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HBS-Meeting in KL

by Steffen Büffel. Average Reading Time: about 2 minutes.

I am a hard bloggin' scientist. Read the Manifesto.Heute geht’s für mich in die WM-Stadt Kaiserslautern zu einem Treffen der Hardbloggingscientists. Auf der Agenda für das Meeting steht neben der Weiterentwicklung unseres Blogs und vor allem des Manifest auch das Thema Open Access. Hierzu habe ich gestern von Jens Wolling über den DGPuK-Verteiler eine E-Mail erhalten, in der er zur Teilnahme an einer Befragung aufruft, in der es um den Stellenwert von Fachzeitschriften für Medien- und Kommunikationswissenschaftler geht.

Aus dem Fragebogen lese ich heraus, dass man bei der DGPuK offenbar darüber nachdenkt, eine eigene Online-Fachzeitschrift herauszugeben. Auch über Open Access und eine Verzahnung von Print- und Onlineausgabe scheint man sich Gedanken zu machen. Diese Initiative finde ich mehr als begrüssenswert und hoffe, dass auf Basis der Befragung auch tatsächlich entsprechende Aktivitäten folgen.

Gerade in der Medien- und Kommunikationswissenschaft erachte ich online verfügbare Fachzeitschriften, inbesondere wenn es um neue Medien im weitesten Sinne geht, für unverzichtbar. Die Publikationszyklen sind kürzer, man kann schneller aktuelle Studien bekannt machen und der Scientific Community zur Diskussion stellen und profitiert auch als Leser von diesen Vorteilen. In anderen Forschungsgebieten ist dies ja bereits schon lange Standard. Schafft man es als Autor des weiteren auch auf Englisch zu schreiben, erreicht man ein mit Online-Fachjournalen auch wesentlich leichter die internationale Scientific Community.

Open Access kommt in Zeiten von teilweise südhaft teuren Abo- bzw. Abrufkosten und gleichzeitiger Unteraustattung der Bibliotheken an deutschen Unis eine emanzipatorische Funktion zu. Die Abhängigkeit des wissenschaftlichen Publikationsbetriebs von den Fachverlagen kann so aufgebrochen werden, was nicht heisst, dass man ohne sie auskommen sollte bzw. könnte.

Open Access erfordert sicherlich alternative Reputations- und Qualitätssicherungsverfahren, aber hier bestehen ja durch Reviewstrategien, Feedbackmöglichkeiten und an die Online-Journale angedockte Diskussionsforen interessante Möglichkeiten.

Ich bin mir sicher dass CC-Lizensierung, Open Access und Co. eine der zentralen Grundvoraussetzungen sein werden, die Zukunftsfähigkeit des Wissenschaftsbetriebes zu gewährleisten. Wissenschaft wird es natürlich immer geben, aber sie kann nur dann zukunftsweisend und gesellschaftsrelevant sein, wenn sie sich den Bedürfnissen und veränderten Bedingungen der sich rasant entwickelnden Welt anpassen kann. Onlinepublikationen können und sollten die klassische wissenschaftliche Publikationsweise nicht ersetzen, aber dort sinnvoll ergänzen, wo es um die Aktualität des handlungsrelevanten Wissenschaftswissens für die Gesellschaft geht.

Widerspruch, andere Indeen und Ergänzungen sind in den Kommentaren herzlich willkommen. Und genau darin sehe ich beispielsweise den großen Vorteil eines Weblogs. Meinungen, Einstellungen, Ideen, unfertige Gedanken können “runtergeschrieben” werden und als Anregung für interessierte Kolleginnen und Kollegen zur Diskussion gestellt werden… Ich werde berichten, was bei unserem HBS-Treffen an weiteren Positionen herausgekommen ist. Wen’s interessiert: Firstmonday hat in der Juni-Ausgabe mehrere aktuelle Paper zum Thema Open Access