Seesmic: Video + Twitter + X
Diesmal habe ich Seesmic für die Blogpiloten getestet. Hier das Ergebnis. [Update: Bei den Blogpiloten gibt es 100 Invites! Schnell, schnell!]
Seesmic ist eines von zahlreichen neuen Video-Startups. Was macht Seesmic besonders? Zum einen hat der Dienst zwei große Namen im Rücken: Loic Le Meur, seines Zeichens französischer A-Blogger und Serienunternehmer, und Twitter, der derzeit so populäre Microblogging-Dienst. Vielleicht ist es diese Kombination, die Seesmic-Einladungen so gefragt werden lässt.
Aktuell befindet sich Seesmic im privaten Betatest, viele Features sind noch nicht implementiert, aber die Basics lassen schon gut erkennen, was Seesmic mal sein will: Eine Mischung aus Video- und Online-Broadcasting-Portal, offenem Social Network und eine Art Video-Twitter.
Wie funktioniert Seesmic?
Mit der eigenen Webcam lassen sich Videos (von bis zu 5 Minuten Länge) aufzeichnen und direkt via Seesmic publizieren. Alternativ können aber auch bestehende Webvideos von den üblichen Videoportalen eingebunden werden (derzeit nur YouTube). Darüber hinaus gibt es eine Upload-Funktion für Videos vom eigenen Rechner. Außerdem können User ihren Seesmic- mit ihrem Twitter-Account verknüpfen, so dass jedes neue Seesmic-Video des Nutzers automatisch auch als Twitterlink gepostet wird. Sehr spannendes Feature, denn so entsteht ein bunter Mix aus unterschiedlichen Videoquellen und Referenzen: User-generated Content meets Webvideos meets Twitter meets Social Networking. Insbesondere, dass auf Twitter (auf-)gesetzt wird anstatt das Rad neu zu erfinden ist eine clevere Startegie.

Natürlich können sich die Nutzer von Seesmic auch untereinander vernetzen. Das Besondere: Auch hier setzt Le Meur auf das Text-Vorbild Twitter. Denn Seesmic-User können untereinander Freundschaften schließen, indem sie sich gegenseitig “folgen”. Die Social Networking Features des Dienstes hören hier aber noch längst nicht auf. Die Macher setzen auf offene Schnittstellen, über die der Datenaustausch zwischen Seesmic und populären Social Networking Diensten ermöglicht wird. Derzeit können der eigene YouTube-, Twitter- oder Skype-Account integriert werden. Facebook und Co. kommen künftig dazu. Unter anderem ist ein Joost-Widget in Planung und die Möglichkeit Skype-Videocalls von Seesmic mitschneiden zu lassen. Für Smartphone-Nutzer sind mobile Erweiterungen zum Senden und Empfangen in der Entwicklungs-Pipeline, z.B. RSS-Feeds mit iPhone-kompatiblen Enclosures. Mächtig, mächtig, was da so alles auf der Todo-Liste steht!
Für wen ist Seesmic gedacht?
Für das reine Konsumieren von Videos dürfte Seesmic im aktuellen Stadium noch nicht wirklich spannend sein. Erst wenn es sich zu einem wirklichen Crowd-Sourced Online-TV gemausert hat, könnte sich das ändern. Richtig Spaß macht Seesmic natürlich erst, wenn man selbst Videos einstellt und sich mit Freunden vernetzt. Den größten Mehrwert dürfte Seesmic also für Prosumer bieten, die bereits bestens auf den einschlägigen Online-Plattformen vernetzt und im Besitz einer Webcam sind. Ob und wie Seesmic auch als mobiler Videohub funktionieren kann, wird sich nach Freigabe entsprechender Features erst noch zeigen müssen. Für Smart-Phonisten heißt es momentan noch: Abwarten und Tee trinken.
Blogpiloten-Urteil
Seesmic läßt sich wohl am besten als Video-Twitter beschreiben, ist aber schon jetzt viel mehr als das. Wenn es Le Meur mit seinem Team schafft, die angekündigten Features zuverlässig zu implementieren, könnte aus Seesmic eine neue Killerapplikation werden. Überzeugend ist der offene Ansatz, bei dem der Austausch mit anderen Social Networking-Diensten konsequent durchgezogen wird. Die kleine Beta-Tester-Community scheint bisher mehr als begeistert und berichtet bereits von suchtähnlichem Verhalten. Ob Seesmic diese Vorschußlorbeeren verdient hat und sich auch bei den Nicht-Geeks durchsetzen kann, müssen die Macher nach Freigabe der Public Beta erst noch beweisen. Ich meine: Die Chancen für Loic le Meur stehen nicht schlecht.
p.s. Natürlich gibt es zu Seesmic auch das passende Weblog.
Derzeit ist es recht schwer an einen Invite ranzukommen. Wir versuchen ein paar Codes zu besorgen und bieten sie euch dann hier an. Also: Stay Tuned! [Update: Bei den Blogpiloten gibt es 100 Invites! Schnell, schnell!]
