Forschung
[Update Oktober 2009]: media-ocean wird nicht mehr weitergeführt. Ich habe inzwischen die mediati – Agentur für digitale Zukunft GmbH gegründet. Bitte besuchen Sie uns auf mediati.de [Update Ende]
Für meine Arbeit sind Marktbeobachtungen und Studien zur Entwicklung der Medien- & Verlagsbranche ein wichtiger Bestandteil. Ob als Auftragsarbeit für ein Kundenprojekt oder im Eigeninteresse als freiberuflich tätiger Medienwissenschaftler: Den Markt für mich und meine Kunden im Blick zu haben, ist für mich eine Selbstverständlichkeit.
Dahinter steckt eine langjährige Expertise, die als Medienwissenschaftler an der Universität Trier aufgebaut habe. In zahlreichen Forschungsprojekten zur Konzeption, Usability, Nutzung und Rezeption von Print- und Onlinemedien habe ich mir fundiertes und breit gefächertes Hintergrundwissen zu unterschiedlichen Mediengattungen, deren Produktion, Konzeption und Rezeption angeeignet.
In der seit 2006 jährlich durchgeführten Marktbetrachtung “Zeitungen online” dokumentiere ich im Team mit anderen Experten die Entwicklung der Webangebote deutscher Tageszeitungen. Betrachtet wird dabei, welche multimedialen und interaktiven Elemente auf den Webseiten deutscher Tageszeitungen zum Einsatz kommen. Im Folgenden sehen Sie grafisch zusammengefasst die Entwicklung beim Einsatz multimedialer und interaktiver Elemente auf den Websites der 100 auflagenstärksten Tageszeitungen.
— Entwicklung 2006 bis 2008 als Grafik

— Ergebnisse 2008
Die Kernergebnisse in Zahlen aus der Studie “Zeitungen online 2008″ sehen wie folgt aus:
- Videos (eigenproduziert oder zugekauft) bieten inzwischen 82 Prozent der untersuchten Zeitungswebsites an. Ein Anstieg um 11 Prozent gegenüber 2007 bzw. um 45 Prozent seit 2006.
- 70 Prozent der Zeitungswebsites bieten einen RSS-Feed an. Das entspricht einem Zuwachs um 15 Prozent (2007) bzw. 27 Prozent (2006) im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren.
- Der Anteil der Websites, die RSS-Feeds zusätzlich nach Kategorien anbieten, ist von 36 Prozent (2006) und 50 Prozent (2007) auf nunmehr 57 Prozent gestiegen. Dabei bieten lediglich vier Zeitungen einen Volltext-RSS an, 4 Prozent experimentierten mit Werbung im RSS-Feed.
- Einen Hinweis darauf, welche Artikel am meisten gelesen oder kommentiert werden bieten inzwischen 39 Prozent der Websites an. Ein Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2007 waren es 18 Prozent, 2006 5 Prozent.
- Eine Öffnung zu mehr Dialog mit dem Leser wagen inzwischen 45 Prozent der Zeitungswebsites, indem sie eine Kommentarfunktion zu Artikeln anbieten. Gegenüber 2006 bedeutet dies einen Anstieg um 35 Prozent. 2007 waren es 28 Prozent. Damit im Zusammenhang steht auch ein extremer Anstieg beim Punkt “Registrierungpflicht“. Mehr als ein Drittel der Anbieter verlangt von den Usern eine Registrierung, wenn sie kommentieren wollen. In den vorangegangenen zwei Jahren lag der Wert hier bei 8 Prozent.
- Eingebrochen ist die Zahl der Foren auf Zeitungswebsites. Gab es von 2006 auf 2007 einen Anstieg um fast 10 Prozent auf 58 Prozent, hatten 2008 nur noch 39 Prozent der 100 auflagenstärksten Zeitungen ein Forum in ihrem Onlineangebot.
- Auch beim Thema Chat sind die Zahlen eingebrochen. Nur noch 9 Zeitungen bieten Chats an, 2007 waren es noch 19, 2006 waren es 14.
- Audio-Podcasts dümpeln vor sich hin. Die Zahl der Anbieter liegt 2008 mit 9 Prozent wieder fast auf dem Niveau von 2006 (8 Prozent), nach dem zwischenzeitlichen Anstieg in 2007 auf 13 Prozent.
- Die Zahl der Blogs bleibt dagegen stabil bei um die 30 Prozent.
- Sprunghaft angestiegen ist dagegen die Zahl der Websites von Tageszeitungen, die Social Bookmarking anbieten. Waren es 2007 nur 19 Zeitungen, die ein solches Feature angeboten haben (2006 wurde diese Funktion in der Studie noch nicht erfasst), ergab die Auszählung für 2008, dass 31 von 100 Anbietern Social Bookmarking integriert haben
