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Lifestyle Lektüre vom 25. August 2010

  1. Riechen wie die Sex Pistols, das ist mal was Neues. Viele Stars und Sternchen haben ja bereits ihre eigenen Parfums, meist mädchenhaft und floral. Von einer englischen Punk Band erwarte ich etwas Exotischeres. Vorauf wir uns gefasst machen sollten, sagt uns Refinery 29.
  2. König Karl bei der Arbeit über die Schulter schauen? Chanel News macht es möglich und hat Lagerfeld beim aktuellen Shooting zur Herbst/Winterkollektion 2010/11 begleitet.
  3. Seit neuestem sind Socken nicht mehr nur dazu da Füsse zu wärmen, jetzt sind sie das Trend-Accessoire. Fröhliche Füsse in bunten Modellen zeigt uns Backyard Bill. Nachmachen empfohlen.

  4. Vogue schwelgt in Vorfreude auf Fashion’s Night Out in Berlin und zeigt uns schon mal, welche Zuckerstückchen uns am 10.9.2010 erwarten. Auf das internationale Shopping Event zur späten Stunde können sich alle schlaflosen Fashionistas freuen.

  5. Das ist doch mal was für den gestressten Geschäftmann in der BusinessLounge internationaler Flüge: Schnell und bequem Luxusmode per ipad bestellen. Herrenausstatter macht es mit einer neuen app möglich.

  6. Und hier gleich noch eine app, diemal für den guten, alten ipod. Diesmal für umweltbewusste Konsumenten. Als Virtual Waters bezeichnet man die Wassermengen, die bei der Herstellung von Produkten verbraucht werden. Bewusstseinserweiterung der anderen Art bei Design made in Germany.
  7. Und damit zum letzen Product mit dem kleinen i: Eine schöne Idee und die Vereinigung von zwei Designklassikenr ist das Little Black Book. Ein iphone Etui der nostalgischen Art im Stil eines Notizbuchs. Gefunden auf Pad and Quill.
  8. Was kam zuerst? Mad Men oder der Petticoat? Auf jeden Fall kommt der 50ties Style mit voller Kraft zurück. Schöne Einblicke ins Original bietet uns A Blog Curated By mit wunderschönen Fotografien von Olivier Theyskens.
  9. Kunst an der Küche zeigt uns Design Boom. Interior Designer Burkhard Schäller hat die wohl praktischste Mini Küche entwickelt. Stylish, klappbar, Augenschmaus. Damit wird der Kochplatz auch im kleinsten Apartment zum Hingucker.
  10. Und zum Ende noch etwas schlechter Geschmack. Bad Yearbook Photos zeigt uns, warum man im Alter von 15 bis 18 Kameras meiden sollte. Ein Glück, das Yearbooks in Deutschland selten sind.

(Fotos: http://www.refinery29.com, http://chanel-news.chanel.com, http://www.herrenausstatter.de, http://www.backyardbill.com/, http://www.designmadeingermany.de)

August 25 2010, 11:20am

Open Access-ePetition: “Wissenschaft lebt von Offenheit”

Wissenschaftsblogger Lars Fischer hat eine neue ePetition für Open Access aufgesetzt: Er fordert, wissenschaftliche Arbeiten, die staatlich finanziert entstanden, kostenfrei zugänglich zu machen. Warum und was dahinter steckt, erzählt der gelernte Chemiker im Blogpiloten-Interview.

Herr Fischer, Sie haben beim Bundestag eine Petition eingereicht, die den kostenlosen Zugang zu öffentlich geförderten wissenschaftlichen Publikationen fordert. Warum?

Ich habe mich sehr darüber geärgert, wie in der so genannten Heidelberger Erklärung mit dem Thema umgegangen wurde. Es hat sich schnell herausgestellt, dass gerade sehr viele Wissenschaftler diesen Ärger teilten. Die Petition soll die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass der Open-Access-Gedanke breite Unterstützung genießt.

Warum eine ePetition: Können Wissenschaftler nicht auch ohne Gesetz ihre Werke frei zugänglich machen?

Wenn eine wissenschaftliche Arbeit in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wird, gehen oft alle Rechte auf der Arbeit an den Verlag über. Open Access bedeutet hier zunächst einmal, dass die Wissenschaftler in jedem Fall weiter über ihre eigene Arbeit verfügen können, zum Beispiel Journalisten und Bloggern Abbildungen aus der Veröffentlichung zur Verfügung stellen, oder Teile der Publikation auf ihrer Webseite verwenden.

Erwarten Sie einen ähnlich großen Erfolg wie bei der Petition gegen das Zugangserschwerungsgesetz von Franziska Heine?

Nein, sicher nicht. Als ich die Petition entworfen habe, hatte ich auf etwa 500 Unterzeichner gehofft.

Und jetzt sind es bereits über 8.000 Unterzeichner. Sie fordern, alle Publikationen an einem zentralen Ort zugänglich zu machen. Das bringt ja aber einem Bürger, der weit von diesem Ort entfernt wohnt, wenig. Wäre freier Zugang zu den Veröffentlichungen im Internet nicht eine bessere Lösung?

Ein zentrales Archiv ist wünschenswert, es muss aber natürlich digital sein. Auf Papier hat es keinen Sinn, zumindest nicht nach meinem Verständnis. Die Idee hinter einem zentralen Archiv ist auch, die Arbeit deutscher Wissenschaftler möglichst einfach auffindbar zu machen. Die Erfahrung zeigt, dass frei zugängliche und leicht auffindbare Papers häufiger zitiert werden – ein klarer Vorteil im internationalen Wettbewerb. Dazu muss man das Archiv möglichst einfach digital durchsuchen können, zum Beispiel auch mit Google.

Sie arbeiten für “Spektrum der Wissenschaft”, das zum Holzbrink-Verlag gehört. Wie steht man dort zu Open Access und haben Sie wegen Ihrer Petition dort keinen Ärger zu befürchten?

Der Begriff Open Access bezieht sich ausschließlich auf Fachzeitschriften mit Peer Review, insofern ist Spektrum der Wissenschaft natürlich nicht betroffen. Außerdem werden die Holtzbrinck-Autoren für ihre Texte ja nicht vom Staat bezahlt.

Was würde denn eigentlich mit Wissenschaftsverlagen passieren, wenn Ihre Forderung umgesetzt würde? Würden die dann alle pleite gehen?

Für die Verlage würde sich erst einmal nichts ändern. Die Petition bezieht sich auf das so genannte “grüne” Open Access, bei dem publiziert wird wie bisher, die Autoren aber das Recht haben, die eigene Arbeit kostenfrei der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Derartige Vereinbarungen gibt es bereits heute, nur eben nicht flächendeckend. Das “goldene” Open Access, bei dem die Zeitschriften selbst kostenfrei zur Verfügung stehen, ist nicht Thema dieser Petition. Das könnte der Staat auch nicht erzwingen.

Sie sind Wissenschaftsjournalist. Warum setzen Sie persönlich sich so für Open Access ein?

Eigentlich war es nur ein einzelner spontaner Entschluss, der zur Petition geführt hat. Andere sind auf diesem Feld viel engagierter. Mir persönlich ist der Open-Access-Gedanke einfach aus Prinzip sympathisch. Wissenschaft lebt von Kommunikation und Offenheit. Ich hoffe dass erleichterter Zugang zu Forschungsergebnissen der Wissenschaft nützt und auch dem Austausch zwischen Wissenschaftlern und Öffentlichkeit zuträglich ist.

In Deutschland wird die Debatte um Google Books immer wieder mit der Open Access-Bewegung vermischt. Warum ist das so? Und können Sie in zwei Sätzen erklären, warum das eine mit dem anderen nichts zu tun hat?

Ich vermute, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Der Unterschied ist einfach der, dass Wissenschaftler an ihren Fachpublikationen nichts verdienen – es handelt sich um Erträge der Forschung, und Wissenschaftler werden für die Forschung bezahlt. Durch Open Access verliert ein Forscher nichts, im Gegenteil, manchmal bekommt er sogar Rechte zurück, die er sonst abgetreten hätte. Google Books dagegen ist durchaus problematisch, denn hier sind viele Autoren betroffen, die durchaus materielle Verluste erleiden, wenn jeder ihre Bücher einfach kostenlos abgreift. Ich persönlich glaube, dass Autoren und Verlage von Google Books profitieren können, aber auf jeden Fall ist hier die Sorge um Rechte und Einnahmen absolut verständlich.

Was müsste Ihrer Ansicht nach als nächstes passieren, um Open Access zum Durchbruch zu verhelfen?

Ich denke, dass technische und ökonomische Zwänge dazu führen, dass sich Open Access bei wissenschaftlichen Publikationen langfristig durchsetzen wird. Man kann eine derartige Veränderung genauso wenig erzwingen wie man sich ihr widersetzen kann.

Weitere Erläuterungen zu seiner ePetition hat Lars Fischer auf seinem Blog veröffentlicht. Die ePetition kann noch bis 22.12.09 hier mitgezeichnet werden.

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November 16 2009, 9:15am

Twinterview mit Flo Meimberg von Tiny_Tales

Flo Meimberg auf die Frage, was für ihn Twitteratur ist

Sonntag, 8 November 2009. Flo Meimberg, der Gründer von Tiny Tales, über den wir kürzlich berichtet haben, hat sich für uns Zeit genommen und sich via Twitter einem kleinen Frage und Antwort Spiel unterzogen. Hier nun das erste Twinterview auf Blogpiloten nochmal in voller Länge. blogpiloten Heute Abend Live Interview mit @flomeimberg von @tiny_tales um 19.30Uhr geführt von @logolook #bptalk

Einige RT später…

blogpiloten So nun ist es soweit @logolook führt über die @blogpiloten nun das Interview mit @flomeimberg von @tiny_tales #bptalk

blogpiloten Schönen Guten Abend @flomeimberg, schön das du zeit für uns hast #bptalk

flomeimberg Hallo André! Sehr gerne! Freut mich. Twitter-Interview. Super!! :) #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Vorab, natürlich Antworten wir heute Abend nur in 140 Zeichen oder??? ;) #bptalk

flomeimberg Geht ja kaum anders! ;-) Klar! #bptalk blogpiloten @flomeimberg Sag us doch mal, über welche neue @Tiny_Tales du gerade im Moment nachdenkst? #bptalk

flomeimberg @blogpiloten Ich schreibe immer mehrere parallel. Auf Halde sozusagen. Momentan eine SciFi Story, einen Thriller und was Lustiges. #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Gut zu wissen, dann können wir uns ja schon auf die nächsten freuen! Wie kamst du auf die Idee mit den Kurzgeschichten? #bptalk

flomeimberg @blogpiloten Zufall. Nach 3 Bier. Ich bin sehr aktiv auf twitter. Und als Regisseur schreibe ich beruflich viel. Lag irgendwie nah. #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Du sagst es selber, du bist Regisseur! Wie beeinflussen die @Tiny_Tales deinen Alltag? Ist was anders geworden? #bptalk

flomeimberg @blogpiloten Sie halten mich von der Arbeit ab!! :-D Aber im Ernst: Es trainiert tatsächlich, fokussiert zu denken! #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Was würdest du denn sagen, wie lange du für eine Kurzgeschichte benötigst? Bißchen arbeiten musst du ja wahrscheinlich! #bptalk

flomeimberg @blogpiloten Das kann 1 Minute dauern oder 1 Stunde. Manchmal ist eine Story 1 oder 2 Buchstaben zu lang. Dann hab ich ein Problem. #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Worauf kommt es dir persönlich denn bei deinen Storys an? Oftmals sind sie ja schon recht “polarisierend” #bptalk

flomeimberg @blogpiloten Grösstmögliche Fallhöhe auf engstem Raum. Ein dramaturgisches Destillat. Der Twist passiert am Besten im letzten Wort. #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Und was hast du dir damit zum Ziel gesetzt? Wo würdest du mit @Tiny_Tales gerne in 1 Jahr stehen? #bptalk

flomeimberg @blogpiloten Ich hab kein Ziel. In einem Jahr? Eine fünfstellige Follower-Zahl wäre toll! ;-) #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Ein Mann, ein Wort ;) Viele sprechen auch in deinem Zusammenhang von twitteratur! Was sagst du zu diesem Begriff? #bptalk

flomeimberg @blogpiloten Eine weitere Art des Storytelling. Die Menschen werden sich immer Geschichten erzählen. Jetzt eben auch auf twitter. #bptalk

twicker_net Aktuelle #Themen bei #Twitter: 1. #hertha 2.#bvb 3. #unibrennt 4. #bptalk 5. #werderhttp://twicker.net/top10.html 20:00h

blogpiloten @flomeimberg Und wie war bisher das Feedback, dass du auf deine Storys bekamst? Die Follower Zahl ist schon nicht schlecht #bptalk

flomeimberg @blogpiloten Das Feedback ist unglaublich!! Damit hätte ich nie gerechnet. Blogs, Radio, Zeitungen… alle finden’s gut. #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Das stimmt ;) Was erwartest du von deinen Lesern? Sollen die Story´s sofort klar sein? Oder gehört Fantasie dazu? #bptalk

flomeimberg Eine Tiny Tale ist wie eine kleine Luke, durch die der Leser in eine große Geschichte hineinschaut. Ganz kurz.#bptalk

projektstory RT @flomeimberg: Eine Tiny Tale ist wie eine kleine Luke, durch die der Leser in eine große Geschichte hineinschaut. Ganz kurz. #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Und wann können wir in die nächste große Geschichte reinschauen? Wann kommt endlich das passende “oldschool” Buch? #bptalk

deeceee Nice RT @flomeimberg: Eine Tiny Tale ist wie eine kleine Luke, durch die der Leser in eine große Geschichte hineinschaut. Ganz kurz. #bptalk

flomeimberg Wenn ich genug Geschichten zusammen habe vielleicht. Die Markenrechte an Tiny Tales jedenfalls gehören schon mal mir. ;-) #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Wir freuen uns auf weitere Geschichten von Dir! Gibt es sonst noch was, was du uns gerne mit auf den Weg geben willst? #bptalk

flomeimberg Die @tiny_tales sind ja auch Eigenwerbung für mich als Werbefilmregisseur. Also spread the word! Und her mit den Film-Anfragen! ;-) #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Okay wir werden es weitergeben! Auf diesem Wege vielen Dank, dass du die für uns Zeit genommen hast #bptalk

blogpiloten @flomeimberg Okay wir werden es weitergeben! Auf diesem Wege vielen Dank, dass du die für uns Zeit genommen hast #bptalk

blogpiloten Die @Blogpiloten und @Logolook sagen Danke an @FloMeimberg von @Tiny_Tales ! #bptalk

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tiny_tales: Dramatik und Komik in 140 Zeichen (4) Journalisten-Gezwitscher (2) Interview: CemB befragt sich selbst zu Twitter (4) You’ve been twittered!?! – Ein Selbstversuch (2) Yoono – Leben im Browser (2)

November 9 2009, 9:06am

Wie die Netzwerkkultur die Gesellschaft verändert

Prof. Dr. Peter Kruse mit einem Vorzrag wie die Netzwerkkultur die Gesellschaft verändert. Gehalten beider Landesmedienanstalt Hessen. Die Slides zum Vortrag gibt es hier, das Video des Vortrags nach dem Klick.

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November 6 2009, 8:20am

tiny_tales: Dramatik und Komik in 140 Zeichen

Flo Meimberg, ist der kreative und dramaturgische Kopf hinter von Tiny_Tales. Vielen, vor allem denen, die auch in der Kreativbranche tätig sind mag der Name Florian Meimberg bestimmt ein Begriff sein. Flo hat so eigentlich alles gewonnen, was man als Kreativer nur gewinnen kann. Sei es ein Löwe in Cannes, ein Effie, ein paar Nägel beim ADC, ein Mobius Award und und und. Die Liste könnte man beliebig fortführen und auf über 50 Awards ausweiten. Aber vor allem braucht man eins, wenn man solche Preise gewinnen möchte: Eine gute Idee. Und was es heißt eine gute Idee zu haben zeigt Flo jetzt wieder mit seinem Twitterprojekt Tiny_Tales. Dramatik, Komik und mehr in 140 Zeichen.

Wie jeder weiß stehen einem bei Twitter nur 140 Zeichen zur Verfügung. Es soll natürlich auch Leute geben, die mehr als 140 Zeichen benutzen, aber das hat Flo sich bei seinen Geschichten nicht zum Ziel gesetzt. Er schafft es, in 140 Zeichen ein wahres Gedankenfeuerwerk frei zu setzen.

Um wirklich zu sehen wie schwer es eigentlich ist, in 140 Zeichen eine Geschichte zu erzählen, kann ja mal einen Selbsttest durchführen. Wahrscheinlich kommt Flo hier sehr sein Beruf zur Gute. Zwar ist er es als Regisseur gewohnt, innerhalb weniger Sekunden eine Geschichte zu erzählen, aber mit Twitter hat er sich die Messlatte noch ein Stück höher gelegt denke ich. Ich persönlich finde es äußerst faszinierend und es bedarf in meinen Augen viel Übung und Erfahrung, sich so knapp zu halten und vor allem auch nicht zu verraten. Ich habe, nachdem es Tiny_Tales gab so manch einen “Trittbrettfahrer” gesehen, aber die meisten haben es nicht lange durchgehalten, da sie wahrscheinlich gemerkt haben, dass es doch weitaus schwieriger ist, sich so kurz und knapp zu fassen. Wie bereits erwähnt werden wir versuchen mit Flo ein Interview zu machen. Wenn ihr auch Fragen an Flo habt, dann hinterlasst uns einen Kommentar, damit wir ihm die Fragen stellen können!

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October 29 2009, 7:25am

Bild-Chef startet das “wahre” BILD-Blog

http://www.kaidiekmann.de/

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October 26 2009, 9:20am

Internet Manifest - Nachlese

Vor gut vier Wochen veröffentlichten einige im Web bekannte Journalisten und ihre Bekannten das Internet Manifest. Sie wandten sich damit vordergründig gegen Zeitungsverleger, die eine Überarbeitung der Gesetze verlangen, damit sie ihr bisheriges Geschäftsmodell bewahren können. Das bestand bis dato darin, dass man Reichweiten (Leser), die durch ein Übergewicht an Agenturtexten aller Art und einigen intern erstellten Artikeln enstanden war, an Anzeigenkunden verkaufte. Aber das war gar nicht das Problem der Unterzeichner.

Denn fälschlicherweise erklärten die Journalisten, dass sie glaubten, der eigentliche Mehrwert zu sein, der das Geld in die Kassen der Verleger brachte. Dabei waren es zumeist Kleinanzeigen und Stellenangebote, die den Gewinn steigen ließen. In Wahrheit lag dieser Wert also in den Lesern selbst. Da jetzt fast alle Stellenanzeigen auf Online–Stellenbörsen oder bei Xing gelandet sind, Kleinanzeigen durch eBay obsolet wurden, sank der Stern der Verlage zunehmend. Gleichzeitig stieg der Anteil an Massenware in den Zeitungen: Mantelredaktionen versorgen heute Dutzende von Zeitungen und der Rest kommt aus den Presseagenturen oder wird mehr oder weniger offensichtlich von PR–Agenturen beigesteuert und erhält in den Redaktionen einen neuen Teasertext (der erste Absatz) und einige marginale Überarbeitungen, damit keiner sofort merkt, wer den Text bezahlt hat.

Die 15 Unterzeichner des Internet Manifests arbeiten fast alle für eben diese Verlage, die so arbeiten. Aber statt sich über die enorme Ausbeutung der freien Autoren zu mokieren oder diesen Verfall an Qualität zu ereifern, pflücken sich die Damen und Herren die letzten Google–Angstschreie der Verleger und ihrer Diener (Burda wird enteignet, Konken mag das Internet nicht) raus und begründen mit ihnen eine seltsame Auffassung eines neuen Begriffs von Journalismus. Da kommt kein Wort von Networked Journalism, kein Civil Journalism und auch keine Beteiligung an dem Projekt Postjournalismus vor. Man kocht eine eigene Suppe, die glücklicherweise auch noch internationale Anerkennung findet und in viel Sprachen übersetzt wird. Da man mit Online–Journalismus (Untertitel: So funktioniert Journalismus heute) kein großes Zielpublikum erreichen kann, setzt man kurzerhand Schlüsselthemen wie Netzsperren (Zensursula) und Netzneutralität (Schäuble, IPv6) in einer trivialen Form mit dazu und fertig ist eine Deklaration der technoliberitären Art, wie wir es schon damals vor über 10 Jahren bei John Perry Barlow erleben durften:

Die Freiheit der Webnutzer geht über alles. Die Freiheit des Netzes selbst ist die Freiheit der Gesellschaft. Und das Netz muss frei bleiben.

Menschen oder Lebensentwürfe ohne Netz kommen nicht vor. Und um es vorsichtig zu bezeichnen, auch die Arbeit von Journalisten kommt dort eigentlich nicht vor. Recherche wird nicht diskutiert. Das Verhältnis zwischen PR und den freien Autoren kommt nicht vor. Und das Einbinden politischer Initiativen der Bürger in die journalistische Arbeit wird nicht einmal angedacht. In Amerika wird seit zwei Jahren um partizipative Modelle gerungen, die in den oben angeführten englischen Fachbgegriffen eine Ausdifferenzierung andeuten – sei es in die Richtung, dass Bürger eingebunden werden in die vierte Macht des Staates oder ein Netzwerk aus freien Journalisten zusammen mit anonymen Hinweisgebern aus der Wirtschaft und Politik eine neue Art der öffentlichen Kontrolle einführen. Auch die neuen Finanzierungsmodelle, wie sie beim National Public Radio in den USA über Mitgliedsgebühren, Spenden à la Knight Foundation und praktische Hilfen der Bürger stattfinden, finden keinen Widerhall im Manifest. Werbung wird dort fokussiert. Und wenn man sich an ein Interview anlässlich des „Kommunikationskongresses“ (PR–Event) erinnert, bei dem die Mitunterzeichnerin Mercedes Bunz erklärte, dass Werbung journalistischer werden müsse, dann wird die Verwunderung über die Ignoranz des Manifests gegenüber der aktuellen globalen Diskussion über das Web und politische Teilhabe sowie Journalismus nicht nachvollziehbarer.

Die Kritik war global und umfassend und entzündete sich zumeist an den Personen, die das Manifest unterzeichneten. Die anfängliche Kritik daran, dass im Web 2.0 gemeinsame Meinungsbildung stattfindet, führte für einige Tage dazu, dass schnell im Nachhinein ein Wiki für die Web–Community eröffnet wurde, bei dem jeder seine Meinung posten konnte. Als ein Foto auftauchte, das einige Unterzeichner in wenig schmeichelhafter Pose zeigte, wurde es wieder geschlossen. Das Ganze erinnert sehr an die missglückte Pressekonferenz im Sommer, bei der ein Telekommunikationsunternehmen, das sich ausgerechnet zwei deutsche Webpromis wie Nico Lumma und Sascha Lobo als Berater und Testimonial ausgesucht hatte, keine Ruhmestaten vollbrachte. Dort wurde auf dieselbe Weise Frontaltheater betrieben, das in seiner höchsten Form der Demokratie eine Zustimmung oder Ablehnung herausforderte und den Gedanken des neuen Journalismus’ oder einer Demokratisierung per Web, die in vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt sehr erfolgreich und vielversprechend realisiert ist, auf schlimme Weise konterkariert.

Diejenigen, die bei den arrivierten Verlagen und Sendern Geld damit verdienen, als Sprachrohre einer neuen Plattform der gesellschaftlichen Kommunikation zu fungieren, erklären im besten manipulativen Gebrauch der Sprache, die einem Werbetexter zur Verfügung steht, eine fiktive Welt zur Realität, die sowohl im Web wie auch außerhalb bedeutend vielschichtiger ist. Aber diese Schichten sind nicht Teil des Manifests, wie alle Unterzeichner nicht müde werden zu erklären. Man wollte eine Diskussion anstoßen.

Jetzt, fünf Wochen später, ist die Spurenlese nach der Diskussion zu einem Fall für Nick Knatterton verkommen, der mit seiner Lupe Indizien für einen Diskurs finden muss. Leider ist da nichts mehr. Dieselben Themen, die das Manifest für seine Poularität nutzte, sind noch immer frei vom Thema Online–Journalismus, Burda hat es Google nachgemacht und einen eigenen News–Aggregator in das Nirvana der digitalen Welt geschossen ohne besondere Relevanz oder Können attestiert zu bekommen und die Manifestierer schreiben und drehen weiterhin als bezahlte Kritiker derjenigen, die sie kritisieren (sollen) wollten. Einen Interessenkonflikt können sie weiterhin nicht erkennen. Sie haben uns sehr gut den Unterschied zwischen Reichweite und Relevanz erklärt. In den Lehrbüchern des Online–Marketings kann dies als Lehrstück dafür gelten, dass enorme Reichweite eine enorme Tendenz dazu hat, sich „zu versenden“. Der „Impact“, also die Wirkung, kann in homöopathischen Verdünnungen nachgewiesen werden. Es hat eben keinen Sinn, mit einem Minigolfschläger auf einem Golfplatz aufzutauchen und alle Hinweise auf einen Driver beim Abschlag mit einem wissenden Lächeln abzutun – auch dann nicht, wenn man Minigolfweltmeister ist. Das musste auch Vodafone schmerzlich lernen. Zum Glück hatten die ein Bauernopfer namens Schnutinger. Das Bauernopfer der nicht geführten Debatte um partizipative Modelle des Journalismus’ steht noch staunend an der Schaufensterscheibe des Internets. Ob es je erfahren wird, dass es mit dem Internet Manifest ein Chance gehabt hätte, an der vierten Macht teilzunehmen? So wird es also auch weiterhin von einer intelligenten Presse im Web mit intelligenter Werbung an intelligente Werbekunden verhökert – und es weiß noch immer nicht, dass nicht Bürger, sondern Reichweite genannt wird.

Achja, wer dachte, dass ich zu Bodo Hombachs Artikel zum Internet Manifest Stellung nehme, dem kann ich nur sagen, dass Bodo Homach kein Journalist ist, nie als Journalist gearbeitet hat und in der Folge keine sachgerechte Einschätzung zum Thema abgegeben kann, wie er selbst eindrucksvoll dargelegt hat.

Mehr dazu hier und hier und hier und hier.

Photo: alviman

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October 26 2009, 5:17am

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Denn fälschlicherweise erklärten die Journalisten, dass sie glaubten, der eigentliche Mehrwert zu sein, der das Geld in die Kassen der Verleger brachte. Dabei waren es zumeist Kleinanzeigen und Stellenangebote, die den Gewinn steigen ließen. In Wahrheit lag dieser Wert also in den Lesern selbst. Da jetzt fast alle Stellenanzeigen auf Online-Stellenbörsen oder bei Xing gelandet sind, Kleinanzeigen durch ebay obsolet wurden, sank der Stern der Verlage zunehmend. Gleichzeitig stieg der Anteil an Massenware in den Zeitungen: Mantelredaktionen versorgen heute Dutzende von Zeitungen und der Rest kommt aus den Presseagenturen oder wird mehr oder weniger offensichtlich von PR-Agenturen beigesteuert und erhält in den Redaktionen einen neuen Teasertext (der erste Absatz) und einige marginale Überarbeitungen, damit keiner sofort merkt wer den Text bezahlt hat.

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Diejenigen, die bei den arrivierten Verlagen und Sendern Geld damit verdienen, als Sprachrohre einer neuen Plattform der gesellschaftlichen Kommunikation zu fungieren, erklären im besten manipulativen Gebrauch der Sprache, die einem Werbetexter zur Verfügung steht, eine fiktive Welt zur Realität, die sowohl im Web wie auch außerhalb bedeutend vielschichtiger ist. Aber diese Schichten sind nicht Teil des Manifest, wie alle Unterzeichner nicht müde werden zu erklären. Man wollte ein Diskussion anstoßen.

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Achja, wer dachte, dass ich zu Bodo Hombachs Artikel zum Internet Manifest Stellung nehme, dem kann ich nur sagen, dass Bodo Homach kein Journalist ist, nie als Journalist gearbeitet hat und in der Folge keine sachgerechte Einschätzung zum Thema abgegeben kann, wie er selbst eindrucksvoll dargelegt hat.

Mehr dazu hier und hier und hier und hier.

Photo: alviman

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October 21 2009, 9:17am

Social Media Prisma Deutschland

Ethority hat sich was nettes zu Bewerbung des eigenen Standes bei der heutet gestarteten dmexco in Köln einfallen lassen. Sie haben das Social Media Prisma von Brian Solis und JESS3 auf den deutschen Markt übertragen und dieses zunächst als Datei im Ethority-Blog veröffentlicht und werden es auch als Poster kostenlos an ihrem Ethoritystand verteilen. Auf jeden noch ein Grund, warum dei Blogpiloten heute auch zur dmexco aufbrechen.

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“Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar”

Reporter ohne Grenzen erstattet weltweit Bericht über die Arbeitsbedingungen von Journalisten im Print-, TV- und Onlinebereich.  Tagtäglich unterstellen die “Reporter ohne Grenzen”  ihren Dienst der Öffentlichkeit  und bekunden somit  Solidarität mit ihren KollegenInnen, die häufig unter schwierigsten Bedingungen ihrer Profession nachgehen. Der Kampf für die Gewährleistung und langfristige Sicherung der Berichterstattungsfreiheit von Medienmachern im globalen Informationsraum sind ebenso Programm, wie die generelle Thematisierung der Arbeitsbedingungen der in “Krisengebieten” tätigen Journalistinnen und Journalisten. Stellvertretend für die Organisation spricht Anja Viohl von der Pressestelle bei Reporter ohne Grenzen im Interview mit den Blogpiloten über die Lage der derzeit inhaftierten Online-Dissidenten.

Blogpiloten: Gleich auf der Startseite von Reporter ohne Grenzen wird unter anderem auf die Zahl jener Online-Dissidenten hingewiesen, die zurzeit inhaftiert sind. Wie erfährt Reporter ohne Grenzen von den Verhaftungen

Anja Viohl: Wir erhalten die Zahlen von unserer internationalen Zentrale in Paris. Die Informationen werden von unseren Kolleginnen und Kollegen ständig aktualisiert, unter anderem mit Hilfe einer Tag und Nacht geschalteten SOS-Hotline, bei der neue Fälle gemeldet werden können. So laufen bei unserer Zentrale Informationen aus mehr als 170 Ländern zusammen, werden ausgewertet, geprüft und dokumentiert. Ein weltweit dicht geknüpftes Netz für schnelle Information und Intervention entsteht durch unsere mehr als 120 Korrespondentinnen und Korrespondenten sowie durch unsere Kontaktbüros und Sektionen. Jede Sektion für sich gesehen hält außerdem Verbindungen zu den einzelnen landestypischen Medienablegern und verfügt auch über eigene Kontakte zu Auslandskorrespondenten und einheimischen JournalistenInnen. Im Rahmen der Recherchen zu einem neuen Bericht zur Lage der Pressefreiheit in den russischen Regionen hat die deutsche ROG-Sektion zum Beispiel zahlreiche Kontakte zu Journalisten und Medienorganisationen in der Russischen Föderation aufgebaut. (Mehr zum Thema)

Blogpiloten: Frau Viohl, ist Ihnen ein Recherchefall bekannt, der dazu führte, dass Reporter ohne Grenzen von einer staatlichen Instanz eine Ermahnung erfahren hat oder anderweitig attackiert worden ist?

Wir haben es in der Vergangeheit häufiger erlebt, dass unsere Korrespondenten, in der Regel einheimische Journalisten, Repressionen ausgesetzt sind. Dabei ist nie ganz klar auszumachen, ob sie wegen ihrer eigenen mutigen Berichterstattung oder auch wegen ihrer Arbeit für Reporter ohne Grenzen verfolgt werden. Beides wird sicher eine Rolle spielen. Ein Beispiel ist der im Jahr 2005 ermordete gambische Journalist Deyda Hydara sowie der seit 2003 inhaftierte Kubaner Ricardo Gonzáles Alfonso, der wohl in erster Linie wegen der Gründung einer unabhängigen Zeitschrift festgenommen und verurteilt wurde, aber auch ROG-Korrespondent war. Es ist auch schon vorgekommen, dass ROG-Mitarbeiter Probleme bei der Einreise in bestimmte Länder hatten.

Blogpiloten: China hat derzeit die grösste Zahl an Inhaftierungen im Onlinebereich zu verbuchen. Können Sie einige Gründe nennen, die zu Gefängnisaufenthalten führen?

Anja Viohl: Obwohl China die höchste Zahl an Internetusern weltweit zählt, ist das Land für seine strenge Zensur im Onlinebereich bekannt. Laut dem aktuellen ROG-Internetbericht zählt China zu den 12 größten „Feinden des Internets“ weltweit. Genau wie in den konventionellen Medien gibt es eine Reihe von Tabu-Themen, dazu gehören insbesondere der Alleinherrschaftsanspruch der Kommunistischen Partei, Tibet, der Taiwan-Konflikt, Proteste demokratischer Gruppen, das Gedenken an die Tiananmen-Proteste oder auch größere Fälle von Korruption oder Amtsmissbrauch Staatsbeamter. Ganze Webseiten oder Portale werden zeitweise geschlossen. Im Juli gingen die Behörden beispielsweise massiv gegen Online-Medien in der Unruheprovinz Xinjiang vor. Die Webseiten von Twitter, Youtube, Tianshannet und anderen Plattformen waren in der westchinesischen Provinz Xinjiang nicht mehr zugänglich. Unliebsame Suchbegriffe wie „Studentenbewegung von 89“ werden mit Hilfe von Filtersoftware so zum Beispiel funktionsuntüchtig gemacht. Auch ist es gängige Praxis, dass Suchmaschinen bei unliebsamen Themen nicht die gewünschten Treffer anzeigen. Häufig werden Onlinedissidenten verhaftet, wenn sie sich zu ihren kritischen Äußerungen im Netz namentlich bekennen.

Blogpiloten: Wie oft aktualisieren Sie die von Ihnen publizierten Zahlen? Im Falle des chinesischen Webloggers Mao Qingxiang ist mir aufgefallen, dass dieser bereits 2007 aus der Haft entlassen wurde

Anja Viohl: Sobald uns unsere Korrespondenten und Partnerorganisationen vor Ort über neue Festnahmen informiert haben, werden die Zahlen nach einer weiteren Prüfung aktualisiert. Unsere Readaktion möchte 100% sicher sein, dass die Festnahmen oder Todesfälle im Zusammenhang mit der journalistischen Arbeit der Betroffenen stehen. Ihren Hinweis auf den Fall Mao Qingxiang  prüfen gerade die Kollegen des Asien-Referates.

Blogpiloten: Begleitet Reporter ohne Grenzen einige der inhaftierten Online-DissidentenInnen während der Zeit ihres Gefängnisaufenthaltes oder wird diesen -beispielsweise in China- jeglicher Kontakt mit der medialen Aussenwelt untersagt?

Anja Viohl: Als Menschenrechtsorganisation, die sich für inhaftierte Journalisten und Online-Dissidenten einsetzt, bemühen wir uns natürlich um ständigen Kontakt mit den Gefangenen. Unsere Aufgabe besteht schließlich nicht nur darin, regelmäßig über die Situation der Inhaftierten zu berichten und ihre Freilassung zu erwirken. Wir leisten auch konkrete Hilfe, indem wir einen Rechtsbeistand für die Kolleginnen und Kollegen im Gefängnis organisieren, Kautionen zahlen oder Prozessbeobachter schicken, wenn Blogger und Journalisten wegen unbequemer Berichte oder Recherchen festgenommen und verurteilt werden. Allerdings wird Menschenrechtsaktivisten und Medienvertretern in Ländern, in denen Zensur auf der Tagesordnung steht, oft der Besuch der Dissidenten verwehrt. In diesen Fällen versuchen wir über Anwälte und Familienangehörige Informationen zu erhalten. Im Fall des inhaftierten chinesischen Bloggers und Menschenrechtsaktivisten Hu Jia stehen wir zum Beispiel in regelmäßiger Verbindung mit dessen Ehefrau Zeng Jinyan.

Blogpiloten: Nach dem Gefängnisaufenthalt: wie schätzen Sie hier die Chancen der BloggerInnen und OnlinejournalistenInnen ein Ihrer Profession wieder nachzugehen? Werden diese weiterhin von Staatsseite überwacht? Kann man diesbezüglich überhaupt eine generalisierende Antwort geben oder changiert dies vielmehr nach Staatssystem und Land?

Anja Viohl: Hierzu kann man keine verallgemeinernde Antwort geben, da dies von Land zu Land und Fall zu Fall unterschiedlich ist. Es ist jedoch anzunehmen, dass viele der einmal entlassenen Online-Dissidenten auch weiterhin im Fokus der Behörden stehen. Im Iran zum Beispiel sind eine Reihe von frei gelassenen Bloggerinnen und Blogger schon nach einigen Monaten wieder festgenommen worden. In einigen Ländern werden aus der Haft entlassene Online-Journalisten mit einem Berufsverbot belegt. Die Angst vor Jobverlust oder Drohungen entmutigt auch einige Kolleginnen und Kollegen – sie gehen zu Selbstzensur über oder nehmen ihr Recht auf Meinungsfreiheit nicht mehr wahr. Andere machen trotzdem weiter und versuchen zum Beispiel, eine neue Onlineplattform unter einem anderen Namen oder vom Ausland aus aufzubauen.

Blogpiloten: Wie schätzen Sie die Beteiligung der Weblogger-Community an Onlinepetitionen ein? Können derartige Unterschriftensammlungen tatsächlich eine Freilassung der inhaftierten WebloggerInnen bewirken? Wem ist es erlaubt derartige Onlinepetitionen zu starten? Gibt es vielleicht spezielle Foren, die sich auf derartige Solidaritätsaktionen spezialisiert haben?

Anja Viohl: Dazu liegen uns leider keine zuverlässigen Daten vor, da diejenigen, die sich an einer unserer Onlinepetitionen beteiligen, keine Angaben zu ihrer Tätigkeit machen müssen. Onlinepetitionen sind ein guter Weg, um öffentliche Unterstützung für inhaftierte Dissidenten und Journalisten zu generieren. Eine große Anzahl an Unterzeichnern liefert ein gutes Fundament, um an die nationalen und internationalen Behörden appellieren zu können und die Freilassung der Inhaftierten zu fordern. Die Behörden werden damit nachhaltig zum Handeln aufgerufen. Das Instrument von Appellen und Petitionen ist immer noch ein wirksamer Hebel, um Regierungen, die systematisch gegen das Menschenrecht  auf Presse- und Meinungsfreiheit verstoßen, unter Druck zu setzen: Die Verantwortlichen wissen, dass Sie nicht ungeachtet von der Weltöffentlichkeit handeln und weiter zu den Vorwürfen schweigen können. Wenn Forderungen nach Freilassungen zudem von Regierungen anderer Länder und internationalen Organisationen unterstützt werden, erhöht das die Chance, dass Dissidenten frei gelassen werden.

Blogpiloten: Lässt sich im Verlauf der letzen Jahre insbesondere in China und jenen anderen restriktiven Pressesystemen eine Tendenz in Richtung einer gestiegenen Meinungsfreiheit im Onlinebereich konstatieren? In welchem Land/Kontinent hat sich diesbezüglich am Meisten zum Positiven gewandelt? An welchen Aspekten machen Sie diese Bewertung fest?

Anja Viohl: Auch hier ist es schwierig ein eindeutiges allgemeines Urteil abzugeben. Insgesamt stellen wir allerdings fest, dass Repressionen gegen Bloggerinnen und Blogger sowie Kontrollen des Internets weltweit zugenommen haben. Nachzulesen ist dies namentlich im jährlichen ROG-Bericht zur weltweiten Lage der Internetfreiheit. Auch die steigende Zahl von Internet-Dissidenten, die in den vergangenen Jahren inhaftiert wurden – in unserer immer Ende Dezember bzw. Anfang Januar publizierten Jahresbilanz dokumentieren wir die Fälle – spricht eher für eine Verschlechterung der Lage. Sicherlich kann es in einigen Staaten auch zu Fortschritten kommen: Es werden beispielsweise Blogger frei gelassen oder auch die Nutzung des Internets wird etwas liberaler. In Turkmenistan, ein „Feind des Internets“, ist seit dem vergangenen Jahr endlich privaten Nutzern der Zugang zum Internet erlaubt. Positiv zu verzeichnen ist zudem das Anwachsen einer kritischen Internetgemeinde und Bloggerszene, beispielsweise in Staaten wie Kuba, Iran und Ägypten.

Blogpiloten: Abschliessend ist Ihnen noch ein spezieller Inhaftierungsfall im Gedächtnis, der Sie besonders bewegt hat? Möchten Sie vielleicht noch unsere LeserInnen für einen aktuellen Fall sensibilisieren?

Anja Viohl: Besonders bewegend ist unter anderem der Fall des chinesischen Menschenrechtsaktivisten und Internetdissidenten Hu Jia. Der ROG-Menschenrechtspreisträger wurde im Dezember 2007 wegen „Anstiftung zum Umsturz“ zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Davor stand er bereits 200 Tage unter Hausarrest. Er hatte Artikel über die Lage der Menschenrechte vor den Olympischen Spielen in China im Internet veröffentlicht und engagierte sich für HIV-Infizierte und den Umweltschutz. ROG setzt sich für Hu Jia im Rahmen einer Onlinepetition ein, mit der die Freilassung der so genannten „Olympischen Häftlinge“ gefordert wird. Außerdem werden wir bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse eine Pressekonferenz veranstalten, um auf die schwierige Lage der Presse- und Internetfreiheit in China aufmerksam zu machen.

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Internet-Manifest Wie Journalismus heute funktioniert

17 Bhauptungen zum Journalismus und wie dieser in Zeiten des Internets funktioniert hat eine Gruppe von Profi-Journalisten zusammengestellt und als “Internet Manifest” veröffentlicht. Den 17 Thesen gibt es nach dem Klick. 1. Das Internet ist anders. Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln - das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein. 2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche. Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt - zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet. 3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet. Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog. 4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar. Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit. 5. Das Internet ist der Sieg der Information. Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor. 6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus. Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten. 7. Das Netz verlangt Vernetzung. Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser. 8. Links lohnen, Zitate zieren. Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert. 9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs. Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus. 10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit. Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. 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Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren 13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht. Das Urheberrecht ist ein zentraler* Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet. *) Stilblüten-Alarm aufgehoben 14. Das Internet kennt viele Währungen. Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. 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Posterous: Bloggen, so einfach wie E-Mails schreiben

Nehmen wir einmal einen typischen Tag im Leben eines Bloggers. Nennen wir ihn Paul. Paul hat einen Gedanken, den er unbedingt der ganzen Welt mitteilen möchte. Also loggt er sich in das Backend seines Blogs ein, legt einen neuen Artikel an, gibt Text ein, bindet Medien ein, liest Korrektur, stellt online. Vorausgegangen ist dem Ganzen eine recht umfangreiche Phase, in der Paul sich eine Webpräsenz eingerichtet, eine Software installiert, sich ein Theme ausgesucht (oder sogar selbst eines gemacht) und die Funktionalitäten zurechtgebogen hat. Doch was für Paul so selbstverständlich scheint, bringt eine ganze Reihe anderer Menschen nur zum Abwinken. Viel zu kompliziert, das alles. Und so beschränken sie sich aufs Schreiben von E-Mails. Womöglich noch als Rundmails an alle ihre Freunde, mit denen sie Informationen rumschicken. Und dann kommt Posterous daher und behauptet, das ganze Webzeugs zu können, indem man E-Mails schreibt. Und könnte damit alle Menschen zu Bloggern machen, die damit bisher nichts zu tun haben wollten. Wie funktioniert Posterous? Schon der erste Eindruck der Webseite klingt vielversprechend: Da ist das sonst so obligatorische “Create an account” fett durchgestrichen und mit einem frechen “Skip it” untertitelt. Posterous funktioniert angeblich, indem man eine E-Mail an post@posterous.com sendet. Alle Inhalte, die man anfügt, landen automatisch auf der Webseite. Bilder werden dabei auf eine geeignete Größe reduziert und als Einzelbild oder Galerie präsentiert. Ton- und Filmdokumente kommen mit einem Player auf den eigenen Webspace und können dort direkt abgespielt werden. Eine Kommentar-Funktion bringt Posterous natürlich ebenfalls von Haus aus mit. Posterous: schlicht, aber alles dabei Ganz so einfach ist es dann aber leider doch nicht – zumindest war es mir im Test nicht möglich, den Registrierungsvorgang zu überspringen. Denn obwohl Posterous behauptet, kein Login zu benötigen, muss es schon wissen, welche E-Mail-Adressen zu welchem Account gehören. Das bedeutet, dass man sich doch vorher registrieren und seine E-Mail-Adressen mit seinem Account verknüpfen muss. Dazu kann man entweder seinen Facebook-Account oder eine E-Mail-Adresse verwenden. Anschließend tut Posterous aber alles so, wie man es von ihm erwartet. Zudem kann es auf andere Dienste zugreifen und die Inhalte verteilen. Mit dabei sind Facebook, Flickr, Twitter und einige mehr. An wen richtet sich Posterous? Eigenen Aussagen zufolge richtet sich Posterous an Anfänger und gelegentliche Blogger ebenso wie Social Media Pros. Besonders die ersten beiden Gruppen dürften mit dem Dienst zufrieden sein: noch nie zuvor war es so einfach, Inhalte ins Web zu bekommen. Einfach eine E-Mail schreiben, alles reinhauen, Posterous übernimmt den Rest – bearbeitet werden kann das Ganze natürlich auch im Nachhinein noch. Erfahrenere Nutzer hingegen werden den Geschwindigkeitsvorteil zu schätzen wissen. Einmal eingerichtet, kann man Inhalt über eine E-Mail an post@posterous.com direkt auf alle Plattformen verteilen; möchte man nur auf Flickr posten, geht die Mail halt an flickr@posterous.com. Kombinationen à la flickr+facebook@posterous.com sind natürlich auch möglich. Große Einflussmöglichkeiten sucht man jedoch vergebens. Zwar kann man recht einfach eine eigene Domain und Google Analytics verwenden – wer jedoch gerne ein eigenes Layout hätte, ist mit einer eigenen Präsenz besser beraten. Muss dann aber auch die Arbeit in Kauf nehmen, die er damit hat. Blogpiloten-Urteil Wer nur mal hin und wieder etwas online stellen möchte, findet in Posterous einen geeigneten Anbieter. Vorkenntnisse sind nicht notwendig – wer E-Mails schreiben kann, kann auch Posterous. Für Web 2.0-Experten setzt ganz auf den Twitter-Effekt: schnell und einfach. Posterous hat so die Chance, zu einer ganz großen Nummer im Web 2.0 zu werden, indem es Leute anlockt, die sich nicht mit komplizierter Technik beschäftigen, aber dennoch partizipieren möchten.

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Vorsicht beim Upgrade auf Wordpress 2.8

Wie ich soeben via Rivva gelesen habe, gibt es ein ernsteres Problem beim Upgrade von Wordpress auf 2.8. Beim Upgradeprozess kann es vorkommen, dass Dateien des bestehenden Blogs versehentlich gelöscht werden und das Blog dann nicht mehr funktionstüchtig ist. Backups sollte man zwar so oder so immer vor jedem Upgrade machen, aber so mancher Zeitgenosse macht es aus lauter Vorfreude auf die neue Version vielleicht doch nicht. Spätestens mit dieser Warnmeldung über die neue Wordpressversion sollte man sich eines besseren belehren lassen und die Ratschläge beherzigen. Genauere Infos zum Problem und die angedachten Lösungen gibt es drüben im Wordpress-Deutschland-Blog.

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Blind im Web: Blogs als Chance

In einer kleinen Serie stellt Heiko Kunert vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg das blinde Netz vor. In seinem ersten Beitrag “Blind im Web: Ein Stück Normalität” welche Rolle das Web im Leben blinder Menschen bzw. Menschen mit einer Sehschwäche spielt und wie die Orientierung im Web mit Hilfe eines Screenreaders funktioniert. Heute berichtet er über das Bloggen eines Nischen-Themas. „Gehst Du ins Kino?“, fragten meine Mitschüler. In der Uni hieß es: „Kannst Du die Referatstexte lesen?“ Und heute im Beruf: „Kann ich Ihnen E-Mails schicken?“ Fragen beantworten ist für blinde Menschen Alltag. Und häufig sind die Fragen Auftakt zu einem spannenden Erfahrungsaustausch. Für mich als PR-Fachmann sind Dialog und Schreiben alltäglich. Warum nicht das Medium Blog nutzen, um bemerkenswerte Ereignisse aus meinem Beruf und meiner Freizeit zu berichten? Seit Februar 2008 schreibe ich bei Blind-PR. Nachdem ich mich in die Blogger-Seite eingearbeitet und die Layout- und Veröffentlichungsbarrieren überwunden hatte, konnte es mit einigen HTML-Grundkenntnissen losgehen. Ich schreibe und verlinke. Die für Blogs häufig zentralen Fotos fallen aber weg. Selbst wenn ich geeignete Bilder für meine Artikel hätte, könnte ich kaum beurteilen, ob sie optisch passend eingebunden sind. Die Besucherzahlen steigen. Nachfragen zu Artikeln erreichen mich per Mail. Einige treue Leser kommentieren hin und wieder. Dennoch – das gilt in der Presse, im Radio, im TV und im Internet – die Themen Blindheit und Sehbehinderung sind Nischen-Themen. Zum Glück ist in der Blogosphäre Platz für jede Nische.

Ganz unterschiedliche Sehbehinderte und blinde Blogger schreiben im Netz. Da sind der scharfzüngige Professor, der blinde Programmierer und Accessibility-Fachmann, die taubblinde Globetrotterin und die Augen-Community der Blindfisch-Blogger. Und was ist mit den blinden und sehbehinderten Menschen, die spannende Geschichten erleben, aber kein Blog haben? Für sie gibt es die Blogpatenschaften. Die Idee: Soziale Projekte oder Randthemen können mit Hilfe engagierter Blogger eine breitere Öffentlichkeit bekommen, indem sie von schon gewachsenen Vernetzungsstrukturen profitieren. Parallel dazu können sie ihre eigenen Blogs und Twitter-Accounts aufbauen. Mein Fazit: Blogs sind eine Chance, den Austausch zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen im Internet anzustoßen. Nutzen wir sie. Foto: Michael Maier. Über den Autor Heiko Kunert (32) ist Sprecher des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg. Er ist mit sieben Jahren durch einen Tumor erblindet. In seinem Blind-PR-Blog schreibt er über seine Arbeit als blinder PR’ler und das ganz normale Leben in Hamburg. Im dritten Teil seiner Blogpiloten-Reihe berichtet er über das Web 2.0 in der Arbeit von Blinden- und Sehbehindertenvereinen.

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June 10 2009, 10:26am

Topliste: Die besten Designseiten im Netz Teil 2

Den ersten Teil unserer Designseiten gab es ja schon vor ein paar Tagen. Nachdem ich nun das Netz noch einmal für euch druchforstet habe gibt es jetzt weitere Tipps, Tricks und Trends rund um das Thema Design und Kreativität. Los geht’s… Web Designer Wall  Wie es der Name schon sagt, handelt es sie um eine wahre Wand, eine Wand voll mit Ideen und kreativen Arbeiten. Das besondere hierbei: Es ist sind nicht nur die Arbeiten auf der Wand kreativ, sondern die Wand an sich ist schon kreativ und einen Blick wert. Dzine Blog Der Dzine-Blog befasst sich hauptsächlich mit dem Thema Inspiration. Hier findet ihr neue Denkanstöße und Inspirationen für kommende Arbeiten! Gamasutra The Art and Business of making Games. Der Name an sich ist ja schon kreativ genug und die Arbeiten die sie vorstellen sind auch nicht ohne. Man lernt viel über das Thema Gamedesign. Also für die, die sich für Spiele interessieren genau das richtige. Michael Paul Young Michael Paul Young ist ein sehr bekannter Designer, der sich auf verschiedene Gebiete spezialisiert hat. Schon die Gestaltung an sich ist einen Blick wert. Die Arbeiten sind teilweise zwar etwas “wirsch”, aber wenn man sich den Text zu seinen Arbeiten durchliest und mehr darüber erfährt, wirken sie schon ganz anders. Marke Eigenbau Marke Eigenbau ist eine meiner Lieblingsseiten und bei meinen Touren durch das Web oftmals mit dabei. Ich glaube ihr Motto sagt schon alles “Die Website zum Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion”. Typodarium Hier dreht sich alles um das Thema Typographie! Die Texte sind natürlich etwas gewöhnungsbedürftig gesetzt, aber Kreativität ist ja leider nicht definierbar und jeder hat seine eigenen Ansichten. Myfont Wer nicht genau weiß, welche Schrift er für sein Projekt benutzen soll, der findet bei Myfont mit Sicherheit ein paar Tipps und Ideen, was man bei seinem Projekt so anwenden kann. Twinity Twinity powered bei real life. Ich halte davon zwar so gut wie gar nichts, aber ich dachte mir, ich nehme es mal mit in meine Liste auf. Es soll aber genug Leute geben, die dieses virtuelle Leben mögen. Biblica Der Bibelatlas powered by National Geographic. Ich bin ja nicht so der Kirchengänger, aber das Video,d ass man sich auf der Seite ansehen kann ist wirklich cool. Auch für nicht Kirchengänger ist die Seite wirklich empfehlenswert. Cyrus Golden Die Abschaffung der Arten in kreativem Design zusammengefasst! Die Seite hat nicht gerade viel Content, aber der Content der dort drauf steht ist meiner Meinung nach recht interessant und es lohnt sich, mal 5 Minuten seiner Zeit dafür zu opfern. Roberto Saviano Sie haben und zwar den WM Titel 2006 weggenommen, aber trotzdem muss man gute Arbeit ja anerkennen. Roberto Saviano hat nicht nur eine schöne Seite, sondern auch echt schöne Fotos. Leider kann ich kein Italienisch, sonst könnte ich Euch auch sagen, was er inhaltlich so schreibt.  TV Adobe Egal zu welchem CS Programm ihr ein Tutorial oder ein Video sucht, bei TV Adobe oder Adobe TV bekommt man zu allen möglichen Adobe Programmen ein passendes Video. Echt nützlich, vor allem wenn man sich sehr viel mit Photoshop etc befasst.  a list apart Alle Webseiten Gestalter aufgepasst. Auf der Seite steht es ja auch schon geschrieben, “For people who make websites”. Neben Erklärungen und eigenen Beispielen könnt ihr auch hier recht einfach Kontakt mit den Betreibern der Seite aufnehmen. XPLSV TV Animationsdesign. Bei xplsv findet ihr eine Menge Feinheiten und Informationen über Animationsdesign. Ob Partikel im Wasser oder einfache Figuren, hier erfahrt ihr, wie ihr solche Dinge darstellen könnt.  Cartoonbrew Zu guter letzt, ein letzter Top Tip von mir für euch. Auf Cartoonbrew findet man äußerst interessante und lustige Cartoons, die wirklich interessante Charaktere haben und lustig anzusehen sind. Ich hoffe, es waren für Eich ein paar interessante und lustige Links dabei. Bei weiteren coolen und interessanten Links würden wir uns freuen, wenn ihr sie uns mitteilt. Man lernt ja nie aus!

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June 8 2009, 8:53am

Blind im Web: Blogs als Chance

In einer kleinen Serie stellt Heiko Kunert das blinde Netz vor. Im Beitrag “Blind im Web: Ein Stück Normalität” welche Rolle das Web im Leben blinder Menschen bzw. Menschen mit einer Sehschwäche spielt und wie die Orientierung im Web mit Hilfe Screenreader u.a. funktioniert. Heute berichtet er über das Bloggen eines Nischen-Themas. „Gehst Du ins Kino?“, fragten meine Mitschüler. In der Uni hieß es: „Kannst Du die Referatstexte lesen?“ Und heute im Beruf: „Kann ich Ihnen E-Mails schicken?“ Fragen beantworten ist für blinde Menschen Alltag. Und häufig sind die Fragen Auftakt zu einem spannenden Erfahrungsaustausch. Für mich als PR-Fachmann sind Dialog und Schreiben alltäglich. Warum nicht das Medium Blog nutzen, um bemerkenswerte Ereignisse aus meinem Beruf und meiner Freizeit zu berichten? Seit Februar 2008 schreibe ich bei Blind-PR. Nachdem ich mich in die Blogger-Seite eingearbeitet und die Layout- und Veröffentlichungsbarrieren überwunden hatte, konnte es mit einigen HTML-Grundkenntnissen losgehen. Ich schreibe und verlinke. Die für Blogs häufig zentralen Fotos fallen aber weg. Selbst wenn ich geeignete Bilder für meine Artikel hätte, könnte ich kaum beurteilen, ob sie optisch passend eingebunden sind. Die Besucherzahlen steigen. Nachfragen zu Artikeln erreichen mich per Mail. Einige treue Leser kommentieren hin und wieder. Dennoch – das gilt in der Presse, im Radio, im TV und im Internet – die Themen Blindheit und Sehbehinderung sind Nischen-Themen. Zum Glück ist in der Blogosphäre Platz für jede Nische. Ganz unterschiedliche Sehbehinderte und blinde Blogger schreiben im Netz. Da sind der scharfzüngige Professor, der blinde Programmierer und Accessibility-Fachmann, die taubblinde Globetrotterin und die Augen-Community der Blindfisch-Blogger. Und was ist mit den blinden und sehbehinderten Menschen, die spannende Geschichten erleben, aber kein Blog haben? Für sie gibt es die Blogpatenschaften. Die Idee: Soziale Projekte oder Randthemen können mit Hilfe engagierter Blogger eine breitere Öffentlichkeit bekommen, indem sie von schon gewachsenen Vernetzungsstrukturen profitieren. Parallel dazu können sie ihre eigenen Blogs und Twitter-Accounts aufbauen. Mein Fazit: Blogs sind eine Chance, den Austausch zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen im Internet anzustoßen. Nutzen wir sie. Über den Autor Heiko Kunert (32) ist Sprecher des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg [http://www.bsvh.org]. Er ist mit sieben Jahren durch einen Tumor erblindet. In seinem Blind-PR-Blog [http://blind-pr.blogspot.com] schreibt er über seine Arbeit als blinder PR’ler und das ganz normale Leben in Hamburg. Im dritten Teil seiner Blogpiloten-Reihe berichtet er über das Web 2.0 in der Arbeit von Blinden- und Sehbehindertenvereinen.

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June 5 2009, 10:26am

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