In unserer Serie “Die besten Skybars der Welt” bleiben wir diese Woche in Asien und reisen, nachdem wir letzte Woche das Sirocco in Bangkok besucht haben, weiter nach Shanghai. Genauer in das Geschäftsviertel Pudong, wo in der 87. Etage des Jin Mao Towers die Bar Cloud 9 lockt. Und hier kann man wirklich auf Wolke 7 bzw. 9 schweben, denn diese zieht gelegentlich an den hohen Fenstern des 421 Meter hohen Wolkenkratzers vorbei. Und damit ist Cloud 9 nicht nur der krönende Abschluss des Grand Hyatts Shanghai, sondern auch die höchstgelegene Bar, die wir besuchen werden. Jin Mao bedeutet etwa goldenes, prächtiges Gebäude und hier ist wirklich der Name Programm. Den Weg zur der spektakulären 360 Grad Aussicht über den Bund und die farbenfroh beleuchtete Skyline führt über eine 45 sekundenlange, rasante Fahrstuhlfahrt. Leises Rauschen, Ohrendruck. Oben angekommen drücken sich Hotelbesucher, Liebespärchen und Barbesucher sich an den Fenstern der super-modernen Bar die Nasen platt und genießen bei leckeren Mixgetränken die Aussicht über Shanghai. Spektakulär ist auch der Blick in das Innere des Hotels: Dort zieht sich das gelb-goldene Atrium über alle 38 Etagen und bietet Zugang zu den 555 Zimmern. Cloud 9 Jin Mao Tower 88 Century Avenue, Pudong New Area, Shanghai 200121, People’s Republic of China Telefon +86 21 5049 1234 shanghai.grand.hyatt.com
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Die besten Skybars der Welt: Cloud 9 in Shanghai
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July 15 2010, 10:01am
Google vs. China: Schein und Sein
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Im Streit mit China um die Zensur seines Suchdienstes hat Google nur scheinbar nachgegeben. Google will seine chinesische Geschäftslizenz erneuern, um seinen Suchdienst weiter in China anbieten zu dürfen – und gleichzeitig chinesischen Nutzern über einen Umweg auch unzensierte Suchergebnisse zeigen. Google hat den chinesischen Behörden einen Scheinkompromiss angeboten: Bislang wurden chinesische Nutzer der Website google.cn automatisch zu Googles Dienst in der chinesischen Enklave Hong Kong weitergeleitet, der ungefilterte Suchergebnisse anzeigt. Jetzt müssen die Nutzer lediglich auf einen zusätzlichen Link klicken, um auf den ungefilterten Dienst zu gelangen, der nun über die Website google.co.hk läuft. Grund ist die gesetzliche Vorgabe, dass Unternehmen Web-Server in China nutzen und dass sie damit einverstanden sein müssen, bestimmte Informationen zu zensieren. Bietet Google also eine Website namens google.cn mit einem einfachen Link an, ist an dieser Website formalrechtlich zunächst nichts auszusetzen – außer China blockiert den Zugriff auf die unzensierten Inhalte bzw. den Link zu google.co.hk…
Googles Salamitaktik In der Praxis wird Googles Maßnahme für die chinesischen Nutzer keinen Unterschied machen. Sie können nur auf die Internetinhalte zugreifen, die die chinesische Firewall durchlässt. Zensiert werden beispielsweise Informationen zu Tibet, zur Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989 oder Wörter wie „Demokratie“. Fraglich ist aber, ob die chinesischen Behörden sich auf Googles Salamitaktik einlassen wollen – und nicht nur die Lizenz nicht mehr verlängern, sondern auch den Dienst in Hong Kong verbieten. Denn die Zensur ist eine genuine Voraussetzung für die Geschäftslizenz. Vorausgegangen war dem Zensurstreit eine breit angelegte Attacke auf die Google-Server Mitte Dezember. Nach Angaben der “Wall Street Journal” stahlen die Angreifer bei Google nicht nur wichtige Quellcodes, sondern verschafften sich auch Zugang zu anderen Google-Nutzerkonten von ausländischen Journalisten und chinesischen Menschenrechtsaktivisten. Neben Google waren allerdings mindestens 20 weitere große Unternehmen aus den Branchen Internet, Finanzen, Technologie, Medien und Chemie angegriffen worden. Sitten und Traditionen Der IT-Sicherheitsanbieter McAfee vermutete die Angreifer aufgrund des überaus geschickten Vorgehens in Regierungs- bzw. Militärkreisen. Die chinesische Regierung stritt allerdings jede Beteiligung ab – und verlangte: “Ausländische Firmen in China müssen die Gesetze unseres Landes befolgen und sich an die Sitten und Traditionen halten.” Google beschloss daraufhin, sich aus dem Chinageschäft nicht zurückzuziehen, jedoch seine Dienste nicht mehr zu zensieren. Hinter Googles Ankündigung, die Zensuranforderung nicht mehr befolgen zu wollen, steht daher nicht nur ein nobles Demokratieverständnis, sondern auch ein massives Sicherheitsproblem. Politische Komponente Der Fall hat auch eine politische Komponente: Google will sich chinesischem Recht nicht unterwerfen – und zu Hause in den USA ähnliche harsche Kritik wie die Unternehmen Microsoft und Yahoo einstecken müssen. Yahoo hatte vor Jahren die Identität von Yahoo-Kontoinhabern gegenüber den chinesischen Sicherheitsbehörden enthüllt, die dann prompt inhaftiert wurden. Microsoft war in Kritik geraten, da es einen „optimierten“ Baukasten für die Erstellung von Weblogs angeboten hatte, der Wörter wie „Demokratie“ automatisch ausfilterte. Beide Unternehmen hatten betont, dass sie sich rechtskonform verhalten hatten. Das „Berkman Center for Internet and Society“ der Universität Harvard schätzt, dass weltweit rund 40 Staaten den Internetzugang beschränken – zu den bekanntesten Ländern zählen neben China der Iran, Kuba und Usbekistan. Der in Weißrussland geborene Wissenschaftler Evgeny Morozov glaubt, dass die neue Internetkommunikationsdienste mindestens zweischneidig sind: Sie helfen Menschen in autoritären Staaten sich zu organisieren und zu mobilisieren, andererseits ermöglicht die neue Technik aber auch repressiven Regimes gegen diese Menschen vorzugehen. Er betont, dass die wachsenden Überwachungsmöglichkeiten moderner autoritärer Staaten von den Informationen in den sozialen Medien profitieren würden, da diese mit neuen und fortgeschrittenen Methoden des Dataminings analysiert werden könnten. Freiwilliger Verhaltenskodex Inzwischen gibt es den Versuch, die Prinzipien, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgelegt wurden, auch in der Praxis zum Leben zu erwecken. Yahoo und Microsoft haben inzwischen zusammen mit Google einen freiwilligen Verhaltenskodex zur Unterstützung von freier Meinungsäußerung unterzeichnet, den die von vornehmlich von amerikanischen Menschenrechtlern und Wissenschaftlern gegründete„Global Network Initiative“ (GNI) erarbeitet hat. Darin verpflichten sie sich die Privatsphäre und Redefreiheit gemäß Artikel 12 und 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in ihren Diensten zu gewähren und sich politisch wie rechtlich für deren Durchsetzung einzusetzen. Andere Unternehmen haben sich bislang der Initiative nicht angeschlossen. Google ist nun das erste westliche Unternehmen, das tatsächlich einen Teil seines Auslandsgeschäfts aufs Spiel setzt, um sich gegen staatliche Zensur durchzusetzen. Man darf gespannt sein, ob andere Unternehmen folgen. Bildnachweis: twocentsmore
July 5 2010, 10:00am
SXSW-Konferenz: Google und China
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Google wird sich aus China zurückziehen, meldet die Financial Times. Dieser Schritt ist dem Konzern nicht leicht gefallen, nötig war er aber allemal. Warum das so ist, erklärt der in Peking lebende Autor Kaiser Kuo auf der Web-Konferenz SXSW.
March 15 2010, 12:30pm
Google: Von China lernen…?
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Google geht es nach einer vernichtenden Niederlage nurmehr darum, das Gesicht zu wahren und einen geordneten Rückzug einzuläuten.
“Gesichtswahrung (das Gesicht wahren = nicht bloßgestellt werden) ist für alle Menschen wichtig. In der interkulturellen Kommunikation wird häufig empfunden, dass für die “andere” Seite Gesichtswahrung besonders wichtig sei. Nicht selten wird Gesichtswahrung aber nur deswegen besonders wichtig, weil in der interkulturellen Kommunikation Missverständnisse viel häufiger sind, als im vertrauten Umfeld. Dadurch wird das Auftreten von Problemen (Peinlichkeiten, Konsistenzbrüche, Glaubwürdigkeitsfragen etc.) wahrscheinlicher.” Wikipedia, Sozialverhalten in China Das Blogposting von Google hatte es in sich: Groß die Ankündigung, nicht länger den Zensuranforderungen der chinesischen Behörden nachkommen zu wollen. Klein der Verweis auf die der Entscheidung vorangegangenen Hackerattacken. Denn irgendeinen Grund musste man ja nennen. Wie sonst hätte man die Abkehr von einer jahrelangen Praxis begründen können?
Es lag nahe, den wohl unvermeidlichen Rückzug so einzufädeln, dass das Gesicht gewahrt werden würde – oder: dass das derzeit schwer ramponierte Image von Google keinen weiteren Schaden erhalten würde – im Gegenteil, dass es sogar davon profitieren würde. Und dass am Ende die eh nicht wohl beleumundete chinesische Regierung als die Schuldige da stehen würde.
Die zunächst offene Frage war für die Beobachter jedoch: Wie schwer war der Schaden? Zur Zeit sickern immer mehr Details ans Licht, die Böses ahnen lassen: Zunächst berichtete IT-Sicherheitsdienstleister McAfee, der ähnliche Attacken auf andere Firmen analysiert hatte, davon, dass der Angriff derart raffiniert gewesen sei, dass als Urheber eigentlich nur militärische Kreise bzw. staatliche Stellen in Frage kämen – vermutlich aus China.
Dann kam ans Licht, dass chinesische Google-Mitarbeiter unter Verdacht stehen, für den Angriff wichtige Interna nach außen gespielt zu haben. Beispielsweise E-Mail-Adressen von Schlüsselpersonen, denen man dann den Trojaner unterschieben konnte. Google habe außerdem den Mitarbeitern seit dem 13. Januar den Zugriff auf das Google-Netzwerk untersagt, einige sogar entlassen. Heute schließlich wurde bekannt, dass Google bereits zum geordneten Rückzug bläst: Die Einführung von Nexus One auf dem chinesischen Markt wurde erstmal verschoben.
Dass die Chinesen Trojaner-Angriffe auf Unternehmen und Behörden fahren, ist seit Jahren bekannt. Auch dass die Angreifer auf chinesische Militäreinheiten zurückgeführt werden können. Zu den Opfern gehören nicht nur das britische Parlament, Rüstungsunternehmen, sondern auch das deutsche Bundeskanzleramt. Neu ist, dass eine solche Attacke tatsächlich einen Rückzug provoziert. Denn bislang hatte man sich immer irgendwie arrangiert. Dies legt nahe, dass Google buchstäblich mit dem Rücken zur Wand stand. Dass nicht nur der chinesische Markt – immerhin der größte Internetmarkt der Welt – auf dem Spiel stand – sondern schlichtweg alles.
Nachvollziehbar ist das nur, wenn man sich vor Augen führt, dass geschäftsrelevante Informationen und Daten gerade in der Softwarebranche schnellstens kopiert und verwertet werden können. Ein weiteres Zögern wäre für Google wohl brandgefährlich geworden. Und dass Google in China gegenüber der Suchmaschine Baidu massiv im Rückstand liegt, allein aufgrund der Sprache auf die Mitarbeit Chinesisch-kundiger Mitarbeiter, sprich Chinesen, massiv angewiesen ist, die Chinesen jedoch nicht auf die Mitarbeit von Personen aus dem angelsächsischen Sprachraum. Und dass schließlich die Politik bislang keine Handhabe gegen Informationswarfare gefunden hat. Der Fall Google darf nicht unterschätzt werden. Wie relevant der Fall auch für die deutsche Wirtschaft ist, zeigt eine Mitteilung des IT-Branchenverbands Bitkom, der sich besorgt äußertangesichts der neuen chinesischen Zertifizierungspolitik. Diese fordert nämlich von Softwareunternehmen unter anderem die Offenlegung von Quellcodes: Ab dem 1. Mai 2010 dürfen viele IT-Produkte ohne staatlichen Zertifizierung nach dem CCC-Verfahren (Chinese Compulsory Certification) weder in China hergestellt noch importiert oder verkauft werden. Dies betrifft unter anderem IT-Sicherheitsprodukte wie Firewalls, Betriebssysteme, Produkte zur Datenwiederherstellung und Netzwerkrechner (Router). In der Praxis könnten auch Produkte mit eingebauter kommerzieller Sicherheitstechnik (Mobiltelefone, Chipkarten etc.) betroffen sein. Die CCC unterscheidet sich von den international anerkannten ISO-Standards. Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses verlangen die chinesischen Behörden detaillierte technische Informationen wie Quellcodes von Software oder Baupläne von Chips. Die staatlichen Testlabors verfügen aber nicht über die im Westen üblichen Non-Disclosure-Agreements. Der Schutz geistigen Eigentums ist daher nicht gewährleistet und es besteht die Gefahr, dass Knowhow in die Hände der chinesischen Mitbewerber gelangt. Die Amerikaner haben bislang wenig Interesse gezeigt, Regeln für den internationalen Infowar einzuführen – ebensowenig die Russen. Noch weniger die Chinesen. Und auch die Europäer halten sich aus der Debatte derzeit raus – trotz ENISA, NATO-Ausbildungszentrum im Baltikum, etc. Denn die Techniken sind überaus praktisch und vielseitig – eignen sie sich doch nicht nur für die Wirtschaftsspionage, sondern auch für diverse Sabotageakte gegenüber kritischen Infrastrukturen. Wenn US-Außenministerin Hillary Clinton daher jetzt eine Protestnote überreicht, hat das wenig zu bedeuten. Viel wichtiger wäre es, jetzt ernsthafte Gespräche hinsichtlich einer Infowar-Rüstungskontrolle zu führen.
Bildnachweis: dantada
Crosspost von blog.kooptech.de
January 20 2010, 9:14am
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