Lehre 2.0 reloaded: Seminar an der Uni Trier
by Steffen Büffel. Average Reading Time: about 2 minutes.
Es wird Zeit, dass ich mal wieder etwas zu meinen Aktivitäten in der Lehre blogge. In diesem Wintersemester – übrigens mein vorläufig letztes an der Universität Trier – gibt es wieder das volle Web2.0-Programm. Diesmal läuft das Seminar unter dem Titel Netzwerkgesellschaft und Web 2.0, wobei der Schwerpunkt zum einen auf soziologischen Fragestellungen (Dimensionen der Netzwergesellschaft) liegen wird, zum anderen auf Web 2.0-Technologien und Anwendungen. Wir versuchen also wieder den altbewährten Spagat zwischen Theorie und Praxis, Praxis und Theorie. Ich sage ganz bewusst WIR, da in dem Seminar alle Seminarteilnehmer Lehrer und Lernende zugleich sind. “Lernen durch Lehren” heißt die magische (didaktische) Formel, wie ich kürzlich erst erfahren habe.
Zum standard Blended-Learning-Programm gehören auch diesmal wieder individuelle Blogs für alle TeilnehmerInnen, das gemeinsame Arbeiten im net-wiki, Sprechstunde via Instant Messaging und Experteninterviews per IRC-Chat. Neu kommen diesmal dazu Social-Bookmarking mit Mister Wong, Video-Telkos via Skype-Conferencing und Podcasting. Frontalunterricht ist hier also mehr als out, flexible Einzel- und Gruppenarbeit vor Ort und virtuell, intelligent vernetzt mit Unterstützung von Social Software, sind die Maxime.
“Lernen durch Lehren”, “Learning by Doing” sowie “Networking bis Dr. Web” kommt sind somit die Grundprinzipien des Seminars. Von Außen betrachtet könnte man sagen: Der Wahnsinn hat Methode – von Innen betrachtet übrigens auch. ;-) Die Tatsache, dass ein Teil der Studierenden bereits zum dritten Mal in Folge an einer dieser Veranstaltungen von mir teilnimmt zeigt mir, dass die Kurse offensichtlich Spaß machen und die erbrachten Leistungen belegen, dass auch die von mir intendierten Lernziele erreicht werden.
Sobald die Studierenden mit ihren Weblogs vollends startklar sind, werde ich wieder über den weiteren Verlauf des Seminars berichten. Alle Fans des Microlearnings und didaktischer Konzepte unter Einsatz von Social Software werden ab sofort also wieder auf ihre Kosten kommen. Wie immer ist Feedback herzlich willkommen. Kritik, Anregungen, Erfahrungsaustausch einfach in die Kommentare oder per E-Mail direkt an mich.
Zum Abschluß noch der nicht unwesentliche Hinweis, dass ich dieses mal das net-wiki zusammen mit Mario Donick von der Uni Rostock und seiner schlagkräftigen Seminargruppe (70!!! Studis) weiterentwickle. Mario macht im hohen Norden einen klasse Job, bietet seit mehreren Semestern unter bescheidenen finanziellen und strukturellen Bedingungen feinste Seminarkost an und hat prima Ideen wie man durch permanente Innovationen die Hochschullehre durch den geschickten Einsatz von Webtechnologien pimpen kann – auch ohne Eliteförderung. Da fällt mir gerade ein, dass ich noch den Videomitschnitt der Telekonferenz aus dem vergangenen Jahr online stellen wollte. Damals waren Trier und Rostock per Teleteaching miteinander verbunden und zusammen mit Peter Schink, der die Readers Edition vorgestellt hat, habe ich mit Mario und den Studierenden über Bürgerjournalismus und Co. diskutiert.
