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Resümee: Nach dem EduCamp ist vor dem EduCamp

by Steffen Büffel. Average Reading Time: about 5 minutes.

Wow!

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Das EduCamp2008, das erste deutsche Bildungscamp, ging am Sonntag zu Ende. Drei Tage war die “Zukunft des Lernens” Thema. Im eigentlich doch so schönen Ilmenau (was man so hört), wollte das Wetter aber leider nicht so wirklich mitspielen. Um so schöner war es, dass wir schon am ersten Tag 135 Akkreditierungen hatten, am Ende waren 180 Menschen vor Ort. Wow! Mein persönliches Resümee fällt dann auch fast zwangsläufig durchweg positiv aus. 7 Monate Organisation haben sich mehr als gelohnt, es war ein insgesamt rundes EduCamp, das sicherlich nicht ganz dem klassischen BarCamp-Format folgte, aber das war unserer Auffassung nach auch notwendig, um den gewünschten Mix an Teilnehmern nach Ilmenau zu locken. Vor Ort waren neben Webworkern und Studierenden, Nachwuchwissenschaftlern und Bildungsarbeitern eben auch Personaler, Agenturen und Vertreter öffentlicher Einrichtungen, die sich mit allen Fragen rund um das Lehren und Lernen der Zukunft beschäftigen.

Stellschrauben – Was man anders machen kann!

Es sind wenige aber wichtige Punkte, die ich beim nächsten EduCamp gerne verbessert sehen würde. Zum ersten ist das die Sessionorganisation, zum zweiten die Ergebnisaggregation, zum dritten die Sessionformate und viertens Themenschwerpunkte.

Zeitmanagement: Starre Sessionslots machen von der Organisation her zwar Sinn, da man so Parallelitäten herstellen kann und ein übersichtliches Gesamtgerüst hat. Aber damit strukturiert man zu sehr auch die Inhalte und die Diskussionen vor. 45 Minuten-Slots waren für so manche Sessions schlichtweg zu wenig. Das “soziale Beschnüffeln” dauert eben seine Zeit, bis man so richtig in der Gruppe die Diskussion ins Rollen bekommt. 60 Minuten könnten hier Abhilfe schaffen, aber das ist dann für andere Inhalte eventuell schon wieder zur kurz. Ich habe hier keine gute Idee, wie man hier flexibler planen könnte, ohne die Gesamtorganisations ins Chaos zu stürzen.

Ergebnisaggregation: Ein Gedanke spukt aber schon seit letzter Woche in meinem Kof herum: Was mir beim EduCamp vor Ort gefehlt hat, ist eine Sammelrunde zum Abschluss. Ein Reporting sozusagen, was in den vielen Einzelsessions an Themen besprochen und an Ergebnissen diskutiert und erzielt wurde. Die Rückkoppelung, die Aggregation und Vernetzung aller Inhalte muss so also online in den Bogs der Teilnehmer, auf der Mixxt-Plattform, dort im Forum und Wiki nachgeholt werden. Das funktioniert in der Regel nur teilweise. Ich bin gespannt, was sich in den nächsten Tagen und Wochen hier noch tut.

Sessionformate: Obwohl ich selbst nicht viele Sessions selbst besuchen konnte hatte ich den Eindruck, dass man bei der Ausgestaltung der Sessions doch sehr auf klassische Vortragsformate zurückgegriffen hat. Das macht natürlich oft Sinn, oftmals gäbe es aber auch gute Alternativen, die der Grundidee eines BarCamps näher kommen, die Teilnehmer zu aktivieren, eher Open Spaceartige Sessions zu machen. Das ist aber nur meine Beobachtung und Auffassung. Mein Appell eben nur: Be creative! Einen sehr guten Weg ist die Gruppe um Jean-Pol-Martin gegangen, die die Vorzüge der Mixxt-Plattform im Vorfeld sehr intensiv genutzt hat, um die dann vor Ort angebotene Session vorzustrukturieren und konkrete Inhalte schon im Vorfeld kontrovers aber zielführend zu diskutieren. Davon würde ich künftig gerne noch mehr sehen.

Themenschwerpunkte: Das EduCamp hieß im Untertitel ja zum einen education-addicted und zum anderen sprachen wir vom ersten deutschen BildungsCamp. Gerade das Thema Bildung würde ich beim nächsten EduCamp gerne stärker betont sehen. Es wurde viel über Technik, viel über Software und viel über Inhalte gesprochen. Wie das Lernen aber auf Ebene der Lehrer und Lernen funktioniert, welche Implikationen das auf Bildungsprozesse und Bildungspolitil haben sollte kam mir ein wenig zu kurz. Vielleicht gab es das in einer der vielen Sessions, insofern sorry, wenn ich da aufgrund meiner subjektiven Wahrnehmung daneben liegen sollte. Mir würde es nur darum gehen stärker über die Kernfragen und Kernprobleme des Lehrens und Lernens zu diskutieren und erst im zweiten Schritt über Wege und Möglichkeiten wie man via Software, Technik, Social Media hier unterstützen kann. Anders gesagt: Der Lerner und das Lernen kommen mir in der Regel viel zu kurz.

Danke! Die ultimative Lobhudelei

Dank gilt insbesondere unseren Sponsoren und dem Gastgeber, der TU Ilmenau. Die Infrastruktur, der technische Support und die Versorgzungsbetriebe der TU haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das EduCamp ohne größere Ausfälle ablaufen konnte. Ich persönlich bedanke mich auf diesem Wege auch nochmal bei meinen Ko-Organisatoren Marcel Kirchner, Thomas Bernhardt, Thomas Metschke, Jonathan Imme und Hannes Mehring. In dieser Konstellation haben wir in wöchentlichen Skypekonferenzen Arbeitsaufträge verteilt und die immer länger werdende To-Do-Liste nach und nach abgearbeitet bis das Ziel erreicht war.

Mit der erfolgreichen Organisation des EduCamp, die eigentlich nur via Skype, Telefon, Mixxt, E-Mail und (leider) nur ganz wenigen Reallife Treffen vonstatten ging, haben wir bewiesen, dass man ein monothematisches BarCamp auf die Beine Stelle kann. (p.s. Auch wenn ich noch nie, Thomas und Marcel erst auf einem BarCamp waren.) Hier gilt Dank den vielen freundlichen Tippgebern aus der BarCamper-Szene, mit denen ich im Vorfeld sprechen konnte und deren Tipps mir und uns allen extrem weitergeholfen habe. Und noch ein besonderer Dank von mir persönlich geht in diesem Zusammenhang an Markus Beckedahl, der es mir ermöglicht hat die Subkonferenz zu “Lehren und Lernen 2.0″ unter dem Label der Hardbloggingscientists während der diesjährigen Re-Publica durchzuführen. Last but not least: Danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern! Ort, Rahmen, Catering kamen von uns, die Inhalte von Euch – und die kamen zahlrreich. Nochmals: Wow! :-)

EduCamp200x Wie es weitergehen kann!

Ich habe es in einem kurzen Posting ja schon angekündigt: Es wird 2009 ein weiteres EduCamp geben. Ob es davor ein kleineres, größeres, spezielleres EduCamp andernorts geben wird, ist noch offen, aber auch im Bereich des Möglichen. Thomas und Marcel werden dazu heute abend Skypen und wohl schon morgen sagen können, wo das nächste EduCamp stattfindet. Vielleicht so viel: Von unserer Seite ist Ludwigsburg entgegen anderer Gerüchte nicht im Gespräch, die Kollegen vor Ort haben auch schon darauf hingewiesen, dass sie das trotz prinzipiell großem Interesse das derzeit auch noch nicht leisten könnten. So viel kann ich vielleicht schon sagen: Berlin ist bereits im rennen. ;-)

Warum weitere EduCamps? Ganz einfach, weil sich beim ersten EduCamp gezeigt hat, dass eine erhebliche Zahl von Menschen, Firmen und Organisationen an dem Thema Lernen mit (und ohne) Social Media “dran” sind und das Interesse vorhanden ist, zu den Bildungsthemen in einer BarCamp-artigen Umgebung zu sprechen.