Kategorie „Reviews“
25. Februar 2008
Social Edge hat kein geringeres Ziel als Visionäre zu vernetzen. Visionäre, die die Welt verbessern wollen – oder dies bereits tun. Visionäre, für die soziales Engagement und Geschäftssinn keinen Widerspruch darstellen und die ihre Visionen in nachhaltige Projekte mit einer gehörigen Portion Herzblut und Mut angehen. Soweit in Kurzform die Theorie, wie man sie im Press Kit von Social Edge lesen kann.
(weiterlesen…)
15. Februar 2008

Das leidige Thema für Knowledge-Worker: 100, 200 oder sogar mehr Feeds im Feedreader, wie soll man diese Informationsflut vernünftig handhaben? Nur die ganz harten und diszipliniertesten behalten da den Überblick. Die breite Masse der Feedjunkies – mal Hand aufs Herz – lässt da eher Wildwuchs walten. Abhilfe verspricht Tiqqer, ein neuer Memetracker für aktuellen Content aus Blogs, Social Networks und Newssites, der von Stephan Baumann und Dražen Cindrić entwickelt wird. Tiqqer ist, kurz gesagt, eine Art Rivva mit Community- und Personalisierungsfeatures. Darüber hinaus werden nicht nur Text-, sondern auch Audio- und Videopostings zum Feed-Remixen abgebildet.
Wie funktioniert Tiqqer?
Was bei Tiqqer hinter den Kulissen passiert erklärt Stephan im Videointerview mit den Blogpiloten. Und so sieht das aus:

Tiqqer bietet zwei Möglichkeiten Feeds nach Memes, also heißen Themen, zu durchforsten. Entweder ich lade meinen Lieblingsfeeds als OPML-Datei hoch, oder aber ich durchstöbere die Themenchannels anderer Tiqqerati und abonniere das Beste im eigenen Profil. Tiqqer erfüllt damit eine ähnliche Funktion wie die abonnierbaren Suchanfragen bei Technorati, allerdings wird die Datenbasis aufgrund der Autorität befreundeter Tiqqerati vorgefiltert. Dadurch erlaubt Tiqqer mehr Social Remixing als Technorati oder Rivva.
Für wen ist Tiqqer gedacht?
Tiqqer richtet sich zum einen an News-Junkies, die ihre eigenen Feeds nach den wichtigsten Themen aktuell durchforsten wollen, um so einen schnellen Überblick über die Topics des Tages auf den Lieblingssites zu erhalten. Gleichzeitig lässt sich über die Communityfunktionen sicherstellen, dass der Dienst die Perlen aus den Feeds befreundeter Tiqqerati und aus dem publizistischen Long Tail fischt und frisch serviert. Der Memetracker dürfte somit auch für professionelle Dienstleister im Bereich des Blog- und Social-Media-Monitorings interessant werden.
Blogpiloten-Urteil
Mit der Positionierung zwischen rivva-artiger Aggregation und technorati-esken Features, besetzt Tiqqer eine interessante Nische: teils Memetracker, teils Social-News-Community, teils Feed-Remixer.
Die private Betaphase soll im März online gehen, bis dahin feilt das Tiqqer-Team noch an Interface und Usability – eine ungelenke Benutzerführung würde die Zeit, die durch die schnelle Übersicht über Topthemen gewonnen wurde, allzu schnell wieder verspielen. Auch wenn der Vergleich zu Rivva nahe liegt, so wird sich Tiqqer doch auf eigene Faust bei den Knowledge-Workern und Bloggern behaupten müssen. Last but not least: Tiqqer wird kostenlos nutzbar sein, Inhalte aus Blogs und Co. werden nicht komplett übernommen, sondern nur als Headline gelistet. Die Originalquelle wir dabei stets verlinkt.
22. Januar 2008
Das Blog gab den Mediennutzern die Möglichkeiten einer kostenlosen Druckerpresse im Web mit globaler Reichweite. Podcasting beschehrte in seiner auditiven Form jedem seine eigene Radiostation. Mogulus gibt uns nun die Macht der bunten Bewegtbilder. Kurz gesagt: Mogulus denkt den YouTube-Gedanken der eigenen Glotze endlich konsequent weiter. Videos hochladen war gestern, live senden und Vollprogramm produzieren ist heute. Mogulus macht dies möglich!
Wie funktioniert Mogulus?
Entweder man bedient sich auf dem so genannten Mogulus-Grid, einem Raster der aktuell populärsten Kanäle auf der Startseite, oder aber man legt direkt selbst los. Und das geht in der Theorie so: Account anlegen, ins Mogulus Studio wechseln, Kamera wählen, Knopf drücken und schon läuft das eigene 24-Stunden Live-Programm im Web. Die Praxis bei meinem Test: Account anlegen, ins Mogulus Studio wechseln, Kamera wählen, Knopf drücken und schon lief meine erste eigene Testsendung im Web. Sprich: Mogulus hält sein Versprechen, erschreckend einfach Videoinhalte live ins Netz zu streamen. Die sonst übliche Verzögerung von 10 bis 20 Sekunden, haben die Mogulus-Macher auf 1-2 Sekunden reduziert.

Was bietet Mogulus-Studio?
Das Mogulus-Studio ist die Produktionszentrale von Mogulus. Hier lassen sich in der linken Spalte entweder die zu verwendende Webcam auswählen oder ein vorproduziertes Storyboard aus der Konserve in den Live-Stream einspeisen. Das Einspeisen funktioniert denkbar einfach mit der Cue-Funktion. Knopf drücken und schon wird das Video in die Warteschlange für den Sendeablauf des Live-Programms geschoben. Das aktuelle Live-Programm ist rechts daneben im Kontrollfenster zu sehen. In Echtzeit können darüber hinaus Grafiken, ein Ticker und natürlich ein eigenes Senderlogo auf den Bildschirm gemixt werden. Der User ist somit Star vor der Kamera, Programmredakteur, Screendesigner, Cutter und Regiseur in einem. Nach den 15 Minutes of Fame kann nun jeder mit Breitbandanschluss und Webcam zum Rund-um-die-Uhr-Fernsehgott werden.
Für wen ist Mogulus gedacht?
Bei aller Einfachheit gehört es bei Mogulus zwingend dazu, dass man mit der richtigen Hardware und dem richtigen Internetanschluß ausgestattet ist. Apple-Fans sollten mit ihrer iSight-Camera und dem eingebauten Mikro keinerlei Probleme haben schnell Spaß an Mogulus zu finden. Aber auch PC-Nutzer dürften schnell auf ihre Kosten kommen, ich habs nur leider nicht testen können. Ansonsten lohnt ein Blick auf den Mogulus-Grid, um sich von den bereits zahlreich vorhandenen Web-TV-Kanälen inspirieren zu lassen. Achja, Mogulus hat natürlich auch an das Publikum gedacht. In der Live-Ansicht wird neben dem aktuellen Programm eine Chatbox angeboten, über die Macher und Zuschauer miteinander plaudern können.
Blogpiloten-Urteil
Mogulus ist einer der wenigen Dienste im Web 2.0-Startup-Beta-Dschungel, die mich seit längerem mal wieder überraschen konnten. Dass es so einfach sein kann Video live ins Netz zu streamen und drumherum kleine aber feine Produktionswerkzeuge zum Pimpen des eigenen Web-TV-Programms zu basteln, ist für Medienjunkies definitiv ein wahr gewordener Traum. Die Macher von Mogulus sind aber (natürlich) nicht die einzigen, die diese Idee in die Tat umgesetzt haben. Zum Vergleich empfehle ich den Dienst ustream.tv, der Gleiches anders leistet. Wir freuen uns über Links zu Euren Mogulus-Kanälen in den Kommentaren.
17. Januar 2008
Diesmal habe ich Seesmic für die Blogpiloten getestet. Hier das Ergebnis. [Update: Bei den Blogpiloten gibt es 100 Invites! Schnell, schnell!]
Seesmic ist eines von zahlreichen neuen Video-Startups. Was macht Seesmic besonders? Zum einen hat der Dienst zwei große Namen im Rücken: Loic Le Meur, seines Zeichens französischer A-Blogger und Serienunternehmer, und Twitter, der derzeit so populäre Microblogging-Dienst. Vielleicht ist es diese Kombination, die Seesmic-Einladungen so gefragt werden lässt.
Aktuell befindet sich Seesmic im privaten Betatest, viele Features sind noch nicht implementiert, aber die Basics lassen schon gut erkennen, was Seesmic mal sein will: Eine Mischung aus Video- und Online-Broadcasting-Portal, offenem Social Network und eine Art Video-Twitter.
Wie funktioniert Seesmic?
Mit der eigenen Webcam lassen sich Videos (von bis zu 5 Minuten Länge) aufzeichnen und direkt via Seesmic publizieren. Alternativ können aber auch bestehende Webvideos von den üblichen Videoportalen eingebunden werden (derzeit nur YouTube). Darüber hinaus gibt es eine Upload-Funktion für Videos vom eigenen Rechner. Außerdem können User ihren Seesmic- mit ihrem Twitter-Account verknüpfen, so dass jedes neue Seesmic-Video des Nutzers automatisch auch als Twitterlink gepostet wird. Sehr spannendes Feature, denn so entsteht ein bunter Mix aus unterschiedlichen Videoquellen und Referenzen: User-generated Content meets Webvideos meets Twitter meets Social Networking. Insbesondere, dass auf Twitter (auf-)gesetzt wird anstatt das Rad neu zu erfinden ist eine clevere Startegie.

Natürlich können sich die Nutzer von Seesmic auch untereinander vernetzen. Das Besondere: Auch hier setzt Le Meur auf das Text-Vorbild Twitter. Denn Seesmic-User können untereinander Freundschaften schließen, indem sie sich gegenseitig “folgen”. Die Social Networking Features des Dienstes hören hier aber noch längst nicht auf. Die Macher setzen auf offene Schnittstellen, über die der Datenaustausch zwischen Seesmic und populären Social Networking Diensten ermöglicht wird. Derzeit können der eigene YouTube-, Twitter- oder Skype-Account integriert werden. Facebook und Co. kommen künftig dazu. Unter anderem ist ein Joost-Widget in Planung und die Möglichkeit Skype-Videocalls von Seesmic mitschneiden zu lassen. Für Smartphone-Nutzer sind mobile Erweiterungen zum Senden und Empfangen in der Entwicklungs-Pipeline, z.B. RSS-Feeds mit iPhone-kompatiblen Enclosures. Mächtig, mächtig, was da so alles auf der Todo-Liste steht!
Für wen ist Seesmic gedacht?
Für das reine Konsumieren von Videos dürfte Seesmic im aktuellen Stadium noch nicht wirklich spannend sein. Erst wenn es sich zu einem wirklichen Crowd-Sourced Online-TV gemausert hat, könnte sich das ändern. Richtig Spaß macht Seesmic natürlich erst, wenn man selbst Videos einstellt und sich mit Freunden vernetzt. Den größten Mehrwert dürfte Seesmic also für Prosumer bieten, die bereits bestens auf den einschlägigen Online-Plattformen vernetzt und im Besitz einer Webcam sind. Ob und wie Seesmic auch als mobiler Videohub funktionieren kann, wird sich nach Freigabe entsprechender Features erst noch zeigen müssen. Für Smart-Phonisten heißt es momentan noch: Abwarten und Tee trinken.
Blogpiloten-Urteil
Seesmic läßt sich wohl am besten als Video-Twitter beschreiben, ist aber schon jetzt viel mehr als das. Wenn es Le Meur mit seinem Team schafft, die angekündigten Features zuverlässig zu implementieren, könnte aus Seesmic eine neue Killerapplikation werden. Überzeugend ist der offene Ansatz, bei dem der Austausch mit anderen Social Networking-Diensten konsequent durchgezogen wird. Die kleine Beta-Tester-Community scheint bisher mehr als begeistert und berichtet bereits von suchtähnlichem Verhalten. Ob Seesmic diese Vorschußlorbeeren verdient hat und sich auch bei den Nicht-Geeks durchsetzen kann, müssen die Macher nach Freigabe der Public Beta erst noch beweisen. Ich meine: Die Chancen für Loic le Meur stehen nicht schlecht.
p.s. Natürlich gibt es zu Seesmic auch das passende Weblog.
Derzeit ist es recht schwer an einen Invite ranzukommen. Wir versuchen ein paar Codes zu besorgen und bieten sie euch dann hier an. Also: Stay Tuned! [Update: Bei den Blogpiloten gibt es 100 Invites! Schnell, schnell!]
13. Januar 2008
Hinweis: Dies ist ein Re-Post eines Reviews, den ich für den Blogpiloten geschrieben habe.
Was ist Playyoo?
Im Zentrum von Playyoo steht die Idee, kleine aber feine Games auf Flash-Lite Basis für mobile Endgeräte zur Verfügung zu stellen. Playyoo ist aber noch viel mehr, denn zum einen können sich auf Playyoo.com Spielefanatiker miteinander austauschen, vernetzen und eigene Turniere organisieren. Zum anderen kann man auf der Website mit dem Game Creator selbst Spieleklassiker wie etwa Tic-Tac-Toe, Snake oder Ping-Pong zu neuen Games variieren. Zusätzlich wird Flash-Entwicklern die Möglichkeit geboten, eigene Games hochzuladen und der Playyoo-Community zur Verfügung zu stellen. Playyoo will sich künftig über Werbung finanzieren und ist derzeit kostenfrei nutzbar.
Wie funktioniert Playyoo?

Nach der Anmeldung kann man sich auf der Playyoo Website aus den bereits vorhandenen Spielen einen eigenen so genannten Game-Stream zusammenstellen, der dann per Handy abgerufen werden kann. Wann immer ein paar Minuten Zeit sind, lassen sich so die Lieblings-Games spielen und die eigenen Highscores mit denen der Playyoo-Freunde messen.
Der Game-Creator wiederum ist eine Flash-Oberfläche auf der Website über die per Point-and-Click eigene Spieleszenarien entworfen werden können. Im folgenden Video-Tutorial ist zu sehen, wie das funktioniert:
–> Video einbauen! http://www.youtube.com/watch?v=hTRPrGNk0dI
Basis für die selbst gestrickten Spiele im Game Creator bildet einer von sechs Spieleklassiker. Derzeit sind wählbar: Tic-Tac-Toe, Pairs, Revenge, Snake, Line Lander und Ping-Pong. Optik, Spielfiguren, Schwierigkeitsgrad, Logo und Regeln können variiert werden. In wenigen Minuten hat man so sein eigenes Spiel kreiert und kann es in der Community veröffentlichen.
Für wen ist Playyoo gedacht?
Playyoo richtet sich an alle, die sich unterwegs gerne die Zeit mit Handy-Spielen vertreiben, dabei aber nicht nur gegen sich selbst, sondern auch gegen andere antreten will. Denn durch die Community-Funktion wird der Spielspaß gesteigert, der Kampf um die beste Highscore unter Freunden fordert heraus und motiviert. Da Playyoo konsequent auf User-generated Content setzt, richtet sich der Dienst auch an all jede, die gerne selbst Spiele entwerfen wollen und an Profi-Entwickler, die ihre fertigen Games einer internationalen Community präsentieren möchten.
Blogpiloten-Urteil
Die Grundidee hinter Playyoo überzeugt. Es müssen nicht immer die komplexen Spielewelten mit nahezu realitätsechten Grafiken sein, sondern Spielspaß entsteht im Miteinander und einer klaren Spieldramaturgie. Durch Rückgriff auf Evergreens der Spielewelt ist das bei Playyoo im Prinzip gewährleistet. Leider überzeugt das Webinterface an vielen Stellen noch nicht wirklich. Die Benutzerführung, insbesondere Usability und Design sind noch nicht so mitreißend, wie man sich das von einer web- und handybasierten Spieleplattform wünscht. Aber Geduld, Playyoo ist erst seit kurzem in der Public-Beta-Phase und wird hier sicher noch nachbessern.
5. Januar 2008
Hinweis: Dies ist ein Re-Post eines Reviews, den ich für die Blogpiloten geschrieben habe.
Der Song „Wind of Change“ von den Scorpions ist unzertrennlich mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands verbunden. „We are the Champions“ von Queen ist weltweit aus Sportarenen nicht mehr wegzudenken. Musik ist voller Emotionen. Das Leben ist voller Emotionen. Erinnerungen an die Vergangenheit sind voller Emotionen, egal ob für einen selbst oder das Kollektiv. Mit einer fast lächerlich simplen Idee hilft Yamelo diese Emotionswelten zusammenzubringen, denn Yamelo macht die Chartshits der letzten 40 Jahre über eine Zeitleiste zugänglich. Yamelo „brings back medolies“, heißt es dem entsprechend auch in der Tagline des Dienstes.
Wie funktioniert Yamelo?
Um es vorab zu sagen: Eine Anmeldung bei Yamelo bringt derzeit nicht mehr als die zusätzliche Möglichkeit eine eigene Playlist anzulegen. Insofern kann man sich die Registrierung zunächst sparen und sich statt dessen direkt auf die eigentliche Stärke von Yamelo stürzen: Über den Zeitstrahl, die Künstler-Tag-Cloud oder die Suchfunktion auf musikalische Zeit- und Entdeckungsreise gehen. Yamelo listet für jeden Monat der letzten Jahrzehnte einige Dutzend Videoclips auf, die sich der Dienst aus YouTube rausfischt.

Im aktuellen Entwicklungsstadium ist Yamelo damit eigentlich nichts anderes als eine ansprechend gestaltete Musikvideo-Jukebox auf YouTube-Basis, die mit erweiterten Such- und Navigationsoptionen ausgestattet ist. Es ist aber gerade diese simple technische Idee, die tatsächlich emotionale und musikalische Erinnerungen zurückbringt. Als kleinen Test empfehle ich jedem einfach mal in das Jahr und den Monat des eigenen 18. Geburtstags zurückzuspringen. Längst vergessene Schnulzen und Jugendhymnen werden einem dann serviert. Der Rest ist dann Kino im Kopf mit musikalisch untermalten Episoden des eigenen Lebens.
An wen richtet sich Yamelo?
Das musikalische Gedächtnis von Yamelo geht derzeit zurück bis in die 1960er Jahre. Wer also die Musik der 50er und davor liebt, geht zumindest derzeit noch leer aus. Im Vordergrund der Musikauswahl stehen die Charthits der jeweiligen Jahre, so dass Nischengeschmäcker nicht sehr umfangreich bedient werden. Durch diese eher mainstreamige Ausrichtung spricht Yamelo die breite Masse an. Einzige Voraussetzung dürfte wohl eine DSL-Flatrate sein, da auf Yamelo ja fleißig Videos gestreamt werden.
Blogpiloten-Urteil
An Yamelo gefällt der Ansatz, dass die Musikvideos über einen Zeitstrahl zugänglich gemacht werden. Statt auf Special Interest wird auf Chartstürmer gesetzt, was neben individuellen dann eben auch kollektive Erinnerungen weckt. Dennoch würden Yamelo ein paar zusätzliche webzweinullige Community-Features gut tun, zum Beispiel das Sharen und Taggen von Playlisten. Eine Sache könnte Yamelo künftig zum Verhängnis werden: Die gelisteten YouTube-Videos sind in weiten Teilen von Privatpersonen eingestellte Mitschnitte. Dass die Musikindustrie das weiterhin gar nicht gerne sieht ist ja hinlänglich bekannt. Werden die Videos aus YouTube gekickt, würde damit auch Yamelo die Datenbasis genommen. Bis es soweit ist: Ab zu Yamelo und in musikalischen Lebenserinnerungen schwelgen.
4. Januar 2008
Mein nächster Review für die Blogpiloten hat sich mit Jooce beschäftigt. Entweder einfach hier bleiben oder rüber zu den Blogpiloten.
Was ist Jooce?

Jooce ist ein multimedialer Onlinedesktop auf Flashbasis, der von überall über den Browser genutzt werden kann.
Jooce erlaubt dabei auch das Teilen des Desktops: So kann man nicht nur von jedem Computer aus auf die eigenen Daten zugreifen, sondern zusätzlich zum privaten Desktop auch einen öffentlichen Desktop anlegen – den so genannten Joocetop. Über den Joocetop können Dateien von Freunden auf deren eigenen Desktop kopiert werden und umgekehrt. Multimedial wird Jooce durch den eigenen Mediaplayer, der Audios und Videos abspielen kann. Ein einfacher Bild-Editor erlaubt zumindest grundlegende Fotobearbeitung.
Ein Multi-Messenger rundet den Social Desktop ab: Joost unterstützt die gängigsten Instant-Messenger-Netzwerke. Neben der Chatfunktion auch lassen sich so auch Dateien auf den privaten Desktop der Chatkontakte verschicken.
Wie funktioniert Jooce?

Einmal angemeldet, kann man eigene Dateien auf den privaten Desktop laden, Videos (derzeit nur von YouTube) im Hintergrund auf den eigenen Desktop herunterladen oder mit den IM-Kontakten chatten. Jooce bietet eine tolle – wenn auch für meinen Geschmack etwas zu bunte – Benutzeroberfläche, die optisch sehr offensichtlich an Apples OS X und Microsofts Windows angelehnt ist. Der Desktophintergrund erinnert stark an Apple, ebenso der kubische Überblendeffekt, wenn man vom privaten Desktop zum Joocetop wechselt und zurück.
Jooce vermittelt während der Nutzung dann auch tatsächlich ein Desktop-Gefühl, obwohl alles webbasiert abläuft: Es können Ordner angelegt, umbenannt und per Drag-and-Drop verschoben werden. Auf der rechten Maustaste liegen kontextsensitive Funktionen und auch sonst ist das Handling sehr intuitiv und einfach. Usability und Design sind somit schonmla klasse gelöst. Das weckt natürlich direkt Begehrlichkeiten nach weiteren Features: So fehlt bislang die Integration von Officeanwendungen. Beispielsweise sucht man eine Textverarbeitung a la Google-Docs oder eine Emailfunktionalität vergebens.
Für wen ist Jooce gedacht?
Die Macher von Jooce hatten die Idee, all den Usern einen “Überall-Desktop” zur Verfügung zu stellen, die oft in Internetcafes oder an fremden Rechnern sitzen. Oder in den Worten von Jooce: “500 million people access the internet each day from a cybercafe. Jooce is their new home on the internet”. Jooce richtet sich damit ganz klar an die breite Masse der Hobby-Internetnutzer, für die die einfache Möglichkeit zum Datenaustausch, Chatfunktion und der leichte Zugriff auf eigene Texte, Fotos und Videos ausreichend sind.
Blogpiloten-Urteil
Für Profis dürfte Jooce keine wirkliche Alternative sein. Dazu ist der Funktionsumfang zu gering und die Konkurrenz professioneller Datenaustausch- und Synchronisationsdienste zu groß. Dennoch: Wer keinen eigenen Rechner besitzt oder gerade einen Rucksacktrip macht, hat mit Jooce einen sehr ansprechend gestalteten, einfach zu bedienenden und in seinen Grundfunktionen ausreichenden Onlinedesktop.
Schon bei der ersten Nutzung fühlt man sich direkt wohl, allein aufgrund der Freude darüber, dass alles intuitiv und schnell funktioniert, größere Stolpersteine in der Bedienung trotz des noch frühen Beta-Stadiums löblicherweise fehlen und sich die Macher auch sonst offenbar sehr viele Gedanken darüber gemacht haben, das Interface einfach und benutzerfreundlich zu gestalten. Die Sharing-Funktionen und die Trennung in privaten und öffentlichen Joocetop sind solide gelöst und können deshalb voll überzeugen. Statt weitere Funktionalitäten in Jooce reinzupacken, scheint es derzeit die Strategie der Joocer zu sein die Basisfunktionen zu perfektionieren und die Internationalisierung voranzutreiben. Im Jooce-Blog ist zu lesen, dass inzwischen 17 Sprachen unterstützt werden, Hindi und Deutsch sind jüngst dazugekommen.
6. Dezember 2007
Seit kurzem schreibe ich für die Blogpiloten. Mein erster Beitrag ist heute online gegangen, es ist ein Review zu Dopplr. Und der startet so:
Käffchen am Flughafen – Dopplr vernetzt Social Traveller
Wer hat das nicht schon mal erlebt oder zumindest von Bekannten gehört: Da fährt man tausende Kilometer weit weg in Urlaub und trifft dort die alte Schulfreundin aus dem Nachbarort. Was für ein glücklicher Zufall! Genau darum geht es bei Dopplr, um glückliche Zufälle und unverhoffte Begegnungen, die dank Dopplr nun nicht mehr länger dem Zufall überlassen werden müssen. Denn Dopplr bringt Freunde und Kontakte auf ihren Reisen zusammen – sei es für das kleine Käffchen bei alten Freunden oder das spontane Businesslunch.
weiterlesen bei den Blogpiloten