Die Zeitung stirbt, das Nachrichtengeschäft blüht
by Steffen Büffel. Average Reading Time: about 2 minutes.
(Quelle: unju)
Jack Shafer hat auf Slate einen toll geschriebenen und nicht nur deshalb lesenswerten Artikel über die “schrumpfenden Tageszeitungen” geschrieben. Statt nur einen Link zu posten, habe ich ein paar der prägnantesten Zitate herausgegriffen und mit eigenen Kommentaren versehen…
Here we go:
Time to say goodbye zu den guten alten Made-im-Speck-Zeiten
“Nothing will bring the traditional newspaper back to its post-WWII position of media dominance—not color printing, not kids’ pages, not expanded high-school sports coverage, not service journalism, nor bingo games on Page One.”
Die dominante Stellung haben die Tageszeitungen an Hörfunk und vor allem Fernsehen verloren, als stark textorientiertes Medium (plus den ganzen multimedialen und interaktiven Rest) steigt das Internet unaufhaltsam auf, um die mediale Weltherrschaft an sich zu reißen. ;-)
- Tagesreichweiten der Medien (Quelle)
- Entwicklung der Reichweite der regionalen Tageszeitung nach Altersgruppen (1996-2006) (Quelle)
“The newspaper habit—which nearly every American had when it was the only mass media—must be learned. But given today’s many alternatives, younger potential customers have skipped the lesson and migrated to other media forms for edification and amusement.”
Zentraler Punkt! Die Mediensozialisation der Jugend beschränkt sich nicht mehr nur auf die Gattungen Print/ TV/ Hörfunk, sondern umfaßt ein breites Spektrum an elektronischen Unterhaltungs- und Informationsgeräten, wie folgende Grafik aus der JIM-Studie 2006 verdeutlicht:
Dass diese Vielfalt an Entertainment-Spielzeug und Kommunikationstechnologie die insgesamt mögliche Aufmerksamkeit in viele Aufmerksamkeitsbudgets zersplittern läßt, kann dann nicht mehr wirklich verwundern. Die Bindungskraft der Zeitung ist im Vergleich zu den elektronischen und digitalen Lieblingen dann auch entsprechend gering.
Die gedruckten Kollegen Buch und Zeitschrift stehen zwar etwas besser da, aber damit läßt sich auf Dauer kein Blumentopf mehr mit gewinnen. Zwar geht es nur um die hypothetische Frage auf was man am ehesten verzichten kann, aber das verrät ja schon sehr viel über die Grundeinstellung bei den Heranwachsenden. Die Zukunft ist eben überwiegend digital – mit allen damit einhergehenden positiven und negativen Konsequenzen.
Ego-Shrinking
“Whatever you do, don’t mistake the decline of newspapers with the decline of journalism. Much of what we’re witnessing is the delayed right-sizing of newspapers and newspaper publisher and editor egos in the multimedia age.”
Es ist doch eigentlich ganz einfach: Die Bedeutung von Print als Trägermedium, das Massen erreicht, wird zurück gehen. Die Bedeutung von und der Bedarf an Qualitätsjournalismus wird steigen. Ob man sich das als Medienhaus künftig leisten kann, wird davon abhängen, wie rechtzeitig, wie strategisch und wie mutig man sich von den guten alten Zeiten verabschiedet. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass sich die Medienevolution und das Mediennutzungsverhalten auf den Stand der ganz fetten Jahre zurückbeamen ließe.
(via und inspired by blogrolle.net)
