Von “kontrollierten” Abstürzen und “Bail-Out” Zonen
by Steffen Büffel. Average Reading Time: almost 2 minutes.
Vergangene Woche war im Trierischen Volksfreund zu lesen, dass bei Spangdahlem, wo sich ein Flugplatz der US-Militärs befindet, ein F16-Jet in der Nähe des Ortes Oberkail auf einem Feld abgestürzt ist. Der Pilot rettete sich per Schleudersitz, zu Schaden kam zum Glück niemand, wenngleich die Absturzstelle nach Angaben von Experten mit einem hochgiftigen Treibstoff verseucht wurde. Kurze Zeit nach dem Absturz ging das Gerücht, dass es sich um einen kontrollierten Absturz gehandelt habe, wie die US-Miltärs dann irgendwann auch einräumten.
In den Blogs des Trierischen Volksfreund wurden dazu sehr aufschlussreiche “Andeutungen” in einem Kommentar veröffentlicht. Aufgrund dieser Hinweise bin ich nach einer kurzen Google-Suche zu den Begriffen “spangdahlem bail out zone” und nach etwas Rumgeklicke in den Ergebnissen auf dieses PDF-Dokument gestossen. Darin wird explizit von einer Bail-Out Zone mit exakten Koordindaten gesprochen, die bei Notfällen für kontrollierte Abstürze gelten.
Die im Dokument angegebenen Koordinaten für den so genannten “Bail out Point” zusammen mit der Absturzstelle mal in Google-Earth eingegeben, ergeben folgendes Bild (Klick vergrößert!):
In einem englischsprachigen Forumsthread heißt es hierzu:
Now most of the questions about the location should be clear. This is a designated bailout area for Spangdahlem. The bad thing is that these “spots” were never told to the local people living in this area!
Eine transpantere Informationspolitik wäre hier mehr als angebracht. Wenn ich den Beitrag im Trierischen Volksfreund heute lese wird anhand der Aussagen deutlich, dass die Bürger noch immer nicht wissen, dass sie in einer Bail-out-Zone leben. Die Logik der Militärs, wonach die Variante mit dem geringsten Risiko (für wen???) zu wählen ist, mag im Rahmen dieser Logik sicherlich stimmig sein. Dennoch: Die Menschen in Oberkail und in den anderen Dörfern müssen darüber informiert werden. Sie haben ein Recht darauf. Hier sind aber nicht nur die US-Offiziellen gefragt, sondern auch die deutsche Behörden, die sicherlich Kenntnis von allen Bail-out Zonen im Bundesgebiet haben. Für die Bundeswehr dürfte es ja vergleichbare Zonen geben. Oder liege ich da komplett falsch?
Hier noch der relevante Auszug aus dem Dokument mit den Koordinaten und Handlungsanweisungen (Klick vergrößert!):


