Redaktion 2007 über Lokal 2.0 und Podcasting

In der 2007er Ausgabe von “Redaktion – Jahrbuch für Journalisten” finden sich zwei Beiträge, in denen es um Social Software, Web 2.0 und die Einbindung von User-Generated Content bei Medienanbietern geht. So schreibt Anne Haeming unter dem Titel “Wikis, Podcats, Weblogs: Lokal 2.0” über Web 2.0-Formate in den Onlineausgaben deutscher Regionalzeitungen und geht der Annahme einiger Lokalzeitungen nach, dass sie nur durch starke regionale Communities überlebensfähig sein werden. Zugespitzt auf die Entwicklungen beim Radio, setzt sich Sandra Schmid in ihrem Beitrag “Radio auf Abruf” mit den Zuwachsraten beim Podcasting und den Einsatzmöglichkeiten bei Radiosendern und Zeitungen auseinander. Im Vorfeld hatten mich beide Autorinnen kontaktiert und um ein paar Einschätzungen meinerseits gebeten. Dass man mich als Handlungsreisenden in Sachen Web 2.0 wahrnimmt, musste ich dann aber doch mit einem Schmunzeln lesen, wenngleich natürlich auch was dran ist.

Aber ich beschäftige mich längst nicht mehr nur mit “Medien 2.0″, sondern auch mit anderen Web X.0-Anwenundgsbereichen. Wenn ich mir aktuell die entsprechenden Bemühungen von Verlagen anschaue sehe ich viele Experimente, wenig Qualität. Die Antriebsfeder scheint mit zu sein möglichst “dabei zu sein”, möglichst schnell, mit möglichst vielen Features. Gerade im Bereich der so langsam aufkeimenden Videobemühungen im Lokalen und Überregionalen gibt es – um es positiv zu formulieren – “qualitativ noch sehr viel Luft nach oben”. Das Internet ist längst nicht mehr die Spielwiese, für die sie von noch viel zu vielen gehalten wird. Aber so lange PI’s als Währung das Onlinegeschehen diktieren werden Sex, Crime, schlecht gemachte Videos sowie halbherziges Community-Geplänkel das Feld prägen. Crossmedia bedeutet für mich, dass alle Ausspielkanäle die gleiche Wertigkeit in Sachen Qualitätsanspruch haben. Dass online in Sachen Taktung immer öfter “first” sein sollte kann ich so nur unterschreiben. Aber insgesamt gilt es gilt die Stärken des jeweiligen Ausspielkanals zu nutzen. Dazu reicht es aber keinesfalls, Content 1:1 von A nach B zu kopieren. Crossmediale Denke muss in die Köpfe der Macher. Aus meiner Sicht fängt genau dort, in den Köpfen der Macher, die Qualität von Crossmedia an. Aktuell scheint sie mir aber auch genau dort schon aufzuhören. Nach der technischen Infrastruktur muss jetzt sozusagen die intelektuelle Infrastruktur für Crossmedia in Angriff genommen werden. ;-)

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