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Weblogs & Co. in der Lehre

von Steffen Büffel. durchschnittliche Verweildauer: about 2 minutes.

Nächsten Donnerstag startet mein Prosmeinar „Netzwerkmedium Internet„. Wie immer in solchen Kursen im Grundstudium geht es mir primär darum, den Studis klar zu machen, dass das Web nicht nur aus Spiegel-Online, Amazon, Ebay und Google besteht, sondern wesentlich mehr zu bieten hat als eCommerce. Das eigentliche Wesen des Webs liegt für mich sowieso abseits des auch in den Massenmedien und über Werbung immer wieder propagierten Online-Mainstreams. Neben der technischen und inhaltlichen Vernetzung sind es vor allem die sozialen Vernetzungsmöglichkeiten und dezentralen sozialen Organisations- und virtuellen Vergemeinschaftsungsformen die mich fasnzinieren, interessieren und über die die meisten Studis noch nicht so viel wissen. Auch wenn Web 2.0 innerhalb kürzester Zeit zum Buzzword verkommen ist, ist das, wofür der Begriff steht, Ausdruck für die soziale (Rück-)Eroberung des Web 1.0. Zwar sind Communities, soziale Netzwerke nichts revolutionär neues im Web, aber deren Wahrnemung, Zugänglichkeit und Zahl wird durch Social Software und entsprechende Dienste erheblich gesteigert, vereinfacht und gesteigert. Für die Techniken, Formen, Anwendungsgebiete und Ausprägungen von Social-Sowaftware bzw. Web 2.0-Anwendungen soll das Seminar die Studierenden sensibilisieren. Es geht darum die Medienkompetenz und das (auch wissenschaftliche) Wissen in diesem Bereich auf- und auszubauen.

Das geht natürlich nur dann sinnvoll, wenn man selbst die Tools ausprobiert. Um dies zu gewährleisten haben ich die Studis gebeten sich ein Weblog anzulegen und sich einen Account für das gemeinsame Seminar-Wiki anzulegen. Meine Sprechstunde werde ich auch nur virtuell über Instant Messaging abhalten, so dass jeder Teilnehmer auch hier einen entsprechenden Account bei ICQ oder einem anderen IM braucht. Dienste und Techniken wie FlickR, del.icio.us, Furl, Frienster, RSS-Reader, Podcasting etc. werden dann sukzessive im Verlaufe des Semesters noch dazu kommen. Erst in der zweiten Semesterhälfte geht es dann um Methoden udn Theorien zur Erforschung des Webs.

Zum Einstieg habe ich mir ein paar nette Aufgaben überlegt. Jeder muss nach der Registrierung des eigenen Blogs dreiPostings machen und folgende Fragen beantworten:

<strong><em>1. Was bedeutet das Internet für Sie persönlich?</em></strong>
<strong><em>2. Worin liegt ihrer Erfahrung nach der besondere Vernetzungscharakter des Webs?</em></strong>
<strong><em>3. Wie sieht das Internet und seine Nutzung im jahr 2020 aus?</em></strong>

Ein paar Studis haben ihre Blogs schon angelegt und damit begonnen die Fragen zu beantworten. Es ist interssant zu sehen, dass im Seminar offenbar Studierende sind, die bereits selbst ein Weblog führen und auch schon in der Welt des Web 2.0 angekommen sind. Das bestärkt mich in der Entscheidung, das Seminar so zu konzipieren, wie ich es mir bisher überlegt habe. Es ist zwar kein übliches Seminar da vieles recht experimentell ist, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass daraus eigentlich die besseren Seminare hervorgehen. Was bringt’s denn schon, wenn man über das Web nur anhand von Sekundärliteratur spricht und öde Referate abhalten läßt… Ich bin gespannt, ob und wie die Studis mitziehen… Von 23 angemeldeten Teilnehmern, haben bis jetzt 7 ihr Weblog registriert, die anderen haben noch Zeit bis Dienstag 16 Uhr.