es den Abgebildeten wohl recht ist, so in aller Öffentlichkeit zu sehen zu sein und wie diese das in einigen Jahren wohl beurteilen mögen. Das könnte dann auch das Bewusstsein Ihrer Tochter dafür schärfen, wem sie künftig gestattet, sie zu fotografieren. Sie wird vorsichtiger sein beim Veröffentlichen und Weitergeben von Fotos, auf denen sie selbst zu sehen ist, wenn sie erst verstanden hat: Alles kann von jedem im Internet wiedergefunden werden, immer und immer wieder. Nur was nicht drin ist, bleibt privat. Und, wie immer: Drüber reden hilft!

May 16 2011, 10:00am

Eltern & Web: Mit 11 Jahren bei facebook?

Mein Sohn ist erst elf, also zu jung für Facebook, das eine Anmeldung erst ab 13 Jahren gestattet. Nun hat er schlicht gelogen, um sich ein Profil einzurichten. Ich habe es bemerkt und verlangt, dass er die Seite löscht. Er weigert sich. Soll ich ihm jetzt den Computer ganz verbieten? Das ist vermutlich keine gute Idee. Wenn Sie ihrem Sohn das Benutzen des Computers zu Hause verbieten, wird er ganz sicher Wege finden, sich woanders Zugang zu verschaffen. Und ist es einmal in den „Untergrund“ abgetaucht, bemerken Sie erst mal gar nichts mehr von dem, was das Kind online tut…

Auch wenn es nicht einfach ist: Sprechen Sie mit Ihrem Sohn über die Gründe, warum Sie nicht möchten, dass er bei Facebook ist. Vielleicht lesen Sie mit ihm die „Erklärung der Rechte und Pflichten“ (Punkt 4.5.)? Wenn alle seine Freunde „drin“ sind, haben sie also schlichtweg gelogen, um überhaupt ein Profil anlegen zu können. Erkundigen Sie sich auch nach seinen Gründe, warum er so dringend drin sein möchte. Ich vermute, dass Ihre Bedenken sich nicht darin erschöpfen, dass Facebook keine Kinder unter 13 Jahren aufnehmen möchte. Gerade die Tatsache, dass es sich hier um ausgewiesenes Erwachsenenterrain handelt, macht es umso interessanter. Ich vermute weiter: Sie sind der Ansicht, dass Ihr Kind zu jung und zu unerfahren ist, um ein so komplexes Dings wie ein Facebook-Profil zu managen: mit „Schutz personenbezogener Daten“, „Urheberrecht“, „Persönlichkeitsrecht“ sowie „Recht am eigenen Bild“ gebe ich hier nur ein paar Stichworte. Was tun Sie denn sonst mit Ihrem Kind, wenn es etwas möchte, von dem Sie finden, es sei ungeeignet, weil es zu jung und unerfahren ist? Wahrscheinlich werden Sie versuchen, die Sache hinauszuschieben und in der Zwischenzeit das Kind „coachen“ – in diesem Fall also: Es vertraut machen mit den angesprochenen schwierigen Fragen wie dem Datenschutz. Vielleicht überbrücken Sie die Zeit bis zum zwölften Geburtstag (dann darf Ihr Sohn zumindest schon mal zu SchülerVZ) mit gemeinsamem Surfen, schauen Sie in die Profile anderer Teilnehmer und machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, welche Angaben in einer Community nichts zu suchen haben. Vielleicht gelingt es Ihnen später, gemeinsam ein Profil einzurichten? Auf jeden Fall sollten Sie sich zunächst selbst informieren, zum Beispiel bei den Profis von klicksafe, die in alle Fragen rund um die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen hilfreiche Tipps geben. Verbieten würde schneller gehen und wäre wohl auch bequemer. Auf einem Elternabend kam schlug einmal ein Vater vor, man könne das Kind doch einfach anzeigen: Es habe schließlich etwas Verbotenes getan und gehöre bestraft. Auf welcher Grundlage diese Eltern mit ihrem Kind weiter kommunizieren wollen, das möchte ich mir nicht einmal vorstellen. Deswegen: Sich selbst schlau machen, das Kind schlau machen, dann langsam gemeinsam starten. Und: Drüber reden hilft!

April 15 2011, 10:02am

Hot Facebook Links no 7-9

Hier kommen Link 7-9 aus unserer Serie wissenswerter Facebook-Links. Dieses Mal drei Facebook Hilfe-Seiten: http://www.facebook.com/help/?safety: Safety First. Umsichtig: Für jeden besorgten Fragesteller was dabei: Pädagogen, Eltern, Jugendliche… http://www.facebook.com/security: Sich vor Übergriffen schützen. Praktisch: Tipps zum sicheren Umgang mit dem eigenen Account. http://www.facebook.com/fbprivacy: Hier noch die US-Seite zum Thema “Privacy Settings & more”

Hier die Links 1-6

http://www.facebook.com/KnownIssues: Sozusagen der Eingangspostkasten der Facebook-Administratoren. Beruhigend: Die meisten Fehler, die einem begegnen, kennen sie hier dann doch schon. http://www.facebook.com/celebs: News aus den Accounts der internationalen Stars. Exklusiv: Angeblich von Facebookmitarbeitern ediert. http://www.facebook.com/insidefacebook: Der Statistik- und Marketing Hotspot. Geschäftstüchtig: Für alle, die in Facebook mehr machen wollen als nur ihre Freunde anzustubsen http://www.facebook.com/platform: Hier glänzt die offizielle Facebook Entwicklerplattform. Einladend: Für alle denen weitere Applikationen für die Plattform einfallen. http://www.facebook.com/marketing: Ebenfalls für Profi-Nutzer: die offizielle Marketingseite für Facebook. http://www.facebook.com/FacebookHamburg: Nein, kein Hamburger Fischmob sondern das Vermarktungsbüro von Facebook Deutschland. Auch hier geht es um Werbung.

December 8 2010, 10:52am

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