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Im Tal der Ahnungslosigkeit (II): Waiblinger Kreiszeitung

von Steffen Büffel. durchschnittliche Verweildauer: about a minute.

Letztens beim Wandertag im Tal der Ahnungslosigkeit: Über ein Hinweisschild bei IT&W bin ich auf die Waiblinger Kreiszeitung aufmerksam geworden, die – man gibt sich ja gern fortschrittlich im Ländle – zwar im Internet vertreten ist, aber offenbar Schreiberlinge beschäftigt, die herzlich wenig Ahnung von der Materie haben und offenbar auch niemanden beschäftigen, der die Kompetenz hätte, die Ahnungslosen aus ihrem Tal herauszuführen – wie sonst kann nebenstehender Beitrag [klick auf Thumbnail] so im Blatt gelandet sein?

Eigentlich könnte man es fast putzig finden, was die Kreisredakteurin Dr. Pia Eckstein in ihrem Rundschlag da schreibt. Aus Sicht der Postbank ist dieser Beitrag aber sicherlich ebenso eine Form von Geschäftsschädigung wie sie sich durch Phishing-Mails ergibt. Okay mit 15.919 Abos (IVW-Quartalszahlen für 03/2005) gehört das Blättchen jetzt nicht zu den Schwergewichten unter den deutschen Regionalzeitungen, aber das entbindet nicht vom ganz kleinen 1×1 der journalistischen Sorgfaltspflicht.

Leider stand bei IT&W nicht das Publikationsdatum dabei. Aber selbst wenn der Beitrag in der Anfangszeit der Phishing-Attacken entstanden sein sollte, gehört es zu eben diesem 1×1 zu recherchieren: Anruf bei der Postbank oder einer Verbraucherzentrale (zur Not ist’s für die ganz Faulen auch mit einem Blick auf die Website der betroffenen Firma getan) und es wäre klar geworden, dass nicht die Postbank Urheberin der Mails ist, sondern ein brisantes Thema dahinter steckt, über das man seine Leser mal besser schnellstens aufklären sollte, als Postbank-Bashing zu betreiben… Noch ein Tipp: Manchmal hilft auch der gesunde Menschenverstand, das Lesen einschlägiger Fachzeitschriften oder Online-Dienste, um herauszufinden, dass in holprigem Deutsch verfasste E-Mails nicht von einem professionellen Unternehmen kommen können.

[Via IT&W]