Bürgerjournalismus im Live-Call-in (II)

Nachdem ich gestern einen netten Abend in der Loft-WG [sehr posh ;-)] eines Freundes verbracht habe, hieß es heute morgen “arbeiten”. Wobei es eine sehr spannende und unterhaltsame Aufgabe war. Im Funkhaus Walraffplatz von WDR5 ging es um unser alle derzeitiges Lieblingsthema Bürgerjournalismus. “Die Presse sind Wir! Vom Leserbrief zum Bürgerjournalismus” war dann auch der Aufhänger der Sendung.

wdr5studio

Oliver Eckert von RP-Online und ich hinterm Mikro

Nach der Anmod durch Moderatorin Dorothee Dregger und einem kurzen Einspieler on Christian Ahlborn mit Stimmen und Meinungen zum Thema, ging es nach einer kleinen Vorstellungsrunde direkt zu den Hörern. Mit im Studio war Olivert Eckert, Chefredakteur von RP-Online und damit auch verantwortlich für Opinio, das Leser-schreiben-für-Leser-Portal der Rheinischen Post. Ich hätte zwar nicht gedacht, dass ich in der Sendung erwähnen werden, dass ich Springer-Vorstandschef Döpfner bei der Frankfurter Buchmesse mit meinem Fotohandy geknipst habe, aber da die Bild-Leserreporter thematisiert wurden, habe ich die Gelegenheit ergriffen.

Sehr positiv überrascht war ich dann von 1. den vielen Anruferinnen und Anrufern (ca. 15 waren insgesamt in der Pipeline) und 2. von der eher positiven Grundstimmung in den Anmerkungen und Fragen. Klar, es gab Kritik von den fleissigen Leserbriefschreibern an der schlechten Übernahmequote durch ihre jeweiligen Lokalzeitungen, aber hier sollten sich die Schreiberinnen und Schreiber nicht allzu sehr ärgern und sich selbst da auch nicht zuuuuu ernst nehmen. Oftmals ist es kein böser Wille, sondern es fehlt schlichtweg der Platz oder ganz einfach die Relevanz.

Am besten hat mir der Anruf einer 85-Jährigen Anruferin gefallen, die auf ihre persönlichen Erfahrungen in der NS-Zeit und ihrer damaligen Tätigkeit als Journalistin berichtete. Ihre mahnenden Worte sich nicht Mundtot machen zu lassen und seine Meinung zu vertreten und das auch öffentlich zu tun war wirklich ergreifend. Das viel zitierte Beispiel der südkoreanischen PlattformOhMyNews, die als das bürgerjournalistische Onlineprojekt schlechthin angesehen werden kann, passte an der Stelle als aktuelles Beispiel ganz gut.

Natürlich wurden viele wichtige Aspekte nicht angesprochen, die vor allem in der Branche selbst sehr heiss und kontrovers diskutiert werden. Aber genau das war das angenehme, endlich mal nicht die notorischen “Zer-Reder” kontern zu müssen, sondern mit den Hörerinnen und Hörer – in dem Fall ja eigentlich auch Contentlieferanten – ins Gespräch zu kommen.

Kurzum: Hat Spass gemacht! Und Zeit den Kölner Dom endlich mal wieder zu besuchen hatte ich auch noch.

dom

p.s. (I): wdr-führung Zielgruppe zu Gast beim WDR! Schickes Foyer übrigens.

p.s (II): Dank an Christian Ahlborn für die Einladung und das Briefing, Dank an Rosemarie Meier, die Redakteurin der Sendung und ganz besonderen Dank an Dorothee Dregger, die die Sendung sehr sympathisch und souverän moderiert hat. :-)

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