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Blogstudie 2007: Ergebnisse

von Steffen Büffel. durchschnittliche Verweildauer: about 2 minutes.

Irgendwann Ende letzten Jahres habe ich an der Blogstudie2007 teilgenommen. Diese Woche haben mich dann erste Ergebnisse per E-Mail erreicht. Die Studie stand unter dem Motto: Informationssuche im Internet – Blogs als neues Recherchetool. Hier ein paar Auszüge aus dem Ergebnisbericht:

„Im Einzelnen identifiziert die Studie fünf verschiedene Blognutzer: 17,7 Prozent der Befragten wurden als „Social Networker“ klassifiziert. Sie nutzen Blogs in erster Linie um in Kontakt mit Freunden zu bleiben, neue Bekanntschaften zu knüpfen und sich mit anderen auszutauschen. Ebenfalls 17,7 Prozent zählt die Gruppe der „Selbstdarsteller“. Sie behaupten von sich „etwas zu sagen zu haben“ und möchten Ärger und Kritik loswerden. Aktive Blogger gehören eher einer dieser Gruppen an. Die größte Gruppe bilden allerdings die „Wissensdurstigen“ (23,7 Prozent). Sie nutzen Blogs in erster Linie um Hintergrundinformationen zu suchen; klassischen Medien trauen sie weniger als andere Gruppen. Zwei weitere Gruppen sind die „Informationssucher“ (18,9 Prozent) und die „Aktiven Konsumenten“ (22,8 Prozent). Sie sind auf der Suche nach aktuellen Nachrichten bzw. Produktinformationen. Diese beiden Gruppen bestehen mehrheitlich aus Bloglesern und weniger aus Schreibern.“

Ich persönlich wäre demnach 5 in 1, also eine Multiple-Bloggerpersönlichkeit. ;-)

„Verblüffend ist das gute Abschneiden privater Blogs. Immerhin die Hälfte (51 Prozent) suchen dort nach Anregungen – und nur 12,1 Prozent trauen den Inhalten privater Blogs nicht. Damit schneiden private Weblogs fast so gut ab wie journalistische, aus denen sich 62,7 Prozent eine Meinung bilden und denen nur 7,2 Prozent nicht trauen.“

Ich denke mal, dass die Grenzziehung zwischen einem privaten und einem nicht-privaten oftmals nicht so einfach zu vollziehen ist. Denn oftmals sind Weblogs ja stark personalisiert und nicht das „anonyme“ Corporate-Blog ohne Autor. Unterstellt man, dass man durch autorenzentrierte Blogs mit der Zeit eine soziale Beziehung aufbaut, dann kann das auch zu einer größeren Vertrauenswürdigkeit führen. Ob diese auch objektiv gegeben ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

„Blogger scheinen im Gegensatz zu Bloglesern ein viel stärkeres Sendungsbewusstsein zu haben: 66,8 Prozent der Blogger bloggen, weil sie meinen „etwas zu sagen zu haben“. Die Leser sind da weniger eitel: von ihnen behaupten dies nur 7,5 Prozent. Als Motivation für das Schreiben eines Weblogs gab fast jeder fünfte Blogger (18,5 Prozent) an, „Leute aufklären“ zu wollen und 16,1 Prozent zielen sogar darauf „die Gedanken anderer zu beeinflussen“.“

Wenn man Sendungsbewusstsein nicht gleichsetzt mit Egoshooter und Selbstdarsteller, dann war das aus meiner Sicht ein erwartbares Ergebnise, wenngleich es natürlich immer interessanter ist, die genauen Zahlen vor Augen zu haben. Aber mit Eitelkeit hat das meiner Meinung nach in den seltesten Fällen etwas zu tun. Mir scheint die Mischung aus transparenter Autorenschaft und subjektivem Schreibstil für diesen Eindruck verantwortlich zu sein. Auf eine „generelle“ Eitelkeit der Blogschreiber kann man deswegen aber noch nicht schließen.

„In der Blogosphäre herrscht Orientierungslosigkeit.“

:-)

Und noch ein Schmunzler zum Schluss:

„Auf die Plätze verweist sie (Angela Merkel)in der Hitliste derjenigen, von denen sich die Internetgemeinde ein eigenes Weblog wünscht, nacheinander Harald Schmidt, Papst Benedikt XVI, George W. Bush und Steve Jobs. Bei den Anti-Bloggern liegt Frau Merkel vor Dieter Bohlen, George W. Bush, Paris Hilton und Edmund Stoiber.“

Weite Informationen und Ergebnisse zur Blogstudie 2007 gibt es auf der entsprechenden Website.

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