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Konferenz: all2gethernow 2010

Als 2009 die popkomm abgesagt wurde, war die Musikbranche etwas stickum. Man munkelte es könne an den bösen p2p-Tauschbörsen im Netz liegen, oder an der schlechten Stimmung wegen der Krise. Die Gerüchte und Mutmaßungen schossen ins Kraut. Die all2gethernow etablierte sich in Berlin aus dem Stand in dieser Nische als Zwitter zwischen Konferenz und barcamp. Heute macht man aus der Not eine Tugend. Offiziell klingt das nun so: Genreübergreifend und auf Augenhöhe sollen möglichst umfassende Perspektiven in die Gespräche über neue Strategien und Geschäftsmodelle der Musikwirtschaft und angrenzender Kultur- und Kreativzweige mit einbezogen werden. Geschäftsführer großer Unterhaltungskonzerne treffen auf Klein- und Mittelständler, Vertreter von traditionellen Verwertungsgesellschaften auf digitale Freigeister, Performer und Produzenten treffen auf interessierte Konsumenten. Der partizipatorische Prinzip des Konferenzformates liefert den Teilnehmern wertvolle neue Inspiration und lädt explizit dazu ein, voneinander zu lernen. Das Programm Anfang bis Mitte nächster Woche gliedert sich in drei Abschnitte:

06.-07.09.2010: #a2n_camp, Kulturbrauerei Hier steht der praxisorientierte, partizipative Dialog über die Zukunft der Musikbranche zwischen allen Beteiligten im Fokus. Es tauschen sich Internationale Player aus: Major CEOs, Indie-Vertreter, Musiker, Manager, Promoter, Hollywood-Sounddesigner, Internet-Unternehmer, Journalisten, GEMA und Creative Commons. 140 Speaker, ca. 80 Sessions Ticktets: 30,00 Euro, http://a-2-n.de/ticket oder an der Tageskasse 08.-09.09.2010: #a2n_congress, Flughafen Tempelhof Aufgebaut als kuratiertes Kongress-Programm steht die Vermittlung von aktuellen Erkenntnissen im Mittelpunkt: Internationale Top Speaker geben Einblicke in Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Branche. 90 Speaker, 26 Sessions Zugang nur mit 4-Tage Kombi-Ticket der Berlin Music Week: 236,00 Euro, http://berlin-music-week.de/tickets 10.-11.09.2010: #a2n_forum, Flughafen Tempelhof Die Ergebnisse von #a2n_camp und #a2n_congress werden von sogenannten „Rapporteuren“ zusammengefasst und als Interviewfragen aufbereitet. In öffentlichen Gesprächen mit verschiedenen Künstlern des BERLIN FESTIVAL werden die spannendsten Themen der BERLIN MUSIC WEEK CONFERENCE aus der Sicht der Performer noch einmal durchleuchtet. Zugang mit 4 Tage Kombi-Ticket und Tickets des Berlin Festivals, http://berlin-music-week.de/tickets

September 1 2010, 11:14am

Blogpiloten beim atoms&bits;Festival

Angekündigt haben wir es ja schon: In Berlin läuft derzeit das atoms&bits–Festival, das wir als Sponsor unterstützen. Und natürlich werden wir auch den ein oder anderen Artikel von dort posten, um das Festival inhaltlich zu begleiten. Zeit, einen Blick auf’s Programm zu werfen.

atoms&bits–Camp Höhepunkt des Festivals ist das kommende Wochenende und hier wiederum besonders das atoms&bits–Camp am Samstag, 26., und Sonntag, 27. September. Im Coworking Space betahaus und dem ЇMA Design Village werden ca. 400 Teilnehmer erwartet – es wird zum Treffpunkt von Visionären, Baustlern, Aktivisten, Geeks und Kreativen. Während der verschiedenen Workshops, Vorträge, Präsentationen und Diskussionsrunden kann der selbständige Webentwickler der Strickladenbesitzerin Tipps für ihren Internetauftritt geben und der politische Aktivist mit der Kuratorin über die Kulturflatrate diskutieren. Der Eintritt ist frei und auch spontane Besucher sind herzlich willkommen.

Gucken inzwischen nicht mehr so angespannt drein: Die Organisatoren des atoms&bits Festival. (Foto: Simon Bierwald) Eingerahmt wird das Camp von verschiedenen Veranstaltungen, u.a.: Coworking@Berlin – Das Medienboard–Event Donnerstag, 24.09., 10:30 bis 12:30 Uhr im betahaus:, u.a. mit Petra Müller (Geschäftsführerin Medienboard Berlin-Brandenburg) (Link) Politische Partizipation heute Donnerstag, 24.09., 14:30 bis 16:30 Uhr in der dffb–Filmhaus–Cafeteria, 9. Stock, u.a. mit Adrienne Goehler (Kuratorin, Publizistin und Kultursenatorin a.D.) und Stefanie Wenner (Kuratorin für Schauspiel am HAU) (Link) atoms&bits–Salon Donnerstag, 24.09., 20 bis 22 Uhr im HAU: atoms&bits–Salon, u.a. mit Matthias Lilienthal (künstlerischer Leiter des Hebbel-am-Ufer) (Link) Pecha Kucha Vol.15 Freitag, 25.09., 20:20 Uhr im IMA Design Village, u.a. mit Michael Bukowski (Schriftsteller) und Ansgar Oberholz (Sankt Oberholz), Eintritt: 6 Euro (Link) atoms&bits–Party Samstag, 26.09., ab 22:30 Uhr im betahaus, u.a. mit Rampa/ &ME (live) und Hans Blitz/ Tanzfaster/ Emski/ Johnny Sepp an den Turntables, Eintritt: 5 Euro (Link) atoms&bits–Wahlparty - Public Viewing Sonntag, 27.09., 12 bis 22 Uhr im betahaus, u.a. mit Live-Sendung vom Bundesradio (Link) Alle Veranstaltungen im Überblick gibt’s im Festivalkalender auf atomsandbits.net. Disclaimer: Die Blogpiloten sind Sponsoren von atoms&bits, der Autor ist Mitorganisator des Festivals.

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September 24 2009, 6:02pm

atoms&bits;Festival: für Blogger und Bastler

Ausgehend von Berlin findet vom 18-27 September das dezentrale atoms&bits Festival. Höhepunkt des Festivals ist das am Wochenende vom 25.-27. September, wo in Berlin mit dem atoms&bits Camp im IMA Design Village und jeder Menge Events im Betahaus ein Wochenende lang Geeks, Visionäre, und Aktivisten zusammenkommen die eine neue Kultur des Selbermachens zelebrieren.

Aus dem offiziellen Ankündigungstext: Was ist das atoms&bits Festival? Atome und Bits stehen für die kleinsten Elemente unserer modernen Gesellschaft. Aus ihnen setzt sich alles zusammen, was unser alltägliches Leben ausmacht, lässt sich alles gestalten, was es angenehmer und besser machen könnte. Beim atoms&bits Festival geht es darum zu zeigen, wie wir die Gesellschaft Bit für Bit und Atom für Atom verändern, organisiert über das Internet und mit greifbaren Ergebnissen. Dabei führt das atoms&bits Festival Visionäre, Baustler, Aktivisten, Geeks und Kreative zusammen – eben alle, die jene neue Kultur des kollaborativen Selbermachens repräsentieren.
Die fünf Themen, sogenannte Tracks, um die sich alles dreht sind:

neue Arbeitsformen (Coworking) Lust am Bausteln (DIY) eine Kultur der Offenheit (OpenEverything) partizipative Politik neue, offene Formen des Kunst- und Kulturschaffens (Art of Production of Art)

…sowie verbindende die Netzkultur, die all das überhaupt erst ermöglicht. Wann und wo finden das atoms&bits-Festival und das atoms&bits-Camp statt? Das atoms&bits Festival ist als dezentrales Festival organisiert, das sich über zehn Tage erstreckt (18.-27. September 2009). Es wird seine inhaltlichen Brücken weltweit schlagen und dadurch Menschen, Aktivitäten und Orte miteinander verbinden. Eine nachhaltige Vernetzung und Kollaboration erfolgt dabei u.a. mit den Events all2gethernow (Thema: Musik; Ort: Berlin) http://www.a-2-n.de/ , Breakout (Thema: Coworking; Ort: global) http://breakoutfestival.org/, OpenEverything (Thema: Open Source Prinzipien; Ort: global) http://openeverything.wik.is/ und andere. Den Höhepunkt des weltweiten Festivals und gleichzeitig Kick-off für im Rahmen von atoms&bits entstandene Aktionen und Projekte, bildet das atoms&bits-Wochenende vom 25. bis 27. September. In Berlin findet dann das atoms&bits Camp statt, zu dem sich rund 400 Teilnehmer treffen, um zu diskutieren, Projekte zu planen und sich zu vernetzen. Angelehnt an das Barcamp-Format sind alle Teilnehmer aktiv am Geschehen beteiligt, die Vorträge (Sessions) sind interaktiv und werden von den Teilnehmern inhaltlich selbst gestaltet. Wer organisiert das atoms&bits Festival? Das atoms&bits Festival ist selbst das beste Beispiel dafür, wie diese neue Kultur des kollaborativen Selbermachens funktioniert. Anfang Juli 2009 stand die noch vage Idee, eine Reihe unabhängig voneinander geplante Aktionen und Veranstaltungen zu einem großen Event zu bündeln. Aus ihr ist innerhalb kürzester Zeit das Konzept eines Festivals geworden: atoms&bits. Die Partizipationsstrukturen sind offen, alle arbeiten gleichberechtigt. Jeder konnte und kann seinen Teil dazu beitragen und hierdurch selbst den Charakter und die Ergebnisse des atoms&bits Festivals beeinflussen. Der derzeitige Planungs- und Schaffungsprozess des Festivals kann über die Festival-Website http://atomsandbits.net, über Twitter (http://twitter.com/atomsandbits_de ), Flickr (http://www.flickr.com/photos/atomsandbits/ ), Blogbeiträge der Beteiligten und andere Online-Medien bereits nahezu in Echtzeit mitverfolgt werden. Kurzinfos:

Die Teilnahme ist kostenlos. Für das a&b Camp ist eine Registrierung notwendig (hier unter “Camp-Anmeldung”). Offizielles Hashtag ist #atomsandbits und #anb Infos auch per @atomsandbits

Disclaimer: Die Blogpiloten sind Sponsoren von atoms&bits, der Autor ist Mitorganisator des Festivals.

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September 8 2009, 1:16pm

Interview mit Andreas Gebhard zur all2gethernow

Im September wird die erste a2n stattfinden. a2n steht für “all together now”. Ins Leben gerufen wurde die a2n von Andreas Gebhard. Andreas ist Gründer und Geschäftsführer von newthinking communications, Mitbegründer und Organisator der re:publica. Blogpiloten: Wie bist Du auf die Idee zur all2gethernow gekommen? Hängt dies mit der Absage der Popkomm zusammen? Andreas Gebhard: Ja, das hängt eng mit der Absage der Popkomm zusammen. Die Absage wurde ja damit begründet, dass das Internet für die Schwierigkeiten in der Musikbranche verantwortlich sei. Mich haben zwei Dinge daran geärgert. Zum einen, dass es so kurzfristig gemacht worden ist. Wenn man sich mit der Organisation solcher Veranstaltungen auseinandergesetzt hat, wird klar, dass die Absage schon ganz früh hätte passieren müssen. Die Leute haben natürlich ihre Veranstaltungen für die Popkomm schon vorbereitet. Auf der anderen Seite wird schon wieder ein Argument nach vorn gestellt, welches vor 6 oder 7 Jahren vielleicht noch jemanden hinter dem Ofen hervor gelockt hätte. 2009 ist das einfach nicht mehr zeitgemäß. Nach der Absage habe ich mich zügig mit Leuten, die ich aus diesem Umfeld kenne, in Verbindung gesetzt. Wir haben uns getroffen und innerhalb von drei oder vier Tagen dieses Projekt auf die Beine gestellt.

Was will die a2n anders machen? Stellt sie ein Gegenkonzept zur Popkomm dar? Grundsätzlich ist die a2n offen für jedermann. Das behauptet die Popkomm auch von sich, aber wir setzen da auch am Preis an. Die a2n richtet sich eindeutig an Teilnehmer auf Augenhöhe. Wir werden keine monströsen Messestände mit Cocktailparties und Messehostessen haben, sondern jeder Teilnehmer ist auch tatsächlich aufgerufen, sich einzubringen. Wir haben drei Bereiche in denen wir arbeiten, vom 16. September - 18. September. An den ersten beiden Tagen (16. und 17. September) findet ein #camp statt, ein Barcamp. Wir haben das aber extra #camp genannt, weil es in der Musikbranche noch ein ziemlich neuer Begriff ist. Dort soll in Diskussionsrunden und Foren, also in einen etwas abgewandelten Format, wie bei einem normalen Barcamp, sehr offen über Fragestellungen des Musikbusiness 2.0 diskutiert werden. Da kann dann jeder mitmachen, jeder vorbeikommen. Wir haben auch schon die Location ausgesucht. Es wird die Münze Berlin sein, direkt am Alexanderplatz gelegen, wo wir ganz viel Raum und Fläche haben um uns da zwei Tage auszutoben. Beim zweiten Bereich drehen wir das etwas um. Eben war es eher Grasroots. Jetzt eher Top–down. Dazu wird es am Freitag im Radialsystem die #conference geben – die all2gethernow-conference. In kurzen Sessions sollen aktuelle Best–Practice–Beispiele vorgestellt werden. Ebenso wird es wieder mehrere Diskussionsrunden geben. Der Fokus liegt darauf, eine schnelle und gebündelte Informationseingabe zu gewährleisten. Das wird auch unter internationaler Beteiligung stattfinden. Wir werden internationale Gäste haben, sowie Videochats mit ins Programm einbinden. Bei so kurzen Sessions ist dies ja auch sehr gut möglich. Abgerundet oder umspannt wird das ganze von der #cloud. Die #cloud umfasst das dezentrale Festival in der ganzen Stadt. Da kümmern sich die Betreiber der Locations, die Booker und die Labels selbst. Über 100 Veranstaltungen stehen jetzt schon fest, die an diesen Tagen stattfinden werden. Da wird es ein richtig schönes Lineup geben und richtig umfangreiches und gutes Booking, von elektronischer Musik über Jazz, Klassik bis hin zu Indie, Metal etc. Eröffnet wird die a2n im Kesselhaus am 15. September mit einer großen Party, die wir zusammen mit der Berlin Music Commission und der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie durchführen. Welche Majorlabels sind mit dabei? Wie gesagt, es ist eindeutig darauf gemünzt, dass alle die Interesse haben auch an der a2n teilnehmen können. Wir haben keine Messestände in dem Sinne. Von daher sind Labels als Teilnehmer willkommen. Es haben sich auch schon einige am Programm beteiligt. Es geht genau darum eine Mischung zu bekommen von Fans bis zum Manager. Da müssen sich natürlich die Manager mehr am Riemen reißen und die veränderten Rahmenbedingungen anerkennen als die Fans. Aber da müssen sie durch. Wir laden jeden ein, die Scheu davor zu verlieren und an solchen Formaten teilzunehmen. Wird es eine Initialzündung sein, diese Veränderungen in die Musikindustrie hineinzutragen? Wir haben mit dem programmatischen Titel a2n gesagt, wir wollen zusammen daran arbeiten dies zu verbessern. Die Popkomm hatte ja das Problem, dass sie es nicht geschafft hat, z.B. die weltberühmte Berliner elektronische Clubmusikszene mit ins Boot zu holen. Wir arbeiten sehr eng mit dem ebenfalls stattfindenden Festival BerMuDa zusammen, wo 20 Clubs dabei sind, die mit einem richtig tollen Lineup aufwarten. Es passiert durch den Impuls der Absage, auch unabhängig von der a2n, in Berlin enorm viel. Alles wird neu positioniert, die Leute finden sich neu zusammen. Wenn man jetzt einen gute und kooperative Zusammenarbeit hinbekommt, hat das natürlich Auswirkungen auch für die Zukunft. Ich bin fest davon überzeugt, das sich da einiges ändern wird. Was sagt denn Dieter Gorny zur a2n? Das weiß ich gar nicht. Aber die Türen stehen für ihn selbstverständlich offen. Wir haben unterschiedliche Gespräche geführt, auch mit der Popkomm. Es kann ja noch soviel passieren. Wenn man sich den Fahrplan anschaut, dann hat ja gerade die zweite Hälfte der Vorbereitungsphase angefangen. Wir haben einen Webauftritt entwickelt. Dies und vieles mehr musste ja auch erstmal aufgebaut werden. Das fällt ja nicht vom Himmel. Wir haben dazu einen Verein gegründet. Was in den nächsten Tagen hin zur a2n passieren wird? Nun, da ist noch einiges an Luft. Welche Künstler haben schon zugesagt? De La Soul oder die Leipziger Newcomer Noise/Punk–Band Safi werden beispielsweise dabei sein. Die ganz großen Namen waren ja auch bei der Popkomm nicht dabei, wenn man so zurückdenkt. Wir laden nicht für großes Geld irgendwelche Künstler ein, sondern wir sagen: die Türen sind offen, kommt vorbei. Wir sammeln auch Videobotschaften, von Musikern, von denen wir wissen, dass sie es nicht schaffen werden, so kurzfristig nach Berlin zu kommen. Aber wir denken auch mittelfristig. Für nächstes Jahr bzw. übernächstes Jahr. Wir sind an einer weiteren Zusammenarbeit mit allen Playern interessiert. Das läuft im Moment ganz gut. Was dann an größeren Artists kommen wird, das wird man sehen. Wir laden alle Interessierten ein sich unter http://a-2-n.de zu registrieren und an der all2gethernow teilzunehmen!

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August 25 2009, 8:55am

Interview mit Ryan Rauscher zum Futuremusiccamp

Anfang Juli findet in Mannheim das Futuremusiccamp statt. Organisiert wir es von Ryan Rauscher von der Popakademie Mannheim. Im Blogpiloten-Interview gibt Ryan Einblicke in die Arbeit der Popakademie, die Ziele des Camps und wie er sich die Zukunft des Musikgeschäfts vorstellt. Ryan, du arbeitest an der Popakademie Baden-Württemberg im so genannten SMIX.LAB. Was genau hat man sich unter dem smixlab vorzustellen? Das SMIX.LAB ist eine vom Land Baden-Württemberg geförderte gemeinnützige Einrichtung, die in die Stiftung der Popakademie Ba-Wü eingegliedert ist. Unser Ziel ist es eine Anlaufstelle - wir nennen es Kompetenzzentrum - einzurichten, für jeden, der neue Ideen bezüglich der Zukunft von Musik- und Entertainmentbranche hat und diese umsetzen möchte. Dazu sammeln und vermitteln wir fundiertes Wissen zum Thema Digitale Musikwirtschaft - man könnte auch sagen Musik 2.0. :-) Neben Vorlesungen in den Bereichen technische Systeme, Applikationen, Recht 2.0, Digitale Kultur, sowie Marketing- und Managementtrends führen wir mit unseren Studierenden Forschungs- und Praxisprojekte durch. Hier arbeiten wir mit Projektpartnern aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Im aktuellen Semester kooperieren wir beispielsweise mit dem Fachbereich Onlinemedien der FH Furtwangen und mit Universal Music. Das SMIX.LAB gehört zum Fachgebiet “Music Business”. Wie geht die Popakademie das Thema an? An der Popakademie gibt es ein in Deutschland einzigartiges ganzheitliches Studium in diesem Bereich. Das bedeutet also nicht nur Kurse zur Musikwirtschaft oder zum Urheberrecht, sondern auch eine Unterfütterung mit fundierten Inhalten angrenzender Bereiche wie Unternehmensmanagement, Medien, Recht oder Popkultur im Allgemeinen. Die besondere Stärke der Popakademie liegt im starken Prasixbezug durch Praktika und Projekte in Studententeams, sowie die damit einhergehende starke Vernetzung und Anbindung an die Musikbranche, die vielen Absolventen einen schnellen Berufseinstieg ermöglicht. Mit dem neuen Studienschwerpunkt “Digital Innovation Management” und dem SMIX.LAB als Kompetenzzentrum dahinter trägt die Akademie eben auch diesem wichtigen Bereich Rechnung und verleiht der Digitalisierung der Branche seine akademische Entsprechung. Mit dem Internet, Peer-to-Peer-Systemen und Web 2.0 mit recommender Systemen wie Last.fm hat sich das Musikgeschäft radikal verändert. Wie bewertest du diese Veränderungen und wie reagiert ihr an der Popakademie darauf? Im Curriculum gibt es eben Vorlesungen genau zu diesen Themen. So findet z.B. am 11. Mai eine Unterrichtseinheit zum Thema “Music Recommender Systems” statt - gehalten von Dr. Stephan Baumann vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Eine Vorlesung zu Peer-to-Peer Systemen und deren Zukunft ist ebenfalls in Planung. Weitere Unterrichtseinheiten beschäftigen sich etwa mit Social Software (Social Netzworks, Blogs und Ähnliches), Mobilen Kommunikationssystemen, Web Syndication (Schnittstellen, Feeds, Widgets), digitaler Rechteverwaltung oder dem Semantischen Web. Wie ich selbst diese Veränderungen bewerte, ist glaube ich wenig relevant. Unsere Aufgabe ist es, die wichtigsten Themen bzw. Anforderungen an Musikmanager von Morgen zu identifzieren - und zwar im Dialog mit Unternehmen, Forschern und Soziologen. Außerdem bereiten wir gerade ein Barcamp mit Fokus auf Musik & Entertainment 2.0 vor. Die ersten knapp 50 Mitglieder haben sich auf http://www.futuremusiccamp.mixxt.de seit Montag angemeldet. Insgesamt haben wir Platz für 150 Teilnehmer, die eine Mischung wird aus jungen Ideengebern, erfahrenen Digitalunternehmern aus der Musik- und angrenzenden Branchen, dazu Berater sowie Anwälte und Zukunftsexperten. Dieses Future Music Camp (FMC) soll auch der Startpunkt für unser Wiki-Projekt werden. Dabei geht es um ein Wiki für Musikwirtschaft im Web 2.0, dessen erste Inhalte aus dem FMC gewonnen werden und von da an idealerweise von Studierenden, Unternehmen, Wissenschaftlern etc. erweitert werden sollen. Wie genau stellst du dir die Ausrichtung inhaltlich vor? Wie sähe dein Wunsch-Barcamp aus? Als Befürworter eines interaktiven Formates wie dem Barcamp muss ich darauf natürlich antworten, dass meine Vorstellung inhaltlicher Art nur eine unter vielen sein darf. Ich bin sehr gespannt welche Diskussionen und Beiträge von den verschiedenen Experten und Teilnehmern eingebracht werden. Unser Ziel ist es jedenfalls, die spannendsten Fragen zu identifizieren und Lösungen zu diskutieren - teils losgelöst von strukturellen Einschränkungen (”Out of the box”), teils aber auch unter Berücksichtigung der praktischen Machbarkeit unter den heutigen musikwirtschaftlichen Gegebenheiten. Ich würde mir wünschen, dass wir eine Diskussionskultur erreichen, bei der nicht nur Meinungen ausgetauscht, sondern vor allem fundierte Fakten zusammengetragen und erarbeitet werden, auf die wir alle später aufsetzen können. Und natürlich wäre ich sehr glücklich, wenn die Teilnehmer uns als Kompetenzzentrum wahrnehmen und unsere Hilfe bzw. Ressourcen zukünftig für ihre Projekte nutzen. Auch fände ich es wichtig, dass wir einen fundierten Austausch aller Parteien begründen und etablieren, um das nötige Wissen künftig besser organisieren und zirkulieren zu lassen. Wann und wo wird das Barcamp stattfinden? Das FMC findet am 4. und 5. Juli - Samstag/Sonntag - in Mannheim statt, wobei es am Freitag auch ein “Get-together” geben wird, für diejenigen, die an diesem Tag bereits anreisen. Die Sessions finden in den Räumen der Popakademie statt und im SMIX.LAB möchten wir eine Art “History-Area” mit Videobeiträgen zur Computergeschichte einrichten. Am Samstagabend wird es eine Party inklusive einer interaktiven iPhone-Performance geben. Wir machen das zusammen mit der Agentur Storymaker, der Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura und mehreren iPhone-Künstler, sodass man da wirklich gespannt sein darf. Nochmal zum Thema Musikbusiness. Immer wieder wird die Idee einer Kulturflatrate diskutiert. Wie ist deine persönliche Meinung dazu? Die erste spannende Frage dabei ist für mich, aus welcher Argumentation heraus das Bezahlmodell “Flatrate” Sinn macht und ob es dies für immer mehr Konsumenten eine wünschenswerte Handlungslogik darstellt. Ob gegen den Willen der Nutzer von politischer Seite ein solches Modell eingeführt werden sollte, möchte ich nicht abschließend beurteilen. Ich würde jedoch erst hinterfragen, ob nicht eher die Konventionen der Musikwirtschaft erneuert werden müssten. Nun zu meiner Argumentation (ich beschränke mich dabei exemplarisch auf den Musikaspekt): der Tonträger ist nicht tot. Der heutige Tonträger ist das Handy, der Speicherchip (wo auch immer er ist), das Notebook, der Server. Wenn sich dann etwas wie das Cloud Computing durchsetzt, es also für Nutzer und Anbieter ökonomisch am sinnvollsten ist, Musik auf Servern zu speichern und nurmehr zu streamen, dann ist es relativ logisch, dass der einzelne Hörer keine Tonträger mehr besitzt, sondern sie zum zeitweiligen Konsum mietet. Das entspricht letztentlich der Idee einer Flatrate. Nun zur Frage, ob ich eine Kulturflatrate als politisches Instrument gutheiße: in den letzten Jahren haben wir ein wenig Stillstand am Musikmarkt beobachtet - die “Mächtigen” wollten von ihren Modellen und Konditionen nicht abweichen, die Innovatoren konnten ohne Erlaubnis der Ersteren nur schwer attraktive Ideen umsetzen. In einer solchen Zwickmühle könnte meiner Meinung nach der Staat durchaus ein wenig positiven Druck auf die etablierten Musikunternehmen ausrichten, indem er eine Flatrate verpflichtend einführt. Allerdings sollte das nur als Basis-Versorgung verstanden werden: privaten Anbietern sollten Anreize haben, ein besseres Flatrate-Produkt auf den Markt zu bringen und der Nutzer sollte von der staatlichen in eine solche kommerzielle Flatrate wechseln können. Denn gerade in unserer schnellebigen digitalen Welt fehlt es mir an Glauben, dass die besten Lösungen zentral und von politischer Seite aus geschaffen und erhalten werden können. Ich muss zur richtigen Einordnung meiner Aussagen erwähnen, dass ich selbst eine Flatrate nutze. Zumindest bei mir hat sie den Effekt, dass ich insgesamt mehr für Musik bezahle, als ich es vorher tat. Sollte dies bei einer größeren Anzahl von Nutzern ähnlich funktionieren, sollte man die Flatrate als ernsthafte Option anerkennen. Wie denkst du werden Künstler in 5 Jahren “Business” mit ihrer Musik machen? Es ist schwierig, da eine einzige Aussage für alle Künstler zu treffen. Dazu gibt es zu viele Unterschied bezüglich Genre, Zielgruppe oder auch in den Zielen des Künstlers selbst. Ich könnte jetzt von einem Künstler ausgehen, der ohne Rücksicht auf die bewährten Modelle alle neuen Möglichkeiten nutzt, aber dann würde ich all die Potenziale der etablierten Strukturen vernachlässigen. Auch in den nächsten 5 Jahren könnten klassische Strategien durchaus effizient bleiben. Ich möchte mich daher auf generelle Tendenzen konzentrieren - der Künstler sollte: — zusehen, dass er Partner hat, die ihn in allen Geschäftsmodellen platzieren: Pay-Per-Song, Flatrate, Ad-Supported, Streaming… — seine Kundenbindung von klassischen Albenzyklen auf eine tägliche Kommunikation erweitern: Video-Podcast, Live-Streaming, Twitter, Social Networks und Ähnliches — Fan Community-Building und -Pflege beherrschen — sein künstlerisches Produkt erweitern - von einer CD zu MP3, Video-Channel, Blog, Status-Updates, Live-Cam etc. - und Komplemtärprodukte verkaufen — sich bei der Verwaltung und Verwertung seiner Rechte von zentralisierten, exklusiven Partnern trennen: GEMA, Label, Vertrieb usw. Die Partner des Künstler sollten sich künftig als Dienstleister verstehen, nicht als Zentrum. — seine Fans in den Wertschöpfungskette miteinbeziehen. Evtl. in Kreation und Finanzierung, vor allem aber in Promotion, Vertrieb und Verkauf. Er sollte die einschlägigen technischen Systeme (bspw. RSS, Widgets, Affiliate-Shops) kennen und seiner Fans zur Verfügung stellen. - Der Vollständigkeit halber: live auftreten. Aber ich finde diese Empfehlung hat - trotz der häufigen Verwendung in den letzten Jahren - noch keinem Künstler geholfen ;-)    Verwandte Artikel

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May 11 2009, 11:35am

Social Media Camp: Interview mit Oliver Berger

Am 25. Juni findet in Berlin das Social Media Camp parallel zur Fachmesse IT-Profits statt. Im Interview mit den Blogpiloten erläutert einer der Initiatoren und Organisatoren, Oliver Berger von der Agentur 13. Stock und Pressesprecher der AG Social Media, um was es bei Social Media Camp gehen soll und welche Ziele dabei erreicht werden sollen. Blogpiloten: Derzeit organisiert Du mit anderen zusammen das Social Media Camp. Um was genau soll es dabei gehen? Oliver Berger: Wie der Name vermuten lässt, wird es in erster Linie um Social Media gehen. Natürlich betrachtet im Zusammenhang mit PR und Online-Marketing und unter der Fragestellung, welchen Stellenwert Social Media derzeit einnimmt. Die Kopplung an die Fachmesse IT-Profits/Online-Profits gibt uns die gute Möglichkeit, direkt eine ganze Reihe von Menschen für Social Media zu interessieren und anzusprechen, die diese in ihren jeweiligen Unternehmen einsetzen könnten. Da sich eine große Anzahl von Entscheidern aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und Konzernen aus der IT-Profits befinden soll hoffen wir auf eine gute Durchdringung dieser Gruppe mit einem für sie neuen Thema oder zumindest einem professionellen Blickwinkel auf darauf. Du bist Pressesprecher bei der AG Socia Media, die das Camp mit trägt. Welche Themen stehen für die AG noch auf der Agenda und warum? Die Ziele der AG Social Media stehen als Mission Statement in unserem Wiki. Insbesondere die Schaffung von Relevanzmaßen und Metriken zur Messbarkeit von Social Media sind uns ein wichtiges Anliegen. Gleichzeitig sind auch Förderung von Forschung und Lobbyarbeit Kernthemen, mit denen sich die Mitglieder und insbesondere der Vorstand und ich in meiner Position als Sprecher der AG beschäftigen. Wie schätzt Du die Rolle ein, die Social Media derzeit in der klassischen Medienlandschaft spielt? Als Social-Media-Evangelist ist das eine Frage, auf die mir die Antwort schwer fällt. Sicher ist, dass Social Media nicht den Stellenwert wie PR oder (Online) Marketing in der Medienlandschaft innehat. Sicher ist aber auch, dass es derzeit einen Shift hin zu Social Media zu Ungunsten anderer klassischerer Werbeformen gibt. Social Media bedeuten einen Paradigmenwechsel in der Funktionsweise von Medien. In der Folge bedeutet dies auch, dass sich die Relevanz einer Information und die Bewertung von Kommunikation radikal von dem bisherigen Model unterscheidet. Gerade die frühzeitige Involvierung von Konsumenten/Prosumenten in die Konversation - zu einem Produkt zum Beispiel - eröffnet eine Reihe von Möglichkeiten, die es in anderen Medien so nicht gibt. Da steckt viel Potential drin, was bislang nur oberflächlich abgeschöpft wird. Insbesondere, da es bislang keine verlässlichen Metriken für Social Media gibt. Warum glaubst Du, dass die Relevanz von Social Media noch nicht überall erkannt wurde? Oder ist die Relevanz vielleicht wirklich nicht da? Hauptproblem hier dürfte sein, dass die meisten Menschen nur eine schwammige Vorstellung davon haben, was Social Media eigentlich bedeutet bzw. bedeuten kann. Das Social Media Camp hat die Chance, hier ein Zeichen zu setzen und Aufklärungsarbeit zu leisten. In Zeiten knapper werdender Werbebudgets nimmt die Bedeutung - Shift in der Medienlandschaft - weiter zu. Aus dem Agenturalltag im 13. Stock kann ich berichten, dass durchaus auch namhafte und große Konzerne und Organisationen auf das Thema aufmerksam geworden sind, in der Kommunikation ihrer anlaufenden Maßnahmen aber noch sehr zurückhaltend sind. Grund hierfür sind vielfältige Ängste, die wohl üblich sind, wenn ein Unternehmen einen neuen Weg beschreitet. Hinzu kommt ein generelles Wahrnehmungsdelta in Bezug auf die Relevanz. Wird etwas erst dadurch relevant, dass es genutzt wird oder ist es bereits dadurch relevant, dass man darauf aufmerksam wurde? Was erwartest Du Dir zu diesen und weiteren Themen vom Social Media Camp? Auch bei diesem Camp steht und fällt wieder alles mit den Teilnehmern. Zwar wird es gesetzte Redner geben, die feste Slots belegen, aber der größte Teil des Inputs wird von den Teilnehmern kommen und im BarCamp-Stil die Veranstaltung bereichern. Insofern erwarte ich mir, dass die mir wichtigen Themen Gehör und Zustimmung finden, zumindest aber Basis für eine Diskussion sein können. Diese Basis aber muss ich durch meine aktive Teilnahme selber schaffen, was ich durch die Mitarbeit in der Orga bereits zu erreichen versuche. Sicherlich wird es auch auf dem Social Media Camp keine umfassenden Antworten gerade auf die Frage nach allgemein gültigen Metriken für Social Media geben, aber im Hinblick auf die Lobbyarbeit bin ich zuversichtlich, dass wir eine gewissen Sichtbarkeit sowohl bei den Unternehmen die auf der IT-Profits/Online-Profits als auch in der Berichterstattung der Printmedien erfahren.    Verwandte Artikel

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April 21 2009, 10:46am

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