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Nachlese: GAL-Themenbereich Netzwerkkommunikation

by Steffen Büffel. Average Reading Time: almost 2 minutes.

Vergangenen Donnerstag fand im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für angwandte Linguistik, der von Prof. Dr. Hans-Jürgen Bucher, Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert und mir organisierte Themenbereich “Netzwerkkommunikationen: Globalisierung im/ und Internet” statt.

Hans-Jürgen Bucher, Mike Thelwall und Andreas Liebert

Mal abgesehen von der eher bescheidenen Tagungsorganisation hatten wir ein breites Programm interessanter Vorträge, die denke ich für alle Beteiligten etwas Neus zu bieten hatten.

Mike Thelwall von der University of Wolverhampton (UK) stellte Methoden zur Trend- und Themenanalyse in Weblogs bzw. RSS-Feeds vor. Christine Domke referierte zu Rolle von Weblogs auf den Parteien- und Politikerwebsites im Bundestagswahlkampf 2005, Christian Pentzhold bediente sich des diskursiven Baukastens von Foucault, m die Kommunikationsstrukturen der Wikipedia zu erklären. Philipp Niemann setzte sich mit der Frage auseinander, ob Podcasting eine Form der Netzwerkkommunikation darstellt – Antwort: derzeit eher nein. Christian Stegbauer berichte von seinen Forschungen zu sozialen Netzwerken in Mailing-Listen und Foren und präsentierte dabei sehr interessante Ergebnisse. Michael Beisswenger, prominentester Chatforscher in Deutschland, dekonstruierte den Aspekt der Sychronität in Chatsessions und machte in seiner multimodalen Modellierung von Kommunikationsereignissen überzeugend deutlich, welchen Illusionen man sich als Forscher aussetzt, wenn man sich nur auf Chatprotokolle verlässt. Hinweis: Audiomitschnitte und Folien der Sessions folgen, sobald die Dateien bearbeitet sind und das Okay der Refereten vorliegt.

publikum

Fragen aus dem Plenum nach dem 1. Vortrag

Da wir Linguisten, Informationswissenschaftler, Medienwissenschaftler, Kommunikationswissenschaftler und Soziologen zusammen gebracht haben, war unser Themenbereich eher untypisch für eine GAL-Tagung. Wie ich in den Diskussionen feststellen und in Gesprächen mit Referenten und Gästen heraushören konnte, kam diese “bunte Mischung” aber gut an. Zumal wir es aus meiner Sicht gut verstanden haben die Vorträge trotz oder gerade wegen ihrer unterschiedlichen Herangehensweisen im Kontext des übergeordneten Themas Netzwerkkommunikation zu rahmen.

Eine abschliessende Antwort darauf, was Netzwerkkommunikation denn nun eigentlich genau ist, wie sie funktioniert und welche Konseqeunzen sich in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit ihr für Theoren, Begriffe und Methoden der Linguistik ergeben, konnte nicht erarbeitet werden. Vielmehr dürften alle TeilnehmerInnen dafür sensibilisert worden sein, dass Netzwerkkommunikation eines äußerst interessantes und breites Forschungsfeld darstellt, das es sich lohnt zu bestellen.